BullGuard Internet Security

Andreas Kiener
Pro
  • Hohe Malware-Erkennungsraten
  • Benutzerfreundliche Oberfläche
  • Online-Backup inkludiert
Kontra
  • Kein Telefon-Support
  • Passwort-Manager fehlt
Fazit BullGuard Internet Security ist eine gute Komplettlösung mit einer Vielzahl von Features. Das Programm erkennt Malware zuverlässig und überzeugt durch eine benutzerfreundliche Bedienungsoberfläche.
BullGuard Internet Security Zum Anbieter

BullGuard Internet Security Test

Ausstattung

3,75 Pkt

Die Internet-Security-Software von BullGuard arbeitet zuverlässig und sicher. Sie erkennt potentielle Gefahren frühzeitig und stoppt Schädlinge, bevor sie größere Schäden auf dem Computer verursachen können. Ausgestattet ist die Internet-Security-Suite mit folgenden Sicherheitsfunktionen:

  • Antivirus-Programm
  • Kindersicherung
  • Firewall
  • Schwachstellen-Scan
  • PC-Optimierung (PC TuneUp)
  • Backup
  • Game Booster

Behutsame Aktualisierungen in Version 2018

Die im Herbst 2017 erschienene Version 2018 bringt einige neue Funktionen mit sich. Die Entwickler haben aber auch zwei Funktionen entfernt. Der Spamfilter wurde als Ballast entfernt. Diese Verschlankung ist durchaus sinnvoll, weil so gut wie alle E-Mail-Provider heute sehr gut darin sind, Spam schon am Server zu erkennen. Ein zusätzlicher Spamfilter auf dem Rechner des Anwenders ist daher unnötig. Selbstverständlich werden aber die E-Mails weiterhin vom Viren- und Malware-Schutz der Internet Security Suite überprüft.

Auch der Social-Media-Schutz ist mit dieser Version von Bullguard Geschichte. Facebook hat seine API (Schnittstelle für externe Anwendungen) soweit eingeschränkt, dass Bullguard die meisten Funktionen dieses Moduls entfernen musste. Da es nun weitgehend sinnlos geworden ist, wurde der Entschluss getroffen, es ganz wegzulassen.

Neu hinzugekommen sind hingegen folgende Features:

  • Verhaltensanalyse-Engine für Programme: Mit dieser Erweiterung des Virenscanners erkennt Bullguard verdächtiges Verhalten von Programmen automatisch. Der Viren- und Malware-Schutz arbeitet damit noch effizienter.
  • Game Booster: Dieses Modul sorgt für ein flüssiges Spielerlebnis, indem es Störungen durch andere Programme unterbindet.

Darüber hinaus wurden an vielen Stellen im Program kleinere Verbesserungen umgesetzt. Die Firewall beinhaltet jetzt ein Intrusion Dedection System, also eine Funktion, die schädliche Netzwerkaktivitäten erkennt. Um den geänderten Funktionsumfang gerecht zu werden, wurden die Kacheln am Startbildschirm neu arrangiert. Wie immer haben die Entwickler mit der neuen Version zahlreiche Bugs, also kleine Fehler, die in jeder Software vorkommen, behoben.

Rundumschutz des Computers

Das integrierte BullGuard Antivirus kombiniert Verhaltenserkennung mit signaturbasierter Erkennung und sorgt somit für einen mehrschichtigen Schutz des Computers vor Viren.

Eine wichtige Aufgabe ist auch der Schutz der Privatsphäre. So warnt BullGuard Internet Security, wenn persönliche Informationen wie Adresse, Telefonnummer oder Bankdaten im Internet veröffentlicht werden. Dazu muss der Nutzer diese Daten allerdings zuerst dem Programm mitteilen. Neu ist außerdem BullGuards PC Tune Up zur Performance-Optimierung.

Darüber hinaus haben Inhaber eines Dropbox-Kontos die Möglichkeit, ganz einfach direkt von BullGuard Internet Security ein Backup auf ihr Dropbox-Konto auszuführen. Das Cloud-Backup funktioniert alternativ auch mit Google Drive und Microsoft OneDrive. Natürlich ist ein lokales Backup auf einem externen Laufwerk ebenso möglich. Auch ein Filter für Spam-Mails darf nicht fehlen. Dieser funktioniert zusammen mit den E-Mail-Programmen Mozilla Thunderbird, Windows Live Mail sowie Microsoft Outlook.

