Englisch lernen online

Die besten Englisch-Lernseiten im Vergleich

Kai Sulkowski
Platz Produkt Bewertung
1 Lingoda 4,00
2 EF English Live 3,69
3 Babbel 3,63
4 Busuu 3,56
5 Rosetta Stone 3,38
6 LinguaTV 3,06
7 ABA English 2,94

Kursumfang

Qualität der Kursmaterialien

Nutzerfreundlichkeit

Preismodell und Service

Einfach und schnell Englisch lernen

    Das Wichtigste in Kürze
  • Englisch ist die Weltsprache schlechthin und ermöglicht die weltweite Kommunikation in den globalisierten Bereichen von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Bildung und Kultur.
  • Englisch online zu lernen minimiert viele Nachteile des Spracherwerbs im Selbststudium, mittels Sprachlern-Software oder über Präsenzkurse in Volkshochschule, Sprachschule oder betrieblichen Weiterbildungen und bietet jedem Lernenden individuell Vorteile.
  • Kurse zum online Englisch lernen bieten einen abwechslungsreichen methodischen Ansatz, da sie sich interaktiver Übungen ebenso bedienen wie Live-Unterricht oder szenischer Lernvideos.
  • Online-Englischkurse basieren auf zahlreichen klassischen Lernmethoden und binden mehrere der effizientesten Methoden in die Lernmaterialien ein.

Unsere Testsieger

Den ersten Platz auf unserem Netzsieger-Treppchen belegt die Online-Sprachschule Lingoda. Der Englischkurs dieses Anbieters beinhaltet zwar keine interaktiven Lernübungen für unterwegs, doch bieten die Privatunterrichtsstunden über Skype sowie Unterrichtsstunden mit muttersprachlichen Lehrern nahezu grenzenlose Freiheit bei der Gestaltung der Inhalte. Der Schüler lernt Englisch bis zum muttersprachlichen Niveau C2 (nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen) und kann seine Inhalte beliebig spezifizieren. Wer sich gezielt auf international anerkannte Sprachtests vorbeireiten möchte, findet bei Lingoda explizit spezialisierte Kursprogramme für die Vorbereitung auf diese Englischtests. Zwar liegen die Kurse hinsichtlich des Preises im gehobenen Segment, doch ist dies aufgrund des Leistungsumfanges und des hervorragenden Konzeptes absolut gerechtfertigt. Auch in puncto Transparenz liegt Lingoda im Test weit vorn.

Sowohl mit interaktiven Übungen als auch mit Privat- und Gruppenunterrichtsstunden wartet EF English Live auf, unser zweiplatzierter Anbieter. Muttersprachliche Tutoren korrigieren schriftliche Übungen und helfen, die neuen Inhalte schnell zu verinnerlichen. Business- und sogar branchenspezifische Sonderkurse, ein Reisekurs und gezielte Prüfungsvorbereitungskurse machen EF English Live zur „Allzweckwaffe“ für Sprachschüler mit konkreten Lernzielen.

Knapp hinter dem Zweitplatzierten findet sich mit Babbel ein Allrounder für Online-Sprachkurse ein. Britisches und amerikanisches Englisch bietet Babbel leider nur vom Niveau A1 bis B1 (nach dem GER), weshalb sich der Kurs vornehmlich für Anfänger empfiehlt. Kontakt zu Lehrern, Tutoren oder Muttersprachlern ist bei Babbel nicht vorgesehen, doch dadurch ist das Abonnement für nur einen geringen monatlichen Abo-Preis erhältlich. Die interaktiven, spielerischen Übungen verdienen viel Lob. Die ansprechend gestaltete App bietet eine bequeme Möglichkeit auch unterwegs zu lernen und das Sprachniveau zu verbessern. Highlights sind der intelligente Vokabeltrainer, der auf Basis der Spaced-Repetition-Methode operiert, und ein Chatbot, der es dem Nutzer erlaubt, das neue Wissen in sprachlicher und schriftlicher Form anzuwenden.

1. Weltsprache Englisch - Das Tor zur Welt

Obwohl die englische Sprache im Ranking der meistgesprochenen Muttersprachen mit zirka 360 Millionen Sprechern lediglich auf Rang drei rangiert, ist sie dennoch unbestreitbar die wichtigste Sprache für die internationale Kommunikation – Englisch ist die Weltsprache schlechthin. Im Ranking der Sprachen mit den meisten Sprechern nimmt Englisch die Spitzenposition ein.

Die genaue Anzahl der Zweitsprachler ist unbekannt, da je nach Quelle unterschiedliche Grade des Sprachverständnisses als Referenzwert gelten. Die Angaben schwanken zwischen etwa 200 Millionen bis hin zu einer Milliarde. Hierzu zählen nicht jene Menschen, die Englisch als Fremdsprache sprechen.

Muttersprache – Zweitsprache – Fremdsprache

Als Erstsprache gilt gemeinhin die Muttersprache. Es ist die am besten beherrschte Sprache eines Individuums. Die Zweitsprache ist nicht notwendigerweise eine Muttersprache, jedoch im Alltag lebensnotwendig. Sie kann zum Beispiel die einzige Kommunikationsmöglichkeit mit einem Verwandten darstellen, der nur diese eine Sprache spricht. Sie kann aber auch der Kommunikation mit der Welt außerhalb der eigenen religiösen oder ethnischen Gemeinschaft dienen. Die Zweitsprache ist somit klar abzugrenzen von der Fremdsprache. Letztere wird im gezielten und gesteuerten Lernprozess angeeignet.

Wer spricht Englisch?

Englisch wird allen voran gesprochen in den Ländern des Vereinten Königreiches, Irland, den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien und Neuseeland. In weiteren 51 Ländern ist Englisch eine Nebensprache, die auch als Amtssprache anerkannt ist. In insgesamt 57 Staaten ist Englisch also Amtssprache, Landessprache oder beides zugleich. Hinzu kommen weitere 28 Staaten, in denen Englisch als Bildungs-, Geschäfts- oder Verkehrssprache genutzt wird.

