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Die Stämme

Martin Elicki
Pro
  • Viele Gebäudearten
  • Mentorenprogramm
  • Umfangreiches Stämme-System
Kontra
  • Keine Musik, keine Soundeffekte
  • Stark eingeschränkte Stadtgestaltung
Fazit InnoGames liefert mit dem Erstlingswerk Die Stämme ein Browsergame mit umfangreichem Wirtschafts- und Stämmesystem ab. In den Kriegen finden sich mitunter große Allianzen aus mehreren Stämmen zusammen, die der Spieler allerdings ohne Musik und Sound ausfechten muss.

Die Stämme Test

Anmeldung & Einstieg

4,45 Pkt

Die Anmeldung zum Browsergame-Klassiker Die Stämme von InnoGames erfolgt auf nicht minder klassischem Wege. Der Spieler wählt einen für sich passenden Nickname, gibt seine E-Mail-Adresse und ein selbstgewähltes Passwort ein. Die Stämme ist das einzige Spiel im Test, welches eine Bestätigung der E-Mail-Adresse wünscht. Der Spieler kann die Bestätigung auch verweigern, hat dann aber keinen Zugriff auf die Freundesliste und kann anderen Spielern keine Nachrichten schicken. Ein ungewöhnlicher Weg, dem Spieler die Verifizierung seiner E-Mail-Adresse schmackhaft zu machen. Eine Anmeldung über Facebook oder Google ist nicht vorgesehen.

Die Registrierung ist unkompliziert auf der Webseite möglich, kann allerdings nur mit Facebook verknüpft werden. Die Möglichkeit sich über Google+ oder Twitter zu registrieren, besteht bei Die Stämme nicht. Außerdem wird zur Aktivierung, eine E-Mail-Adresse benötigt. NeDer Spieler kommt in seinem neuen Dorf an und steigt direkt zum Anführer auf. Das Tutorial startet unverzüglich, ein markiger Ritter in glänzender Rüstung führt durch die Grundmechaniken des Spiels. 

Die Stämme- Grundlagen
Seine Grundlagen vermittelt das Spiel in kleinen Textboxen.

Die ersten Quest-Texte lassen einen Story-Rahmen vermuten, den das Spiel Die Stämme aber nicht weiter ausbaut. Zu Beginn baut der Spieler erste Gebäude wie Holzfällerlager und eine Lehmgrube.

In diesen Werkstätten stellen die Dorfbewohner die Grundressourcen her. Das Tutorial bleibt dabei auf seine bloßen Grundfunktionen beschränkt. Die Quest-Texte sind nicht sonderlich originell, machen das Erlebnis wenig immersiv und lassen kaum Atmosphäre aufkommen.

Neue Spieler brauchen nun nur noch einen Benutzernamen und ein Passwort um das Spiel Die Stämme zu starten. Beim Nutzernamen ist allerdings Kreativität gefragt, da bereits viele Namen an andere Spieler vergeben sind.

Die Stämme Überblick
Das neue Dorf im Überblick.

Nach der Registrierung gibt es nichts weiter zu beachten. Die Grundeinstellungen erlauben es, sofort mit dem Zocken loszulegen. Zu Anfang startest der User in einem virtuellen mittelalterlichen Dorf, das er ausbauen muss, um neue Gebäude bauen zu können.

Nachdem die ersten Arbeitsstätten entstanden sind, erhält der Spieler den Auftrag, sich um die Verteidigung des neuen Dorfes zu kümmern. Eine Kaserne ist schnell errichtet, sodass die Ausbildung von Soldaten beginnen kann. Der Spieler muss Holz, Lehm und Eisen aufbringen, bevor die ersten Speerkämpfer mit den Übungen beginnen. Die Ausbildungszeit ist dabei enorm. Ein einzelner Speerkämpfer benötigt knapp sechs Minuten für seine Ausbildung. Größere Truppenverbände brauchen also so ihre Zeit, bevor daran zu denken ist, sie ins Feld zu schicken. Der Spieler muss diesen Umstand in seine Planungen einbeziehen, um sein Dorf effektiv zu verteidigen. Sind die wirtschaftlichen Grundmechaniken erklärt, geht das Tutorial zu den Kämpfen über.

Die Weltkarte

Sobald ihm genügend Soldaten zur Verfügung stehen, erhält der Spieler die Aufgabe, seinen ersten Kampf zu bestreiten. Eine Quest führt nun die Landkarte und deren Funktionen ein. Sie wirkt wie eine Art Koordinatensystem und ist auch so zu bedienen. Eine weiße Markierung kennzeichnet das eigene Dorf. Die Aufgabe verlangt, dass der Spieler eines der Barbarendörfer angreift. Eine wirkliche Bedrohung scheint von diesen Dörfern nicht auszugehen, weshalb sie hauptsächlich für den Ressourcengewinn herhalten. Allerdings kann der Spieler die Barbarendörfer auch besetzen und anschließend weiter ausbauen. Zudem zeigt die Karte die Städte anderer Spieler an. Mit einem Mausklick auf die entsprechende Markierung klappt ein kleines Menü auf. Hier entscheidet der Spieler, ob er seinem Nachbarn eine Nachricht schicken oder ihn angreifen will. Auch das Profil des benachbarten Spielers ist so einsehbar.