Nicht nur Webseiten sperren, sondern auch Programme

Zudem wurde in der neuen Version die Kindersicherung verbessert. So können Eltern den Ausflug ihrer Sprösslinge ins Internet einschränken, indem sie den Zugang zu bestimmten Webseiten und Applikationen sperren, oder die Benutzungszeit begrenzen. Damit Kinder nicht selbständig Änderungen dieser Einstellungen festnehmen, gibt es ein Passwort.

Eltern können sowohl einzelne Webseiten sperren beziehungsweise zulassen als auch, wie es bei Kinderschutz-Funktionen üblich ist, bestimmte Inhaltskategorien wie „Pornographie/sexuell explizit“, „Gewalt“ oder „Soziale Netzwerke“ sperren. BullGuard Internet Security stellt vordefinierte Sets von Inhaltskategorien für verschiedene Altersstufen zur Verfügung.

Dieses sind allerdings nicht besonders fein abgestuft, nur drei Alterseinstellungen sind möglich: „Alter 3-7 (Kind)“, „Alter 8-12 (Pre-Teen)“ sowie „Alter 13-17 (Jugendlicher)“ Eltern können jedoch mit wenigen Klicks selber Änderungen vornehmen, so dass die Altersstufen, die BullGuard Internet Security anbietet, eher als Vorschlag und Hilfestellung zu verstehen sind. Daher schadet die grobe Abstufung nicht, sondern hilft sogar, die Übersichtlichkeit zu gewahren.

Sperren bestimmter Arten von Inhalten gehört zur Grundausstattung jedes Kinderschutz-Filters.
Sperren bestimmter Arten von Inhalten gehört zur Grundausstattung jedes Kinderschutz-Filters.

Des Weiteren ist es Eltern möglich, in einem Wochenplan im Stundentakt festzulegen, wann das Internet oder der gesamte Computer für ihr Kind gesperrt ist. Dabei müssen sie sich zwischen der Computer- und der Internetsperre entscheiden, eine parallele Verwendung beider Sperren ist nicht möglich. Zudem können sie für jeden Wochentag eine Zeitbegrenzung zwischen einer und vier Stunden festlegen. Die Sperren funktionieren nur im Stundentakt. Hier wäre vielleicht eine feinere Skala sinnvoll, zumindest eine halbstündliche.

Soweit funktioniert der Kinderschutz sehr ähnlich wie die meisten anderen Kinderschutz-Features in Internet-Security-Suites. Mit zwei weiteren Extras gelingt es BullGuard jedoch, sich von der Masse abzuheben.

Das eine ist die Anwendungssperre. Hier können Eltern analog zu Webseiten auch Anwendungen sperren. Chat-Applikationen wie Skype oder ICQ sind schon voreingestellt, aber auch andere Programme auf dem Computer sind blockierbar. Dazu wählt der Anwender einfach die entsprechende Datei im entsprechenden Dialogfeld der Internet-Security aus. Das ist an sich nicht schwierig, könnte aber für einen unbedarften Anwender, der mit der Verzeichnisstruktur der Festplatte nicht vertraut ist, ein Problem darstellen.

Zu guter Letzt hat der Kinderschutz noch eine Funktion, mit der die Eltern persönliche Daten wie beispielsweise Kreditkartennummern aber auch Namen und Adressen festlegen können, die daraufhin für die Weitergabe gesperrt sind. So etwas lässt sich zwar einfach umgehen, wenn jemand den festen Willen dazu hat, allerdings verhindert sie zuverlässig die unabsichtliche Weitergabe von Daten.

Einfache Regelverwaltung für die Firewall

Bei der Firewall von BullGuard Internet Security gibt es nicht viel zu sehen. Die Konfiguration beschränkt sich auf zwei Häkchen (drei in der erweiterten Konfiguration), die der Anwender setzen kann oder nicht. Standardmäßig erstellt die Firewall für bekannte Programme automatisch Regeln. Im Regeleditor kann der Anwender allerdings auswählen, ob er die Internetverbindung zulassen will. Für erweiterte Regeln wird der Anwender zur Konfigurationsmaske der Windows-Firewall weitergeleitet.

Damit wäre die Firewall von BullGuard auch schon erschöpfend beschrieben. So viel Einfachheit ist natürlich ein großes Usability-Plus. Die meisten Anwender finden hier alles, was sie sich von einer Firewall wünschen und werden nicht von Einstellungen verwirrt, die ohne erweiterte IT-Kenntnisse nicht zu verstehen sind. Allerdings wird so auch nicht ganz klar, was die Vorteile der Firewall von BullGuard Internet Security im Vergleich zur Windows-Firewall sind.

