Sicherheitsschuhe

Die 7 besten Sicherheitsschuhe im Vergleich

Allgemeine Merkmale
ErhĂ€ltliche GrĂ¶ĂŸen
Farbe
Material
Produkteigenschaften
Schutzklasse
Verschluss
Stahlkappe
Sohle durchtrittsicher
Wasserdicht
Vorteile

Sicherheitsschuh-Ratgeber: So wÀhlen Sie das richtige Produkt

Das Wichtigste in KĂŒrze
  • Sicherheitsschuhe schĂŒtzen im Job und beim Heimwerken vor schweren Verletzungen im Fußbereich.
  • In vielen Branchen sind Sicherheitsschuhe am Arbeitsplatz zwingend vorgeschrieben.
  • Je nach Branche mĂŒssen Sicherheitsschuhe unterschiedliche Normen erfĂŒllen.
  • Damit sie tatsĂ€chlich getragen werden, mĂŒssen sie nicht nur bequem, sondern auch chic sein.

Was sind Sicherheitsschuhe?

Schutzkleidung wie die Sicherheitsschuhe hat nicht das beste Image. Sie gilt als klobig, unbequem und nicht gerade chic. Doch inzwischen gibt es auf dem Markt Modelle, die nicht nur vor einer Vielzahl von Gefahren im Job oder beim Handwerken schĂŒtzen, sondern auch modern aussehen.

Sicherheitsschuhe gibt es speziell fĂŒr Herren und fĂŒr Damen. Viele Unisex-Modelle eignen sich aber auch gleichermaßen fĂŒr MĂ€nner und Frauen. Teilweise sind sie ĂŒberhaupt nicht als Sicherheitsschuhe erkennbar und dabei so bequem, dass sie den ganzen Tag ĂŒber wie ein normales Schuhwerk getragen werden können. Auch grĂ¶ĂŸere Distanzen, etwa Arbeitswege in einer Fabrik oder beim Zustellen von Paketsendungen, sind fĂŒr TrĂ€ger von passenden Sicherheitsschuhen kein Problem.

Die meisten assoziieren mit Sicherheitsschuhen unförmiges, klobiges Schuhwerk aus dem Handwerk oder dem Baustellenbereich. Allerdings gibt es in diesem Segment deutlich mehr Nuancen, so etwa Modelle fĂŒr BeschĂ€ftigungsfelder wie dem Gesundheitswesen oder der Gastronomie.

FĂŒĂŸe gehören zu den am hĂ€ufigsten von Verletzungen betroffenen Körperpartien

Laut einer Studie der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) aus dem Jahr 2015 sind Knöchel und FĂŒĂŸe nach den HĂ€nden die Körperpartien, die am hĂ€ufigsten bei ArbeitsunfĂ€llen verletzt werden. Daher ist ein guter Fußschutz im Job unabdingbar.

In vielen Berufen, etwa bei der Feuerwehr, im Handwerk, der verarbeitenden Industrie oder der Forstwirtschaft, sind Sicherheitsschuhe von den Unfallversicherern vorgeschrieben. Sie schĂŒtzen die FĂŒĂŸe der TrĂ€ger vor mechanischen Einwirkungen wie Quetschungen, Schnittverletzungen oder Verletzungen durch Umknicken. Damit die Sicherheitsschuhe auch gern getragen werden, mĂŒssen sie also drei Bedingungen erfĂŒllen:

  • Sie mĂŒssen den Fuß optimal vor allen in der Branche zu erwartenden Arten von Gefahren schĂŒtzen.
  • Sie mĂŒssen bequem sein, damit sie den ganzen Tag und auch bei der BewĂ€ltigung grĂ¶ĂŸerer Distanzen getragen werden können.
  • Sie sollten möglichst stylisch sein und nicht unbedingt sofort als schnöder Sicherheitsschuh auffallen.

Die meisten UnfÀlle passieren im Haushalt

Wer jetzt denkt, Sicherheitsschuhe sind nur beim Arbeiten relevant, der tĂ€uscht sich. Gefahren und Risiken machen selbstverstĂ€ndlich nicht an der TĂŒrschwelle ins Privatleben halt. Die eigenen vier WĂ€nde sind unser RĂŒckzugsort: Hier fĂŒhlen wir uns wohl und genießen den Feierabend. Wohl kaum jemand denkt darĂŒber nach, dass genau dort statistisch die meisten UnfĂ€lle passieren: Laut Robert-Koch-Institut erleiden ungefĂ€hr 2,8 Millionen BundesbĂŒrger im Jahr einen Unfall im eigenen Haushalt.

