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Grepolis

Martin Elicki
Bereich:
Pro
  • Spannendes mythologisches Setting im antiken Griechenland
  • Vielzahl an Einheiten
  • Stimmige Musik
  • Viele Statistiken und Einstellmöglichkeiten
Kontra
  • Sound nicht allzu hochwertig
  • Enorme Lieferzeiten von Waren anderer Spieler
Fazit Grepolis versetzt den Spieler ins antike Griechenland, um die Polis zu Ruhm und Ehre zu führen. Das Spiel punktet mit taktischer Tiefe, Langzeitmotivation und den Göttern der griechischen Mythologie.
Grepolis Jetzt Spielen

Grepolis Test

Anmeldung & Einstieg

3,70 Pkt

Antike Städte aufbauen, Tempel errichten und die Mächte griechischer Gottheiten einsetzen – Grepolis bietet ein hochinteressantes Setting. Das Spiel kommt aus dem Hause InnoGames und erschien im Dezember 2009. Nach einer unkomplizierten Anmeldung findet der Spieler sich in seiner neuen Stadt wieder und kann direkt mit dem Bauen beginnen. Das Tutorial übernimmt dabei seine Aufgabe ganz klassisch und führt durch die Grundmechaniken des Spiels.

Unmotivierte Questgeber? Hera strafe sie!

Die ersten Aufgaben werden dem Spieler von Edelleuten der Stadt gestellt. Leider müssen die Gesellen ohne Namen auskommen und unterscheiden sich nur durch ein kleines Avatarbild. Auch die Frage, warum überhaupt genau diese eine Person den Spieler anspricht, bleibt unbeantwortet.

Das Tutorial wirkt dadurch etwas unmotiviert und eher pragmatisch, als dass es eine wirkliche Bereicherung für Neueinsteiger wäre. Es erfüllt aber zuverlässig seinen Zweck und erklärt die Mechaniken von Grepolis leicht verständlich. Jede bestandene Aufgabe wird mit den Grundressourcen wie Holz, Stein oder Silbermünzen entlohnt.

Grepolis Einführung
Zahlreiche Aufgaben führen durch die Grundfunktionen von Grepolis.

Im Vergleich zu anderen Browsergames läuft der Städtebau verhältnismäßig statisch ab. Der Spieler startet auf einer schön gezeichneten Stadtübersicht und platziert Gebäude wie den Bauernhof oder die Kaserne über das Hammersymbol am unteren Spielfeldrand. Die Plätze, auf denen er seine Gebäude platzieren kann, sind strikt vorgegeben. Die Kaserne hat einen vorgeschriebenen Platz, und auch nur dort kann der Spieler sie errichten, sodass kreatives Ausprobieren im Städtebau leider nicht möglich ist.

Auch eine erste Schlacht ist Teil des Tutorials. Sie ist in eine kleine Geschichte eingebettet. Insgesamt geht der Einstieg in Grepolis geht flott von der Hand und schnell in tiefgreifende Spielmechaniken über.

Konzept & Gameplay

4,60 Pkt

Strategisch, fordernd, motivierend

Grepolis gehört klar zu den Aufbaustrategiespielen, schlägt dabei aber einen ganz eigenen Weg ein. Das Spiel wirkt mehr wie eine Art textbasierte Aufbausimulation, die dennoch viel Charme und Spielwitz beweist. Wo der Spieler im Einstieg den Eindruck gewinnen kann, dass er relativ schnell seine Möglichkeiten ausgereizt hat, besticht Grepolis im weiteren Verlauf mit anhaltender Spieltiefe. Informationsübersichten zu Bevölkerung, Wirtschaft oder Militär liefern einen genauen Überblick über die derzeitige Situation der Stadt. Darauf aufbauend entscheidet der virtuelle Stadtherr, in welche Richtung er die Polis entwickeln will. Das Tutorial gibt einen relativ ausgewogenen Weg vor, aber abseits davon ist es dem Spieler überlassen, ob er in Wissen, Wirtschaft oder militärische Stärke expandieren will. Dabei gibt es keine ausschließenden, eingeschränkten Entwicklungswege. Der Spieler kann sich frei in all diesen Bereichen aufstellen.

Das bekannte Spiel mit den Forschungspunkten

Die vom Spieler zu errichtende Akademie bestimmt maßgeblich den Fortschritt der Polis. Mit jeder Ausbaustufe erhält der Spieler Forschungspunkte, die er in die Entdeckung neuer Technologien oder Kampfeinheiten investieren kann. Diese sind allerdings nicht unendlich verfügbar, weswegen der Spieler seine Entscheidungen mit Bedacht treffen sollte. Auch sind die Kosten für die verschiedenen Entdeckungen recht unterschiedlich, weswegen auch mal Sparen angesagt ist, bevor die ersehnte Entdeckung endlich freigeschaltet werden kann.

