Kaspersky Internet Security For Mac

Andreas Kiener
Pro
  • Ausgezeichnete Erkennungsraten
  • Großer Funktionsumfang
  • Einfach zu benutzen
  • Durchsucht so gut wie alle Archivformate
  • Kinderschutz ergänzt Betriebssystemfunktionen sinnvoll
Kontra
  • Unflexibler Webcam-Blocker
  • Langsamer Scan
  • Nur beschränkt konfigurierbar
Fazit Kaspersky ergänzt seinen präzisen Virenscanner um Zusatzfunktionen wie Webcam-Blocker und Kinderschutz und wertet ihn so zur vollwertigen Internet-Security-Suite auf.
Kaspersky Internet Security For Mac Zum Anbieter

Kaspersky Internet Security Mac Test

Ausstattung

3,33 Pkt

Kasperskys Produkt für Mac-Anwender heißt Kaspersky Internet Security for Mac. Eine Jahreslizenz für einen Computer kostet 39,95 Euro. Damit ist es preislich vergleichbar mit anderen Anti-Malware-Lösungen, bringt aber eine Reihe nützlicher Zusatzfunktionen mit. Ein Antivirenprogramm für den Mac als separates Produkt ist von Kaspersky nicht erhältlich. Der Funktionsumfang ist trotz des niedrigeren Preises vergleichbar mit McAfee LiveSafe und Norton Security. Im Unterschied zu diesen Produkten erwirbt der Anwender allerdings nur eine Lizenz für den Mac. Mehrfachlizenzen kosten extra und auch die Software für andere Betriebssysteme ist nicht inkludiert. Für Nutzer, die einen plattformübergreifenden Virenschutz benötigen, bietet das Software-Haus seine Produkte Internet Security und Total Security an.

Das Programm heißt nicht ohne Grund „Internet Security“ und nicht „Antivirus“. Im Gegensatz zu den Mac-Antivirus-Programmen anderer Hersteller beschränkt sich der Funktionsumfang nicht auf das Suchen und Entfernen von Malware. Ein Browser-Schutz und ein virtuelles Keyboard sorgen für eine zusätzliche Sicherheitsebene beim Online-Banking und -Shopping. Mit einer Tracking-Blockierung wird verhindert, dass Websites das Onlineverhalten des Anwenders aufzeichnen. Eine Webcam-Blocker hindert Programme daran, auf die Webcam zuzugreifen. Das funktioniert allerdings nur global, Ausnahmen für einzelne Programme wie Skype oder Photo Booth lassen sich nicht festlegen.

kaspersky Startbildschirm
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Trotz vergleichsweise vieler Funktionen wirkt die Benutzeroberfläche angenehm aufgeräumt.

Kindersicherung doppelt gemoppelt?

Heutige Eltern müssen sich wohl oder übel Gedanken über den Umgang ihres Nachwuchses mit dem Internet machen. Sie wollen verhindern, dass Kinder und Jugendliche zu viel Zeit online verbringen. Darüber hinaus sollen die Kleinen keine Inhalte sehen, die für sie ungeeignet sind.

Technische Lösungen können helfen, den erzieherischen Herausforderungen der digitalen Welt zu begegnen. Die Kindersicherung von Kaspersky Internet Security ist eine solche. Eltern können nicht nur den Zugang zu bestimmten Arten von Inhalten (Gewalt, Pornographie, vulgäre Sprache, …) oder zu einzelnen Websites blockieren, sondern auch die Onlinezeit und das Download-Volumen einschränken. Der Kinderschutz wird für jeden Benutzeraccount auf dem Mac individuell konfiguriert.

Eine Kindersicherung gehört allerdings ohnehin zum Funktionsumfang aktueller Versionen von macOS. Die Kaspersky-Kindersicherung ersetzt diese nicht; die beiden Kindersicherungen laufen parallel, die Beschränkungen addieren sich. Wer sich dafür entscheidet, beide zu nutzen, kann sich also auf eine umständliche Konfiguration gefasst machen, da er immer mitdenken muss, was in der anderen Kinderschutzfunktion eingestellt ist. Mitunter kann das dennoch sinnvoll sein, denn der Leistungsumfang der beiden Tools überschneidet sich kaum. Offenbar haben die Kaspersky-Entwickler darauf geachtet, dass die Funktionen ihrer Kindersicherung eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