Verbreitung der englischen Sprache in der Welt
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Englisch wird in zahlreichen Nationen gesprochen.

Doch nicht nur Staaten nutzen die englische Sprache als Amtssprache, sondern auch supranationale Organisationen wie die Europäische Union, der Commonwealth of Nations, die Afrikanische Union, das Pazifische Inselforum, die Vereinten Nationen, die Organisation Amerikanischer Staaten, die Union Südamerikanischer Staaten, die Karibische Gemeinschaft, die Südasiatische Vereinigung für regionale Kooperation, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit oder der Verband Südostasiatischer Nationen.

Warum ist es wichtig, die englische Sprache zu beherrschen?

Die Anzahl der Menschen, die mindestens eine Fremdsprache beherrschen, erhöht sich durch die fortschreitende Globalisierung stetig. Wie in vielen Ländern ist auch in Deutschland Englisch meist die erste Fremdsprache, die in Schulen auf dem Lehrplan steht. Bereits 1955 verpflichteten sich die westdeutschen Bundesländer im Düsseldorfer Abkommen, Englisch als Pflichtfremdsprache in den Schulen einzuführen.

Erde auf englischer Flagge
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Als Fremdsprache ist Englisch weltweit die erste Wahl.

Laut dem EF English Proficiency Index 2017 schneidet Deutschland im internationalen Vergleich der Englischkenntnisse zwischen 80 Nationen auf dem neunten Rang ab, wobei ältere Menschen und Menschen mittleren Alters größere Defizite hinsichtlich der Englischen Sprache offenbaren.

Englischkenntnisse bringen für Personen jeden Alters, vom Schüler über Studenten und Berufstätigen bis zum Rentner, zahlreiche Vorteile mit sich:

  • Bessere Berufs- und Aufstiegschancen
  • Voraussetzung für Auslandsstudium und Auswanderung in englischsprachige Nationen
  • Kommunikation auf Reisen
  • Englische Literatur, Filme und Musik verstehen
  • Zugang zu einer größeren Bandbreite an Informationen im Internet
  • Kommunikationsbarrieren bei Menschen aus anderen Kulturkreisen überwinden
  • Hält geistig fit

Bevor wir näher auf all diese schlagenden Argumente eingehen, sollten wir den wichtigsten Vorteil des wundervollen Hobbys, eine Sprache zu erlernen nicht unerwähnt lassen: Es macht eine Menge Spaß!

Englisch für den Beruf

Zeiten einer zunehmend globalisierten Wirtschaft sind gute bis verhandlungssichere Kenntnisse der englischen Sprache in vielen Berufen nahezu unabdingbar. Immer häufiger müssen nicht nur Abteilungsleiter und andere Angestellte auf höheren Hierarchieebenen, sondern auch andere Mitarbeiter eines Unternehmens in internationalen Projekten über Kontinente hinweg kollaborieren und kommunizieren.

Gute Englisch-Sprachkenntnisse der Mitarbeiter führen in Unternehmen zu vielen Vorteilen:

Meetingraum 5 Angestellte an einem Tisch
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Gute Englischkenntnisse sind für die Mehrzahl der Arbeitsplätze Grundvoraussetzung.
  • Umsatzsteigerung durch bessere Kommunikation mit internationalen Kunden
  • Produktivitätssteigerung durch reibungslosere Kommunikation
  • Verbesserte Verständigung unter verschiedenen Standorten
  • Besseres Verständnis senkt Konfliktpotenzial interner und externer Kommunikation
  • Sprachkenntnisse geben Mitarbeitern Erfolgserlebnisse und vermitteln Wertschätzung

Gute Englischkenntnisse sind längst Grundvoraussetzung für einen Aufstieg innerhalb eines international aufgestellten Unternehmens sowie für einen erfolgreichen Berufseinstieg in den vielen Branchen. In vielen Startups ist längst nicht mehr Deutsch, sondern Englisch die alltägliche Arbeitssprache.

Verhandlungssicheres Englisch – der Bewerbungsklassiker

Eine Vielzahl an Bewerbern gibt heutzutage an, verhandlungssicheres Englisch sprechen zu können. Laut einer 2013 veröffentlichten Studie der GfK SE (Gesellschaft für Konsumforschung), des größten deutschen Marktforschungsinstituts, trifft dies jedoch auf nur 2,1 Prozent der deutschen Arbeitnehmer zu.

Online-Sprachkurse wie Lingoda, LinguaTV, ABA English aber auch Babbel, busuu oder Rosetta Stone bieten daher auch auf den Berufsalltag zugeschnittene Business-English-Kurse an, EF English Live sogar branchenspezifische Kurse. Bei LinguaTV und EF English Live gibt es darüber hinaus Mitarbeiterschulungen durch Lehrpersonal vor Ort.

2. Warum Englisch online lernen?

Wer die erste Hürde der Selbstmotivation überwunden hat und nun überzeugt und guten Willens ist, sich der Aufgabe anzunehmen, endlich Englisch lernen oder eingestaubte Englischkenntnisse wieder auffrischen zu wollen, wird sich vor eine weitere Herausforderung gestellt sehen: Das Angebot verschiedener Möglichkeiten und Konzepte, die englische Sprache zu erlernen ist schier grenzenlos sowie unübersichtlich. Welche Methode ist am erfolgversprechendsten, dem eigenen Lerntempo und Lerntyp am besten angepasst und führt letzten Endes auch zu dem Sprachniveau, welches sich der Lernwillige erhofft?

Am Laptop Englisch lernen
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Online Englisch lernen ist der wohl bequemste und modernste Weg zum Spracherwerb.

Auf dem Markt gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Sprachschule/Volkshochschulkurse
  • Sprachreisen
  • Selbststudium mit Lehrbüchern und Audiodateien
  • Gezielte Weiterbildungsangebote für Berufstätige (Business-English-Kurse)
  • Sprachlern-Software
  • Online-Sprachkurse und Apps

Spartenmethoden wie das Lernen mit Audio-CD oder MP3-Dateien betrachten wir hier nicht im Detail, da sie meist Bestandteil eines umfassenderen Lernkonzeptes sind.

