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Motorsportversicherungen

Die besten Motorsport-Unfallversicherungen im Test

Kai Sulkowski
Platz Produkt Bewertung
1 Race Car Cover 4,19
2 Racing Policy 3,94
3 Sportvers.de 3,69
4 ADAC Motorsportversicherung 3,63

Prämien und Leistungen

Vertragskonditionen

Website und Antrag

Beratung, Hilfe und Support

Versicherungen für den Rennsport

    Das Wichtigste in Kürze
  • Herkömmliche private Unfallversicherungen decken Rennsportunfälle nicht ab.
  • Von Fahrer über Fahrzeug bis zu Veranstalter, Verein und Streckenbetreiber bietet das Spektrum von Motorsportversicherungen für jeden Aspekt die passende Versicherung.
  • Die Basisleistungen einer Motorsport-Unfallversicherung umfassen Invaliditätsleistung und Leistung im Todesfall. Die Zusatzleistungen bei kosmetischen Operation und Bergungskosten schließen aber alle Anbieter mit ein.
  • Ein breites Spektrum an Zusatzleistungen ist möglich. Vorrangig sollte der Versicherungsnehmer aber auf faire Vertragsbedingungen ohne Ausschlussklauseln achten.

Unsere Testsieger

Im Test der besten Motorsport-Unfallversicherungen haben wir vier Versicherungsprodukte verschiedener Anbieter hinsichtlich der Kriterien Prämien und Leistungen, Vertragskonditionen, Website und Antragsstellung sowie Beratung, Hilfe und Support auf den Prüfstand gestellt.

Vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Versicherungsprodukte auf verschiedenen Prämien- und Leistungsmodellen basieren, ist die Frage, welche Versicherung die insgesamt besten Konditionen aufweist, nicht ohne weiteres zu beantworten. Je nach persönlicher Präferenz und individuellen Anforderungen eines jeden Motorsportlers passen auch unterschiedliche Prämien- und Leistungsmodelle besser oder weniger gut. Einfach und übersichtlich mögen Paketangebote sein, doch bieten sie nicht die Flexibilität, die ein Baukastenprinzip oder gar eine freie Definition von Leistung und Prämie erlauben.

Absolut objektiv vergleichbar sind hingegen die Vertragsbedingungen. Diese sollte jeder Versicherungsnehmer vor Abschluss einer Motorsport-Unfallversicherung eingehend studieren und vergleichen. Eine Leistung nach Gliedertaxe oder bereits ab einem Invaliditätsgrad ab einem Prozent sollten Mindeststandard sein. Die genauen Konditionen zur Progression sind ebenfalls elementar wichtig.

Insgesamt setzt sich in unserem Test die Race Car Cover der Jodexnis GmbH & Clickvers.de gegen die Konkurrenz durch. Man merkt dem Produkt die fachliche Expertise der Anbieter an. Die Versicherungsbedingungen überzeugen durch Klarheit und Transparenz. Die Website lässt kaum Wünsche offen, die Antragsstellung ist äußerst bequem. Das Baukastenprinzip bildet einen guten Mittelweg zwischen individueller Anpassbarkeit und klarem Prämien-Leistungsmodell.

Den zweiten Rang sichert sich die Racing Policy der Jühe & Jühe GmbH Unfallversicherung. Scheint das Paketprinzip des Anbieters zunächst sehr starr und eingeschränkt, überzeugt das Prämien- und Leistungsmodell doch mit einigen Zusatzleistungen, guten Konditionen und der Möglichkeit individueller Anpassung auf Anfrage. Die Vertragskonditionen sind hervorragend und auch der Service weiß zu überzeugen. Nachbesserungsbedarf besteht vorrangig hinsichtlich der Bereitstellung von Informationsmaterial auf der Website.

