Was gehört in die Reiseapotheke?

Reiseapotheke

Gut vorbereitet in den Urlaub

Auch im Urlaub ist niemand vor Krankheiten oder Verletzungen sicher. Sei es der Sonnenbrand am Pool, die Schnittverletzung an einer Muschel oder Übelkeit und Durchfall – um für jeden Notfall gerüstet zu sein, ist es ratsam, einige elementare Medikamente in die Reiseapotheke zu packen. Im Ausland können nämlich nicht nur Sprachbarrieren beim Medikamentenkauf in der Apotheke zum Hindernis werden. In manchen Ländern ist es schwierig, überhaupt an die gewünschten Arzneimittel heranzukommen. Hinzu kommt, dass in manchen Teilen der Welt, beispielsweise in vielen afrikanischen und asiatischen Ländern, die Qualität nicht immer gewährleistet ist, da viele Fälschungen auf dem Markt kursieren.

Die Checkliste

Egal, ob es sich um einen erholsamen Strand- oder einen actionreichen Trekking-Urlaub handelt – eine Brille geht schneller zu Bruch als gedacht. Aus diesem Grund gehört bei Brillenträgern eine Ersatzbrille unabdingbar zum Bestand einer Reiseapotheke.

Eine der häufigsten Urlaubserkrankungen ist Durchfall, auch Reisediarrhoe genannt. Ursächlich dafür sind ungewohnte Bakterien, die die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Um dem vorzubeugen, sollten Urlauber immer auf die Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene achten. Präparate wie Loperamid sollten aber nur kurzfristig zum Einsatz kommen, da die Erreger ansonsten weiterhin im Darm verbleiben und einen noch größeren Schaden anrichten. Bei Verstopfungen hilft hingegen ein Abführmittel – meist reicht ein mildes Präparat. Beides sollte in der Apotheke nicht fehlen.

Aufgrund der Klimaanlagen in Bussen und Hotels sind Urlauber selbst in den wärmsten Gebieten nicht vor Erkältungen gefeit. Daher sollte jeder Urlauber entsprechende Arzneien sowie ein Fieberthermometer mit in die Reiseapotheke packen. Fieberthermometer aus Glas eignen sich hier nur bedingt, da sie leicht zerbrechen; tauglicher sind etwa Modelle aus Kunststoff. Praktisch sind Schmerzmittel, die der Verbraucher ohne Wasser zu sich nimmt, etwa in Tropfen- oder Granulatform. In Ländern mit einer Gefahr von hämorrhagischem Fieber wie das Dengue-Fieber oder das Gelbfieber sind im Übrigen blutverdünnende Wirkstoffe wie ASS ungeeignet.

Verreist man als Familie, bedarf es einer besonderen Vorbereitung, denn Kinder benötigen andere Medikamente in ihrer Reiseapotheke als Erwachsene. Darüber hinaus ist etwa chronisch Kranken dringend anzuraten, vorab auszurechnen, wie viele Medikamente sie auf ihrer Reise mitnehmen. Gepäck geht leider ab und an verloren: Um eventuell lebensbedrohliche Situationen zu vermeiden, sollte ein Teil der Präparate im Handgepäck transportiert werden. Handelt es sich um flüssige Arznei, brauchen die Reisenden ein Attest (in englischer Sprache), um sie als Handgepäck mit ins Flugzeug nehmen zu dürfen.

Medikamente im Flugzeug?

Im Flugzeug ist lediglich eine Mitnahme von nicht mehr als 100 Millilitern Flüssigkeit pro Tube oder Flasche gestattet. Transportiert man diese in einem verschließbaren Plastikbeutel, so darf dessen Inhalt einen Liter nicht überschreiten.

Ist ein Patient auf ein Betäubungsmittel angewiesen, befasst er sich schon vorab mit den jeweiligen Bestimmungen des Landes. Im Falle einer Dauermedikation stehen ihm drei Optionen zur Verfügung:

  • Er lässt sich von seinem Arzt für die komplette Reise ein privates sowie ein Reserverezept ausstellen.
  • Er lässt sich einen Teil seiner Medikamente per Post zuschicken.
  • Er lässt sich im Ausland bei einem Arzt die notwendigen Arzneimittel verschreiben.

Strandurlab, Action-Trip oder Fernreise?

Wer zu Blutgerinnseln neigt, sollte bei besonders langen Flügen auf eine Thromboseprophylaxe, das heißt Kompressionsstrümpfe und Heparin, zurückgreifen. Handelt es sich um ein abgelegenes Reiseziel ist grundsätzlich eine intensivere Beschäftigung mit der Reiseapotheke Voraussetzung. Im Zweifelsfall ist eine Rücksprache mit dem Hausarzt zu empfehlen. So verordnet der Arzt in manchen Fällen beispielweise Breitbandantibiotika oder Malariamittel, die rezeptpflichtig sind. Bei exotischen Reisezielen, die sich in Äquatornähe befinden, gehört ;gegebenenfalls ;ein Moskitonetz in die Reiseapotheke. Das Auswärtige Amt informiert zudem über die Impfvorschriften, die für das jeweilige Land gelten.

