Livedrive

Lukas Grzona
Pro
  • Guter Preis für Speicherplatz
  • Bearbeiten von Dokumenten und Bildern
  • Streamen eigener Musik und Videos
Kontra
  • Wenige Optionen beim Teilen von Ordnern und Dateien mit anderen
  • Keine deutsche Sprachunterstützung
Fazit LiveDrive ist ein günstiger Cloudhoster, der eine Vielzahl an Funktionen bietet und dessen größtes Paket nur zusammen mit einer Backuplösung erhältlich ist. Leider eignet er sich nur für Englischsprechende und weist ein etwas komplexes Tarifsystem auf.
Livedrive Zum Anbieter

Livedrive Test

Funktionen

4,35 Pkt

Der britische Cloudhoster LiveDrive ist hierzulande relativ unbekannt, mischt aber schon seit fast zehn Jahren auf dem Markt mit und wirbt vor allem mit dem Versprechen, für Backups unbegrenzten Speicherplatz zur Verfügung zu stellen. Wie auch Microsoft musste auch LiveDrive feststellen, dass ein solches Angebot von einigen Kunden bis zur Schmerzgrenze ausgenutzt wird. Zwar wurden deshalb einige Konten gesperrt, aber die nicht limitierte Backupfunktion gibt es weiterhin. Netzsieger hat nachgeprüft, welche Leistungen der Kunde erhält und ob es sich hierzulande lohnt, den nur auf Englisch verfügbaren Dienst zu nutzen.

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Vorallem der unbegrenzte Speicher für Backups ist für viele Nutzer interessant.

Zwischen drei Produkten kann der Kunde bei LiveDrive wählen, die nicht nur verschiedene Speichervolumen, sondern auch individuelle Leistungen bieten. Allen gemeinsam ist die Möglichkeit, die gespeicherten Daten überall im Browser oder auf einem mobilen Gerät abzurufen. Der Anwender kann außerdem auf eine Wiederherstellungsoption zählen, die es ermöglicht, eine Datei bis zu 30 Tage nach ihrem Löschen zu retten. Automatisch werden 30 ältere Dateiversionen gesichert. Eine Besonderheit gegenüber anderen Diensten ist das Abrufen von Musik und Videos der eigenen Sammlungen als Stream, ohne die Dateien abspeichern zu müssen. Alle monatlichen Preise ergeben sich erst bei Abschluss eines Jahresabonnements. Für 1 Pfund (1,35 Euro) können mehr PCs zum Account hinzugefügt werden.

Für 4 Pfund (5,40 Euro) im Monat gibt es LiveDrive Backup, das die komplette Sicherung eines PCs ermöglicht. Das war es dann aber auch schon, weder können die Daten mit einem anderen PC synchronisiert werden noch sind Bearbeitungen online möglich. Der Speicher wird nur für das Backup genutzt, es gibt also keinen vom System unabhängigen Speicherplatz. Für 5 Pfund (6,70 Euro) im Monat ist übrigens auch der Backup von Netzwerkspeichern (NAS) möglich.

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Die gespeicherten Dateiten können im Browser oder auf einem mobilen Gerät abgerufen werden.

Online Speicher bietet LiveDrive Briefcase mit  zwei Terabyte für 8 Pfund (10,70 Euro) , zusammen mit der vollständigen Kontrolle über den Browser und der Synchronisierung auf mehreren Computern – dafür aber ohne die Backupfunktion. Für 5 Pfund (6,70 Euro) im Monat lässt sich der Speicher um jeweils ein Terabyte erweitern. Mit den Online-Diensten Pixlr und Zoho ist die Bearbeitung von Bildern und Texten auch im Browser möglich. Einzelne Dateien können zwar mit anderen Personen geteilt werden, aber die Optionen sind begrenzt, denn Passwörter oder ein Ablaufdatum können derzeit noch nicht festgelegt werden.

Die Kombination dieser beiden Varianten mit allen Funktionen bildet die LiveDrive Pro Suite für 12 Pfund (16 Euro). Der Anwender erhält die Sicherung seines kompletten PCs sowie einen Online-Speicher von fünf Terabyte, auf den er optional über FTP, SFTP und WebDAV Zugang hat.

Unternehmen erhalten diese Funktionen und eine zentrale Verwaltung von drei (22 Pfund/29,50 Euro im Monat) bis zehn und mehr Personen (75 Pfund/100,50 Euro im Monat) in speziellen Tarifen, die mit zwei Terabyte oder zehn Terabyte und mehr kommen. Nur im Top-Tarif können Speicherplatz und Nutzeranzahl gegen zusätzliche Gebühren erhöht werden und es gibt Zugänge über FTP, SFTP und WebDAV.

Das Angebot von LiveDrive geht einen etwas anderen Weg als viele der konkurrierenden Cloudhoster, weshalb der Vergleich etwas schwierig fällt. Generell ist Backup ohne separaten Online-Speicher aber eine klassische und günstige Sicherungslösung. Die beiden höheren Tarife für Privatanwender bieten sehr viele Funktionen und Speichervolumen fürs Geld. Kompliziert wird es beim Buchen der zweiwöchigen Probierversionen der jeweiligen Variante, für die eine vorherige Anmeldung und eine Eingabe von Kreditkartendaten erforderlich sind.