Spitzenreiter im Bereich Prämien und Leistung ist die sportvers.de Unfallversicherung, die nicht nur durch freie Definierbarkeit von Leistungen glänzt, sondern auch durch zahlreiche Zusatzleistungen. Wegen einiger Schwächen in den Vertragsbedingungen und Geizes mit Informationen auf der Homepage reicht es jedoch im Gesamtranking nur zu Platz 3.

1. Faszination Motorsport

Was ist Motorsport?

Der Begriff Motorsport umfasst all jene Sportarten, die sich motorgetriebener Fahrzeuge bedienen, und als Ziel haben, dass diese von ihrem Fahrer möglichst schnell oder geschickt bewegt werden. Das Spektrum verschiedener Sportarten ist dabei äußerst breit gefächert. Als Motorsportarten bezeichnet man beispielsweise:

  • Automobilsport (unter anderem Formelsport, Kartsport, Sportwagenrennen, Tourenwagenrennen, Bergrennen, Rallye, Rallye-Cross, Autocross, Sportwagenrennen, Stockcar, Eisrennen, historischer Automobilsport, Autocross, Eisrennen, Automobil-Slalom, Beschleunigungsrennen, Driftsport)
  • Motorbootsport (Rundstreckenrennen, Offshore-Rennen, Jetski Aqua-Cross)
  • Motorradsport (unter anderem Langstreckenrennen, Straßenrennen, Motocross, Endurosport, Trial, Hillclimbing, Rallye-Raid, Langbahnenrennen, Speedway, Dirttrack, Eisspeedway, Bergrennen, Freestyle Motocross, Motoball, Supermoto, Supermono, Beschleunigungsrennen, Gymkhana, Slalom-Motorradbiathlon, Sidecarcross)
  • Tractorpulling
  • Lastwagen (Truck-Racing, Truck-Trial)
  • Luftrennen mit Flugzeugen
  • Schneemobilrennen
Auch Jet Ski-Fahren ist ein Motorsport.

Der Motorsport entstand um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert vor allem aus dem Drang nach technischem Fortschritt, verbunden mit Abenteuer- und Entdeckungslust. Die erste organisierte Rennveranstaltung war das 1894 ausgetragene Wettrennen von Paris nach Rouen. Daneben gab es bereits erste private Wettstreite unter KFZ-Besitzern.

Auch heute machen private Wettrennen in Form illegaler Straßenrennen Schlagzeilen. Diese werden aber nicht zum Motorsport gerechnet, da sie elementare Sportstandards wie die Nichtgefährdung Unbeteiligter und Fairness missachten.

Wie beliebt ist Motorsport?

Millionen Zuschauer rund um den Globus verfolgen heute die internationalen Motorsportveranstaltungen der Formel 1 und des Motorrad-Grand-Prix gebannt vor den Fernsehbildschirmen. Allein in Deutschland zieht die Formel 1 regelmäßig über fünf Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Natürlich stellen derartige Motorsportveranstaltungen inzwischen längst einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.

Daneben gibt es jedoch immer mehr Motorsportarten, beispielsweise den Kartsport, die Rallye Deutschland oder Motocross, die dem Breitensport zuzuordnen sind. Dementsprechend ist es kaum verwunderlich, dass immer mehr Motorsport-Begeisterte selbst den Schritt wagen, eine der Motorsportarten aktiv auszuüben. Je nach persönlichen Vorlieben des Einzelnen findet ein Interessent das geeignete Gefährt samt einer Fülle zugehöriger Disziplinen. Ob Geschicklichkeitstest oder Adrenalinschub durch den schieren Geschwindigkeitsrausch – das Spektrum des Motorsports hält für fast jeden Sportbegeisterten von jung bis alt Möglichkeiten bereit. Wer selbst Rennfahrer werden möchte, findet einige nützliche Tipps in unserem Ratgeber.

Formel1 Rennwagen
Die Welt des Motorsports reicht weit über die allseits bekannte Formel 1 hinaus.

