Sterbegeldversicherungen

Die besten Sterbegeldversicherungen im Vergleich

Andreas Kiener
Platz Produkt Bewertung
1 Monuta 3,65
2 Solidar 3,58
3 Ergo Direkt 3,51
4 HDH 2,91
5 VKH 2,77
6 Allianz 2,63
7 HUK 2,61

Angebot und Leistung

Konditionen

Zahlungsbedingungen

Hilfe und Support

Todesfall absichern, Familie finanziell entlasten

    Das Wichtigste in Kürze
  • Sterbegeldversicherungen dienen der Finanzierung der eigenen Bestattung. So entlasten Versicherte ihre Angehörigen.
  • Viele Sterbegeldversicherungen lassen sich ohne Gesundheitsprüfung abschließen.
  • Auch im hohen Alter ist der Eintritt in eine Sterbegeldversicherung noch möglich.
  • Die Versicherungssummen und damit auch die Beiträge sind variabel.

Unsere Vergleichssieger

Die niederländische Sterbegeldspezialistin Monuta konnte in unserem Vergleich die meisten Punkte erzielen. Die Tarife sind flexibel und günstig. Ob mit oder ohne Gesundheitsprüfung, kann der Versicherte frei wählen. Gut gefällt auch, dass die Mitversicherung von Kindern kostenlos ist und dass die Versicherung bei Unfällen das doppelte Sterbegeld auszahlt.

Auch das Angebot von Solidar überzeugt uns und landet auf dem zweiten Platz. Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit wirtschaftet die Sterbekasse im Interesse ihrer Versicherten, die sie mit einem Bonus auf die Versicherungssumme an Überschüssen beteiligt. Auch sonst ist das Angebot fair. Toll ist, dass die Versicherungsbedingungen und Statuten in gutverständlicher Sprache geschrieben und somit sehr transparent sind.

Auf dem dritten Platz landet ist die Sterbegeldversicherung der Ergo Direkt. Das ist somit das beste Angebot einer allgemeinen, nicht spezialisierten Versicherungsgesellschaft. Die Versicherung glänzt mit einem sehr flexiblen Eintrittsalter: Menschen von 18 bis 100 Jahren können Varianten des Angebots nutzen. Der Direktversicherer hat das beste Beratungsangebot und setzt dafür voll auf das Internet: Wer möchte, kann sich auch per Skype an das Unternehmen wenden.

1. Kein staatliches Sterbegeld mehr

„Das Leben ist teuer und nicht einmal der Tod ist umsonst!“, sagt ein geflügeltes Wort. Das gilt heute mehr denn je. Denn seit dem Jahr 2004 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen kein Sterbegeld mehr. Diese wurde Hinterbliebenen bis dahin gewährt, um die finanzielle Belastung abzumildern, die durch den Tod eines Angehörigen entsteht.

Rund 6.000 Euro kostet eine durchschnittliche Bestattung, wir haben weiter unten eine Beispielrechnung für Bestattungskosten aufgestellt. Der finanzielle Aufwand hängt auch von der gewählten Bestattungsvariante ab. Eine festliche Erdbestattung ist deutlich teurer als eine Feuerbestattung mit Beisetzung in einer Urne.

Mit dem Wegfall der staatlichen Vorsorge können es sich viele nicht mehr leisten, den letzten Weg auf angemessene Weise zu gehen. Michael Albrecht, Vorstandsmitglied im Verband der Friedhofsverwalter Deutschland, beobachtet eine Häufung der „Ex- und Hopp-Variante“ bei Bestattungen. Möglichst schnell und billig soll es sein.

Wand mit Urnen
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Die Beisetzung in einem Kolumbarium (Urnenwand) ist deutlich kostengünstiger als eine Erdbestattung.

Durch die Streichung der staatlichen Sterbevorsorge bleibt vielen Menschen keine andere Wahl. Wer sich trotzdem eine würdevolle Bestattung wünscht, tut gut daran, sich selbst darum zu kümmern. Dazu eignen sich Sterbegeldversicherungen.

