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PC-Tuning-Software

Die beste Tuning-Software im Vergleich

Niklas Gollan
Platz Produkt Bewertung Preis
1 System Mechanic 4,05 44,40 €
2 Avira System SpeedUp 3,94 24,95 €
3 Norton Utilities 3,72 39,95 €
4 AVG PC TuneUp 3,59 34,00 €
5 SystemCare PRO 2,91 24,99 €
6 Ccleaner Professional 2,90 19,99 €
7 Uniblue PC Mechanic 2,84 39,95 €
8 WashAndGo 2,53 29,90 €

Funktionen

Bedienung

Performance

Hilfe & Support

Den PC schneller machen und von Datenmüll befreien

    Das Wichtigste in Kürze
  • PC-Tuning-Software verbessert die Leistung des Computers.
  • Sie erkennt verschiedenste Optimierungsmöglichkeiten, um beispielsweise den Systemstart zu verkürzen.
  • Sie verringert auch die Zeit, die das System für Berechnungen in Programmen benötigt.

Unsere Testsieger

In unserem PC-Tuning-Test konnten sich vor allem die Programme iolo System Mechanic 17 Pro, Avira System Speedup Pro und Norton Utilities 16 durchsetzen.

System Mechanic punktet mit einem großen Funktionsumfang, einem guten Support und den Spitzenwerten in puncto Startzeitoptimierung und Steigerung der Gesamtperformance in unserer Messung.

Die PC-Tuning-Software von Avira rangiert ganz knapp dahinter auf dem zweiten Platz. Überzeugt haben uns im Test die ungewöhnlich große Funktionspalette, die nutzerfreundliche Handhabung und die großen Zugewinne bei der Systemstartzeit und der Leistungsoptimierung.

Einen guten dritten Platz auf dem Treppchen erreichte das Tuning-Produkt Norton Utilities 16. Auch hier überzeugten die gute Usability und die gemessenen Werte bezüglich der Performance-Verbesserungen, allerdings schlugen sich die Lösungen von iolo und von Avira noch etwas besser, wenn auch denkbar knapp. So erreichte der Testsieger, iolo System Mechanic 17 Pro einen Gesamtscore von 3.306 Punkten beim Benchmark-Test, der Zweitplatzierte, Avira System Speedup Pro schaffte 3.302 Punkte und die Lösung aus dem Hause Norton erreichte 3.301 Punkte.

Auch der geringe Wert von zwei Sekunden bei der Optimierung der Startzeit des PCs führten denkbar knapp zum dritten Platz.

1. Was ist eine PC-Tuning-Software?

Wie schnell ein Computer arbeitet, hängt zunächst einmal von der verbauten Hardware ab. Entscheidend dafür, wie viele Rechenoperationen pro Sekunde maximal möglich sind, ist der Prozessor, die sogenannte CPU. Dabei sind einerseits das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Bauteilen, andererseits die Kompatibilität zwischen der Hardware und dem Betriebssystem wichtig.

Ein PC kann durch die Installation einer PC-Tuning-Software (wieder) schneller gemacht werden. Im Idealfall findet das Programm Schwachstellen auf dem Computer und bietet verschiedene Möglichkeiten der Behebung an. Dann kann der Rechner wieder annähernd so flott sein wie im Auslieferungszustand. Jedoch ist solch eine PC-Tuning-Software seitens des Nutzers mit Bedacht zu bedienen. Bei unvorsichtigem Einsatz können die Tools auch negative Auswirkungen auf das System haben. So sollte der Anwender wissen, welche Änderungen sich durch einen Optimierungsschritt auf seinem Computer ergeben. Eine Funktion darf also eigentlich nur zum Einsatz kommen, wenn der Nutzen und die Folgen für das Betriebssystem klar sind. Bei Unsicherheit lassen sich einzelne Einstellungen auch deaktivieren, um kein Risiko einzugehen. Heimanwender sollten das Problem eingrenzen, anstatt breitgestreute Änderungen vorzunehmen.

Verwirrt vor PC
Einige Wartungsfunktionen können bei falscher Anwendung mehr schaden als nutzen. Daher sollten Nutzer wissen, was sie tun.