FunktionKaspersky-KindersicherungApple-Kindersicherung
Websites nach Inhaltskategorien filtern
Einzelne Websites filtern
Suchergebnisse filtern
Download bestimmter Dateitypen verbieten
Tägliche Höchstdauer der Internetnutzung
Zeitplan für Internetnutzung
Tägliche Höchstdauer der Computernutzung
Zeitplan für Computernutzung
Filterung persönlicher Daten
Überwachung der Social-Networking-Kontakte
Überwachung der E-Mail-Kontakte
Sperrung der Kamera
Programmzugriff beschränken
Inhaltsfilterung im iTunes- und iBooks-Store
App-Zugriffsberechtigungen
Zugriff auf Computerressourcen einschränken
Vergleich des Funktionsumfangs der Kindersicherungen von Apple und Kaspersky

Sicherheit

5,00 Pkt

Zur Einschätzung der Sicherheit von Antivirenprogrammen orientieren wir uns an den Bewertungen von unabhängigen Testlaboren. Kaspersky Internet Security for Mac wurde unlängst von zwei unterschiedlichen Laboren getestet. Das österreichische Labor AV-Comparatives und das deutsche AV-Test bestätigen dem Programm eine perfekte Malware-Erkennungsrate von 100 Prozent. Auch bei der Erkennung von Windows-Malware schafft Kaspersky Mac volle 100 Prozent. Malware für Windows funktioniert zwar auf dem Mac nicht, dennoch ist die Erkennung wichtig, da sonst der Mac zum Überträger werden könnte.

Das einzige andere Programm, das so makellos bewertet wurde wie Kaspersky Internet Security for Mac, ist Bitdefender Antivirus for Mac. Die Software des rumänischen Herstellers weist allerdings keine ähnlich umfangreiche Ausstattung vor.

In unserem Test mit den AMTSO-Tools zeigte sich, dass Kaspersky Internet Security for Mac sämtliche Archivformate durchsucht und Malware auch in gepackter Form erkennt. Andere Antivirenprogramme durchsuchen in der Regel nur Archivdateien, die in gängigen Formaten wie ZIP oder RAR gepackt wurden. Zu den von Kaspersky unterstützen Formaten zählen: ZIP, ZIPX, 7-ZIP, WinRAR (auch selbstextrahierend), targz, ACE, CAB, JAR und LZH. Da Kaspersky allerdings auch ungewöhnlich lange für einen vollständigen System-Scan benötigt, liegt die Vermutung nahe, dass diese gründliche Untersuchung aller gepackten Dateien zu Lasten der Scan-Performance geht.

Kaspersky Internet Security for Mac verfügt über alle üblichen Sicherheits-Features. Die Internet-Security-Suite erkennt Drive-by-Downloads, warnt vor Phishing-Websites und warnt vor PUPs (Potentiell unerwünschten Programme). Ein Cloud-Scanner ist nicht Bestandteil der Suite, da haben andere Hersteller wie beispielsweise Panda die Nase vorn. Häufige, automatische Aktualisierungen der Virendatenbank sorgen aber dafür, dass Kaspersky auch allerneueste Malware erkennt. Dieses Merkmal teilt die Software mit den meisten anderen Antivirus-Lösungen für den Mac. Eine Ausnahme ist Avira Antivirus, das Virensignaturen direkt über die Cloud bezieht.

Mehr als Malware-Erkennung

Die Zusatzfunktionen sorgen neben dem klassischen Virenschutz für erhöhte Sicherheit. Im Fall von „Sicherer Zahlungsverkehr“ bleibt allerdings offen, worin dieser Schutz genau besteht. Laut Beschreibung „wird überprüft, ob Ihre Online-Transaktionen nicht abgefangen werden“. Der sichere Zahlungsverkehr schaltet sich beim Besuch von Online-Zahlungssystemen und Banking-Websites automatisch zu. Im Browser weist jedoch nichts darauf hin, dass der Schutz des Zahlungsverkehrs aktiv ist. Andere Internet-Security-Suites starten beim Aufruf von Finanz-Websites einen sicheren Browser. Das ist bei Kaspersky Internet Security for Mac nicht der Fall. Auch Screenshots lassen sich trotz des sicheren Zahlungsverkehrs weiterhin machen. Falls irgendwelche Schutzfunktionen im Hintergrund aktiv sind, bemerkt der Anwender davon nichts.

