Videoformate

Videoformate

MP4, MKV oder MOV? – Videodateiformate im Überblick

Die Frage nach dem richtigen Videoformat ist vor allem für Nutzer wichtig, die mit Videobearbeitungssoftware eigene Filme erstellen. Am Ende der Bearbeitung wandelt die Anwendung das fertige Projekt in eine Videodatei um. Dabei legt der User ein Videodateiformat fest. Dieses sollte mit dem Abspielgerät kompatibel oder optimal für den Upload in ein Videoportal sein.

Unerfahrene Nutzer sehen sich in dieser Situation einer Legion von Dateitypen gegenüber. Welches ist nun das passende?

Damit sich Einsteiger in diesem Dschungel an Dateiendungen besser zurechtfinden, geben wir in diesem Ratgeber ein paar Orientierungshinweise. Wir erklären den Unterschied zwischen Videodateiformat und Videocodec und stellen die gängigsten Videoformate kurz vor.

Der Begriff „Videoformat“ bezieht sich im eigentlichen Sinne auf verschiedene Eigenschaften eines Filmes wie zum Beispiel Bildwiederholungsrate, Farbtiefe und Seitenformat. Im Zusammenhang mit digitaler Videobearbeitung sind mit dem Begriff jedoch Datenformate bzw. Videodateiformate gemeint. Der Einfachheit halber wird dieser Begriff im Sprachgebrauch zu „Videoformate“ verkürzt.

Container und Codecs: Die Videodaten richtig verpacken

Bei Videodateien handelt es sich in der Regel um Containerformate. Das bedeutet, die Datei funktioniert als eine Art Karton für die verschiedenen Bild-, Text- und Audioinhalte, die den Film ausmachen. So kann die Datei neben dem Film beispielsweise mehrere Sprachversionen (Audio) sowie eine Auswahl an Untertiteln (Text) beinhalten. Metadaten (Datum, Aufnahmejahr, Regisseur oder Ähnliches) sowie Menü-Strukturen werden ebenfalls in diesem Container gespeichert. Das Containerformat sorgt dafür, dass diese verschiedenen Daten einwandfrei aufeinander abgestimmt abgespielt werden. Bild, Ton und Text ergeben dann ein harmonisches Ganzes, sprich den Film.

Video Container
Vergrößern
Die Containerdatei beinhaltet die Video-, Audio- und Textinformationen des Filmes.

Bild- und Audiodateien für Filme können sehr groß sein. Sie lassen sich jedoch komprimieren beziehungsweise kodieren, so dass sie optimal in dem Datei-Container gespeichert werden können. Diese Komprimierung übernehmen sogenannte Codecs.

Was sind Videocodecs?

Videocodecs bestehen aus einem Algorithmen-Paar, welches die Kodierung bzw. die Komprimierung und auch das Dekodieren der Videodateien ermöglicht. Aus den englischen Bezeichnungen dieser Funktionen (Kodierer = engl. „coder“, Dekodierer = engl. „decoder“) setzt sich auch das Wort „Codec“ zusammen. Die Codecs enthalten Informationen darüber, wie die Dateien komprimiert wurden und wie sie wieder lesbar gemacht werden.

Bei der Datenkompression unterscheidet man zwei Verfahren:

  • Die verlustfreie Kompression, die die Datenmenge so verdichtet, dass keine Informationen verloren gehen.
  • Die verlustbehaftete Kompression, bei der die Datenmenge reduziert wird, indem bestimmte Bild- und Toninformationen gelöscht werden, die der Mensch ohnehin nicht wahrnimmt.

Im Consumerbereich, also bei DVDs und auf Videoplattformen, kommen ausschließlich verlustbehaftete Verfahren zum Einsatz. Sie reduzieren die hohen Datenmengen, so dass die Videodatei auf ein Speichermedium passt oder zum Download bzw. zum Streaming geeignet ist.

Da PCs immer mehr Rechnerleistung mitbringen, können moderne Codecs trotz starker Komprimierung eine hohe Videoqualität gewährleisten. Damit gelingt ihnen der Spagat zwischen wenig Speicherplatz einerseits und bester Filmqualität andererseits.