Kosten

4,90 Pkt

Die Preise sind im Vergleich mit anderen Cloudhostern im Netzsieger.de-Vergleich in Relation zu den Leistungen sehr gut, eigentlich unschlagbar. Allerdings müssen Interessenten beachten, dass es die günstigen Preise nur in Verbindung mit einem Abonnement gibt, das zwölf Monate lang verpflichtet.

Kosten und Leistungen von LiveDrive für Privatanwender

ProduktBackupBriefcasePro Suite
Preise4 Pfund (5,40 Euro) im Monat8 Pfund (10,70 Euro) im Monat12 Pfund (16 Euro) im Monat
SpeicherNein2 Terabyte5 Terabyte
Zusätzlicher SpeicherNein5 Pfund (6,70 Euro) im Monat für 1 Terabyte5 Pfund (6,70 Euro) im Monat für 1 Terabyte
BackupJa, 1 PC, unbegrenzter Speicherplatz, für 1 Pfund (1,35 Euro) im Monat pro PC erweiterbarNeinJa, 5 PCs, unbegrenzter Speicherplatz, für 1 Pfund (1,35 Euro) im Monat pro PC erweiterbar
Die Kosten der drei Produkte im Überblick

Sicherheit

4,30 Pkt

Obwohl nicht nur einige Schotten sich von England lossagen wollen, sondern auch die Briten mit ihrem Verhältnis zum restlichen Europa etwas hadern, gehört das Land immer noch zur EU. Als solches unterstehen die Server von LiveDrive den Datenschutz-Richtlinien der EU, die der Privatsphäre seiner Bürger noch gewisse Rechte eingesteht. Davon abgesehen sind die Inhalte der Server, wie mittlerweile fast überall verbreitet, mit AES-256-Verschlüsselung versehen.

Benutzbarkeit

4,30 Pkt

Um den Dienst nutzen zu können, ist die Installation einer Desktopanwendung notwendig. LiveDrive Backup lässt sich nur so nutzen, da ausschließlich Dateien auf der Festplatte kopiert werden. Mehr Freiheiten erlaubt Briefcase, da dann auch über den Browser Änderungen vorgenommen werden können, der aber nur eine hochladbare Dateigröße von zwei Gigabyte zulässt. Davon abgesehen können mit dem Programm aber natürlich auch einzelne Ordner und Dateien synchronisiert werden, ohne Beschränkungen in der Größe einer Datei. Die Bedienfreundlichkeit ist gut, nach der Einrichtung muss sich der Anwender kaum noch Gedanken machen. LiveDrive kann auf Geräten mit Windows, Apple Mac OS, Windows Phone, iOS und Android eingesetzt werden.

Die Homepage entspricht den Erwartungen an ein Unternehmen, das sein Angebot offenbar auf die leistungsorientierte Kundschaft ausgerichtet hat: Etwas altbacken, aber funktional gestaltet mit den Informationen (meistens) an den richtigen Stellen.

Englischkenntnisse erforderlich

Leider befindet sich Deutschland augenscheinlich nicht im Fokus des britischen Cloudhosters, der alle Information nur auf Englisch zur Verfügung stellt. Da sich der Kunde bei einem Vertrag, der für ein Jahr abgeschlossen wird, über alle Konditionen sicher sein sollte, sollte er nur zugreifen, wenn er sich seiner Sprachkenntnisse auch sicher ist.

Hilfe & Support

3,60 Pkt

Der Support ist nur nach Anmeldung beim Dienst möglich. Es werden alle notwendigen Informationen vermittelt, die der Kunde in den FAQs nachlesen kann. Es wird ganztägiger Support versprochen, der auch schnell auf Anfragen reagiert. Der Nachteil, dass LiveDrive in Deutschland nicht stark präsent ist, überschattet aber auch alle Hilfegesuche. Weder Informationstexte noch Kundencenter sind in einer anderen Sprache als Englisch verfügbar.  

Livedrive Logo
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Leider ist LiveDrive in Deutschland noch nicht stark vertreten.

Zusammenfassung

4,29 Pkt

Kaum ein anderer Cloudhoster im Netzsieger-Test bietet so viel Leistung für das Geld. Etwas kompliziert ist aber die Wahl des richtigen Tarifs, da der größte Speicher auch nur zusammen mit einer (guten) Backuplösung angeboten wird. Ein Hinderungsgrund kann die fehlende deutsche Sprachunterstützung sein, die Vertrag, Anwendung und Support für den unerfahrenen Anwender zu einer heiklen Angelegenheit machen kann. Die Optionen beim Teilen von Dateien fallen dürftig aus, aber es sind sowohl die (einfache) Bearbeitung von Bildern und Texten sowie das Streamen von Musik und Videos aus der eigenen Sammlung möglich.