SSD-Festplatte

Die 7 besten SSD-Festplatten im Test & Vergleich

Hersteller
SpeicherkapazitÀt
ErhĂ€ltliche GrĂ¶ĂŸen
Formfaktor
Schnittstelle
Lesegeschwindigkeit
Schreibgeschwindigkeit
Cache
Typ Flash-Technologie
Allgemeine Merkmale
Farbe
Maße
Gewicht

SSD-Festplatten-Ratgeber: So wÀhlen Sie das richtige Produkt

Das Wichtigste in KĂŒrze
  • Mit einer SSD-Festplatte profitieren Nutzer von sehr schnellen Lade- und Speicherzeiten.
  • Sie hat im Gegensatz zu mechanischen Magnetfestplatten keine beweglichen Teile und ist damit weniger anfĂ€llig fĂŒr StĂŒrze und StĂ¶ĂŸe.
  • Dank ihrer kompakten GrĂ¶ĂŸe und ihres geringen Gewichts sind SSDs ideal fĂŒr Laptops
  • Noch ist der Preis, den Nutzer pro Gigabyte zahlen mĂŒssen, im Vergleich zu klassischen Festplatten höher. Die Preise sinken aber kontinuierlich.

SSD – was ist das?

FrĂŒher hatten Computer- und Laptop-Kunden keine Wahl bezĂŒglich der Festplattentechnologie. Es gab lediglich eine Art von internem Speichermedium: Die klassische Magnetfestplatte. Inzwischen ist die Technik fortgeschrittener, und Kunden haben die Wahl zwischen zwei verschiedenen Speichermedien: der klassischen Festplatte und der modernen SSD.

Ein Solid-State-Drive beziehungsweise eine Solid-State-Disk (SSD) ist ein moderner, schnell arbeitender Festplattenspeicher fĂŒr elektronische GerĂ€te wie Computer, Laptops oder Tablets. Trotz der Bezeichnung „Drive“ enthalten SSDs im Gegensatz zu herkömmlichen Festplattenlaufwerken keine beweglichen Teile. Streng genommen ist eine SSD deshalb kein Laufwerk. Es handelt sich stattdessen um einen Flash-Speicher, der Ă€hnlich funktioniert wie ein USB-Stick. Es gibt also keinen Schreib-Lese-Kopf, der die genaue Lage der einzelnen Informationen wie bei einer Schallplatte genau ansteuern muss Ähnlich wie Arbeitsspeicher (RAM, Random Access Memory) besteht eine SSD aus Halbleiter-Bausteinen, die ohne Zeitverzögerung angesprochen werden können. Im Gegensatz zum Arbeitsspeicher (RAM) ist ein SSD-Speicher jedoch nichtflĂŒchtig. Das bedeutet, dass die enthaltenen Informationen auch nach dem Ausschalten und der Trennung der Stromversorgung erhalten bleiben.

Eine SSD hat viele VorzĂŒge

Ein Solid-State-Drive weist gegenĂŒber einer klassischen Magnetfestplatte einige Vorteile auf: Sie arbeitet in den allermeisten FĂ€llen schneller, leiser und ist unempfindlicher gegenĂŒber physischen Einwirkungen. Wir zeigen, in welchen Disziplinen eine SSD die Nase vorn hat.

Geschwindigkeit

Geschwindigkeit

Eine SSD schlĂ€gt HDDs in puncto Geschwindigkeit. So ist es sehr sinnvoll, beispielsweise das Betriebssystem auf einem solchen Speicher zu installieren, um die Startzeit des Computers zu beschleunigen. Der grĂ¶ĂŸte Vorteil einer SSD gegenĂŒber einer herkömmlichen Festplatte liegt in den 150- bis 600-fach schnelleren Datei-Auffindungs- und Zugriffszeiten. Bei einer SSD muss kein Schreib- und Lesekopf an den Anfang eines Dateispeicherortes bewegt werden. Die Daten sind in einzelnen Speicherzellen abgelegt, die direkt angesprochen werden können.

Unempfindlichkeit

Unempfindlichkeit

Solid-State-Drives sind unempfindlicher gegenĂŒber StĂ¶ĂŸen und StĂŒrzen als Festplatten, da sie ohne bewegliche Teile auskommen, die Schaden nehmen können. Das ist vor allem ein Vorteil fĂŒr mobile GerĂ€te wie Smartphones, die schnell einmal herunterfallen. Bei Magnetfestplatten kann ein Sturz dagegen zum sogenannten Head-Crash, einer OberflĂ€chenbeschĂ€digung der Magnetplatten fĂŒhren. Die Daten sind oft unwiederbringlich verloren.