Die meisten Menschen beschäftigen sich nicht gern mit dem Tod und der eigenen Beerdigung. Das Thema ist geradezu tabu. Fest steht aber: Sterben müssen wir alle, die einen früher, die anderen später. Sich rechtzeitig Gedanken über das eigene Beerdigung zu machen, ist daher nicht morbide, sondern vernünftig und verantwortungsvoll.

2. Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Mit einer Sterbegeldversicherung sorgt der Versicherte schon zu Lebzeiten für die Finanzierung seiner Bestattung. So entlastet er Angehörige und sorgt dafür, dass die nötige Geldsumme für eine Beerdigung nach seinen Vorstellungen zur Verfügung steht. Manche Sterbegeldversicherungen bieten auch ein umfangreiches Serviceangebot an, das von der Beratung bis hin zur detaillierten Planung der eigenen Beerdigung reicht.

Sterbegeldversicherungen sind ein Sonderfall der Kapitallebensversicherung. Die Versicherungssummen sind relativ niedrig und der Versicherungsschutz gilt immer bis zum Tod des Versicherten. Im Unterschied zu einer Risikolebensversicherung, welche die Versicherungssumme nur auszahlt, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb eines vereinbarten Zeitraums stirbt, kommt es bei einer Sterbegeldversicherung auf jeden Fall zu einer Auszahlung.

Römische Beerdigung
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Schon im antiken Rom übernahmen Beerdigungsvereine die Bestattungskosten ihrer Mitglieder.

Historisch gesehen sind Sterbegeldversicherungen sogar die älteste Form der Lebensversicherung. Schon im alten Rom übernahmen Beerdigungsvereine die Bestattungskosten ihrer verstorbenen Mitglieder und unterstützten deren Familie finanziell. Anfang des 20. Jahrhunderts gründeten Arbeiter in Industriebetrieben sogenannte Sterbekassen, um ihre Angehörigen im Todesfall finanziell zu entlasten.

Viele dieser Sterbekassen bestehen heute als Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit weiter. Nicht nur Mitarbeiter bestimmter Betriebe oder Mitglieder eines bestimmten Berufsstandes können sich dort versichern, im Regelfall wurden sie für die Allgemeinheit geöffnet. Parallel dazu haben große Versicherungskonzerne spätestens seit dem Wegfall des Sterbegeldes Versicherungspolicen für Sterbegeldversicherung in ihr Angebot aufgenommen.

Sterbegeldversicherungen für Dritte abschließen

Versicherungsgesellschaften sehen nicht nur Sterbegeldversicherungen für den eigenen Tod vor, sondern ermöglichen auch den Abschluss von Sterbegeldversicherungen für Dritte. In Deutschland sind nämlich Verwandte dazu verpflichtet, die Bestattungskosten zu übernehmen. Diese Verpflichtung entspricht der Erbfolge. Wenn keine nahen Verwandten wie Kinder oder Enkel vorhanden oder auffindbar sind, kann der Fall eintreten, dass jemand Onkel oder Cousins beerbt, zu denen er zeitlebens kaum Kontakt hatte und die kein Vermögen hinterlassen, welches die Kosten für das Begräbnis abdecken könnte.

Eine Sterbegeldversicherung für jemand anderen abzuschließen, kann sinnvoll sein, um sich gegen dieses Risiko abzusichern. Die meisten Versicherungsgesellschaften verlangen dafür zwar die Unterschrift der betreffenden Person, aber beispielsweise bei der Monuta ist es möglich, so eine Versicherung für die eigenen Eltern ohne deren Unterschrift abzuschließen.

Was geschieht mit der Versicherungssumme?

Der Grundgedanke einer Sterbegeldversicherung ist, dass die Hinterbliebenen dieses Geld zur Finanzierung der Bestattung nutzen. Dazu sind sie allerdings nicht verpflichtet. Theoretisch kann jeder Bezugsberechtigte mit der Versicherungssumme machen, was er will. Mit einer sogenannten Bestattungsverfügung kann sich der Versicherte jedoch gegen Missbrauch durch den Begünstigten schützten. Gute Sterbegeldversicherungen bieten auch Unterstützung bei der Erstellung dieses Dokuments an.

