Ganzjahresreifen

Die 7 besten Ganzjahresreifen im Vergleich

Charakteristika
Hersteller
Reifenbauart
TragfÀhigkeitsindex
Geschwindigkeitsindex
Empfohlene Höchstgeschwindigkeit
Reinforced
Felgenschutz
EU-Reifenlabel
Rollwiderstandsklasse
Nasshaftungsklasse
RollgerÀusch
RollgerÀuschklasse
Reifenklasse
Wintertauglichkeit
M+S-Symbol
3PMSF (Schneeflockensymbol)
ErhĂ€ltliche GrĂ¶ĂŸen
Vorteile
Nachteile

Ganzjahresreifen-Ratgeber: So wÀhlen Sie das richtige Produkt

Das Wichtigste in KĂŒrze
  • Ganzjahresreifen sind sowohl fĂŒr den Einsatz bei Trockenheit und Hitze als auch bei NĂ€sse, KĂ€lte, Schnee und Eis konzipiert und sollen damit Winter- und Sommerreifen ersetzen.
  • Die Allwetterreifen eignen sich gut fĂŒr Kurzstrecken- und Stadtfahrer, die weniger als 10.000 Kilometer jĂ€hrlich zurĂŒcklegen und nicht in Regionen mit extremem Klima unterwegs sind.
  • Seit dem 01. Januar 2018 mĂŒssen die Reifen das sogenannte Schneeflockensymbol aufweisen, um als Winterreifen zugelassen zu sein. Das bislang gĂŒltige „M+S“-Symbol reicht nicht mehr aus.

Ganzjahresreifen - Ein Reifensatz fĂŒr jedes Wetter

„O bis O – von Oktober bis Ostern“, diese Faustregel soll Kfz-Fahrer an den regelmĂ€ĂŸigen Reifenwechsel erinnern. Im FrĂŒhjahr kommen die Sommerreifen zum Einsatz. Neigt sich der Herbst seinem Ende zu, mĂŒssen die Winterreifen ans Auto, bis die Temperaturen wieder milder werden und es zurĂŒck zu den Sommerreifen geht. Der zweimal im Jahr nötige Reifenwechsel ist nicht nur lĂ€stig, sondern kostet auch Geld. Laut einer Umfrage der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-SachverstĂ€ndiger e.V. (KÜS) aus dem Jahr 2017 nimmt nur rund ein Drittel der Nutzer saisonaler Reifen den Wechsel selbst vor. Die ĂŒbrigen Autofahrer bemĂŒhen dafĂŒr eine Werkstatt oder den Reifenfachhandel.

Eine Alternative zu den saisonalen Sommer- und Winterreifen sind die sogenannten Ganzjahresreifen, auch Allwetterreifen genannt. Wie ihr Name bereits verrĂ€t, sind sie fĂŒr den ganzjĂ€hrlichen Einsatz konzipiert.

Sie vereinen die typischen Merkmale beider Saisonreifen. Das klingt einfacher als es ist. Die Allwetterreifen haben hohe AnsprĂŒche zu erfĂŒllen: Sowohl bei Hitze und trockener Fahrbahn als auch bei NĂ€sse, starkem Regen oder bei GlĂ€tte und Schnee mĂŒssen sie eine gute Lenkbarkeit gewĂ€hrleisten und ausreichende Bremswerte vorweisen. Dementsprechend mĂŒssen das Profildesign der Reifen und ihre Materialzusammensetzung so abgestimmt sein, dass sie mit allen StraßenverhĂ€ltnissen und Wetterlagen gut zurechtkommen.

Ganzjahresreifen auf dem Vormarsch

Die Vorteile der Allwetterreifen liegen auf der Hand. Sie ersparen ihren Nutzern die zeitaufwendigen und hĂ€ufig teuren Reifenwechsel. Zudem benötigen Kfz-Fahrer, die diese Allrounder verwenden, nur noch ein Reifenset. Dadurch fallen zum einen die Anschaffungskosten niedriger aus, zum anderen ist kein Stauraum fĂŒr die fachgerechte Lagerung der nicht gebrauchten Saisonreifen nötig.

Es ist also nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Autofahrer fĂŒr die praktischen Allwetterreifen entscheiden. In den Verkaufsstatiken fĂŒr Pkw-Reifen steigt der Anteil der Ganzjahresreifen stetig an und liegt laut ADAC mittlerweile bei ĂŒber 15 Prozent. Dass sich die Nachfrage erhöht, ist auch den großen Reifenherstellern nicht entgangen. Eine Zeit lang befand sich Goodyear auf dem Markt der Allwetterreifen eher allein zwischen kleinen Anbietern und unbekannten Drittmarken. Mittlerweile sprangen auch weitere große Reifenhersteller wie Michelin, Continental, Hankook, Nokian, Nexen und Vredestein mit auf den Zug auf.

Die Vorteile der Allwetterreifen:

  • Kein Reifenwechsel notwendig
  • Geringere Anschaffungskosten
  • Keine Lagermöglichkeit fĂŒr nicht gebrauchte saisonale Reifen nötig

FĂŒr wen eignen sich Ganzjahresreifen?

