HDClone 7

Lena Groeben
Bereich:
Pro
  • Verschiedene Backup- und Kopierfunktionen
  • Umzug kompletter Systeme möglich
  • Spezieller Modus zur Datenrettung
  • Hohe Schreibgeschwindigkeiten möglich
  • Anwenderfreundliche „Inline-Hilfe“
Kontra
  • Keine inkrementelle Sicherung
  • Aktuell noch keine Dateiendungen ausschließbar
  • Teilweise verwirrende Benennung der Funktionen
Fazit Die HDClone 7 Advanced Edition bietet Nutzern diverse Kopierfunktionen, die vom Klonen ganzer Systeme über das Erstellen bootfähiger Medien und die Datenrettung von defekten Datenträgern bis hin zu differenziellen Backups reichen.
HDClone 7

HDClone 7 Test

Funktionen

4,40 Pkt

Mit HDClone 7 von Miray Software erhalten Nutzer ein universelles Tool für das Kopieren von Speichermedien. Es gibt sieben Programmeditionen, die nach Preis und Umfang abgestuft sind. Die folgende Tabelle zeigt die unterschiedlichen Pakete.

AusgabeMerkmale & FunktionenGeeignet fürPreis
Free EditionKostenlose BackupsoftwarePrivatanwendergratis
Basic EditionBackup und KlonenPrivatanwender19,90 Euro
Standard EditionBackup und Klonen mit Smartcopy Privatanwenderab 39,90 Euro
Advanced EditionKopieren, Sichern und RettenPower-User und Profisab 69,90 Euro
Professional EditionProfessionelles Kopieren, Sichern und RettenProfisab 99,00 Euro
Professional Edition PortablePortable Technikerversionden professionellen Einsatz auf Kunden-PCsab 199,00 Euro
Enterprise EditionParallele Massenkopien auf 4,8 oder 16 ZieleUnternehmenab 299,00 Euro
Die verschiedenen Editionen von HDClone im Überblick.

Die konkreten Unterschiede zwischen den einzelnen Editionen stellt Miray anschaulich und übersichtlich in einer Tabelle auf der Hersteller-Website dar. Wir nahmen in unserem Test die Advanced Edition, also die umfangreichste Ausgabe für Privatanwender, unter die Lupe. Miray stellte sie uns freundlicherweise kostenlos zur Verfügung.

Diverse Kopien

Mit der HDClone 7 Advancend Edition kopieren und sichern Anwender Dateien und komplette Betriebssysteme. So ist es möglich, ganze Installationen inklusive Betriebssystem umzuziehen.

Hierfür nutzen User die entsprechenden Funktionen aus dem Bereich „Migration“. Dabei können sie entweder alle Inhalte eines Datenträgers oder nur ausgewählte Partitionen kopieren. Eine 1:1-Kopie der belegten und unbelegten Bereiche eines Datenträgers erstellen Nutzer mit der Funktion „Klonen“.

HDClone 7 Migration
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Im Bereich „Migration“ kopieren Nutzer komplette Datenträger oder ausgewählte Partitionen.

Unterschiede zwischen den Funktionsbereichen „Migration“ und „Klonen“, der über die Schnellwahl erreichbar ist, waren für uns im Test nicht ersichtlich. Der Support verwies uns auf unsere entsprechende Anfrage hin freundlich auf die „Inline-Hilfe“, die alle Funktionen erläutert. Letztendlich liegt der Unterschied zwischen den beiden Funktionen darin, dass „Klonen“ eine 1:1-Kopie erstellt, die genauso funktioniert wie die ursprüngliche Version. Im Gegensatz dazu wird bei der „Migration“ ein bestehendes System in eine andere Konfiguration umkopiert. Beispielsweise kopiert das Programm ein dynamisches Set, in dem mehrere Festplatten beteiligt sind, auf eine einzige Festplatte um. Diese kann dann genauso verwendet werden wie das ursprüngliche Set.