Schulbank drücken: Sprachschulen und Volkshochschulkurse

Sprachschulen und Sprachkurse in der Volkshochschule zählen zu den klassischen Möglichkeiten die englische Sprache zu lernen. Diese haben zahlreiche Vorteile, aber auch einige Nachteile:

  • Anleitung durch muttersprachliche Lehrer
  • Direktes Feedback und Korrektur im Unterricht
  • Orientierung am GER (auch Einstufung)
  • Lehrmaterialien sinnvoll konzipiert
  • Fest strukturierter Lehrplan
  • Zeitintensiv und terminlich unflexibel
  • Präsenz vor Ort nötig
  • Relativ kostenintensiv
  • Starre Lerninhalte nicht individualisierbar
  • Nicht an das eigene Lerntempo anpassbar
  • Erfordert viel Eigenmotivation

An der Quelle laben: Sprachreisen

Wer ohnehin einen Urlaub plant und gleichzeitig Englisch lernen möchte, kann mit Sprachreisen kurzerhand das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Sie haben viele Vorteile, aber auch einige gravierende Nachteile:

  • Sprache in ihrem natürlichen kulturellen Umfeld erfahren
  • Lernen von muttersprachlichen Lehrern
  • Leichteres Verinnerlichen von Sprachrhythmus und Syntax, da der Lernende umgeben ist von Muttersprachlern
  • Direktes Feedback und Korrektur im Unterricht und außerhalb
  • Zeitintensiv und planungsbedürftig
  • Sehr kostenintensiv
  • Grundkenntnisse erforderlich, um sich vor Ort zurechtzufinden
  • Wissensauffrischung und -ausbau nach der Sprachreise nötig
  • Qualität des Kurses oft vorher nicht klar
  • Bei internationalen Klassen ist die Lehrmethode nicht an die eigene Ausgangssprache angepasst

Old School: Selbststudium mit Lehrbuch

Der Klassiker lässt so manchen sofort in Erinnerungen an die klassischen audiolingualen „Listen-and-Repeat“-Sprachkurse mit mehreren Audio-Kassetten und dickem, abschreckend gestaltetem Lehrbuch schwelgen, die in den achtziger und neunziger Jahren en vogue waren. Inzwischen ist diese Methode natürlich deutlich ausgereifter. Mittlerweile gibt es eine Fülle verschiedener Lehrmaterialien mit einer breiten Varietät methodischer Ansätze. Als Ton- oder Videoaufnahme dient nicht mehr eine Kassette, sondern vielmehr MP3-Dateien, Podcasts für das Smartphone oder auch einfach die Lieblings-TV-Serie in der englischen Originalversion. Dieser Ansatz hat aber auch einige Nachteile:

  • Zeitlich und örtlich unabhängiges, flexibles Studium
  • Anpassbar an das eigene Lerntempo
  • Lerninhalte sind beliebig oft wiederholbar
  • Zu den eigenen Bedürfnissen passendes Lehrbuch wählbar
  • Kein langes Lernen am Bildschirm
  • Lerninhalte bleiben als Nachschlagewerk immer verfügbar
  • Kein Sprechtraining
  • Keine Korrektur von Schreibübungen
  • Keine interaktiven Lernübungen
  • Kein Ansprechpartner bei Verständnisproblemen
  • Keine Möglichkeit, Erlerntes in unterschiedlichem Kontext aktiv anzuwenden (Transferleistung)
  • Keine Anleitung und Beratung zur individuellen Setzung von Schwerpunkten

Unternehmensinterne Weiterbildungskurse für Berufstätige

Zahlreiche Unternehmen bieten inzwischen gezielte Englisch-Sprachkurse für ihre Mitarbeiter an. Dabei handelt es sich meist um spezifische Business-English-Aufbaukurse, die Grundkenntnisse oder erweiterte Kenntnisse der englischen Sprache bereits voraussetzen und auf diese aufbauen. Der gezielten branchen- und fachspezifischen Weiterbildung mögen derartige Kurse sehr dienlich sein, zum Erwerb und zur Auffrischung allgemeiner Sprachkenntnisse eignen sie sich jedoch wenig bis gar nicht.

  • Sehr zielgerichtet
  • Karrierechancen in der eigenen Branche steigen
  • Innerhalb der Arbeitszeit
  • Kostenfrei für den Mitarbeiter
  • Stützt unternehmensinternes Networking
  • Meist qualifizierte Lehrer
  • Nicht anfängergeeignet
  • Keine Vermittlung von Grundkenntnissen und Alltagssprache
  • Oft nicht spezifisch genug auf die Branche zugeschnitten
  • Schwer auf die unterschiedlichen Ausgangslevel mehrerer Teilnehmer abstimmbar

Selbststudium mit Sprachlern-Software

Sprachlern-Softwares sind der natürliche Vorläufer von den Online-Sprachkursen, aber auch sie werden noch angeboten. Rosetta Stone ist beispielsweise nicht nur als Online-Kurs, sondern auch in einer On-Prem-Software-Variante erhältlich. Das interaktive Englisch-Sprachprogramm bietet eine gute Grundlage für das zeitlich flexible Selbststudium zu Hause. Doch auch diese Methode birgt einige Nachteile:

  • Interaktives Lernen mit Lernübungen
  • Motivierende Lernspiele
  • Korrektur von Fehlern in Übungen erfolgt unmittelbar
  • Audiovisuelles Lernen mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Lernfortschritt nach eigenem Tempo
  • Kurze Lerneinheiten
  • Nicht anfängergeeignet
  • Keine Vermittlung von Grundkenntnissen und Alltagssprache
  • Oft nicht spezifisch genug auf die Branche zugeschnitten
  • Schwer auf die unterschiedlichen Ausgangslevel mehrerer Teilnehmer abstimmbar
  • Keine Sprachkorrektur
  • Kein Ansprechpartner bei Verständnisproblemen

Modern und flexibel: Online-Sprachkurse und Apps

Online-Sprachkurse erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, und zwar längst nicht nur bei jungen Menschen. Deren wohl größter Vorteil ist, dass ein unabhängiges und zeitlich flexibles Lernen möglich ist – es gibt keine festen Kurszeiten.

