Enpass

Lena Groeben
Pro
  • Kostenlose Desktop-Version
  • Daten werden lokal verschlüsselt und gespeichert
  • Optionales Speichern in einer Cloud
  • Daten in sehr vielen Kategorien speicherbar
  • Hohe Nutzerfreundlichkeit
Kontra
  • Import aus anderen Programmen funktionierte im Test nicht
  • Keine virtuelle Tastatur
  • Kein deutschsprachiger Support
Fazit Enpass eignet sich gut für Anwender, die ihre Passwörter, diverse persönliche Daten und Dateien mit einem nutzerfreundlichen, kostenlosen Passwort-Manager verwalten und sicher verschlüsselt lokal auf ihrem Rechner speichern möchten.

Enpass Test

Enpass Zum Anbieter

Sicherheit & Funktionen

4,10 Pkt

Der Passwort-Manager Enpass ist als Desktop-App kostenlos erhältlich und nutzbar. Lediglich für die entsprechenden mobilen Apps des Herstellers Sinew kosten Geld. Mit einer einmaligen Zahlung von 9,99 US-Dollar sind diese jedoch immer noch sehr günstig.

Daten aller Art sicher verwahrt

Mit Enpass Password Manager speichern Anwender ihre Passwörter, Kreditkarten-, Bank- und sonstige persönliche Daten sowie Notizen sicher verschlüsselt (AES-256) lokal auf ihrem Computer ab. Auch Dateien bis zu einer Größe von 200 Kilobyte sind hochladbar. In unserem Test klappte dies mit .docx-, .jpg-, .png-, .csv- und .pdf-Dateien problemlos. Im Gegensatz zu anderen Passwort-Managern werden bei Enpass keinerlei Nutzerdaten auf einem Server des Unternehmens gelagert. Um Sicherungskopien zu erstellen oder ihre Passwörter über mehrere Geräte (etwa PC, Tablet und Smartphone) und Plattformen (Windows, Mac OS und Linux) zu synchronisieren, können User ihre verschlüsselten Daten optional in einer Cloud ihrer Wahl (iCloud, Dropbox, Google Drive oder Box) speichern.

Enpass speicherbare Daten
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Mit Enpass speichern Anwender unter anderem alle für eine Reise benötigten Daten sicher ab.

Um die Daten zu entschlüsseln, benötigen Anwender ihr Masterpasswort, welches sie sich besonders gut merken sollten: Falls sie es vergessen, gibt es bei Sinew aus Sicherheitsgründen keine Möglichkeit, es wiederherzustellen. Das bedeutet: Im schlimmsten Fall bleibt ihnen nichts Anderes übrig, als einen neuen Datenspeicher mit neuem Passwort anzulegen.

Passwortkontrolle inklusive

Im Bereich „Passwort kontrollieren“ zeigt der Enpass Password Manager an, welche Passwörter schwach oder veraltet sind und welche mehrfach verwendet werden. Wie bei einigen anderen Passwort-Managern scheint auch hier das Hauptkriterium für sichere Passwörter die Länge zu sein. So kennzeichnet Enpass Kennwörter unter neun Zeichen grundsätzlich als schwach. Positiv: Um als sicher markiert zu werden, müssen die Passwörter darüber hinaus aus verschiedenen Zeichenkombinationen bestehen. Zum Beispiel Zahlenkombinationen wie „12345678910“ oder Kombinationen aus Namen und Geburtsjahr wie „Marianne1975“ markiert Enpass trotz ausreichender Länge als sehr unsicher.

Mit dem Passwortgenerator, den Sinew rechts oben in der Desktop-App neben dem Suchfeld integriert, lassen sich sichere Passwörter mit einer Länge von bis zu 100 Zeichen erstellen. Neben der Zeichenlänge wählen User, ob das Passwort aussprechbar sein, also aus bedeutungstragenden Wörtern bestehen sollen. Welche Zeichen das Passwort enthalten soll (Groß-, Kleinbuchstaben, Sonderzeichen) ist bei Enpass leider nicht festlegbar.

