Herren-Fahrradhelm

Die 7 besten Herren-Fahrradhelme im Vergleich

Anwendungsbereich
Gewicht
Justierung auf Knopfdruck
Verstellsystem
Anzahl BelĂŒftungsöffnungen
Insektenschutz
Visier abnehmbar
FAS-Gurtband
Integriertes RĂŒcklicht
Fliegennetze
Sicherheitsreflektoren
Vorteile
Nachteile

Herren-Fahrradhelm-Ratgeber: So wÀhlen Sie das richtige Produkt

Das Wichtigste in KĂŒrze
  • Fahrradhelme sind zwar keine Pflicht, reduzieren aber das Risiko schwerer Verletzungen bei einem Unfall erheblich.
  • Wichtig ist, dass Sie Ihren Kopfumfang messen und auf dieser Basis einen passenden Helm finden.
  • Aussparungen zur BelĂŒftung, Polsterungen an der Innenseite, ein Schutz vor Insekten oder blendender Sonne sind hilfreiche Kriterien fĂŒr einen guten Helm.
  • FĂŒr Mountainbiker oder Radrennfahrer gibt es weitere Extras beziehungsweise Anforderungen an den optimalen Helm, beispielsweise ein Visier oder besonders geringes Gewicht.
  • Helme sollten nach einem Unfall nicht wiederverwendet werden, da eventuell nicht erkannte SchĂ€den im Inneren die Schutzfunktion minimieren könnten.

Ein Helm fĂŒr alle (Un-)FĂ€lle

Ob temporeich mit dem Rennrad, im GelĂ€nde mit dem Mountainbike oder auf dem tĂ€glichen Weg zur Arbeit – wer viel mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte zur eigenen Sicherheit nicht auf einen Fahrradhelm verzichten. Zwar besteht in Deutschland keine Helmpflicht, ein Helm ist aber gerade im Straßenverkehr, wenn Sie auf die Umsicht anderer angewiesen sind, sowie bei hoher Geschwindigkeit oder in unĂŒbersichtlichem Terrain mitunter ein Lebensretter.

Der Terminus „Herren-Fahrradhelme“ ist irrefĂŒhrend, denn grundsĂ€tzlich sind Fahrradhelme unisex. Zwar wĂŒrden Frauen aufgrund ihres hĂ€ufig geringeren Kopfumfangs einen kleineren Helm wĂ€hlen, das ist aber nicht abhĂ€ngig vom Modell oder Hersteller, sondern von der AusfĂŒhrung des Helms.

Zertifiziert durch Sicherheitsstandards

In Deutschland auf dem Markt erhĂ€ltliche Helme mĂŒssen nach EU-Norm getestet werden und verschiedene Material- sowie Sicherheitsstandards erfĂŒllen. Auch einen Crashtest mĂŒssen sie ĂŒberstehen, bevor sie mit der DIN-Norm EN 1078 zertifiziert werden. Das GS-Siegel (fĂŒr „geprĂŒfte Sicherheit“) ist – nicht nur bei diesen Produkten – ein guter Indikator fĂŒr hohe QualitĂ€t.

Hierzulande keine Helmpflicht

In Deutschland besteht weder fĂŒr Kinder noch fĂŒr Erwachsene eine Helmpflicht, auch wenn es von verschiedenen Seiten wie ÄrztInnen, Versicherungen oder der Polizei immer wieder gefordert wird. Zudem ist erwiesen, dass das Verletzungsrisiko im Stirnbereich beim Tragen eines Helms wĂ€hrend eines Unfalls um 90 Prozent verringert wird. Laut der Deutschen Gesellschaft fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie ist ein schweres SchĂ€del-Hirn-Trauma die hauptsĂ€chliche lebensgefĂ€hrliche Verletzung bei RadfahrunfĂ€llen.

Gefertigt im In-Mold-Verfahren

Gute Fahrradhelme sind nach dem In-Mold-Verfahren hergestellt. Die AußenhĂŒlle aus robustem Kunststoff wird mit dem Hartschaumkern aus expandiertem Polystorol (EPS), einer Art Styropor, verbunden. So entsteht eine widerstandsfĂ€hige, langlebige Konstruktion, die bei einem Unfall die auf den Helm wirkende Energie verteilt. Das EPS kann sich zu einem gewissen Grad komprimieren und fungiert als Knautschzone. Die glatte OberflĂ€che des Helms gleitet besser ĂŒber den Untergrund.