Mehr Freude macht die Bildschirmtastatur. Sie schaltet sich bei Passwortfeldern automatisch zu und sorgt dafür, dass Passwörter nicht mittels Keylogger ausgespäht werden können. Der Tracking-Schutz verteidigt die Privatsphäre vor neugierigen Besucher-Analyse-Tools auf Websites. Er ist minimal konfigurierbar. Der Anwender kann nämlich vier Kategorien von Trackern gesondert blockieren:

  • Web-Analyse
  • Werbeagenturen
  • Web-Wanzen
  • Social-Networks

Interessanterweise erfolgt die Konfiguration des Tracking-Filters nicht in der Browser-Erweiterung, sondern zentral im Hauptprogramm. Das hat den Vorteil, dass alle Browser genau gleich konfiguriert werden. Ausnahmen zu definieren wird dadurch allerdings etwas umständlich, da der Nutzer vom Browser zur Kaspersky Internet Security for Mac wechseln muss.

Der Webcam-Blocker kennt überhaupt keine Ausnahmen. Es ist nicht möglich, ähnlich einer Firewall den Webcam-Zugriff auf bestimmte Programme zu beschränken. Damit ist diese Funktion ungefähr so flexibel und praktisch wie ein Streifen Klebeband auf der Webcam. Die physische Methode hat allerdings den Vorteil, dass die Webcam absolut verlässlich geblendet wird und auch ein Hacker nichts daran ändern kann.

Performance

3,75 Pkt

Im Bereich Performance fällt das Urteil durchwachsen aus. Der ständig laufende Echtzeitscan beeinflusst die Systemleistung so gut wie überhaupt nicht. Das Kopieren der Image-Datei gelang im Test mit der installierten und aktivierten Internet-Security-Suite sogar etwas schneller (4:08 Minuten) als ohne (5:30 Minuten). Der Download dauerte zwar länger (3:27 Minuten) als ohne Antivirenprogramm (2:49), das lässt sich allerdings auch mit Schwankungen in der Netzwerkauslastung erklären.

Für den vollständigen Systemscan lässt sich Kaspersky Internet Security for Mac allerdings unangenehm viel Zeit. 56 Minuten dauert er. Zum Vergleich: der Systemscan des flotten Bitdefender benötigt weniger als acht Minuten. Auch der Schnellscan von Kaspersky ist mit 4:11 Minuten vergleichsweise langsam. Andere Schnellscans laufen für gewöhnlich in ein bis zwei Minuten durch.

Kaspersky Systemscan
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Laaangsam! Für den vollen Systemscan braucht das Programm fast eine volle Stunde.

Für alte und für neue Macs

Die Internet-Security-Suite ist mit der neuesten macOS-Version 10.13, High Sierra, vollständig kompatibel. Auch ältere Betriebssystemversionen ab 10.9 werden unterstützt. Beim Download muss der Anwender zwischen zwei Versionen der Software wählen: Version 16 unterstützt macOS 10.9 und 10.10, Version 18 unterstützt macOS 10.11 bis 10.13. Für den Test haben wir uns für Version 18 entschieden. Diese hat einen recht üppigen Speicherplatzbedarf: das Programm selbst und die Dateien im Ordner „/Library/Application Support“ belegen zusammen fast 960 Megabyte auf der Festplatte.

Bedienung

3,46 Pkt

Die Benutzerführung ist angenehm einfach gehalten. Auch unerfahrene Anwender sollten mit dem Virenschutz-Programm keine großen Schwierigkeiten haben. Die Programmoberfläche wirkt aufgeräumt, die Icons sind schlicht und verständlich, erklärende Texte direkt im Programm machen den Blick in die Hilfe-Datei so gut wie überflüssig.

Dennoch konnte die Bedienung des Programms im Test nicht völlig überzeugen. Der Preis der Einfachheit ist nämlich, dass einige wünschenswerte Funktionen fehlen. Besonders beschnitten wirkt die Browser-Erweiterung. Sie sorgt offenbar für die Verknüpfung des Browsers mit dem Programm, verfügt aber über so gut wie kein Bedienelemente. Sie zeigt beispielsweise nicht an, ob der Tracking-Blocker aktiviert ist oder wie viele Tracker auf einer Website geblockt wurden. Auch das Ein- oder Ausschalten von Schutzfunktionen für den Browser ist mit der Erweiterung nicht möglich. Ein Indikator, der erkenntlich macht, ob die Funktion für den sicheren Zahlungsverkehr aktiv ist oder nicht, fehlt völlig.