Sicherheit

4,33 Pkt

Unabhängige Testlabore bestätigen eine hohe Malware-Erfassungsquote der Software. AV-Comparatives stuft das Programm im Malware Protection Test als Advanced + ein, das ist die höchste Bewertung. Virus Bulletin zertifiziert die Software mit VB 100. Auch AV Test bewertet BullGuard positiv: Mit einer Wirkung von 99,7 Prozent gegen das Referenz-Set des Testlabors und einer mehr als 97-prozentigen Quote beim Einsatz unter Alltagsbedingungen konnte der Virenschutz überzeugen.

TestlaborErgebnis
AV-Comparatives Malware Protection Test***
AV Test Schutzwirkung5 von 6 Punkten
VB-100 Resultat (Test auf Windows 10 Pro)85,02 von 100 Punkten
Die Testergebnisse von BullGuard im Überblick.

Der Schutz vor Malware mag zwar die wichtigste Aufgabe einer Internet-Security-Suite sein, allerdings sollte zur Bewertung der Sicherheit das gesamte Security-Paket betrachtet werden. Hier bietet natürlich auch die Firewall einen zusätzlichen Schutz. Auch die Sicherheitsbewertung der Ergebnisse von Suchmaschinen und der Spamfilter erhöhen die Sicherheit, indem sie beispielsweise vor Phishing schützen.

Die Sicherheit des Computers ist ein wenig wie die Redewendung von der Kette, die nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied. Egal, wie geschützt der Rechner ist: Ein geschickter Hacker muss nur eine einzige Sicherheitslücke finden, um in das PC-System einzudringen. Hier bietet der Schwachstellen-Scan zusätzliche Sicherheit. So findet BullGuard Internet Security potentielle Angriffsflächen und beseitigt diese.

Mit dem Backup-Tool beweist BullGuard einen umsichtigen Rundumblick auf das Thema Computersicherheit. Solche Tools sind in Internet-Security-Suites keineswegs selbstverständlich. Allerdings gibt es kaum eine bessere Methode, um sich gegen Datenverlust abzusichern. Umso erfreulicher ist es, dass das Backup-Tool von BullGuard Internet Security sogar mit den gängigsten Anbietern von Cloud-Speicherplatz – Dropbox, Google Drive und Microsoft OneDrive – kompatibel ist.

Ein Passwort-Manager würde das Internet-Security-Paket noch vollständig machen, allerdings bietet es auch ohne einen solchen mehr als genug Features, um die Sicherheit im Netz deutlich zu erhöhen.

Als einziges Programm im Internet-Security-Test hat BullGuard tatsächlich eine Bedrohung auf der Festplatte des Testcomputers gefunden, einen Trojaner.
Als einziges Programm im Internet-Security-Test hat BullGuard tatsächlich eine Bedrohung auf der Festplatte des Testcomputers gefunden, einen Trojaner.

Performance

4,36 Pkt

BullGuard Internet Security hat grundsätzlich einen geringen Einfluss auf die Leistung des PCs, die Software verlangsamt den Rechner kaum, weder beim Besuch von Webseiten noch bei der Installation und Ausführung von Programmen. Wir konnten im Test nur minimale Verzögerungen um etwa eine Sekunde beim Systemstart feststellen.

Sparsamer Umgang mit Systemressourcen

BullGuard Internet Security ist, was den Platzbedarf auf der Festplatte betrifft, eines der sparsamsten Programme im Test. Nur 116 Megabyte belegt es. Viele andere Internet-Security-Suiten brauchen ein halbes Gigabyte oder mehr. Der Arbeitsspeicherbedarf ist mit weniger als 200 Megabyte bescheiden, selbst bei laufendem Scan stieg der Wert im Test nur minimal an. Auch die Scan-Geschwindigkeit kann sich sehen lassen. Den Test-PC mit rund 100 Gigabyte gespeicherten Daten scannte BullGuard Internet Security in rund acht Minuten durch, den Schnellscan erledigte die Software in weniger als 40 Sekunden.

Zusätzlich optimiert das seit der aktuellen Version enthaltene PC Tune Up-Tool die Leistung des Computers. Es entfernt überflüssige Dateien und bereinigt den Speicher. Was regelmäßig gelöscht wird oder ob das Programm überhaupt in Aktion tritt, entscheidet der User selbst.

Auch Gamer haben leichtes Spiel. BullGuard Internet Security beinhaltet zwar keinen integrierten Spielmodus, sorgt aber dennoch für reibungsloses Gaming ohne Ruckeln und Verzögerungen. Spiele können problemlos ausgeführt werden und der Computer bleibt weiterhin auf höchstem Niveau geschützt.