Wer also mit dem Gedanken spielt, regelmĂ€ĂŸig kleinere Handwerkarbeiten durchzufĂŒhren, sollte nicht nur Gedanken an das passende Werkzeug verschwenden, sondern auch die eigene Sicherheit im Blick haben. Gerade beim Heimwerken ist eine Gefahr fĂŒr Verletzungen gegeben. Viele Szenarien sind denkbar:

  • Sie transportieren einen schweren Gegenstand und lassen sich diesen auf den Fuß fallen
  • Sie renovieren einen Bereich und treten dabei mit ihrem vollen Körpergewicht in einen auf dem Boden liegenden Nagel
  • Sie sind auf glattem oder unebenem Untergrund unterwegs und rutschen aus

In vielen Branchen gesetzlich vorgeschrieben

In Deutschland gilt das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG in der Fassung von 1996). Es verpflichtet Arbeitsgeber dazu, den Schutz ihrer Angestellten sicherzustellen sowie ihre Gesundheit zu verbessern. Wenn eine konkrete Gefahrenlage besteht, muss der Arbeitgeber den Mitarbeitern eine Persönliche SchutzausrĂŒstung (PSA) unentgeltlich zur VerfĂŒgung stellen. Dazu kann beispielsweise auf einer Baustelle ein Helm zĂ€hlen, der den Kopf vor herunterfallenden Teilen schĂŒtzt. Ein Sicherheitsschuh schirmt wiederum die Sohle vor Nageldurchtritten, die Zehen vor Quetschungen durch fallende GegenstĂ€nde oder den Knöchel vor dem Umknicken ab. Des Weiteren muss der Arbeitgeber die Umsetzung einfordern, also das Tragen der Persönlichen SchutzausrĂŒstung einfordern.

Schuh-Modelle und Sicherheitsklassen

Analog zu „normalen“ Schuhen unterteilen sich Sicherheitsschuhe in die Modelle: Sandale, Halbschuh, Stiefel und Gummistiefel. Je nach Job bieten sich unterschiedliche Sicherheitsschuhe an.

Passform

Sicherheitsschuhe lassen sich in die Kategorien Halbschuh oder Stiefel gruppieren. WĂ€hrend es Sicherheitsschuhe der Sicherheitsklassen S4 und S5 nur als Stiefel gibt, finden sich Modelle der Sicherheitsklasse SB in mehreren AusfĂŒhrungen Hier können Interessenten zwischen Sicherheitshalbschuhen, Sicherheitssandalen, Sicherheitsclogs, SicherheitsschnĂŒrschuhen, Sicherheitsknöchelschuhen und Sicherheitsslippern wĂ€hlen.

Die meisten Modelle sind entweder als Halbschuhe oder als kurze Stiefel ausgefĂŒhrt. Halbschuhe sind bequem, sehen oft sportlich aus und sind nicht von Sneakers oder anderen legeren Freizeitschuhen zu unterscheiden. Daneben gibt es Modelle, die fersenoffen sind. Sogar Sicherheitssandalen mit einer Zehenschutzkappe sind verfĂŒgbar. Andere Sicherheitsschuhe sind als höher geschnittene Stiefel ausgefĂŒhrt sind und kommen beispielsweise bei der Feuerwehr zum Einsatz. Ferner gibt es AusfĂŒhrungen, die an Gummistiefel erinnern, aber dennoch Sicherheitsmerkmale wie eine Zehenschutzkappe oder durchtrittsichere Sohle aufweisen.

Sicherheitsschuhe, Arbeitsschuhe und Berufsschuhe

Oft werden die drei Begriffe Berufsschuhe, auch Arbeitsschuhe genannt (DIN EN ISO 20347), Schutzschuhe (DIN EN ISO 20346) und Sicherheitsschuhe (DIN EN ISO 20345) gleichgesetzt. Ein Sicherheitsschuh kann auch ein Arbeitsschuh sein, andersherum schließen die Sicherheitsschuhe Arbeitsschuhe jedoch nicht mit ein. Unterschiede ergeben sich in den meisten FĂ€llen durch die Normen, die die Schuhe erfĂŒllen mĂŒssen.