Eine andere Möglichkeit wäre, einen Bestatter als Bezugsberechtigten einzusetzen, der das Geld aus der Sterbegeldversicherung dann direkt für die Bestattungskosten verwendet. Einige Sterbegeldversicherungen haben auch Kooperationen mit Vereinen wie der Deutschen Bestattungsfürsorge (DBF), die es dem Versicherten ermöglichen, den Ablauf seines endgültigen Abschieds schon zu Lebzeiten detailliert zu planen.

3. Versicherungssumme und Beitragshöhe

Die Beitragshöhe bei Sterbegeldversicherungen kann sehr unterschiedlich sein. Sie hängt hauptsächlich von drei Faktoren ab, nämlich von der Versicherungssumme, der Beitragszahlungsdauer und dem Alter des Versicherten bei Vertragsabschluss. Je höher das vereinbarte Sterbegeld, je älter der Versicherte und je kürzer die Zahlungsdauer, desto höher sind die Beiträge.

Es kann sich lohnen, schon in jungen Jahren eine Sterbegeldversicherung abzuschließen. Dann liegt die Summe der insgesamt bezahlten Beiträge meist deutlich unter der Versicherungssumme. Ab einem Alter von 65 Jahren jedoch ist die Sterbegeldversicherung fast immer ein Verlustgeschäft, oft auch schon früher.

Das wird an einem Rechenbeispiel mit den Tarifen der Solidar sichtbar:

Alter bei Versicherungsabschluss3050
Beitragsdauer bis zum65. Lebensjahr85. Lebensjahr
Beitragsjahre3535
Versicherungssumme5.000 Euro5.000 Euro
Monatlicher Beitrag9,65 Euro14,35 Euro
Summe der Zahlungen4.168,80 Euro6.199,20 Euro
Für ältere Menschen ist die Sterbegeldversicherung (nicht nur bei der Solidar) teurer als für Jüngere

Trotzdem kann es sinnvoll sein, auch in fortgeschrittenem Alter noch eine Sterbegeldversicherung abzuschließen, in diesem Fall steht der Versicherungsaspekt im Vordergrund. Würde jemand einfach nur Geld ansparen, besteht die Möglichkeit, dass er verstirbt, bevor das Sparziel erreicht ist. Mit einer Sterbegeldversicherung darf er sich jedoch sicher sein, dass in jedem Fall der geplante Geldbetrag für die Beerdigung verfügbar ist.

Bestattungskosten in Deutschland

Das Sterbegeld sollte sich nach den erwarteten Bestattungskosten richten. Wer gemeinsam mit einem Bestatter schon zu Lebzeiten Vorbereitungen trifft, weiß genau, welches Budget er einzuplanen hat. Personen, die diese Variante nicht in Anspruch nehmen, müssen selbst abschätzen, ob sich eine Bestattung nach ihren Vorstellungen mit der von ihnen geplanten Versicherungssumme umsetzen lässt.

Die Kosten für eine Bestattung variieren je nach gewählter Bestattungsvariante. Auch der Wohnort spielt eine Rolle. So sind beispielsweise die Friedhofsgebühren auf dem Land typischerweise deutlich niedriger als in großen Städten. Die Versicherungsgesellschaft Ergo Direkt, die auch eine Sterbegeldversicherung anbietet, stellt folgende Rechnung auf:

KostenpunktErdbestattungFeuerbestattung
Gebühren für Urkunden92 €127 €
Friedhofsgebühren1.680 €1.485 €
Bestatterleistung1.960 €1.425 €
Steinmetzleistung2.480 €1.930 €
Gärtnerleistung515 €365 €
Trauerfeier690 €680 €
Summe7.147 €6.012 €
Typische Bestattungskosten laut Ergo Direkt.

