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Ganzjahresreifen

Die besten Ganzjahresreifen im Vergleich

Kai Sulkowski

Allgemeine Merkmale

EU-Reifenlabel

Wintertauglichkeit

Zusatzwahlmöglichkeiten

Testurteile

Universalreifen das ganze Jahr über fahren

    Das Wichtigste in Kürze
  • Ganzjahresreifen sollen Winter- und Sommerreifen bei Trockenheit und Hitze, Nässe, Schnee, Eis und Minustemperaturen verlässlich ersetzen.
  • Sie eignen sich für Kurz- bis Mittelstreckenfahrer, die im Durchschnitt nicht mehr als 30 Kilometer pro Tag fahren.
  • Ganzjahresreifen erfüllen die Anforderungen an Winterreifen und sind dementsprechend in den meisten Fällen genauso zertifiziert wie reine Winterreifen.
  • Viele Hersteller bieten Ganzjahresreifen speziell für Geländewagen, SUVs und Lastkraftwagen. Darüber hinaus gibt es Run-Flat-Ganzjahresreifen, die einen Sommer- beziehungsweise Winter-Ersatzreifen ersetzen sollen.

Unsere Vergleichssieger

Zehn Ganzjahresreifen der meistverkauften Dimension 205/55 R 16 von zehn verschiedenen Herstellern haben wir einem Vergleich in den fünf Kategorien „Allgemeine Merkmale“, „Werte des EU-Reifenlabels“, „Wintertauglichkeit“, „Zusatzeigenschaften“ und „Testurteile“ unterzogen. Unser Vergleich zeigt: Viele Autofahrer können problemlos auf den zweimaligen Reifenwechsel pro Jahr verzichten und somit Aufwand und Kosten sparen. Bei der Wahl der Ganzjahresbereifung sollten Sie jedoch von Billigprodukten absehen. Die Ganzjahresreifen-Modelle im oberen Preissegment liegen sowohl in unabhängigen Tests als auch in unserem Vergleich mindestens eine Reifenlänge vorne.

Einbezogen haben wir die Testergebnisse der Automobil-Clubs ADAC und ACE sowie der Fachzeitschriften Gute Fahrt und Auto Bild.

In allen Rankings landet der Ganzjahresreifen-Anbieter MICHELIN Crossclimate + weit vorne. Gelobt werden seine Stärken im Handling und Bremsverhalten bei trockener und nasser Fahrbahn. Unser Vergleich bestätigt, dass er die mit Abstand besten EU-Reifenlabelwerte im Rollwiederstand, der Nasshaftung und dem Rollgeräusch aufweist. Er ist voll wintertauglich und in fast jeder Dimension erhältlich. Daher küren wir ihn zum Netzsieger.

Knapp dahinter folgt mit dem finnischen Ganzjahresreifen-Anbieter NOKIAN Weatherproof ein Außenseiter, der sich überraschenderweise in allen unabhängigen Tests einen Platz im vorderen Mittelfeld erkämpfte, ja sich mit seiner starken Performance auf Schnee und bei Trockenheit sogar an die Spitze des ACE-Tests setzte. Dieser Allrounder punktet im Übrigen auch mit sehr guten Werten hinsichtlich der Geräuscherzeugung; mit einem Rollgeräusch von nur 69 Dezibel gehört er zur Rollgeräuschklasse 1. Er ist deutlich günstiger zu haben als der Vergleichssieger von Michelin.

In den Tests der Automobilclubs und -magazine ist der GOODYEAR VECTOR 4Seasons Gen-2 regelmäßig im vordersten Teil des Rankings vertreten, vor allem aufgrund seiner hervorragenden Rolleigenschaften bei Schnee und Eis, die einem Winterreifen Konkurrenz machen. Aufgrund verbesserungswürdiger Werte auf dem EU-Label in den Punkten Rollwiederstand und Nasshaftung muss er beträchtliche Abstriche hinnehmen – und landet dennoch auf einem guten dritten Rang.

1. Sind Ganzjahresreifen eine gute Wahl?

Jeder Autofahrer kennt es: Im Frühjahr und Herbst steht der lästige Reifenwechsel an. Doch immer mehr Autofahrer entgehen dieser Verpflichtung. Inzwischen ist jeder achte Reifen, der in Deutschland in Werkstätten oder Privatgaragen aufgezogen wird, ein Ganzjahresreifen. Autohersteller wie BMW, Mercedes, Audi und Porsche erwägen inzwischen, ihre Neuwagen serienmäßig mit den praktischen Allroundern auszuliefern. Doch was sind Ganzjahresreifen, was bieten sie und für wen sind sie überhaupt geeignet?

Was sind Ganzjahresreifen?

