Kokosöl, das Wundermittel für die Zahnpflege?

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Ölziehen gehört seit einigen Jahren zu den bekanntesten Gesundheitstrends. Es handelt sich dabei um eine uralte Mundreinigungs-Methode, die – angeblich – bereits vor Jahrtausenden in Indien und anderen fernöstlichen Ländern praktiziert wurde. Es funktioniert ganz einfach: Man spült den Mund etwa zehn bis 20 Minuten mit einem pflanzlichen Öl und spuckt die Flüssigkeit anschließend wieder aus. Besonders beliebt in diesem Zusammenhang sind Sonnenblumen- und Kokosöl. Insbesondere Letzteres wurde in den letzten Jahren zu einem echten Geheimtipp und Trendprodukt.

Lange Zeit bremsten die Mediziner aber den Enthusiasmus, mit dem Kokosöl als Mundspülung benutzt wurde, ein wenig aus. Eine positive Wirkung wurde zwar vermutet, doch es fehlten Belege in Form von Studien. Ob es tatsächlich die Mundhygiene in nennenswertem Maße verbessert, war lange Zeit nicht geklärt. Seinen Aufstieg zum Trendprodukt im Bereich Zahnhygiene verdankte das Öl hauptsächlich subjektiven Erfahrungsberichten.

Vor Kurzem kam schließlich eine Studie heraus, welche die positive Wirkung von Kokosöl für Zähne und Zahnfleisch klar bestätigt. Wissenschaftler des Athlone Institute of Technology in Irland fanden heraus, dass Kokosöl tatsächlich einen Mehrwert für die Zahnpflege bietet. Ihrer Studie zufolge eignet es sich insbesondere als Mittel zur Kariesvorbeugung.

Kokosöl unterstützt die Zahnpflege

  • Mundgeruch bekämpft,
  • Karies vorbeugt,
  • die Zähne weißt und
  • die allgemeine Zahnhygiene verbessert.

Es lohnt sich also in der Tat, Kokosöl als Mundspülung zu nutzen.

Kokosöl wirkt gegen Bakterien

Kariesbakterien

Kariesbakterien bilden aus der Saccharose der zerkauten Nahrung eine Masse, die am Zahnschmelz haften bleibt. In der Folge verwandeln die Kariesbakterien Kohlenhydrate in Milchsäure, die für ein saures Mundmilieu sorgen: der perfekte Wohlfühlort für allerlei andere Bakterien.

So tötet Kokosöl schädliche Bakterien ab

Kokosöl weist einen sehr hohen Anteil an Laurinsäure auf. Die mittelkettige Fettsäure entwickelt ihre Wirkung im Körper und geht aggressiv gegen pathogene Erreger vor. Die Zellmembran eines Bakteriums besteht aus einer feinen Fettschicht. Die Laurinsäure penetriert diese, woraufhin das Bakterium stirbt. Irische Wissenschaftler haben die Laurinsäure auf das Bakterium Streptococcus mutan, den Hauptverursacher von Karies, angewendet und konnten dieses erfolgreich abtöten.

Ersetzt Kokosöl die Zahnpasta?

Kann Kokosöl also gar die Zahnpasta ersetzen? Die Antwort lautet ganz klar: Nein, kann es nicht. Zwar ist Kokosöl in der Tat ein wirksames Mittel zur Vorbeugung von Karies. Doch wie auch bei konventionellen Mundspülungen gilt: Es kann das Zähneputzen nicht ersetzen. Die Zahnbürste reinigt die Zähne und – zumindest zu einem gewissen Teil – die Zahnzwischenräume von feineren und gröberen Essensresten. Eine einfache Mundspülung kann dies nicht leisten. Die zehn bis 20 Minuten, die das Ölziehen in Anspruch nimmt, addieren sich also auf die drei bis fünf Minuten, die ein Mensch im Durchschnitt zum Zähneputzen benötigt.

Mit Kokosöl den Mund spülen?

Das Öl als Mundspülung zu verwenden, ist um einiges aufwendiger. Konventionelle Mundspülungen bleiben üblicherweise gerade einmal 30 Sekunden im Mund. Für die Nutzung von Kokosöl wird hingegen eine Anwendungszeit von 15 bis 20 Minuten empfohlen. Dies dürfte nur für wenige Anwender machbar sein – im hektischen Berufsalltag muss es schließlich auch mit der morgendlichen Zahnpflege schnell gehen. Wer sich dennoch die Zeit nimmt, zusätzlich zur herkömmlichen Zahnpflege seinen Mund mit Kokosöl zu spülen, der wird sehr gesunde Zähne haben. Und stets einen guten Atem.

Welches Kokosöl eignet sich für die Zahnpflege?

Hinsichtlich der Qualität der Kokosöle bestehen teils erhebliche Unterschiede. Die Öle aus Supermärkten sind in der Regel nicht zu empfehlen. Sie werden in den meisten Fällen hocherhitzt und raffiniert, wodurch viele wertvolle Inhaltsstoffe verlorengehen. Daher gilt das Gleiche wie beim Olivenöl: Nur kaltgepresstes Öl aus der Mühle besitzt die notwendige Qualität. In Supermärkten ist kaltgepresstes Kokosöl kaum zu finden, und selbst Bioläden führen es eher selten im Sortiment. Daher bietet sich der Kauf im Internet an.

Interessenten sollten nicht vor der etwas preisintensiveren Biovariante zurückschrecken. Diese ist nämlich besonders wirksam.

Kokosöl ist ein Allround-Pflegeprodukt

Kokosöl ist ein echtes Allroundtalent. Als Pflegeprodukt ist es nicht nur für die Mundhygiene, sondern auch für Haut und Haare einsetzbar. Es ist ein vollwertiger Ersatz für viele Chemieprodukte.

Mit Kokosöl lassen sich Schuppenflechte und milde Formen von Haarausfall behandeln. Es sorgt dafür, dass die Haare glänzend, kraftvoll und gesund wirken.

In tropischen Ländern ist Kokosöl auch ein beliebtes Pflegemittel für die Haut. Es macht sie glatt und geschmeidig. Zudem ist es angenehm in der Anwendung: Es zieht schnell ein und hinterlässt keine Fettschicht.

Kokosöl als Lebensmittel

Kokosöl ist auch ein sehr gesundes Lebensmittel. Es enthält alle Vitamine der B-Gruppe sowie Vitamin E. Seine mittelkettigen Fettsäuren unterstützen den Stoffwechsel und hemmen das Wachstum von Viren und schädlichen Bakterien.

Kokosöl ist also ein

  • ein sehr gesundes Lebensmittel,
  • ein guter Ersatz für herkömmliche Mundspülungen,
  • eine gute Alternative zu Hauptpflegecremes sowie
  • ein wirksames Pflegprodukt bei strapazierten Haaren.