Die Kosten für die einzelnen Leistungen können stark variieren. So errechnet beispielsweise die Stiftung Warentest im März 2013, dass die Kosten für ein und dasselbe Begräbnis zwischen 3.340 Euro und 8.950 Euro schwanken können, je nachdem, ob für die einzelnen Leistungen jeweils der billigste oder der teuerste Anbieter beauftragt wird. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lagen die die durchschnittlichen Bestattungskosten im Jahr 2012 bei 6.000 Euro, Tendenz steigend. Eine grobe Faustregel für das Sterbegeld wäre also:

  • Sparsam: 4.000 Euro
  • Empfehlenswert: 6.000 Euro
  • Großzügig: 8.000 Euro
  • Stattlich: 10.000 Euro

Wer an einer Sterbegeldversicherung interessiert ist, sollte beachten, dass sich die Laufzeit im Normalfall über viele Jahre und Jahrzehnte erstreckt und die Bestattungskosten in Zukunft hochwahrscheinlich weiter steigen werden. Dieser Tendenz können Versicherte auf verschiedene Arten begegnen. Die einfachste Möglichkeit wäre, von vornherein eine etwas höhere Versicherungssumme festzulegen.

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, das Sterbegeld zu einem späteren Zeitpunkt den gestiegenen Preisen anzupassen. Zu diesem Zweck bieten die meisten Versicherer eine Erhöhungsoption an, manche ermöglichen auch das Abschließen einer weiteren Sterbegeldversicherung.

Die dritte Möglichkeit ist eine Sterbegeldversicherung mit Überschussbeteiligung, die vor allem von Sterbekassen, aber auch von einigen Versicherungsunternehmen angeboten wird. Das Geld ist in Sterbekassen über viele Jahre angelegt, sie können es gewinnbringend investieren. Die Mitglieder der Sterbekassen sammeln so Boni. Üblicherweise wird beim Tod von jemandem, der lange genug Mitglied war, ein viel höherer Betrag als die ursprünglich vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt. Das Sterbegeld passt sich sozusagen den steigenden Kosten der Bestattung an. Eine Bonus-Garantie gibt es allerdings nicht. Sollte die Kasse schlecht wirtschaften oder eine allgemein schlechte Wirtschaftsentwicklung eintreten, fallen die Boni nur gering aus. Im ungünstigsten Szenario entfallen sie sogar gänzlich.

Monatliche Beiträge und Einmalzahlungen

Bei den Bezahlvarianten hat der Versicherungsnehmer unterschiedliche Möglichkeiten. Üblich sind monatliche Beitragszahlungen entweder bis zum Alter von 65 oder 85 Jahren. In manchen Sterbegeldversicherungen ist es aber auch möglich, dass der Versicherte seine Zahlungsdauer frei wählt.

Je kürzer der Zeitraum, in dem Versicherte Beiträge zahlen, desto höher sind die Beiträge, die sie regelmäßig abzuleisten haben. Über den gesamten Zeitraum gerechnet bezahlen aber Versicherte jedoch bei einer kürzeren Beitragszahlungsdauer weniger. Am günstigsten sind die Gesamtkosten der Sterbegeldversicherung, wenn der Versicherte den gesamten Versicherungsbeitrag gleich nach Versicherungsabschluss bezahlt. Das Beispiel der Sterbekasse Solidar für einen 20-jährigen illustriert die unterschiedlichen Gesamtkosten:

VersicherungsvarianteMonatliche BeiträgeGesamtkosten
Einmalzahlung-2.790,00 €
Monatliche Beiträge bis zum 65. Lebensjahr7,20 €3.888,00 €
Monatliche Beiträge bis zum 85. Lebensjahr5,70 €4.446,00 €
Kosten einer Versicherung bei der Solidar mit einer Summe von 5.000 Euro für einen 20-Jährigen.

Egal, für welche Variante er sich also entscheidet, er macht in jedem Fall Gewinn, selbst wenn die Überschussbeteiligung nicht miteingerechnet wird.

Anders sieht das selbe Rechenbeispiel für einen 50-jährigen aus. Für ihn lohnen sich nur die Varianten mit kürzerem Zahlungszeitraum, in der Variante mit Beitragszahlungen bis zum Alter von 85 Jahren übersteigt die Beitragssumme die Versicherungssumme. Sich für diese Variante zu entscheiden, käme für ihn einer Wette auf das eigene frühe Ableben gleich. Entweder er stirbt früher, dann hat er sein Geld profitabel angelegt, oder er wird 85 Jahre oder älter, dann wäre es aber lohnender für ihn gewesen, sein Geld einfach auf ein Sparbuch zu legen und dieses zu vererben. Das einzige, was in diesem Fall für die Sterbegeldversicherung spricht, ist der Versicherungsgedanke selbst: Für die Bestattungskosten ist so oder so gesorgt.