Welche Videocodecs gibt es?

Dass es so viele Videodateiformate und -codecs gibt, ist unter anderem dem Konkurrenzkampf der Hard- und Softwareanbieter geschuldet. Jeder wollte sich mit einem eigenen Format auf dem Markt durchsetzen.

Bekannte Videocodecs sind zum Beispiel die Standards der MPEG (Moving Picture Expert Group): MPEG-1, MPEG-2 (alternativ H.262) und MPEG-4. MPEG-1 wurde bereits Anfang der 1990er Jahre vorgestellt und liefert daher für heutige Verhältnisse nur eine mittelmäßige Videoqualität ab, etwa vergleichbar mit einer Video-CD. Der Nachfolger MPEG-2 komprimiert hingegen in DVD-Qualität. Daher ist dieser Codec meist bei DVD-Filmen zu finden. Aber auch beim digitalen Fernsehen (DVB-T, DVB-S, DVB-C) kommt MPEG-2 oft zum Einsatz.

Für Geräte mit geringer Datenübertragung oder wenig Rechenleistung (unter anderem Mobilgeräte) entwickelte die MPEG den Standard MPEG-4.

Was ist mit MPEG-3?

Der MPEG-3-Standard sollte der Videostandard für hochauflösendes Fernsehen (HDTV) werden. Als die Entwickler herausfanden, dass diese Qualität einfach durch eine Erweiterung des MPEG-2-Standards möglich war, ist MPEG-3 nie erschienen. Stattdessen integrierte man den Standard nachträglich in MPEG-2.

Darauf baut wiederum der Videokompressionsstandard H.264 auf, den die International Telecommunication Union (ITU) herausgab. Der H-Standard ist auf viele Anwendungsbereiche zugeschnitten. Er gehört zu den gängigen Videokompressionsverfahren, die bei HDTV, QuickTime oder bei Videokonferenztechnik zum Einsatz kommen.

Recht verbreitet ist der Videocodec DivX. Er basiert auf H.264 und ist bekannt für hohe Kompressionsraten und beste Filmqualität. Aufgrund seiner Bekanntheit im Heimbereich unterstützen ihn inzwischen die meisten DVD-Player.

Auch der Internetriese Google entwickelte eigene Videocodecs. Dazu gehört beispielsweise das Format VP9. Es konkurriert mit dem H.265-(HEVC)-Standard der ITU und wurde zunächst auf YouTube eingesetzt.

Die meisten Codecs stehen nicht für sich allein. Sie sind in einem bestimmten Videocontainerformat enthalten. Das Videodateiformat für MPEG-4 ist beispielsweise MP4. Der Codec VP9 ist im Videoformat WebM enthalten.

Die beliebtesten Videodateiformate stellen wir hier kurz vor.

Die beliebtesten Videodateiformate

Die verschiedenen Videoformate haben ihre Besonderheiten sowie Vor- und Nachteile. Ein Format, das die Videodatei in bester Qualität komprimiert und viel Speicherplatz braucht, ist für den Upload in ein Videoportal meist ungeeignet.

MP4

MP4

Besonderheiten: MP4 ist ein modernes Containerformat der MPEG, das für MPEG-Dateien vorgesehen ist. Es basiert auf Apple‘s Quicktime und komprimiert Audio-, Video- und Textdateien ohne erkennbaren Qualitätsverlust. Leider ist es nicht Live-Streaming-tauglich. MP4 mit dem Codec H.264 ist der aktuelle Standard für HD-Videos.

Endungen: *.mp4, *.m4v, *.f4v

  • Videokomprimierung ohne erkennbaren Qualitätsverlust
  • Web-Standard
  • Vielseitig einsetzbar
  • Ungeeignet für Streaming

 

 

MOV

MOV

Besonderheiten: Das Apple-Containerformat gehört zur gleichnamigen Media-Software Quicktime. Es ist mit MP4 vergleichbar und findet in professionellen und semiprofessionellen Bereichen Verwendung.