Grepolis Akademie
Neue Einheiten oder sogar der Schiffsbau lassen sich in der Akademie erforschen.

Für den Bau der neuen Errungenschaften benötigen antike Bauherren in Grepolis Holz, Steine und Silbermünzen. Die drei Grundressourcen gewinnt der Spieler in jeweiligen Produktionsstätten. Das Ressourcenmanagement ist übersichtlich und wenig kompliziert. Eine ausreichende Versorgung aufzubauen sollte keine große Herausforderung für den Spieler darstellen. Ist doch einmal Not am Mann, steht der Marktplatz für ausgedehnte Ressourcen-Shoppingtouren bereit.

Freier Handel für alle!

Auf dem Marktplatz handeln Spieler miteinander und bieten ihre Waren zu einem selbst festzulegenden Preis an. Passend zum Setting basiert der Handel in Grepolis auf Tauschgeschäften und fügt sich damit natürlich in die antike Welt ein. Der Anbieter setzt seine Waren online und entscheidet, welche Ressource er dafür im Austausch haben will. Eine Besonderheit des Marktplatzes ist, dass der Spieler die Waren auch mit der Premiumwährung Gold beschaffen kann. Somit ist immer ein gewisser Anteil von Echtgeld der Spieler im Umlauf.

Viel zu forschen, viel zu bauen

Ein unbestreitbarer Pluspunkt von Grepolis ist die Gebäudevielfalt. Bauernhöfe lassen die Bevölkerungszahl steigen, der Senat schaltet neue Gebäude frei und in der Kaserne lassen sich Kämpfer ausbilden. Die Soldatenauswahl überzeugt mit bekannten Einheiten aus der Antike, etwa Hopliten oder Streitwagenkämpfern.

Die neu errichtete Polis muss natürlich auch gegen feindliche Allianzen und Banditen verteidigt sowie um neues Land erweitert werden. Dafür macht der Spieler die Lager der Banditen ausfindig und beseitigt sie. Mit einem Klick auf das Kartensymbol gelangt der Spieler auf die Inselübersicht, auf der neben Banditenlagern auch die Städte anderer Spieler angezeigt werden. Feindliche Lager sind durch gekreuzte Schwerter gekennzeichnet. Der Spieler wählt das Banditenlager aus und gelangt in die Kampfübersicht. Sie zeigt rundenweise an, gegen welche Art von Feind er kämpfen muss.

Grepolis Inselübersicht
Auf der Inselübersicht finden sich auch die Städte anderer Spieler.

In seiner Truppenübersicht wählt der Spieler aus, welche seiner Recken sich im Kampf erproben sollen. Die Kämpfe laufen vollautomatisch im Hintergrund ab.

Es gibt keine Möglichkeit, direkt in den Kampf einzugreifen und die Geschicke der eigenen Männer zu lenken. Auch gibt es keine Gesundheitsanzeige für die Krieger. Entweder sie kehren aus der Schlacht zurück oder sind gefallen.

Aggressive Expansion

Mit jedem Sieg verdient sich der Spieler Kampfpunkte, die er auch nur auf diese Art und Weise ergattern kann. Die Punkte investiert er in die Gründung und den Ausbau neuer Dörfer auf der Insel. Die Dörfer dienen hauptsächlich als zusätzliche Quelle für weitere Rohstoffe. Außerdem kann der Spieler mit der neuen Siedlung handeln. Das Tauschgeschäft unterliegt einem bestimmten Kurs, welcher mit der Dauer der Benutzung sukzessive fällt. Nach einer kurzen Wartezeit erholt sich der Kurs aber wieder, sodass es sich für den Spieler auch wieder lohnt, Handel mit der entsprechenden Siedlung zu treiben.

In der Gunst der Götter

Was wäre die griechische Antike ohne ihre Gottheiten rund um den Göttervater Zeus? So geben sich auch in Grepolis die bekannten Gottheiten wie Poseidon oder Hades die Ehre. Aus den verfügbaren Gottheiten wählt der Spieler eine als Schutzpatron der eigenen Polis aus. Die Bevölkerung betet fortan den jeweiligen Gott an, wodurch der Spieler sich „Gunst“ verdient. Jede Gottheit bringt verschiedene Boni mit sich, die über die erwähnte Gunst aktivierbar sind. Hera als Schutzpatronin der Ehe kann beispielsweise Hochzeiten veranlassen, die Edelleute aus dem Umland anlocken.

Grepolis Götter
Jede Gottheit bringt eigene Boni mit sich.

Diese haben wiederum reichlich Ressourcen für den Spieler im Gepäck. Außerdem bringt jeder Olympier eigene, mythische Einheiten mit sich, die der Spieler in der Kaserne ausbilden lassen kann. Das Spiel mit den mythischen Wesen aus der griechischen Antike gelingt sehr gut.