Ein anschauliches Beispiel sind die Bestimmungen zur Zehenschutzkappe:

  • Berufsschuhe beziehungsweise Arbeitsschuhe verfĂŒgen nicht ĂŒber eine Zehenschutzkappe.
  • Schutzschuhe verfĂŒgen laut Norm ĂŒber eine Zehenschutzkappe mit einer Energieaufnahme von 100 Joule.
  • Sicherheitsschuhe hingegen mĂŒssen dagegen mit einer Zehenschutzkappe ausgestattet sein, die die doppelte Energiemenge, also 200 Joule, aufnehmen kann.

Berufsschuhe, beziehungsweise Arbeitsschuhe werden in Deutschland in Berufen getragen, in denen es keine Gefahren fĂŒr die Zehen und somit keinen Bedarf fĂŒr eine Zehenschutzkappe gibt. Schutzschuhe mit einer verringerten Zehenschutz-Wirkung sind nach den deutschen Normen fĂŒr den beruflichen Einsatz nicht zugelassen und somit nahezu bedeutungslos. Sicherheitsschuhe erfĂŒllen hingegen die strengen Normen und sind daher in vielen Gewerken vorgeschrieben.

Sicherheitsklassen und Zusatzangaben

Interessieren Sie sich fĂŒr Sicherheitsschuhe, wird Ihnen bei der Suche nach dem passenden Modell schnell auffallen, dass es eine schier unĂŒbersichtliche Anzahl an Sicherheitsklassen und Normen gibt. Was die einzelnen Sicherheitsklassen bedeuten, und fĂŒr welche Anwendungszwecke sie sich eignen beziehungsweise fĂŒr welche Berufsgruppen sie vorgeschrieben sind, erlĂ€utern wir im Folgenden.

Die internationale Norm EN ISO 20345 sowie die DGUV-Regel 112-191 (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) definieren sieben genormte Kategorien, nach denen Sicherheitsschuhe unterschieden werden. In der Regel erweitert eine Sicherheitsklasse die vorherige Klasse um einen weiteren Aspekt. Diese Zusatzanforderungen werden teilweise in Klammern angegeben. Die ErklĂ€rungen fĂŒr die AbkĂŒrzungen finden Sie unterhalb der sieben Sicherheitskategorien.

Die sieben Sicherheitsklassen
  • SB – Grundanforderungen
  • S1 – Zusatzanforderungen (A+FO+E)
  • S1P – Zusatzanforderungen (A+FO+E+P)
  • S2 – wie S1, zusĂ€tzlich bedingte Wasserdichtigkeit (A+FO+E+WRU)
  • S3 – wie S2, zusĂ€tzlich durchtrittsicher (A+FO+E+WRU+P)
  • S4 – wie S2, aber als wasserdichter Stiefel
  • S5 – wie S4, zusĂ€tzlich durchtrittsicher
Schutzklasse SB

Bei Sicherheitsschuhen der Norm SB handelt es sich um fersenoffene Modelle, die ĂŒber eine Schutzkappe aus Metall oder Kunststoff zum Schutz der Zehen verfĂŒgen. Zu den Grundanforderungen gehört zusĂ€tzlich eine Rutschhemmung auf Keramikfliesen, Stahlplatten und Glycerin. Solche Modelle tragen unter anderem Ärzte sowie das Krankenhauspersonal.

Schutzklasse S1

Die Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S1 sind einsetzbar in allen Arbeitsbereichen, in denen kein Auftreten von Feuchtigkeit zu erwarten ist. FĂŒr gewöhnlich ist das in InnenrĂ€umen der Fall. Sie können also wasserdicht sein, mĂŒssen es laut Definition aber nicht. Der Fersenbereich ist geschlossen. Vorgeschrieben sind hingegen antistatische Eigenschaften, eine öl- und benzinresistente Sohle sowie ein Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich.

FĂŒr Ärzte beziehungsweise das Krankenhauspersonal ist es von Vorteil, dass sie bei Bedarf schnell herausschlĂŒpfen können und die DĂ€mpfung am Hinterfuß lĂ€ngere Wege erleichtert. Tragen Sicherheitsschuhe dieses Typs den Zusatz ESD, kommen sie auch fĂŒr Arbeiten im Bereich der Mikroelektronik infrage. Dieser verhindert, dass sich Angestellte statisch aufladen und so empfindliche Bauteile zerstören.