Generell eignen sich Ganzjahresreifen nicht fĂŒr alle Regionen und jeden Bedarf gleichermaßen. Nicht empfehlenswert sind die Hybridreifen fĂŒr Regionen mit großen Temperaturunterschieden zwischen den Jahreszeiten. Sie bilden lediglich einen Kompromiss zwischen den saisonalen Reifen und kommen bei winterlichen StraßenverhĂ€ltnissen nicht ganz an gute Winterreifen heran, wĂ€hrend sie bei warmem Wetter hinter spezialisierten Sommerreifen herhinken.

Wer etwa viel in Gebieten unterwegs ist, in denen im Winter mit erheblichen Schneemassen zu rechnen ist, wie etwa in Österreich, der Schweiz oder alpennahen Regionen Deutschlands, fĂ€hrt in der kalten Jahreszeit mit Winterreifen sicherer.

Ein Nachteil der Allwetterreifen gegenĂŒber Sommerreifen: Sie bestehen aus einer weicheren Gummimischung, um auf verschneiten Fahrbahnen eine bessere Haftung zu erzielen, und verschleißen dadurch schneller bei Fahrten auf trockener Fahrbahn. FĂŒr Langstreckenpendler oder Außendienstler, die mit ihrem Wagen hĂ€ufiger weite Wege (mehr als 10.000 Kilometer pro Jahr) zurĂŒcklegen, sind Sommer- und Winterreifen daher weiterhin die bessere Wahl. FĂŒr Fahrer, die ihr Fahrzeug dagegen hauptsĂ€chlich oder ausschließlich fĂŒr Kurzstrecken in der Stadt nutzen, sind Ganzjahresreifen eine sinnvolle zeit- und kostensparende Alternative. Besonders beliebt sind die Allwetterreifen bei Fahrern von Kleinst- und Kleinwagen: Einer Umfrage des ADAC zufolge können sich ĂŒber die HĂ€lfte von ihnen vorstellen, beim nĂ€chsten Reifenkauf auf Ganzjahresreifen umzusteigen.

Allwetterreifen sind eine sinnvolle Alternative fĂŒr Fahrer, die

  • in einer gemĂ€ĂŸigten Klimaregion zuhause sind,
  • ihren Wagen nur gelegentlich nutzen,
  • ĂŒberwiegend Kurzstrecken zurĂŒcklegen,
  • hauptsĂ€chlich in der Stadt unterwegs sind.

Wodurch unterscheiden sich eigentlich Winter- und Sommerreifen?

Hinsichtlich ihres Aufbaus gleichen sich die Sommer-, die Winter- und die Ganzjahresreifen. Alle drei besitzen ein GrundgerĂŒst, die sogenannte Karkasse. Sie besteht aus in Gummi gebettetem Gewebe und hĂ€lt den Reifen zusammen. Die Seitenwand schĂŒtzt die Karkasse, und der GĂŒrtel sowie der Schulterstreifen komplettieren sie. Ganz außen befindet sich die LaufflĂ€che mit dem Profil. Mit ihr liegt der Reifen auf der Fahrbahn auf. Die folgende Grafik veranschaulicht den allgemeinen Aufbau eines Reifens und zeigt die wichtigsten Begriffe und Komponenten:

Im Wesentlichen unterscheiden sich Sommer- und Winterreifen durch ihr Profil und die verwendete Gummimischung. Ganzjahresreifen versuchen, die Eigenschaften der beiden Saisonreifen bestmöglich zu vereinen. Dennoch bleiben natĂŒrlich Unterschiede zu den Spezialisten bestehen.

Unterschiedliche Profile

Das Reifenprofil ist die Struktur auf der LaufflĂ€che des Reifens. Es handelt sich dabei um ein gleichmĂ€ĂŸiges Muster aus Lamellen und Rillen, welches das Fahrverhalten bei Regen und Schnee beeinflusst.

Das Sommerreifen-Profil
Sommerreifen

Sommerreifen mĂŒssen bei trockener und regennasser Fahrbahn eine gute Haftung garantieren und bei starkem Sommerregen Aquaplaning verhindern. Eine gleichmĂ€ĂŸige Rillenstruktur sorgt fĂŒr den sogenannten Wischkannten-Effekt, der auf nassen Straßen eine hohe FahrstabilitĂ€t und kurze Bremswege ermöglicht. Bei starkem Regen transportieren mehrere breite LĂ€ngsrillen das Regenwasser möglichst schnell durch das Profil nach außen und verhindert, dass die Reifen den Kontakt zur Straße verlieren.

Das Winterreifen-Profil
Winterreifen

Winterreifen sollen auf vereisten und verschneiten Straßen eine sichere Fahrt ermöglichen und verhindern, dass der Wagen schlittert. Ihr Profil zeichnet sich durch lĂ€ngs und quer verlaufende Rillen aus, die blockartig angeordnet sind. Die Anordnung der tiefen, breiten Rillen ist so konzipiert, dass sich weder Schnee noch Eis darin festsetzen und eine gute Bodenhaftung bestehen bleibt. ZusĂ€tzlich ist das Profil mit sogenannten Lamellen versehen. Das sind zahlreiche kleine Einschnitte, die sich bei winterlichen StraßenverhĂ€ltnissen mit dem Schnee oder Eis verzahnen und so fĂŒr eine bessere Haftung auf der Fahrbahn sorgen.

