Livedrive

Niklas Gollan 21/07/2020
Livedrive logo Zum Anbieter
Bewertung
6,3
Pro
  • Guter Preis für Speicherplatz
  • Bearbeiten von Dokumenten und Bildern
  • Streamen eigener Musik und Videos
Kontra
  • Wenige Optionen beim Teilen von Ordnern und Dateien mit anderen
FAZIT

Livedrive ist ein günstiger Cloudhoster, der eine Vielzahl an Funktionen bietet und dessen größtes Paket nur zusammen mit einer Backuplösung erhältlich ist. Erfreulicherweise bietet Livedrive seine Dienste inzwischen auch in deutscher Sprache an. Leider ist das Tarifsystem etwas komplizierter als bei der Konkurrenz.

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Bewertungskriterien
Funktionen
Tarifumfang und Kosten
Sicherheit
Benutzbarkeit
Hilfe & Support

Livedrive Test

Funktionen5,22

Der britische Hoster Livedrive ist hierzulande noch relativ unbekannt, mischt aber schon seit über zehn Jahren auf dem Markt mit und wirbt vor allem mit dem Versprechen, für Backups unbegrenzten Speicherplatz zur Verfügung zu stellen. Wie Microsoft musste auch Livedrive feststellen, dass ein solches Angebot von einigen Kunden bis zur Schmerzgrenze ausgenutzt wird. Zwar wurden deshalb einige Konten gesperrt, aber die nicht limitierte Backupfunktion gibt es weiterhin. Netzsieger hat nachgeprüft, welche Leistungen der Kunde erhält und wie sich das Angebot im Vergleich zu konkurrierenden Anbietern schlägt.

Zwischen drei Paketen kann der Kunde bei Livedrive wählen, die nicht nur verschiedene Speichervolumen, sondern auch individuelle Leistungen bieten. Allen gemein ist die Möglichkeit, die gespeicherten Daten überall im Browser oder auf einem mobilen Gerät abzurufen. Der Anwender kann außerdem auf eine Wiederherstellungsoption zählen, die es ermöglicht, eine Datei bis zu 30 Tage nach ihrem Löschen wiederherzustellen. 30 ältere Bearbeitungsstände der einzelnen Dateien werden automatisch gesichert. Eine Besonderheit gegenüber anderen Diensten ist das Abrufen von Musik und Videos der eigenen Sammlungen als Stream, ohne die Dateien zuvor herunterladen und abspeichern zu müssen.

Für Kunden, die keine Office-Software auf ihrem Rechner installiert haben, bietet Livedrive die Möglichkeit, in der Cloud gespeicherte Textdateien und Tabellenkalkulationen im Browser zu öffnen und zu bearbeiten. Zur Anwendung kommt hier die Zoho Office Suite, die mobiles und geräteunabhängiges Arbeiten, auf Wunsch auch gemeinsam mit Freunden oder Kollegen, ermöglicht. Auch das Öffnen und Bearbeiten von Bildern ist im Browser auf diese Weise möglich. Die Lösung kann zwar noch nicht in allen Belangen, wie der Prüfung von Rechtschreibung, Grammatik und Silbentrennung, mit großen Konkurrenten wie Microsoft Office oder Google Docs mithalten, ist in seiner Funktionalität aber für die Mehrzahl der Nutzer ausreichend.

Tarifumfang und Kosten4,22

Der Anbieter hat drei verschiedene Tarifpläne im Angebot. Die Tarife „Backup“ und „Briefcase“ stellen zwei verschiedene Arten der Datensicherung dar, die wir im Folgenden erklären. Der Tarif „Pro Suite“ kombiniert beide Konzepte in einem Sammelpaket.

Der „Backup“-Tarif: unbegrenzter Sicherungsspeicher

In diesem Tarif erhalten Nutzer unbegrenzten Speicherplatz für ihre Dateien. In das Livedrive-Online-Konto werden sämtliche Dateien und Ordner inklusive aller Änderungen genauso abgespeichert wie auf der lokalen Festplatte des Nutzers. Somit ist alles immer auf dem neusten Stand. Die so gesicherten Daten können auf jeden Computer heruntergeladen werden.

