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Elvenar

Martin Elicki
Bereich:
Pro
  • Leichtverständliches Tutorial
  • Elfen oder Menschen als spielbare Fraktionen
  • Kämpfe mit Rollenspielaspekten
  • Schön gezeichnete Hintergründe und Landkarten
Kontra
  • Teils lange Wartezeiten beim Bauen
  • Keine Unterschiede zwischen Menschen und Elfen hinsichtlich der Spieloptionen
Fazit Elvenar ist ein durchaus gelungenes Aufbaustrategiespiel, das stark an den Vater Forge of Empires erinnert. Dieses Spiel verschlägt den Spieler in eine stimmige Fantasy-Welt.
Elvenar Jetzt Spielen

Elvenar Test

Anmeldung & Einstieg

4,30 Pkt

Bereits die Erstanmeldung bei Elvenar macht einen guten Eindruck. Nachdem der Spieler sich entschieden hat, ob er blauhäutiger Elf oder Mensch sein will, startet das Game sofort. In unserem Falle empfängt uns eine reizende Elfendame, die uns nach Namen und anderen Anmeldedaten fragt. Ehe sich der User versieht, ist er schon angemeldet.

Der Spieler von Elvenar findet sich anschließend in einer Fantasy-Welt wieder. Die Gebäude der Elfen erinnern an die Behausungen eines Waldvolkes. Die Gebäude haben etwas Pflanzliches an sich und heben sich kaum von der Natur in Elvenar ab, wohingegen die Architektur der Menschen an eine mittelalterliche Stadt erinnert.

Elvenar startet ganz klassisch mit einem Tutorial. Der Baumeister der Stadt gabelt den Spieler gleich nach seiner Ankunft auf und vermittelt ihm die ersten Lektionen des Städtebaus. Die ersten Wohnhäuser für die Bevölkerung müssen errichtet werden, und in den Werkstätten beginnen die fleißigen Bürger ihre Arbeit. In den Werkstätten stellt der Spieler von Elvenar verschiedene Handwerksarbeiten her, die er nach der anschließend einsammelt und gegen neue Rohstoffe eintauscht.

Elvenar Erste Schritte
Der Baumeister vermittelt die Grundlagen des Städtebaus.

Aus den Dialogtexten geht eine kleine Geschichte hervor: Das Land Elvenar war einst ein florierendes Fleckchen Erde, das über die Jahrhunderte in Vergessenheit geriet. Menschen und Elfen leben in Harmonie miteinander. Die Frage, ob die Menschen auch schon zu der Blütezeit Elvenars das Land behausten, bleibt allerdings unbeantwortet. Der Spieler von Elvenar hat nun die Aufgabe, das Reich zurück zu altem Glanz zu führen.

Wie im Malbuch

InnoGames begeistert in Elvenar mit wunderschönen Hintergründen und Landkarten. Die Präsentation erinnert ein wenig an eine Bilderbuch-Geschichte. Besonders bei den Elfen wird eine dichte, mystische Stimmung erzeugt.

Nachdem der Bauherr seine ersten Gehversuche unternommen hat, beschäftigt er sich mit der Eroberung von neuem Land. Die Landkarte kommt in gezeichneter Form daher. Das eingefärbte Gebiet in der Mitte stellt die eigene Stadt dar. Die verschiedenen Orte sind als hexagonale Felder angelegt und miteinander verbunden. Wenn die Späher des Spielers ein neues Gebiet erfolgreich ausgekundschaftet haben, erscheint es ebenfalls in bunten Farben.

Elfen oder Menschen?

Elvenar Weltkarte
Die Weltkarte begeistert mit großen Umfang.

Unterschiede finden sich hier ausschließlich auf optischer Ebene. In spielerischer Hinsicht gibt es leider keinen Unterschied. Hier verpasst InnoGames die Gelegenheit, mehr Spieltiefe in Elvenar hineinzubringen.

Konzept & Gameplay

4,20 Pkt

Fans der Spiele aus dem Hause InnoGames werden sich schnell in Elvenar zurechtfinden. Im Grunde ist es ein typisches Aufbaustrategiespiel und erinnert auf den ersten Blick verdächtig sehr an Forge of Empires. Doch dieser Anfangsverdacht verfliegt schnell: Das Spiel wartet mit vielen eigenen Ideen auf. Das Baumenü ist ganz traditionell gehalten und liefert eine Übersicht der möglichen Bauten. Wohnhäuser, Werkstätten und Kasernen für die Truppenausbildung geben Spieler bequem per Mausklick in Auftrag. Jedes Bauvorhaben muss der Spieler mit Münzen und Vorräten bezahlen. Zusätzlich dazu gibt es noch die essentiellen Güter (Holz, Marmor, Stahl), die entweder erbeutet oder selbst produziert werden müssen.