Auf dieser Basis gibt es verschiedene Helmarten. Am weitesten verbreitet ist der Mikroschalenhelm; er ist leicht, mit LĂŒftungsschlitzen versehen und sowohl fĂŒr Alltagsfahrer als auch Profis gut geeignet. Twin-Shell-Helme verfĂŒgen ĂŒber ein Gitter aus Polycarbonat zwischen der AußenhĂŒlle und der EPS-Schicht. Dadurch wird eine hohe StabilitĂ€t gewĂ€hrleistet, selbst wenn der Helm zusĂ€tzliche oder besonders große BelĂŒftungsöffnungen besitzt. Hartschalenhelme haben eine dickere Außenschale und in der Regel keine oder nur sehr kleine LĂŒftungsschlitze. Sie werden fĂŒr Downhill- oder BMX-Fahrten genutzt. Die sehr leichten Weichschalenhelme bestehen nur aus der EPS-Schicht, sind jedoch aufgrund ihrer geringeren Schutzfunktion kaum noch erhĂ€ltlich.

Wie finde ich die richtige HelmgrĂ¶ĂŸe fĂŒr mich?

ZunĂ€chst mĂŒssen Sie Ihren Kopfumfang messen, um die passende HelmgrĂ¶ĂŸe zu ermitteln. Legen Sie circa einen Zentimeter ĂŒber Ihren Augenbrauen ein Maßband an und fĂŒhren Sie es einmal um den Kopf. Achten Sie darauf, dass es gerade verlĂ€uft, etwa knapp ĂŒber den Ohren entlang. Wenn Sie den Umfang wissen, können Sie einen passenden Helm wĂ€hlen. Oft werden diese auch mit den GrĂ¶ĂŸenangaben XS bis XXL deklariert.

GrĂ¶ĂŸenbezeichnungKopfumfang
XS 46–51 cm
S 51–55 cm
M 51–55 cm
L 56–62 cm
XL 61–65 cm
XXL > 65 cm
HelmgrĂ¶ĂŸen im Überblick.

Diese Tabelle entspricht in etwa den GrĂ¶ĂŸenangaben der Hersteller. Allerdings sind sie nicht genormt und können sich stellenweise marginal unterscheiden. Zudem sind Fahrradhelme in der Regel zu einem gewissen Maß verstellbar. Bei Werten, die zu zwei GrĂ¶ĂŸen passen wĂŒrden, sollten Sie zur grĂ¶ĂŸeren Variante tendieren, beispielsweise bei 54 Zentimetern zu M oder bei 57 Zentimetern zu L.

Wenn Sie einen passenden Helm gefunden haben, geht es an die Feinjustierung. Mit einer Gurtschnalle oder einem Rad, das sich hinten am Helm befindet, können Sie das Innenteil enger oder weiter einstellen, bis der Helm optimal sitzt. Danach schließen Sie den Kinngurt; dies geht normalerweise mit einem einfach Klickverschluss, der auch mit einer Hand wieder geöffnet werden kann. Zwischen diesem Gurt und dem Kinn sollte etwa ein Finger breit Platz sein. Der Helm muss so fest anliegen, dass er nicht wackelt, wenn Sie mit dem Kopf schĂŒtteln, darf aber nicht drĂŒcken. Die Riemen sollten nicht an den Ohren scheuern. Ein nicht passender Helm – ob zu eng oder zu locker – kann das Verletzungsrisiko steigern.

Mit Helm und Brille

Tragen Sie im Alltag eine Brille beziehungsweise wĂ€hrend der Fahrt eine spezielle Sportbrille, sollten Sie den Helm anprobieren, wenn Sie diese tragen. So gehen Sie sicher, dass beide Teile kompatibel sind und der Brillenrahmen nicht gegen den Helmrand oder die Sonnenblende stĂ¶ĂŸt.

Kriterien fĂŒr einen guten Helm

Ein guter Fahrradhelm muss einige Komponenten mitbringen, damit er neben dem Sicherheitsaspekt auch AnsprĂŒche an den Komfort erfĂŒllt. Im Idealfall >spĂŒren Sie den Helm so wenig wie möglich und fĂŒhlen sich durch ihn nicht behindert – schließlich wollen Sie ihn ĂŒber einen langen, unfallfreien Zeitraum tragen. WĂ€gen Sie ab, welche Kriterien Sie fĂŒr wichtig erachten und haben Sie ein Auge darauf, was einzelne Modelle mitbringen.

BelĂŒftung

Schlitze und Öffnungen auf der OberflĂ€che des Helms sind wichtig, damit wĂ€hrend der Fahrt frische Luft an den Kopf gelangt. Außerdem wird Hitzestau auf diese Weise verhindert. Viele Hersteller statten ihre Modelle mit mehr als 20 BelĂŒftungsschlitzen aus.