Ganzjahresreifen oder Allwetterreifen sind, wie der Name besagt, in beiden Jahreshälften gleichermaßen einsetzbar. Der Wechsel von Sommer- zu Winterreifen im Herbst entfällt ebenso wie der erneute Wechsel von Winter- zu Sommerreifen im Frühjahr. Die Ansprüche, die ein Ganzjahresreifen erfüllen muss, sind beträchtlich: Ob bei Hitze und trockener Fahrbahn, bei Nässe und starken Regenfällen oder bei Schnee und Eis – gute Lenkbarkeit und ausreichende Bremswerte müssen stets gewährleistet sein.

Autoreifen Symbole
Ganzjahresreifen vereinen die Eigenschaften von Sommerreifen und Winterreifen.

Selbstverständlich eignen sich Allwetterreifen nicht für alle Regionen gleichermaßen, sondern sind vor allem dort verbreitet, wo die Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten nicht allzu kontrastreich ausfallen. In Österreich, der Schweiz, den alpennahen Regionen Deutschlands und in Mittelgebirgslagen, in denen im Winter erhebliche Schneemassen niedergehen, eignen sie sich nur bedingt.

Ganzjahresreifen vereinen die typischen Merkmale beider Saisonreifen. Ihre Vorteile liegen auf der Hand:

  • Der zweimalige jährliche Reifenwechsel entfällt
  • Ausgaben für einen zweiten Reifensatz entfallen
  • Kein Stauraum für nicht gebrauchte Saisonreifen nötig

Für wen eignen sich Ganzjahresreifen?

Vorab sei festgestellt: Ganzjahresreifen eignen sich nicht für jeden Bedarf. Langstreckenpendler oder Außendienstler sollten weiterhin Winter- und Sommerreifen verwenden, da sich Allwetterreifen vergleichsweise stärker abnutzen als ihre spezialisierten Pendants. Auch für einen Autofahrer, der jeden Wintermorgen einen schneebedeckten Steilhang in den Alpen „erklimmen“ muss, sind Allrounder-Reifen ungeeignet. In einem solchen Fall sollte der Fahrer auf die Griffkraft eines echten Winterreifens vertrauen. Legt der PKW jedoch nur kurze Strecken zurück und wird er darüber hinaus vornehmlich in städtischer Umgebung eingesetzt, sind Ganzjahresreifen eine durchaus sinnvolle Entscheidung. Für folgende Kraftfahrzeugführer sind sie die richtige Wahl:

  • Wer hauptsächlich Kurzstrecken zurücklegt.
  • Wer vorwiegend in der Stadt fährt.
  • Wer weniger als 10.000 Kilometer im Jahr, also etwa 30 Kilometer pro Tag, zurücklegt.
  • Wer seine Autoreifen nach sechs Jahren wegen ihres Alters wechselt, und nicht vorher wegen mangelnder Profiltiefe.
  • Wer mehrere Fahrzeuge besitzt (z.B. mittelständische Unternehmen mit regionalem Kundenkreis).

2. Was sind die Unterschiede zwischen Ganzjahresreifen und Saisonreifen?

Obwohl Ganzjahresreifen die Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen bestmöglich zu vereinen suchen, bestehen doch deutliche Unterschiede zu beiden Spezialisten. Worin diese Unterschiede bestehen, zeigen wir anhand des Profils, der verwendeten Materialmischung und der Eignung im Wintereinsatz auf.

Reifen im Querschnitt
Die Grafik erläutert die wichtigsten Begriffe und Komponenten eines Autoreifens anhand der Darstellung im Querschnitt.

Das Profil

Sommerreifen-Profil

Sommerreifen müssen über sogenannte Wischkanten verfügen. Die schräg angeordneten Profilblöcke sind von vergleichsweise wenigen Lamellen durchzogen, und alle Kanten führen zu mehreren breiten, umlaufenden Längsrillen, die dafür verantwortlich sind, große Mengen an Regenwasser möglichst schnell durch das Profil zu transportieren. So verhindern sie Aquaplaning bei starken Regenfällen.

Winterreifen-Profil

Das typische Profil der Lauffläche von Winterreifen zeigt viele breite, längs und quer verlaufende Profilrillen, sodass miteinander verzahnte Profilblöcke entstehen. Diese Profilblöcke sind zusätzlich mit Lamellen durchzogen. Durch sie entstehen auf der Lauffläche mehr Griffkanten und die Haftung auf rutschigem Untergrund wie Eis und Schneematsch ist stärker.

