Siebträgermaschinen

Die 7 besten Siebträgermaschinen im Test & Vergleich

Produktinformation
Hersteller
Material Gehäuse
Maße
Fassungsvermögen Wassertank
Anzahl Tassen
Leistung
Abschaltautomatik
Selbstreinigungsfunktion
Freistehend
Getränkeauswahl
Milchaufschäumer
Abtropfschale
Erhältliche Farben
Gewicht

Siebträgermaschinen-Ratgeber: So wählen Sie das richtige Produkt

Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einer Siebträgermaschine gelingt nicht nur ein aromatischer Espresso, sondern auch eine optimale Crema – vorausgesetzt Sie beherrschen das Handwerk.
  • Für das Ergebnis sind in erster Linie die verwendeten Kaffeebohnen, der Mahlgrad, die Kompression des Pulvers und die Crema verantwortlich.
  • Neben Einkreis- und Zweikreis-Siebträgermaschinen gibt es Modelle mit Dualboiler, Thermoblock und Handhebel.
  • Vieltrinker, Mehrpersonen-Haushalte und Gastronomie-Betriebe profitieren von einem großen Wassertank.
  • Falls Sie Ihren Espresso gern mit Milchschaum trinken, sollten Sie darauf achten, dass das Gerät mit einer manuellen Heißdampfdüse ausgestattet ist.

Perfekter Espresso in Handarbeit

Die Deutschen lieben ihren Kaffee: Hierzulande liegt der Kaffeekonsum pro Kopf bei durchschnittlich 3,6 Tassen am Tag (Tchibo Kaffeereport 2019). Sei es zum Wachwerden am Morgen, zum Verdauen nach dem Essen oder zum Ausklingen eines gemütlichen Abends – ein Espresso gehört für viele Genießer einfach dazu. Allerdings schmeckt der kleine Schwarze nicht mit jeder Kaffeemaschine so gut wie im Lieblingscafé. In der Gastronomie sind Siebträgermaschinen kaum mehr wegzudenken. Doch viele ambitionierten Feinschmecker möchten ihren Espresso nicht nur unterwegs, sondern auch zu Hause genießen.

Mit der Wahl der richtigen Maschine beginnt der erste Schritt auf dem Weg zum Barista – aus einem Hobby wird eine Passion. Sie holen sich gewissermaßen einen Hauch Italien in die eigenen vier Wände. Während die meisten anderen Kaffeeautomaten nahezu alles von selbst erledigen, steckt in der Zubereitung eines Espressos aus der Siebträgermaschine viel Liebe und vor allem Geduld. Eine solche Kaffeemaschine ist also in erster Linie für regelmäßige Kaffeetrinker geeignet, die einen Espresso in bester Qualität zu schätzen wissen und bereit sind, dafür selbst Hand anzulegen. Eilige Zeitgenossen sind hier an der falschen Stelle, denn so manches Modell lässt sich allein für das Aufheizen zehn Minuten Zeit. Doch gut Ding will nun einmal Weile haben.

Italien als Wiege der Siebträgermaschine

Ironischerweise nahm die Geschichte des Espressos (aus dem Italienischen übersetzt: „schnell“) im Jahr 1901 ihren Lauf, als der Italiener Luigi Bezzera eine Lösung suchte, um die Kaffeepausen seiner Arbeitnehmer zu verkürzen. Mit der Idee, den Kaffee unter höherem Druck zu extrahieren, gelang es ihm, die Zubereitungszeit zu minimieren.

Siebträgermaschinen und die entschleunigte Espresso-Philosophie

Bei einer Siebträgermaschine handelt es sich um eine Kaffeemaschine, mit der Sie Espresso unter Zuhilfenahme von hohem Druck zubereiten. Anders als bei einem Kaffeevollautomaten müssen Sie selbst Kaffee mahlen und das Kaffeemehl tampern, es also mit einem Stößel im Sieb komprimieren. Während viele Siebträgermaschinen inzwischen das Erhitzen des Wassers und den Druckaufbau automatisch erledigen, bieten andere, insbesondere hochwertige Modelle, zahlreiche Möglichkeiten zur manuellen Bedienung. Letztere ermöglichen eine Feinjustierung diverser Komponenten. Damit geben sie Baristas alle Freiheiten für ihr Handwerk.

