Kokosöl, das Wundermittel für die Zahnpflege?

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Dass Kokosöl gut für die Mundhygiene sei, gehört mittlerweile zu den Mythen des Alltags. Doch sind das euphorisierte Behauptungen oder verbirgt sich mehr dahinter? Fakt ist, dass Kokosöl in den letzten Jahren immer mehr zum Trendprodukt heranreift. Viele Köche schwören auf das gesunde Öl und bereiten ihre Köstlichkeiten mit Vorliebe damit zu. Wissenschaftler des Athlone Institute of Technology in Irland wollen hingegen herausgefunden haben, dass Kokosöl nicht nur einen Mehrwert für die Zahnpflege bietet, sondern wichtiger Bestandteil der Kariesvorbeugung ist.

Kokosöl unterstützt die Zahnpflege, denn es:

  1. bekämpft Mundgeruch
  2. beugt Karies vor
  3. weißt die Zähne auf
  4. verbessert die allgemeine Zahnhygiene

Kokosöl wirkt gegen Bakterien

Kariesbakterien bilden aus der Saccharose der zerkauten Nahrung eine Masse, die am Zahnschmelz haften bleibt. In der Folge verwandeln die Kariesbakterien Kohlenhydrate in Milchsäure, die für ein saures Mundmilieu sorgen: der perfekte Wohlfühlort für allerlei andere Bakterien. Kokosöl hingegen weist einen sehr hohen Anteil an Laurinsäure auf. Die mittelkettige Fettsäure entwickelt ihre Wirkung im Körper und geht aggressiv gegen pathogene Erreger vor. Die Zellmembran eines solchen Bakteriums besteht aus einer feinen Fettschicht. Die Laurinsäure bricht diese auf, worauf das Bakterium abstirbt. Irische Wissenschaftler haben die Laurinsäure auf das Bakterium Streptococcus mutan, den Hauptverursacher von Karies, angewendet und konnten dieses erfolgreich abtöten.

Ersetzt Kokosöl die Zahnpasta?

Kann Kokosöl also vielleicht die Zahnpasta ersetzen? Fest steht, dass das Öl bei der Kariesvorbeugung hilft. Allerdings beziehen sich die meisten Statements dazu auf diese eine Studie der irischen Wissenschaftler. Eine ernsthafte Empfehlung, die herkömmliche Zahnpasta aus dem Badezimmer zu verbannen, kann dies daher nicht sein. Vielmehr kann das Kokosöl als sinnvolle Ergänzung zur herkömmlichen Zahnpflege angesehen werden.

Mit Kokosöl den Mund spülen?

Als Zahnpasta wird das Öl einfach statt der Paste auf die Zahnbürste aufgetragen. Das Kokosöl beginnt zu schäumen und nimmt tatsächlich eine der Zahnpasta ähnliche Konsistenz an. Das Öl als Mundspülung zu verwenden, ist hingegen schon um einiges aufwendiger. Mundspülungen bleiben üblicherweise gerade einmal 30 Sekunden im Mundraum. Für die Behandlung mit Kokosöl wird hingegen eine Anwendungszeit von 15 bis 20 Minuten empfohlen. Für kaum einen Anwender dürfte das eine sinnvolle Alternative zur morgendlichen Zahnpflege darstellen. Dennoch können Zahnärzte der 20-minütigen Behandlung einiges Gutes abgewinnen, wenn Verbraucher das Öl zusätzlich zur herkömmlichen Zahnpflege anwenden.

Welches Kokosöl eignet sich für die Zahnpflege?

In der Qualität der Kokosöle bestehen teils erhebliche Unterschiede. Die Öle aus Supermärkten sind in der Regel nicht zu empfehlen. In der Massenproduktion werden diese hocherhitzt und raffiniert, wodurch viele wertvolle Inhaltsstoffe verlorengehen, und somit auch der große Vorteil von Kokosöl. Daher gilt das Gleiche wie beim Olivenöl: nur kaltgepresstes Öl aus der Mühle besitzt die notwendige Qualität. In Supermärkten ist kaltgepresstes Kokosöl nicht zu finden, und selbst Bioläden führen es eher selten im Sortiment. Daher bietet sich der Kauf im Internet an. Interessenten sollten nicht vor der etwas preisintensiveren Biovariante zurückschrecken. Abseits der vielseitigen Anwendung bei der Zahnpflege ist Kokosöl ein sehr nützliches Helferlein im Haushalt.

Kokosöl ist verwendbar als:

  • qualitativ hochwertiges Lebensmittel
  • gute Alternative zu Hauptpflegecremes
  • wirksames Heilmittel bei gestressten Haaren

Auch wenn es nicht für die Revolution in der Zahnpflege reicht, Kokosöl bestätigt zunehmend seinen Trendstatus als gesundes und vielseitiges Nahrungsmittel.