Um die Stadt stetig wachsen zu lassen, ist es notwendig, neue Technologien und Gebäudekonstruktionen zu entwickeln. Im dazugehörigen Menüpunkt findet sich ein passender Forschungsbaum. Die raren Wissenspunkte können hier zur Entwicklung neuer Technologien und Kampfmethoden, zum Beispiel die Ausbildung von Bogenschützen, eingesetzt werden. Auch die wichtigen Manufakturen, die Holz oder Stahl herstellen, müssen hier erst einmal entwickelt werden. Auf dem Spielerkonto findet sich Platz für bis zu zehn dieser Punkte. Stündlich wird jeweils ein Wissenspunkt wieder nachgeladen. Wer nicht tatenlos warten will, der kann sich währenddessen der Entdeckung neuer Provinzen widmen. Alternativ kann der Spieler Punkte auch mit Münzen oder Diamanten kaufen. Ressourcen wie Holz können hier ebenfalls als Tauschmittel dienen.

Der Umgang mit den Gütern

Schon früh zeigt sich, dass der richtige Umgang mit den unterschiedlichen Gütern zu einer der Kernkompetenzen des Spielers werden wird. Die fremden Provinzen sind immer durch den Feind besetzt, und die üblen Schergen stellen eine ständige Hintergrundgefahr dar. Fiese Räuber, garstige Orks oder dunkle Magier muss der Spieler besiegen.

Die finsteren Recken lassen sich aber auch gerne bestechen und räumen mit prall gefüllten Geldbeuteln das Feld – der friedliche Weg ist also immer eine Option. Willkommen im PvE-Modus von Elvenar!

Für das Befreien einer Provinz erhält der Spieler neben einem Wissenspunkt die bekannten Rohstoffe: Holz, Marmor und Stahl. Feldzüge sind also auch eine Möglichkeit, Wissenspunkte wieder aufzuladen.

Provinzen einzunehmen, ist sehr verlockend. Schnell steht der Spieler jedoch mit einem großen Ressourcendefizit da und muss lange Wartezeiten für die Herstellung neuer Produkte in Kauf nehmen. Daher unterlässt es manch ein Spieler, seine militärische Stärke weiter auszubauen. Aber Vorsicht: Mit jeder eroberten Provinz steigt die Präsenz des Feindes in noch zu erobernden Provinzen. Der Spieler findet sich dann rasch einer Übermacht an Feinden gegenüber (das Tutorial bereitet ihn nicht auf diese Situation vor). Wenn man nicht richtig aufpasst, kann also schnell ein Ungleichgewicht entstehen. Die Gegner sind aber niemals die Aggressoren, sodass der Spieler zumindest keine Angriffe befürchten muss.

Das ist ja fast schon ein Rollenspiel!

Wenn der Spieler sich mit einer starken Truppe im Rücken für den Kampf entscheidet, wartet eine gelungene Überraschung auf ihn. Die rundenbasierten Scharmützel in Elvenar finden auf einer Extrakarte statt. Der Spieler macht sich kampfbereit und dirigiert seine Truppen. Auf dem Schlachtfeld bewegen sich die Einheiten auf hexagonalen Feldern. Die leichtfüßigen Einheiten wie etwa die Bogenschützen können pro Zug mehr Felder zurücklegen als die schwerfälligen, baumartigen Treants. In der Nähe eines Feindes genügt ein Klick, und die eigenen Kämpfer geben dem Schergen ordentlich Saures.

Elvenar Schlacht
Auf dem Schlachtfeld ist ein taktisch kluges Vorgehen von entscheidender Bedeutung

Worin besteht aber die Überraschung? Ganz einfach: Die Kämpfe haben Rollenspielaspekte. Bestimmte Spielfiguren können beispielsweise die feindlichen Einheiten mit einem Debuff (Schwächung) belegen. Schwer gepanzerte Recken sind gute Frontkämpfer, wohingegen die eleganten Bogenschützen am besten aus der zweiten Reihe feuern sollten. Das Spiel verfügt also auch bei Kampfsituationen über eine gewisse Spieltiefe. Freunde von Strategiespielen kommen auch in dieser Hinsicht  bei Elvenar auf ihre Kosten.