Genau wie die meisten anderen Kaffeemaschinen bestehen die Siebträgermaschinen aus einem Wasserkreislauf samt Boiler, Pumpe, Dampfhahn und Brüheinheit, auch Brühgruppe genannt. An ebendieser, dem Herzstück der Maschine, findet der namensgebende Siebträger Platz. Die spezielle Brühtechnik holt das Beste aus dem Kaffeepulver heraus und zaubert das Markenzeichen eines hochwertigen Espressos: den feinporigen, aromatischen Schaum, der auch als Crema geläufig ist. Der hohe Brühdruck und die kurze Extraktionszeit sorgen dafür, dass wenig Bitterstoffe mit dem Getränk in der Tasse landen.

Eine Siebträgermaschine ist der ideale Kaffeezubereiter für alle, die sich einen original italienischen Espresso wünschen. Liebhaber von milchhaltigen Kaffeespezialitäten kommen aber nicht zu kurz. Mit vielen Siebträgermaschinen können Sie nämlich auch Cappuccino oder Latte Macchiato zubereiten. Mit keiner anderen Kaffeemaschine lässt sich das Ergebnis manuell so präzise einstellen beziehungsweise verfeinern. Wenn sie gern die volle Kontrolle über Mahlgrad, Pulvermenge, Pumpendruck und Extraktionstemperatur haben, ist eine Siebträgermaschine die richtige Wahl. Damit gelingt Ihnen ein Espresso ganz nach Ihrem Gusto.

Machen Sie Druck: Die Funktionsweise

Siebträgermaschinen arbeiten mit einem herausnehmbaren Sieb, das Sie mit Kaffeemehl befüllen und anschließend mit einem Bajonettverschluss im Gerät befestigen. Um das Kaffeefilter gleichmäßig im Sieb zu verteilen und das Maximum an Aroma herauszuholen, pressen Sie es vorab mit einem Tamper, dem Kaffeestampfer oder auch Stößel, zusammen.

Das Wasser wird durch einen beheizten Kessel auf 88 bis 94 Grad Celsius erhitzt und anschließend mit einem Druck von 9 bis 15 bar durch das Espressomehl geleitet. Auf diese Weise kommt das Pulver für etwa 25 Sekunden mit dem Wasser in Kontakt. Ein Überdruckventil (auch Expansionsventil genannt) reguliert den maximalen Brühdruck. Diesen erzeugt je nach Modell eine elektrische Pumpe oder ein Hebel. Die Pumpe sorgt dafür, dass das Wasser durch das Sieb fließt. Von ihr hängt maßgeblich die Qualität des Brühergebnisses ab: Je gleichmäßiger und zugleich kraftvoller das heiße Wasser durch das Kaffeepulver strömt, desto besser ist das Resultat – sprich, ein konzertiertes Getränk, gekrönt von einer feinen Schaumkrone. Wie genau Sie vorgehen, erläutert die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Lohnenswerte Handarbeit: Die Bedienung

Eine Siebträgermaschine allein macht noch keinen guten Barista. Um auch den strengsten Feinschmecker zu überzeugen, ist neben einem gewissen Know-how auch Fingerspitzengefühl nötig. Die Zubereitung gleicht einer kunstvollen Zeremonie. Der perfekte Espresso erfordert nicht nur die Bereitschaft zu finanziellen Investitionen, sondern auch zu zeitlichen. Nun heißt es warten, bis die Maschine komplett vorgeheizt ist. Das kann je nach Ausführung zwischen 10 und 15 Minuten dauern. Um eine Tasse zu brühen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Füllen Sie das Kaffeemehl in das Sieb.
  2. Drücken Sie es mit einem Tamper fest.
  3. Hängen Sie das Sieb in den Siebträger.
  4. Aktivieren Sie die Pumpe auf Knopfdruck.

Am Ende erhalten Sie eine aromatisch duftende Tasse Espresso. Experimentieren Sie mit dem Mahlgrad, dem Tampern sowie der Pulvermenge und schmecken Sie die Veränderungen im Ergebnis, um die genannten Komponenten nach und nach anzupassen.