Schutzklasse S1P

Sicherheitsschuhe der Norm S1P sind vergleichbar mit denen der Schutzklasse S1, verfĂŒgen aber zusĂ€tzlich ĂŒber eine durchtrittsichere Sohle. Das reduziert die Gefahr von Verletzungen durch spitze GegenstĂ€nde wie NĂ€gel oder Scherben. Diese Sicherheitsschuhe sind beispielsweise im Schreiner-Handwerk vorgeschrieben.

Sicherheitsklasse S2

Die Schuhe der Sicherheitsklasse S2 Àhneln denen der Sicherheitsklasse S1, weisen aber zusÀtzlich eine BestÀndigkeit des Schuhoberteils gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme auf. Sie können also auch dort verwendet werden, wo NÀsse zu erwarten ist. Solche Sicherheitsschuhechuhe tragen zum Beispiel Angestellte im Rettungsdienst.

Schutzklasse S3

Als Klassiker sind Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S3 weit verbreitet, da es sich um Allrounder handelt. Sie sind fĂŒr den Einsatz in trockener Arbeitsumgebung geeignet, können aber auch dort zum Einsatz kommen, wo mit Feuchtigkeit zu rechnen ist. HĂ€ufig finden sie auch im Outdoor-Bereich unter raueren Bedingungen Verwendung. Sie schĂŒtzen vor Durchtrittverletzungen und beugen durch ihr Sohlenprofil dem Ausrutschen auf unsicherem Untergrund vor. GegenĂŒber der Norm S2 sind sie um folgende Features erweitert:

  • Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich
  • Profilierte Laufsohle

Eine vollstĂ€ndige Wasserdichtigkeit bieten hingegen nur Sicherheitsschuh-Modelle der Schutzklassen S4 und S5, die meist in Form eines Gummistiefels ausgefĂŒhrt sind.

Schutzklasse S4

Bei Sicherheitsschuhen der Schutzklasse S4 handelt es sich um Stiefel. Es handelt sich nicht um eine Erweiterung der Norm S3, sondern um einen wasserdichten Stiefel, der ansonsten der Norm S2 entspricht. Auf den ersten Blick kaum von gewöhnlichen Gummistiefeln zu unterscheiden weisen derartige Sicherheitsstiefel antistatische Eigenschaften und eine Öl- und Benzin-resistente Sohle auf. Zudem sind sie bestĂ€ndig gegenĂŒber Wasserdurchtritt und -aufnahme. Diese Sicherheitsschuhe kommen dann zum Einsatz, wenn mit Feuchtigkeit ĂŒber Knöchelhöhe zu rechnen ist. Ein Beispiel fĂŒr Branchen, in denen die Schuhe getragen werden, ist das Schlachtereigewerbe.

Schutzklasse S5

Bei Sicherheitsstiefeln mit der Kennzeichnung S5 handelt es sich ebenfalls um Stiefel. Im Vergleich zu den Modellen der Schutzklasse S4 weisen sie aber zusĂ€tzlich eine durchtrittsichere Sohle auf und schĂŒtzen die FĂŒĂŸe im vor spitzen GegenstĂ€nden in unwegsamen GelĂ€nden und GewĂ€ssern. Diese Stiefel können also als wasserdichte Version des S3-Sicherheitsschuhs angesehen werden. Sie kommen beispielsweise von Hafenangestellten, im Ackerbau sowie in GĂ€rtnereien zum Einsatz.

Zusatzangaben

Zusatzangaben spezifizieren die Sicherheitsklassen zusĂ€tzlich. Im Folgenden listen wir alle fĂŒr den Kauf relevanten Angaben in alphabetischer Reihenfolge auf:

  • A – antistatische Schuhe
  • AN – Fußknöchelschutz
  • C – leitfĂ€hige Schuhe
  • CI – KĂ€lteisolierung (Probe bei minus 20 Grad Celsius)
  • CR – Schnittfestigkeit
  • E – Energieaufnahme im Fersenbereich
  • ESD – Electric Static Discharge (elektrostatische Entladung), Ausgleich elektrischer Ladungen zwischen zwei Objekten bis zur Wiederherstellung des elektrischen Gleichgewichts
  • FO – öl- und benzinresistente Sohle
  • HI – WĂ€rmeisolierung
  • HRO – Verhalten gegenĂŒber KontaktwĂ€rme (WĂ€rmebestĂ€ndigkeit der Sohle bei 300 Grad Celsius in Minuten)
  • I – elektrisches Isolierschuhwerk
  • M – Mittelfußschutz
  • P – Durchtrittsicherheit
  • SRA – Rutschhemmung (Testverfahren: Keramikfliese/Reinigungsmittel)
  • SRB – Rutschhemmung (Testverfahren: Stahlboden/Glycerin)
  • SRC – Rutschhemmung (Testverfahren: SRA und SRB bestanden)
  • WR – BestĂ€ndigkeit des gesamten Schuhs gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme
  • WRU – BestĂ€ndigkeit des Schuhoberteils gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme

Besonderheiten

Einige Berufsgruppen, beispielsweise FeuerwehrmÀnner und BeschÀftigte in der Forstwirtschaft, benötigen spezielle Sicherheitsschuhe. Im Folgenden stellen wir diese Typen kurz vor

Feuerwehrstiefel

Bei Feuerwehrstiefeln handelt es sich um spezielle Einsatzschuhe, die der Norm DIN EN 15090:2012 genĂŒgen mĂŒssen. Sie sind als SchlĂŒpf-, SchnĂŒr- und Gummistiefel erhĂ€ltlich und mĂŒssen insbesondere Schutz bieten gegen

  • Verletzung des Fußes durch herabfallende GegenstĂ€nde,
  • Stichverletzungen der Fußsohle durch Hineintreten in spitze GegenstĂ€nde,
  • Verletzungen durch Umknicken,
  • KĂ€lte und NĂ€sse,
  • Verbrennungen des Fußes,
  • elektrischen Strom und
  • statische Aufladung (ESD).

Feuerwehrstiefel lassen sich also nicht in die Schutzklassen der „gewöhnlichen“ Sicherheitsschuhe einordnen.

Schnittschutzschuhe

Die PSA-Forst, also die Persönliche SchutzausrĂŒstung fĂŒr Forstwirte, muss ebenfalls zusĂ€tzlichen Anforderungen gerecht werden. Erkennbar sind solche Sicherheitsschuhe am Piktogramm KettensĂ€genschutz und den aufgedruckten Normen. Das gilt selbstredend auch fĂŒr die zur Schutzausstattung gehörenden Schnittschutzschuhe, die das Verletzungsrisiko bei der Waldarbeit, im Speziellen bei der Verwendung einer KettensĂ€ge, reduzieren sollen. Diese speziellen Forst-Sicherheitsschuhe lassen sich ebenfalls nicht in das Raster der Standard-Sicherheitsnormen einsortieren und mĂŒssen folgende Spezifikationen aufweisen:

  • SchaftlĂ€nge von mindestens 19,5 Zentimetern
  • Griffige Sohle
  • Zehenschutzkappe
  • Knöchelschutz
  • Schnittschutz gemĂ€ĂŸ DIN EN 345 und 344 Teil 2
Wozu benötigt man eine Zehenschutzkappe?

Eine Zehenschutzkappe, umgangssprachlich auch Stahlkappe genannt, schĂŒtzt die Zehen in Sicherheitsschuhen vor Verletzungen durch diverse Gefahren. Das können etwa herabfallende GegenstĂ€nde sowie Schnitte und Stiche durch Maschinen wie Trennschleifer oder HĂ€cksler sein. Die Kappe selbst ist entweder aus Stahlblech oder Materialien wie Kunststoff, Aluminium beziehungsweise Titan gefertigt. Ihre WiderstandsfĂ€higkeit wird in Joule bemessen.

Was bringt eine durchtrittsichere Sohle? 

FĂŒr viele Anwendungsbereiche ist es sehr wichtig, dass die Sicherheitsschuhe ĂŒber eine durchtrittsichere Sohle verfĂŒgen. Es handelt sich um eine Zwischensohle zwischen profilierter Laufsohle und der Innensohle. FrĂŒher bestand durchtrittsichere Sohle aus Stahl. Mittlerweile wird Kevlar oder Aluminium verwendet. Dieses Material verhindert das Durchstoßen von NĂ€geln oder anderen spitzen GegenstĂ€nden. Das ist beispielsweise in der Baubranche von Belang: Herausstehende NĂ€gel oder sonstige spitze GegenstĂ€nde können beim Hineintreten schwere Fußverletzungen bis zum Durchstich verursachen. Eine durchtrittsichere Sohle verhindert, dass diese Objekte den Fuß erreichen.