Kaspersky sicherer Zahlungsverkehr
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Websites lassen sich zwar auf eine Liste für den „sicheren Zahlungsverkehr“ setzen, im Browser ist aber nicht ersichtlich, ob diese Funktion aktiv ist.

Ungereimtheiten in der Benutzerführung

Strukturell weist die Benutzerführung Inkonsistenzen auf. Zudem öffnet sie unnötig viele Fenster. Ein Beispiel: Wer einen der ersten vier Menüpunkte im Hauptmenü aufruft, bleibt im Hauptfenster. Lediglich beim Klick auf „Kindersicherung“, den letzten Menüpunkt, öffnet sich ein eigenes Fenster. Oder der Virenscan: der Scan-Fortschritt wird zwar im Hauptfenster angezeigt, für Details zu den Scandurchläufen ist jedoch ein Extrafenster vorgesehen.

Die Oberfläche nicht zu überfrachten scheint bei der Entwicklung im Vordergrund gestanden zu haben. Dafür wurde sie offenbar in viele Bereiche aufgeteilt. Das hat den Nachteil, dass der Anwender schnell die Orientierung verliert und sich schwertut, bestimmte Programmbereiche wiederzufinden. In einem „Schutz-Center“ genannten Bereich zeigt das Programm beispielsweise Statusinformationen, in einem ganz ähnlich aussehenden „Tipps“-Bereich kann der Anwender nützliche Hinweise lesen. Es würde die Übersichtlichkeit fördern, diese beiden Bereiche miteinander zu verschmelzen.

Dokumentation und Support

4,50 Pkt

Das Hilfe-Dokument erklärt das Virenschutz-Programm ausführlich und auf Deutsch. Leider verzichtet es völlig auf Screenshots. Der Eindruck einer Bleiwüste entsteht trotzdem nicht: die einzelnen Abschnitte sind sehr kurz, manchmal nur wenige Sätze lang. Schritt-für-Schritt-Anleitungen stehen nicht direkt im Text, sondern müssen erst per Mausklick sichtbar gemacht werden.

Eine gute Fundgrube für Informationen über Kaspersky Internet Security for Mac ist das Forum, das auch ein deutsches Unterforum enthält. Sehr aktive und teilweise langjährige Mitglieder beantworten dort viele Fragen von Anfängern. Support-Mitarbeiter scheinen aber nicht im Forum zu schreiben. Sehr wohl allerdings kümmern sie sich in den sozialen Netzwerken um User. Auf Twitter gibt es sogar einen eigenen Kaspersky-Support-Account.

Kaspersky Hilfe
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In knappen Texten und ohne Screenshots erklärt die Hilfe-Datei die Funktionsweise des Programms.

Jenseits der sozialen Netzwerke können Anwender den Support von Montag bis Freitag zwischen 9:00 Uhr und 17:00 Uhr telefonisch und im Chat erreichen. Auch per E-Mail ist die Kontaktaufnahme möglich.

Zusammenfassung

4,01 Pkt

Bei der Malware-Erkennung ist Kaspersky top. Bessere Erkennungsraten sind nicht möglich. Dazu kommt, dass Kunden eine üppig ausgestattete Internet-Security-Suite bekommen und dafür nicht mehr bezahlen als für einfache Antivirus-Software anderer Hersteller. Vor allem Eltern von kleinen Kindern dürften die Kinderschutzfunktionen zu schätzen wissen. Die Lizenz beinhaltet allerdings nur Software für den Mac. Wer die Sicherheitsprogramme von Kaspersky auch auf anderen Geräten nutzen möchte, ist mit Kaspersky Internet Security oder Kaspersky Total Security besser bedient.

Einige Kleinigkeiten fallen aber unangenehm auf. Vor allem der außergewöhnlich langsame System-Scan und die nicht ganz zufriedenstellende Benutzerführung trüben das Bild. Dennoch, unterm Strich ist Kaspersky Internet Security for Mac ein Virenschutz-Programm mit ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhältnis und hoher Schutzwirkung.