VersicherungsvarianteMonatliche BeiträgeGesamtkosten
Einmalzahlung-3.730,00 €
Monatliche Beiträge bis zum 65. Lebensjahr27,10 €4.878,00 €
Monatliche Beiträge bis zum 85. Lebensjahr15,10 €6.342,00 €
Die Kosten für einen 50-Jährigen sind deutlich höher.

4. Wartezeit und Gesundheitsfragen

Neben der Höhe des Sterbegeldes und der Beiträge ist ein weiteres wichtiges Unterscheidungskriterium bei Sterbegeldversicherungen zu beachten: Soll es eine Sterbeversicherung mit oder ohne Gesundheitsfragen sein? Ohne Gesundheitsfragen bedeutet mit Wartezeit. Stellt die Versicherung aber Fragen zur Gesundheit des Versicherten, entfällt die Wartezeit oder ist zumindest deutlich kürzer.

In der Wartezeit, die zwischen 18 und 36 Monaten betragen kann, hat der Versicherte keinen Anspruch auf den vollen Versicherungsschutz. Stirbt er innerhalb dieser Zeit, erhalten die Hinterbliebenen nur die bereits bezahlten Beiträge oder einen Teil des vereinbarten Sterbegeldes. Durch diese Regelung wollen sich die Versicherungen vor Missbrauch schützen und ihr Risiko minimieren.

Sanduhr Zeit läuft ab
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Viele Sterbegeldversicherungen zahlen erst nach Ablauf der Wartezeit die volle Versicherungssumme aus.

Beim Abschluss einer Versicherung ohne Wartezeit ist normalerweise keine Gesundheitsprüfung durch einen Arzt erforderlich. Die Versicherung stellt dem Versicherten nur einige Fragen zu chronischen und schweren Krankheiten. Die Versuchung, unwahre Antworten zu geben, ist somit groß. Davon möchten wir allerdings dringend abraten. Denn falls die Versicherung im Nachhinein feststellt, dass der Versicherte die Gesundheitsfragen nicht wahrheitsgemäß beantwortet hat, kann sie die Leistung verweigern. In diesem Fall hätte der Versicherte seine Beiträge vergeblich bezahlt.

5. Solidarische Sterbekasse

Im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Versicherungen, die auch Sterbegeldversicherungen anbieten, sind Sterbekassen Spezialisten und bieten nur Sterbegeldversicherungen in unterschiedlichen Varianten an. Sie agieren nicht gewinnorientiert, sondern folgen einer solidarischen und gemeinnützigen Logik. Entstanden sind sie meist durch den Zusammenschluss von Arbeitern in großen Industriebetrieben oder Mitgliedern eines Berufsstandes zu Vereinen, in denen sie die gegenseitige Unterstützung der Hinterbliebenen im Todesfall organisierten. Die größeren dieser Unterstützungsvereine öffneten sich nach und nach für die Allgemeinheit und stehen heute allen Interessenten offen, unabhängig von deren Beruf oder Firmenzugehörigkeit.

Die Rechtsform der meisten Sterbekassen ist mittlerweile die eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit. Versicherte sind nicht einfach Kunden, sondern Mitglieder. Mit der Bezahlung der Versicherungsbeiträge werden sie gleichzeitig zu Anteilseignern des Vereins, der sich ausschließlich im Besitz seiner Mitglieder befindet. Der Verein agiert also im Interesse der Versicherten, was sich unter anderem dadurch ausdrückt, dass diese bei positiver Gewinnentwicklung mit Zuschlägen auf ihr Sterbegeld an den guten Geschäftsergebnissen teilhaben. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten fallen diese Zuschläge geringer aus, Abzüge auf die vereinbarte Versicherungssumme gibt es aber selbstverständlich nicht.

Die Unterschiede zwischen Sterbekassen und Sterbegeldversicherungen bestehen hauptsächlich in der Rechtsform der Versicherung. Für den Versicherten sind beide Optionen steuerlich gleichgestellt: Das ausgezahlte Sterbegeld ist von der Erbschaftssteuer befreit, solange der Begünstigte die Freibeträge im Rahmen der Erbschaftssteuer nicht überschreitet.

