Was hilft gegen Blasenentzündung?

Mittel gegen Blasenentzündung

Zystitis: Was hilft gegen eine Blasenentzündung?

Blasenentzündungen sind für viele Frauen ein brennendes Problem, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Blasenentzündungen sind nicht nur unangenehm und äußerst schmerzhaft, sondern auch gefährlich. Von der Blasenentzündung sind vor allem Frauen betroffen, da sie eine kürzere Harnröhre als Männer besitzen. Bei ihnen gelangen Bakterien schneller in die Blase. Mehr als die Hälfte aller Frauen leidet deshalb mindestens einmal in ihrem Leben an einem unkomplizierten Harnwegsinfekt. Männer sind sehr viel seltener betroffen. Bei ihnen tritt es meist auf, wenn sie in ihren Sechzigern sind.

Bemerkbar machen sich die lästigen Entzündungen meist mit einem ständigen Harndrang, der selbst dann anhält, wenn die Blase leer ist. Typischerweise suchen Betroffene sehr häufig die Toilette auf und urinieren tröpfchenweise. Bei jedem Wasserlassen gesellt sich ein brennendes Gefühl hinzu. Mit dem weiteren Fortschritt der Blasenentzündung verschlimmern sich auch die Beschwerden. Die weiteren Folgen einer Blasenentzündung sind Bauchkrämpfe und Übelkeit bis hin zu Blut im Urin. Ist keine Besserung in Sicht, kommen Antibiotika zum Einsatz. In vielen Fällen helfen jedoch bereits Hausmittel.

Wenn es brennt: Vorbeugen, erkennen, behandeln

Die häufigsten Ursachen einer sogenannten Zystitis sind Bakterien, Viren oder Pilze in der Blasenschleimhaut. Das Bakterium Escherichia Coli, das im eigenen Intimbereich zu finden ist, gelangt vor allem beim Sex in die Harnwege. Von dort aus wandert es in die Blase und verursacht die schmerzhafte Entzündung. Da ein gesunder Körper über ausreichend Schutzmechanismen verfügt, liegt in der Regel eine Störung der Abwehrkräfte vor. Unabhängig davon, ob ein Kondom benutzt wurde oder nicht, ist das Risiko einer Blasenentzündung in den ersten 48 Stunden nach dem Sex um ein Vielfaches erhöht. Besonders häufiger Sex kann die Schleimhäute reizen, sodass Bakterien leichter eindringen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer Honeymoon-Zystitis.

Warum „Honeymoon-Zystitis“?

Der Begriff „Honeymoon“ stammt aus dem Englischen und bedeutet Flitterwochen. Man spricht also von einer Honeymoon-Zystitis, da früher viele Frauen in ihrer Hochzeitsnacht den ersten Geschlechtsverkehr erlebten, sodass sie in ihren darauffolgenden Flitterwochen unter einer Blasenentzündung litten.

Tritt die Blasenentzündung vorwiegend nach dem Geschlechtsverkehr auf, ist es empfehlenswert, nach dem Sex auf die Toilette zu gehen und anschließend zwei große Gläser Wasser zu trinken. Auf diese Weise wird die Blase gespült und die Bakterien werden entfernt. Pilzinfektionen lassen sich im Gegensatz zu Bakterien oder Viren nicht leicht zuordnen, da hierbei eher Symptome wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Hautprobleme auftreten.

Da die Stärke unseres Immunsystems direkt mit dem Säure-Basen-Haushalt und der Darmgesundheit zusammenhängt, ist eine Blasenentzündung häufig bereits durch eine gesunde Ernährung ins Lot zu bringen. Diese sollte möglichst frei von Lebensmittelzusatzstoffen sowie reich an Antioxidantien und Vitalstoffen ist. Zu den antibakteriellen Lebensmitteln zählen unter anderem Oregano, Thymian, Meerrettich und Kapuzinerkresse. Um einer Blasenentzündung vorzubeugen sollten Anfällige diese Lebensmittel daher regelmäßig in ihren Speiseplan integrieren.

Risikoreich ist ebenfalls eine gemeinschaftliche Benutzung von Toiletten, da beispielsweise Bakterien, die sich auf den Türklingen befinden, versehentlich in den Intimbereich gebracht werden. Eng sitzende Slips können den Schambereich reizen. Deshalb ist es ratsam, Baumwollunterwäsche zu tragen und diese bei 60 Grad Celsius zu waschen. Zusätzlich gibt es einige Faktoren, die eine Zystitis begünstigen, etwa ein Unterkühlung, zu viel Alkohol oder zu wenig Wasserzufuhr.