Vorteile einer PC-Tuning-Software

  • Schnelleres Booten des Computers
  • Geschwindigkeitssteigerung beim Arbeiten durch Entfernen nutzlosen Datenmülls
  • Stabileres System, weniger Abstürze
  • Hohe Performance auch bei Benutzung mehrerer Anwendungen gleichzeitig
  • Deaktivierung unnötiger Hintergrundprogramme, Erhöhung der Akkulaufzeit
  • Aktualisierung von Treibern und Software
  • Reparaturfunktion für beschädigte Systeme

2. Warum läuft ein PC langsamer?

Bei der Ursachensuche können folgende Aspekte dafür verantwortlich sein, dass der Computer mit der Zeit langsamer wird.

  • Wenig Speicherplatz auf der Festplatte übrig
  • Prozessor (CPU) ist ständig ausgelastet
  • Arbeitsspeicher (RAM) ist dauerhaft gefüllt

Ersteres finden Nutzer ganz einfach über den Windows-Explorer heraus. Prozessor- und Arbeitsspeicherauslastung sind über den Task-Manager zu visualisieren.

Sogenannte Ein-Klick-Optimierungen, die alle Bereiche breit gestreut optimieren, können hier zwar Abhilfe schaffen, haben aber auch oft unerwünschte Nebenwirkungen. Sie greifen teilweise so tief ins System ein, dass der Computer nicht mehr fehlerfrei funktioniert.

Anhäufung unnützer Datenberge

Ein neuer Computer ist wie ein Segen: Das Hochfahren klappt in Sekundenschnelle, die Prozesse laufen flott, auch wenn mehrere Programme gleichzeitig geöffnet sind. Doch mit der Zeit nimmt die Performance spürbar ab. Ein langsamer Systemstart resultiert oft aus einer Vielzahl installierter Programme, die beim Start geöffnet werden müssen, was den PC ausbremst.

Rakete aus Laptop
Mithilfe der Ein-Klick-Optimierung kann der Nutzer einen großen Leistungssprung erzielen.

Installierte oder im Zwischenspeicher (Cache) abgelegte Programme machen den Computer langsam. Sie erschweren und verzögern damit alle Vorgänge, insbesondere rechenaufwendige Anwendungen wie etwa Grafikprogramme. Viele Anwendungen legen während der Benutzung temporäre Daten auf dem PC ab, ohne sich um die Löschung zu kümmern, sobald diese nicht mehr benötigt werden. Doch je mehr Daten sich auf der Festplatte ansammeln, desto länger benötigen Anwendungen, um bestimmte Dateien zu finden. Auch Programme wie eine PC-Tuning-Software oder etwa Antivirenprogramme arbeiten insgesamt langsamer, wenn sie zunächst alle abgelegten Daten analysieren müssen. Auch bei der Deinstallation von Anwendungen werden die zuvor abgelegten Dateien nur teilweise entfernt, oftmals bleibt noch Datenmüll übrig, der völlig unnötig Speicherplatz bindet. Bei der Entfernung unnützer Datenmengen hilft ein PC-Tuning-Programm: Es prüft sämtliche Speicherorte auf Optimierungspotential, egal ob auf einer Festplatte oder im Cache; sie werden analysiert und bereinigt. Weitere Probleme wie defekte Verknüpfungen werden entweder repariert oder gelöscht, um die Dateizuordnung und die Registry zu verschlanken.

Windows-Registry

Die Windows-Registry ist eine Art Gedächtnis eines Windows-Computers. Sie speichert diverse Einstellungen wie die maximale Bildschirmauflösung, die für die Grafikkarte darstellbar ist. Aber auch interne Einstellungen verschiedenster Programme verewigen sich hier. Wird diese Datenbank zu groß, kann es zu Geschwindigkeitseinbußen in den Systemprozessen kommen. Jedoch ist dieses Feld eher etwas für Experten. Treffen unbedarfte Anwender hier falsche Einstellungen, beispielsweise weil eine PC-Tuning-Software Einsparpotential sieht, kann dies dazu führen, dass Programme nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten können. Im schlimmsten Fall droht ein Systemcrash. Daher sollte jeder Nutzer hier Vorsicht walten lassen.