Nach Aussage des DMSB wurden im letzten Jahr rund 32.000 Lizenzen ausgestellt. Demnach gibt es aktuell zirka 17.500 aktive Automobilsportler, 11.500 Motorradsportler und 3.000 Sportwarte in Deutschland.

2. Wozu eine Motorsportversicherung?

Worüber sich jeder aktive Motorsportler – ganz gleich, ob Profi- oder Hobbysportler – immer im Klaren sein sollte: Beim Motorsport handelt es sich um eine Gefahrensportart. Wer bei Höchstgeschwindigkeiten einen Unfall erleidet, ist enormen Kräften ausgesetzt. Dies kann zu schweren und langanhaltenden Verletzungen bis hin zum Tod führen. Um sich angesichts dieser Risiken bestmöglich abzusichern, ist eine gute Motorsportversicherung absolut unverzichtbar.

Was ist eine Motorsportversicherung?

Motocross Unfall
Motorsportunfälle verlaufen oft weniger glimpflich.

Einige Versicherungsanbieter haben sich auf Branchenlösungen spezialisiert und somit existieren auch spezifische Versicherungsmodelle unter dem Überbegriff der Motorsportversicherungen. Diese umfassen Versicherungsprodukte für alle erdenklichen Aspekte, die mit dem Rennsport in Verbindung stehen. Die Tabelle zeigt Versicherungsmodelle für rennsportrelevante Personen, Gruppen und Gegenstände:

VersicherungsgegenstandVersicherungsarten
VeranstalterHaftpflichtversicherung, Rechtsschutzversicherung, Transportversicherung
FahrzeugRennkaskoversicherung, Transportversicherung, Fahrzeugversicherung, Diebstahlversicherung
RennfahrerUnfallversicherung, Tagesunfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Rücktritt-Versicherung, Auslandsreise-Krankenversicherung
StreckenbetreiberRennstreckenhaftpflichtversicherung, Individuallösungen
MotorsportvereineVereinshaftpflichtversicherung, Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung, Rechtsschutzversicherung, Gruppenunfallversicherung, KFZ-Haftpflichtversicherungen
Die Tabelle zeigt das gesamte Spektrum an Motorsportversicherungen auf, die die verschiedenen Versicherer anbieten.

Motorsportversicherungen decken also nicht nur Risiken des Fahrers ab, auch Veranstalter von Motorsportevents benötigen spezielle Versicherungsprodukte, wie etwa eine Veranstalter-Haftpflichtversicherung, sich vor erheblichen finanziellen Schäden zu bewahren. Schäden am Rennfahrzeug, die während eines Rennens entstehen, deckt die Rennkasko ab, Schäden beim Transport eine spezielle Transportversicherung. Wertvolle Rennfahrzeuge sollten darüber hinaus mit einer Diebstahlversicherung abgesichert werden.

In unserem Test der besten Motorsport-Unfallversicherungen decken wir also nur einen kleinen Bruchteil des Gesamtspektrums an Motorsportversicherungen ab.

Bei einer Rennveranstaltung müssen sich nicht nur die Fahrer, sondern auch die Veranstalter versichern.

Gleichwohl ist die Motorsport-Unfallversicherung zweifellos die wichtigste dieser Versicherungen, da es um die Absicherung von gesundheitlichen Schäden des Fahrers geht. Da Motorsportunfälle oft dazu führen, dass der Sportler erwerbsunfähig oder in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wird, ist eine zusätzliche Motorsport-Erwerbsunfähigkeitsversicherung ebenfalls sehr empfehlenswert.

Deckt die private Unfallversicherung Motorsportunfälle ab?