Der Einstieg ist meist sehr niedrigschwellig angelegt, sodass es jedem Interessenten ohne Kosteneinsatz möglich ist, in die Lernsoftware „hineinzuschnuppern“ und einen ersten Eindruck von Niveau und Methodik zu erhalten. Anfänger können erste „Gehversuche“ im Spracherwerb wagen, ohne das Gefühl zu haben, sich vor anderen Kursteilnehmern „entblößen“ zu müssen. In der Regel absolviert der Nutzer einen Einstufungstest zur Einschätzung seines Könnens und die ersten Lektionen kostenfrei und erfährt so bereits erste Erfolgserlebnisse.

Alter Mann schaut mit Kopfhörern auf einem Tablet
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Mit Online-Sprachkursen lernt jeder nach seinem Tempo bequem von zu Hause aus.

Die meisten Anbieter von Online-Sprachkursen stellen mittlerweile auch Mobile-Apps zur Verfügung, sodass das Lernen überall und jederzeit, beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit, möglich ist. Die gesamten Kursmaterialien passen damit bequem in jede Hosentasche. Sein Lerntempo und die Häufigkeit und Intensität von Wiederholungen legt der Nutzer dabei nach eigenem Ermessen fest. In der Regel orientieren sich die Angebote zum Online-Englischlernen an den Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER).

Die Kritik an Online-Sprachkursen zielt häufig auf die im Vergleich zu traditionellen Sprachkursen geringen Möglichkeiten, Sprechen und Schreiben aktiv zu üben. Doch gerade hier rüsten Anbieter stark auf: Eine gute Online-Sprachlernsoftware ermöglicht dem Nutzer inzwischen den Austausch mit Muttersprachlern über Lern-Communities und den Kontakt zu Sprachlehrern, die Feedback geben. Sogar das Konzept einer typischen Sprachschule wurde inzwischen – ohne deren Schwächen – in den virtuellen Raum transportiert: Online-Sprachschulen wie Lingoda bieten ihren Schülern Privat- und Gruppenunterricht bei muttersprachlichen Lehrern zu flexiblen Zeiten in virtuellen Klassenräumen. Für das Selbststudium bieten immer mehr Anbieter, so beispielsweise Babbel, neben den typischen interaktiven Übungen und Vokabeltrainern die Möglichkeit zur schriftlichen oder mündlichen Kommunikation über eine Spracheingabefunktion mit einem Chat-Bot, einem virtuellen Gesprächsroboter, der Dialoge, angepasst an das jeweilige Lernniveau, simuliert.

Online-Sprachlernprogramme haben es inzwischen fast geschafft, die Vorteile aller anderen Sprachlernmethoden zu adaptieren und zu optimieren, während deren Nachteile weitgehend vermieden wurden:

  • Lerninhalt nach eigenem Niveau wählbar
  • Überall und zu jeder Zeit mit Apps lernen
  • Lerntempo selbst bestimmbar
  • Interaktives Lernen für Anfänger und Lernende mittleren Niveaus
  • Möglichkeit zum Live-Privat- und Gruppenunterricht mit muttersprachlichen Lehrern für jedes Lernniveau
  • Kurze Lerneinheiten für zwischendurch
  • Nur hin und wieder Kommunikation mit Muttersprachlern
  • Anleitung durch einen Lehrer und Privatunterricht muss zugebucht werden
  • Oft repetitiver Übungsablauf
  • Selbstdisziplin erforderlich
  • Abonnementgebühr

Kein Englischkurs ist perfekt. Aber es gibt sehr viele verschiedene Anbieter und Methoden, sodass jeder etwas finden kann, das gut zu den eignen Bedürfnissen passt.

3. Welche Methoden nutzen Online-Englisch-Sprachkurse?

Selbstverständlich gibt es eine schier endlose Fülle an Methoden, mit denen die englische Sprache vermittelt wird. Auch Online-Sprachkurse zum Englisch lernen bedienen sich verschiedenster methodischer Konzepte bei der Zusammenstellung und Konzipierung ihrer Lehrmaterialien und Programme. Eines vorweg: Eine beste Methode gibt es dabei nicht!

Jeder Lernwillige muss einen Kurs finden, der zum eigenen Lernverhalten und „Lerntyp“ passt. Dies ist mitunter gar nicht so einfach. Doch lohnt es sich durchaus, in die Auswahl eines geeigneten Kurses einige Zeit zu investieren.

Lernerfolg Sprachen 4 Säulen
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Das System, also die gewählte Methodik, muss stimmen, wenn nachhaltiger Lernerfolg erzielt werden soll.

Wer mit einer nicht passenden Methode versucht Englisch zu lernen, erzielt nur langsam Fortschritte und läuft Gefahr, schnell die Lust am Lernen zu verlieren. Dies veranschaulicht unsere Grafik zu den vier Säulen des Sprachenlernens: Bricht eine Säule weg, steht das Gebäude nicht mehr stabil, brechen mehrere weg, stürzt es ein.

Welche Lernmethoden sind populär?

Die beliebtesten Lernmethoden finden sich in den Konzepten der Online-Sprachkurse wieder.