Polsterung

An der Innenseite des Helms befinden sich kleine Schaumstoffpolster, die fĂŒr einen angenehmeren Sitz sorgen. Im Idealfall besitzen sie eine KlettflĂ€che, sodass Sie sie abnehmen und waschen können.

Insektenschutz

Ein feines Netz an der Innenseite schĂŒtzt dagegen, dass Insekten wie Fliegen oder Wespen durch die LĂŒftungsschlitze unter den Helm geraten.

Sonnenblende

Diese Erweiterung des Helms ragt ein StĂŒck nach vorn ĂŒber die Stirn hinaus und fungiert als Blendschutz vor der Sonne, wenn sie von oben oder schrĂ€g oben scheint. Zudem schĂŒtzt dieses Element im Falle eines Sturzes. Gegebenenfalls kann die Blende auch demontiert werden.

MIPS (Multi-Directional Impact Protection System)

Viele Fahrradhelme modernerer Bauart werden mit der sogenannten MIPS-Technologie ausgestattet. Bei dieser befindet sich eine zusĂ€tzliche Schutzschicht aus Kunststoff an der Innenseite des Helms. Diese kann sich um 1,0 bis 1,5 Zentimeter hin- und herbewegen. Die Entwickler aus Schweden fanden heraus, dass RadfahrerInnen bei StĂŒrzen hĂ€ufig mit dem Kopf seitlich aufkommen, wodurch das Gehirn eine potenziell schĂ€dliche Drehbewegung erfĂ€hrt. Diese wird durch das MIPS zumindest teilweise ausgeglichen.

Besondere Eigenschaften fĂŒr besondere UmstĂ€nde

Professionelle Fahrradhelme, die ĂŒber die Nutzung im Alltag hinausgehen, benötigen in manchen Situationen fĂŒr den optimalen Schutz oder bestmöglichen Komfort noch ein paar weitere Komponenten.

Bessere Sichtbarkeit

Wenn Sie viel in der Dunkelheit oder im DĂ€mmerlicht unterwegs sind, sorgen eingebaute Reflektoren hinten und an den Seiten dafĂŒr, dass Sie von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen werden. Manche Helme haben ein integriertes Licht beziehungsweise einen Einlass, in den Sie ein Licht einbauen können. Der Fahrradhelm Lumos Kickstart verfĂŒgt sogar ĂŒber Blinker, die Sie mit einem Controller ĂŒber Bluetooth bedienen.

Regenschutz

Weniger ein Teil des Fahrradhelms an sich als vielmehr ein nĂŒtzliches Extra ist eine Regenhaube, die Sie bei Bedarf ĂŒber den Helm stĂŒlpen. Sie besteht aus wasserdichtem, aber luftdurchlĂ€ssigem Material und sorgt dafĂŒr, dass Ihr Kopf bei Regen trocken bleibt, die WĂ€rme sich jedoch nicht unter dem Helm staut.

Visier

Downhill- oder Mountainbike-Fahrer sind mit einem integrierten Visier gut beraten. Es kann bei Nicht-Bedarf eingeklappt werden und bewahrt ansonsten die Augen vor aufgewirbeltem Schmutz und Steinen. Auch fĂŒr temporeiche Fahrten ist ein Visier eine gute Wahl, da es vor Gegen- und Fahrtwind sowie entgegenfliegenden Insekten schĂŒtzt.

Leichtgewicht

Ein Standard-Fahrradhelm wiegt meist etwa zwischen 250 und 350 Gramm. Radrennfahrer greifen gern auf Helme mit sehr geringem Gewicht zurĂŒck. Gerade auf lĂ€ngeren Strecken ist das vorteilhaft. Besonders durch expandiertes Styropor als Baumaterial sowie große LĂŒftungslöcher lĂ€sst sich Gewicht einsparen. Letztere sind so angeordnet, dass der Helm aerodynamischer wird.

Ein sehr spezielles Modell: Der Hövding-Airbag-Helm

Zwar handelt es sich genau genommen nicht um einen Fahrradhelm, dennoch ist der Airbag-Helm Hövding der gleichnamigen Firmaaus Schweden eine innovative Entwicklung in dem Bereich. Das Modell besteht aus einer Halskrause, die Sie nach dem Umlegen aktivieren mĂŒssen. Bei einer starken ruckartigen Bewegung, die bei einem Unfall auf Sie einwirkt, öffnet sich die Halskrause und spannt blitzschnell einen schĂŒtzenden Airbag um Ihren Kopf. Dieser entfaltet sich innerhalb einer Zehntelsekunde und sieht danach aus wie eine dicke Anorak-Kapuze.