Selbst wer über eine private Unfallversicherung verfügt, sollte sich keinesfalls auf der sicheren Seite wähnen. Diese deckt zwar in der Regel Unfälle ab, die bei der Ausübung „normaler“ und sogar von Extremsportarten geschehen können, was beispielsweise sogar Tandem-Gleitschirmsprünge oder auch Downhill-Biken umfasst. Ausgenommen vom Versicherungsschutz sind jedoch Sportarten, die eine Fluglizenz erfordern und pauschal jegliche Form von Rennen mit Motorfahrzeugen. Selbst Kartfahren gilt als motorisierter Rennsport und wird damit nicht von der privaten Unfallversicherung abgedeckt. Der Grund für diesen Ausschluss liegt darin, dass sich der Motorsportler wissentlich einem hohen Risiko bei hoher Geschwindigkeit aussetzt.

Mann fährt Kart
Auch Kartfahrer müssen sich mit dem Thema Motorsportversicherung auseinandersetzen!
Im Wortlaut heißt es in den Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen (AUB), Ziffer 5.1.5:

„Unfälle, die der versicherten Person dadurch zustoßen, dass sie sich als Fahrer, Beifahrer oder Insasse eines Motorfahrzeuges an Fahrtveranstaltungen einschließlich der dazugehörigen Übungsfahrten beteiligt, bei denen es auf die Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten ankommt, sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.“

Damit ist klar: In jedem Fall ist eine bestehende Unfallversicherung im Falle eines Motorsport-Unfalls wertlos. Der Versicherer wird sich immer auf diesen Punkt berufen und die Leistung verweigern.

Wer eine Motorsportart betreiben möchte, muss also eine Zusatzversicherung abschließen.

Reicht die Sportunfall-Grundversicherung in der Rennlizenz aus?

Alle deutschen Motorsportler, die in Deutschland oder im Ausland an offiziellen Rennveranstaltungen und -wettkämpfen teilnehmen möchten, müssen zuvor eine offizielle Motorsportlizenz des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund e.V.) beantragen. Mit dem Kauf einer nationalen oder internationalen DMSB-Lizenz schließt der Lizenznehmer immer auch automatisch eine Sportunfall-Grundversicherung ab. Deren Versicherungsleistungen umfassen:

LeistungBetrag
Leistung bei Vollinvalidität64.000 Euro
Versicherungssumme Invalidität (Progression 200 Prozent)32.000 Euro
Leistung bei Unfall-Tod16.000 Euro
Heilkosten (subsidiär)10.000 Euro
Krankenrückführungskosten (subsidiär)4.000 Euro
Rückführungskosten im Todesfall2.500 Euro
Kosmetische Operationen15.000 Euro
Unfall-Serviceleistungen (Bergungskosten)15.000 Euro
Kurkostenbeihilfe10.000 Euro
Sofortleistung bei schweren Verletzungen1.600 Euro
Übersicht über Leistungsportfolio und -höhe der Sportunfall-Grundversicherung.

Im Ernstfall erscheint dieser Umfang sehr beschränkt, da er nicht annähernd die real entstehenden Kosten in ihrer Vollständigkeit abdecken könnte. Zudem greift diese Versicherung nur für Unfälle im Rahmen nationaler Rennen. Daher empfiehlt sogar der DMSB selbst den Abschluss einer Zusatzversicherung.

3. Versicherungsschutz und Versicherungsleistung

Aktive Motorsportler sind grundsätzlich mehr Gefahren ausgesetzt als Normalbürger oder andere Sportler. Motorsportversicherungen decken daher auch höhere Risiken ab. Ein Rennfahrer sollte demnach zumindest über eine Motorsport-Unfallversicherung verfügen. Die Anbieter dieser Versicherungen bieten dem Versicherungsnehmer meist die Wahl zwischen einer Versicherung, deren Leistung sich auf Trainingszeiten und Veranstaltungen beschränkt, und einer Versicherung, die 24 Stunden Deckung bietet und auch das Unfallrisiko im Alltag abdeckt. Sollte der Ernstfall eintreten und der Fahrer einen schweren Unfall erleiden, ist zunächst die Höhe der Invaliditätsleistung der vorrangig wichtige Faktor, um den Lebensstandard aufrechterhalten zu können.