Was genau ist ein Barista?

Barista ist das italienische Wort für Barkeeper. Ein Barista sollte sich mit den Einstellungen einer Siebträgermaschine bestens auskennen, um den perfekten Espresso kochen zu können. Er verbringt mitunter Jahre damit, jeden Handgriff zu perfektionieren. So wird das Kaffeekochen zu einer regelrechten Kunst.

Vier Faktoren für höchsten Genuss

Für einen genüsslichen Espresso gibt es einige Voraussetzungen. Nur ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren garantiert ein gelungenes Endergebnis.

Der Kaffee

Sie sollten bereit sein, in hochwertige Espressobohnen zu investieren. Schließlich bestimmt deren Qualität und Frische den Geschmack. Je nach Sorte und Röstung variiert das Verhältnis von Bitterkeit und Säure. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Bohnensorten: die feinen Arabica- und die kräftigen Robusta-Bohnen. Eine stabile Crema gelingt am besten, wenn die Mischung einen Robusta-Anteil besitzt. Während helle Röstungen saurer im Geschmack sind, haben dunklerer Röstungen eine bittere Note. Lassen Sie Ihrer Experimentierfreude freien Lauf.

Der Mahlgrad

Da nur wenige Maschinen ein integriertes Mahlwerk besitzen, müssen Sie entweder auf eine externe Kaffeemühle oder bereits gemahlene Bohnen zurückgreifen. Wenn Sie die Bohnen unmittelbar vor der Verwendung mahlen, wird der Espresso besonders aromatisch. Verantwortlich dafür sind die ätherischen Öle, die sich nach dem Mahlen schnell verflüchtigen. Von Bedeutung ist auch, wie stark Sie die Bohnen mahlen: Je feiner das Pulver, desto langsamer der Brühvorgang. Dadurch ändern sich wiederum die Konsistenz und das Aroma des Espressos. Beginnen Sie mit einem mittelfeinen Mahlgrad und passen Sie ihn im Laufe Ihres Tests an.

Die Kompression

Sobald Sie das Mehl in das Sieb gegeben haben, klopfen Sie ein- oder zweimal gegen den Siebträger. Dadurch sackt es nach unten und verteilt sich homogen. Das Mehl verdichten Sie anschließend mit dem Tamper. Hier müssen Sie Fingerspitzengefühl beweisen: Je nach Anpressdruck ändert sich die Durchlaufgeschwindigkeit des Wassers, die wiederum den Geschmack beeinflusst. Ist das Pulver ungleichmäßig oder zu fest gepresst, leidet das Ergebnis – heraus kommt entweder ein überextrahierter oder wenig aromatischer Espresso. Das macht sich auch bei der Crema bemerkbar.

Im Idealfall pressen Sie das Pulver mit einem Druck von 10 bis 15 Kilogramm. Doch auch hier gilt: Probieren Sie ein bisschen herum, bis Sie die optimale Dichte für sich gefunden haben.

Die Crema

Der Druck sorgt dafür, dass sich eine Crema auf der Oberfläche des Espressos bildet. Bei der Crema kommt es auf die Temperatur, die Menge und die Konsistenz an. Je stabiler die Brühtemperatur, desto feiner die Crema. Ein sogenanntes Crema-Sieb verlangsamt durch seinen Gegendruck den Durchfluss des Wassers, was die Crema-Bildung unterstützt. Die Version für Einsteiger ist doppelwandig aufgebaut und besitzt nur wenige kleine Löcher, während es sich bei der Profivariante um ein einwandiges, den gesamten Boden ausfüllendes Sieb handelt. Manche Maschinen verfügen über ein Crema-Ventil, das sich öffnet, wenn ein bestimmter Druck erreicht ist. Die dadurch entstandene Crema ist jedoch nicht die eigentliche Emulsion der Kaffeeöle, sondern ein einfacher, meist geschmackloser Kaffeeschaum. Er wird deshalb mitunter als „Fake-Crema“ bezeichnet.