Wer braucht antistatische Sicherheitsschuhe?

Antistatisches Schuhwerk ist ĂŒberall dort angebracht, wo elektrische Aufladung vermindert und deren Ableitung gewĂ€hrleistet werden muss. Das ist unter anderem dann nötig, wenn die Gefahr eines elektrischen Schlags durch GerĂ€te oder spannungsfĂŒhrende Bauteile beziehungsweise das Risiko, dass ein Funke entflammbare Substanzen oder DĂ€mpfe zur ZĂŒndung bringt, besteht. Auf diese Weise sind sowohl der TrĂ€ger des Sicherheitsschuhs als auch die Menschen in seiner Umgebung vor Gefahren elektrischer Aufladung geschĂŒtzt. Dieses Schuhwerk ist beispielsweise fĂŒr Elektriker, Labormitarbeiter oder Feuerwehrleute vorgeschrieben.

Welchen KrĂ€ften Sicherheitsschuhen unter anderem trotzen mĂŒssen, zeigt das folgende YouTube-Video der Firma uvex, die sich auf Schutz- und Sicherheitsprodukte im Berufs-, Sport und Freizeitbereich spezialisiert hat.

Weitere Kaufkriterien

Neben den sicherheitsrelevanten Kriterien gibt es eine Reihe weiterer Anforderungen, von denen Interessenten ihre Kaufentscheidung abhÀngig machen. Wir zÀhlen die wichtigsten nachfolgend auf.

Obermaterial

Das Obermaterial von Sicherheitsschuhen besteht entweder aus Leder oder Textil-Rohstoffen. Vorteil von Leder ist seine StrapazierfÀhigkeit, FormbestÀndigkeit bei gleichzeitiger FlexibilitÀt sowie seine Geschmeidigkeit. Gleichzeitig ist Leder wÀrmeisolierend und dabei atmungsaktiv. Die Mehrzahl der modernen Sicherheitsschuhe ist aber aus High-Tech-Textilen hergestellt, die atmungsaktiver als die Ledervarianten sind. Diese Materialien werden vor allem in den Schutzklassen S1 und S1P verwendet, in denen kein NÀsseschutz gegeben sein muss. Oftmals bringen Textil-Schuhe auch weniger Gewicht auf die Waage als die Leder-Varianten.

Innenmaterial

In puncto Innenmaterial haben Kaufinteressenten ebenfalls die Wahl zwischen Textil und Leder. Letztere mĂŒssen zwingend ein gutes Schuhinnenklima und einen hohen Tragekomfort garantieren. Ohne atmungsaktives, luftdurchlĂ€ssiges Design wĂ€ren schwitzige FĂŒĂŸe und ein unangenehmes TragegefĂŒhl die Folge. FĂŒr die kalte Jahreszeit gibt es wĂ€rmende Innenfutter, damit die FĂŒĂŸe und Zehen auch bei Schnee und Eis nicht kalt werden.

Sohlenmaterial

Die Sohlen von Sicherheitsschuhen bestehen entweder aus Nitrilgummi, Polyurethan (PU) oder thermoplastischem Polyurethan (TPU). Nitrilgummi-Varianten haben den Vorteil, dass sie bestĂ€ndig gegenĂŒber Ölen, Kraftstoffen, vielen SĂ€uren und FĂ€kalien sind. Zudem sind sie robust, rutschhemmend und haben eine vergleichsweise lange Lebensdauer, da sie einen geringen Abrieb haben und zumeist hitzebestĂ€ndig bis 300 Grad sind.

Die PU-Varianten sind auch bestĂ€ndig gegenĂŒber Ölen und Kraftstoffen sowie gegenĂŒber einigen Chemikalien. Sie sind geringfĂŒgig leichter als die Gummi-Sohlen und dĂ€mpfen den Fuß beim Laufen. Allerdings sind sie nur bis zu einer Temperatur von 120 Grad Celsius hitzebestĂ€ndig.

In puncto Vorteilen deckt sich TPU, ein spezielles Polyurethan mit den Eigenschaften von PU. Zudem kommen weitere Vorteile wie BestĂ€ndigkeit gegen hohes Dauerbiegen, geringerer Abrieb und eine noch grĂ¶ĂŸere Rutschhemmung hinzu.