Aufgrund der schnellen Vermehrung der Keime ist es sehr wichtig, bei einer beginnenden Blasenentzündung schnell zu handeln. Da eine Antibiotika-Einnahme jedoch immer die Darm- und Scheidenflora schädigt, wird auch das Immunsystem schwächer. Aus diesem Grund kehren Harnwegsinfekte häufig wieder zurück. Deshalb ist es besser, eine Blasenentzündung vorerst mithilfe diverser Hausmittel zu kurieren.

Bewährte Hausmittel

Eine leichte Blasenentzündung können Betroffene in den meisten Fällen selbst behandeln. Folgende Hausmittel, Tipps und Tricks bringen eine schnelle Linderung:

Wasserflasche

Viel trinken

Zur Behandlung einer Zystitis empfiehlt es sich, viel Wasser zu trinken, um die Blase durchzuspülen und die Erreger auszuschwemmen. Mindestens drei Liter am Tag sind zu empfehlen. Neben Wasser eignen sich auch warme Kräutertees, etwa speziell angemischte Blasentees mit Goldrute, Birkenblättern und Bärentraubenblättern. Brennnessel-, Wachholder- und Acker-Schachtelhalmtee sind kurz vor dem Schlafengehen ratsam, damit sich ihre Wirkstoffe über Nacht in der Blase anreichern. Wichtig ist, dass es sich um möglichst basische Getränke handelt. Kaffee und Zitrussäfte, die viel Säure enthalten, sind kontraproduktiv. Um ein alkalisches Milieu zu schaffen, trinken Betroffene dreimal täglich ein Glas Wasser mit einer Messerspitze Backpulver oder Natron. Das vertreibt die Bakterien und lindert das Brennen beim Wasserlassen. Da Bakterien Zucker lieben, sollten sie bei einer Blasenentzündung auf zuckerhaltige Getränke verzichten.
Cranberry

Die richtigen Speisen

Bestimmte Speisen sind bei einer Blasenentzündung sehr hilfreich. Cranberry, Meerrettich und Ingwer wirken beispielsweise antibakteriell, Kürbiskerne und Stangesellerie harntreibend. Zu den probiotischen Lebensmitteln gehören wiederum Naturjoghurts, Kimchi und Sauerkraut. Geröstete Esskastanien bremsen den Harndrang, das in Eukalyptusblättern enthaltene Cineol wirkt bei Blasenentzündungen entzündungshemmend beziehungsweise schmerzlindernd und Apfelessig gleicht einem natürlichen Antibiotikum, da die darin enthaltene Säure bei der Bekämpfung der Keime hilft.
Toilette

Häufig Wasser lassen

Trotz der Schmerzen ist es wichtig, den Urin nicht zurückzuhalten. Vorbeugende Toilettenbesuche sind bei einer Blasenentzündung jedoch nicht ratsam, da durch die leere Blase ein Unterdruck entstehen kann, wodurch die Bakterien zurück in die Blase gelangen. Auch die richtige Intimpflege ist relevant. So ist es sinnvoller, pH-neutrale Lotionen oder pures Wasser zu benutzen, da die meisten Pflegeprodukte die natürliche Flora stören und die Blasenentzündung begünstigen.
Wärmflasche

Wärme

Während einer Blasenentzündung sind der untere Bauch und der Rücken stets warmzuhalten. Neben Wärmekissen helfen auch feuchtwarme Sitzbäder, die die Muskulatur der Blase entspannen. Eine weitere Möglichkeit sind heiß-feuchte Auflagen. Dafür tränken die Betroffenen ein Frotteetuch mit heißem Wasser, wringen es fest aus, legen es anschließend auf den Unterbauch und darüber ein trockenes Tuch. In eine zusätzliche Decke eingewickelt, lassen sie den Wickel so lange einwirken, bis er nicht mehr heiß ist, und wiederholen anschließend die Prozedur.

Trotz Hausmittel keine Besserung in Sicht?

Halten die Beschwerden der Entzündung länger als drei Tage an oder tritt Blut im Urin auf, ist es unbedingt notwendig, einen Arzt aufzusuchen. Eine Blasenentzündung kann nämlich auch zu einer Infektion der Nieren führen. Bei dieser oberen Harnwegsinfektion besteht das Risiko, dass sich die Bakterien über den Blutkreislauf im gesamten Organismus verbreiten, was wiederum zu einer Sepsis, also einer Blutvergiftung, führen kann. Tritt eine Zystitis mehrmals im Jahr auf, spricht man von einer wiederkehrenden beziehungsweise chronischen Harnwegsinfektion.

Der Arzt verschreibt in der Regel Antibiotika, die die Entzündung innerhalb weniger Tagen bekämpfen. Wichtig: Selbst dann, wenn die Beschwerden der Blasenentzündung bereits nach einem Tag aufhören, ist es notwendig, die Antibiotika zu Ende zu nehmen, damit sich nicht multiresistente Keime bilden.