Ganzjahresreifen-Profil

Der hybride Charakter von Allwetterreifen ist leicht zu erkennen. Die Profile dieser Reifenart weisen mit umlaufenden Längsrillen, die sich für Fahrten auf aufgeheiztem Untergrund und bei Nässe eignen, ein typisches Charakteristikum von Sommerreifen auf. Andererseits hat das Profil auch die für Winterreifen typischen Profilblock-Verzahnungen, die bei Schneeglätte und Eis für die nötige Traktion sorgen. Alles in allem handelt es sich natürlich um einen Kompromiss zwischen beiden Spezialreifenformen, der weder die Vorteile eines Sommerreifens noch jene eines Winterreifens in vollem Maße erreicht. Für eine im städtischen Umfeld nötige Traktion kann jedoch ein guter Allzweckreifen problemlos sorgen, und zwar bei allen Witterungsbedingungen.

Reifenmischung

Sommerreifen werden aus einer wenig elastischen Gummimischung mit geringerem Naturkautschukanteil hergestellt. Damit sind sie wesentlich härter als Winterreifen. Selbst bei hohen Temperaturen und zusätzlichem Aufheizen durch die Reibung bei schnellem Fahren werden sie nicht zu weich.

Bereits bei reinen Sommerreifen handelt es sich um eine Kompromisslösung: Zum einen sollen sie einen möglichst geringen Rollwiderstand aufweisen, um sich möglichst wenig erhitzen zu können, zum anderen sollen sie aber auch genügend Haftreibung bei Nässe bieten. Ab einer Außentemperatur von weniger als sieben Grad Celsius beginnt sich die Mischung der Sommerreifen allmählich zu verhärten.

Die Laufflächen von Winterreifen enthalten im Vergleich zu Sommerreifen und auch zu Ganzjahresreifen einen höheren Anteil an Naturkautschuk und eine höhere Beimischung von Kieselsäure (Siliziumoxid). Letztere sorgt für einen weicheren Gummi, der auch bei niedrigen Temperaturen flexibel bleibt, und damit für einen besseren Grip im Winter. Höhere Temperaturen, trockener Asphalt und hohe Geschwindigkeiten führen bei Winterreifen zu einem stärkeren Abrieb und zu längeren Bremswegen.

Ganzjahresreifen stellen auch hinsichtlich ihrer Materialmischung einen Kompromiss dar. Diese ist weder für extrem hohe, noch für extrem niedrige Temperaturen ausgelegt. Bei moderaten Wintertemperaturen stehen jedoch moderne Allwetterreifen von guter Qualität echten Winterreifen nicht mehr in vielen Punkten nach. Das Bremsverhalten ist auch bei vielen Ganzjahresreifen hervorragend, nur hinsichtlich der Traktion bei Kurvenfahrten besteht noch ein wenig Verbesserungsbedarf. Bei warmen Temperaturen weisen Ganzjahresreifen aufgrund ihrer Gummimischung, die weicher ist als bei Sommerreifen, einen etwas höheren Verschleiß auf und verursachen einen geringfügig größeren Kraftstoffverbrauch. Wer seinen Wagen jedoch hauptsächlich für Kurzstrecken einsetzt, sollte dies mit guten Ganzjahresreifen kaum bemerken.

Mit welchen Reifen darf man im Winter fahren?

Zunächst einmal gilt: Da die Bodenhaftung von Autoreifen mit zu geringer Profiltiefe bei Glätte mangelhaft ist, sind in Deutschland Profiltiefen von mindestens 1,6 Millimetern per Gesetz vorgeschrieben. In Österreich gilt ein Reifen von unter vier Millimetern sogar automatisch als Sommerreifen.

Seit Dezember 2010 existiert in Deutschland eine situative Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen. Diese gilt, wenn „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ (§2, Absatz 3a, StVO) die Fahrbahn bedecken. Eine allgemeine Winterreifenpflicht für einen fest definierten Zeitraum gibt es allerdings nicht. Bei Missachtung der situativen Winterreifenpflicht drohen Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Im Schadensfall riskiert der Fahrer mit nicht angepasster Bereifung zudem Einschränkungen beim Versicherungsschutz.

Reifen müssen zumindest das M+S-Symbol tragen, wenn sie bei winterlichen Straßenverhältnissen benutzt werden und den Anforderungen des Gesetzgebers genügen sollen. Zusätzlich ist es empfehlenswert, Reifen mit dem „Schneeflocken-Symbol“ zu nutzen, da diese unter winterlichen Bedingungen getestet werden.

Was bedeuten M+S-Symbol und Schneeflocken-Symbol?

Winterreifen sowie viele Ganzjahresreifen werden mit dem Kürzel M&S oder M+S versehen. Das Kürzel steht für „Mud and Snow“, zu Deutsch „Matsch und Schnee“. Das M+S-Symbol bedeutet allerdings nicht, dass es sich auch um einen echten Winterreifen handelt. Denn M+S ist keine geschützte Kennzeichnung und darf in China oder Amerika auch auf Sommerreifen angebracht werden. Per Definition ist lediglich festgelegt, dass es sich um einen Autoreifen handelt, der im Vergleich zu einem „Normalreifen“ bessere Rolleigenschaften und eine höhere Traktion auf Schnee aufweist. Dies bedeutet, dass M+S-Reifen meist über breitere Profilrillen und Stollen verfügen.