Daten Retten, Backups und verschiedene Kompressionsraten

Um Daten von defekten Datenträgern zu retten, wählt der Anwender in den Optionen den SafeRescue-Modus. Der Hersteller empfiehlt, diese Option immer zu aktivieren. Darüber hinaus ermöglicht HDClone das automatische Vergrößern und Verkleinern von Partitionen, das Erstellen bootfähiger Medien sowie eine differenzielle Sicherung, die sich unter „Backup“ befindet.

Ihre Backups sichern Nutzer optional mit einem Passwort vor unbefugtem Zugriff.

HDClone 7 Backups
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Im Bereich „Backup“ führen Nutzer eine differenzielle Sicherung durch.

Eine inkrementelle Sicherung umfasst HDClone nicht. Hierfür hat sich der der Software-Hersteller bewusst entschieden, da die differenzielle gegenüber der inkrementellen Sicherung einige Vorteile aufweist. Unter anderem bietet das differenzielle Sichern die Möglichkeit, nicht benötigte Zwischenstände zu löschen, was bei inkrementellen Backups nicht möglich ist. Nutzer, die dennoch eine inkrementelle Sicherung bevorzugen oder einfach gerne selbst die Wahl treffen, werden hier aber nicht berücksichtigt.

Auch das Ausschließen von Datei-Endungen beinhaltet die aktuelle Version von HDClone nicht. Diese Funktion ist aber laut dem Hersteller für dieses Jahr (2018) geplant. Backup-Pläne für automatische Sicherungen, die beispielsweise wöchentlich oder monatlich stattfinden sollen, sind erst ab der Professional Edition erstellbar.

Beim Erstellen von Datei-Images stehen drei Kompressionsstufen zur Auswahl:

  • Normale Kompressionsstufen: voreingestellte Standard-Kompression
  • QuickCompress: niedrigere Kompressionsrate als die Standard-Kompression, benötigt dafür weniger Zeit
  • StrongCompress: höchste Kompressionsrate, dauert aber dementsprechend länger als die Standard-Kompression

Hinsichtlich der Images wählen Nutzer zwischen:

  • FullImage: Speichert alle Sektoren des Datenträgers beziehungsweise der Partition sowie optional der dazwischenliegenden Sektoren in ein Datei-Image.
  • SmartImage: Speichert nur die mit Daten belegten Bereiche eines Systems und benötigt daher weniger Speicherplatz als ein FullImage.
  • Backup: Datei-Image mit vereinfachter Bedienung
  • Differenzielles Image: Erweiterung eines Basis-Images um die Änderungen, die seit der Erstellung des Basis-Images gemacht wurden

Zusätzliche Funktionen im Schnellwahl-Menü

Neben den Funktionsbereichen „Klonen“, „Backup“ und „Images“ finden Anwender im Schnellwahl-Menü der HDClone 7 Advanced Edition außerdem den Bereich „Tools“ mit den Funktionen „SpeedTest“ und „DiskView“. Mit „SpeedTest“ prüfen Anwender die Lesegeschwindigkeit ihrer angeschlossenen Datenträger. Dabei können sie sowohl die maximale Lesegeschwindigkeit eines einzelnen Datenträgers als auch die kombinierte Lesegeschwindigkeit mehrerer Datenträger ermitteln. Bei der Funktion „DiskView“ handelt es sich dagegen um einen Low-Level-Hex-Viewer für das Einsehen eines Datenträgers auf Sektorebene.

HDClone im Praxis-Test

Wir erstellten in unserem Test mit HDClone eine Sicherung eines mit vier Ordnern (insgesamt 91,3 Megabyte) befüllten USB-Sticks. Hierzu nutzten wir die Funktion „Backup - Sichern“ über den Schnellwahlbereich, wählten als Quelle den zu kopierenden USB-Stick aus und als Ziel unsere externe Festplatte, auf der das Backup dann als SmartImage abgelegt wurde. Unsere ersten Wiederherstellungsversuche scheiterten zwar, nach einem erneuten Backup funktionierte die Wiederherstellung aber ohne Probleme.

HDClone 7 Fehlermeldung
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Unser erster Backup-Versuch führte zu einer Fehlermeldung.