Automatische Sperre

In den Einstellungen, die der Entwickler Sinew unter dem Reiter „Werkzeuge“ versteckt, legen Anwender unter anderem fest, nach welcher Zeitspanne sich der Passwort-Manager bei Inaktivität automatisch sperren soll. Hierbei wählen sie zwischen Intervallen von einer Sekunde hin zu 59 Stunden. Neben der automatischen Sperre legen User auch fest, nach welcher Zeit die Zwischenablage gelöscht werden soll (eine bis 300 Sekunden). Dies ist eine gute Sicherheitsmaßnahme für User, die ihre Kennwörter regelmäßig in die Zwischenablage kopieren. Ebenfalls in den Einstellungen legen Anwender fest, ob der Enpass Password Manager automatische Backups erstellen und wo auf ihrem Rechner es diese ablegen soll.

Enpass Einstellungen
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In den Einstellungen passen Anwender die automatische Sperre und das Löschen der Zwischenablage an.

Da die Daten der Nutzer in der Regel lokal auf ihrem PC gespeichert werden, verzichtet Enpass auf die Möglichkeit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Auch eine virtuelle Tastatur zum Schutz vor Keylogging haben wir im Test vermisst.

Kompatibilität & Performance

4,60 Pkt

Die Desktop-App von Enpass ist für die Plattformen Windows, Mac OS X und Linux verfügbar. Als mobile App ist der Passwort-Manager ebenfalls für alle gängigen Plattformen erhältlich:

  • iPhone und iPad
  • Android-Systeme
  • Windows-Systeme
  • Blackberry

Damit zählt Enpass in unserem Masswort-Manager-Test zu den Programmen, die mit besonders vielen Betriebssystemen kompatibel sind, und punktet im Bereich „Performance“. Als kleinen Nachteil könnten manche Nutzer unter Umständen die vergleichsweise große Installationsdatei (30,4 Megabyte) ansehen, deren Download etwas länger dauert. Nach der Installation benötigt Enpass in unserem Test 69,6 Megabyte Festplattenspeicher und bewegt sich damit im Vergleich mit anderer Software im Mittelfeld des Tests.

Automatisches Ausfüllen dank Browser-Erweiterungen

Zum automatischen Ausfüllen von Login- oder anderen Daten im Browser benötigen Nutzer die entsprechende Erweiterung. Diese ist für die Browser Google Chrome, Mozilla Firefox, Opera und Safari erhältlich. Erweiterungen für den Internet Explorer und Microsoft Edge fehlen hier bislang. In unserem Test haben wir den Passwort-Manager mit Google Chrome, Opera und Mozilla Firefox genutzt. In allen drei Browsern ließen sich die Erweiterungen problemlos mit wenigen Klicks aktivieren und füllten zuverlässig automatisch die passenden Login-Felder aus. Spürbare Auswirkungen auf die Geschwindigkeit unseres Rechners stellten wir weder vor, während noch nach der Installation des Enpass Password Managers fest.

Bedienung

4,10 Pkt

Der Download und die Installation der Desktop-App Enpass gestalten sich in unserem Test sehr einfach. Nutzer müssen währenddessen lediglich die Lizenzbedingungen akzeptieren, danach ihr Masterpasswort auswählen und eingeben. Das Anlegen eines Nutzerkontos bei Enpass ist nicht erforderlich, da die Daten lokal auf dem Rechner des Users verschlüsselt und abgelegt werden.

Auf den ersten Blick erinnert die schlichte, übersichtliche Benutzeroberfläche von Enpass stark an die des Passwort-Managers 1Password.

Enpass Masterpasswort wählen
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Nach der Wahl des Masterpassworts ist Enpass startbereit.

Sehr anwenderfreundlich

Im Gegensatz zu 1Password ist Enpass aber neben Englisch auch auf Deutsch und 23 weiteren Sprachen erhältlich. Gemeinsam haben die beiden Programme die Unterteilung der Einträge in diverse Kategorien, sodass sich die gespeicherten Daten gut und übersichtlich sortieren lassen. Die verschiedenen Kategorien sowie die Funktionen zur Kontrolle vorhandener Passwörter finden Anwender gut sichtbar in einer Sidebar am linken Rand. Rechts oben befinden sich ein Suchfeld sowie Symbole zum Starten des Passwort-Generators und der Synchronisierung. Damit sind die wichtigsten Funktionen leicht auffindbar, lediglich die Einstellungen versteckt Sinew etwas unter dem Reiter „Werkzeuge“, wofür Enpass im Bereich „anwenderfreundliche Bedienoberfläche“ leichte Abzüge erhält. Punkte sammelt der Passwort-Manager dagegen mit den vielen Einstellungsoptionen und den vergleichsweise umfangreichen Hilfsoptionen im Programm, zu denen etwa Links zur Online-Hilfen, zum FAQ-Bereich und zum Forum zählen. 