Autoreifen M+S Symbol
Reifen mit M+S-Symbol weisen bessere Rolleigenschaften und höhere Traktion auf Schnee auf.

Das „Schneeflocken-Symbol“, auch „Alpine-Symbol“, „Berg mit Schneekristall“, „Three-Peak-Mountain-Snowflake“ oder kurz „3PMSF“ genannt, befindet sich auf Reifen, die im Test eine um mindestens sieben Prozent bessere Traktion auf Eis und Schnee beweisen als ein Durchschnittsreifen. Das Testverfahren entspricht dem amerikanischen Industriestandard für Winterreifen und ist weltweit anerkannt. Auch Ganzjahresreifen sind inzwischen fast immer mit diesem Symbol ausgezeichnet und signalisieren damit eine hinreichende Wintertraktion. In unserem Vergleich fehlt dieses Symbol nur bei BRIDGESTONE A001 Weather Control und FULDA MultiControl. Diese genügen zwar noch den gesetzlichen Anforderungen an Winterreifen, da sie das M+S-Symbol tragen. Aber Vorsicht: Eine Gesetzesänderung steht bevor.

Autoreifen Schneeflocken-Symbol
Reifen mit 3PMSF-Symbol haben eine bessere Traktion auf Eis und Schnee.
Schneeflockensymbol bald Pflicht!

Alle ab dem 01. Januar 2018 produzierten Reifen, die für den Wintereinsatz zugelassen werden, müssen über das Schneeflockensymbol verfügen. Es gibt jedoch eine Übergangsphase bis zum 30. September 2024. Während dieser ist die Weiternutzung von vor dem 31. Dezember 2017 produzierten Reifen als Winterreifen, die nur das M+S-Symbol tragen, gestattet.

3. Was macht einen guten Reifen aus?

Will der Fahrzeugbesitzer vor einer Neuanschaffung von Autoreifen die Produkte verschiedener Hersteller miteinander vergleichen, muss er zunächst die entscheidenden Aspekte kennen, die über die Qualität eines Reifens Aufschluss geben. Gerade beim Reifenkauf ist es wichtig zu wissen, welche Daten von den Herstellern angegeben werden und welche wiederum nicht, obwohl sie wichtige Beurteilungskriterien darstellen.

EU-Reifenlabel

Durch die Festlegungen der EU-Verordnung über Kennzeichnung von Reifen sind Reifenhersteller seit November 2012 verpflichtet, ihre Produkte mit einem Label zu versehen. Der Käufer erhält hier Auskunft über drei Qualitätscharakteristika. Die farbigen Skalen von A bis G geben Aufschluss über die Kraftstoffeffizienz anhand des Rollwiderstands sowie über die Bremseigenschaften bei Nässe. Das Lautsprechersymbol mit Dezibel-Angabe bezieht sich auf die Geräuschemission.

Allerdings bietet das Label keine Infos zu weiteren wichtigen Aspekten des Reifens wie Lebensdauer, Trockenhaftung, Luftwiderstand, Fahrstabilität, Aquaplaning-Anfälligkeit sowie Bremseigenschaften auf trockener und schneebedeckter Fahrbahn.

EU-Reifenlabel
Die Werte des EU-Reifenlabels geben einen ersten Anhaltspunkt zur Bewertung der Qualität eines Ganzjahresreifens.
Kraftstoffeffizienz

Analog zur Energieeffizienzskala bei Elektrogeräten wie Waschmaschinen oder Kühlschränken enthält das EU-Label eine Farbskala von A bis G zur Angabe des Rollwiderstands, wobei A für den geringsten und G für den höchsten Rollwiderstand steht. Ein niedriger Rollwiderstand geht selbstverständlich mit einer guten Kraftstoffeffizienz einher, da weniger Energie nötig ist und dementsprechend auch der CO₂-Ausstoß geringer ausfällt.

Jede Stufe bedeutet eine Einsparung von einem bis eineinhalb Litern Kraftstoff auf 1.000 Kilometern. Rechnungen der Europäischen Kommission zufolge kann ein Wechsel von Autoreifen der Klasse G zu solchen der Klasse A etwa 5,5 bis 6,9 Prozent Kraftstoff einsparen.

