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OGame

Martin Elicki
Bereich:
Pro
  • Atmosphärisch dichtes Sci-Fi-Setting
  • Viel Spieltiefe
  • Schön gezeichnete Artworks
  • Friedliches und/oder kriegerisches Spielen möglich
Kontra
  • Zähes Tutorial
  • Große Bauprojekte beanspruchen zu viel Zeit
  • Keine Musik und Soundeffekte
Fazit OGame gehört zu den ältesten Browsergames und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Ein gelungenes Sci-Fi-Setting und viel Spieltiefe sorgen für ein tolles Spielerlebnis. Lediglich beim Tutorial besteht nennenswerter Verbesserungsbedarf.

OGame Test

Anmeldung & Einstieg

4,10 Pkt

OGame (Gameforge), das seit 2002 existiert, ist eines der ältesten und traditionsreichsten Browsergames. Die Anmeldung verläuft so, wie es der Spieler auch aus anderen Browsergames gewohnt ist. Der User wählt einen Nicknamen, gibt seine E-Mail-Adresse an und erstellt ein Passwort. Eine Anmeldung über Facebook ist nicht möglich. Anschließend wählt der Spieler das Universum aus, in dem er spielen will. Er wählt damit auch den Spielserver aus.

Die Universen haben jeweils unterschiedliche Eigenschaften. So sind in manchen von ihnen beispielsweise die Produktionszeiten sehr kurz. Eine Liste der Universen mit ihren jeweiligen Spielregeln findet der Spieler bei der Anmeldung. Er sollte seine Wahl mit Bedacht treffen, denn ein Serverwechsel ist nach der Anmeldung nicht mehr möglich.

Sperriges Tutorial

OGame Tutorial
Das Tutorial wirkt ein wenig uninspiriert und könnte einen Neuanstrich vertragen.

Das etwas zähe Tutorial besteht aus einzelnen Textblöcken. Zehn Aufgaben muss der Spieler meistern, bevor er ins Spielgeschehen eintauchen. Die erste Aufgabe: Der Spieler muss sich um seine Basisversorgung kümmern. Dafür baut er seine Metallmine, Kristallmine und das Solarkraftwerk aus. Die Aufgabentexte sind einfach geschrieben; ein Quest-Geber fehlt gänzlich. Das Tutorial wirkt daher viel eher wie ein Einsteigerhandbuch. Der Spieler kann sich zu jeder Aufgabe Lösungshinweise anzeigen lassen. Sie erklären beispielsweise Schritt für Schritt, wie er seine erste Schiffswerft baut oder einen neuen Planeten besiedelt.

Die ersten Aufgaben gehen noch recht flott von der Hand – sie werden mit Ressourcen oder Raumschiffen belohnt. Die Komplexität steigt jedoch sehr schnell. Dies ist grundsätzlich etwas Gutes, OGame verliert hier jedoch ein wenig den Blick dafür, dass es sich um ein Tutorial handelt. Die Aufgaben fallen teilweise zu komplex aus für diese Stufe. Hier ein Beispiel. Eine der Aufgaben besteht darin, ein Kolonieschiff zu bauen. Um das umzusetzen, muss der Spieler die dafür erforderlichen Forschungen durchführen, die wiederum Ressourcen in Anspruch nehmen. Zu viele Ressourcen für den Neueinsteiger, der dafür erst einmal die entsprechenden Minen ausbauen muss. Im Rahmen des eigentlichen Spielgeschehens wäre eine solche Aufgabe natürlich normal. Für die Tutorial-Stufe, in der der Spieler die Grundlagen rasch erlernen soll, ist sie jedoch wenig geeignet.