Geringerer Stromverbrauch

Geringerer Stromverbrauch

SSDs haben im Vergleich zu klassischen Festplatten einen geringeren Stromverbrauch. Das hat eine positive Auswirkung auf die Akkulaufzeit mobiler GerĂ€te: Diese verrichten ihren Dienst mit einer SSD spĂŒrbar lĂ€nger als mit einer klassischen Festplatte, bevor sie das nĂ€chste Mal an die Steckdose mĂŒssen. Das wirkt in einem geringen Maß auch auf die Stromrechnung aus. Die Stromersparnis ist aber kaum spĂŒrbar.

GerÀuschloses Arbeiten

GerÀuschloses Arbeiten

Durch das Fehlen mechanischer Bauteile kommt es nicht zu GerĂ€uschen, die bei einer mechanischen Festplatte auftreten. Eine Festplatte verursacht GerĂ€usche, sobald der Nutzer versucht, auf Dateien zuzugreifen. Die Magnetscheiben beginnen sich zu drehen und verursachen fĂŒr einen Lese- und Schreibkopf typische Summ- und KlackgerĂ€usche. Eine SSD arbeitet hingegen so gut wie gerĂ€uschfrei. Das ist ein Vorteil, vor allem wenn Nutzer den Computer oder Laptop ĂŒber Nacht in SchlafrĂ€umen betreiben.

Kompakte Bauweise

Kompakte Bauweise

SSDs mit ihren vielen mikroskopisch kleinen Speicherzellen weisen einen deutlich geringeren Formfaktor auf als herkömmliche Festplatten. Damit sie aber auch ohne spezielle Einbaurahmen in Desktop-PCs passen, werden sie im bekannten 2,5- oder 3,5-Zoll-Format produziert. Dementsprechend reichen einfache Schrauben zur Befestigung. Es gibt darĂŒber hinaus Modelle, die entweder direkt oder mittels Adapter ans Mainboard angeschlossen werden (mSATA- beziehungsweise M.2-Modelle).

Verschiedene SSD-Bauformen

SSDs sind in unterschiedlichen Bauformen und mit verschiedenen AnschlĂŒssen erhĂ€ltlich. Im Folgenden stellen wir alle gĂ€ngigen Varianten vor.“

2,5-Zoll- oder SATA-SSD

Bei der 2,5-Zoll-SSD handelt es sich um das Modell, das standardmĂ€ĂŸig in Desktop-PCs zum Einsatz kommt. Zwar verwenden die Hersteller in manchen FĂ€llen auch 3,5-Zoll-Modelle, das 2,5-Zoll-Format ist aber verbreiteter. Moderne Laufwerke tauschen die Daten mit dem restlichen System ĂŒber das entsprechende Übertragungsprotokoll in der 3. Generation. Es ist unter den Bezeichnungen SATA 6 Gb/s und SATA III bekannt und ermöglicht Übertragungen von maximal 600 Megabyte pro Sekunde. Ältere Kabel und SteckplĂ€tze der 2. Generation, bekannt unter den Bezeichnungen SATA 3 Gb/s und SATA II, können die Übertragungsgeschwindigkeiten deutlich verringern (maximal 300 Megabyte pro Sekunde und sind daher nur fĂŒr Ă€ltere Systeme empfehlenswert.

Anschluss per SATA-Daten- und SATA-Stromkabel

Bei dieser Anschlussart handelt es sich die einfachste Möglichkeit, eine alte Magnetfestplatte in einem bestehenden Computersystem zu ersetzen, denn der Strom- und der Datenanschluss unterscheiden sich nicht von den AnschlĂŒssen einer herkömmlichen Festplatte.  Eine 2,5- oder 3,5-Zoll-SATA-SSD wird im GehĂ€use-Einbaurahmen montiert. Der Anwender verbindet sie per SATA-Stromkabel mit dem Netzteil und per SATA-Datenkabel mit dem Mainboard.