Nasshaftung

Die Bremsleistung des Reifens bei nassem Untergrund wird ebenfalls anhand einer fünfstufigen Skala (A, B, C, E und F) bewertet. Der Unterschied hinsichtlich der Länge des Bremsweges beträgt von einer Klasse der Nasshaftung zur nächsten bei 80 km/h zwischen drei und sechs Metern. Insgesamt besteht zwischen Reifen der Klassen A und F eine Bremswegdifferenz von 18 Metern. Die Klassen D und G sind entfallen in der Nasshaftungsklassifizierung.

Bremsweg Animation
Die Bremswegklasse ist insbesondere für unerfahrene Autofahrer ein wichtiger Faktor (zum Abspielen bitte anklicken).
Externes Rollgeräusch

Das Label zeigt das nach außen wahrnehmbare Rollgeräusch der Reifen, und zwar zum einen als absoluten Wert der Geräuschemission in Dezibel, zum anderen als Einordnung dieses Wertes in Bezug auf den EU-Grenzwert für das maximale Vorbeifahrgeräusch in Schallwellen. Es gibt drei Rollgeräuschklasse:

  • Drei Schallwellen: Einhaltung des EU-Grenzwertes, der bis 2016 gültig war (74 dB)
  • Zwei Schallwellen: Einhaltung oder Unterschreitung des ab 2016 gültigen Grenzwertes um bis zu 3 Dezibel (69-72 dB)
  • Eine Schallwelle: Unterschreitung des ab 2016 gültigen Grenzwertes um mehr als 3 Dezibel (< 69 dB)

Gängige PKW-Reifen weisen eine Geräuschentwicklung von 67 bis 71 dB auf, abhängig von der Breite der Lauffläche. Zum Vergleich: Der Geräuschpegel in einer Kantine beträgt ungefähr 65 dB, lautes Schreien oder ein Rasenmäher verursachen in etwa 70 dB, 80 dB sind zu hören, wenn ein LKW in einem Meter Entfernung vorbeifährt.

Wann ist Schall gefährlich?

Nach Expertenansicht nehmen Menschen bereits Unterschiede von einem bis zwei Dezibel wahr. Bereits ab 80 dB gefährdet Schall das Gehör und gilt als Lärm. Chronischer Lärm kann verschiedene Erkrankungen sowie Depressionen zur Folge haben. Bis 2027 sollen per EU-Richtlinie die zulässigen Emissionen von Schall durch Kraftfahrzeuge auf 68 dB sinken. Das stellt gegenüber 2015 eine Reduktion des messbaren Schalls um 75 Prozent dar.

Reinforced-Reifen (Reifen für höhere Last)

Oft findet sich im Zusammenhang mit dem Last-Index die Angabe „XL“, „Reinforced (R, Rf oder RFD)“ oder „Extra Load (EL)“. Diese Bezeichnung kennzeichnet Reifen mit besonders hoher Tragfähigkeit. Diese Autoreifen weisen eine verstärkte Karkasse auf und müssen auch mit einem höheren Reifendruck versehen werden als herkömmliche Autoreifen. Reinforced-Reifen benötigen unter anderem Vans, Geländewagen, Kleinbusse, Transporter oder schnelle PKW.

Run-Flat-Reifen

Die Kennzeichnungen „Run-Flat-Reifen“, „Runflat-Reifen“ und „RunOnFlat-Reifen“ beziehen sich auf Reifen mit Notlaufeigenschaft. Diese sind seit den 2000er Jahren auf dem Markt erhältlich. Sollte ein Reifenschaden auftreten, erlauben die Run-Flat-Reifen die Weiterfahrt mit verringerter Geschwindigkeit über eine Distanz von 80 Kilometern bei 80 km/h. Damit erübrigt sich das Mitführen eines Reserverades. Handelt es sich bei einem Modell um einen Autoreifen dieser Klasse, ist dies je nach Hersteller mit verschiedenen Kürzeln auf der Reifenflanke angegeben:

  • ROF (Dunlop/Goodyear RunOnFlat)
  • RFT (Bridgestone Run-Flat-Tyre)
  • EMT (Extended Mobility Tire)
  • RSC (Runflat System Component)
  • SSR (Self Supporting Runflat Tire)
  • ZP (Michelin Zero Pressure)
  • SST (Continental/Michelin Self Supporting Tyre)
  • DSST (Dunlop Self Supporting Technology)
  • BSR (Bridgestone Support Ring)
  • HRS (Hankook Runflat System)
  • PAX (Michelin Stützring)
  • TD
  • MOE
  • MO Ext.

