Reifen lagern

Reifen lagern

Wo und wie sollte ich Reifen lagern – und warum überhaupt?

Wer keine Ganzjahresreifen nutzt, muss im Frühjahr und Herbst die Reifen wechseln. Und dann stellt sich wieder einmal die Frage, wie die gerade nicht genutzte Garnitur einzulagern ist. Dies ist eine wichtige Frage, denn unsachgemäße Aufbewahrung kann die Haltbarkeit von Pneus, also luftgefederten Reifen, beträchtlich verkürzen. Eine optimale Lagerung bewahrt die Lebensdauer und Verkehrssicherheit der Reifen. Nur durch die richtige Aufbewahrung beugt der KFZ-Halter Schäden an Lauffläche und Karkasse vor.

Wer über ausreichend Raum verfügt, kann die Reifen im heimischen Keller oder der Garage einlagern. Wenn geeigneter Raum rar ist, bieten KFZ-Werkstätten und Reifenhändler gegen entsprechendes Entgelt einen Einlagerungsservice.

Reifenwechsel KFZ-Werkstatt
KFZ-Werkstätten bieten neben dem Reifenwechsel oft auch einen Einlagerungsservice.

Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die sachgemäße Einlagerung:

  1. Reifen prüfen
  2. Defekte und zu alte Reifen aussortieren
  3. Reifendruck erhöhen
  4. Reifen beschriften
  5. Kompletträder liegend und Reifen ohne Felge stehend lagern

1) Reifen prüfen

Laufflächen und Karkassen der Reifen sollte der Eigentürmer vor dem Einlagern auf Beschädigungen überprüfen. Weist die Flanke Beulen auf, muss er den Reifen ersetzen. Im Profil befindliche Fremdkörper sollte er vor der Einlagerung entfernen und im gleichen Zug die Profiltiefe messen. Laut Empfehlung des ADAC sollte der KFZ-Halter Sommerreifen bei drei Millimetern und Winterreifen bei vier Millimeter Profiltiefe aussortieren. Gesetzlich ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vorgeschrieben. Erreicht ein Reifen diese Profiltiefe, erscheinen bei Motorradreifen in den Längsrillen des Hauptprofils stegähnliche Erhebungen, bei PKW- und LKW-Reifen sind sie auch auf den Seitenwänden des Reifens vorhanden. Hierbei handelt es sich um die TWI-Marker, die Reifenverschleißanzeige. Ist sie auf einer Ebene mit der Profiltiefe, muss der Kraftfahrer den Reifen entsorgen.

Bei einer Einlagerung von Kompletträdern erfordert auch die Felge eine eingehende Prüfung. Ist sie von Rost befallen, ist dieser vor zu entfernen, um fortschreitender Korrosion vorzubeugen.

Reifenprofil
Die TWI-Stege sind in den Längsrillen des Sommerreifens deutlich zu sehen.
TWI-Marker

Die Reifenverschleißanzeige TWI (Tread Wear Indicator) zeigt an, ab wann das Profil des Reifens nicht mehr die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe hat. Am Reifenrand sind die entsprechenden Stellen mit den Buchstaben TWI markiert.

2) Wann wechseln statt lagern?

Nach spätestens sechs Jahren sollten Kraftfahrzeugfahrer die Reifen ihres Vehikels ersetzen, auch wenn Profil und Karkasse bei der Überprüfung völlig einwandfrei zu sein scheinen. Da das Gummi allmählich verhärtet, können ab diesem Alter Haft-, Fahr- und Bremseigenschaften verloren gehen.

3) Reifendruck erhöhen

Der Reifendruck sollte um etwa 0,5 bar höher sein als der vom Hersteller empfohlene Wert. Auch bei Nichtbenutzung verlieren die Reifen nämlich allmählich an Druck.

4) Reifen beschriften

Der Fahrer sollte die Reifen beschriften, um sie bei der nächsten Nutzungsperiode – spätestens nach 10.000 Kilometern – achsweise tauschen zu können. Schraubt man jeden Reifen immer wieder an der gleichen Stelle auf, besteht die Gefahr einer ungleichmäßigen Abnutzung. Es empfiehlt sich, die Lauffläche des vorderen rechten Reifens beispielsweise mit Kreide oder Wachsmalstiften mit „VR“, die des hinteren rechten Reifens mit „HR“ zu beschriften und in der nächsten Saison den „VR“-Reifen hinten rechts und den „HR“-Reifen vorne rechts zu montieren. Zu beachten ist hierbei die Profiltiefe. Bei allen Fahrzeugen sollten die Reifen mit größerer Profiltiefe die Hinterachsen bestücken.

Reifen beschriften
Wer seine Reifen beschriftet, kann sie in der nächsten Saison achsweise tauschen.

5) Einlagern

Kompletträder und Reifen ohne Felge sollten auf unterschiedliche Arten eingelagert werden.

KomplettradReifen ohne Felge
Horizontal lagernSenkrecht lagern
Übereinander stapelbarAuf trockenes und sauberes Tuch stellen
Aufhängbar an Wandhalterund oder FelgenbaumEtwa alle 6 Wochen ein wenig drehen
Unterschied in der Reifen-Lagerung zwischen Komplettrad und Reifen ohne Felgen.

Als Einlagerungsort bieten sich trockene Garagen oder Keller an. Die Umgebung sollte dunkel, kühl und trocken sein, der Untergrund frei von Verunreinigungen. Gegebenenfalls empfiehlt es sich, den Keller- oder Garagenboden mit sauberem Stoff auszulegen. Mit Öl oder Lösungsmitteln verunreinigter Stoff kann den Reifen angreifen und während der Lagerung beschädigen. Direkte Sonneneinstrahlung gilt es stets zu vermeiden, da durch die UV-Strahlung die Kautschukmischung des Reifens schneller spröde wird.

Tipp:

Vertraut der KFZ-Besitzer die Reifen Dritten zur Einlagerung an, empfiehlt sich ein Einlagerungsprotokoll, um im Verlust- oder Beschädigungsfall entsprechende Nachweise in der Hand zu haben sowie Verwechslungen vorzubeugen. Der ADAC bietet entsprechende Protokollvordrucke an.