Vorteile
  • Vergleichsweise+ gĂŒnstig
  • Anschlusskabel bei Austausch gegen eine SATA-Festplatte bereits vorhanden
  • KompatibilitĂ€t auch zu Ă€lteren Systemen gegeben
  • Limitiert durch die Anzahl der SATA-AnschlĂŒsse auf dem Mainboard können mehrere SSDs zum Einsatz kommen
  • Wahl zwischen vielen Herstellern und Modellen
Nachteile
  • Zu groß fĂŒr den Einsatz in flachen Laptops und Tablets
  • SATA-Schnittstelle begrenzt maximal mögliche DatenĂŒbertragungsrate

mSATA- beziehungsweise miniSATA-SSD

Die mSATA-Schnittstelle, auch miniSATA genannt, dient zur Aufnahme eines SSD-Speichers im Scheckkartenformat. Diese kleinen Speicher kommen in Notebooks oder Tablets zum Einsatz. So weisen die meisten Modelle Abmessungen von lediglich fĂŒnf Zentimetern LĂ€nge, drei Zentimetern Breite und 0,4 Zentimetern Höhe auf. Die Datenrate entspricht dem SATA-III-Standard (maximal 600 Megabyte pro Sekunde), daher gibt es keinen Geschwindigkeitsvorteil gegenĂŒber der 2,5-Zoll-Version. Ältere Computer und Laptops weisen oftmals eine entsprechende Schnittstelle auf und eignen sich dadurch zur NachrĂŒstung. In neueren Modellen wurde sie grĂ¶ĂŸtenteils durch die neuere Schnittstelle M.2 abgelöst.

Vorteile
  • Im Gegensatz zu 2,5-Zoll-SSDs können die mSATA-Modelle auch in sehr kleinen und flachen GerĂ€ten Verwendung finden
  • Einsatz auch in Ă€lteren PCs und Laptops möglich, falls Schnittstelle vorhanden
Nachteile
  • Preis pro Gigabyte etwas höher als bei der 2,5-Zoll-SSD-Variante
  • Unter neuen GerĂ€te-Modellen ist diese Schnittstelle nicht mehr verbreitet
  • In puncto Geschwindigkeit kein Vorteil 

Eine SSD im M.2-Format weist ebenfalls einen sehr kompakten Formfaktor auf. Die allermeisten Modelle entsprechen dem Standard M.2 2280. Die vier Ziffern stehen fĂŒr eine Breite von 22 sowie eine LĂ€nge von 80 Millimetern. Abweichungen in der BaugrĂ¶ĂŸe sind aber möglich. Bei der M.2-Schnittstelle handelt sich um den Nachfolger der SSDs mit SATA- beziehungsweise mSATA-Anschluss. M.2-SSDs sind in vielen neueren, flachen Laptops und Tablets verbaut, und auch moderne Desktops-Mainboards weisen diese Schnittstelle auf. So kann bei der Neuzusammenstellung ein M.2-Laufwerk berĂŒcksichtigt oder aber zu einem spĂ€teren Zeitpunkt nachgerĂŒstet werden.

Ein Nachteil ist der derzeit im Vergleich zu den SATA- und mSATA-Modellen noch deutlich höhere Preis pro Gigabyte. Die ungleich höheren DatenĂŒbertragungsraten spiegeln sich aber positiv im Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis wider. Lohnend sind diese flinken Modelle derzeit vor allem fĂŒr Anwender, die große Datenmengen bewegen, beispielsweise bei der Videobearbeitung oder beim Berechnen von 3D-Modellen. Diese werden die extreme Geschwindigkeit der M.2-Modelle zu schĂ€tzen wissen. FĂŒr den Durchschnittsnutzer, der Office-Dokumente bearbeitet, im Internet surft und den Computer fĂŒr Spiele nutzt, ist eine „normale“ SSD im SATA- oder auch mSATA-Format ausreichend. 