So vergleichen wir

Ob eine Sterbeversicherung sinnvoll und lohnend ist, muss jeder Interessent für sich selbst entscheiden, indem er die Vor- und Nachteile abwägt. Wer sich für eine Sterbegeldversicherung entscheidet, sollte in jedem Fall darauf achten, dass einerseits die Kosten und Beiträge des gewählten Tarifs in einem günstigen Verhältnis zu einander stehen und dass andererseits die Versicherungsbedingungen verbraucherfreundlich sind. Um einen besseren Überblick über das vorhandene Angebot an Sterbegeldversicherungen zu ermöglichen, haben wir Policen bekannter Versicherer miteinander verglichen. Dafür wurden vier relevante Bewertungspunkte ausgewählt, in welchen sich die getesteten Sterbegeldversicherungen beweisen müssen.

Zum Vergleich des Angebotes der Anbieter haben wir öffentlich zugängliche Informationen wie Websites und Versicherungsbedingungen zu Rate gezogen. Bei Unklarheiten haben wir mit dem Kundenservice Kontakt aufgenommen und konnten uns so gleichzeitig auch einen Eindruck von der Servicequalität machen.

Jede getestete Versicherung kann in jeder Bewertungskategorie zwischen 0,00 und 5,00 Punkten erreichen. Aus dem Mittelwert der Punkte ergibt sich die Gesamtbewertung und damit auch die Rangliste der Sterbegeldversicherungen. Allerdings haben Versicherungsnehmer unterschiedliche Ansprüche. Der Erstplatzierte muss im individuellen Fall nicht die beste Wahl sein. Daher empfiehlt sich ein detaillierter Vergleich der Versicherungsbedingungen. Dabei sind auch die Einzelwertungen in den jeweiligen Vergleichskriterien hilfreich.

Angebot & Leistung

Die verschiedenen Sterbeversicherungen unterscheiden sich teilweise erheblich in ihren Angeboten. So stellen einige Sterbegeldversicherer ihren Kunden eine breitgefächerte Auswahl an verschiedenen Tarifen mit diversen Zusatzpaketen und -optionen zur Verfügung, während bei anderen Sterbegeldversicherungen lediglich die Versicherungssumme der Sterbegeldversicherung variiert werden kann.

Neben dem Umfang des Angebots der Sterbegeldversicherung ist die Höhe der wählbaren Versicherungssumme von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Alle Sterbegeldversicherungen beinhalten in ihrer Leistung einen Versicherungsschutz bis zum Todeseintritt. Bei einem Unfalltod der versicherten Person wird in der Regel das volle Sterbegeld ausgezahlt – unabhängig von der Wartezeit. Einige Versicherungen garantieren in ihren Sterbegeldversicherungen darüber hinaus zusätzliche Leistungen wie etwa eine Testaments- oder Bestattungsberatung.

Abgesehen vom Service- und Beratungsangebot sind die wichtigsten Zusatzleistungen einer Sterbegeldversicherung eine Unfallzusatzversicherung und die Mitversicherung von Kindern. Bei einigen Anbietern sind diese Leistungen automatisch inkludiert. Kinder bis zu einem bestimmten Alter sind mitversichert und bei einem unerwarteten Tod durch Unfall zahlt die Versicherung üblicherweise die doppelte Versicherungssumme aus. Bei anderen Versicherern sind das aber Zusatzleistungen, die der Versicherte gegen einen – meist geringen – Aufpreis in Anspruch nehmen kann.

Darüber hinaus beschäftigen wir uns in der Bewertungskategorie „Angebot und Leistung“ mit folgenden Fragen:

  • Werden Überschüsse ausgezahlt?
  • Ermöglicht die Sterbegeldversicherung die Festlegung auf einen Bestatter?
  • Über welche Zeitspanne sind die Beiträge der Sterbegeldversicherung zu bezahlen?
  • Besteht die Möglichkeit, das im Vertrag festgelegte Sterbegeld zu erhöhen?