Ein guter Versicherungsschutz muss nicht sehr teuer sein. Daher lohnt ein Vergleich der Versicherungsprodukte verschiedener Anbieter und auch verschiedener Tarifmodelle eines Anbieters, abhängig von den persönlichen Bedürfnissen des Versicherungsnehmers.

Wer ist versichert?

Eine Motorsport-Unfallversicherung richtet sich in der Regel an Motorsportler jedweder Spezialisierung. Versichert werden können alle Rennsportler, die entsprechend dem FIA- und DMSB- Reglement mit dem jeweiligen Sport entsprechender Sicherheitsausrüstung ausgestattet an den Start eines Wettkampfes oder Qualifyings gehen oder trainieren. Natürlich benötigt ein Profisportler einen umfangreicheren und umfassenderen Versicherungsschutz als ein Hobbyrennfahrer, was sich natürlich auch in höheren Prämien spiegelt. Einige Versicherer, wie etwa sportvers.de, unterscheiden demnach auch zwischen Motorsportunfallversicherungen für Profis und solchen für Hobbyrennsportler.

Quad fahren
Quadsportler müssen ebenso wie Motorradsportler bei einigen Anbietern für die Prämienzahlung tiefer in die Tasche greifen als Automobilsportler.

Gewöhnlicherweise werden Rennfahrer, die weniger als 50 Prozent des Gesamteinkommens mit dem Motorsport erzielen, als Hobbyrennfahrer eingestuft, doch legen verschiedene Versicherer diese Regelung unterschiedlich aus. Interessenten sollten sich zuvor also eingehend über die jeweils geltenden Bestimmungen informieren.

Manche Anbieter, etwa Jodexnis & Clickvers und die Racing Policy der Jühe & Jühe GmbH, unterscheiden zwischen Motorrad- respektive Quadsport einerseits und Automobil- respektive Kartsport andererseits. Diese Unterscheidung bezieht sich vor allem auf die Prämien, welche beim Motorrad- und Quadsport aufgrund des statistisch höheren Risikos höher ausfallen.

Was ist versichert?

Die Kernleistung einer Motorsport-Unfallversicherung zielt auf eine finanzielle Absicherung im Fall einer andauernden Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit ab. Dies muss jedoch im Falle einer reinen Motorsport-Unfallversicherung bei einer lizensierten motorsportlichen Aktivität, sprich einem Wettkampf, Qualifying oder Training beim Tragen einer entsprechenden vorgesehenen Schutzkleidung entstanden sein. Einige Anbieter, wie in unserem Test der ADAC mit seinem Unfallschutz Motorsport, bieten die Möglichkeit, neben den motorsportlichen Aktivitäten auch die herkömmlichen Leistungen einer privaten Unfallversicherung für den Alltag rund um die Uhr und weltweit mit einzuschließen. Diese finanzielle Absicherung erfolgt in der Praxis durch eine einmalige Kapitalauszahlung.

Motorradfahrer Schutzausrüstung
Das tragen adäquater Schutzkleidung ist Grundvoraussetzung, damit eine Versicherung greift.

Motorsport-Unfallversicherungen werden in der Regel mit folgenden Zusatzleistungen angeboten:

  • Progression bei höheren Invaliditätsgraden
  • Leistung bei Unfalltod
  • Krankenhaustagesgeld
  • Übergangsleistung
  • Beihilfe zu kosmetischen Operationen
  • Beihilfe zu Bergungskosten
  • Kurkostenbeihilfe
  • Sofortleistung bei schweren Verletzungen

Durch Progressionsvereinbarungen bis zu 350 Prozent kann die Invaliditätsleistung bei höheren Graden überproportional ansteigen. Den Finanzbedarf vom Unfallzeitpunkt bis zur Fälligkeit der Leistung nach ärztlicher Bescheinigung überbrücken die Versicherer entweder allein durch ein Krankenhaustagesgeld, eine Sofortleistung oder durch eine zusätzliche Übergangsleistung. Diese ist ein fester Kapitalbetrag, der bei schweren Verletzungen fällig wird, durch die der Versicherte in seiner Leistungsfähigkeit über einen bestimmten Zeitraum erheblich beeinträchtigt ist.