Im Hintergrund ausgeführte Programme sind nicht nur für eine Ausbremsung der Performance verantwortlich; bei mobilen Geräten wie Laptops beeinflussen sie mittelfristig auch die Akkulaufzeit. Zusätzliche, teils sinnlose Hintergrundprozesse binden Ressourcen und lassen den Akku so schneller zur Neige gehen. Längst sind nicht alle Dienste, die das System oder andere Anwendungen nach jedem Start des Computers aufrufen, nötig und sinnvoll. Eine PC-Tuning-Software hilft bei der Deaktivierung einzelner Dienste.

Was bremst einen PC aus?

  • Datenmüll auf der Festplatte
  • Überflüssige Registry-Einträge
  • Volle Festplatte
  • Überfrachtete Programme
  • Autostart-Programme
  • Im Hintergrund laufende Dienste
  • Veraltete Treiber
  • Überfrachtete Kontextmenüs
  • Fragmentierung der Festplatte
  • Schadprogramme (Malware)

Autostart optimieren und Zeit sparen

Ein weiteres bei der Optimierung lohnenswertes Feld ist der Autostart. Hier ist festgelegt, welche Programme beim Hochfahren von Windows automatisch mitstarten. Manche Dienste sind unverzichtbar, so zum Beispiel ein Antivirus- oder Internet-Security-Programm. Andere Dienste, die ab Systemstart nicht essentiell sind, können Nutzer bei Bedarf laden. Indem er in diesen Fällen auf das Programm-Icon klickt, öffnet es sich möglicherweise etwas langsamer. Insgesamt wird aber der Startvorgang des Betriebssystems verkürzt und das System arbeitet insgesamt flüssiger. Innerhalb der meisten PC-Tuning-Tools gibt es daher einen Menübereich, in dem Anwender einzelne Dienste an- und abwählen.

Figuren putzen Hardware
Von Zeit zu Zeit bedarf auch der Computer einer Wartung und Bereinigung.

Weitere, praktische Funktionen

Der Funktionsumfang einiger PC-Tuning-Softwares geht über die Performance- und Geschwindigkeitsoptimierung hinaus: Einzelne Programme enthalten etwa Features, um installierte Software und Treiber stets auf dem aktuellen Stand zu halten.

Ein weiterer Faktor, der mittelfristig zu einem spürbar langsameren Computer führen kann, ist die sogenannte Fragmentierung. Damit ist gemeint, dass Dateien auf Festplatten nicht mehr als große, zusammenhängende Blöcke gespeichert werden. Durch wiederkehrendes Beschreiben und Löschen werden nach und nach vergleichsweise kleine, „voneinander entfernt liegende“ Dateisektoren frei. Wird nun eine neue Datei abgespeichert, kann es vorkommen, dass der Schreibkopf zuerst die entstandene „Lücke“ nutzt und der Rest der Datei im nächsten freien Bereich landet. Dadurch sind die Dateien bruchstückhaft verteilt, fragmentiert, und der Lese- und Schreibkopf muss zwischen den verschiedenen Abschnitten „springen“, um die Datei in Gänze anzeigen zu können.

defragmentierung
Die Defragmentierung ordnet unsortierte und zersplitterte Dateien auf der Festplatte.

Das führt nach einer bestimmten Nutzungsdauer zu einer Verlangsamung aller Lese- und Schreibprozesse auf der Platte. Abhilfe bringt hier die Funktion Defragmentierung. Wie der Name es treffend beschreibt, werden die einzelnen Abschnitte entwirrt, Daten auf andere Speicherbereiche verschoben und dabei so zusammengeführt, dass Dateien als Ganzes, in einem Stück, vorliegen. Diese Funktion trägt damit zu einem schnelleren System bei.

