Was bedeuten die Niveaustufen A1 bis C2?

Sprachniveau Englisch Teaser

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen

„Lernen, lehren und beurteilen“ – Eine entscheidende Hilfe in diesen drei Aspekten ist der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen. Dieser wendet sich ausdrücklich auch an den Lernenden selbst. Mittels einer Globalskala kann sich jeder schnell einen Eindruck von seinen Fremdsprachenkenntnissen machen. Wer autonom online Sprachen lernen will, kann Sprachstand, Lernfortschritt und vor allem sein Lernziel anhand des Referenzrahmens treffsicher einschätzen und formulieren. Welches Sprachniveau möchten Sie erreichen?

Wem nützt der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen? Und wozu?

Das Wortungetüm Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen klingt schwer nach umständlich formulierten Richtlinien in langweiligem Behördendeutsch, doch halt! Es wäre für einen Fremdsprachenlerner ein Fehler, einfach wegzuklicken. Der 2001 vom Europarat veröffentlichte Referenzrahmen, kurz GeR, GER oder GeRS (auf Englisch „Common European Framework of Reference for Languages“, kurz CEFR), ist ein glänzendes Beispiel für eine gelungene europäische Zusammenarbeit, denn er ist

  • sprachenunabhängig, da er prinzipiell auf alle Sprachen anwendbar ist,
  • länderübergreifend, da er weithin anerkannt ist,
  • zertifikatsunabhängig, da er Grundlage für verschiedene Sprachdiplome ist,
  • mobilitätsfördernd, da er Sprachlernende befähigt, im Ausland zu studieren oder zu arbeiten,
  • kostenfrei online verfügbar und
  • ermöglicht eine Selbsteinschätzung dank Globalskala.

Egal welche Fremdsprache ein Lerner in einem Präsenzkurs, mit Sprachsoftware oder Online-Sprachkursen erlernt, der GER beschreibt seine Sprachkompetenz anhand tauglicher und objektivierbarer Kriterien. Dies ermöglicht eine länderübergreifende gegenseitige Anerkennung der nachgewiesenen fremdsprachlichen Kompetenzen.

Diploma werden auf diese Weise weltweit vergleichbar und kein Sprachschüler muss mehr um die Anerkennung seines Abschlusses im Ausland fürchten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es in Europa inzwischen eine gemeinsame und weltweit anerkannte Basis für die Erstellung von Lehrmaterialien und Prüfungen gibt. Diese sind wiederum die Voraussetzung schlechthin, um qualitativ vergleichbare Abschlüsse zu erhalten.

Wer Fremdsprachen lernt, muss sich mit dem GER auseinandersetzen.

Auch außerhalb Europas findet der Referenzrahmen zunehmend Anklang. So folgt beispielsweise Japan bei der Fremdsprachenbewertung für Japanisch der Skala des Europäischen Referenzrahmens. China hat ebenfalls längst seine Sprachlevel der Chinesischen Sprachprüfung HSK (Hanyu Shuiping Kaoshi) mit dem GER synchronisiert.

Nicht zuletzt profitiert der Lernende ganz individuell. Jeder kann anhand einer abgespeckten, simplen Variante des Referenzrahmens, der sogenannten Globalskala, sein Sprachniveau selbst ermitteln, Ziele für den Lernfortschritt formulieren und kontrollieren.

Globalskala

Zu jeder der sechs Kompetenzstufen des GER gibt es eine einfache und verständliche Beschreibung des entsprechenden Sprachniveaus. Der Lernende kann seine Fähigkeiten in den vier Sprachkompetenzen Leseverständnis, Hörverständnis, Sprechen und Schreiben unkompliziert selbst einstufen. Die Globalskala findet sich auf der Webseite des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.

Wie gut sind meine Fremdsprachenkenntnisse wirklich?