Als Zielmedium für die Wiederherstellung wählten wir einen weiteren USB-Stick, der nach dem Vorgang hinsichtlich seines Inhalts und seiner Benennung dem Ausgangsmedium glich. In den Backup-Optionen wählten wir die Standardeinstellungen und einen Passwortschutz. Dementsprechend wurden wir bei der Wiederherstellung aufgefordert, unser Passwort einzugeben.

Dass unser erster Backup-Versuch nicht funktionierte, lag laut Auskunft des technischen Supports daran, dass die Anwendung abstürzte, nachdem unsere externe Festplatte während des Wiederherstellungsvorgangs vom PC getrennt wurde.

HDClone 7 USB Ordner
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Dagegen klappte der zweite Backup-Versuch problemlos und wir erhielten eine Kopie unseres USB-Sticks.

Dieses Problem ist Miray Software bereits bekannt und wurde im neuen Service-Update 7.2 behoben.

Usability

4,50 Pkt

Die schwarz-weiße Programmoberfläche wirkt angenehm schlicht. In einer oben befindlichen Zeile wählen Nutzer zwischen vier Bereichen:

  • „Schnellwahl“
  • „Migration“
  • „Backup“
  • „Images“

Schnellwahl oder einzelner Funktionsbereich?

In der Schnellwahl finden Nutzer folgende vier Funktionen:

  • „Klonen“ (Datenträger oder Partition)
  • „Backup“ (Sichern und Wiederherstellen)
  • „Images“ (SmartImage oder FullImage)
  • „Tools“ (SpeedTest und DiskView)

Damit versammelt das Schnellwahl-Menü fast alle Funktionen auf einer Oberfläche. Lediglich die Funktion „Migration“ ist hier nicht zu finden, sondern nur über den eigenen Bereich.

Anwenderfreundliche „Inline-Hilfe“ und übersichtliche Optionen

HDClone 7 Menü
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Die Schnellwahl versammelt die wichtigsten Funktionen an einem Platz.

Die gut strukturierte „Inline-Hilfe“, die über das unten links befindliche Fragezeichensymbol zu erreichen ist, verdient Lob. Sie erklärt alle Funktionen und Bedienelemente ausführlich und verständlich.

Zum Erstellen einer Kopie wählen Anwender zunächst die gewünschte Funktion, beispielsweise „Sichern“ unter „Backup“ aus dem Schnellwahl-Menü. Im Anschluss legen sie fest, welchen Datenträger sie sichern möchten (Quelldatenträger) und wo die Kopie abgespeichert werden soll (Zieldatenträger).

HDClone 7 Backup-Optionen
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Die Standard-Backup-Einstellungen passen Anwender bei Bedarf an.

Sind die beiden Datenträger ausgewählt, gelangt der Nutzer zu den Optionen, die er entweder in ihrer Standard-Variante belässt oder entsprechend seiner Wünsche ändert. Die Optionen fallen recht übersichtlich aus, sodass auch Einsteiger nach kurzer Einarbeitung gut damit arbeiten können. Unter anderem stellen Nutzer hier die Kompressionsrate ein, legen einen Passwortschutz und die Verschlüsselung fest, wählen bestimmte Modi wie SafeRescue aus und begrenzen die Kopiergeschwindigkeit.

Performance

4,90 Pkt

Die Systemanforderungen von HDClone hängen davon ab, ob Nutzer die selbstbootende Version HDClone/S oder das Windows-Programm HDClone/W verwenden. Die Windows-Anwendung ist mit allen Betriebssystemen ab XP und ab Windows Server 2003 kompatibel und stellt darüber hinaus keine besonderen Hardware-Anforderungen. Die Variante HDClone/S läuft selbstbootend auf PCs und Macs. Voraussetzung ist ein bootfähiges CD-Laufwerk oder eine USB-Bootfähigkeit. Diese Version empfiehlt sich vor allem dann, wenn der Nutzer kein lauffähiges Windows-Betriebssystem zur Verfügung hat oder eine möglichst hohe Kopiergeschwindigkeit erreichen möchte.