Das Ganzjahresreifen-Profil
Ganzjahresreifen

Allwetterreifen versuchen, die Profileigenschaften der beiden Saisonreifen möglichst gut zu kombinieren. So weisen die Ganzjahresreifen die fĂŒr Sommerreifen typischen LĂ€ngsrillen, die das Regenwasser durch das Profil transportieren, an beiden RĂ€ndern auf. In der Reifenmitte befinden sich zusĂ€tzlich die fĂŒr Winterreifen typischen Profilblock-Verzahnungen und Lamellen, die bei Schnee und Eis fĂŒr eine gute Haftung sorgen.

Was ist Aquaplaning?

Wenn die Fahrbahn bei starkem Regen mit Wasser bedeckt ist, besteht die Gefahr, dass die Reifen des Fahrzeugs den Kontakt zum Untergrund verlieren. Das Fahrzeug gleitet auf dem Wasser und ist fĂŒr den Autofahrer nicht mehr kontrollierbar.

Wie gut gelingt die Kombination?

Das Profil der Allwetterreifen ist ein Kompromiss zwischen dem Sommer- und dem Winterreifenprofil, der nicht ganz an die jeweiligen VorzĂŒge der beiden Saisonreifen herankommt. So transportieren Allwetterreifen in der Regel das Regenwasser weniger gut ab als Sommerreifen und sind damit anfĂ€lliger fĂŒr Aquaplaning. Und da die blockartig angeordneten Verzahnungen und Lamellen sich nur in der Reifenmitte befinden, fĂ€llt die Haftung auf verschneiter oder vereister Fahrbahn weniger gut aus, als bei Winterreifen. FĂŒr gemĂ€ĂŸigte Wetterbedingungen und Kurzstrecken in stĂ€dtischer Umgebung sind Allwetterreifen dennoch eine solide Reifengrundlage.

Verschiedene Materialmischungen

Die verschiedenen Reifenarten unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihres Profils, sondern auch bezĂŒglich der verwendeten Gummimischung.

WinterreifenmĂŒssen auch bei Minusgraden elastisch bleiben

Winterreifen bestehen aus einer eher weichen Gummimischung mit höheren Anteilen an Naturkautschuk und KieselsÀure (Siliziumoxid), damit sie bei niedrigen Temperaturen elastisch bleiben. Das gewÀhrleistet auch bei KÀlte kurze Bremswege und eine hohe FahrstabilitÀt.

Sommerreifen dĂŒrfen nicht zu heiß werden

Das Material der Sommerreifen muss deutlich höheren Außentemperaturen standhalten als das der Winterreifen. Daher werden Sommerreifen aus einer deutlich hĂ€rteren Gummimischung mit einem geringeren Anteil an Naturkautschuk gefertigt. Das sorgt fĂŒr einen möglichst geringen Rollwiderstand auf heißem und trockenem Untergrund und verhindert, dass sich die Reifen bei hohen Außentemperaturen zu stark erhitzen.

Ganzjahresreifen: Der Kompromiss

Auch hinsichtlich ihrer Materialmischung versuchen Ganzjahresreifen, die Eigenschaften der beiden saisonalen Pneus in einem Reifen zu vereinen. Demnach darf das Material fĂŒr den Einsatz bei warmem Wetter nicht zu weich sein und muss gleichzeitig bei Minusgraden elastisch bleiben – schwierig umzusetzen. Wie beim Profil ist hier nur ein Kompromiss möglich. FĂŒr extreme Temperaturen eignen sich Ganzjahresreifen daher nicht. Doch selbst bei dickem Schnee und Eis auf der Fahrbahn hilft ein Reifensatz mit Winterreifen nicht mehr aus.

Bei mildem Winterwetter zeigen hochwertige, moderne Allwetterreifen jedoch ein Ă€hnlich gutes Bremsverhalten wie Winterreifen. Lediglich die Traktion in Kurven ist im Vergleich zu den Spezialreifen noch verbesserungsfĂ€hig. Aufgrund ihrer etwas weicheren Gummimischung verschleißen Allwetterreifen bei warmen Temperaturen etwas schneller als Sommerreifen. Zudem fĂŒhrt der höhere Rollwiderstand zu einem leicht höheren Kraftstoffverbrauch. Bei Kurzstrecken sollte dieser mit Ganzjahresreifen von guter QualitĂ€t kaum ins Gewicht fallen.

Wie ist die Gesetzeslage bezĂŒglich der Winterreifenpflicht in Deutschland?

Im Juni 2017 traten einige Neuregelungen bezĂŒglich der Winterreifenpflicht in Kraft, die fĂŒr Verwirrung sorgten. Wie die entsprechende Gesetzeslage derzeit aussieht, wissen viele Fahrer nur vage oder gar nicht.

Wie ist die Winterreifenpflicht geregelt?

Eine generelle Winterreifenpflicht, die ĂŒber einen bestimmten Zeitraum gilt, gibt es in Deutschland nicht. „Von Ostern bis Oktober“ ist lediglich eine Faustregel. Stattdessen besteht seit 2010 eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. GemĂ€ĂŸ der Straßenverkehrsordnung (§2, Absatz 3a, StVO) tritt diese in Kraft, wenn die Fahrbahn von „Glatteis, SchneeglĂ€tte, Schneematsch, Eis- oder ReifglĂ€tte“ bedeckt ist. Bei den genannten StraßenverhĂ€ltnissen sind Sommerreifen verboten. Das Fahrzeug muss mit wintertauglichen Reifen ausgestattet sein.