Des Weiteren bieten die Versicherer in der Regel einen Ausgleich für kosmetische Operationen, beispielsweise zur Behebung von Entstellungen nach einem Unfall. Auch Bergungskosten sind regelhaft bis zu einem gewissen Betrag in der Versicherungsleistung inkludiert.

Das Rennfahrzeug erfährt durch eine Motorsport-Unfallversicherung selbstverständlich keinen Versicherungsschutz und muss mit einer zusätzlichen Rennkasko-Versicherung abgedeckt werden.

Unter welchen Umständen greift die Versicherung?

Im Einzelfall sollte der Versicherungsnehmer vor Abschluss einer Motorsport-Unfallversicherung immer prüfen, ab welchem Invaliditätsgrad die Versicherungsleistung in welchem Maße und mit welcher Progression greift. Diese Konditionen variieren von Versicherer zu Versicherer. Häufig für den Motorsportbereich angebotene Tagesunfallversicherungen bieten hier beispielsweise eine Invaliditätsleistung erst ab einem Grad von 25 Prozent. Gewöhnliche Motorsport-Unfallversicherungen greifen in der Regel früher, im Falle der Racing Policy der Jühe & Jühe GmbH beispielswese bereits ab einem Grad von einem Prozent.

Motocrossfhrar beim Sprung
Mit einem entsprechenden Unfallschutz lässt sich das Rennerlebnis entspannt genießen.

Zur Beurteilung des Invaliditätsgrades dient die sogenannte Gliedertaxe. Diese berechnet den Grad bei Verlust oder völliger Funktionsunfähigkeit:

  • eines Armes im Schultergelenk 70 Prozent
  • eines Armes bis oberhalb des Ellenbogengelenks 65 Prozent
  • eines Armes bis unterhalb des Ellenbogengelenks 60 Prozent
  • einer Hand im Handgelenk 55 Prozent
  • eines Daumens 20 Prozent
  • eines Zeigefingers 10 Prozent
  • eines anderen Fingers 5 Prozent
  • eines Beines über der Mitte des Oberschenkels 70 Prozent
  • eines Beines bis zur Mitte des Oberschenkels 60 Prozent
  • eines Beines bis unterhalb des Knies 50 Prozent
  • eines Beines bis zur Mitte des Unterschenkels 45 Prozent
  • eines Fußes im Fußgelenk 40 Prozent
  • einer großen Zehe 5 Prozent
  • einer anderen Zehe 2 Prozent
  • eines Auges 50 Prozent
  • des Gehörs auf einem Ohr 30 Prozent
  • des Geruchs 10 Prozent
  • des Geschmacks 5 Prozent

Ist die Funktionsfähigkeit eines Körperteils nur teilweise eingeschränkt, ermittelt ein Arzt den entsprechenden Anteil des Prozentsatzes. Sind mehrere Körperteile durch den Unfallschaden beeinträchtigt, addieren sich die Prozentsätze. Die Versicherung leistet entsprechend diesem Prozentsatz. Verliert ein Motorsportler beispielsweise eine Hand in Folge eines Unfalles, erhält er bei einer Invaliditätsleistung der Versicherung von 100.000 Euro eine Auszahlung von 55.000 Euro.

Ist eine Progression gegeben, kann die Versicherungsleistung bei Vollinvalidität die Invaliditätsleistung übersteigen. Ab welchem Grad diese Progression greift, regelt jeder Versicherer individuell. Bei einer Progression von 250 Prozent und einer Invaliditätsleistung von 100.000 Euro erhält ein Versicherungsnehmer bei voller Arbeitsunfähigkeit beispielsweise eine Auszahlung von 250.000 Euro.