Konzept & Gameplay

4,15 Pkt

OGame ist im Prinzip ein textbasiertes Space-Abenteuer. Gameplay-Mechaniken wie beispielsweise das Steuern der Raumschiffe oder das Platzieren der Minen gibt es nicht. Das stört aber auch nicht, denn OGame versprüht so den Charme alter Text-Adventure-Games. Im Grunde klickt sich der Spieler durch zahlreiche Menüs und steuert so eine Ressourcenproduktion. Zu den Grundressourcen gehören Metalle, Kristalle und das Element Deuterium. Ob Forschungsprojekte, neue Anlagen oder mächtige Kriegsschiffe – kein Weg führt an diesen drei Kernressourcen vorbei.

Das Spiel mit den Techtrees

Nachdem der Spieler das Tutorial absolviert hat, eröffnen sich ihm zahlreiche neue Wege. Eine Vorgabe durch eine Quest-Reihe oder Story gibt es nicht. Der Spieler kann sich beispielsweise ganz auf das Produzieren von Ressourcen und Energie fokussieren. Oder aber er baut ein mächtiges Kriegsimperium auf und invadiert die Planeten anderer Spieler. Mit Kolonieschiffen kann er in benachbarte Galaxien reisen, um dort neue Planeten zu entdecken. Die Möglichkeiten in Ogame sind zahlreich.

Egal, in welche Richtung der Spieler gehen will, die Vorgehensweise ist stets dieselbe. Unter dem Reiter „Forschung“ finden sich zahlreiche Forschungsprojekte wie zum Beispiel die Entwicklung von Hyperraumantriebe oder Lasertechnik. Jedes Forschungsprojekt ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Jede Technologie hat einen „Techtree“, der Auskunft darüber gibt, was alles erforscht werden muss, bevor der Spieler Transportschiffe oder Satelliten bauen kann. Unter „Anlagen“ findet er Forschungseinrichtungen, Schiffswerften oder Raketensilos. Alle Bau- oder Forschungsprojekte werden in Echtzeit fertiggestellt.

OGame Techtrees
An den Techtrees entlang entwickelt der Spieler seinen Planeten immer weiter.

Die Wartezeiten sind beim Spieleinstieg recht kurz, sie dauern nur wenige Minuten. Erst im späteren Spielverlauf werden daraus mehrere Stunden. Mit der Premiumwährung, der Dunklen Materie, können diese Wartezeiten verkürzt werden. Auch kann der Spieler mit Dunkler Materie sogenannte Commander beauftragen. Für 60.000 Dunkle Materie muss der Spieler 4,99 EUR auf den Tisch legen. Nach und nach forscht sich so der Spieler die „Techtrees“ entlang, bis es an der Zeit ist, die erste neue Kolonie zu gründen.

Auf zu neuen Welten!

Nachdem das erste Kolonieschiff gebaut ist, kann der Spieler es losschicken, um neue Welten zu entdecken. Dafür geht es geschwind auf die Galaxiekarte. Sie ist relativ schlicht gehalten und ähnelt einer Tabellenkalkulation. In der Tabelle sind der eigene Planet und etwaige Planeten anderer Spieler zu finden. Jedes Universum besteht aus mehreren Galaxien, die grundsätzlich frei erkundbar sind. Hat der Spieler einen Planeten gefunden, der nicht bereits von einem anderen Spieler besetzt ist, kann er das Kolonieschiff dorthin entsenden und ihn besiedeln.

OGame Galaxiekarte
Auf der Galaxiekarte finden sich auch die Planeten anderer Spieler.

Im Prinzip geht hier das Spiel wieder von vorne los. Der Spieler baut eine Versorgungslinie auf und errichtet erste Minen. Jeder Planet hat eine eigene Beschaffenheit, die aber keinem Zusammenhang mit dem Ressourcenvorkommen und der damit verbundenen Produktivität hat. Was aber will der Spieler mit dem neuen Planeten jetzt anstellen? Ganz einfach: Er kann den neuen Planeten beispielsweise nutzen, um eine starke Wirtschaft aufzubauen. Produzierte Ressourcen schickt der Spieler mit Transportschiffen zurück zum Heimatplaneten, um das Militär oder die planetare Verteidigung auszubauen.

