Probiotikum

Die 7 besten Probiotika im Vergleich

Darreichungsform
Menge
Tagesdosis
Eigenschaften
Anzahl KBE-Bakterienkulturen
Anzahl probiotischer Bakterienstämme
Weitere Inhaltsstoffe
Bio-Qualität
Ohne Gluten
Ohne Laktose
Vegetarisch
Vegan

Probiotikum-Ratgeber: So wählen Sie das richtige Produkt

Das Wichtigste in K√ľrze
  • Probiotika sind Nahrungserg√§nzungsmittel, die den Darm mithilfe von lebenden Mikroorganismen unterst√ľtzen sollen.
  • Ihre angenommene Wirksamkeit st√ľtzt sich auf die Theorie, dass viele k√∂rperliche und mentale Beschwerden die Folge einer gest√∂rten Darmflora sind.
  • Klassische Probiotika enthalten vorwiegend eine Anzahl von lebenden Milchs√§urebakterien und Hefen sowie Ballaststoffe, um die Mikroorganismen zu ern√§hren.
  • Die h√§ufigste Darreichungsform sind Kapseln, aber es gibt auch Probiotika in Form von Tabletten und Pulver sowie als Fl√ľssigkeit.
  • Herstellern zufolge ist eine Einnahme von bis zu drei Monaten erforderlich, um eine Wirkung feststellen zu k√∂nnen.

Probiotika f√ľr das Wohlbefinden

Seit Jahren werben Hersteller wie Actimel mit probiotischen Getr√§nken. Sie sollen gut f√ľr die Abwehrkr√§fte und die Verdauung sein. Mittlerweile richten sich das Augenmerk auf fermentierte Speisen wie Sauerkraut, Kimchi, Miso oder Kefir, die ebenfalls probiotisch wirken und dadurch verschiedene gesundheitliche Verbesserungen versprechen. Somit verwundert es nicht, dass auch in der Kategorie der Nahrungserg√§nzungsmittel passende Produkte zu finden sind: die Probiotika.

Was sind Probiotika?

Der Begriff Probiotika kann sowohl das Präparat also auch dessen Inhalt beschreiben. Einer Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sind Probiotika lebende Mikroorganismen, die, wenn sie in einer bestimmten Menge eingenommen werden, einen gesundheitlichen Nutzen versprechen.

Das Bundesinstitut f√ľr gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterin√§rmedizin (BgVV) hat 1997 Probiotika als lebende Mikroorganismen bezeichnet, die, sofern sie in ausreichender Menge und in aktiver Form den Darm erreichen, positive gesundheitliche Wirkungen erzeugen. Dar√ľber hinaus sind probiotische Lebensmittel dem Institut zufolge Nahrungsmittel, die gen√ľgend Probiotika beinhalten, um probiotische Wirkungen erzielen zu k√∂nnen. Den Definitionen zufolge sind Probiotika also Nahrungserg√§nzungsmittel, die gute Mikroorganismen enthalten, welche positive Wirkungen im Darm erzielen.

Wie wirken diese Mikroorganismen?

Um zu verstehen, wie diese Mikroorganismen wirken, ist es wichtig, sich etwas mit dem K√∂rper und speziell dem Darm auseinanderzusetzen. Tats√§chlich leben im K√∂rper Hundertbillionen von guten Bakterien, die zahlreiche Aufgaben im K√∂rper √ľbernehmen. Sie bilden das Mikrobiom und haben unter anderem Einfluss auf Stoffwechsel- sowie Zellfunktionen, behindern die Ansiedlung von krankmachenden Bakterien und tragen zur Produktion entz√ľndungshemmender Botenstoffe bei. Die Besiedelung mit guten Bakterien startet w√§hrend der Schwangerschaft und ist ab dem achten Lebensjahr stabil.