Was ist eine Progression?

Eine Progressionsklausel bewirkt eine Steigerung der Versicherungssumme bei einer vereinbarten Invaliditätsleistung. Somit ist der Versicherungsnehmer bei höheren Invaliditätsgraden finanziell bessergestellt. Üblicherweise setzt die Progression ab einem Grad von 25 Prozent ein und steigert sich nach vereinbartem Progressionsgrad.

4. So testen wir

Für unseren Test der besten Motorsport-Unfallversicherungen bewerten wir die Versicherungen anhand von vier ausgewählten Kriterien. Die nachfolgenden Absätze erklären, auf welche Aspekte diese Bewertungskriterien im Einzelnen eingehen. Im Test kann eine Versicherung in jedem Kriterium zwischen 0.00 und 5.00 Punkten erreichen. Aus dem Durchschnitt aller Punkte ergibt sich eine Gesamtnote, nach der wir die vier Versicherungen platzieren. Alle Einzelnoten fließen also zu gleichen Teilen in die Gesamtwertung ein.

Prämien und Leistungen

Hinsichtlich des Prämien- und Leistungsmodells zeigen die Versicherer sehr unterschiedliche Ansätze. Fest vordefinierte Prämien- und Leistungspakete bieten die Motorsportversicherung des ADAC und die Racing Policy der Jühe & Jühe GmbH. Diese Variante besticht einerseits durch ihre Übersichtlichkeit und klaren Rahmenbedingungen, bietet jedoch kaum Spielraum zur individuellen Anpassung des Versicherungsschutzes auf individuelle Bedürfnisse. Eine gute Lösung bietet hier die Race Car Cover der Jodexnis & Clickvers mit einem Baukastenprinzip, bei dem Leistungen zu Erwerbsunfähigkeit und Todesfall getrennt nach Automobil- und Motorradsport individuell zusammengestellt werden können. sportvers.de bietet diesbezüglich maximale Flexibilität der getesteten Mototrsportversicherungen durch eine völlig frei vom Versicherungsnehmer definierbare Versicherungssumme, anhand der sich die Prämie mittels einer Formel errechnen lässt.

Eine Prämiendifferenzierung zwischen Automobilsport und Motorradsport findet sich in der Race Car Cover und in der Racing Policy. Dies kommt den Automobilsportlern zugute, da sie niedrigere Prämien zu erwarten haben, Motorradsportler zahlen hingegen mehr. Der ADAC und sportvers.de differenzieren hier nicht.

Drei der vier Versicherer bieten eine Progression auf die Versicherungssumme, die sich in einem Bereich von 200 bis 350 Prozent bewegt. Eine Progression ist natürlich ein sehr positiv zu bewertendes Element, da eine erhöhte Ausschüttung zu erwarten ist.

Hinsichtlich der inkludierten Zusatzleistungen gilt natürlich generell: je mehr, desto besser. Das Spektrum der möglichen Sonderleistungen umfasst die Übernahme von Kosten kosmetischer Operationen, von Bergungskosten, eine Unfall-Hilfeleistung, ein Krankenhaustagesgeld, Übergangs- und Sofortleistungen, Kurbeihilfe und psychologische Hilfsangebote.

Positiv bewerten wir, wenn die Versicherung eine Möglichkeit zur individuellen Vertragsgestaltung und -anpassung von Leistungsmodellen anbietet. Ebenso gibt es Pluspunkte, wenn es zur Unfallversicherung Zusatzangebote wie eine Tagesunfallversicherung oder eine Unfallrente gibt.