Bedienung

4,11 Pkt

Das Design der Benutzeroberfläche ist mit grauem Hintergrund und Kacheloptik schlicht, aber übersichtlich gehalten. Der Look ist nicht sonderlich modern. Dieser Eindruck entsteht durch Farbverläufe, kleine Schriften und 3D-Effekte bei Buttons und Schriften, die allerdings zurückhaltend eingesetzt werden.

Ähnlich benutzerfreundlich wie die Bedienung ist auch die Installation der Internet-Security. Vor der Inbetriebnahme der Software untersucht BullGuard Internet Security den Rechner auf Viren und andere Schadsoftware. Anschließend passt sich BullGuard den Spezifikationen des PCs an und dann kann es kann losgehen. Mit wenigen Klicks ist BullGuard Internet Security also installiert und der Computer vor Viren aus dem Internet geschützt.

Die Oberfläche der Internet-Security ist ausgesprochen klar strukturiert. Im Startmenü hat der Nutzer alle Module im Blick: Antivirus, Firewall, Backup, Schwachstellen, Spamfilter, PC TuneUp und Kindersicherung. Das Verwalten der Internet-Security ist denkbar einfach und intuitiv.

Mit einem Klick auf eines der quadratisch angeordneten Modulfenster wird die gewünschte Aktion automatisch ausgeführt. Zudem hat jedes Modul eine Schaltfläche, mit der der Anwender erweiterte Funktionen aufrufen kann. Am oberen, rechten Rand der Internet-Security befindet sich ein Button zum Öffnen des Nachrichtenfensters. Hier werden alle aktuellen Meldungen dargestellt, übersichtlich nach Modul geordnet. Detaillierte Einstellungen nehmen User über die "Einstellungen"-Funktion vor. Dort wählen sie zwischen einfachen und erweiterten Optionen. Der benutzerfreundliche Aufbau ist BullGuard mit dem Design jedenfalls gelungen.

Die Kacheloberfläche sorgt für eine gute Übersicht.
Die Kacheloberfläche sorgt für eine gute Übersicht.

Dokumentation und Support

3,10 Pkt

Ein gut funktionierendes Supportangebot ist für eine Sicherheitssoftware fast so wichtig wie eine hohe Malware-Erkennungsrate. Diesem Anspruch wird BullGuard gerecht, da das Support-Team kostenlos rund um die Uhr erreichbar ist. Allerdings mit einer kleinen Einschränkung: Während der englischsprachige Support-Chat immer geöffnet hat, ist der deutschsprachige nur von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr besetzt.

Die gut strukturierten FAQ lassen sich nach Kategorie und Art des Problems filtern. Zusätzlich können Nutzer auf der Seite nach Schlüsselwörtern suchen.

E-Mails werden vom Support-Team innerhalb von 24 Stunden beantwortet. Neben den FAQ, dem Chat- und E-Mail-Support gibt es auch kostenpflichtige Premium-Services, bei denen ein Techniker per Fernwartung beispielsweise die Installation der Internet-Security oder die Entfernung sämtlicher Viren übernimmt. Abgerundet wird das Support-Angebot von einem Antivirus-Forum. Das Fehlen eines Telefon-Services stellt aufgrund des gut strukturierten Support-Angebots kein größeres Problem dar.

Was allerdings auch fehlt, ist eine Hilfe-Datei, die der Anwender direkt aus der Internet-Security abrufen kann. Stattdessen gibt es einen Link zur Support-Seite. Diese zeigt dem Anwender nicht nur Kontaktmöglichkeiten für den Support, sondern auch eine Liste mit häufig gestellten Fragen. Ein würdiger Ersatz für die oft wenig hilfreiche Hilfe-Datei.

Zusammenfassung

3,93 Pkt

BullGuard Internet Security zählt zu den Top-Sicherheitspakten für Privatanwender. Neben sehr guten Ergebnissen bei der Abwehr von Malware-Angriffen kann der Rundum-Schutz vor allem über eine Vielzahl von Zusatzfeatures punkten. Besonders empfehlenswert ist die Software für Anwender, die auf eine Cloud-Backup-Funktion wertlegen und Elten, die sich um die Sicherheit ihrer Kinder sorgen. Auf einen Passwort-Manager kann dank kostenloser Alternativen auch verzichtet werden.

Beim Support-Angebot müssen Kunden auf telefonische Beratung verzichten, ansonsten ist BullGuard jedoch mit E-Mail und einem Live-Chat gut aufgestellt. Alles in allem ist BullGuard ein gelungenes Produkt, das für den nötigen Schutz vor Bedrohungen aus dem Internet sorgt. Zudem wartet BullGuard mit einem Preis auf, der andere Internet-Security-Suites in den Schatten stellt.