Welche Reifen gelten als wintertauglich?

Eine Neuerung in der Straßenverkehrsordnung gibt Aufschluss bezĂŒglich der Frage, welche Reifen nun als wintertauglich gelten und fĂŒr den Einsatz auf verschneiter oder vereister Fahrbahn zugelassen sind.

Das M+S-Symbol ist kĂŒnftig nicht mehr ausreichend

Bis Juni 2017 galten Reifen als wintertauglich, wenn sie mit dem M+S-Symbol gekennzeichnet waren. Das steht fĂŒr „Mud and Snow“, zu Deutsch „Matsch und Schnee“, und findet sich auf der Seitenwand der entsprechenden Reifen. Das Problem dieser Kennzeichnung: Sie ist nicht geschĂŒtzt. Das bedeutet, dass sich das „M+S“-Symbol nicht nur auf Winter- und Ganzjahresreifen findet, die bei winterlichen StraßenverhĂ€ltnissen eine gute Lenkbarkeit und ausreichende Bremswerte gewĂ€hrleisten, sondern in vielen LĂ€ndern auch auf Sommerreifen, die sich nicht fĂŒr den Wintereinsatz eignen. Höchste Zeit also, dieses Symbol durch ein verlĂ€ssliches zu ersetzen.

Das Schneeflocken-Symbol wird Pflicht

GemĂ€ĂŸ einem neuen Paragraphen der Straßenverkehrszulassungsordnung (§ 36 Abs. 4, StVZO) gelten seit dem 1. Juni 2017 nur noch solche Reifen als wintertauglich, die das Alpine-Symbol, auch Schneeflocken-Symbol, Berg mit Schneekristall oder Three-Peak-Mountain (kurz: 3PMSF) genannt, tragen. Das betrifft sowohl Winter- als auch Ganzjahresreifen. Im Gegensatz zur M+S-Kennzeichnung unterliegt das Alpine-Symbol einheitlichen PrĂŒfkriterien. Reifen, die damit versehen werden sollen, mĂŒssen zuvor bei einem Bremstest auf Schnee dem Vergleich mit einem standardisierten Modell standhalten. Nur Reifen, deren Traktion auf Eis und Schnee im Test um mindestens sieben Prozent besser ausfĂ€llt als die des Durchschnittsreifen, erhalten mit dem Schneeflocken-Symbol das PrĂŒfsiegel fĂŒr Winterreifen. Das verwendete Testverfahren ist weltweit anerkannt und entspricht dem amerikanischen Industriestandard fĂŒr Winterreifen.

Die Übergangsregelung

Fahrer, deren Winter- oder Ganzjahresreifen noch mit dem M+S-Symbol gekennzeichnet sind, mĂŒssen nicht unverzĂŒglich den nĂ€chsten Reifenhandel aufsuchen. Bis zum 30. September 2024 gibt es eine Übergangsphase. Innerhalb dieser dĂŒrfen sie Reifen mit dem M+S-Symbol, die vor dem 31. Dezember 2017 produziert wurden, bei winterlichen StraßenverhĂ€ltnissen weiternutzen.

Wie werden VerstĂ¶ĂŸe gegen die Winterreifenpflicht bestraft?

Fahrer, die sich nicht an die Winterreifenpflicht halten und auf verschneiten oder vereisten Straßen mit nicht-wintertauglichen Reifen erwischt werden, mĂŒssen ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro bezahlen. Zudem wird ihnen ein Punkt in das Verkehrszentralregister eingetragen. Wer mit seinem Verstoß zudem den Verkehr behindert, etwa indem das Fahrzeug die Straße blockiert, bezahlt ein Bußgeld von 80 Euro und erhĂ€lt ebenfalls einen Punkt in Flensburg. Fahrer, die wegen der Nutzung von Sommerreifen bei winterlichen StraßenverhĂ€ltnissen einen Unfall verursachen, mĂŒssen wegen grober FahrlĂ€ssigkeit außerdem mit erheblichen LeistungskĂŒrzungen seitens ihrer Kaskoversicherung rechnen.

Eine weitere Neuerung: Auch Fahrzeughalter, die zulassen oder gar anordnen, dass ihr Fahrzeug bei winterlichen StraßenverhĂ€ltnissen mit Reifen, die nicht mit dem Alpine-Symbol gekennzeichnet sind, zum Einsatz kommt, mĂŒssen kĂŒnftig mit Strafen rechnen. DafĂŒr fallen laut der Neuerung nĂ€mlich ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro und ein Punkt in Flensburg an.

Gibt es Ausnahmen von der Winterreifenpflicht?