Konzept & Gameplay

3,95 Pkt

Mit seinem Erscheinen im Jahr 2003 lässt sich Die Stämme durchaus als eines der ersten Browsergames bezeichnen. Das Spiel Die Stämme wirkt daher auch etwas mehr wie ein Text-Adventure, was wir keineswegs als negativ erachten. Es versprüht eine eigene Atmosphäre von frühen Videospielen, die sehr willkommen ist.

Eine spielbare Internetseite

Auf den ersten Blick wirkt Die Stämme wie eine klassische Internetseite. Auf der Übersicht gibt es ein kleines Fenster, in dem das Dorf des Spielers zu sehen ist, im Kopf der Seite finden sich die verschiedenen Menüpunkte wieder. Hier navigiert der Spieler dann zur Landkarte oder auf die Seite seines Stammes. Der Spieler lernt recht schnell, sich durch die verschiedenen Menüs zu navigieren und behält immer den Überblick.

Ein wirkliches Baumenü gibt es nicht. Der Spieler klickt auf sein Hauptgebäude, um eine Übersicht mit allen verfügbaren Gebäuden erscheinen zu lassen. Im oberen Bereich sind die verfügbaren Ressourcen und die aktuelle Bevölkerung einsehbar.

Die Stämme Baumenü
Das Baumenü kommt als schlichte Liste daher.

Mit einem Klick auf das gewünschte Gebäude beginnt der Bau. Leider lassen sich die Bauwerke nicht frei platzieren, sondern erscheinen lediglich auf fest vorgesehen Plätzen. Als Stadtgestalter oder Schönbauer kann der Spieler sich also nicht austoben. Neue Gebäude erscheinen anschließend auf der Dorfübersicht und rudimentär animierte Arbeiter beginnen mit ihrem Tagwerk. Das alles wird nicht wirklich spannend in Szene gesetzt. Mehr als drei Bewohner gleichzeitig sieht der Spieler eher selten. Der Eindruck eines geschäftigen Dorfes kommt zu keiner Zeit auf.

Forschen und Ressourcen horten

In der Dorfschmiede erforscht der Spieler neue Waffenarten und Einheiten. Allerdings muss er sich stets einige Stunden gedulden, bevor er die neuen Errungenschaften auch ausprobieren kann. Gebäude sind jedoch unabhängig von der Forschung stetig verbesserbar. Jede Verbesserungsstufe kostet sukzessive mehr Ressourcen, steigert aber wiederum die Produktivität des Gebäudes. Holzbarrikaden etwa tragen zur Sicherheit der Stadt bei, in Verstecken bringen Stadtherren Ressourcen in Sicherheit. Und das ist gar nicht mal so unwichtig. Wird der Spieler durch einen Konkurrenten überfallen, sind die mühsam erwirtschaften Ressourcen im Versteck sicher und können nicht geraubt werden. Darüber hinaus sind sie dort vor den Augen der Späher anderer Spieler sicher und lassen einen Angriff eventuell nicht allzu lohnenswert erscheinen. Dabei sollte der Spieler aber immer achtsam bleiben, denn Ressourcen muss er immer manuell in die Verstecke bringen.

Kämpfe auf dem Papier

Die Kämpfe in Die Stämme finden eigentlich nur auf dem Papier statt. Wirkliche Kampfmechaniken, in die der Spieler aktiv eingreifen könnte, gibt es nicht. Auch wenn das Spiel mit einem Veröffentlichungsjahr 2003 bereits ein Nachsicht erlaubendes Alter erreicht hat, wäre ein gewisses optisches Feedback schön. Der Spieler entsendet seine Truppen in fremde Dörfer und wartet – lange. Die Schlachten in Die Stämme gleichen einem sehr langen Wandertag. Die ausgesandten Recken brauchen eine ganze Weile, bis sie ihr Ziel erreichen, und benötigen dann nochmal dieselbe Zeit zur Rückkehr. Die Karte ist nämlich in Felder unterteilt und jede Einheit hat eine festgeschriebene Zeit, die sie für das Zurücklegen eines Feldes benötigt. Axtkämpfer stapfen beispielsweise ganze 18 Minuten über ein einzelnes Feld.

Somit sind große Truppenbewegungen und die Verteidigung des Dorfes immer sorgfältig zu planen. Wer seine Armee großzügig ins Feld schickt und gleichzeitig keine Truppen zur Verteidigung übriglässt, kann schnell selbst Opfer feindlicher Angriffe werden. Ein Aspekt, der auch bei den großen Stammeskriegen berücksichtigt werden muss.

Vereint euch, Stämme!