Geschwindigkeitsvorteil durch neue Schnittstelle

Bei M.2-SSDs kann fĂŒr die DatenĂŒbertragung sowohl das veraltete SATA-Protokoll als auch das neue NVMe-Protokoll zur Anwendung kommen. Die erste Variante ist bei M.2-SSDs nicht wirklich sinnvoll, da der Übertragungsweg einen Flaschenhals darstellt und Lese- und Schreibraten ausbremst. Das NVMe-Protokoll nutzt hingegen den PCIe-Standard, der die Übertragung von einem Gigabyte Daten pro Sekunde ermöglicht. In der neuesten Version 3.0 kann der Standard bis zu vier Datenleitungen gleichzeitig einsetzen, um den SSD-Speicher anzusprechen. Rechnerisch sind dann sogar DatenĂŒbertragungen von bis zu vier Gigabyte pro Sekunde möglich. Die reellen Raten liegen leicht darunter. So schaffen neuere SSDs vor allem bei grĂ¶ĂŸeren Dateien bis zu 3,4 Gigabyte pro Sekunde. Bei der Übertragung vieler kleinerer Dateien fĂ€llt die durchschnittliche Geschwindigkeit wieder auf ein Gigabyte pro Sekunde ab.

Vorteile
  • Deutlich schneller als SATA- oder mSATA-Modelle
  • Höhere Übertragungsgeschwindigkeit verspricht gewisse Zukunftssicherheit
  • Kompakte Bauweise ermöglich Einsatz in sehr flachen GerĂ€ten wie Laptops und Tablets
  • Schnittstelle auf modernen Mainboards von Desktop-PCs und Laptops vorhanden
Nachteile
  • Preis pro Gigabyte deutlich höher als bei SATA- oder mSATA-Varianten
  • Die unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten können fĂŒr Verwirrung sorgen

SSHD: Das Hybridlaufwerk

Bei einer SSHD („Solid State Hybrid Drive“) handelt es sich um ein Hybridlaufwerk. Es besteht aus beiden Speichertechnologien: einer magnetischen Festplatte sowie einem SSD-Speicherchip. Der Großteil des zur VerfĂŒgung gestellten Speicherplatzes befindet sich auf dem Festplattenteil. Hier können Nutzer selten benötigte, aber speicherintensive Inhalte wie Videos oder Urlaubsfotos ablegen. Der SSD-Anteil fĂ€llt aus GrĂŒnden der Wirtschaftlichkeit meist kleiner aus. Hier installieren Anwender das Betriebssystem und vielleicht noch ein paar wichtige Programme, die ihre Arbeit hĂ€ufig und schnell verrichten sollen.

Praktisch dabei ist, dass beide Speicherbestandteile ĂŒber denselben Anschluss angesprochen werden. Eine separate Verkabelung ist nicht nötig. Einen Nachteil gibt es aber auch: Sobald ein GerĂ€teteil ausfĂ€llt, mĂŒssen Nutzer die komplette SSHD austauschen.   

Sonderfall: SSD als externer Speicher

Externe Festplatten dienen der Datensicherung oder dem Tausch von Daten zwischen verschiedenen GerĂ€ten. Im Gegensatz zu frĂŒher sind sie nicht mehr schwer und klobig, sondern haben eine kompakte Bauweise und sind vergleichsweise leicht. Das liegt darin begrĂŒndet, dass keine Magnetfestplatten mehr zum Einsatz kommen, sondern inzwischen SSDs verbaut werden. Das ist gleich aus mehreren GrĂŒnden praktisch: Sie sind durch ihr geringes Gewicht deutlich komfortabler zu transportieren und sie sind weniger anfĂ€llig fĂŒr BeschĂ€digung durch StĂ¶ĂŸe und StĂŒrze, die beim Transport leicht auftreten können. Die kleinen mobilen SSDs, die per USB-Kabel mit Computer, Notebook oder Tablet verbunden werden, haben allerdings einen bauartbedingten Nachteil gegenĂŒber internen Speichermedien: die vergleichsweise langsamen DatenĂŒbertragungsraten von USB-AnschlĂŒssen.

Die AnschlĂŒsse stellen einen Flaschenhals dar und verringern den Geschwindigkeitsvorteil des SSD-Speichers deutlich. Kommt eine SATA-SSD auf eine durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit von 352 Megabyte pro Sekunde, kann der noch immer weit verbreitete USB-2.0-Standard maximal 60 Megabyte pro Sekunde ĂŒbertragen. Festplatte und Mainboard des ZielgerĂ€tes mĂŒssten also mindestens den Standard USB 3.0 unterstĂŒtzen, um Geschwindigkeitseinbußen zu verhindern. Es handelt sich immer um maximal erreichbare Werte, nicht um Durchschnittswerte. Die im laufenden Betrieb erreichbaren Übertragungswerte können also darunter liegen.