Ein Tipp: Sollten Sie mit der Menge der Crema unzufrieden sein, hilft es, den Mahlgrad der Bohnen anzupassen. Je feiner der Mahlgrad, desto mehr Crema.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Für 25 Milliliter Espresso liegt die Standard-Pulvermenge bei etwa sieben Gramm Kaffeemehl. Die optimale Brühdauer beträgt 25 Sekunden, die ideale Wassertemperatur 88 bis 94 Grad Celsius und der perfekte Brühdruck neun bar.

Siebträgermaschinen für Einsteiger, Gourmets und Puristen

Siebträgermaschinen lassen sich in fünf verschiedene Bauarten eingliedern, die sich danach unterscheiden, wie das Wasser erhitzt wird und aus der Brühgruppe austritt: einkreisige und zweikreisige Espressomaschinen, Espressomaschinen mit Dualboiler sowie Modelle mit Thermoblock und Handhebemaschinen. Jede Ausführung eignet sich für andere Ansprüche.

Einkreisige Siebträgermaschinen

Einkreisige Siebträgermaschinen verfügen über ein einziges Heizelement. Der Name ist darauf zurückzuführen, dass derselbe Kessel, sprich Wasserkreislauf, für die Zubereitung des Espressos und das Aufschäumen der Milch genutzt wird. Allerdings benötigen beide Prozedere eine andere Wassertemperatur: Während die Espressoherstellung zwischen 88 und 94 Grad Celsius erfordert, entsteht der optimale Wasserdampf erst bei 110 bis 130 Grad Celsius. Das heißt, die Maschine muss nach dem Espressobezug für die Herstellung von Milchkreationen weiter nachheizen beziehungsweise abkühlen, um nach dem fertigen Milchschaum einen Espresso durchlaufen zu lassen. Aufgrund dieser Heiz- und Kühlvorgänge kommt es zu Wartezeiten.

Wer jedoch ausschließlich Espresso oder auch Americano trinkt, ist mit einem Einkreissystem gut beraten. Da sie vergleichsweise günstig sind, halten die einkreisigen Siebträgermaschinen gut als Einstiegsgeräte her. Außerdem sind sie äußerst kompakt und finden selbst in kleinen Küchen problemlos Platz.

Zweikreisige Siebträgermaschinen

Wenn Sie Ihren Espresso am liebsten mit Milchschaum trinken, empfiehlt sich ein Zweikreissystem. Mit zweikreisigen Siebträgermaschinen ist es möglich, gleichzeitig Espresso zu extrahieren und Milch aufzuschäumen. Es gibt also zwei unterschiedlich temperierte Wasserkreisläufe, aber ebenfalls nur einen Kessel mit einer Wassertemperatur zwischen 110 und 130 Grad Celsius. Durch den Kessel läuft ein Rohr, das den Brühkreislauf mit heißem Wasser versorgt. Dieser sogenannte Wärmetauscher sorgt dafür, dass das Wasser die nötige Temperatur von 88 bis 94 Grad Celsius erhält. Um die Zieltemperatur zu erreichen, muss die Durchflusszeit exakt angepasst sein.

Im Vergleich zum Einkreissystem braucht diese Technik länger für das Aufheizen. Dafür fällt die Wartezeit zwischen der Espressozubereitung und dem Milchaufschäumen weg. Zudem lassen sich zweikreisige Maschinen direkt an die Wasserleitung anbinden, sodass Sie keinen Wassertank befüllen müssen. Für gewöhnlich sind die Modelle aber deutlich teurer als ihre einkreisigen Pendants. Die Entscheidung zwischen Ein- und Zweikreisern ist also auch eine Abwägung zwischen Kosten und Bequemlichkeit.

Die Schwachstelle

Nach einer Weile im Stillstand nimmt das Wasser im Brühkreislauf die Kesseltemperatur an, die deutlich zu heiß für den Espressobezug ist. Deshalb ist es ratsam, vor dem nächsten Espresso das Wasser so lange abzulassen, bis es nicht mehr als Dampf aus der Brühgruppe austritt. Hier spricht man auch von einem Leerbezug. Wenn Sie diesen direkt in die Tasse ablassen, die Sie im Anschluss für den Espresso nutzen, können Sie Ihre Tasse vorwärmen.