Ausnahmen bestÀtigen die Regel. Das ist auch bei der Winterreifenpflicht der Fall. Folgende Fahrzeuge sind von ihr ausgenommen:

  • Einspurige Kraftfahrzeuge wie MotorrĂ€der
  • Land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge
  • Stapler
  • Motorisierte Krankenfahrzeuge
  • Einsatzfahrzeuge der Bundeswehr, der Bundespolizei, der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes, der Polizei und des Zolldiensts, sofern es fĂŒr sie bauartbedingt keine entsprechenden Winterreifen gibt
  • Spezialfahrzeuge, fĂŒr die bauartbedingt keine wintertauglichen Reifen verfĂŒgbar sind

Allerdings mĂŒssen Nutzer dieser Fahrzeuge vor jeder Fahrt prĂŒfen, ob diese wirklich erforderlich ist oder, ob das Ziel auch mit anderen Verkehrsmitteln erreichbar ist. WĂ€hrend der Fahrt sind sie dazu verpflichtet, einen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuhalten (mindestens die HĂ€lfte des Zahlenwerts ihrer Geschwindigkeit in Metern) und eine Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde nicht zu ĂŒberschreiten.

Winterreifen fĂŒr AnhĂ€nger?

AnhĂ€nger sind keine Kraftfahrzeuge und unterliegen damit laut Gesetz nicht der Winterreifenpflicht. Allerdings empfiehlt der ADAC ausdrĂŒcklich, fĂŒr eine erhöhte Sicherheit auch AnhĂ€nger mit Winterreifen auszustatten.

Woran erkenne ich gute Allwetterreifen?

Wer ĂŒber die Anschaffung von Allwetterreifen nachdenkt, wĂŒnscht sich natĂŒrlich ein möglichst gutes Modell zu einem gĂŒnstigen Preis. Damit Reifen diverser Hersteller gut vergleichbar sind, mĂŒssen sie gemĂ€ĂŸ der EuropĂ€ischen Reifen-Kennzeichnungsverordnung mit einem sogenannten Reifenlabel versehen sein. FĂŒr einen Ganzjahresreifen zahlen Verbraucher je nach Hersteller und Modell zwischen 40 und 150 Euro. FĂŒr vier Reifen kommen also 120 bis 600 Euro zusammen. Die Preise fĂŒr Winter- und Sommerreifen bewegen sich jeweils im gleichen Rahmen.

Das EU-Reifenlabel: die wichtigsten Infos auf einen Blick

Das Label ist mit dem Energielabel von Elektro-GroßgerĂ€ten wie Waschmaschinen, WĂ€schetrocknern oder Staubsaugern vergleichbar. Es prĂ€sentiert eine Reihe fĂŒr den Verbraucher wichtige Informationen auf einen Blick, sodass verschiedene Modelle einfach vergleichbar sind. Dabei handelt es sich um folgende Angaben:

  1. die Kraftstoffeffizienz
  2. die Nasshaftung
  3. das externe RollgerÀusch

Ein zusĂ€tzliches Kriterium speziell fĂŒr Winterreifen, welches die Bodenhaftung bei Schnee oder Eis bewertet, gibt es aktuell nicht. Die EinfĂŒhrung einer solchen zusĂ€tzlichen Angabe steht aber aktuell zur Diskussion.

Die Kraftstoffeffizienz: abhÀngig vom Rollwiderstand

Was bei Elektro-GerÀten die Energieeffizienz ist, ist bei den Reifen die Kraftstoffeffizienz. Sie wird auf dem Reifenlabel ebenfalls mit einer Farbskala dargestellt. Die Skala reicht von Klasse A (höchste Effizienz) bis G (niedrigste Effizienz), wobei Klasse D nicht belegt ist.

Maßgeblich fĂŒr den Kraftstoffverbrauch ist der Rollwiderstand. Je geringer Letzterer ausfĂ€llt, umso weniger Kraftstoff verbraucht das Fahrzeug, da fĂŒr die Fortbewegung weniger Energie benötigt wird. Folglich sinkt auch der CO2-Ausstoß. Fahrer, die auf eine möglichst hohe Kraftstoffeffizienz ihrer Reifen achten, sparen also nicht nur Geld, sondern tun auch der Umwelt etwas Gutes.

Die belegten Buchstaben auf der Kraftstoffeffizienz-Skala stehen jeweils fĂŒr durchschnittlich 14 Prozent weniger Rollwiderstand als die nĂ€chstschlechtere Klasse, was mit je rund zwei Prozent weniger Kraftstoffverbrauch einhergeht. Dementsprechend haben etwa Reifen der Kraftstoffeffizienzklasse A einen um 14 Prozent niedrigeren Rollwiderstand als Reifen der Klasse B und benötigen zwei Prozent weniger Kraftstoff. FĂŒr einen Pkw mit einem durchschnittlichen Spritverbrauch von zehn Litern auf einer Strecke von 100 Kilometern wĂ€re das eine Kraftstoffersparnis von 0,2 Litern.

Die Nasshaftung: Beurteilung des Bremswegs

Das zweite Kriterium auf dem Reifenlabel ist die Nassbremsleistung. Sie wird ebenfalls in Klassen angeben. Die Skala reicht hierbei von Klasse A (beste Nasshaftung) bis G (schlechteste Nasshaftung), wobei die Klassen D und G nicht belegt sind. FĂŒr die Bewertung der Nasshaftung wird die LĂ€nge des Bremsweges auf einer bewĂ€sserten Strecke bewertet. Je höher die Nasshaftungsklasse des Reifens, umso kĂŒrzer ist der Bremsweg auf nasser Fahrbahn. Die Bremsweg-Unterschiede zwischen den fĂŒnf Klassen veranschaulicht die folgende Grafik. Insgesamt betrĂ€gt die Bremswegdifferenz zwischen den Klassen A und F ganze 18 Meter.