Die Beitragshöhe vergleichen wir mit vier Beispielszenarios. Als Versicherungssumme haben wir dabei immer ein Betrag von 5.000 Euro gewählt. Falls sowohl Tarife mit als auch ohne Gesundheitsprüfung zur Auswahl stehen, haben wir die Beiträge für die Tarife ohne Gesundheitsprüfung berechnet.

Alter bei VersicherungsbeginnZahlungsweise
Beitragsbeispiel A30Beiträge bis 65
Beitragsbeispiel B50Beiträge bis 85
Beitragsbeispiel C30Einmalzahlung zu Beginn
Beitragsbeispiel D50Einmalzahlung zu Beginn
Berechnungsbeispiele Sterbegeldversicherungen.

Die erste Erkenntnis daraus ist, dass Sterbegeldversicherungen mit ähnlichen Konditionen oft ganz ähnliche Kosten haben. Die preislichen Unterschiede beispielsweise zwischen der VKH und der Solidar, deren Angebote sich auch sonst sehr ähneln, sind nur gering.

Die zweite Erkenntnis ist, dass sich die Kosten unterschiedlicher Sterbegeldversicherungen nicht einfach so vergleichen lassen. Wer beispielsweise bei der Allianz eine Sterbegeldversicherung abschließt, bezahlt nicht bis zu einem bestimmten Alter, sondern lebenslang.

Die Beiträge der HDH konnten wir nicht auflisten, weil der ansonsten sehr gelungene Beitragsrechner dieser Sterbekasse eine prognostizierte Überschussbeteiligung miteinrechnet. Wird er auf 5.000 Euro eingestellt, gibt er deutlich niedrigere Beiträge an als die Beitragsrechner der Mitbewerber, die nur mit der garantierten Versicherungssumme arbeiten. Wenn ein Versicherer keinen Tarif anbietet, der dem Beitragsbeispiel entspricht, haben wir das im Datenblatt mit einem x gekennzeichnet. Ist ein passender Tarif verfügbar, aber weder Versicherungstabellen noch ein Beitragsrechner zugänglich, steht an dieser Stelle stattdessen „nicht berechenbar“.

Konditionen

Abseits von Angebot und Leistung unterscheiden sich die einzelnen Sterbegeldversicherungen teilweise auch stark in ihren Konditionen.

HDI Beitragsrechner
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Der Beitragsrechner der HDH ist informativ und praktisch, arbeitet aber leider nicht mit der tatsächlichen Versicherungssumme, sondern mit der geschätzten „effektiven Versicherungssumme“.

Dazu gehört beispielsweise die Wartezeit, während welcher nicht das volle Sterbegeld ausgezahlt wird. Bei Sterbegeldversicherungen, die für alle angebotenen Tarife eine Gesundheitsprüfung voraussetzen, entfällt diese beispielsweise komplett.

Bei Versicherungen ohne Gesundheitsprüfung beträgt die Wartezeit zwei bis drei Jahre. In der Regel ist der Unfalltod des Versicherten von der Wartezeit der Sterbegeldversicherung ausgenommen.

Wartezeit bedeutet nicht, dass die Versicherungen gar keine Leistungen erbringen, wenn es innerhalb dieser Zeit zum Versicherungsfall kommt. Sie zahlen den Hinterbliebenen Geld, allerdings nicht die volle Versicherungssumme. Manchmal ist die Wartezeit gestaffelt, so dass in den ersten Monaten gar kein Anspruch auf Versicherungsleistung besteht, am Ende aber beinahe auf das volle Sterbegeld.

Außerdem sehen wir uns an, in welchem Alter die jeweilige Sterbegeldversicherung abgeschlossen werden kann. Auch hier bestehen große Unterschiede zwischen den getesteten Angeboten. So ist das maximale Eintrittsalter bei der VKH mit 70 Jahren sehr niedrig, während es bei der Ergo Direkt auch im Alter von 100 Jahren noch möglich ist, eine Sterbegeldversicherung abzuschließen. Mit dem Mindesteintrittsalter verhält es sich ganz ähnlich, die Spanne erstreckt sich von 14 Jahren bei der Solidar und der VKH bis zu 40 Jahren bei der Allianz.