Doch Vorsicht: Was klassische Magnetscheiben-Festplatten wieder fit macht, ist für moderne SSD-Festplatten (Solid-State-Drives) schädlich! Diese Flash-Speicher verfügen im Gegensatz zu den klassischen Magnetfestplatten über keinen Lese- und Schreibkopf mehr, sondern greifen auf alle Speicherbereiche gleich schnell zu. Diese einzelnen Speicherbereiche haben nur eine begrenzte Anzahl an Schreibzyklen. Das bedeutet, dass sich die maximale Anzahl der Schreibvorgänge jedes Mal, wenn eine Zelle beschrieben wird, verringert.

Diese Art von Speichermedium verfügt über einen automatischen Schutz vor schneller Abnutzung: Neue Daten verteilt eine SSD grundsätzlich gleichmäßig über ihre einzelnen Speicherzellen. Dadurch kommen alle Zellen ungefähr gleich oft zum Einsatz, es kommt weniger wahrscheinlich zum Ausfall einzelner, stark frequentierter Zellen. Da die SSD auf alle Zellen in derselben Geschwindigkeit zugreift, ist eine Defragmentierung hier unnütz. Sie schadet der SSD-Platte noch eher.

Einige Programme verfügen über eine Reparaturfunktion, die ein beschädigtes System reparieren und retten soll. Allerdings dürfen sich Nutzer von dieser Methode nicht allzu viel versprechen, denn komplexe Systemkonflikte behebt diese Methode in den wenigsten Fällen.

Als nützlich kann sich auch eine Browser-Optimierung erweisen. Sie optimiert die gewünschten Browser-Einstellungen und gestaltet so das Surfen im Internet effizienter.

3. Worauf ist beim Kauf zu achten?

Verbraucher finden bei verschiedenen Anbietern diverse Programme zur PC-Optimierung. Wer bestimmte Punkte beachtet, reduziert das Risiko von Fehlkäufen. Zunächst sollte der Nutzer darauf achten, dass die PC-Tuning-Software mit dem zu optimierenden Betriebssystem kompatibel ist. Einige Programme verfügen über mehr als nur eine Lizenz im Funktionsumfang. Somit können mehrere Computer in einem Haushalt optimiert werden. Auch ist es bei einigen Lösungen möglich, mit der Lizenz neben einem Computer auch ein Smartphone oder ein Tablet zu bereinigen. Darüber hinaus sollten Kaufinteressenten auf die Art der Lizenz achten. Ist das Pc-Tuning-Programm kostenlos oder kostenpflichtig? Dürfen Interessenten es für einen Probezeitraum vollumfänglich testen? In letzterem Falle erwirbt der Benutzer das Produkt nach Ablauf des Testzeitraums und bei zufriedenstellender Leistung – jedes PC-Tuning-Programm hat seine eigenen Vorzüge. Daher ist vorheriges Informieren und Testen vor dem Kauf für jeden Nutzer sinnvoll. Einige Hersteller bieten auch nur eine Demoversion des Programmes an, das Probleme analysiert und Verbesserungsmöglichkeiten anzeigt, eine Behebung aber erst nach dem Kauf möglich macht. Solche Tuning-Programme finden sich in unserem Test nicht wieder.

Viele Anwendungen verfügen über eine Testlaufzeit. Der Nutzer sollte sich daher eine gewisse Zeit mit einer PC-Tuning-Software vertraut machen und bei Gefallen die Kauf-Option wählen.

4. So testen wir

Als ein Kriterium nahmen wir die Startzeit des Computers, also die Zeit, die bis zur Benutzbarkeit des Rechners vergeht. Wir nutzten dafür das Tool Boot Racer. Des Weiteren führten wir einen Benchmark-Test mithilfe des Programms PCMark 10 durch.

Anschließend installierten wir die verschiedenen Software-Lösungen und nutzten die Optimierungsmöglichkeiten, um die PC-Leistung nachprüfbar zu verbessern. Dabei führten wir – sofern verfügbar – zuvor die Ein-Klick-Optimierung durch, anschließend durchsuchten wir die einzelnen Menübereiche nach weiteren Reinigungsoptionen. Alle verfügbaren Tools, auch jene, die bereits in der Ein-Klick-Reinigung enthalten waren, führten wir sukzessive aus. Anschließend wiederholten wir den Benchmark-Test, um zu ermitteln, ob ein Unterschied im Vergleich zum Status vor der Optimierung feststellbar sei. Natürlich fertigten wir vor der Installation der ersten PC-Tuning-Software ein Backup an, das wir nach jedem Test einspielten, damit für alle Programme die gleichen Ausgangsbedingungen herrschten.