Reisekoffer
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Je nach Reiseziel unterscheidet sich auch das medizinische Gepäck.

Zusätzlich zu den essentiellen Produkten, die in keiner Reiseapotheke fehlen dürfen, sind für manche Reisearten und -ziele ganz bestimmte Medikamente beziehungsweise bestimmtes medizinisches Zubehör erforderlich. Für den Sporturlaub sind zum Beispiel schmerzlindernde Salben für etwaige Verstauchungen, Zerrungen oder auch Muskelkater zu empfehlen. Taucher und Schnorchler profitieren zudem von Ohrentropfen. Um auch im Hotel seelenruhig schlafen zu können, während die Zimmernachbarn die Nacht zum Tag machen, helfen Ohrstöpsel. Damit im Urlaub Safer Sex nicht zu kurz kommt, sind auch immer Kondome bewährt.

In Omnia Paratus: Vorbeiredet in den Urlaub

Im Urlaub gilt besondere Vorsicht, die Medikamente nicht in der prallen Sonne liegen zu lassen, sondern kühl und trocken zu lagern. Auf einer langen Autofahrt ist es deshalb ratsam, temperaturempfindliche Arzneimittel wie Antibiotika in einer Kühltasche oder zumindest unter dem Beifahrersitz zu transportieren. Befindet sich ein Kühlschrank im Hotelzimmer, sollte der Urlauber die Medikamente seiner Reiseapotheke darin aufbewahren.

Um Sprachbarrieren im Notfall zu überwinden, ist es ratsam, die Erkrankung beziehungsweise Medikamente und Wirkstoffe in ihrer lateinischen Bezeichnung aufzuschreiben. Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte noch vor der Abreise einige Adressen deutschsprachiger Ärzte und Kliniken im Urlaubsland heraussuchen. Da Urlauber auf Reisen nicht selten eine oder sogar mehrere Zeitzonen überqueren, kommen sie gelegentlich mit der Einnahme ihrer Medikamente durcheinander.

In fernen Urlaubsländern ist auf die Qualität von Leitungswasser nicht immer Verlass. Die Kontamination mit Krankheitserregern kann gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen. Medikamente sind daher keinesfalls mit Leitungswasser, sondern einer Flasche Mineralwasser einzunehmen. Eine alternative Option sind Tabletten zur Wasser-Entkeimung. Davon abgesehen tummeln sich Bakterien auch auf öffentlichen Toiletten, in Hotelzimmern oder in Bussen, weshalb das Mitführen eines Desinfektionsmittels in der Reiseapotheke stets anzuraten ist. Zusätzlich sollten sich Reisende immer gründlich sowie mehrfach am Tag die Hände waschen, damit der Urlaub nicht früher endet als erwartet.

Peel it, cook it or leave it …

… ist eine der wichtigsten Regeln, wenn es um das Essen in fernen Reisezielen geht. Ist man sich unsicher, wie es um die Hygiene beziehungsweise Qualität steht, sollte man die Speisen vor dem Verzehr, schälen, kochen oder es bleiben lassen.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit …

Der Inhalt einer Reisapotheke unterscheidet sich nicht grundlegend von der Hausapotheke. Generell ist festzuhalten, dass man den Inhalt einer Reiseapotheke nicht pauschal bestimmen kann – es gibt vielmehr einige Pflichtbestandteile, die je nach Urlaubsziel und Urlauber ergänzt werden. Im Folgenden unsere Reiseapotheken-Checkliste:

  • Pflaster und Verbandsmaterial sowie eine Schere
  • Blasenpflaster für lange Sightseeing-Touren
  • Wunddesinfektionsspray und eine Pinzette, etwa für Splitter oder auch Zecken
  • Ausreichend Sonnenschutzmittel, gegebenenfalls mit einem hohen Lichtschutzfaktor
  • Kühlende Salben, Après-Cremes oder ein Antihistaminikum gegen Sonnenbrand
  • Eine Sonnenbrille, die vor UVA- und UVB-Strahlung schützt
  • Insektenschutzmittel und ein juckreizstillendes Gel, insbesondere für Gebiete, in denen Malaria, Gelbfieber oder Dengue-Fieber sowie die japanische Enzephalitis verbreitet sind
  • Schmerz- und Fiebermittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen, ASS oder Paracetamol
  • Ein Fieberthermometer
  • Eine Wund- und Heilsalbe
  • Präparate gegen Durchfall, etwa Elektrolyt-Pulver und Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid
  • Arznei gegen Verstopfung
  • Erkältungsmittel gegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen, darunter Nasenspray und Medikamente mit desinfizierender Wirkung
  • Medikamente gegen Allergien oder Insektenstiche, entweder als Mittel zum Einnehmen oder Einreiben
  • Mittel gegen Übelkeit, zum Beispiel schnell wirkende Kaugummipräparate
  • Abschwellende oder antiallergische Augentropfen gegen schmerzende Augen durch Wind, Licht oder Staub
  • Tabletten gegen Sodbrennen