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BIRKENBIHL-METHODE

Der erste Schritt besteht darin, die Sprache zu dekodieren und aktiv zu hören, um sie zu verstehen. Das heißt, der Lernende lernt erst die Funktionsweise der Sprache zu verstehen und setzt sich dann aktiv mit Texten und Tonaufnahmen auseinander. Der zweite Schritt beinhaltet das passive Hören, das heißt, das Hören der Fremdsprache in den Tagesablauf zu integrieren. Im letzten Schritt festigt der Lernende sein neues Wissen durch Sprechen und Schreiben, also durch aktive Anwendung. LingQ hat diese Methode weitgehend als Online-Sprachkurs umgesetzt.
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SPACED REPETITION SYSTEM (SRS)

Karteikarte reloaded: Bei diesem Vokabeltraining-System werden Wörter, die der Lernende weiß, in immer größer werdende Zeitabstände wiederholt. Bei Wörtern, die er vergisst, verkürzen sich die Wiederholungsabstände entsprechend. Babbel setzt dieses System in seinem Vokabeltrainer perfekt um.
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AKTIVIERENDES LERNEN (AL)

AL meint Lernen ohne Erklärungen. Der Nutzer lernt die Grammatik durch aktives Ableiten und Erarbeiten von Bedeutungen und Regeln und durch Vergleiche der eigenen Muttersprache mit der Fremdsprache. Es gilt Grundsätze zu verstehen, Verbindungen zur Muttersprache herzustellen, Merktechniken zu entwickeln und dann das Gelernte häufig anzuwenden.
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LAMP-METHODE (LANGUAGE AQUISITION MADE PRACTICAL)

Die Schriftsprache entfällt hier völlig; der Lernende lernt nur eine begrenzte Anzahl der häufigsten Wörter der Zielsprache (etwa 500) und setzt diese sofort in einer Konversation ein. Über die Gespräche mit Muttersprachlern erwirbt er nach und nach weitere Sprachkenntnisse. Diese Methode eignet sich und empfiehlt sich vor allem bei längeren Auslandsaufenthalten und ist als Online-Sprachkurs kaum umsetzbar, da im Grunde eine Vokabelliste und ein Flugticket zur Umsetzung genügen.
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IMMERSION

Learning by Doing: Gleich der Muttersprache soll der Lernende von Beginn an völlig in die Sprachumgebung eintauchen und ohne Übersetzungen Bedeutungen erschließen. Der Lernprozess erfolgt durch Hören, Beobachten und Nachahmen. Rosetta Stone setzt ausschließlich auf diese Methode. Auch LinguaTV, ABA English und EF English Live verwenden sie teilweise, indem sie versuchen, den Lernenden anhand von Videos in die fremde Sprachumgebung zu versetzen.

Wie finde ich heraus, welche Methode die richtige für mich ist?

Der Lernwillige sollte sich vor der Wahl eines Kurses folgende Fragen stellen:

  • Welcher „Lerntyp“ bin ich? Brauche ich Grammatikerklärungen und Übersetzungen oder tauche ich am liebsten so weit wie möglich, beispielsweise anhand von audiovisuellen Elementen wie Videos, voll in die Sprache ein, ohne Übersetzungen zu benötigen? Brauche ich feste, immer wiederkehrende Strukturen oder möchte ich lieber sehr viel Abwechslung bei den Lektionen, Übungen und dem Vokabeltraining?
  • Welche Lernstrategie verfolge ich? Möchte ich Hörverstehen, Lesen, Sprechen und Schreiben gleichzeitig von Beginn an weiterentwickeln oder taste ich mich lieber zunächst über die rezeptiven Fähigkeiten Hörverstehen und Lesen heran, bevor ich die Sprache aktiv anwende? Lerne ich lieber alleine oder in der Gruppe? Brauche ich einen Lehrer?
  • Was ist mein Lernziel? Lerne ich zum Auffrischen alter Kenntnisse, zur Vorbereitung auf eine Prüfung, für eine Auslandsreise oder für den Beruf?
  • Wie viel Zeit kann ich pro Tag in das Lernen investieren? Sind es wochentags nur fünf Minuten und am Wochenende eine Stunde oder jeden Tag eine halbe Stunde?
  • Will ich vornehmlich zu Hause oder unterwegs lernen?

Da fast alle Anbieter von Online-Sprachkursen kostenfreie Testphasen oder -lektionen anbieten, lohnt es sich vor dem Abschluss eines Abonnements, diese wahrzunehmen und sich selbst ein Bild zu machen. Probieren geht hier also tatsächlich über Studieren!

Die Lerntypentheorie

Oft ist von den Lerntypen die Rede. Diese wurden in den 1970er Jahren von Frederic Vester postuliert. Der auditive Lerner lerne durch Hören und Sprechen, der visuelle durch Beobachtung, der haptische durch Fühlen und der intellektuelle mit dem Verstand. Da der Verstand kein Sinn ist und bei allen Lernenden eine zentrale Rolle spielt, ist diese Theorie eigentlich zu verwerfen. Dennoch ist sie noch sehr populär.

„Audiovisuelle Lerner“ speichern Inhalte, die in einer Bild-Ton-Kombination präsentiert werden, nicht direkt im Langzeitgedächtnis. Stetige Wiederholung und Einsatz des Verstandes sind also nötig.

Egal, für welche Methode sich der Interessent letztendlich entscheidet, er sollte sich stets dessen bewusst sein, dass Sprachenlernen niemals ein Sprint ist, sondern immer ein Marathon. Dies bedeutet, dass er einen Ansatz wählen sollte, mit dem er langfristig arbeiten kann. Steve Kaufmann, der Gründer des Online-Sprachkurses LingQ und selbst passionierter Polyglott, formulierte die Erfolgsformel zum Spracherwerb folgendermaßen: „Success in language learning depends on you finding the ways to enjoy the process”. – „Der Erfolg beim Erlernen einer Sprache hängt davon ab, ob Du einen Weg findest, den Lernprozess zu genießen.“

So testen wir

In unserem Test der besten Online-Englischkurse haben wir sieben Anbieter anhand zahlreicher Kriterien in vier Testkategorien genau unter die Lupe genommen. Jeder Englischkurs konnte pro Kategorie zwischen 0.00 und 5.00 Punkte erreichen. Die Summe der gesammelten Punkte in den vier Kategorien wird durch vier geteilt und ergibt die Gesamtwertung. Es versteht sich von selbst, dass wir dabei bestrebt waren, den gesamten Leistungsumfang eines jeden Kurses selbst zu testen, und uns nicht mit etwaigen kostenfreien Testlektionen begnügten.

Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass unser Ranking selbstverständlich keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt. Jeder Interessent setzt die Schwerpunkte bei der Auswahl des geeigneten Sprachkurses nach individuellen Gesichtspunkten und hält bestimmte Teilaspekte für wichtiger als andere. Unser Datenblatt und die ausführlichen Testberichte sollen jedoch jedem Leser umfassende Informationen und somit eine Grundlage für seine Entscheidung liefern.

Kursumfang

In dieser Bewertungskategorie schauen wir uns an, welche Lehrinhalte und Features die Englischkurse haben und wo gegebenenfalls noch weitere Funktionen wünschenswert wären. Dabei berücksichtigen wir selbstverständlich, welches methodische Konzept der Kurs verwendet. Beispielsweise ist bei günstigen Anbietern wie Babbel oder busuu nicht zu fordern, dass tägliche Privatunterrichtsstunden zum Leistungsumfang zählen. Ein Kurs sollte jedoch alles mitbringen, was nötig ist, um das eigene Lehrkonzept optimal umzusetzen.

Ein erstes Auswahlkriterium für Interessenten sollten die angebotenen Niveaustufen gemäß den Richtlinien des GER und der Umfang der Inhalte darstellen. Ein Fortgeschrittener, der seine Business-English-Kenntnisse auf das nächste Level katapultieren möchte, wird beispielsweise mit einem Kursumfang bis zum Niveau B1 keinerlei Fortschritt erzielen können. Zum Verfolgen eines solchen Lernzieles muss er einen Kurs wählen, der Lernmaterialien mindestens bis zum Niveau C1 bereithält und zudem spezifische Business-English-Kurse oder sogar branchenspezifische Englischkenntnisse vermittelt, wie es etwa bei EF English Live der Fall ist. Für viele Lernende kann es zudem von Relevanz sein, ob die Sprache vorrangig in ihrer amerikanisch-englischen oder britisch-englischen Variante vermittelt wird, ob beide Varianten parallel gelehrt werden oder ob für beide Versionen separat zu buchende Kursprogramme existieren, wie etwa bei Rosetta Stone.

Wer schnellen Lernfortschritt erzielen und gezielt seine Konversationsfähigkeit verbessern möchte, sollte darauf achten, dass der Anbieter Privat- und Gruppenunterrichtsstunden oder Tutorials unter der Leitung von muttersprachlichen Lehrern anbietet. Privatunterricht bieten Lingoda und EF English Live an. Gruppenstunden sind fest in das Portfolio von EF English Live und Rosetta Stone integriert, bei Lingoda optional buchbar. Die von ABA English angebotenen Live-Lektionen sind eher ergänzende Lektionsinhalte im Stil des Frontalunterrichts ohne direkte Partizipationsmöglichkeit für die Zuschauer. Im Rahmen des Tests haben wir diese Angebote natürlich wahrgenommen. Die Möglichkeit zur Konversation oder zumindest zur Interaktion mit Muttersprachlern über Community-Features gibt es, mit Ausnahme von Babbel und LinguaTV, bei allen Anbietern.

Bei vielen Anbietern gibt es auch einen interaktiven Vokabeltrainer, der dem Lernenden hilft, sich die neuen Vokabeln durch Wiederholung einzuprägen. Idealerweise fragt er schwächer beherrschten Wortschatz auf verschiedene Art und Weise, nämlich schriftlich, per Spracheingabe und mittels Karteikarten, so lange ab, bis der Nutzer die jeweiligen Vokabeln vollständig und dauerhaft verinnerlicht hat. Nützlich sind zudem Wortschatzspeicher mit Filterfunktionen, sodass Nutzer gezielt nach Vokabeln zu einem Themenfeld oder einer Lektion suchen können, ohne jedes Mal die entsprechende Lektion öffnen zu müssen. Optimal ist es, wenn der Wortschatz nicht nur aus einer Liste einzelner Vokabeln mit zugehöriger Übersetzung besteht, sondern auch Anwendungsbeispiele bietet. All diese Anforderungen erfüllt im Test nur Babbel, das mit seinem Vokabeltrainer, der die Spaced-Repetition-Methode anwendet, voll und ganz zu überzeugen weiß. Einen guten Wortschatzspeicher bietet zudem auch EF English Live, jedoch fehlt dort ein Wiederholungstool.

Grammatik gibt der Sprache Struktur, ohne sie funktioniert letztlich keine Kommunikation. Daher ist es immens wichtig, mindestens basale grammatische Kenntnisse einer Sprache zu besitzen. Es gibt zwei Ansätze in der Grammatikvermittlung, die induktive und die deduktive. Deduktive Grammatikvermittlung ist die häufiger verwendete Form. Hier wird die Regel zunächst in der Ausgangssprache oder Zielsprache erklärt und anschließend anhand von Übungen gefestigt. Im Test wählen Babbel, busuu, Lingoda, ABA English und EF English Live diese Methode. Induktiv bedeutet wiederum, dass der Lernende sich anhand von Anwendungsbeispielen die zugrundeliegende grammatische Regel selbst herleiten muss. Diese Methode wenden Rosetta Stone und in Teilen LinguaTV in ihren Kursen an. Auf diese Weise soll der Nutzer neues Vokabular und Grammatik gleichsam der eigenen Muttersprache erlernen. Das Lernen grammatischer Regeln entfällt somit, doch sind zur Verinnerlichung der Inhalte dafür häufige Wiederholungen immer gleicher Inhalte nötig, die wir schnell als zu monoton empfanden.