Vertragskonditionen

Hinsichtlich der genauen Vertragskonditionen werfen wir einen ausführlichen Blick in das Kleingedruckte der jeweiligen Versicherungsbedingungen der Motorsportversicherungen. Wie übersichtlich und verständlich sind die Konditionen der Motorsportversicherungen erläutert? Gibt es viele Ausschlusskriterien oder Bedingungen bei der Gewährung von Leistungen? Wie sehr ist das Angebot auf die konkreten Anforderungen und Bedürfnisse von Motorsportlern angepasst? Werden bestimme Alters- oder Berufsgruppen benachteiligt oder gar gänzlich von der Unfallversicherung ausgeschlossen?

Des Weiteren ist von Interesse, welche Mindestvertragslaufzeit der Anbieter voraussetzt. Alle Verträge im Test besitzen eine einjährige Laufzeit, die sich jedoch stillschweigend um jeweils ein weiteres Jahr verlängert. Daher bewerten wir eine möglichst großzügige Kündigungsfrist sehr positiv.

Der wohl wichtigste Punkt ist jedoch, ab welchem Invaliditätsgrad die Versicherung überhaupt greift. Positiv hervorzuheben ist in diesem Kriterium die Racing Policy der Jühe & Jühe GmbH, die bereits ab einem Grad von einem Prozent greift.

Website und Antrag

Eine übersichtliche und informative Website ist das Aushängeschild eines Versicherungsunternehmens und in der Regel der erste Kontakt- und Anlaufpunkt eines Interessenten. Daher ist es von enormer Wichtigkeit, wie nutzerfreundlich die Website aufgebaut ist und in welchem Umfang sie welche Informationen und Möglichkeiten zur Verfügung stellt.

Wir erwarten zumindest eine Kurzvorstellung der wichtigsten Rahmenbedingungen und Vorteile der Motorsportversicherung, die Erläuterung von Leistungen und die transparente Aufschlüsselung des Tarifmodells. Positiv fließt in die Bewertung ein, wenn sogar der Versicherungsabschluss bequem online möglich ist, ein Beitragsrechner zur Ermittlung der zu entrichtenden Jahresprämie und für den Ernstfall eine Möglichkeit zur Online-Schadensmeldung implementiert sind.

Produktspezifisch sollten wichtige Dokumente wie AGB, Versicherungsbedingungen und Antragsformulare zur Einsicht und zum Download bereitstehen, und darüber hinaus Kontaktmöglichkeiten und Ansprechpartner benannt werden.

Beratung, Hilfe und Support

Als Versicherungsnehmer profitiert man von möglichst umfangreichen Beratungsangeboten und Informationsmöglichkeiten, die seitens des Versicherungsanbieters zur Verfügung gestellt werden müssen.

Aspekte, die wir in diesem Kriterium in unsere Beurteilung einfließen lassen, sind die Bereitstellung von Beratungs-Hotline und E-Mail-Support. Pluspunkte sammelt ein Anbieter, wenn er neben der Beratungshotline eine 24-Stunden-Hotline zu Verfügung stellt. Weist der Versicherer darüber hinaus auf die Möglichkeit einer persönlichen Beratung vor Ort hin, fließt dies ebenfalls positiv in die Bewertung ein.

Selbstverständlich haben wir im Rahmen unseres Tests die Möglichkeiten einer telefonischen Beratung in Anspruch genommen und an jede Beratungshotline produktspezifische Fragen adressiert. Beurteilt wurden hierbei die Schnelligkeit der Bearbeitung unserer Anfrage sowie die Freundlichkeit und fachliche Kompetenz der Ansprechpartner.

Um für erste allgemeine Fragen zur Motorsportversicherung bereits Klärung zu schaffen, sollte das Informationsangebot auch einen FAQ-Bereich auf der Homepage des Anbieters umfassen.

In diesem Kriterium ist der ADAC das Maß aller Dinge, da dort zum Serviceumfang Unfallbetreuer zählen, die im Schadensfall alle weiteren Schritte für den Versicherungsnehmer koordinieren.