Erfreuliche Entscheidungsfreiheit

Neben den Gottheiten kann der Spieler auch die Dienste berühmter Helden in Anspruch nehmen. Diese funktionieren ganz ähnlich wie die Götter und bringen Vorteile in der Rohstoffproduktion oder Angriffsboni für die eigenen Soldaten. Helden bezahlen die Spieler mit „Münzen des Krieges“ oder „Münzen der Weisheit“, welche sie in eigens dafür angelegten Quests verdienen. So nimmt sich der Spieler in einer Quest zum Beispiel des Falls eines geschändeten Tempels an. Die Entscheidung, entweder die Unholde zu finden und zu strafen, was „Münzen des Krieges“ einbrächte, oder aber für „Münzen der Weisheit“ mit eigenen Mitteln den Tempel wiederaufzubauen, liegt ganz beim Spieler. Die Kosten für Helden gehen mitunter ganz schön in die Höhe. Die schöne Helena will beispielsweise ihre Dienste mit 105 „Münzen des Krieges“ vergütet sehen, wofür der Spieler schon sehr lange sammeln muss.

Technische Daten

4,10 Pkt

In gängigen Browsern bietet Grepolis Windows- und Mac-Usern den gleichen antiken Aufbauspaß. Eine App für Android und iOS steht ebenfalls zur Verfügung. Apple-Nutzer müssen mindestens iOS 7 installiert haben, um Grepolis spielen zu können. Android-User sind ab der Systemsoftware 2.3 mit von der Partie.

Schlicht, aber wirksam

Die optische Präsentation von Grepolis steht unter dem Banner der Schlichtheit und Pragmatik. Manch einer würde sagen, Grepolis sehe veraltet und nicht mehr zeitgemäß aus, doch weiß das Spiel sein puristisches Design perfekt einzusetzen. Die Stadtkarte wirkt wie ein schönes Gemälde, die verhältnismäßig einfachen Gebäudemodelle fügen sich gekonnt in das Gesamtbild ein und die musikalische Untermalung unterstreicht das antike Setting. Sicherlich kann es sich mit aktuelleren Browserspielen in puncto Präsentation nicht mehr messen, aber das muss es auch gar nicht: eine gelungene kunstvolle Umsetzung geht nicht zwangsläufig mit High-End-Grafik einher.

Grepolis Landschaften
Ein malerischer Überblick über die Polis.

Updates für Grepolis erscheinen noch immer regelmäßig, und auch Events mit speziellen Aufgaben warten auf den Spieler. Beispielsweise kann der Spieler dem mysteriösen Erscheinen des Hades-Portals auf den Grund gehen. Die Community entsendet etwa Truppen in die Unterwelt, um Hadessteine zu sammeln. Sechs an der Zahl müssen gefunden werden, um das Portal wieder zu schließen. Als Belohnung winkt eine Landeserweiterung, die einen massiven Bevölkerungszuwachs bewirkt.

Community & Support

4,55 Pkt

Äußerst lebendige Antike

Grepolis erfreut sich schon über die Jahre hinweg einer sehr aktiven Community. Der Handelsmarktplatz ist gefüllt und Allianzen wetteifern über die Vormacht im Spiel. Die Chat- und Kommunikationsmöglichkeiten sind nicht mehr zeitgemäß und könnten einen Neuanstrich vertragen.

Das Forum hingegen ist wirklich gelungen, übersichtlich und leicht zu bedienen. In vielen vergleichbaren Titeln begrüßt den Spieler schon auf der Startseite eine wahre Flut an Beiträgen aus der Community. Das Forum von Grepolis aber wirkt wesentlich aufgeräumter und gepflegter. Im Wiki finden sich jegliche Informationen zu den Spielinhalten. Die Texte lassen keine Fragen offen, kommen allerdings etwas zu funktional daher. Eine erzählerische Komponente, die es in vielen anderen Wikis auch gibt, wäre durchaus erwünscht.

Zusammenfassung

4,24 Pkt

Antiker Aufbauspaß mit Tiefgang

An Grepolis werden sich vermutlich immer die Geister scheiden. Es hat seine Schwachpunkte, wie das sehr unmotiviert wirkende Tutorial oder die hüftsteife Präsentation. Dessen ist sich InnoGames aber offensichtlich bewusst und gelobt Besserung. Grepolis hat seine Stärken in einem tiefgängigen Wirtschaftssystem mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten. Das Setting rund um Einheiten und Götter im antiken Griechenland wurde vielschichtig und spannend umgesetzt. Die seit Jahren sehr rege Community zeugt von der enormen Langzeitmotivation des Titels.

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