Wer Englisch umfassend erlernen möchte, sollte einen Kurs wählen, der ihm ermöglicht, die vier Sprachfertigkeiten Lesen, Hörverstehen, Schreiben und Sprechen gleichermaßen zu üben. Der Kurs sollte also nicht nur Ausspracheübungen und Möglichkeiten zum freien Schreiben enthalten, sondern dem Lernenden auch Feedback und Korrekturen liefern. Bei Lingoda und EF English Live übernehmen qualifizierte Lehrer diese Aufgabe, bei busuu andere Mitglieder der Community, bei Rosetta Stone teils Tutoren und teils eine hervorragende Software zum Sprachabgleich. Babbel ermöglicht Nutzern, neu erworbene Kenntnisse im Gespräch mit einem Chatbot anzuwenden. Die anderen Anbieter im Test überlassen die Korrektur von freien Übungen weitgehend dem Nutzer selbst oder bieten solche erst gar nicht.

Es ist auch sehr positiv zu bewerten, wenn der Kurs nicht nur englische Vokabeln, Syntax und Grammatik lehrt, sondern an geeigneter Stelle über die Geschichte und Entwicklung der englischen Sprache und die Kultur der englischsprechenden Teile der Weltbevölkerung aufklärt, denn Sprache ist immer ein Spiegel der Lebensrealität und Geschichte ihrer Sprecher. Im Test gelingt dies den Anbietern busuu, Lingoda und EF English Live sehr gut.

Eine Möglichkeit, die moderne Lehrmethode der Translation in die Welt des digitalen Sprachenlernens zu überführen, hat bislang kein Anbieter gefunden. Lediglich Lingoda bietet im Rahmen der Gruppenstunden mit Lehrern Übungen, bei denen der Lernende gehörte Inhalte umformulieren muss, um einer dritten Person einen Sachverhalt verständlich zu erläutern.

Qualität der Kursmaterialien

Um die Qualität der Kursprogramme und Lernmaterialien zu prüfen, haben wir unser Augenmerk zunächst auf das Vorhandensein und die Umsetzung eines konkreten Lehrkonzeptes gerichtet. Wenn beispielsweise Rosetta Stone verkündet, dass der Lernende die englische Sprache auf natürliche Weise unter Anwendung der Immersionsmethode lernen wird, sollte der Englischkurs genau diesem Anspruch gerecht werden. Es stellt sich die Frage, ob und inwieweit die Gestaltung der jeweiligen Inhalte geeignet ist, diesen Anspruch zu realisieren. Eine schlechte Bewertung würde ein Kurs erhalten, der keine klare Linie erkennen lässt und verschiedenste Methoden ohne klar definiertes Lernziel einsetzt. Die höchste Punktzahl erhält ein Kurs, der eine clevere Methode nutzt, mit der konkret definierte Lernziele verfolgt werden. Dies ist der Fall bei EF English Live, Babbel, Rosetta Stone, busuu und Lingoda.

Abwechslungsreichtum bei der Zusammenstellung der Übungseinheiten ist wichtig für den Lernenden, um nicht schnell das Interesse und die Lust am regelmäßigen Lernen der englischen Sprache zu verlieren. Zur Beurteilung dieses zugegebenermaßen subjektiven Empfindens setzen wir erneut die Fünf-Punkte-Skala ein. Lingoda ist hier unschlagbar aufgrund der vollständig individualisierbaren Lerninhalte und -themen in den Privatlektionen. Abwechslungsreich gestaltet sich auch das Lernen mit interaktiven Übungen bei EF English Live und busuu.

Zwischen einem und fünf Punkten vergeben wir auch für die Qualität der Tonspuren sowie der Bilder. Ebenso bewerten wir nach gleichem System, inwieweit die in den Kursen vermittelten englischen Wörter und Phrasen lebens- und alltagsnah sind.

Die Anbieter von Online-Englischkursen bieten neu registrierten Mitgliedern in aller Regel zunächst einen Einstufungstest an, um das Ausgangsniveau des Lernenden gemäß GER zu ermitteln und auf Grundlage des Einstufungstests konkrete Lektionen zu empfehlen.

Für Lernspaß und Motivation sorgen Bewertungssysteme, Lernspiele und Wettbewerbe. Bei einigen Anbietern erhält der Nutzer nach erfolgreichem Abschluss einer Lektion Punkte oder eine Prozentwertung. In einigen Fällen sind die Punkte nötig, um weitere Lektionen oder Prüfungen zum Zertifikaterwerb freizuschalten, in anderen dienen sie der reinen Leistungsbeurteilung und Selbsteinschätzung des Lernfortschritts – und manchmal dienen sie auch dem Wettbewerb mit anderen Mitgliedern. EF English Live, Lingoda und busuu bieten keine derartigen Features. Mit Ausnahme von Rosetta Stone stellen alle Anbieter Zertifikate aus, die sich an den Niveaustufen des GER richten. Diese Zertifikate sind nicht mit dem Wert international anerkannter Diplome wie TOEFL, TOEIC oder IELTS gleichzusetzen, doch können sie durchaus als Nachweis im Lebenslauf dienen. Zusätzliche Lernmotivation bringen diese Zertifikate allemal.

Nutzerfreundlichkeit

Auch die Nutzerfreundlichkeit ist sehr wichtig – schließlich sollte die Bedienung dem Neueinsteiger möglichst wenig Zeit und Energie abverlangen. Hier widmen wir uns zunächst den Text- und Spracheingabetools sowie der Fehlerkorrektur in Übungen.

Babbel und Rosetta Stone korrigieren Fehler in interaktiven Übungen bis hin zur Buchstabenebene und geben dem Lernenden so einen konkreten Hinweis zur Korrektur. Andere Anbieter, wie beispielsweise LinguaTV oder ABA English, unterscheiden hingegen lediglich zwischen richtiger und falscher Antwort und überlassen die Fehlersuche dem Nutzer. Ist dazu eine geringe Toleranz bei Texteingaben vorhanden, leidet schnell der Lernerfolg. Ist keine Toleranz vorhanden, was wir mit einem von fünf Punkten bewerten, führt bereits ein Leerzeichen vor oder nach einem Wort zu einer Fehlerwertung. Ohne ergänzende Erklärungen, Lösungsanzeige auf Wunsch oder konkrete Lösungsvorschläge wird die Identifikation von Fehlern schnell zum enervierenden und demotivierenden Erlebnis.