Er schĂŒtzt den Kopf bei einem Aufprall vor ErschĂŒtterungen und Verletzungen. Die StoßdĂ€mpfung ist dreimal besser als bei herkömmlichen Fahrradhelmen, dafĂŒr kann er bei FrontalzusammenstĂ¶ĂŸen nicht denselben Schutz bieten. Da das Gewicht der Halskrause Fahrer auf lange Zeit belastet und die Sitzhaltung beeinflussen kann, eignet sich der Airbag-Helm eher fĂŒr Alltagsfahrer. Bei Tests wird das Modell oft gar nicht in die Wertung mit einbezogen. Grund dafĂŒr: Es erfĂŒllt nicht die DIN-Vorgaben fĂŒr einen Fahrradhelm.

Wann sollte ein Helm ausgetauscht werden?

Auf jeden Fall sollten Sie nach einem Sturz auf den Helm ebendiesen austauschen. Selbst wenn er danach nicht oder kaum beschÀdigt aussieht, kann es sein, dass sich im Material beziehungsweise Innenleben des Helmes kleine Risse gebildet haben. Damit wÀre die Sicherheitsfunktion nicht mehr gewÀhrleistet. Aus diesem Grund sollten Sie niemals einen gebrauchten Fahrradhelm kaufen.

Allerdings haben Helme generell ein Ablaufdatum; auch wenn Sie unfallfrei bleiben, ist die Zeit fĂŒr einen Wechsel des Helmes irgendwann gekommen. Nach etwa sechs Jahren im Gebrauch – nicht ab Fertigung – sollten Sie ihn austauschen. KĂ€lte und Hitze, aber auch Sonneneinstrahlung und NĂ€sse kann dem Material in dieser Zeit zusetzen. Es kann poröse Stellen aufweisen und seine optimale Schutzwirkung verlieren.

WeiterfĂŒhrende Testberichte

Achtung:Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Herren-Fahrradhelme nicht selbst getestet.

Die Stiftung Warentest nahm 2021 einige Fahrradhelme unter die Lupe. Erfreulich war, dass kein Helm im Test durchgefallen oder negativ aufgefallen ist. In den Testkategorien wie Rundumschutz, Handhabung oder HitzebestĂ€ndigkeit wurde kein Modell schlechter als mit „Befriedigend“ bewertet. Selbst der letztplatzierte Helm bekam noch die Gesamtnote 2,9.

Auf das beste Ergebnis kommt das Modell City i-vo Mips von Uvex mit der Note 1,8. Der Helm ĂŒberzeugte vor allem beim Tragekomfort und bei der HitzebestĂ€ndigkeit jeweils mit der Bestnote. Er verfĂŒgt ĂŒber zahlreiche Extras wie Licht und Reflektoren, MIPS, ein Kinnpolster und ein Fliegengitter.

Ähnliche Werte erzielte der Helm Alpina Haga LED, der demnach fast auf die gleiche Bewertung kommt, nĂ€mlich 1,9. Auch dieses Modell ist sehr komfortabel sowie hitzebestĂ€ndig und lĂ€sst sich gut auf verschiedene Kopfformen einstellen. Bis auf MIPS besitzt dieser Helm dieselben Extras wie das Uvex-Modell.

ErwĂ€hnenswert ist der Helm Align II von Specialized. Er erhĂ€lt die Note 2,5 und kann mit einer Reihe von guten bis sehr guten Bewertungen aufwarten, beispielsweise seiner individuellen Passform und der guten BelĂŒftung. Nicht so gut kam bei der Verbraucherplattform an, dass der Helm im Dunkeln schlecht erkennbar ist. Er verfĂŒgt lediglich ĂŒber Reflektoren, aber kein Licht. An weiteren Extras spart das Modell ebenfalls, es kann jedoch immerhin MIPS vorweisen. Auch der Preis ist interessant: Mit 50 Euro ist es eines der gĂŒnstigeren Modelle im Test, die beiden vor ihm platzierten Helme kosten mit rund 125 Euro mehr als das Doppelte.

Generell ist zu sagen, dass auch gĂŒnstige Modelle ab etwa 50 bis 60 Euro einen sehr guten Schutz bieten. Die teureren Fahrradhelme sind vor allem mit mehr Extras wie Beleuchtung oder Insektenschutz ausgestattet.


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