Das Imperium wächst

Auch Kriege gehören zu dem Spiel. Selbst der friedlichste Spieler, der sich auf Ressourcen-Management spezialisiert hat, sollte zumindest eine Grundverteidigung aufbauen, um Weltraumpiraten abzuwehren. Diese Angriffe kommen vom Spiel und werden als Nachricht an den Spieler herangetragen. Die Höhe der Verluste verrät, wie effektiv die eigene Verteidigung ist und ob in dieser Hinsicht Verbesserungsbedarf besteht. Bei einer Niederlage muss der Spieler den Verlust seiner Verteidigungsanlagen befürchten. Den Planeten kann er hingegen nicht verlieren.

Aktiv in den Kampf eingreifen kann der Spieler nicht. Auch gibt es keine Kampfanimationen oder Ähnliches.

Natürlich kann sich der Jungimperator auch mit anderen Spielern anlegen. Das sollte er allerdings mit viel Bedacht und Vorbereitungszeit tun. Schnell sind Spionagesonden gebaut, die andere Spielerplaneten auskundschaften und fundierte Informationen über Ressourcenlager und Kriegsmaschinerie liefern.

Neueinsteiger sollten sich aber gründlich überlegen, ob sie den Schritt so früh im Spiel wagen wollen. Schnell kann der erste Angriff zu einem interstellaren Konflikt ausufern, indem sich mehrere Verbündete des Feindes einschalten.

Denn Spieler können sich zu Allianzen zusammenschließen und gemeinsam versuchen, ein mächtiges Imperium aufzubauen. Das kommt auch Neueinsteigern zu Gute, die sich auf ein bestimmtes Feld in OGame spezialisieren und dabei den Schutz einer Allianz genießen wollen. Oft bestehen Allianzen aus Spielern, die auf unterschiedliche Aspekte spezialisiert sind. So beliefern zum Beispiel Spieler, die über eine starke Ressourcenversorgung verfügen, ihre Alliierten, die sich ein starkes Militär aufgebaut haben, mit Rohstoffen und Fertigprodukten und erhalten im Gegenzug Schutz. Das Zusammenspiel in OGame funktioniert reibungslos und Spieler können sich gut über die Freundesliste und der Nachrichtenfunktion organisieren.

Der intergalaktische Handelsplatz

Händler gibt es auch in den Weiten des Universums. So findet der Spieler unter dem Reiter „Händler“ eine kleine Lobby mit verschiedenen Angeboten und Funktionen. Einige davon kann er nur mit Dunkler Materie in Anspruch nehmen. Die meisten Features kann der Spieler aber ohne Dunkler Materie nutzen.

Auf dem Rohstoffmarkt kann der Spieler bei Ressourcenknappheit mit Dunkler Materie auf Shopping-Tour gehen. Spannend sind die Auktionen und der Import/Export-Bereich. Bei Auktionen werden in regelmäßigen Abständen Items, wie zum Beispiel Technologien, die die Produktionszeit dauerhaft um 30 Minuten verringern, angeboten. Die Weltraumschnäppchenjäger können mit ihren eigenen Ressourcen in das Wettbieten einsteigen. Neueinsteiger werden es bei den Summen, die im Auktionshaus über den Tisch gehen, schwer haben mitzuhalten.

OGames Marktplatz
Auf dem Marktplatz können auch Spieler ohne Dunkler Materie Brauchbares erwerben.

Im Import/Export-Bereich kann der Spieler einmal am Tag eine Transportbox mit unbekanntem Inhalt erwerben. Auch hier muss er mit Ressourcen bezahlen; er weiß nicht, was sich in der Box befindet. Unsere Redaktion hatte hier Glück und durfte sich über einen Metall-Booster-Bronze freuen, der für eine Woche lang die Metallproduktion um 10 Prozent effizienter macht.