Interkulturelle Beziehungen und Handel

Auf der Landkarte von Elvenar befinden sich hier und da auch die Städte anderer Spieler. Diese zählen als Nachbarschaften und können frei besucht werden. Der Spieler kann Nachbarschaftshilfe leisten, indem er beispielsweise den Bau von Gebäuden im Gastgeberland fördern. Mit ein wenig Glück erhält er dafür eine Schatzkiste als Belohnung. Damit sich aber niemand die Taschen zu sehr vollstopft, ist die Hilfestellung für einen Spieler auf einen Einsatz pro Tag beschränkt. Die Nachbarschaftshilfe ist sogar fraktionsübergreifend, sodass beispielsweise Elfenspieler auch eine Menschen-Stadt besuchen können.

Gleiches gilt übrigens auch für den Handel. Im Verlauf des Spiels erscheint der Händlermeister mit einer kleinen Questreihe, die dazu dient, einen eigenen Markt zu bauen. Ist dieser errichtet, können Waren anderer Spieler erworben oder eigene Erzeugnisse feilgeboten werden. Die Preise legen die Spieler dabei selbst fest. Ein Tausch ist ausschließlich mit Gütern möglich. Münzen oder Vorräten können nicht für den Handel verwendet werden. Ein sich alle paar Stunden aktualisierendes Angebot des Händlermeisters soll den Spielern helfen, wenn sie einmal nicht auf dem Markt fündig werden.

Technische Daten

4,50 Pkt

Elvenar erfordert die Installation des Flash-Players. Eine mobile App gibt es zwar nicht, in der Regel lassen sich Strategiespiele aber ohnehin besser am PC spielen, weswegen dieser Umstand nicht allzu sehr ins Gewicht fällt. Bisher gibt es keine Pläne seitens des Herstellers, eine App zu entwickeln. Das Spiel läuft sehr flüssig.

Ein optischer Leckerbissen

Wie schon erwähnt, besticht Elvenar unter anderem mit malerischen Landschaften in der Kartenübersicht und gelungenen Hintergründen in den Städten – keine Selbstverständlichkeit für ein Browsergame. Die gezeichneten Grafiken sorgen bei unserer Redaktion für Begeisterung.

Die Gebäude sind sehr detailreich ausgearbeitet. Das Zusammenspiel von bunten Farben und Kontrasten ist hier besonders gut gelungen. Ein märchenhafter Charme schwingt permanent mit.

Community & Support

5,00 Pkt

Elvenar hat keine allzu aktive Community. Das liegt aber vor allem daran, dass kein Live-Chat verfügbar ist. Stadtherren können sich dennoch mit anderen Spielern Allianzen und Gemeinschaften gründen. In den Gemeinschaften, die einer klassischen Gilde ähneln, gibt es dann einen Gilden-Chat, in dem die Mitglieder gemeinsame Abenteuer planen können. Die Gemeinschaften unternehmen wöchentlich Feldzüge, in denen zuvor befreite Provinzen erneut von fiesen Unholden gesäubert werden. Dabei spielen die Mitglieder aber nicht direkt zusammen, sondern werfen ihren Beitrag mehr oder weniger in einen gemeinsamen Topf. Am Ende wartet eine Belohnung (Ressourcen), die für jeden Spieler von Elvenar der Gemeinschaft gleich ausfällt – egal, wie groß sein Beitrag bei der Erfüllung der Aufgabe war. Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Gemeinschaften gibt es nicht. Ein Forum und ein dazu entsprechendes Wiki sind vorhanden und können sogar bequem über das Spiel aufgerufen werden.

Zusammenfassung

4,50 Pkt

Gelungene Fusion von Strategie- und Rollenspiel

InnoGames bringt mit Elvenar einen gelungenen Hybrid aus Aufbaustrategie- und Rollenspiel auf den Markt. Das aus Forge of Empires bekannte Spielsystem ist durch Rollenspielaspekte ergänzt. Die Spielwelt begeistert mit einer kleinen Hintergrundgeschichte und liebevoll konstruierten Spielfiguren. Der gelungene Soundtrack untermalt das Geschehen gut, wirkt jedoch schnell etwas repetitiv. Ein wenig mehr Vielfalt wäre hier angemessen gewesen. Alles in allem ist Elvenar aber ein sehr gelungenes Browserspiel.

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