Name des Standards Übertragungsgeschwindigkeit
SATA-SSD 325 MB/Sekunde
USB 2.0 60 MB/Sekunde
USB 3.0 625 MB/Sekunde
USB 3.1 Gen 2 1.250 MB/Sekunde
USB 3.2 Gen 2 2.500 MB/Sekunde
Bei der Übertragungsgeschwindigkeit der SSD handelt es sich um einen Durchschnittswert. Alle anderen Angaben stellen maximal mögliche Übertragungsgeschwindigkeiten dar.

Welche Kriterien beeinflussen die Kaufentscheidung?

Neben der BaugrĂ¶ĂŸe und der Übertragungsgeschwindigkeit sollten auch Faktoren wie SpeichergrĂ¶ĂŸe und Haltbarkeit beziehungsweise GarantieansprĂŒche in die Kaufentscheidung miteinfließen.

SpeicherkapazitÀt

Eines der wichtigsten Entscheidungskriterien ist der Speicherplatz, der auf der SSD zur VerfĂŒgung steht. Da die Preise pro Gigabyte kontinuierlich fallen, sind kleinere und mittlere Speicherplatz-Varianten inzwischen auch fĂŒr Privatanwender erschwinglich geworden. FĂŒr Einsteiger ist es zunĂ€chst empfehlenswert, das Betriebssystem auf der SSD zu installieren. Sie werden einen deutlichen Geschwindigkeitsunterschied beim Systemstart und auch im Betrieb spĂŒren. FĂŒr einen solchen Einsatzzweck eignen sich SSDs mit einer KapazitĂ€t ab 120 Gigabyte. Anwender, die zusĂ€tzlich hĂ€ufig genutzte Anwendungen auf der SSD installieren möchten, greifen zu einem Modell ab 250 Gigabyte. Gamer, die keine Geschwindigkeitseinbußen hinnehmen möchten und ihre Spiele deshalb auf der SSD installieren, greifen zu Modellen ab 500 GB. Modelle mit einem Terabyte SpeicherplatzkapazitĂ€t sind derzeit ebenfalls noch im einem vertretbaren Preis-Leistungs-Rahmen. FĂŒr Nutzer, die mehr Speicherplatz benötigen, empfiehlt sich aufgrund der vergleichsweise hohen Kosten eher eine klassische Festplatte.

Kleinere Modelle, beispielsweise mit 64 Gigabyte KapazitĂ€t, waren frĂŒher gefragt, da SSDs noch teuer waren. Inzwischen sind aber Modelle mit 120 Gigabyte fĂŒr etwa 30 Euro zu haben. Beim Kauf kleinerer Platten gibt es kaum Sparpotenzial mehr, und Nutzer können neben dem Betriebssystem weitere Daten auf den GerĂ€ten ablegen.

GrĂ¶ĂŸe des Speicherplatzes Geeignet fĂŒr folgende Nutzungen
Ab 120 GB Betriebssystem installieren, einige wichtige Apps installieren
Ab 250 GB Betriebssystem installieren, alle Apps installieren
Ab 500 GB Betriebssystem installieren, alle Apps installieren, auch speicherintensive Gaming-Apps
Verschiedene SSD-SpeichergrĂ¶ĂŸen und geeignete Nutzung

TBW-Wert: Haltbarkeit und Garantie

Der TBW-Wert (“Total Bytes to be written”) ist ein Indikator fĂŒr die Verschleiß-Resistenz, also fĂŒr die Lebensdauer einer SSD bei einer definierten Menge an SchreibvorgĂ€ngen. Die einzelnen Speicherzellen einer SSD nutzen sich ab und können nicht unbegrenzt oft beschrieben werden. Ein elektrischer Effekt sorgt dafĂŒr, dass die Zellen nach einer bestimmten Anzahl an Schreibzyklen keine neuen Daten mehr speichern können. Die Speicherzellen werden aber gleichmĂ€ĂŸig beschrieben, um vorzeitigen Verschleiß einzelner Zellen einzudĂ€mmen. Dennoch ermöglichen die einzelnen Speicherzellen so viele Zyklen, dass sie nur in den seltensten FĂ€llen weniger als vier oder fĂŒnf Jahre durchhalten. Bei vielen Nutzern sind Nutzungsjahre im zweistelligen Bereich möglich.