Technische Daten

3,00 Pkt

OGame läuft in den gängigen Browsern und erfordert lediglich den Flash-Player. Eine mobile App gibt es ebenfalls, allerdings nur für Apple-Nutzer. Android- und Windows-Phone-User gehen hier leer aus. Die App bietet im Kern dasselbe Interface wie die Internetseite und lässt sich laut der Community sehr benutzerfreundlich bedienen. Spieler mit Android-Geräten können OGame aber natürlich über den Webbrowser des Smartphones spielen. Die Navigation auf kleineren Geräten ist manchmal etwas holprig, dies sollte aber für ein textbasiertes Spiel keine große Hürde darstellen.

Artworks im Weltall

Ein großer Teil des Spielgeschehens findet in Textform statt. An einigen Stellen wird es durch tolle Artworks untermalt. Die Zeichnungen wirken stimmungsvoll – sie sind ein gelungenes Sci-Fi-Setting. Die dargestellten Welten wirken düster und unheimlich. Passend zu den Bildern gibt es stimmungsvolle Texte, die Geschichte und Funktionsweise der verschiedenen Bauprojekte genauer beleuchten. Musik oder Soundeffekte gibt es indes nicht. Seltsamerweise vermisst man die fehlende Musik bei OGame nicht. Das Spiel schafft es, ausschließlich mit Text und Bild eine dichte Atmosphäre zu erzeugen.

OGames Stimmung
Gelungene Artworks untermalen das Spielgeschehen.

Community & Support

5,00 Pkt

Die Community von OGame ist nach wie vor eine sehr aktive. Spieler bevölkern die verschiedenen Universen, bilden Allianzen und verstricken sich in großangelegte Schlachten. Das Spiel ist damit auch ein Tummelplatz unterschiedlicher Spielertypen. Eifrige Ressourcensammler müssen sich also immer wieder mit PvP-Spielern (Player vs. Player) herumschlagen. Im Spiel gibt es die Möglichkeit, den eigenen Planeten in ein anderes System umzusiedeln. Der Spieler sucht sich einfach einen leeren Koordinatenpunkt aus, und der Umzug kann beginnen. Das Umsiedeln funktioniert nur, wenn es keine Flottenbewegungen gibt und wenn sich keine Bauprojekte in Arbeit befinden.

Das Forum von OGame ist sehr übersichtlich und aufgeräumt. Spieler finden sich hier schnell zurecht und werden über alle Neuigkeiten aus dem OGame-Universum informiert.

Falls das Forum einmal keine Antwort auf eine Frage liefert, kann der Spieler direkt von dort aus auf den Support zugreifen. Das Wiki ist im Übrigen sehr ausführlich. Ausführliche Beschreibungen und Hilfestellungen machen es zu einem sehr guten Ratgeber für Neueinsteiger und Veteranen gleichermaßen.

Zusammenfassung

4,06 Pkt

Komplexer Sci-Fi-Spaß

Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Neueinsteiger Geduld mitbringen sollten. Der Spieleinstieg gestaltet sich durch das zähe Tutorial etwas sperrig. Sci-Fi-Fans sollten aber am Ball bleiben, denn mit der Zeit entwickelt OGame eine spannende Spieldynamik. Sobald die Grundversorgung steht, steigt der Entdeckungsdrang.

Je mehr Schlachtschiffe sich im Orbit des Heimatplaneten im Rahmen unseres Tests tummelten, desto mehr Spaß hat unsere Redaktion gehabt. Die Motivation, den eigenen Planeten zu befestigen und weiterzuentwickeln, ist sehr groß und lässt die teilweise sehr langen Produktionszeiten klein erscheinen.

OGame ist in komplexes Si-Fi-Strategiespiel – es lädt jeden Si-Fi-Game-Fan zu einer atmosphärisch dichten Reise ins Unbekannte ein!