Mit dem Vergleich möchten wir unentschlossenen Interessenten die Kaufentscheidung erleichtern. Für die Auswertung wählten wir vier Prüfparameter aus, anhand derer wir die verschiedenen Produkte testeten: „Ausstattung“, „Bedienung“, „Hilfe und Support“ und „Performance“. Pro Prüfparameter kann ein Produkt bestenfalls 5.00 Punkte erreichen. Aus dem Durchschnitt der einzelnen Bewertungen ergibt sich schließlich eine Gesamtpunktzahl. Kurze Zusammenfassungen am Ende des Testberichtes bündeln die wesentlichen Apekte der vier Prüfkriterien.

Unser Testsystem

Um Messunterschiede bei der Performance auszuschließen, haben wir jede Software auf dem gleichen System getestet. Unser Rechner besitzt folgende Spezifikationen:

  • Windows 10 Pro 64 Bit
  • Intel-Core i5-6500T 2,5 GHz Quad-Core
  • 8 GB RAM
  • 256 GB SSD-Festplatte

Ausstattung

In puncto Ausstattung vergeben wir Punkte für die Funktionen, die ein Programm zur Verfügung stellt. Wie grenzen sie sich voneinander ab? Was sind Alleinstellungsmerkmale?

Unterschiede gibt es in der Vorgehensweise der Software bei der Bereinigung. Hier ist es von großem Interesse, welche Lösungen die Software zur Optimierung des Systems anbietet. Listet sie verschiedene Probleme auf und hat der Nutzer die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, welche Optimierungen sein Programm vornimmt? Im Gegensatz dazu steht die Ein-Klick-Wartung (oder auch: automatische Wartung). Vom Gebrauch dieser Option raten wir ab, da die Softwares in diesem Fall pauschal alle möglichen Schritte durchführen, was zu Problemen in den Systemprozessen führen kann. Im schlimmsten Fall funktioniert ein Programm danach nicht mehr oder es kommt gar zu tiefgreifenden Systemproblemen. Dieses Phänomen trat in unserem Test bei der Software AVG PC TuneUp 16 auf. Anwender geben also am besten nur Veränderungen in Auftrag, die sie nachvollziehen können. Funktioniert nach der Optimierung trotzdem etwas nicht, ist es wichtig, dass der Nutzer die Schritte wieder rückgängig machen kann. Auch ein manuelles Backup vor der Benutzung der PC-Tuning-Software ist daher absolut sinnvoll.

Einige Programme verfügen über einen sogenannten Turbo-Modus. Er verbessert die PC-Performance durch mehrere Tricks. So nutzt er gezielt mehrere Prozessorkerne bei der Berechnung großer Datenmengen (Multi-Threading), erhöht die CPU-Priorität für ein bestimmtes Programm (und schließt unwichtige Hintergrundprogramme) und nutzt die Rechenleistung des Grafikprozessors mit.

Bedienung

Bei der Bewertung der Oberfläche ist es von Interesse, wie intuitiv die Bedienung der Tuning-Programme unseres Testfeldes aufgebaut ist. Auch Anfänger sollten sich möglichst schnell und problemlos in der Programmoberfläche zurechtfinden. Grundvoraussetzung dafür sind logisch aufgebaute Menüs. Besonders gut gefallen hat uns der Menüaufbau bei Avira System Speedup Pro. Nutzer finden sich intuitiv zurecht, alle Schritte sind nachvollziehbar. Als weniger gut gelungen erachten wir die Lösungen in den Programmen Uniblue PC Mechanic und IObit Advanced System Care Pro, bei denen eine klare Trennung zwischen Bedienflächen und Werbeelementen fehlt.