Nehmen wir folgendes Beispiel: In einem Computer ist eine SSD mit einem TBW-Wert von 80 verbaut. Windows schreibt laut Microsoft im durchschnittlichen Betrieb wĂ€hrend eines Arbeitstages etwa 18 Gigabyte an Daten auf das Speichermedium, die grĂ¶ĂŸtenteils im Betrieb und beim Herunterfahren wieder entfernt werden. AbzĂŒglich der Wochenenden und Urlaubstage ist dieser BĂŒrorechner etwa 250 Tage im Jahr in Betrieb. WĂ€hrend eines Jahres fallen also 4,5 Terabyte an Daten an, die die SSD aufnehmen muss. Theoretisch wĂŒrde die SSD demnach erst nach etwas mehr als siebzehneinhalb Jahren die maximale Anzahl an Schreibzyklen erreichen.

AufschlĂŒsselung der Rechnung

20 GB pro Tag x 250 Arbeitstage = 4.500 GB (4,5 TB) im Jahr.

TBW-Wert von 80 / 4,5 TB = 17,78 Jahre.

Die Menge der Daten, die wĂ€hrend eines Tages auf die SSD geschrieben werden, schwankt Menge je nach Nutzertyp stark. Der TBW-Wert von 80 ist nur ein Beispiel. Einige Modelle weisen einen geringeren TBW-Wert auf, was zulasten der Langlebigkeit geht. Es gibt aber auch Modelle mit einem deutlich höheren TBW-Wert. Ein Test der Computerzeitschrift c’t aus dem Jahr 2016 zeigt aber auch: Die SSDs halten oftmals deutlich lĂ€nger durch, als die Hersteller versprechen.  

SLC, MLC, TLC oder QLC?

Nutzer wĂŒnschen sich viel Speicherplatz zu einem möglichst kleinen Preis. Den erreichen die Hersteller, indem sie Speicherzellen bauen, in denen mehrere Bits gespeichert werden können. Das reduziert die ChipflĂ€che und damit auch die Produktionskosten. Die mittlerweile selten gewordenen Single-Level-Cells (SLCs) speichern genau ein Bit. Multi-Level-Cells (MLCs) weisen eine KapazitĂ€t von zwei Bit auf. Triple-Level-Cells (TLCs) können drei, Quad-Level-Cells (QLCs) sogar vier Bit speichern. So vorteilhaft die Möglichkeit ist, mehr Informationen pro Zelle unterzubringen, es gibt aber auch gravierende Nachteile. Zum einen ist nachteilig, dass die Lese- und Schreibgeschwindigkeit im Vergleich zu SLCs geringer ist. Zum anderen ist es unpraktisch, dass die Zugriffsgeschwindigkeit mit steigender Bitdichte abnimmt.

Nutzer können entweder anhand des Produktnamens oder ĂŒber die Artikelbeschreibung herausfinden, welche Art von Speicherzellen verbaut wurden. Im Privatkundenbereich sind die SLC-Modelle aufgrund des schlechteren Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnisses auf dem RĂŒckzug. Moderne SSDs arbeiten mindestens mit der MLC-Technologie. Der MarktfĂŒhrer Samsung hat mit der EinfĂŒhrung von QLC-Modellen, die sie unter dem Seriennamen QVO verkaufen, mĂ€chtig Druck auf die Konkurrenz ausgeĂŒbt. Zudem fallen die Preise fĂŒr diese Modelle in einem sehr schnellen Tempo, sodass große SpeicherkapazitĂ€ten fĂŒr die breite Masse der Nutzer erschwinglich werden.

SSDs nicht defragmentieren

Mit der Zeit sammeln sich auf Magnetfestplatten Dateien und Dateifragmente an vielen unterschiedlichen Stellen. Das geht zulasten der Leistung, da der Lese- und Schreibkopf der Festplatte zwischen den verschiedenen Dateien und Dateiteilen hin- und herspringen muss. Bei einer klassischen Festplatte sorgt eine Defragmentierung fĂŒr die Lösung des Problems. Die Dateien werden neu und am StĂŒck abgelegt. Das Springen zwischen einzelnen Dateiteilen entfĂ€llt. Die Geschwindigkeit wird erhöht. Doch was klassische Magnetscheiben-Festplatten wieder fit macht, ist fĂŒr SSDs schĂ€dlich. Sie greifen auf alle Speicherzellen gleich schnell zu. Eine Neuanordnung der Dateien wĂ€re nicht nur wirkungslos, durch die Neuanordnung wird auch die Anzahl der verbleienden SchreibvorgĂ€nge der Zellen verringert.