Babbel, Rosetta Stone, ABA English, EF English First und busuu erfordern bisweilen Spracheingaben über ein Mikrofon. Wer beispielsweise im Zug auf dem Weg zur Arbeit den Sprachkurs nutzen möchte, sollte auf Wunsch die Mikrofonnutzung deaktivieren und dennoch im Kurs fortschreiten können. EF English Live und ABA English erlauben dies nicht. Bei Toneingaben ist eine geringere Toleranz wünschenswert. Denn lässt eine Spracherkennung, wie jene von busuu, EF English Live oder ABA English, jede noch so undeutlich artikulierte Aussprache ohne Korrektur zu, ist der Lernerfolg des Nutzers gering. Ist sie jedoch zu streng gegenüber der eigenen Aussprache oder zu empfindlich bei Hintergrundgeräuschen, wird dies schnell enervierend. Im Test ist Rosetta Stone hier mit seinem hervorragenden Tool zum automatischen Sprachabgleich das Maß der Dinge.

Relevant zur Beurteilung der Navigierbarkeit ist Verschiedenes: Wie leicht sind zentrale Funktionsbereiche auffindbar und aus anderen Bereichen ansteuerbar? Wie einfach oder umständlich ist die Vorwärts- und Rückwärtsnavigation im Kurs oder das Verlassen von Übungseinheiten und Lektionen? Wie leicht sind Eingaben zu tätigen und zu bestätigen? Wie übersichtlich sind die Lektionen und Übungen und wie leicht kann der Nutzer sie ansteuern? Sind Hilfefunktionen wie FAQ, eine Guided Tour oder Erklärungen zu den Übungen vorhanden? Gibt es eine Zeitangabe zur voraussichtlichen Bearbeitungsdauer einer Lektion oder Übungseinheit? Gibt es eine Fortschrittsanzeige zur Orientierung innerhalb der Übungseinheiten?

Um einen Sprachkurs auch unterwegs nutzen zu können, bedarf es entsprechender Apps für Android und iOS sowie Download-Möglichkeiten für Kursmaterialien. Falls vorhanden, haben wir uns die Android-Apps der Anbieter näher angesehen. In diesem Aspekt wird der Nachteil des Konzeptes einer Online-Sprachschulen wie Lingoda deutlich. Es gibt keinerlei interaktive Übungen oder Vokabelspeicher, und dementsprechend bietet Lingoda auch – als einziger Anbieter im Test – keine App.

Einen guten Kurs zum Englischlernen zeichnet zu guter Letzt aus, dass er seinen Nutzern ein Maximum an Freiheit bei der Gestaltung des Kursplanes und der Auswahl seiner Inhalte bietet, auch wenn nur innerhalb der methodisch bedingten Strukturen. Im Idealfall kann der Lernende die Reihenfolge der Lektionen und Übungen selbst wählen; er sollte auch die Möglichkeit haben, Lektionen auszulassen, ohne dass dies Folgen für den weiteren Lernfortschritt hätte. Es sollte zudem möglich sein, die Lektionen beliebig oft zu wiederholen.

Preismodell und Service

Für viele Interessenten ist neben dem Leistungsumfang natürlich auch der Preis von entscheidender Bedeutung bei der Auswahl eines Englischkurses. Hierbei ist zu beachten, dass die Preisstruktur in Korrelation zur gebotenen Leistung gesetzt werden sollte. Selbstverständlich kostet ein Kurs mit Privatunterricht mehr als die Buchung von Nutzungsrechten für eine Software. In dieser Kategorie widmeten wir uns zunächst den Abonnementbedingungen. Dies umfasst die Mindestlaufzeit ebenso wie die maximalen Kosten pro Monat. In der Regel sinken die Preise beträchtlich bei Abschluss längerfristiger Abonnementverträge. Positiv ist eine möglichst lange Geld-zurück-Garantie bei Unzufriedenheit mit den Leistungen zu bewerten. Hier bleibt Rosetta Stone mit 30 Tagen unerreicht.

Nicht alle Anbieter glänzen im Test mit Transparenz, wenn es um die Vertrags- und Kündigungsbedingungen geht. Es gibt in diesem Zusammenhang einige Fragen, die es zu beachten gilt: Wie offensichtlich ist es, dass es sich um ein Abonnement handelt? Wie offen kommuniziert der Anbieter Zahlungs- und Kündigungsbedingungen? Sind bei typischen „Lockangeboten“ Abonnementbedingungen und Folgepreise bei Weiterbuchung offengelegt? Hinsichtlich dieses Kriteriums sind lediglich LinguaTV und Lingoda positiv zu bewerten.

Generell sind Interessenten gut beraten, sich vor der Entscheidung für ein Abonnement eingehender über die genauen Konditionen zu informieren. Pluspunkte gibt es, wenn der Anbieter kostenfreie Testlektionen zur Verfügung stellt, optimalerweise ohne vorherige Registrierung.

Es kann immer vorkommen, dass Fragen zum Leistungsumfang und zu den Vertragsbedingungen aufkommen. In solchen Fällen sollte der Nutzer den Anbieter über verschiedene Kanäle erreichen können. Im Idealfall befinden sich auf der Webseite des Anbieters ein Kontaktformular, eine kostenfreie Hotline-Nummer, ein Chat, eine Support-Email-Adresse sowie ein ausführlicher FAQ-Bereich. Wir haben die jeweils vorhandenen Kontaktkanäle selbstverständlich getestet. Lingoda und LinguaTV sind auch hier positiv hervorzuheben.

Abschließend warfen wir auch einen Blick auf die nicht an Privatnutzer, sondern an Unternehmenskunden und Bildungseinrichtungen gerichteten Angebote der Sprachkurs-Anbieter an. Auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Konditionen gibt es in diesem Zusammenhang bei nahezu allen Anbietern, EF English Live und LinguaTV bieten sogar ein spezielles Firmentraining mit Dozenten.