Allerdings k√∂nnen √§u√üere Einfl√ľsse wie Antibiotika, eine ungesunde Ern√§hrung und Stress gen√ľgend gute Bakterien abt√∂ten, um das gesamte Mikrobiom in Ungleichgewicht zu bringen. Dieses Ungleichgewicht zwischen guten und ebenfalls vorhandenen sch√§dlichen Mikroorganismen ist auch als Dysbiose bekannt, die Theorien zufolge mit unterschiedlichen Beschwerden in Verbindung steht. Dazu geh√∂ren Asthma, Neurodermitis, Schlafprobleme, Verdauungsprobleme, chronisch entz√ľndliche Darmerkrankungen und neurologische Erkrankungen.

Der Zweck von Probiotika ist also, das Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht zu bringen, da angenommen wird, dass sich dadurch vorhandene Beschwerden verringern. Diese Aufgabe sollen die Pr√§parate erledigen, indem sie Bakterienst√§mme hinzuf√ľgen, die die k√∂rpereigenen Bakterien unterst√ľtzen.

Dabei kann die Einnahme von Probiotika helfen

Dass das Mikrobiom den K√∂rper auf zahlreiche Arten beeinflusst, ist in der Forschung ein gro√ües Thema und die Basis zahlreicher Forschungsarbeiten. Auch M√∂glichkeiten, bestimmte k√∂rperliche Beschwerden mit zugef√ľhrten Bakterienst√§mmen zu verringern, sind Teil der Forschung. Allerdings sind die genauen Zusammenh√§nge wissenschaftlich noch nicht genau gekl√§rt, wodurch auch die Einnahme von Probiotika keine Verbesserungen der Probleme garantiert. Sie k√∂nne aber Verdauungsprobleme wie Bl√§hungen und Verstopfungen reduzieren.

Da die Darmflora zudem mit dem Immunsystem im Zusammenhang steht, st√§rken Probiotika potenziell die immunologischen Prozesse und reduzieren so die Chance, an Infekten, Erk√§ltungen und Grippe zu erkranken. In der Theorie k√∂nnten sich Probiotika auf viele Beschwerden positiv auswirken, die durch eine St√∂rung der k√∂rpereigenen Abwehr hervorgerufen werden. Dazu geh√∂ren etwa Allergien und Nahrungsmittelunvertr√§glichkeiten, bei denen der K√∂rper auf ungef√§hrliche Substanzen reagiert, und chronisch-entz√ľndliche Hauterkrankungen wie Psoriasis, bei denen das Immunsystem gesunde Zellen angreift.

Falls Ihre Darmflora durch eine Antibiotikatherapie, Schmerzmittel oder entz√ľndungshemmende Medikamente gesch√§digt ist, k√∂nnen Probiotika die n√∂tigen Bakterien liefern, um sie wieder aufzubauen.

Weiterhin gibt es Studien, die auf die Existenz der sogenannten Darm-Hirn-Achse hindeuten, √ľber die Darm und Gehirn in permanentem Kontakt stehen. M√∂glicherweise beeinflusst der Darm Gehirnbereiche, die mit S√§ttigung, Emotionen und kognitiven F√§higkeiten zu tun haben. Nimmt der Darm Einfluss auf Appetit und S√§ttigung, k√∂nnen Probiotika beim Gewichtsverlust behilflich sein. Die Annahme, Probiotika helfen bei neurologischen und psychischen Zust√§nden, basiert ebenfalls auf der Theorie der Darm-Hirn-Achse. Die Zuf√ľhrung guter Bakterien k√∂nnte zum Beispiel Stress reduzieren.

Psychobiotische Ernährung

Lebende Mikroorganismen, die sich positiv auf die Psyche auswirken sollen, sind als Psychobiotika bekannt. Im Rahmen einer irischen Studie √ľber den Zusammenhang zwischen Stress und der Darmflora wurde eine sogenannte psychobiotische Ern√§hrung entwickelt. Sie setzt sich aus sechs bis acht Portionen ballaststoffhaltigem Obst und Gem√ľse, f√ľnf bis acht Portionen Getreide, zwei bis drei Portionen Fermentiertes sowie w√∂chentlich drei bis vier Portionen H√ľlsenfr√ľchte zusammen. Die ForscherInnen konnten eine Stressreduktion bei den ProbandInnen ermitteln.