Siebträgermaschinen mit Dualboiler-Technik

Siebträgermaschinen mit Dualboiler-Technik arbeiten mit zwei unabhängig temperierten Boilern, die dafür sorgen, dass die Wassertemperatur konstant bleibt. Ähnlich wie beim Zweikreiser ist der eine Kessel für den Druckaufbau beim Espressobezug zuständig, der zweite liefert den Wasserdampf für den Milchschaum – mit dem Unterschied, dass es weder eine Wartezeit noch ein Überhitzungsproblem gibt. Während Sie die zweikreisigen Espressomaschinen nach einer Leerzeit erst abkühlen lassen müssen, sind die Modelle mit Dualboiler sofort wieder einsatzbereit. Allerdings verweilt das Wasser je nach Nutzungsintensität verhältnismäßig lange im jeweiligen Boiler. Bei jedem weiteren Erhitzen leidet die Wasserqualität. Deshalb ist es wichtig, die Kesselgröße mit dem individuellen Nutzverhalten abzugleichen.

Der leichte Eingriff in die Temperatursteuerung macht Siebträger mit Dualboiler-Technik zu einem idealen Feinwerkzeug für professionelle Baristas und Perfektionisten. Aus diesem Grund – zusammen mit der Temperaturkonstanz – stehen Dualboiler-Maschinen häufig in Cafés und Restaurants. In der Gastronomie besteht auch weniger das Problem, dass das Wasser zu lange ungenutzt bleibt. Allerdings sind Espressomaschinen mit Dualboiler-Technik eher im oberen Preissegment vertreten.

Siebträgermaschinen mit Thermoblock

Bei der Thermoblock-Variante ist im Gegensatz zu den bisher betrachteten Typen kein Boiler enthalten. Stattdessen wird das Wasser direkt in einen elektronischen Durchlauferhitzer geleitet und anschließend von einer Vibrationspumpe befördert. Dieses Verfahren verkürzt die Wartezeit auf die richtige Temperatur, sodass Sie Ihren Espresso bereits ein bis zwei Minuten nach dem Einschalten zubereiten können.

Wenn es morgens schnell gehen muss, kommt die Thermoblock-Maschine durchaus gelegen. Noch dazu ist sie äußerst günstig. Auf eine Brühdrucksteuerung müssen Sie hier jedoch verzichten. Die Brühtemperatur hängt von der Durchflussgeschwindigkeit ab. Fließt das Wasser zu schnell durch das Kaffeepulver, wird es nicht heiß genug. Läuft es dagegen zu langsam durch, wird es zu heiß, wodurch der Espresso verbrennt. Für das Aufschäumen von Milch sind diese Geräte zudem nur bedingt geeignet, da der Dampf meist zu feucht ist.

Handhebelmaschinen

Handhebelmaschinen verbreiten in der Küche das Flair eines traditionellen Espresso-Connaisseurs. In Sachen Design punkten die klassischen Liebhaberstücke allemal. Bei diesen puristischen Geräten müssen Sie noch selbst Hand anlegen – genauer gesagt, den Handhebel nach unten drücken, um den obligatorischen Druck aufbauen zu lassen. Da das Wasser beim ersten Espressobezug schnell abkühlt, empfiehlt sich ein Leerbezug vor dem nächsten. Doch Vorsicht: Bei mehreren Durchläufen hintereinander kann es zu einer Überhitzung kommen. Außerdem müssen Sie bei dieser „Diva“ unter den Siebträgermaschinen noch exakter auf den Mahlgrad und die Dosierung achten als bei anderen Espressomaschinen, da sie nichts verzeiht.

Der mechanische Ablauf erfordert jede Menge Geduld und erscheint aus heutiger Sicht unnötig kompliziert. Wenn Sie jedoch wissen, was Sie tun, können Sie aus Ihrer Maschinen Spitzenleistungen herausholen. Genießer überzeugt vor allem die geschmackliche Qualität des Endergebnisses, die sich in zahlreichen Nuancen variieren lässt. Das hat natürlich nicht nur seinen Preis, was die Zeit und die Muskelkraft angeht, sondern auch, was die Anschaffungskosten betrifft. Im Gegensatz zu den automatisch betriebenen Geräten, die eher wuchtig ausfallen, überzeugen die Handhebelmaschinen mit ihrem schlanken Design. Der Nachteil: Da der Wassertank sehr klein ist, müssen Sie häufig nachfüllen, was in einer größeren Gesellschaft nicht gerade praktisch ist.