Zahlungsbedingungen

Unter dem Bewertungspunkt „Zahlungsbedingungen“ prüft die Redaktion unter anderem, welche Zahlungsweisen die verschiedenen Versicherungsunternehmen anbieten und ob sich diese auf die Beitragshöhe der Sterbegeldversicherungen auswirken. So gibt es beispielsweise Anbieter wie die Monuta und die HDH, bei welchen eine jährliche Beitragszahlung im Vergleich zur monatliche Begleichung des Beitrags Geld spart. Andere Anbieter wie die HUK-Coburg oder die Ergo Direkt stellen für ihre Sterbegeldversicherungen dagegen lediglich eine mögliche Zahlungsweise zur Verfügung. Zu den gängigen laufenden Zahlungsweisen gehören

  • die monatliche Betragszahlung,
  • die vierteljährliche Betragszahlung,
  • die halbjährliche Beitragszahlung sowie
  • die jährliche Beitragszahlung.

Zudem bieten viele der getesteten Sterbegeldversicherungen die Zahlung als Einmalbeitrag an. Dabei begleicht der Versicherungsnehmer den Beitrag für die gesamte Versicherungsdauer im Voraus in einer einzigen Zahlung. Darüber hinaus überprüfen wir, ob der Versicherer dem Kunden die Möglichkeit anbietet, die Zahlungsweise nachträglich zu ändern. Bei einigen Sterbegeldversicherungen ist es außerdem unter bestimmten Voraussetzungen möglich, die bestehende Versicherung in eine beitragsfreie Versicherung mit einer verminderten Versicherungssumme umzuwandeln.

Auch hinsichtlich der Beitragszahlungsdauer gibt es große Unterschiede. In der Regel zahlen Versicherte ihre Beiträge bis zum Alter von 65 oder 85 Jahren ein, wobei Ältere oftmals nur die Möglichkeit haben, die Bezahlungsvariante bis 85 zu wählen. Eine unrühmliche Ausnahme stellt die Allianz dar. Deren Sterbegeldversicherung sieht lebenslange Zahlungen vor. Als positiv betrachten wir es, wenn eine Versicherung bei der Beitragszahlungsdauer flexibel ist. Im Idealfall kann der Versicherte eine Zeitspanne frei festlegen und die Versicherung passt die Beitragshöhe entsprechend an.

Hilfe und Support

Der Abschluss einer Sterbegeldversicherung ist für viele Menschen keine einfache Entscheidung. Daher sind eine kompetente Beratung und ein umfangreiches Angebot verschiedener Support-Möglichkeiten besonders wichtig. Unter dem Bewertungskriterium „Hilfe und Support“ überprüfen wir, welche Optionen dem Kunden oder Interessenten zur persönlichen Kontaktaufnahme zur Verfügung stehen, wann der Support der Sterbegeldversicherung erreichbar ist und welche Hilfsmöglichkeiten Kunden auf der Homepage des Versicherungsunternehmens finden. So sollte der Kunde beziehungsweise Interessent sich in jedem Fall per E-Mail oder Telefon an einen Mitarbeiter des Unternehmens wenden können. Im Idealfall ist die Telefon-Hotline der Versicherung kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.

Persönlich vor Ort mit einem Versicherungsmitarbeiter sprechen zu können, ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit. Gerade Sterbekassen verfügen im Regelfall über kein Filialnetz. Hier bliebe höchstens der Gang zu einem Versicherungsmakler, der mehrere Versicherungen im Angebot hat. Größere Versicherungshäuser wie beispielsweise die Allianz verfügen meistens über ein gutes Filialnetz.

Einige Versicherer stellen zudem einen Live Chat sowie die Option, einen persönlichen Berater in der näheren Umgebung zu suchen, zur Verfügung. Besonders bei allgemeinen Fragen kann in vielen Fällen schon ein FAQ-Bereich auf der Internetseite der Versicherung weiterhelfen. Sehr hilfreich ist es außerdem, wenn Kunden auf der Homepage des Versicherungsunternehmens auf eine Sammlung wichtiger Formulare etwa zur Adressänderung oder zur Änderung der Zahlungsweise der Lebensversicherung zugreifen können. Einige Anbieter stellen ihren Kunden außerdem ein Forum bereit, in welchem sie untereinander Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig weiterhelfen können.