Es gibt drei verschiedene Kompetenzniveaus, die mit A, B und C bezeichnet werden. A ist die tiefste, C die höchste Stufe. Die drei Niveaus gliedern sich jeweils in zwei Stufen: A1 und A2, B1 und B2 sowie C1 und C2. Wer das B1-Niveau erreicht hat, versteht bei klarer Standardsprache und vertrauten Themen das meiste, während der B2-Lernende sogar mit komplexen Texten aus alltagsfernen Themengebieten umgehen kann. Die Kompetenzentwicklung ist also auch innerhalb eines der drei Sprachniveaus durchaus erheblich.

Für jedes Niveau, im Englischen „Level“ genannt, ist eindeutig beschrieben, was ein Lernender in den vier Kompetenzbereichen Lesen, Hören, Sprechen und Schreiben können muss. Zumeist bieten die diversen Sprachzertifizierer genaue Beschreibungen des Kompetenzniveaus, die sich am GER ausrichten. Es lohnt sich also, auf den Seiten von Sprachprogramm- oder Online-Englisch-Kursen nach entsprechenden Hinweisen Ausschau zu halten.

Kompetenzniveau A: Elementare Sprachverwendung

Das untere Kompetenzniveau A gliedert sich in die Niveaustufen A1 und A2:

  • Niveaustufe A1: Anfänger, im Englischen „Breakthrough“ oder „Beginner“ genannt
  • Niveaustufe A2: Grundlegende Kenntnisse, im Englischen „Waystage“ oder „Elementary“ genannt

Kompetenzniveau B: Selbstständige Sprachverwendung

Das mittlere Kompetenzniveau B teilt sich in die Niveaustufen B1 und B2 auf:

  • Niveaustufe B1: Fortgeschrittene Sprachverwendung, auf Englisch „Threshold“ oder „Intermediate“
  • Niveaustufe B2: Selbstständige Sprachverwendung, auf Englisch „Vantage“ oder „Upper Intermediate“

Kompetenzniveau C: Kompetente Sprachverwendung

Das obere Kompetenzniveau C unterteilt sich in die Niveaustufen C1 und C2:

  • Niveaustufe C1: Fachkundige Sprachkenntnisse, auf Englisch „Effective Operational Proficiency“ oder „Advanced“
  • Niveaustufe C2: Annähernd muttersprachliche Kenntnisse, auf Englisch „Mastery“ oder „Proficiency“

Unsere Slideshow gibt einen Einblick in die Fertigkeiten, die die einzelnen Niveaus und Niveaustufen ausmachen:

Brauche ich ein Sprachzertifikat und wenn ja, welches?

Ohne offizielles Zertifikat ist der Nachweis von Kenntnissen jeglicher Art, insbesondere im Ausland, bekanntermaßen schwer. Das gilt natürlich auch für Sprachkenntnisse. Es gibt daher eine nahezu unüberschaubare Fülle an Abschlüssen und Diplomen im Bereich Fremdsprachenerwerb. Am Anfang der Überlegung einen Sprachkurs zu belegen, oder zum Beispiel Online Englisch zu lernen, sollte daher die Frage stehen, ob ein Zertifikat notwendig ist.

Wer Rumänisch oder Hindi für den Urlaub oder privaten Gebrauch in der multikulturellen Familie lernen oder vertiefen möchte, kann ruhig auf ein Sprachdiplom verzichten. Der Erwerb eines Zertifikats ist nämlich mit einem nicht unerheblichen Lern- und Verwaltungsaufwand nebst Kosten verbunden. So schlagen die großen amerikanischen Sprachzertifikate TOEFL (Test of English as a Foreign Language“) und IELTS („International English Language Testing System“) jeweils mit über 200 Euro zu Buche. Eine Investition, die wohl überlegt sein will.

English Exam on the Table
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Je nach individuellem Ziel gilt es zu entscheiden ob ein und, falls ja, welches Sprachdiplom notwendig ist.