Die Run-Flat-Eigenschaft wird durch eine Verstärkung der Seitenwände oder einen Stützring auf der Felge erzeugt. Dies verhindert, dass der Reifen bei plötzlichem Druckverlust platt wird oder sogar platzt. Viele der Ganzjahresreifen-Modelle besitzen zusätzlich eine spezielle Form des Felgenhorns (Extended Hump, kurz EH2), die ein Abspringen des Reifens von der Felge verhindert. Damit der Fahrer den Druckabfall überhaupt bemerkt, ist ein Reifendruckkontrollsystem vorgeschrieben. Fahrzeuge, die auch auf Run-Flat-Reifen ausgelegt sind, verfügen über entsprechende Angaben in den Zulassungsbescheinigungen.

Reifendruckkontrollsysteme

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtung integrieren seit November 2014 Kraftfahrzeughersteller serienmäßig RDKS, RDK oder RDC beziehungsweise Tire Pressure Monitoring Systems (TPMS) in ihre Fahrzeuge. Diese erfüllen vor allem den Zweck, den Fahrer während der Fahrt vor plötzlichem Druckverlust zu warnen.

4. Welcher Reifen passt auf mein Auto?

Den richtigen Reifen für seinen PKW zu finden, stellt für viele unerfahrene Fahrer bei der Fülle an Angeboten eine Herausforderung dar. Wir zeigen, worauf es ankommt.

Was bedeuten die Zahlen auf dem Autoreifen?

Verbraucher, die sich neue Allwetterreifen anschaffen möchten, müssen sich zuvor über die spezifischen Anforderungen des eigenen Fahrzeugs und die Bedeutung der zahlreichen technischen Angaben – Nummern und Kürzel – informieren, mit denen die Autoreifen versehen sind.

Reifenbreite

Dieser Wert liegt bei herkömmlichen PKW-Pneus zwischen 125 und 335 Millimetern und bezieht sich nur auf die breiteste Stelle, und nicht auf die allgemeine Breite der Lauffläche.

Höhen-Breiten-Verhältnis

Die Zahl hinter dem Schrägstrich ist eine Prozentangabe, die das Verhältnis von Höhe und Breite des Reifenquerschnitts angibt. Beträgt dieser Wert beispielsweise 50, bedeutet das, dass die Reifenhöhe halb so groß ist wie die Reifenbreite. In diesem Fall spricht man auch von „50-er Reifen“ oder „Serie 50“. Beträgt der Wert 70, beläuft sich die Reifenhöhe auf 70% der Reifenbreite, und der Fachmann spricht dementsprechend von „70-er Reifen“ oder Reifen der „Serie 70“.

Reifenbauart

Hinter dem Höhen-Breiten-Verhältnis folgt ein Buchstabe. Standardmäßig ist dies ein R für Radial, bei Oldtimern kann das D für Diagonalreifen vorhanden sein. Möchte ein Fahrer einen Run-Flat-Reifen (auch Notlaufreifen genannt) kaufen, sollte er darauf achten, dass dem R in der Angabe noch ein F folgt. RF steht in diesem Zusammenhang nämlich für Run-Flat. Radialreifen weisen radial angeordnete Karkassfäden auf und sind das heute übliche Grundmodell.

Felgendurchmesser

Der Felgendurchmesser wird in der Maßeinheit Zoll angegeben. Der durchschnittliche Wert liegt im Bereich zwischen 10 und 20 Zoll. Bei manchen Reifenmarken, beispielsweise bei den PAX-Reifen, TD-Reifen von Dunlop oder den TRX- und TDX-Reifen von Michelin, steht die Durchmesserangabe in Millimetern.

Tragfähigkeitsindex (Last-Index)

Tragfähigkeitsindex (Last-Index) bezieht sich auf die Belastbarkeit des Reifens. Man nennt diesen Wert „Tragfähigkeitskennziffer“, „Last-Index“, „Load Index“ oder abgekürzt „LI“. Jeder LI-Wert steht für eine bestimmte Belastbarkeit des Reifens bei einem vorgegebenen Luftdruck. Setzt man einen Reifenfülldruck von 2,5 bar voraus, entspricht ein LI-Wert von 90 einer Belastbarkeit des Reifens von 600 kg, ein LI-Wert von 92 entspricht 630 kg und ein LI-Wert von 93 entspricht 650 kg. Ist der Reifendruck niedriger, ist auch die Tragfähigkeit des Reifens geringer. Kraftfahrzeugführer sollten daher stets auf den Reifendruck achten. Der Last-Index des montierten Reifens darf höher sein als das, was in den Fahrzeugpapieren angegeben ist. Der Fahrer darf also bei einer Eintragung von 76 Reifen mit LI-Werten von 77 oder höher nutzen.