Einbau und Einrichtung

Sowohl der Einbau als auch die Inbetriebnahme einer SSD gehen schnell vonstatten. Anwender sollten aber einige Punkte bei der Installation beachten. Am gÀngigsten ist noch immer die 2,5-Zoll-SATA-SSD. In Àlteren PCs ist in den allermeisten FÀllen eine 3,5-Zoll-Magnetfestplatte verbaut. Mithilfe eines Einbaurahmens, der bei vielen SSD-Modellen mitgeliefert wird, können sie ihre deutlich kleinere SSD anstelle der Festplatte montieren. Alternativ kann die Festplatte im System verbleiben und als Zusatzspeicher dienen. Die SSD montieren sie dann in einem freien Festplatten-Slot oberhalb oder unterhalb der alten Platte. Das neue Flash-Laufwerk sollte aber in jedem Fall das Betriebssystem beherbergen. Ansonsten geht der Geschwindigkeitsvorteil beim Start und wÀhrend des Arbeitens verloren.

 Angeschlossen werden 2,5-Zoll- SATA-Laufwerke ĂŒber zwei Kabel mit einem L-förmigen Anschluss: einer fĂŒr Strom, der mit dem Netzteil verbunden ist, und ein Datenkabel, das mit dem Mainboard kommuniziert. Die mSATA- und M.2-SSDs kommen hingegen ohne Kabel aus. Sofern der Mainboard ĂŒber die entsprechende Schnittstelle verfĂŒgt, verbinden Anwender diese SSD-Speicher direkt mit dem Mainboard. Interessierte Leser können sich den Einbau der verschiedenen Modelle in folgendem Video ansehen.

Neuinstallation eines Windows-Betriebssystems

War bei alten Festplatten ein Geschwindigkeitsvorteil zu erwarten, wenn das Betriebssystem in einem separaten Bereich zusammenhĂ€ngend vorlag, bringt dieser Trick bei SSDs so gut wie keinen Vorteil. Das Betriebssystem können Sie also auf der gleichen Partition installieren, auf der Sie auch Anwendungen und Dateien speichern. Auf Wunsch teilen Sie das Flash-Laufwerk in mehrere Partitionen auf und reservieren somit einen ausreichend großen Bereich (rund 50 Gigabyte) nur fĂŒr das Microsoft-Betriebssystem. Auf der anderen Partition legen Sie Anwendungen und Daten wie Fotos ab.

SSD als zusÀtzliches Laufwerk anmelden

Sofern Sie eine SSD als zusĂ€tzliches Laufwerk neben der Systemplatte in einen Computer einbauen, wird dieses zwar erkannt, ist aber dennoch nicht sofort einsatzbereit. Unter Windows mĂŒssen sie dafĂŒr die DatentrĂ€gerverwaltung aufrufen. Alternativ können sie „diskmgmt.msc“ in die Eingabeaufforderung der Startleiste eingeben. Die neu hinzugefĂŒgte SSD erkennen Sie in einer Liste am fehlenden Laufwerksbuchstaben. Ein Rechtsklick öffnet ein KontextmenĂŒ, indem Sie ein „neues einfaches Volume“ erstellen können. Windows schlĂ€gt die maximale KapazitĂ€t als Partition vor. Der Durchschnittsnutzer akzeptiert den Vorschlag. Möchten Sie mehrere Partitionen anlegen, mĂŒssen Sie die GrĂ¶ĂŸenangabe entsprechend Ă€ndern.

RAID-Verbund mit SSDs nicht empfehlenswert

Ein RAID ist ein System zur Organisation mehrerer physischer Massenspeicher, beispielsweise SSD oder Festplattenlaufwerke zu einem logischen Laufwerk. Ergebnis ist entweder eine höherer Ausfallgeschwindigkeit oder ein grĂ¶ĂŸerer Datendurchsatz.