Schuh-Verschluss

Die Frage, fĂŒr welche Verschlussart Sie sich entscheiden sollten, hĂ€ngt davon ab, wie oft und wie schnell Sie aus den Schuhen heraus –  und in die Schuhe hineinschlĂŒpfen mĂŒssen. Zudem ist von Belang, wie fest die Sicherheitsschuhe sitzen mĂŒssen. Wir fĂŒhren die einzelnen VerschlĂŒsse im Folgenden auf:

  • Kein Verschluss (Slipper)
  • Fersenriemen (bei fersenoffenen Modellen)
  • Reißverschluss
  • Schnalle
  • Klettverschluss
  • Schnellverschluss

Wasserdichtigkeit

Wie bereits erwĂ€hnt ist in einigen Branchen und Arbeitsbereichen das Tragen wasserdichter Schuhe Voraussetzung. Das betrifft beispielsweise Hafenarbeiter, aber auch Laboranten. Wasserdicht bedeutet im Gegensatz zu wasserfest, dass der Schuh nicht nur Spritzwasser und Regen bis zu einem gewissen Maß abhĂ€lt, sondern auch bei starkem NĂ€sseaufkommen kein Wasser ins Innere des Schuhs durchlĂ€sst.

Tipps zu Reinigung und Pflege

Nach dem Kauf gilt es, die Sicherheitsschuhe regelmĂ€ĂŸig zu sĂ€ubern und zu pflegen, damit ihre Schutzwirkung erhalten bleibt. Wir geben einige Tipps, damit Sie lange etwas von ihnen haben.

Sollte ich Sicherheitsschuhe lĂŒften, um GerĂŒchen vorzubeugen?

Nach einem langen Tag kommen die FĂŒĂŸe schon einmal ins Schwitzen. Daher sollten Sie die Schuhe nach dem Tragen gut auslĂŒften und trocknen lassen. Dazu sollten Sie die Innensohle herausnehmen, damit die Feuchtigkeit aus allen Bereichen entweichen kann. SorgfĂ€ltiges AuslĂŒften beugt unangenehmen GerĂŒchen vor. Sind die Schuhe sehr stark nassgeschwitzt, bietet es sich an, sie mit Zeitungspapier auszustopfen. Auch dabei sollten Sie die Innensohle zuvor herausnehmen.

Wie sollten Sicherheitsschuhe gereinigt werden?

Sind die Schuhe stark verschmutzt, können Sie sie am einfachsten mit Wasser und einer weichen BĂŒrste reinigen. Schmutz und Steine entfernen Sie vorsichtig aus dem Sohlenprofil. Möchten Sie ein Pflegemittel nutzen, achten Sie darauf, dass es speziell auf das Material abgestimmt ist. Die Reinigungs- uns Pflegehinweise der Hersteller geben hierĂŒber Aufschluss. Trocknen Sie den nassen Schuh auf keinen Fall auf der Heizung. Dadurch kann beispielsweise Leder brĂŒchig werden. FĂŒr die Reinigung von Leder und Nubukleder gibt es spezielle Schuhcremes. Textil- und Microfaser-Varianten benötigen hingegen keine Schuhcreme, sondern eine ImprĂ€gnierung.

Sollte ich Sicherheitsschuhe imprÀgnieren?

Nicht nur nach einer Reinigung empfiehlt sich regelmĂ€ĂŸiges ImprĂ€gnieren, um die Schuhe vor dem Eindringen von NĂ€sse und dem Anhaften von Schmutz zu schĂŒtzen. So öffnen einige Reinigungsmittel die Textilporen der Schuhe, um dem Schmutz an den Kragen gehen zu können. Ein ImprĂ€gnierspray schließt sie wieder. Wer seine Schuhe also stattdessen regelmĂ€ĂŸig imprĂ€gniert, hat weniger Arbeit mit der Reinigung. Lederschuhe werden in der Regel nicht imprĂ€gniert, sondern mittels einer abgestimmten Schuhcreme gepflegt.

Kann ich in Sicherheitsschuhen orthopÀdische Einlagen tragen?

