Wie melde ich einen Wildunfall?

Wildunfall melden Teaser

Viele deutsche Landstraßen führen durch pittoreske Landschaften und Wälder. Hinter der tollen Aussicht aus dem Autofenster lauert jedoch eine versteckte Gefahr: Die tierischen Wald- und Wiesenbewohner kennen keine Straßenregeln, und so kommt es häufig zu unvermeidbaren Wildunfällen. Wie sich Beteiligte in einem solchen Fall am besten verhalten, erklärt dieser Ratgeber.

Wann liegt ein Wildunfall vor?

Der Begriff „Wildunfall“ bezeichnet alle Verkehrsunfälle, an denen ein Wildtier beteiligt ist. Es kann sich dabei um die Kollision eines Fahrzeugs mit dem Tier handeln oder um einen Schaden, der durch ein Ausweichmanöver entsteht. Unter die Bezeichnung „Wild“ fallen in Deutschland üblicherweise alle Landtiere, die dem Jagdrecht unterliegen, also ausschließlich größere Vögel und Säugetiere. Überfährt also jemand eine Eidechse oder einen Igel, handelt es sich nicht um einen Wildunfall. Gleiches gilt für Nutz- und Haustiere wie Schafe, Kühe, Hunde, Katzen oder Hühner. Im Gegensatz dazu stellt eine Kollision mit folgenden Tieren eindeutig einen Wildunfall dar:

  • Wildschwein
  • Hase
  • Reh- und Damwild
  • Hirsch
  • Fuchs
  • Dachs
  • Bär
  • Wolf
  • Känguru
  • Beutelratte

Wie verhalte ich mich bei einem Wildunfall?

Wer in einen Wildunfall verwickelt ist, ist dazu verpflichtet, die Polizei zu informieren. Darüber hinaus sollte er zu seiner eigenen sowie zur Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer einige wichtige Schritte beachten.

Die Unfallstelle sichern
  1. Warnblinker aktivieren
  2. Warnweste anziehen
  3. Warndreieck aufstellen
  4. Totes Wild von der Mitte der Fahrbahn vorsichtig an den Rand schaffen (mit Handschuhen)
Warndreieck auf der Straße
Zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer ist es wichtig die Unfallstelle mit dem Warndreieck zu kennzeichnen.
Den Unfall der Polizei melden

Ist die Unfallstelle gesichert, muss der Beteiligte den Wildunfall der Polizei melden. Tut er dies nicht, begeht er eine Ordnungswidrigkeit. Zwar macht er sich nicht der Fahrerflucht schuldig, da ja keine Person betroffen ist und Wild niemandem gehört, er verstößt aber gegen das Tierschutzgesetz. Ist das angefahrene Wild verletzt und der Fahrer fährt weiter, ohne den Unfall zu melden, wird dies als Tierquälerei eingestuft und kann eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen. Ebenfalls strafbar ist es, das angefahrene Tier eigenmächtig mitzunehmen. Das gilt nämlich als Wilderei, die mit einer Geldstrafe oder gar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren sanktioniert wird.

Zusätzlich zur Polizei sollte der zuständige Jagdpächter oder Förster verständigt werden. In der Regel übernimmt diese Aufgabe aber die Polizei. Entfernt sich das angefahrene Tier von der Unfallstelle, ist der Wildunfall dennoch zu melden. So kann sich der zuständige Jagdpächter oder Förster auf die Suche nach dem verletzten Wild begeben.

Während die an einem Wildunfall Beteiligten auf das Eintreffen der Polizei warten, können sie die Zeit zum Beispiel nutzen, um für ihre Versicherung Fotos von der Unfallstelle zu schießen. Dabei sollten sie allerdings darauf achten, dass sie durch das Fotografieren weder sich selbst noch die übrigen Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen. Wichtig sind Bilder von den Schäden am Fahrzeug aus mehreren Perspektiven. Auch Bilder vom Tier erweisen sich in manchen Fällen als nützlich.

Darüber hinaus sollten die Unfallbeteiligten nicht vergessen, sich von der Polizei eine entsprechende Bescheinigung für ihre Versicherung ausstellen zu lassen. Ohne diese müssen sie nämlich der Versicherung beweisen, dass der Schaden an ihrem Fahrzeug tatsächlich aus einem Wildunfall stammt, damit diese ihn begleicht.