Hybridmaschinen: Der goldene Mittelweg?

Bei Hybridmaschinen handelt es um eine Kombination aus zwei Prinzipien: Siebträgermaschine und Kaffeevollautomat. Zwar sind sie so einfach bedienbar wie ein Vollautomat, produzieren aber echten Espresso. Da eine Kaffeemühle bereits integriert ist, fällt die zusätzliche Anschaffung weg. Auch der Milchschaum wird in der Regel automatisch zubereitet. Letztendlich sind sie aber Kompromissgeräte, denn individuelle Einstellungsmöglichkeiten suchen Sie hier lange. Für Vieltrinker, die sich damit abfinden können, lohnen sich die Hybridmodelle nichtsdestotrotz.

Darauf kommt es beim Kauf an

Die Wahl der Siebträgermaschine hängt unter anderem vom bevorzugten Einsatzgebiet, vom persönlichen Anspruch an den Geschmack und von Ihrer Bereitschaft zur Hingabe ab. Entsprechend müssen Gelegenheitsnutzer, ambitionierte Heimbaristas und Gastronomiebetreiber jeweils andere Faktoren höher gewichten. Dazu gehören die Temperatur im Kessel, die Produktionskapazität, der Pumpendruck und die Dampfleistung, aber auch das Budget sowie die Zusatz-Features.

Es geht heiß her: Die Kesseltemperatur

Da die Kessel für die Erhitzung des Wassers, sei es für den Brühvorgang oder den Dampf, verantwortlich sind, haben sie einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Leistung der Maschine. Achten Sie also darauf, dass sie aus einem hochwertigen Material, im Idealfall Stahl oder Messing, gefertigt sind. Günstigere und dünnere Versionen aus Aluminium bringen mitunter einen metallischen Beigeschmack ins Wasser. Zudem können Kessel mit einer dickeren Außenwand die Wassertemperatur länger halten. Kleine Kessel sind insofern praktisch, da sie schneller aufheizen und entsprechend zeitiger einsatzbereit sind. Dafür sind sie anfälliger für Temperaturschwankungen. Große Kessel stellen darüber hinaus höhere Kapazitäten zur Verfügung.

Bei einer zu niedrigen Temperatur schmeckt der Espresso zu lasch beziehungsweise wässrig, bei einer zu hohen Temperatur extrem stark oder gar verbrannt. Im Idealfall ist die Maschine mit einer automatischen Temperaturstabilisierung, kurz PID („Proportional-Integral-Derivative“), ausgestattet. Sie sorgt dafür, dass die Brühtemperatur beständig bleibt. Sobald sie einen Temperaturwechsel wahrnimmt, heizt die Maschine dagegen. Nur so kann eine perfekte Extraktion und somit ein idealer Kaffeegenuss gewährleistet werden.

Wasser marsch: Die Produktionskapazität

Das Fassungsvermögen des Wassertanks beträgt zwischen einem und zwei Litern. Wer nicht ständig nachfüllen möchte, aber gern mehrere Tassen auf einmal kocht, sollte sich für einen großen Wassertank entscheiden, der mindestens 1,5 Liter fasst. Dieser hat jedoch einen höheren Platzbedarf. Darüber hinaus sollte der Tank entnehmbar sein, um ein unkompliziertes Befüllen und eine einfache Reinigung zu ermöglichen. Benutzen Sie das Gerät mehrmals täglich oder für Ihren Gastronomiebetrieb, lohnt sich ein Festwasseranschluss.