Mögliche Probleme

Zwar gibt es sehr viele Forschungsarbeiten zum Mikrobiom und die Wirkungen von bestimmten Bakterienst√§mmen auf verschiedene Beschwerden, doch es gibt keine standardisierte Zusammensetzung oder Dosierung f√ľr spezifische Beschwerden. Als VerbraucherIn richtet man sich an die Dosierungsempfehlung und muss sich darauf verlassen, dass sich die gew√§hlte Zusammensetzung positiv auf das k√∂rperliche Befinden auswirkt. Da jede Darmflora individuell ist, kann das Pr√§parat effektiv sein und Sie f√ľhlen sich nach der Einnahme besser ‚Äď oder nicht. Es gibt keine Garantie, dass die bestimmte Zusammensetzung in den empfohlenen Mengen tats√§chlich die gew√ľnschten Verbesserungen herbeif√ľhrt.

In der Regel sind Probiotika gut vertr√§glich. Falls Sie aber ein Probiotikum w√§hrend einer Medikamententherapie einnehmen m√∂chten, lohnt sich ein Besuch bei der behandelnden √Ąrztin oder dem behandelnden Arzt, um abzukl√§ren, ob sich die beiden Mittel vertragen. Weiterhin ist der Besuch sinnvoll, wenn Sie an einer chronischen Krankheit leiden oder schwanger sind. Im Allgemeinen eignen sich Probiotika aber auch f√ľr die Einnahme w√§hrend der Schwangerschaft und in der Stillzeit. M√∂chten Sie Ihrem Kind ein Probiotikum verabreichen, empfiehlt sich ebenfalls eine √§rztliche Absprache, um den potenziellen Nutzen zu ermitteln und m√∂gliche Unvertr√§glichkeitsreaktionen zu vermeiden.

Selbst wenn Sie das Produkt vertragen, kann es zunächst zu einer Erstverschlimmerung Ihrer Symptome kommen, bevor sich Besserungen einstellen. Typisch sind Blähungen, Durchfall und Verstopfung. Erst wenn die Beschwerden länger als zwei Wochen bestehen bleiben, besteht Grund zur Sorge. Dann kann es sich um eine Unverträglichkeitsreaktion handeln und sie sollten mit der Einnahme stoppen.

Darauf kommt es beim Kauf an

Bei der Wahl des passenden Probiotikums ist es wichtig, dass die darin befindlichen Bakterien auch in gro√üer Anzahl bis zum Darm √ľberleben. Sofern die Herstellung in Deutschland erfolgte, k√∂nnen Sie sich sicher sein, dass deren Einnahme unbedenklich ist.

Darreichungsform

Probiotische Nahrungserg√§nzungsmittel finden sich am h√§ufigsten in Form von Kapseln wieder. Daneben gibt es Probiotika in Tabletten-, Pulver- und fl√ľssiger Form. Hinzu kommen Fruchtgummis, die anstelle einer Mischung aber oft nur einen Bakterienstrang beinhalten. Sie dienen eher als Erg√§nzung zu klassischen Probiotika aus mehreren Bakterienst√§mmen.

Kapseln

Bei Probiotika in Kapselform sorgt eine spezielle Mikroverkapselung daf√ľr, dass die Bakterien nicht durch Magens√§ure Schaden nehmen. Die Verkapselung kann sowohl tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs sein. Einige Produkte sollten zwar k√ľhl gelagert werden, doch mittlerweile gibt es auch gen√ľgend Pr√§parate, die dank Gefriertrocknung der Bakterien sowie einer besonderen Versiegelung ungek√ľhlt bleiben k√∂nnen. Produkte auf Sporenbasis erfordern keine spezielle Lagerung.

Tabletten

Probiotika in Form von Tabletten haben bei der Herstellung ein Problem: Es ist schwieriger, das √úberleben der Bakterien zu garantieren. Die Inhaltsstoffe m√ľssen verdichtet und in die typische Tablettenform komprimiert werden, was die Mikroorganismen allerdings nur schlecht vertragen. Zudem ist die Zugabe von F√ľllmitteln erforderlich, damit die Tabletten ihre Form behalten. Daf√ľr ist keine K√ľhlung erforderlich. Zudem lassen sich Tabletten leichter als Kapseln schlucken.