Diese Cloud-Synchronisation, die der Anbieter auch als „Briefcase“ und „mobiler Sicherungsspeicher“ bezeichnet, ist auf 2.000 Gigabyte begrenzt. Dieser immer noch vergleichsweise üppig ausfallende Speicher kann als Online-Festplatte in inklusive Synchronisations-Funktion auf genau einem Computer genutzt werden. Darüber hinausgehende Datenmengen können Nutzer zwar unbegrenzt sichern, aber eben nicht automatisch synchronisieren, sondern lediglich manuell hochladen. Des Weiteren ist der Zugriff über Smartphone- und Desktop-Apps möglich.

Der Tarif schlägt mit monatlichen Kosten von 6,00 Euro zu Buche. Entscheiden sich Nutzer für die jährliche Abrechnungsmethode, werden statt der 72,00 Euro bei monatlicher Abrechnung lediglich 60,00 Euro fällig. Als zusätzliches Add-on können Nutzer eine NAS-Sicherung für zusätzliche 6,00 Euro pro Monat einrichten.

Der „Briefcase“-Tarif: erweiterte Synchronisations-Funktionen5,22

Der Briefcase-Tarif beinhaltet den unbegrenzten Sicherungsspeicher hingegen nicht. Stattdessen stellt der Anbieter einen mobilen Fotospeicher zur Verfügung. Auf diese Weise können Abonnenten Bilder und andere Dateien in die Cloud laden und zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren. Im Unterschied zum „Backup“-Tarif ist in diesem Paket das Teilen von Dateien per Link möglich. Dafür müssen die Adressaten kein eigenes Livedrive-Konto besitzen.

In diesem Tarif entfällt der unbegrenzte Sicherungsspeicher. Dafür sind 2.000 Gigabyte des Cloud-Speichers verfügbar. Der Tarif kostet monatlich 10,00 Euro, bei Jahresabrechnung sind zwei Monate gratis.

Der Tarif „Pro Suite“: mehr Cloud-Speicher und bis zu fünf Nutzer

In diesem Tarif handelt es sich quasi um eine Bündelung der zwei zuvor vorgestellten Tarife. Es stehen 5.000 Gigabyte Cloud-Speicher für bis zu fünf Benutzer bereit, die sie für die Synchronisation ihrer Dateien zwischen Windows-PCs oder Macs nutzen können. Die Software können Nutzer auf einer unlimitiert großen Anzahl an Geräten installieren, um Dateien im „Briefcase“-Tarif aus der Cloud herunterzuladen, zu bearbeiten oder neue Dateien in der Cloud abzulegen.

Die automatische Synchronisation in der Backup-Variante ist auf bis zu fünf Geräte begrenzt. Die Limitierung auf eben diese fünf Geräte ist etwas ärgerlich, da andere Anbieter wie Dropbox in den Bezahltarifen diesbezüglich keine Limitierung haben. Dafür ist der enthaltene Speicherplatz sehr großzügig bemessen. Der Sicherungsspeicher, also der Bereich, der über die automatische Synchronisation hinausgeht, ist wie im „Backup“-Tarif nicht begrenzt.

Zusätzlich stehen in diesem Tarif der mobile Fotospeicher, die Möglichkeit, Download-Links zum Teilen zu erzeugen, Desktop- und Smartphone-Apps sowie die Datei-Versionierung zur Verfügung. Alleinstellungsmerkmal dieses Tarifes ist die Möglichkeit, Dateien auch per FTP-Protokoll hochzuladen. Diese Option verliert aufgrund des vergleichsweise unsicheren Übertragungsprotokolls zunehmend an Bedeutung. Dafür bietet Livedrive aber eine Lösung: Neuerdings ist eine sichere Übertragung über das FTPES-Protokoll möglich.

Dieser Tarif kostet monatlich 17,00 Euro. Bei jährlicher Abrechnung gewährt der Anbieter auch hier einen Rabatt in Höhe von zwei Monatsbeträgen.

