Comag SL30T2

Lena Groeben
Pro
  • Kurze Einschaltzeit
  • Schneller automatischer Sendersuchlauf
  • Aufnahme- und Timeshift-Funktion
Kontra
  • Keine Irdeto-Entschlüsselung
  • Aufnahme funktioniert nicht
  • Unkomfortable Bedienung per Fernbedienung
  • Wenig anwenderfreundliches Menü
Fazit Der Comag SL30T2 bringt zwar viele Funktionen mit, weist aber hinsichtlich seiner Bedienbarkeit und Funktionalität einige teilweise schwerwiegende Mängel auf und ist daher nur sehr eingeschränkt zu empfehlen.
Comag SL30T2 Zum Produkt

Comag SL30T2 Test

Funktionen

2,20 Pkt

Der Comag SL30T2 wird in der Originalverpackung, einem handlichen, dünnen Karton geliefert. Die Set-Up-Box selbst zählt mit 17 Zentimetern Länge, 13 Zentimetern Breite und 3 Zentimetern Höhe zu den kleineren Receivern im Test. Die Oberfläche ist glänzend schwarz und recht anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer. Neben der Box und dem festen Stromkabel enthält das Paket eine Fernbedienung mit zwei passenden AAA-Batterien und eine Bedienungsanleitung. Sonstiges Zubehör wie Adapter oder eine freenet-ID sind nicht enthalten. Letztere ist aber auch nicht notwendig, da das Gerät keine Irdeto-Entschlüsselung beinhaltet. Wer die privaten Sender wie unverschlüsselt empfangen möchte, muss auf einen anderen Receiver zurückgreifen.

Gerät und Lieferumfang - Comag SL30T2
Der Lieferumfang beschränkt sich auf das Nötigste.

Viele Funktionen, aber Probleme im Praxistest

Eine Möglichkeit zum Erstellen von Favoritenlisten fehlt dem Comag SL30T2. Abgesehen davon verfügt der DVB-T2- Receiver über alle wichtigen Funktionen:

  • Automatischer sowie einen manuellen Sendersuchlauf
  • Altersbeschränkung für die Sender
  • Timer für zwei Events
  • Elektronischer TV-Programmführer (EPG)
  • Multimedia-Player für die Wiedergabe von USB-Inhalten wie Bildern, Musik und Videos
  • Aufnahmefunktion
  • Timeshift-Funktion

Mit der Timer-Funktion wählt der Nutzer nicht nur einen späteren Zeitpunkt für das Aus-, sondern auch für das Einschalten. Die Altersbeschränkung für die Sender legt er für die Jahresstufen zwischen 4 und 18 fest. Darüber hinaus ist das Menü mit einer sechsstelligen PIN sperrbar. Diese Sperrfunktion findet sich allerdings nicht unter „Kindersicherung“, sondern unter dem Menüpunkt „Passwort einrichten“.

Um die Timeshift- und die Aufnahmefunktion nutzen zu können, ist der Anschluss eines USB-Mediums notwendig – andernfalls erscheint beim Start der Funktionen auf dem Bildschirm die Information „no disc detected“. Mit eingestecktem USB-Stick klappte dann auch nach einer vergleichsweise langen Ladezeit das zeitversetzte Fernsehen. Beim Versuch, separat eine Aufnahme des TV-Programms zu starten, erschien jedoch lediglich die Anzeige „Aufnahmestart – Bitte Warten“. Auch nach mehreren Minuten des Wartens erfolgte keine Aufnahme. Offenbar stürzte das Gerät beim Start der Funktion ab, sodass uns nur noch die Möglichkeit blieb, es vom Strom zu nehmen. Auch zwei weitere Versuche waren erfolglos.

Immerhin funktionierte die Wiedergabe unserer jpg-Bilder und der mp4-Videos vom USB-Stick. Aufnahmen von anderen DVB-T2-Receivern (TS-Dateien) spielt der Comag SL30T2 allerdings nicht ab.

Inbetriebnahme & Bedienung

3,30 Pkt

Zur Inbetriebnahme schließt der Nutzer den Comag SL30T2 mittels des fest montierten Stromkabels an das Stromnetz, verbindet die Box mit einem separat zu erwerbenden HDMI-Kabel mit dem Fernseher und steckt die DVB-T-Antenne in den Antenneneingang auf der Receiver-Rückseite. Hier fiel uns auf, dass die Antenne deutlich schwerer einsteckzustecken und auch zu entfernen war als bei allen anderen Geräten im Test. Sind Receiver und Fernseher dann eingeschaltet, startet die Erstinstallation. Diese fällt vergleichsweise kurz aus. Der User wählt lediglich die gewünschte Menüsprache sowie sein Land aus und startet dann den automatischen Sendersuchlauf. Die Anzeige des Displays leuchtet in hellem grün und ist bei Spiegelungen durch gegenüberliegende Lichtquellen nur schwer lesbar.

Wenig anwenderfreundlich

Das Menü wirkt aufgrund seines schwarzen Hintergrunds mit gelber und weißer Schrift recht düster. Es gliedert sich in sieben Punkte, die am oberen Bildschirmrand fest angeordnet sind:

  • Programm
  • Bild
  • Kanalsuche
  • Zeit
  • Option
  • System
  • USB
Comag Menü
Im Vergleich zu anderen Produkten im Test fällt das Menü eher wenig nutzerfreundlich aus.