So schnell es die Hardware erlaubt

Die maximale Backup-Geschwindigkeit beträgt 600 Megabyte pro Sekunde beziehungsweise 36 Gigabyte pro Minute, was im Vergleich zu anderen Programmen in unserem Backup-Software-Test äußerst schnell ist. Allerdings wird die hohe Geschwindigkeit durch die SATA-Hardwaregeschwindigkeit begrenzt. Für die Verwendung eines USB-Mediums mit Standard 2.0 gibt der Hersteller Maximalwerte von 10 bis 40 Megabyte pro Sekunde an. Das konnte unser Test bestätigen: Wir erreichten eine Geschwindigkeit von 23,9 Megabyte pro Sekunde.

HDClone 7 Abschlussbericht
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Während eines Backups sehen Nutzer unter anderem Laufzeit, Restdauer und Datenrate.

Die Kompressionsrate hängt von der gewählten Kompressionsstufe ab. So beträgt die Datenreduktion in der Standard-Kompression etwa 73 Prozent, bei QuickCompress rund 64 Prozent und bei StrongCompress sogar 82 Prozent. Dafür benötigt letztere Variante aber auch die 3,5-fache Zeit der Standard-Kompression.

Hilfe & Support

4,60 Pkt

Zur Software erhalten Nutzer eine 38-seitige, deutschsprachige Bedienungsanleitung, die unter anderem auf die Einsatzgebiete und Varianten der Software sowie Problembehandlungen eingeht. Für unerfahrene Anwender wirkt sie womöglich etwas unübersichtlich. Zudem fehlt eine explizite Auflistung und Erklärung der Funktionen. Dieses Manko macht allerdings die ausführliche „Inline-Hilfe“ von HDClone wett. Sie gliedert sich in die vier Hauptbereiche „Programmfunktionen“, „Bedienelemente“, „Arbeitsweise“ und „Kommandozeile (CLI)“. Hier finden Nutzer auch eine übersichtliche Auflistung der enthaltenen Funktionen inklusive ausführlicher Erklärungen.

HDClone 7 Support
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Die „Inline-Hilfe“ ist gut strukturiert, ausführlich und nach Schlagwörtern durchsuchbar.

Mit der integrierten Suchfunktion findet der Nutzer sehr schnell, wonach er sucht.

Technischer Support per Ticket-System

Bei technischen Problemen wendet sich der Nutzer per Ticket an den Support. Hierfür geben Nutzer ihren Namen, ihren Lizenzschlüssel und ihre E-Mail-Adresse in das dafür vorgesehene Online-Formular ein. Darüber finden sie hilfreiche Hinweise zur möglichst genauen und sachlichen Beschreibung ihres Problems. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Dateien wie etwa die Log-Dateien, die sie in der Software erstellen, hochzuladen. Auf diese Weise konnten wir im Test klären, warum unser erster Backup-Versuch nicht funktionierte.

Nutzer der kostenlosen Software müssen sich mit dem Forum zufriedengeben. Dieses gibt es in einer deutsch- und in einer englischsprachigen Variante. Beide Foren unterteilen sich in Bereiche für die verschiedenen Miray-Programme. Für Produktanfragen sowie Fragen zur Bestellung steht eine Hotline bereit, die montags bis freitags von 9:00 bis 18:00 Uhr geschaltet ist. In unserem Test erreichten wir einen freundlichen Mitarbeiter, der uns direkt an unseren Ansprechpartner weiterleitete.

Zusammenfassung

4,60 Pkt

Die HDClone 7 Advanced Edition richtet sich an Anwender, die einen hohen Bedarf an Sicherungen und Kopien haben. Hier wählen sie aus verschiedenen Kopier- beziehungsweise Backup-Modi, erstellen bootfähige Medien und ziehen ganze Betriebssysteme um. Zudem eignet sich das Backup-Programm zur Datenrettung, beispielsweise bei Festplatten mit defekten Bereichen. Wer lediglich hin und wieder seine Daten sichern möchte, wird auch mit der kostenfreien Free Edition oder der Basic Edition der Software gut auskommen. Diese empfehlen sich auch für Einsteiger, die sich erst einmal mit dem Programm vertraut machen möchten. Positiv fällt die ausführliche „Inline-Hilfe“ auf, die alle Funktionen des Programms und seine Bedienung verständlich erklärt. Mit ihr sind auch wenig erfahrene Nutzer problemlos in der Lage, die Software zu bedienen.