Kosten und Leistungen von LiveDrive für Privatanwender

ProduktBackupBriefcasePro Suite
Preise 4 Pfund (5,40 Euro) im Monat 8 Pfund (10,70 Euro) im Monat 12 Pfund (16 Euro) im Monat
Preis in Euro/Monat 6,00 10,00 17,00
Cloud-Speicher in Gigabyte 2.000 2.000 5.000
Sicherungsspeicher Unbegrenzt Nein Unbegrenzt
Nutzer 1 1 5
Preise und Konditionen der Privatanwender-Pakete bei Livedrive.

Sicherheit6,00

Obwohl der Anbieter seine Rechenzentren in Großbritannien betreibt, werden laut Angaben des Anbieters sämtliche EU-Datenschutzgesetze eingehalten. Zudem verfügen die Server über die ISO-27001-Zertifizierung. Die Daten sind bei der Übertragung auf die Server TLS-verschlüsselt und somit vor den Abfangversuchen Dritter sicher. Die Kundeninformationen sind zudem auf dem Server derartig verschlüsselt, dass niemals eine Verbindung aus Klarnamen und den gespeicherten Daten hergestellt werden kann.

Benutzbarkeit8,44

Um den Dienst nutzen zu können, ist die Installation einer Desktopanwendung notwendig. Livedrive Backup lässt sich nur so nutzen, da ausschließlich Dateien, die sich auf der Festplatte befinden, kopiert werden. Mehr Freiheiten erlaubt Briefcase, da dann auch über den Browser Änderungen vorgenommen werden können. Davon abgesehen können mit dem Programm aber natürlich auch einzelne Ordner und Dateien ohne Beschränkung der Dateigröße synchronisiert werden. Die Bedienfreundlichkeit ist gut, nach der Einrichtung muss sich der Anwender kaum noch Gedanken machen. Livedrive kann auf Geräten mit Windows-, macOS-, iOS- und Android-Betriebssystem eingesetzt werden.

Negativ ist zu bewerten, dass der Cloud-Dienst zwar eine kostenlose zweiwöchige Probezeit offeriert, diese sich aber automatisch in ein kostenpflichtiges Abo umwandelt, sofern der Nutzer nicht rechtzeitig kündigt. Andere Anbieter sperren nach Auslaufen der Probephase schlicht den Zugang, sodass keine weiteren Kosten auf die Tester hinzukommen. Die Beendigung der Testphase ist inzwischen über das Webportal möglich, ein Kontaktieren des Anbieters per E-Mail oder Telefonhotline ist nicht mehr notwendig.

Neuerdings deutsche Version

Der Anbieter aus Großbritannien hat kürzlich im Zuge weiterer Internationalisierung deutsche, spanische, französische, italienische und niederländische Sprachversionen veröffentlicht. Das ist vor allem für Personen, die der englischen Sprache nicht fließend mächtig sind, ein großer Vorteil.

Erfreulicherweise hat Livedrive eine Zwei-Faktor-Authentifizierung als neues Feature eingeführt, die eine zusätzliche Sicherheit gegen Hacker und somit den Diebstahl von Daten darstellt.

Hilfe & Support7,60

Den Support können Hilfesuchende nur nach erfolgtem Benutzer-Login kontaktieren. Dieser beantwortet zwischen 09:00 und 18:00 Uhr britischer Zeit Fragen der Nutzer. Der FAQ-Bereich wurde kürzlich deutlich erweitert und steht Nutzern nach erfolgtem Login in sechs Sprachen zur Verfügung.

Zusammenfassung6,30

Livedrive bietet im Vergleich zur Konkurrenz viel Speicherplatz für die laufenden Kosten. Allerdings müssen Kunden das etwas kompliziert gehaltene Tarifsystem verstehen, um das für sie passende Paket zu finden. Ist der Unterschied zwischen der selbstsynchronisierenden Cloud und dem unlimitierten Sicherungsspeicher einmal verinnerlicht, ist das Angebot für Nutzer, die große Dateimengen sichern möchten, durchaus attraktiv.