Pulver

Im Gegensatz zu Kapseln oder Tabletten erm√∂glichen Pulver eine individuelle Dosierung. Sie k√∂nnen eine geringe Menge w√§hlen, um sich an das Probiotikum zu gew√∂hnen, und sich nach und nach an die empfohlene Dosis herantasten. Praktischerweise k√∂nnen Sie das Pulver auch mit Lebensmitteln mischen, etwa in Joghurt r√ľhren. Gegen Magens√§ure sind die Bakterien im Pulver allerdings nicht speziell gesch√ľtzt.

Fl√ľssigkeit

Fl√ľssige Probiotika enthalten neben Probiotika oft auch verschiedene Fermente, darunter Frucht-, Kr√§uter- oder Heilpflanzenextrakte. In einigen F√§llen kommen sogar Extrakte von Heilpilzen und Traubenkern hinzu. Sie sollen den Bakterien dabei helfen, das optimale Darmmilieu zu schaffen. Zudem sollen die Substanzen selbst verschiedene positive Effekte auf den K√∂rper haben. OPC (Oligomere Proanthocyanide) aus Taubenkernextrakt wirkt zum Beispiel antioxidativ und soll das Infektionsrisiko senken.

Klassische oder sporenbasierte Probiotika?

Die Bakterienst√§mme, die meistens in Probiotika zum Einsatz kommen, gesellen sich im Darm zur bereits vorhandenen Population und vermehren sich dort, sodass stabile Populationen entstehen und das Darmmilieu wieder ins Gleichgewicht kommt. Sie sind nicht von Natur aus resistent gegen Magens√§ure, Verdauungsenzyme oder Gallens√§ure und k√∂nnen ohne k√ľnstlichen Schutz nicht unbeschadet zum Darm gelangen.

Bakterien auf Sporenbasis verhalten sich anders. Sie sind von einer Spore umgeben, die sie auf nat√ľrliche Weise sch√ľtzt und in der sie bis zur Ankunft im Darm inaktiv bleiben. Im Dickdarm angekommen keimen und vermehren sich die Bakterien nach kurzer Zeit. Nach etwa 28 Tagen werden die Bakteriensporen ausgeschieden. In der Zeit scheinen die Bakterien dazu in der Lage zu sein, n√ľtzliche Mikroorganismen zu ermitteln und ihr Wachstum zu f√∂rdern.

Dank des Sporenschutzes sind sie nicht nur vor der rauen Magenumgebung sicher, sondern auch hitze- und lichtbest√§ndig sowie lagerstabil. Da Sporenbakterien erst im Dickdarm keimen, lassen sie sich ebenfalls nutzen, wenn Sie an einer bakteriellen √úberbesiedelung des D√ľnndarms leiden.

Sporenbasierte Bakterien sind in puncto √úberlebensf√§higkeit deutlich besser dargestellt als klassische probiotische Bakterienst√§mme. Sie sind sogar gegen viele Antibiotika resistent. Allerdings kann diese Robustheit auch das Aussp√ľlen aus dem K√∂rper erschweren. Bei traditionellen Probiotika besteht das Problem nicht. Zudem sind traditionelle Probiotika umfangreicher erforscht als sporenbasierte und kommen weitaus h√§ufiger in Nahrungserg√§nzungsmitteln vor.

Art und Anzahl der Bakterienkulturen

Bei der Frage, wie viele Bakterien in einem Pr√§parat enthalten sein sollen, spielt die Anzahl der Milliarden koloniebildenden Einheiten (KBE) pro Tagesdosis eine Rolle. Mit koloniebildenden Einheiten sind lebende Bakterien gemeint, sie sich vermehren k√∂nnen. Bei Kapselprodukten sind es oft zwischen 20 und 30 Milliarden KBE pro Tag. M√∂glich sind aber auch Dosierungen von 10 Milliarden oder mehr als 50 Milliarden. Da es keine standardisierten Empfehlungen gibt, welche Dosis sich f√ľr welche Beschwerden eignet, l√§sst sich nicht sagen welche Anzahl von KBE f√ľr Sie am sinnvollsten ist.