Das externe RollgerÀusch: Wie leise ist der Reifen?

Da neben dem Motor auch die Reifen GerÀusche verursachen, findet das sogenannte externe AbrollgerÀusch ebenfalls Platz auf dem Reifenlabel. Zur Veranschaulichung der GerÀuschbelastung ist der jeweilige Wert nicht nur in Dezibel, sondern auch anhand einer Skala in Form von ein bis drei Schallwellen angegeben:

  • eine Schallwelle: gerĂ€uscharmer Reifen
  • zwei Schallwellen: durchschnittlicher Reifen
  • drei Schallwellen: gerĂ€uschvoller Reifen

Die GerÀuschklasse hÀngt vornehmlich von der Reifebreite ab. So erzeugen schmale Pkw-Reifen beispielsweise nur 67 Dezibel, wÀhrend breite Lkw-Reifen einen LÀrmpegel von bis zu 76 Dezibel verursachen können. Die GerÀuschemission ist vor allem deshalb von Belang, weil sie nicht nur den Fahrkomfort einschrÀnkt, sondern auch das unmittelbare Umfeld belastet. Der externe GerÀuschpegel ist nÀmlich in der Regel höher als die LautstÀrke im Inneren des Fahrraums.

FĂŒr höhere Lasten: Reinforced-Reifen

Bei sogenannten Reinforced-Reifen (abgeleitet aus dem englischen Verb „reinforce“, zu Deutsch „verstĂ€rken“) handelt es sich um einlagig verstĂ€rkte Reifen. Speziell fĂŒr höhere Lasten konzipiert eignen sich diese Reifen unter anderem fĂŒr Kleintransporter, GelĂ€ndewagen und SUVs. Ihr besonders stabil gefertigter Unterbau sorgt in Verbindung mit einem erhöhten Luftdruck nicht nur fĂŒr hohe Tragkraft, sondern auch fĂŒr einen besseren Schutz vor mechanischen BeschĂ€digungen.

Reinforced-Reifen sind je nach Hersteller unter der Bezeichnung XL oder EL (Extra Load, also Schwerlastreifen), RFD oder kurz als „reinf“ gelĂ€ufig. Doch Vorsicht: Die AbkĂŒrzung RF steht ebenfalls fĂŒr „Run Flat“, den Notlaufreifen, der nichts mit einem Reinforced-Reifen zu tun hat.

Weiterfahren trotz Loch im Reifen: Runflat-Reifen

Sei es durch ein spitzes Objekt oder eine Überlastung – ein platter Reifen ist gefĂ€hrlich und Ă€rgerlich. Bei Luftverlust wird der Reifen vom Gewicht des Fahrzeugs zusammengepresst, sodass das Profil auf die Felgen drĂŒckt. Dies hat nicht nur eine Auswirkung auf die Lenkbarkeit des Autos, sondern fĂŒhrt eventuell sogar zu irreparablen SchĂ€den an den Felgen. Um bei einer Reifenpanne nicht liegenbleiben zu mĂŒssen, setzen viele Verbraucher auf sogenannte Runflat-Reifen. Eine Bereifung mit Pannenlauffunktion ermöglicht Verbrauchern, auch ohne Luft sicher weiterzufahren, sodass weder ein umstĂ€ndlicher Reifenwechsel noch eine notdĂŒrftige Reparatur nötig sind. Im schlimmsten Fall mĂŒssten Nutzer von gewöhnlichen Ganzjahresreifen den Pannendienst kommen lassen, was sie nicht nur Zeit, sondern auch Geld kostet.

Mithilfe der innovativen Technologie, die auf verstĂ€rkte SeitenwĂ€nde oder Gummi-StĂŒtzringe auf den Felgen setzt, schaffen es Verbraucher selbst ohne Reifendruck bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde und einer Strecke zwischen 80 und 300 Kilometern noch bis in die nĂ€chste Werkstatt. Auf speziellen Felgen montiert verhindern die Notfallreifen, dass ein Reifen im Falle einer BeschĂ€digung abspringt. Damit die Fahrer trotzdem wissen, dass ein Schaden vorliegt, erfolgt ein optisches Signal im Cockpit.

Äußerlich gleichen Runflat-Reifen einem Standardreifen. Sie sind allerdings an den SeitenwĂ€nden mit einer Markierung versehen. Je nach Hersteller variiert das KĂŒrzel, inzwischen haben sich aber RSC (Runflat System Component) und RFT (Run Flat Tyre) durchgesetzt. Ein Grund, warum die Technik nicht bei allen Reifen verwendet wird, ist das weniger komfortable Fahrerlebnis. Runflat-Reifen fahren sich nĂ€mlich hĂ€rter und verbrauchen aufgrund ihres höheren Gewichts (zusĂ€tzlich circa 300 Gramm) und dem damit verbundenen erhöhten Aufwand mehr Kraftstoff. Verzichten Nutzer allerdings auf das MitfĂŒhren eines Ersatzreifens, verringert sich das Gesamtgewicht des Wagens und damit auch dessen Kraftstoffverbrauch.

Wie finde ich die passenden Reifen?