Die Anzahl der Tassen spielt eine ausschlaggebende Rolle für den Kauf. Ihre Entscheidung hängt davon ab, ob Sie regelmäßig nur für sich, für Ihre Familie oder die gesamte Belegschaft Espresso kochen. Siebträgermaschinen mit Handhebel oder Einkreiser sind eher auf die Zubereitung kleinerer Kaffeemengen ausgelegt. Sie produzieren zwar wie die übrigen Siebträger-Varianten ein bis zwei Tassen pro Brühvorgang, benötigen nach jedem Durchgang aber eine gewisse Pause. Zweikreisige Siebträgermaschinen und Modelle mit Dualboiler-System können dagegen schneller mehrere Tassen hintereinander beziehen.

In bar: Der Pumpendruck

Die Devise „mehr ist besser“ gilt für den Pumpendruck nicht. Wichtig ist, dass die Maschine die nötigen 9 bar aufbringen kann. Der passende Druck ist nicht nur wichtig, um ein vollmundiges Aroma beim Espresso zu erhalten, sondern auch, um eine optimale Crema zu bewerkstelligen. Falls Sie allerdings auf einen gewissen Spielraum bei der Espressozubereitung Wert legen, sollten Sie zu einer Maschine greifen, die einen Druck von bis zu 15 bar aufbauen kann. Doch Vorsicht: Je höher der Druck ist, desto feiner sollte der Mahlgrad des Espressopulvers sein.

Dampf ablassen: Die Leistung des Milchaufschäumers

Ein starker Dampf ist für einen gelungenen Milchschaum entscheidend. Je höher die Leistung ist, desto mehr Druck kann die Maschine erzeugen. Nahezu jede Siebträgermaschine verfügt über eine Dampflanze, mit der Sie Milchschaum zubereiten können. Dafür halten Sie ein separates, mit (kalter) Milch gefülltes Gefäß an die Lanze, aus der Dampf austritt. Die Handhabung erfordert etwas Übung, bis ein feinporiger, lockerer Milchschaum entsteht.

Eine Frage des Preises?

Einsteigermodelle für 100 bis 150 Euro sind die richtige Wahl für jeden, der sich der italienischen Espresso-Kultur erst einmal annähern und dafür nicht allzu tief in die Tasche greifen möchte. Um die Zubereitung für Anfänger so einfach wie möglich zu gestalten, verfügen diese Maschinen über einen automatisierten Brühvorgang sowie ein Milchschaumsystem. Auf individuelle Einstellungen müssen Sie somit verzichten. Die eher klein dimensionierten Geräte eignen sich für lediglich ein bis zwei Tassen Espresso in einem Durchgang. Außerdem handelt es sich hierbei meist um Einkreis-Systeme.

Wer nicht nur Freiheiten bei den Einstellungen, sondern auch eine bessere Technik samt doppeltem Wasserkreislauf möchte, wird erst in der Mittelklasse fündig, die bei circa 300  Euro beginnt. Je hochwertiger Material und Verarbeitung, desto teurer das Gerät. Ab 500 Euro beginnt der Premiumbereich mit leistungsstarken Geräten, die auch in der Gastronomie zum Einsatz kommen. In dieses Preissegment fallen auch Handhebelmaschinen, die jedem Barista das Herz aufgehen lassen.

Extras für Kaffeeenthusiasten und Komfortliebhaber

Die Bedienung der Siebträgermaschine sollte so einfach wie möglich von der Hand gehen. Zusatz-Features sind nicht nur für Experimentierfreunde ein Muss. Auch jeder, der hohen Wert auf Komfort legt, kommt mit diesen Extras auf seine Kosten:

  • Integriertes Mahlwerk: Zwar erspart Ihnen eine verbaute Kaffeemühle Arbeit und Kosten, die ständige Aufheizung der Bohnen hat jedoch einen Qualitätsverlust zur Folge.
  • Milchaufschäumer: Wer seinen Espresso am liebsten mit Milchschaum trinkt, sollte sich für eine Maschine mit Heißdampfdüse entscheiden.
  • Beheizte Tassenablage: Eine Tassenerwärmung sorgt dafür, dass Ihr Espresso eine angenehme Trinktemperatur behält.
  • Automatische Abschaltung: Der Stand-by-Modus schaltet die Maschine automatisch ab, wenn sie eine gewisse Zeit nicht benutzt worden ist. Dadurch sparen Sie Strom.
  • Heißwasserauslauf: Mit einem separaten Auslauf erhalten Sie heißes Wasser für Ihren Tee.