Eines der spannendsten Features des Titels: Die Spieler können sich zu ganzen Stämmen zusammenschließen und innerhalb dieser verschiedene Ränge einnehmen. Dabei gibt es immer einen Stammesgründer, der den Verbund ins Leben ruft und hauptverantwortlich leitet. Stammesführer haben die Befugnis, andere Spieler in den Stamm aufzunehmen oder einzuladen. Im Allgemeinen ist es sehr sinnvoll, verschiedene Kompetenzen innerhalb des Stammes zu verteilen.

Entsteht ein Konflikt mit einem anderen Stamm, etwa um Ressourcen, kann die eine Partei der anderen den Krieg erklären. Die Mitglieder eines Stammes ziehen jetzt gemeinsam in den Kampf und entsenden ihre Truppen. Ist ein Krieg erst einmal angezettelt, können nur die beiden Hauptakteure diesen auch wieder beenden. Der Krieg endet, wenn entweder ein Stamm völlig ausgelöscht ist oder beide Parteien ein Friedensabkommen treffen. Ein Stamm gilt als ausgelöscht, wenn die Führung aufgibt und ihren Stamm auflöst. Die kriegführenden Verbände können außerdem andere Stämme einladen, sich dem laufenden Konflikt anzuschließen, um so beispielsweise einen zahlenmäßigen Vorteil zu erlangen.

Technische Daten

2,60 Pkt

Die Stämme läuft ohne Einschränkungen auf den gängigen Plattformen. Auch geht es sehr sparsam mit den Computer-Ressourcen um, weswegen auch Spieler mit schwächerer Internetverbindung keine Probleme mit Lags oder Ladezeiten haben sollten. Obwohl es schon einige Jahre auf den Buckel hat, liefert InnoGames sogar eine mobile Stämme-App für Android und iOS.

Schlichte Präsentation

Hinsichtlich seiner optischen Präsentation kann das Game nicht verbergen, dass mittlerweile schon 14 Jahre seit seinem Release ins Land gezogen sind. Das ist natürlich nichts Negatives, denn Retro-Games erfreuen sich großer Beliebtheit und versprühen einen besonderen Charme. Aber wäre Die Stämme auch wirklich als solches einzuordnen? Die Grafik wirkt recht farblos und wenig inspiriert. Mit Retro hat das nicht viel zu tun. Animationen gibt es so gut wie keine und Musik sowie Ambient-Sounds fehlen gleich ganz. Zumindest in den Einheitenbeschreibungen findet der Spieler dann aber doch etwas fürs Auge.

Die Stämme Artworks
Einheiten werden mit stimmungsvollen Artworks vorgestellt.

Die Einheiten werden in wirklich gelungenen Artworks vorgestellt und regen die Phantasie des Spielers an.

Community & Support

5,00 Pkt

Die aktive Community prägt immer noch erfreulich spürbar das Spielgeschehen von Die Stämme. Es gibt zahlreiche Spielwelten, auf denen sich zahlreiche treue Nutzer tummeln. Nach Absolvieren des Tutorials fällt neuen Spielern schnell auf, dass sich eine ganze Menge Mitspieler in ihrer Nachbarschaft befinden. Die etablierten Stämme sind Neulingen in der Regel sehr freundlich gesinnt und helfen, wo es nur geht. Die Freundesliste und der Chat könnten allerdings eine Generalüberholung vertragen, denn sie sind etwas sperrig zu bedienen.

Das offizielle Forum wirkt übersichtlich und aufgeräumt. Hier werden Spieler über Neuigkeiten auf dem Laufenden gehalten. Ankündigungen zu neuen Spielinhalten oder Updates finden ebenfalls ihren Weg in das Forum. Überhaupt ist positiv anzumerken, dass InnoGames immer noch in regelmäßigen Abständen Updates veröffentlicht. Das sind in der Regel kleine, aber sinnvolle Besserungen in der Spielmechanik.

Zusammenfassung

4,00 Pkt

Viel Inhalt in schlichter Verpackung

Die Stämme ist ein komplexes, überaus langlebiges Strategie-Browsergame, dem man sein Alter und seine kleinen Eigenheiten anmerkt, das jedoch nicht ohne Grund seit Jahren eine treue Community zu halten versteht.

Seine strikten Beschränkungen in der Dorfgestaltung macht Die Stämme beispielsweise mit einer umfangreichen Auswahl an Gebäuden wieder wett. Und das etwas träge Kampfsystem rund um die Eroberung von Barbarendörfern hebt der Titel mit einem sehr umfangreichen Stämme-System und dazugehörigen, taktisch ebenso anspruchsvollen wie spannenden Stammeskriegen auf. Zu durchgehenden, ausdauernderen Spiel-Sessions lädt Die Stämme allerdings nicht ein. Viel zu lang sind die Wartezeiten in der Truppenausbildung oder Truppenbewegung. Dennoch gelingt es dem Spiel, verschiedene Geschmäcker und Ansprüche zu bedienen: Wer alle paar Stunden in sein Spiel reinschauen mag, um sein Dorf weiter aufzubauen, der wird seinen Spaß mit Die Stämme haben. Wer die Stammeskriege hingegen ernst nehmen will, findet viele Veteranen auf der Weltkarte, die seine Leidenschaft gern mit ihm teilen.