Betrug in Singlebörsen durch die Nigeria-Connection

Menschen ab Abgrund

Singlebörsen sind eine gute Möglichkeit, potenzielle Partner kennenzulernen - wenn alles nach Plan verläuft. Die zumindest für ihre betrügerischen Aktivitäten berühmte Nigeria-Connection hat inzwischen auch Singlebörsen im Visier und es dort vor allem auf nichtsahnende Frauen abgesehen. Wie man die Betrüger erkennt und was gegen die die Gefahr aus dem Westen Afrikas hilft, zeigt dieser Ratgeber.

Die Masche der Nigeria-Connection

Das Beuteschema der Betrüger ist immer dasselbe: Eine Frau, die auf einem Dating-Portal nach einem möglichen Partner sucht, wird angeschrieben. Offensichtlich handelt es sich bei den Männern immer um den absoluten Volltreffer: Durchtrainiert, mit einem Job, der ein unfassbares Gehalt auf den Tisch bringt, dazu Fotos in exotischen, traumhaft anmutenden Locations - und ganz nebenbei wird der nichtsahnenden Dame durch den Lockvogel vorgespielt, dass es sich um dessen absolute Traumfrau handelt.

Das erste Treffen, das nie stattfindet

Irgendwann möchten sich der vermeintliche Adonis und die von Amor verzauberte Dame treffen - ab er kurz vor dem Flug nach Deutschland muss der Mitarbeiter der Nigeria-Connection der Verwandtschaft mit einer großen Menge Geld aushelfen, die Geldbörse wird direkt am Flughafen gestohlen und dergleichen mehr. Die Verliebte wird daraufhin gebeten, doch bitte ein paar hundert Euro zu überweisen - am besten schnell, per Western Union oder einem ähnlich schnellen, global arbeitenden Dienstleister. Wie die Geschichte ausgeht, kann man sich denken: Der Traummann verschwindet, die Trauer über das verlorene Geld und das gebrochene Herz - sowie die Wut - bleiben.

Lying
Wer auf die Betrugsmasche reinfällt, ist danach meist ein paar hundert Euro leichter.

Erste Hilfe gegen den Betrug

Leicht zu erkennen sind die Angestellten der Nigeria-Connection nicht unbedingt, was insbesondere dann zutrifft, wenn die nach Liebe suchende Person über Betrug im Internet nicht ausreichend informiert ist. Die folgenden Kriterien schaffen jedoch Abhilfe gegen einen Großteil der Betrüger:

  • Die einfache Regel lautet: Klingt eine Geschichte zu gut, um wahr zu sein, ist sie das meistens auch. Ein reicher Industrieller, der auf den Malediven arbeitet und sich dort über das Internet in eine Hausfrau aus Berlin verliebt? Ja, alles ist möglich - aber unwahrscheinlich.
  • Eine Überweisung von Geldern sollte niemals stattfinden, bevor nicht eine gewisse Vertrauensbasis Treffen aufgebaut wurde. Unabhängig davon, wie herzzerreißend die aufgetischte Story ausfällt, darf diese Grenze niemals überschritten werden.
  • Manchmal hilft auch ein wenig Glück: Mit Googles Bildersuche können auch Fotos hochgeladen und dann im Internet mit anderen Bildern verglichen werden. Gibt es das Bild vom vermeintlichen Traummann bereits auf zahlreichen anderen Seiten zu finden, handelt es sich um einen Betrüger.
  • Vor dem Treffen sollte unbedingt ein Telefonat geführt werden. Ausreden à la Zeitmangel, schlechte Mobilfunkverbindung oder "Ich habe gerade Besuch, vielleicht telefonieren wir besser später" dürfen nicht mehr als einmal vorkommen. Außerdem: Nigerianische Betrüger beherrschen die deutsche Sprache in der Regel nicht.

Die Dimensionen des Betrugs

Trotz dieser sehr effektiven Gegenmaßnahmen, die garantiert jeden Betrüger entlarven oder zumindest die Überweisung von Geldern verhindern, beläuft sich allein der Schaden in Deutschland jedes Jahr auf geschätzte 10 Millionen Euro. Bis zu 8.000 Frauen fallen jährlich auf diese Masche rein, mehr als 5.000 Profile nigerianischer Betrüger werden jeden Tag(!) von den Dating-Portalen gelöscht. In den USA beläuft sich der Schaden bereits auf mehr als 50 Millionen US-Dollar, in England gibt es jedes Jahr mehr als 200.000 weibliche Opfer zu beklagen. Die Gefahr ist also real - aber mit den erwähnten Tipps lässt sich das Risiko eindämmen.