Performance-Daten

Neben dem Funktionsumfang der Software bewerten wir letztendlich auch die potentielle Performance-Steigerung. Kernleistung und Existenzberechtigung einer PC-Tuning-Software sind es, dass der PC auch tatsächlich schneller wird. Das beginnt bei einem schnelleren Booten, also Hochfahren, des Systems.

Dieses Kriterium messen wir anhand des Programms BootRacer, das die Windows-Startzeit exklusive der Passwort-Eingabe durch den Benutzer misst. Des Weiteren zieht BootRacer einen Vergleich zu vorhergegangenen Systemstarts und ordnet das Ergebnis anschließend ein. Im Sinne der Vergleichbarkeit haben wir bei jedem Programm jeweils fünf Neustarts vorgenommen, um verlässliche Ergebnisse zu erhalten. Idealerweise schaufelt eine Tuning-Software etwas Speicherplatz auf der Festplatte frei, nicht nur, um Kapazitäten für neue Daten zu schaffen, sondern auch, um die Zugriffszeiten des Lese- und Schreibkopfes klassischer Magnetscheiben-Festplatten zu verkürzen. Dies lässt sich leicht über die Anzeige des Windows-Explorers feststellen. Am Ende der durchgeführten Prozesse muss sich einfach das zufriedenstellende Bild ergeben, dass sich die Gesamtperformance erhöhte.

Für diese Messung nutzten wir das Benchmark-Programm PCMark10. Leistungsdaten des Computers testet das Programm in verschiedenen Kategorien. Den ersten Wert errechnet es im Bereich „Essentials“, indem es die App-Start-Dauer, die Performance bei Videokonferenzen und die Leistung beim Surfen im Internet simuliert. Ein weiteres Testkriterium ist der Bereich „Productivity“, in dem die Leistungsfähigkeit des Systems in Word- und Excel-Dokumenten, also typischen Büroanwendungen getestet wird. Der letzte Bereich, „Digital Content Creation“, prüft den Computer in den Bereichen Foto- und Videobearbeitung sowie Rendering, also in Bereichen, die besonders viel Rechenleistung beanspruchen. Aus diesen drei Kategorien setzt sich schließlich ein Gesamtscore zusammen.

Bei der Startzeitverbesserung überzeugte das die Lösung aus der Softwareschmiede iolo, sie verkürzte die Startzeit um ganze neun Sekunden. Kaum Verbesserungen brachte hier der Ccleaner Pro, der die Startzeit nur minimal von 28,0 auf 27,4 Sekunden verkürzte.

In puncto Festplattenbereinigung können das Ergebnis der Software AVG PC TuneUp 2017 (stolze 47 Gigabyte) eigentlich nicht werten, da sie nach der Nutzung zu diversen Kompatibilitätsproblemen führte. Das nächstbeste Ergebnis erzielte der CCleaner Pro mit 27 Gigabyte freigemachten Speicherplatzes. Die geringste Reinigungsleistung maßen wir beim Programm Abelssoft WashAndGo 18, lediglich vier Gigabyte standen anschließend zusätzlich zur Verfügung.

Hilfe & Support

Sollte es doch einmal haken, ist der Support eines Programmherstellers immens wichtig. Der Nutzer holt sich hier Hilfe, falls er etwas nicht versteht oder eine Einstellung rückgängig machen möchte.

Heutzutage sind die Kontaktaufnahmemöglichkeiten per E-Mail und Telefon Standard. Wichtig für viele Nutzer ist vor allem die Möglichkeit, Hilfestellungen in deutscher Sprache zu erhalten, denn das technische Englisch, das in diesem Bereich Voraussetzung ist, beherrschen die Wenigsten. Besonders positiv stechen hier die Supportabteilungen der Hersteller Avira und iolo hervor. Beide können in deutscher Sprache per Telefon und E-Mail erreicht werden. Schlecht bewertet haben wir das Angebot der Firmen AVG, IObit und Piriform („Ccleaner“). Hilfestellung bieten sie ausschließlich in englischer Sprache, teilweise auch nur für Kunden der Bezahlversionen.

Den Supportkanal E-Mail haben wir bei allen Programmen getestet.