Auch wenn es um die Anzahl unterschiedlicher Bakterienst√§mme geht, gibt es von Produkt zu Produkt gro√üe Unterschiede. Es gibt einige mit lediglich einem Stamm oder zwei St√§mmen sowie solche mit mehr als 30. Da die Darmflora aus mehr als 200 verschiedenen St√§mmen besteht, ist es durchaus sinnvoll, wenn das Pr√§parat ebenfalls eine vielf√§ltige Auswahl von Bakterienst√§mmen hat. Es gibt einige Bakterienst√§mme, die als besonders n√ľtzlich gelten und am h√§ufigsten in Pr√§paraten zum Einsatz kommen.

Die bekanntesten Bakterienkulturen

Bakterienkulturen, die in den meisten Probiotika vorkommen, geh√∂ren meist zur Kategorie der Milchs√§urebakterien, also der Lactobakterien, und der Bifidobakterien. Beide kommen in gro√üen Anteilen im Darm vor und √ľbernehmen verschiedene Aufgaben. Eine der wichtigsten ist das Behindern sch√§dlicher Bakterien und Krankheitserreger. Bifidobakterien wandeln hierf√ľr Glucose zu Milchs√§ure um und senken so den pH-Wert im Dickdarm. Krankheitserreger wie Salmonellen oder Kolibakterien vertragen das saure Milieu nur schlecht.

Zudem produzieren Bifidobakterien ein Toxin, das die Vermehrung gesundheitssch√§digender Darmbakterien hemmt. Weitere m√∂gliche Aufgaben von Bifidobakterien umfassen die Minderung von Reizdarmsyndrom, den Schutz gegen Scheideninfektionen sowie die Unterst√ľtzung des Immunsystems. Zu den typischen Bifidobakterien in Probiotika geh√∂ren folgende:

  • Bifidobacterium bifidum
  • Bifidobacterium longum
  • Bifidobacterium breve
  • Bifidobacterium infantis

Zu den Milchsäurebakterien in probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln zählen oft diese:

  • Lactobacillus casei
  • Lactobacillus acidophilus
  • Lacotbacillus rhamnosus
  • lactobacillus johnsonii
  • Lactobacillus plantarum
  • Lactobacillus reuteri

Neben dem Kampf gegen sch√§dliche Mikroorganismen sollen Milchs√§urebakterien auch die Barrierefunktion der Darmschleimhaut st√§rken und die Bioverf√ľgbarkeit von Lebensmitteln erh√∂hen k√∂nnen. Letzteres f√ľhrt zu einer erh√∂hten N√§hrstoffaufnahme. Wie auch die Bifidobakterien sollen sie eine positive Wirkung auf das Immunsystem haben und vor Scheideninfektionen sch√ľtzen. Des Weiteren werden den einzelnen St√§mmen spezifische Wirkungen nachgesagt. Lactobacillus reuteri soll zum Beispiel Zahnbelag und Zahnfleischentz√ľndungen reduzieren, w√§hrend Bifidobakterium Longum unter anderem in der Lage sein soll, Giftstoffe zu neutralisieren.

Oft kommen die Hefe Saccharomyces boulardii und die Bakterienart Streptococcus thermophilus hinzu. Diese Hefe soll gegen verschiedene Arten von Durchfall helfen, darunter akute und ernährungsbedingte Ausprägungen sowie Reisedurchfall. Sie soll schädliche Mikroorganismen und bakterielle Giftstoffe im Darm binden.

Da Streptococcus thermophilus dazu in der Lage ist, Laktase zu produzieren, soll die Einnahme dieses Bakterienstamms die Symptome von Laktoseintoleranz lindern. Des Weiteren soll die Mikrobe Substanzen und bakterizide Proteine produzieren, die die Chance von Infektionen durch schädliche Mikroorganismen verringern können.