Geschwindigkeitsindex (Speedindex)

Hierbei handelt es sich um die zulässige Höchstgeschwindigkeit, die der Fahrer mit diesem Autoreifen fahren kann. Sie wird durch einen Kennbuchstaben angegeben. Dies ist das sogenannte Geschwindigkeitssymbol, kurz GSY oder auch Speed-Index. Jeder Buchstabe steht für eine zulässige Höchstgeschwindigkeit.
GSYkm/h
F80
G90
J100
K110
L120
M130
N140
P150
Q160
R170
S180
Die Tabellen entschlüsseln die Kennbuchstaben der Höchstgeschwindigkeits-Stufen.
GSYkm/h
T190
U200
H210
V240
VR>210
W270
Y300
ZR>240
(Y)>300

Wie finde ich heraus, welchen Reifen ich benötige?

Seit Oktober 2005 ist mit Einführung der neuen „Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)“ nur noch eine Reifendimension für ein Fahrzeug angegeben. Verbraucher finden diese Angabe unter Zeile 15.1 und 15.2. Das bedeutet aber nicht, dass der Fahrer nicht auch Autoreifen mit davon abweichenden Angaben aufziehen darf. Mögliche Alternativen findet er in der „EG Übereinstimmungserklärung“ unter Ziffer 32 „Bereifung der Räder“ und Ziffer 50 „Bemerkungen“.

Reifengröße Fahrzeugschein
Die Angaben zur passenden Reifengröße findet der Kfz-Besitzer im Fahrzeugschein.

Die Homepages der Reifenhersteller bieten einfache Suchmasken, in die der Interessierte diese Daten per Drop-Down-Menü eingeben kann. Auch Spezifikationswünsche wie Reinforced-Reifen, Run-Flat-Reifen oder Felgenschutz kann er angegeben, sofern der Hersteller diese anbietet. Daraufhin erhält der Nutzer eine Auswahl aus dem Produktspektrum des Herstellers. Oft genügt es auch, lediglich das Automodell anzugeben, und die passenden Reifen werden angezeigt.

5. So vergleichen wir

Wichtig: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. In dieser Kategorie war es uns aus Gründen der Verfüg- und Machbarkeit nicht möglich, vollumfänglich selbst zu testen, weshalb wir unsere Bewertung sowie das Ranking auf der Grundlage einer Analyse online recherchierter Informationen, Experteneinschätzungen, Berichten von Testinstitutionen, Online-Reviews und Kundenerfahrungen erstellten.

Um Autofahrern bei der Auswahl des geeigneten Ganzjahresreifens zu helfen, haben wir fünf Vergleichskategorien definiert, die jeder Kaufinteressent selbstverständlich nach eigener Schwerpunktsetzung gewichten kann. Jeder der von uns gewählten Allwetterreifen erhält zwischen 0.00 und 5.00 Punkten pro Bewertungskategorie. Die fünf Bewertungspunkte fließen zu gleichen Teilen in das Gesamtergebnis ein, das die Platzierung des jeweiligen Ganzjahresreifens im Ranking bestimmt.

Allgemeine Merkmale

In dieser Kategorie definieren wir zunächst die Dimension, in der wir die Reifenserien gegeneinander antreten lassen. Wie bei den Ganzjahresreifentests der Automobilclubs und Fachzeitschriften orientieren auch wir uns aufgrund der besseren Vergleichbarkeit an der meistverkauften Dimension 205/55 R 16. Die meisten Reifen im Vergleich waren mit einem Tragfähigkeitsindex von 94 und alle mit dem Geschwindigkeitsindex V versehen. Lediglich PIRELLI Cinturato All Season und VREDESTEIN Quatrac 5 bieten ihre „205/55 R 16“-Produkte mit einem Tragfähigkeitsindex an, der nicht höher ist als 91, und erhalten daher die ersten kleinen Abstriche.

Am günstigsten zu haben ist der HANKOOK Kinergy 4S. Jedoch scheint Qualität im Falle von Allwetterreifen tatsächlich ihren Preis zu haben: Die höchstplatzierten Modelle befinden sich im oberen Preissegment.

EU-Reifenlabel

Bei den Angaben des EU-Reifenlabels handelt es sich um Informationen, die der Hersteller aufgrund gesetzlicher Verpflichtung angeben muss. Sie bieten eine verlässliche Basis für einen objektiven Vergleich in den Punkten Rollwiderstand, Nasshaftung und Rollgeräusch an.

Die besten Werte in allen drei Kriterien erzielt der MICHELIN Crossclimate +, der damit der unangefochtene Sieger unseres Vergleichs ist. Gefolgt wird er vom NOKIAN Weatherproof und KLEBER Quadraxer 2, die in den Punkten Nasshaftung und Rollgeräusch nicht ganz an den Netzsieger herankommen.

Wintertauglichkeit

Alle Produkte in unserem Vergleich sind für den Wintereinsatz zugelassen und verfügen über das M+S-Symbol. Pluspunkte gibt es natürlich für das Prüflabel „Schneeflockensymbol“. Da der FULDA MultiControl und der BRIDGESTONE A001 Weather Control dieses nicht haben, erhalten sie hier weniger Punkte.