Endungen: *.mov, *.qt

  • Videokompression ohne erkennbaren Qualitätsverlust
  • Kann mit Windows kompatibel gemacht werden
  • Nicht auf jedem Gerät abspielbar

 

 

WMV

WMV (Windows Media Video)

Besonderheiten: Dieses Containerformat gehört Microsoft und wird daher von allen Windows-Versionen unterstützt. Der Codec ASF (Advanced System Format) gehört zu diesem Videoformat. Daher findet man das Format auch gelegentlich mit der Dateiendung *.asf. WMV zeichnet sich durch hohe Kompression mit guter Qualität aus, weshalb auch kleine Dateien gute Auflösungen haben. Auch für Streaming ist das Format geeignet.

Endungen: *.wmv, *.wma, *.asf

  • Hohe Kompression
  • Gute Qualität
  • Streaming-geeignet
  • Trotz Windows-Kompatibilität relativ wenig verbreitet

 

 

MKV

MKV (Matroska)

Besonderheiten: Dieses Containerformat unterstützt Video- und Audiocodecs. Es gilt als moderne Alternative zu Formaten wie AVI, MOV und MP4. Der Name ist von den russischen Matrjoschka-Puppen abgeleitet.

Endungen: *.mkv, *.mk

  • Hohe Qualität
  • Relativ kleine Dateigröße
  • Geeignet für Online-Streaming
  • Hohe Kompatibilität
  • Kein Standardformat
  • Nicht alle Media-Player unterstützen das Format

 

 

FLV

FLV (Flash Videos)

Besonderheiten: FLV ist ein von Adobe Systems entwickeltes Containerformat, das vor allem für Internetübertragungen von Videoinhalten genutzt wird. Zum Abspielen ist der Adobe Flash Player erforderlich oder ein Webbrowser mit entsprechendem Plugin beziehungsweise ein Videoplayer, der das FLV-Format unterstützt.

Endungen: *.flv, *.f4v, *.swf

  • Ideal für Übertragung von Videocontent im Internet
  • Streaming-geeignet
  • Benötigt viel Speicherplatz
  • Schlechter Ruf aufgrund der Sicherheitslücken im Adobe Flash Player

 

 

AVI

AVI (Audio Video Interleave)

Besonderheiten: AVI ist ein Containerformat aus dem Hause Microsoft. Der Standard gilt als veraltet, ist aber immer noch weit verbreitet. Viele Geräte und Player erkennen dieses Format. Typisch für AVI ist die Verschachtelung (engl. ‚interleaving‘) von Ton- und Bilddaten. Leider unterstützt das Format keine DVD-typischen Menüs und Kapitel. Untertitel lassen sich zudem nicht ein- oder ausblenden.

Endungen: *.avi

  • Weit verbreitet
  • Wird von vielen Mediaplayern und Geräten unterstützt
  • Braucht relativ viel Speicherplatz
  • Unzureichende Unterstützung von Untertiteln

 

 

WebM

WebM

Besonderheiten: Dieses Google-Containerformat wurde speziell für den neuen HTML5-Standard, also für das Web, entwickelt. Es basiert auf Matroska und löst allmählich die Flash-Videos ab. Auch Mozilla und Opera unterstützen dieses Videoformat.

Endungen: *.webm

  • Funktioniert unter HTML5 auch ohne Plugin
  • Standard für YouTube
  • Wird von vielen Webportalen unterstützt
  • Weboptimiert
  • Wird nur von wenigen Abspielgeräten unterstützt

Welches Videoformat soll ich nehmen?

Nach der Videobearbeitung wird der User vom Programm aufgefordert, ein Videodateiformat auszuwählen. Welches Format das optimale ist, hängt unter anderem davon ab, auf welchem Gerät oder auf welcher Plattform der Videoclip laufen soll.

MP4 – Ein guter Allrounder

Mit dem MP4-Format liegt man eigentlich immer richtig. Alle gängigen Browser und Betriebssysteme unterstützen es. Außerdem vereint es HD-Bildqualität mit geringer Dateigröße. Damit kann der Nutzer das Video auf der Festplatte oder in der Cloud speichern, mit anderen teilen, auf den gängigen Mobilgeräten abspielen oder auf eine Videoplattform hochladen.

MP4 ist optimal für Videos für das Smartphone.