Ein RAID-Verbund kann bei klassischen Magnetfestplatten in Desktop-Computern oder NAS-Servern folgende Vorteile bieten: Datensicherheit durch Redundanz und ein Geschwindigkeitsvorteil durch einen Verbund mehrerer Festplatten. Bei Nutzung von SSDs ist ein RAID nicht empfehlenswert. Dieser funktioniert nur dann, wenn Schreib- und Lesezugriffe auf allen Speichern im Verbund gleichzeitig erfolgen. Die Wartezeit richtet sich dabei immer nach der langsamsten Platte im Verbund. Der Geschwindigkeitsvorteil, den SSDs mitbringen, kann hierdurch verloren gehen. Die Arbeitsgeschwindigkeit verlangsamt sich zudem insgesamt, da im Verbund der sogenannte Trim-Befehl nicht ausgefĂŒhrt werden kann, der dem Laufwerk normalerweise mitteilt, welche Blöcke im Flash-Speicher ungĂŒltig oder unbelegt sind und daher ĂŒberschrieben werden dĂŒrfen. Von einem SSD-RAID ist aus diesen GrĂŒnden vor allem Privatanwendern abzuraten.

WeiterfĂŒhrende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen reinen SSD-Vergleich. Wir haben die vorgestellten Produkte keinem Test unterzogen.

Die Computerzeitschrift PC Games Hardware testet regelmĂ€ĂŸig verschiedene SSD-Modelle. Das letzte Update der Testreihe stammt aus dem Juli 2019. Im Vergleichstest wird noch einmal erwĂ€hnt, dass die Anschaffung einer kleinen 64-Gigabyte-SSD keinen Sinn mehr ergibt, da gute Modelle mit 256 Gigabyte bereits fĂŒr 35 Euro zu haben sind. Modelle mit zweistelligen Gigabytewerten werden laut Test von vielen Herstellern gar nicht mehr produziert. Die fĂŒnf bestbewerteten SSDs im Test mit einer SpeicherkapazitĂ€t zwischen 240 und 275 Gigabyte sind folgende Modelle:

  • Samsung SSD 860 Pro (256 GB)
  • Samsung SSD 860 Evo (250 GB)
  • Crucial MX500 (240 GB)
  • Kingston SSDNow UV500 (240 GB)
  • Patriot Burst (240 GB)

Bei den M.2-SSD-Modellen, die nach wie vor pro Gigabyte deutlich teurer sind als die 2,5-Zoll-Varianten, ĂŒberzeugte die Tester vor allem das Modell SSD 970 Pro von Samsung.

Auch die Zeitschrift Computer BILD hat einen SSD-Test durchgefĂŒhrt, und zwar im MĂ€rz 2019. Dieser Test beschrĂ€nkt sich auf die beliebten und gĂŒnstigen Modelle im 2,5-Zoll-Format. Getestet wurden 20 Modelle mit einem Speicherplatzangebot zwischen 500 und 1.000 Gigabyte. Namentlich im Test benannt wird die Samsung 860 Evo 1 TB, die Videos und Fotos mit einer Geschwindigkeit von 338 Megabyte pro Sekunde kopiert. Herkömmliche Festplatten schaffen nur einen Bruchteil dessen. Mehr als doppelt so schnell können die SSDs werden, wenn sie ĂŒber die M.2-Schnittstelle eingebunden werden und den PCI-Express-Standard nutzen.

Die Computerzeitschrift c’t aus dem Heise-Verlag hat im Januar 2017 die Ergebnisse eines SSD-Langzeit-Tests veröffentlicht. DafĂŒr wurden 12 SSDs im Dauereinsatz neu beschrieben, um ihre Langlebigkeit zu untersuchen. Das Magazin nennt die Testergebnisse ĂŒberraschend. Die Platten im Test halten lĂ€nger durch, als die TBW-Werte der Hersteller es versprechen.  

Ähnliche Ergebnisse bringt ein Langzeit-Test der Zeitschrift Computer Base aus dem Juni 2017. Die Redakteure testeten die Aussagekraft des TBW-Wertes, indem sie die SSD knapp ein Jahr fortdauernd neu mit Daten beschrieben. Erstaunliches Ergebnis des Tests: Der Testsieger, die Samsung 850 Pro, stellte ihren Dienst erst nach unglaublichen 9,1 Petabyte, also 9.100 Terabyte ein. Vom Hersteller angegeben waren vorsichtige 150 Gigabyte TBW. Im Test hat das Modell die Herstellerangeben also um mehr als das 60-Fache ĂŒbertroffen.