Zusatzwahlmöglichkeiten

In dieser Kategorie prüfen wir das Zusatzangebot und die Wahlmöglichkeiten, die ein Hersteller für die jeweilige Reifenserie bietet. Wenn Reifen unserer Vergleichsdimension 205/55 R16 als Reinforced-Version angeboten wurden, haben wir diese direkt als Vergleichsobjekt genutzt. Jede Reifenserie verfügt über Reinforced-Reifen für manche Dimensionen.

Nur Pirelli bietet seinen PIRELLI Cinturato All Season in der Dimension 205/55 R 16 serienmäßig als Run-Flat-Variante. Der HANKOOK Kinergy 4S ist in anderen Dimensionen mit diesem Feature erhältlich.

Felgenschutz und eine SUV-Variante ihrer Ganzjahresreifenserie sind nur bei manchen Herstellern erhältlich.

Hinsichtlich der erhältlichen Reifengrößen und der Variation an verfügbaren Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindices sind die Reifenserien VREDESTEIN Quatrac 5 und MICHELIN Crossclimate + das Maß der Dinge. Hier findet der Verbraucher für nahezu jedes Vehikel den passenden Ganzjahresreifen.

Testurteile

Die wichtigsten Eigenschaften von Reifen, nämlich Roll- und Bremseigenschaften unter verschiedenen Bedingungen, lassen sich natürlich nicht allein aus den Herstellerangaben ableiten. Hier sind selbstverständlich auch Praxis-Tests erforderlich. Daher berücksichtigen wir vor allem professionelle Testurteile für unseren Vergleich.

Zuerst betrachten wir die Ergebnisse des ACE (Auto Club Europa e.V.) Ganzjahresreifentests 2016, in dem sich zehn Ganzjahresreifen der Dimension 205/55 R 16 unter anderem in den Kategorien Bremsen und Fahren bei Schnee, Nässe und Trockenheit auf Prüfstrecken gegen je einen reinen Sommer- und einen Winterreifen als Referenzreifen beweisen mussten. Insgesamt konnte ein Reifen 260 Punkte aus allen Testkategorien erreichen. Nach dieser Gesamtpunktzahl wurde ein Ranking erstellt und darauf basierend eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Sieger des ACE-Tests ist der NOKIAN Weatherproof mit 203 von 260 möglichen Punkten. Vor allem bei Schnee und Nässe holte er viele Punkte. Daneben empfiehlt der ACE den GOODYEAR VECTOR 4Seasons Gen-2 mit 194 und den MICHELIN Crossclimate + mit 182 Punkten in der Gesamtwertung.

Die Bewertung des ADAC ist besonders streng: Hier erhielt kein einziger Reifen ein sehr gutes oder gutes Urteil. Sieben Ganzjahresreifen der Dimension 205/55 R16 V wurden im Test des größten europäischen Verkehrsclubs 2016 auf Herz und Nieren gegen je einen Winter- und einen Sommerreferenzreifen geprüft. Bewertet wird in Schulnoten von 1 bis 6 in den Kategorien Schnee, Nässe und Trockenheit. Mit einem Notenschnitt von jeweils 3,4 setzten sich beim ADAC der VREDESTEIN Quatrac 5 und der MICHELIN Crossclimate + durch, Platz 3 fährt der Testsieger des ACE ein, der NOKIAN Weatherproof.

Die große Fachzeitschrift Auto Bild testete im Jahr 2016 zehn aktuelle Ganzjahresreifen der Dimension 205/55 R 16 gegen Referenzreifen und bewertete sie ebenfalls in den Kategorien „Schnee“, „Nässe“ und „Trocken“ per Schulnotensystem. Darauf basierend, erstellte sie ein Ranking und verlieh Gesamtnoten. Den ersten Rang erlangte der MICHELIN Crossclimate +, gefolgt von GOODYEAR VECTOR 4Seasons Gen-2 und KLEBER Quadraxer 2.

Der Ganzjahresreifentest 2016 des Fachmagazins Gute Fahrt, in dem neun Reifen der Dimension 205/55 R 16 gegenübergestellt und gegen Referenzreifen getestet wurden, ergab Ähnliches. Der GOODYEAR VECTOR 4Seasons Gen-2 errang mit Bestnoten in der Sommerwertung, Winterwertung und Gesamtwertung den ersten Rang, gefolgt von MICHELIN Crossclimate + und NOKIAN Weatherproof.

Unsere Redaktion vergibt hier Punkte entsprechend der Durchschnittsbewertung in den vier Expertentests beziehungsweise den Tests, in denen der jeweilige Reifen mitgeprüft wurde.