Die Symbole, welche die Menüpunkte kennzeichnen, sind allerdings nicht alle selbsterklärend. Zudem sind einige Begriffe im Menü nicht aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Beispielsweise steht unter „Option“ der Punkt „OSD Language“ und direkt darunter „Untertitel Sprache“. Andere Receiver wie etwa der Sky Vision 150 T-HD und der Strong SRT 8540 verfügen über deutlich nutzerfreundlichere Menüs.

Wenig anwenderfreundlich empfinden wir auch die Fernbedienung. Mit 13,5 Zentimetern Länge, 4,5 Zentimetern Breite und 2 Zentimetern Höhe ist sie die kleinste im Test. Sie ist mit recht kleinen, eng aneinander liegenden Knöpfen überladen. Bei etwas breiteren Fingern ist ihre Nutzung recht unkomfortabel. Darüber hinaus mussten wir im Test die Tasten fest drücken und die Fernbedienung genau von Vorne auf den Receiver richten, damit dieser reagiert. Alternativ kann der Nutzer über die Bedienelemente am Receiver in den Standby-Modus schalten und den Sender wechseln. In diesem Zusammenhang fiel uns im Test auf, dass das Umschalten am Gerät deutlich schneller vonstattengeht als per Fernbedienung.

Fernbedienung - Comag SL30T2
Die Fernbedienung ist die Kleinste in unserem Test.

Positiv hervorzuheben ist dagegen die kurze Einschaltzeit von nur sieben Sekunden. Zum Vergleich: Der Strong SRT 8540 benötigt zum Hochfahren aus dem Standby-Modus ganze 53 Sekunden. Der Stromverbrauch im Standby-Modus liegt laut Herstellerangaben unter einem Watt. Den Stromverbrauch bei Betrieb gibt der Hersteller leider nicht an.

Bild, Ton & Signal

3,60 Pkt

Beim automatischen Sendersuchlauf fand der Comag SL30T2 im Test 46 Sender, darunter auch einige verschlüsselte Privatsender. Signalstärke und Qualität betrugen dabei jeweils 100 Prozent. Mit 1:16 Minuten fällt die Dauer des automatischen Sendersuchlaufs sehr kurz aus. Damit schaffte der Comag SL30T2 den schnellsten automatischen Sendersuchlauf im Test. Im Vergleich dazu benötigt der Strong SRT 8540 dafür ganze 5:17 Minuten.

Nach dem Sendersuchlauf stellten wir fest, dass die Senderliste, die über das Menü erreichbar ist, etwas hakt. So wurden uns auf den ersten sieben Plätzen RTL angezeigt, obwohl sich dort andere Sender befinden sollten. Ansonsten waren die freien Kanäle weitgehend störungsfrei empfangbar. Lediglich stellenweise wurde das Bild von leichten Schlieren gestört. Bild und Ton waren dagegen stets synchron.

Comag Manuelle Suche
Sowohl Signalstärke als auch -qualität betrugen im Test 100 Prozent.

Anschlüsse

3,10 Pkt

Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, über welche Anschlüsse der Comag SL30T2 verfügt und wo sich diese befinden.

AnschlussPositionNutzung
RF INGeräterückseiteAnschluss an DVB-T-Antenne
LAN (Ethernet)GeräterückseiteInternetverbindung
HDMIGeräterückseiteAnschluss an den Fernseher
SCARTGeräterückseiteAnschluss an den Fernseher (alte Variante)
COAXIALGeräterückseiteAnschluss an ein Home-Entertainment-System
USBGerätevorderseiteAnschluss eines USB-Speichermediums zum Abspielen gespeicherter Dateien sowie zur Nutzung der Aufnahme- und Timeshift-Funktion
Überblick über die Anschlüsse des Comag SL30T2.

Wie bei den anderen kleineren Geräten, dem Philips DTR3202 und dem Sky Vision 150 T-HD, befindet sich auch beim Comag SL30T2 der USB-Anschluss auf der Vorderseite des Geräts, während die übrigen Anschlüsse auf der Rückseite aneinandergereiht sind. Der USB-Anschluss wird nicht durch eine Gummikappe geschützt.

Zusammenfassung

3,05 Pkt

Der Comag SL30T2 hebt sich in unserem Test mehr durch Schwächen als durch Stärken hervor, indem er einige Mängel in der Funktionalität und der Nutzerfreundlichkeit aufweist. So stürzte das Gerät beim Versuch einer Aufnahme mehrfach ab. Wenig nutzerfreundlich sind das düstere Menü und die sehr kleine, mit Tasten überladene Fernbedienung, die Nutzer genau auf den Receiver halten müssen.
Positiv hervorzuheben sind dagegen die kurze Einschaltzeit und der schnelle automatische Sendersuchlauf. Aufgrund der überwiegenden Mängel können wir dem Receiver dennoch nur eine sehr eingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. Hier gibt es deutlich bessere und nutzerfreundlichere Geräte.