Um zu wissen, welche Reifen die richtigen fĂŒr das jeweilige Fahrzeug sind, hilft sowohl ein Blick auf die VorgĂ€nger-Reifen als auch in die Fahrzeugpapiere. Dort sind folgende Werte vorzufinden, die fĂŒr den Kauf der passenden ReifengrĂ¶ĂŸe relevant sind:

Die Reifenbreite
Reifenbreite

Die Angabe der Reifenbreite bezieht sich auf die breiteste Stelle. Pkw-Standardreifen sind in der Regel zwischen 125 und 335 Millimeter breit, wobei die GrĂ¶ĂŸenunterschiede in AbstĂ€nden von zehn Millimetern abgestuft sind. Allerdings weicht der tatsĂ€chliche Wert durch Fertigungstoleranzen je nach Hersteller von den nominellen Angaben leicht ab.

Der Reifenquerschnitt
Hoehe-Breite-Verhaeltnis

Der Reifenquerschnitt, auch als Höhen-Breiten-VerhĂ€ltnis gelĂ€ufig, ist in Prozent angegeben. Steht beispielsweise nach dem Doppelpunkt „55“, bedeutet das, dass die Reifenhöhe die HĂ€lfte der Reifenbreite betrĂ€gt. Hier wĂŒrde man von „55er-Reifen“ oder der „Serie 55“ sprechen. Je niedriger das VerhĂ€ltnis ausfĂ€llt, desto niedriger wird auch die Reifenflanke.

Der Felgendurchmesser
Felgendurchmesser

Radial von einem Felgenrand zum anderen gemessen ergibt sich der Felgendurchmesser. FĂŒr gewöhnlich reichen die Maße gĂ€ngiger Reifen von 10 bis 20 Zoll. Bei manchen Radreifensystemen, wie PAX-, TD- und TRX-Reifen, werden sie auch in Millimeter angegeben. In diesem Fall betragen die Durchmesser in der Regel zwischen 315 und 440 Millimeter.

Der TragfÀhigkeitsindex
Tragfaehigkeitsindex

Der Lastindex (LI), oder auch TragfĂ€higkeitsindex, TragfĂ€higkeitskennziffer sowie „Load Index“, gibt Aufschluss ĂŒber die Belastbarkeit des Reifens bei einem vorgegebenen Luftdruck. BetrĂ€gt der Luftdruck etwa 2,5 bar, so entspricht dies dem Lastindex-Wert von 90 und somit einer Belastbarkeit bis zu 600 Kilogramm. Mit einem niedrigeren Reifendruck geht auch eine geringere TragfĂ€higkeit des Reifens einher.

Der Geschwindigkeitsindex
Geschwindigkeitsindex

Beim Geschwindigkeitsindex beziehungsweise Speedindex handelt es sich um den Wert der zulĂ€ssigen Höchstgeschwindigkeit fĂŒr die Reifen. Angegeben wird diese mithilfe eines Kennbuchstabens, der jeweils fĂŒr eine bestimmte Geschwindigkeit steht. So steht der Buchstabe F beispielsweise fĂŒr 80 Kilometer pro Stunde. Mit dem fortschreitenden Alphabet erhöht sich auch die Geschwindigkeit, sodass sicher hinter dem Buchstaben Y beispielsweise ein Wert von 300 Kilometern pro Stunde verbirgt.

Wie lange halten Ganzjahresreifen und wie entsorge ich sie?

FĂŒr die Sicherheit ist es wichtig, die Lebensdauer der Autoreifen zu beachten. Der Zeitpunkt des Reifenwechsels hĂ€ngt mit der Laufleistung und den Fahreigenschaften, aber auch mit dem Alter und der Profiltiefe der Reifen zusammen. Zumindest der saisonale Austausch entfĂ€llt bei den Ganzjahresreifen.

SpĂ€testens nach sechs bis acht Jahren sollten Verbraucher ihre Ganzjahresreifen in jedem Fall wechseln, selbst wenn sie kaum genutzt wurden. Denn UmwelteinflĂŒsse wie UV-Licht, Feuchtigkeit, Hitze und Ozon verhĂ€rten den Gummi der Reifen. Das vermindert die Bodenhaftung, wodurch die Fahrsicherheit abnimmt.

Aufschluss ĂŒber das Herstellerdatum dank DOT-Nummer

Zwar verĂ€ndern sich die Materialeigenschaften von Reifen mit fortschreitendem Alter zum Negativen, dennoch ist es gesetzlich zulĂ€ssig, Reifen selbst nach fĂŒnf Jahren noch als Neuware anzubieten, sofern diese sachgemĂ€ĂŸ gelagert wurden. Damit Verbraucher nicht unbeabsichtigt zu alten Reifen greifen, sollten sie vor dem Kauf einen Blick auf die DOT-Nummer („Department of Transportation“) werfen. Diese besteht aus einer vierstelligen Zahl, ist auf der Reifenflanke zu finden und gibt das Alter des Modells, sprich dessen Herstellerdatum, an. Dabei beziehen sich die ersten beiden Ziffern auf die Kalenderwoche und die letzten beiden auf das Jahr der Produktion. Lautet die Nummer beispielsweise 4516, wurde das Reifenmodell Mitte November 2016 produziert.