Sporenbildende Bakterien

Bakterien auf Sporenbasis sind in Produktbeschreibungen daran erkennbar, dass sie mit dem Wort ‚ÄěBacillus‚Äú beginnen. Tats√§chlich gibt es aber nur drei Arten, die bei Probiotika zum Einsatz kommen: Bacillus subtilis HU58, Bacillus coagulans SC208 und Bacillus clausii SC109. Diese drei Bakterienst√§mme gelten als sicher.

Bacillus subtilis
grafische darstellung bacillus subtillis

Dieser Stamm wurde erstmals in an der Royal Holloway University umfassend erforscht. Er soll bei Verdauungsstörungen, Durchfall aufgrund von Antibiotika, Colitis ulcerosa sowie Infektionen des Harnwegs und der Scheide helfen. Eine Studie aus dem Jahr 2015 besagt auch, dass sich die Bakterienart positiv auf das Immunsystem älterer Menschen auswirken kann. Zudem vertrage der Stamm hohe Temperaturen, Antibiotika sowie die Magenumgebung

Bacillus coagulans
grafische darstellung bacillus coagulans

Bacillus coagulans ist dazu in der Lage, Milchs√§ure zu produzieren, weshalb es auch als Lactobacillus Sprogenes bekannt ist. Aufgrund der sporenbildenden Eigenschaft ist eine Einstufung als Laktobazillus nicht zutreffend. Der Bakterien stamm soll die Symptome von Reizdarm lindern k√∂nnen, darunter Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung.Des Weiteren ermittelte eine Studie aus dem Jahr 2010 Vorteile f√ľr Personen, deren Bewegung durch rheumatoide Arthritis eingeschr√§nkt ist.

Bacillus clausii
grafische darstellung bacillus clausii

Wie die anderen sporenbasierten Bakterienst√§mme √ľbersteht Bacillus Clausi die Magenumgebung und kann seine Wirkung im Darm entfalten. Er vertrage sogar Antibiotika. Der Bakterienstamm soll bei akutem Durchfall helfen. Es gibt verschiedene Studien zur Wirkung bei betroffenen Kindern, die in einem Artikel von 2018 zusammengefasst und systematisch reviewt wurden. Demzufolge kann der Stamm positive Wirkungen erzielen, doch die Studienlage erlaubte keine definitive Aussage.

Weitere Inhaltsstoffe

Neben den Bakterienkulturen enthalten viele Probiotika noch ein sogenanntes Pr√§biotikum. Dabei handelt es sich um Ballaststoffe, also Lebensmittelbestandteile, die der K√∂rper nicht verdauen kann und die den Bakterien als Nahrungsmittel dienen. Typisch sind Inulin, Fructo-Oligosaccharide, Flohsamen, Akazienfasern und Baobab. Flohsamen sind aber nicht ideal, da es sich um ein Abf√ľhrmittel handelt, das die N√§hrstoffe schnell aus den K√∂rper aussp√ľlt.

Einige Produkte enthalten mittlerweile auch zugesetzte Postbiotika. Das sind Stoffwechselprodukte von Bakterien, die dabei helfen sollen, die Darmzellen wieder aufzubauen und zu regenerieren. Dazu gehören kurzkettige Fettsäuren wie Buttersäure, Propionsäure und Essigsäure.

Das Probiotikum sollte keine unnat√ľrlichen Zusatzstoffe wie Farb- und Aromastoffe, gentechnisch ver√§nderte oder allergieausl√∂sende Stoffe enthalten. Auch Zucker oder S√ľ√üstoffe sind idealerweise nicht zugesetzt. Diese findet man vor allem in Fruchtgummis oder fl√ľssigen Produkten, die oft mit Kr√§uter- und Fruchtextrakten versetzt sind.

Falls Sie vegetarisch oder vegan leben, ist noch zu beachten, dass die s√§ureresistenten Kapseln, die die Bakterien bis zum Wirkungsort sch√ľtzen, nicht aus tierischen Bestandteilen bestehen. Bei Bakterien auf Sporenbasis ist eine solche k√ľnstliche Umh√ľllung nicht n√∂tig.