Probleme beim Import

Zusätzlichen Komfort bieten die Optionen Export (als .txt oder als .csv) und Import. Der Import ist laut Enpass aus diversen anderen Passwort-Managern (etwa 1Password, Dashlane und LastPass) sowie aus einer generischen .csv-Datei möglich. In unserem Test erkannte Enpass allerdings die aus 1Password exportierte .txt-Datei nicht. Die aus Dashlane exportierte .csv-Datei wurde zwar erkannt, allerdings wurden die Einträge beim Import nicht richtig zugeordnet. Hierfür erhält Enpass trotz seiner vielen Import-Optionen Abzüge.

Enpass Importoptionen
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Theoretisch bietet Enpass sehr viele Importoptionen.

Dafür überzeugt der Passwort-Manager in unserem Praxistest: Das automatische Eintragen der Login-Daten klappte bei allen abgespeicherten Webseiten ohne Probleme. Per Mausklick auf die entsprechende URL im Passwort-Manager öffnet sich die gewünschte Seite, Enpass trägt Nutzernamen und Kennwort selbstständig ein und der Anwender muss nur auf „Anmelden“ klicken.

Hilfe & Support

2,20 Pkt

Hilfesuchende ohne Englischkenntnisse werden sich mit dem Passwort-Manager Enpass schwertun: Alle Support-Optionen sind bislang ausschließlich in englischer Sprache verfügbar. Hierzu zählen jeweils ein Handbuch und eine Wissensdatenbank zu jedem Betriebssystem, für das Enpass erhältlich ist. Darüber hinaus stehen ein Blog mit Neuigkeiten und ein Forum zum Austausch untereinander bereit. Persönlicher Kontakt zu einem Mitarbeiter ist ausschließlich per E-Mail möglich. Einen Chat- oder Telefonsupport bietet Enpass aktuell nicht.

Im Rahmen unseres Tests haben wir uns per E-Mail mit einer Frage nach der Multi-Faktor-Authentifizierung an den Support gewandt. Obwohl uns Enpass im Anschluss in einer automatisch generierten E-Mail eine persönliche Antwort innerhalb von 24 Stunden versprach, haben wir erst nach knapp einer Woche eine Antwort erhalten. Diese war zwar freundlich und durchaus zufriedenstellend, aufgrund der langen Wartezeit erhält Enpass hierfür dennoch leichte Punktabzüge.

Zusammenfassung

3,75 Pkt

Optisch erinnert Enpass stark an den Passwort-Manager 1Password. Auch hinsichtlich der enthaltenen Funktionen und ihrer Bedienbarkeit ähneln sich die beiden Passwort-Manager durchaus. Im direkten Passwort-Manager-Vergleich hat Enpass allerdings die Nase vorn. Ein großer Vorteil ist, dass Enpass in 25 verschiedenen Sprachen verfügbar ist, während 1Password bislang ausschließlich in englischer Sprache gehalten ist. Zudem punktet Enpass mit einer einfachen Installation ohne aufwendige Anmeldung bei einem Nutzerkonto, diversen Einstellungsoptionen und der unbegrenzt kostenlos nutzbaren Desktop-App. Darüber hinaus eignet sich das Programm für Nutzer, die ein ungutes Gefühl dabei haben, sensible persönliche Daten auf dem Server eines Anbieters abzuspeichern: Enpass speichert die verschlüsselten Nutzerdaten immer lokal auf dem PC, es sei denn, er möchte sie etwa zur Synchronisation mit dem Smartphone in der Cloud, wie Dropbox ablegen. Lediglich im Bereich Support besteht noch Verbesserungspotential.