Entscheidet man sich für die Zertifizierung der eigenen Fremdsprachenkenntnisse, kommt es darauf an wofür das gewünschte Zertifikat genutzt werden soll. Auf ein universitäres Umfeld zugeschnittene Diplome, etwa für einen Auslandsaufenthalt im Rahmen des Studiums, existieren für die meisten Sprachen. Diese werden zumeist konkret von den Hochschulen zum Nachweis eines bestimmten erforderlichen Kompetenzniveaus eingefordert.

Für ein Studium in den USA ist ein TOEFL-Zertifikat erforderlich. Geht es hingegen um die berufliche Nutzung der englischen Sprache, bietet sich der TOEIC an. Er ist mit 100 bis 150 Euro etwas günstiger als der TOEFL.

Um ein doppeltes Testverfahren, die damit verbundenen Kosten und vor allem den Erwerb des für den gewünschten Zweck falschen Diploms zu vermeiden, empfiehlt es sich, bereits im Voraus nachzufragen, welcher Sprachkenntnisnachweis für einen Job, ein Studium, ein Praktikum oder eine Ausbildung gefordert wird.

Kosten einiger Sprachdiplome
  • TOEFL (Test of English as a Foreign Language): 240 US-Dollar
  • TOIEC (Test of English for International Communication): 100 bis 150 Euro
  • CILS (Certificato di conoscenza della lingua italiana): bis zu 160 Euro
  • DALF (Diplôme approfondi de langue francaise): 90 bis 110 Euro

Sieben entscheidende Vorzüge des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens

Die Vorteile des GER ergeben sich zuvorderst aus seiner länderübergreifenden Güligkeit und liegen auf der Hand:

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GEMEINSCHAFTLICHE GRUNDLAGE

Der GER dient als europaweite gemeinschaftliche Grundlage für die Erstellung von Lehrmaterialien und Prüfungen. Diese ist die Voraussetzung für qualitativ vergleichbare Abschlüsse.
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ÜBERWINDUNG VON BILDUNGSBARRIEREN

Der GER ermöglicht eine länderübergreifende Kooperation und hilft Hürden, die aufgrund der vielfältigen Bildungssysteme bestehen, zu überwinden.
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MEHR SELBSTSTÄNDIGKEIT UND TRANSPARENZ

Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit des Lernenden, seine Fremdsprachenkenntnisse selbst einzuordnen. Lehrinhalte, Lehrwerke und Prüfungen werden nach klar beschriebenen Kriterien entworfen. Diese Transparenz gibt sowohl Lehrenden als auch Lehrenden gleichermaßen die Chance, selbstständiger zu arbeiten.
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FOKUS AUF DIE KOMMUNIKATION

Erfolgreiche Kommunikation bedeutet Lesen, Verstehen, Sprechen und Schreiben zu können. Genau auf diese vier Grundfertigkeiten legt der GER seinen Fokus.
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KULTURELLE EINBETTUNG

Sprache und Kultur sind untrennbar miteinander verbunden. Daher bindet der GER die Sprachvermittlung an die Ausbildung eines tiefgreifenden Verständnisses des kulturellen Hintergrundes, das heißt der Werte, Traditionen und Rituale oder auch der Lebensbedingungen im jeweiligen Sprachraum.
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BERÜCKSICHTIGUNG DES BERUFLICHEN UMFELDES

Ganz ausdrücklich wendet sich der GER nicht nur an Schüler und Studierende, sondern auch an Berufstätige. In unserer globalen Welt ist fremdsprachliche Kommunikation im beruflichen Umfeld zunehmend gefragt.
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GÜLTIGE ABSCHLUSSE ÜBER EUROPA HINAUS

Der größte und unschlagbare Vorteil des GER ergibt sich aus den länderübergreifend und über Europa hinaus gültigen Sprachdiplomen. Diese fördern die mobile Flexibilität der Fremdsprachenlernenden. Die Prüfungszentren dezentral europaweit verteilt und zumeist für jedermann leicht erreichbar.