Reinlichkeit als oberstes Gebot

Der Schmutz, der sich mit der Zeit in der Siebträgermaschine ansammelt, ist nicht nur unhygienisch, sondern wird aufgrund des in den Kaffeebohnen enthaltenen Öls zudem schnell ranzig. Deshalb ist es essenziell, alle abnehmbaren Teile regelmäßig zu reinigen. Unter dem Sieb ist viel Platz für Schmutz und Kaffeerückstände. Das kann den Geschmack negativ beeinflussen. Säubern Sie den Siebträger im Idealfall nach jedem Espressobezug und trocknen Sie ihn anschließend. Entfernen Sie die Verschmutzungen an der Brühgruppe mit einem Pinsel. Lassen Sie am Ende kurz heißes Wasser durch die Brühgruppe laufen. Vergessen Sie auch die Dampflanze nicht, die Sie mit Wasserdampf durchspülen. Milchschaumreste wischen Sie mit einem feuchten Tuch weg. Vor der Neubefüllung mit Wasser sollten Sie zudem den Behälter auswaschen.

Das Kaffeepulver kommt nur im Siebträger mit Wasser in Berührung, wodurch das Geräteinnere langfristig sauber bleibt. Daher können Siebträgermaschinen im Gegensatz zu Kaffeevollautomaten gut auf vollautomatische Reinigungsprogramme verzichten. Da Wasser im Spiel ist, führt allerdings am regelmäßigen Entkalken kein Weg vorbei. Die Intervalle richten sich nach dem Härtegrad des Leitungswassers und der Nutzungsintensität. Meist reicht es aus, die Maschine alle drei Monate zu entkalken. Geben Sie dafür den Entkalker unter Einhaltung der entsprechenden Einweichzeit in den Wassertank. Je nach Aufbau des Geräts unterscheidet sich die genaue Vorgehensweise. Manche Modelle führen Sie mit leuchtenden Tasten durch den Vorgang. Halten Sie sich in jedem Fall an die Bedienungsanleitung.

Tests von Siebträgermaschinen

Achtung: Da es uns nicht möglich war, die Produkte selbst zu testen, handelt es sich hierbei um einen Vergleich von Siebträgermaschinen.

Siebträgermaschinen-Tests sind im Internet noch Mangelware. Die Testexperten des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST beschäftigten sich bislang lediglich mit Kaffeepadmaschinen, Kaffeemaschinen mit Mahlwerk sowie Kaffeebohnen.

Auch die Stiftung Warentest widmete sich noch in keinem Test ausschließlich den Siebträgermaschinen. Im Jahr 2016 nahmen die Tester jedoch einige Espressomaschinen unter die Lupe, darunter neben zehn Kaffeevollautomaten auch fünf Siebträgermaschinen zu Preisen zwischen 70 und 740 Euro. Bei allen getesteten Geräten handelt es sich um Einkreiser. Getestet wurden die Testmodelle im Hinblick auf ihre Sensorik, Technik, Handhabung, Sicherheit, Umwelteigenschaften und Schadstoffbelastung. Vier Testprodukte erhielten das Testurteil „Gut“, eines das Testprädikat „Befriedigend“. Zum Testsieger wurde die De’Longhi EC 680 mit der Testnote 2,1 gekürt. Auf dem zweiten Platz landete die Krups XP3440 mit der Testnote 2,2. Beide Siebträgermaschinen sind nicht nur vergleichsweise günstig, sondern auch leicht zu bedienen und deshalb ideal für den Einstieg.

Knapp dahinter platzierten sich die Silvercrest SEM 1100 B3 von Lidl mit der Testnote 2,3, die Stiftung Warentest für Schnäppchenjäger empfiehlt, und die Advanced Pro GS 42612S von Gastroback mit der Testnote 2,4 für eine anspruchsvollere Klientel. Dagegen fällt die Gaggia Carezza Deluxe R18525/01 als Letztplatzierte mit der Testnote 3,5 weit ab. Im Vergleich zu den anderen Testgeräten ist die Gaggia den Testern zufolge nicht sehr komfortabel zu bedienen.