Identifizierung der Abnutzung durch den Tread Wear Indicator

Ein weiteres Kennzeichen hinsichtlich der Abnutzung der Bereifung ist der sogenannte Tread Wear Indictaor, zu Deutsch Reifenverschleißanzeige oder auch Abnutzungsindikator. Daran erkennen Verbraucher, ob ein Reifen bereits abgefahren ist beziehungsweise nicht mehr die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern aufweist. Um sie leichter ausfindig zu machen, sind die kleinen Stege in den Rillen des Hauptprofils fĂŒr gewöhnlich mit dem Aufdruck TWI versehen. Befinden sich der Indikator und das Profil auf gleicher Höhe, ist es Zeit, den Reifen auszutauschen. Die Abnutzung ist deshalb von Belang, weil mit einer niedrigeren Profiltiefe zum einen die Gefahr des Aquaplanings und zum anderen der Bremsweg zunimmt.

Die alten Reifen sachgemĂ€ĂŸ entsorgen

Die aus einer Gummimischung bestehenden Ganzjahresreifen gehören nicht in den HausmĂŒll. Doch wie entsorgen Verbraucher ihre Altreifen fach- und umweltgerecht? Der einfachste Weg fĂŒhrt zum ReifenhĂ€ndler. Dieser ĂŒbernimmt in vielen FĂ€llen die Entsorgung, wenn der Kunde ein neues Paar Reifen kauft. Zudem gibt es Unternehmen wie die Renewable Energy Group (REG), die darauf spezialisiert sind, Reifen sachgemĂ€ĂŸ zu entsorgen. Eine weitere Möglichkeit bieten Wertstoff- und Recyclinghöfe, die lediglich eine geringe GebĂŒhr verlangen. Schließlich kommen auch manche landwirtschaftlichen Betriebe oder Gemeinden infrage, da diese fĂŒr die Reifen mitunter anderweitige Verwendungen finden.

WeiterfĂŒhrende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Ganzjahresreifen nicht selbst getestet.

Zwar widmete das bekannteste Testinstitut Deutschlands, die Stiftung Warentest, bisher noch keinen Ganzjahresreifentest, bereits im Jahr 2001 testete es allerdings in einem Gemeinschaftstest mit dem ADAC 30 Winterreifen zusammen mit zwei Ganzjahresreifen hinsichtlich ihrer Fahreigenschaft auf nasser und trockener Fahrbahn sowie auf Eis, zudem hinsichtlich ihres Komforts, ihrer Umwelteigenschaften und ihrer SchnelllaufprĂŒfung. Von den 32 Kandidaten im Reifentest erhielten fĂŒnf Reifen das TestprĂ€dikat „Gut“. Zum Testsieger des Tests wurde ein Ganzjahresreifen der Marke Goodyear gekĂŒrt. Im Jahr darauf nahm die Stiftung Warentest erneut 30 Winterreifen sowie einen Ganzjahresreifen unter die Lupe. Hier wurde das Modell von Goodyear als einziger Ganzjahresreifen zwar nicht mehr Testsieger, erreichte aber die Testnote „Gut“.

Ein Jahr spĂ€ter konnte der gleiche Reifen nur noch mit dem Testurteil „Befriedigend“ abschneiden. Noch im gleichen Jahr gab es einen weiteren Reifentest der Stiftung Warentest. Zwar war dieser wieder kein spezieller Ganzjahresreifentest, es wurden aber diesmal mehrere Ganzjahresreifen getestet. Neben 34 Winterreifen wurden dieses Mal sechs Ganzjahresreifen getestet. ZusĂ€tzlich zum bereits ausgiebig getesteten Goodyear-Testreifen wurde ein Ganzjahresreifen von Nokian mit den Testurteil „Befriedigend“ im Test ausgezeichnet. Die vier anderen Ganzjahresreifen in einer anderen GrĂ¶ĂŸenordnung erhielten ebenfalls die Testnote „Befriedigend“. 2005 lautete das Testurteil fĂŒr den Goodyear-Reifen, wieder der einzige Ganzjahresreifen im Test, schließlich nur noch „Ausreichend“, bevor er im nĂ€chsten Jahr wieder als „Befriedigend“ und im Jahr darauf sogar als „Gut“ eingestuft wurde. Die anderen getesteten Ganzjahresreifen erhielten das Testurteil „Befriedigend“. Im aktuellsten Winterreifentest, in dem auch vier Ganzjahresreifen getestet wurden, zeigt die Notenvergabe ein anderes Bild: Zwei Testkandidaten erhielten die Testnote „Ausreichend“ und die anderen beiden Testmodelle das Testurteil „Mangelhaft“. Leider liegt dieser Test bereits einige Jahre zurĂŒck und die Stiftung fĂŒhrt seit 2016 keine eigenstĂ€ndigen Winterreifen-Tests mehr durch.

Der ADAC veröffentlichte im Jahr 2018 einen Ganzjahresreifentest. Getestet wurden Modelle der ReifengrĂ¶ĂŸe 175/65 R14. Zum Testsieger gekĂŒrt wurde der N blue 4 Season des sĂŒdkoreanischen Reifenherstellers Nexen. Dicht gefolgt nach dem N blue 4 Season landete auf dem zweiten Platz das Modell AllSeasonContact des deutschen Automobilzulieferers Continental. Getestet wurde die Leistung bei NĂ€sse, Eis und Schnee sowie auf trockener Fahrbahn der Verschleiß.