Sofern Sie keine speziellen Einlagen besitzen, die fĂŒr diese spezielle Art Sicherheitsschuh zugelassen sind, lautet die simple Antwort: nein, weil dadurch die Schutzwirkung beeintrĂ€chtigt werden kann. Eine Einlegesohle kann die Isolations- und LeitfĂ€higkeit des Schuhs verĂ€ndern, was zu UnfĂ€llen im Elektrobereich fĂŒhren kann. Außerdem erhöht die Einlegesohle die Position des Fußes im Schuh, wodurch sich auch der Abstand zur Zehenschutzkappe („Stahlkappe“) Ă€ndert. Mögliche Folgen sind Quetschungen, wenn der Abstand des Fußes zu dieser Sicherheitseinrichtung zu gering ausfĂ€llt. Nachdem der Schuh die SicherheitsprĂŒfung fĂŒr einen bestimmten Einsatzzweck durchlaufen hat, darf er nicht mehr verĂ€ndert werden. Besteht fĂŒr Sohlen eine medizinische Notwendigkeit, können OrthopĂ€dietechniker speziell fĂŒr dieses Schuhwerk geeignete Einlagen anpassen.

Wann sollten Sie Sicherheitsschuhe austauschen?

Um die uneingeschrĂ€nkte Funktion gewĂ€hrleisten zu können, dĂŒrfen Sicherheitsschuhe keine MĂ€ngel oder Verschleißerscheinungen aufweisen. Gibt es also Löcher oder andere Abnutzungserscheinungen, wird es Zeit, den Schuh zur Aufrechterhaltung der Sicherheit gegen ein neues Modell auszutauschen. Gleiches gilt fĂŒr den Fall, dass die Schuhe unbequem geworden sind. Schließlich tragen Sie die Schuhe wĂ€hrend der Arbeitswoche jeden Tag.

Was kann ich gegen starken Geruch tun?

Einige Hersteller empfehlen, nicht jeden Tag das gleiche Paar Schuhe zu tragen, damit die betroffenen Schuhe mehr Zeit zum AuslĂŒften bekommen. Mit einem Wechselpaar bleibt weniger Restfeuchtigkeit in den Schuhen, was die Geruchsbelastung deutlich verringert. Vor dem Kauf sollten Sie auf atmungsaktive Materialien achten. Spezielle Schuh-Deo-Sprays können Abhilfe schaffen. Auch können Sie den Effekt einfacher Hausmittel, wie Backpulver, Katzenstreu, Lavendel, Zimt, Teebaumöl oder Zitrusschalen, ausprobieren.

Kann ich Sicherheitsschuhe von der Steuer absetzen?

Sofern Sie die Schuhe, die von der Steuer abgesetzt werden sollen, privat angeschafft haben und sie als berufstypisch gelten, ist es durchaus realistisch, dass Sie diese von der Steuer absetzen können. Oftmals verschwimmt aber die Grenze zwischen dem, was als Arbeitskleidung akzeptiert wird, und dem, was der Fiskus als alltagstauglich ansieht und deshalb nicht als Minderung der Steuerlast akzeptiert. Halten Sie in Online-Shops daher Ausschau nach dem Vermerk „Arbeitskleidung“ auf Quittungen oder Rechnungen. Diese Belege werden vom Finanzamt in der Regel akzeptiert. Als Arbeitnehmer geben Sie die Aufwendungen – unabhĂ€ngig von ihrem beruflichen Status – als Werbungskosten in der Anlage N der SteuererklĂ€rung an. Freiberufler machen stattdessen Betriebsausgaben geltend.

WeiterfĂŒhrende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Schreibtischlampen-Vergleich. Wir haben die vorgestellten Produkte keinem Test unterzogen.

Bislang haben renommierte Testinstitute wie die Stiftung Warentest oder ÖKO-TEST keinen Sicherheitsschuh-Test durchgefĂŒhrt. Folgerichtig gibt es auch keine Testsieger oder Vergleichssieger der PrĂŒfinstitute, die wir Ihnen hier prĂ€sentieren könnten. Sofern ein solcher Test erscheint, werden wir die Ergebnisse an dieser Stelle nachreichen.

Da die Firmen die Sicherheitsnormen einhalten mĂŒssen, um die Schuhe mit entsprechendem Siegel in Verkehr bringen zu dĂŒrfen, gibt es qualitativ meist nicht allzu große Unterschiede. Diese beschrĂ€nken sich daher in der Regel auf Kategorien wie Optik und Bequemlichkeit.

Trotzdem wĂ€ren solche Tests aufgrund einer dann gegebenen Vergleichbarkeit des Tragekomforts sowie der Langlebigkeit wĂŒnschenswert. Dann kann der Interessent das Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis.

Bekannte Marken

Engelbert Strauss | Haix | Uvex | Puma | Atlas | Safety Jogger | Low | Elten | Haix