Preis und Portionierung

Eine Packung Probiotika ist in der Regel f√ľr ein bis drei Monate ausgelegt. Handelt es sich um Kapseln, betr√§gt die Anzahl zwischen 60 und 180 St√ľck. Sie m√ľssen aber immer auf die Anwendungshinweise schauen: Bei manchen Produkten gen√ľgt eine Kapsel pro Tag, andere erfordern zwei bis drei Kapseln. Ein Probiotikum mit 180 Kapseln kann also je nach Hersteller f√ľr zwei oder drei Monate gen√ľgen, einer 60er-Packung f√ľr ein bis zwei Monate. Probiotika in fl√ľssiger Form fassen meist 500 Milliliter und reichen f√ľr einen Monat.

Die durchschnittlichen Preise pro Produkt liegen oft in einem Bereich zwischen 20 und 40 Euro. Sie sind aber immer in Relation zum Inhalt zu sehen. Es gibt sowohl drei Monatsvorr√§te f√ľr 25 Euro als auch einen Monatsvorrat f√ľr 35 Euro. Handelt es sich um ein Produkt auf Sporenbasis, ist es in der Regel teurer als ein solches aus herk√∂mmlichen Bakterienst√§mmen.

Je nach Produkt und Dauer der Einnahmezeit kann die Versorgung mit Probiotika sehr teuer werden. Hersteller geben oft an, dass erst nach ein bis drei Monaten eine sp√ľrbare Wirkung eintritt. So viel Zeit sollte demzufolge f√ľr das Testen des Probiotikums in Anspruch genommen werden. Kaufen Sie eine Drei-Monatspackung f√ľr 40 Euro, kommen Sie nat√ľrlich besser weg, als wenn Sie drei Monatspackungen f√ľr jeweils 40 Euro kaufen. Insbesondere dann, wenn Sie das Produkt l√§ngerfristig einnehmen, ist es sinnvoll, das Kosten-Nutzen-Verh√§ltnis abzuw√§gen.

Weiterf√ľhrende Testberichte

Achtung: Hierbei handelte sich um einen Vergleich. Wir haben die Probiotika nicht selbst getestet.

Die Wirkung von Probiotika zu testen, ist auch f√ľr renommierte Testmagazine und -organisationen kein Leichtes. Die Stiftung Warentest hat zwar eine Kategorie f√ľr Medikamente, die gegen verschiedene Beschwerden helfen k√∂nnen, aber einen gro√üen Vergleichstest von Probiotika gibt es bislang nicht. Um zu ermitteln, welche Mittel gegen Reizdarmbeschwerden helfen k√∂nnen, testete die Organisation jedoch 17 Pr√§parate, von denen drei Probiotika enthielten.

Die Reizdarm Kapseln und die Reizdarm PRO Kapseln von KIJIMEA enthalten Bifidobakterien, w√§hrend SYMBIOFLOR 2 Suspension Escherichia-coli-Bakterien beinhalten. Nur die KIJIMEA Reizdarm PRO Kapseln empfanden die TesterInnen als ‚Äěmit Einschr√§nkung geeignet‚Äú, w√ľnschten sich aber weitere Studien, um sowohl die kurzfristigen als auch die langfristigen Effekte besser bewerten zu k√∂nnen. Bei den anderen beiden Produkten sei die therapeutische Wirksamkeit nicht gen√ľgend nachgewiesen, um die Produkte bei Reizdarm zu empfehlen. Daher erhielten sie die Wertung ‚Äěwenig geeignet‚Äú.

Auch in der Kategorie der medizinischen Produkte zur Linderung von Durchfall wurden Probiotika unter die Lupe genommen. Pr√§parate wie PEROCUR oder YOMOGI 250 mg Hartkapseln nutzen Trockenhefe aus Saccharomyces boulardii. Der Stiftung Warentest zufolge ist der Wirkstoff bei akutem Durchfall ‚Äěmit Einschr√§nkung geeignet‚Äú. Zwar gebe es Hinweise auf die Wirksamkeit bei Durchfall und zur Vorbeugung gegen Reisedurchfall, aber sie sollte besser belegt werden.


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