Videoformate für mobile Geräte & Web

Videos, die für ein mobiles Gerät gedacht sind, sollten nur wenig Speicherplatz in Anspruch nehmen. Hier bietet sich das Format MP4 an, das sowohl von iOS als auch von Android unterstützt wird. Für Apple-Geräte ist auch das MOV-Format möglich.

Bei der Frage, welches Videoformat am besten für ein Video auf einer Webseite geeignet ist, muss der User danach gehen, welche Formate die Browser unterstützen. Auch hier ist MP4 aufgrund seiner hohen Kompatibilität die beste Wahl. Das Google-Videoformat WebM läuft zumindest auf Microsoft- und Android-Geräten einwandfrei.

Videoformate für DVD und HD-TV

Wer sein Video auf DVD brennen möchte, legt mehr Wert auf beste Bild- und Soundqualität. Der Film darf dann gern mehr Speicherplatz beanspruchen (DVDs bieten, je nach Typ, zwischen 4 bis 8 GB Kapazität). Für DVDs ist nach wie vor der MPEG-2-Codec eine gute Empfehlung, da das Video bei dieser Komprimierung in bester Qualität erhalten bleibt. Für Videos, die der Nutzer in HD-Qualität auf TVs und Computer-Monitoren ansehen möchte, empfehlen sich ebenfalls speicherintensivere Formate wie MOV oder MKV.

In professionellen Videobearbeitungsprogrammen wie Power Director von Cyberlink finden User eine große Auswahl an Videoformaten, die alle diese oben genannten Anwendungsbereiche abdeckt. So kann der Nutzer das fertige Videoprojekt direkt aus dem Programm heraus auf DVD oder Blu-ray-Disc brennen, aber auch in soziale Netzwerke hochladen. Die Software konvertiert den Videoclip beim Export automatisch in ein passendes Format.

Das Video lässt sich nicht abspielen – was jetzt?

Wenn Media-Player wie VLC oder auch der Windows Media Player die Codecs erkennen, können sie die Videoclips einwandfrei abspielen. Das Dateiformat des Videocontainers spielt dann keine Rolle. Sollte beim Abspielen eines Videos eine Fehlermeldung erscheinen, dann liegt dies also meist nicht am falschen Format, sondern daran, dass die Player-Software die Codecs nicht unterstützt.

Bei einem PC kann der User die fehlenden Dateien nachträglich installieren. Bei einem Smartphone ist dies jedoch nicht so einfach möglich. Apple-Geräte spielen beispielsweise nur iTunes-Formate wie MOV, M4V und MP4-Dateien ab. Andere Videoformate funktionieren nicht. Wer also einen WMV-Videoclip auf iPhone oder iPad ansehen möchte, muss dafür sorgen, dass das Video in einem Format vorliegt, das mit den werkseitig mitgelieferten Codecs kompatibel ist.

Auch Videodateien in hoher Auflösung sollte der User in ein Format konvertieren, das weniger Speicherplatz beansprucht, bevor er sie auf dem Smartphone anschaut.

Diese Konvertierung erledigen zum Beispiel Videoconverter-Programme wie Wondershare Video Converter oder Any Video Converter. Häufig ist diese Funktion auch in eine Videobearbeitungssoftware oder Brennsoftware integriert.

Videokonvertierung – Schritt für Schritt

  1. Die Datei über die Software aufrufen
  2. Das gewünschte Zielformat oder das Zielgerät auswählen
  3. Gegebenenfalls weitere Parameter einstellen, zum Beispiel die Bildschirmgröße
  4. Die Formatumwandlung per Button-Druck starten

Dieser Ablauf ist bei den meisten Anwendungen gleich. Unterschiede bestehen eher in der Auswahl an Dateiformaten oder in der Benutzerfreundlichkeit. Programme wie Cyberlink Power2Go arbeiten mit einer Bibliothek an Geräteprofilen, anstatt mit einer Liste an Dateiendungen. Der User wählt daraus das Gerät, auf dem er das Video abspielen möchte. Die Software passt die optimalen Einstellungen für Codec, Zielformat und ähnliches automatisch an.