PaintShop Pro

Andreas Kiener
Pro
  • Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Für Anfänger und Profis gleichermaßen geeignet
  • Viele hilfreiche Anleitungen und Tutorials
  • Kostenloses Bonusmaterial
  • Unkomplizierte Installation und rascher Einstieg
Kontra
  • Keine Bildverarbeitung mit der vereinfachten Benutzeroberfläche
  • Menüs können nicht mit dem Mausrad gescrollt werden
Fazit PaintShop Pro überzeugt mit durchdachter Benutzerführung und einem üppigen, zeitgemäßen Funktionsumfang. Dank zweier alternativer Arbeitsflächen ist es für alle Fähigkeitenniveaus geeignet, programminterne Hilfen erleichtern den Einstieg. Da Hersteller Corel nicht auf ein Abo, sondern unbeschränkt gültige Lizenzen setzt, ist die Software preislich mehr als konkurrenzfähig.
PaintShop Pro Zum Anbieter

PaintShop Pro Test

Funktionen

4,50 Pkt

Corel PaintShop Pro verhält sich zu Adobe Photoshop wie Pepsi zu Coke oder Burger King zu McDonalds. Es ist der ewige Zweite, aber warum, weiß niemand so genau. Die Bildbearbeitungsprogramme sind nahezu gleichwertig, Präferenzen für das ein oder andere lassen sich fast nur mit Geschmacksfragen erklären.

Im Fall von Corel PaintShop Pro hat der Zweitplatzierte sogar handfeste Argumente auf seiner Seite: Die neue Version 2018 führt einen alternativen, vereinfachten Arbeitsbereich ein, der den Umgang mit dem Bildbearbeitungsprogramm für Ein- und Umsteiger um einiges einfacher macht, zudem ist Corel PaintShop Pro deutlich günstiger als Adobes teure Creative Cloud-Abonnements. Wer das Programm vor dem Kauf ausprobieren möchte, kann es 30 Tage lang ohne Funktionseinschränkungen kostenlos testen.

Während Adobe Photoshop CC im Monatsabo auf die Summe von 119,88 Euro pro Jahr kommt, bezahlen Corel PaintShop Pro-Kunden nur 69,99 Euro für eine Standardlizenz, die sie zeitlich unbefristet nutzen können. Normalerweise erscheint einmal jährlich eine neue Version, die Besitzer von Vorversionen zum vergünstigten Upgrade-Preis, aktuell 49,99 Euro, erwerben können. Zwischendurch veröffentlicht Corel mehrmals jährlich kostenlose Service-Packs, die die Fehler der jeweils aktuellen Paintshop-Version beheben und sie um Features ergänzen. Neben der Standardversion bietet Corel noch eine Ultimate-Version. Corel Paintshop Pro Ultimate ist für 99,99 Euro (beziehungsweise 69,99 Euro als Upgrade) erhältlich und Ultimate bietet drei zusätzliche Tools an:

  • Painter Essentials 5 verwandelt Fotos in realistische Gemälde.
  • Perfectly Clear 3 SE optimiert Fotos und rettet so manches misslungene Bild.
  • AfterShot 3 ist perfekt für die Bearbeitung von RAW-Bildern.

Neues in der Version Paintshop Pro 2018

Beim Start präsentiert das Bildbearbeitungsprogramm PaintShop Pro 2018 einen Willkommensbildschirm, der neben Links zu Tutorials und zusätzlichen Inhalten und einer Übersicht der zuletzt verwendeten Dateien auch die Wahl zwischen zwei verschiedenen Arbeitsbereichen bietet: Wer sich für die „Grundelemente“ entscheidet, bekommt ein vereinfachtes Benutzerinterface präsentiert, das Anfängern das schnelle Erlernen des Programms erleichtert, „Komplett“ schaltet den vollen Funktionsumfang der Software frei, der nicht gerade klein ist.

Corel PaintShop Pro - Willkommensbildschirm
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Der Willkommensbildschirm erlaubt das Umschalten der Benutzeroberflächen.

Corel hat bei der Entwicklung der Version 2018 seines Bildbearbeitugnsprogramms auf das Feedback seiner Kunden reagiert, die sich ein leichter erlernbares PaintShop Pro wünschen, und darum diese vereinfachte Benutzeroberfläche eingeführt. Die „komplette“ Benutzeroberfläche hingegen entspricht weitgehend dem, was Anwender von Vorversionen des Bildbearbeitungsprgrogramms gewohnt sind.

Ebenfalls als Reaktion auf Kundenfeedback wurde PaintShop Pro im Vergleich zu Vorversionen deutlich beschleunigt. Das Bildbearbeitungsprogramm startet jetzt um bis zu 50 Prozent schneller als zuvor. Das konnten wir zwar nicht überprüfen, es klingt jedoch glaubwürdig: Die Startzeiten sind uns im Test nicht negativ aufgefallen und auch generell reagiert das Programm zackig und lässt auch bei Fotos mit hoher Auflösung ein flüssiges Arbeiten zu.

Neben diesen beiden großen Projekten, der Vereinfachung der Benutzeroberfläche und der Performance-Optimierung, haben die Entwickler auch viel Arbeit in die die Verbesserung einzelner Werkzeuge gesteckt. Das vielgenutzte Beschnittwerkzeug wurde verbessert und auch das Textwerkzeug bietet nach einer Generalüberholung noch mehr Möglichkeiten. Weitere Verbesserungen sind in den Klonpinsel und das Verlaufswerkzeug eingeflossen. Darüber hinaus wurde die Anzahl der verfügbaren Farbpalletten, Pinsel, Verläufe, Muster und Texturen deutlich erweitert.

Bildersammlungen verwalten

PaintShop Pro bietet zwei unterschiedliche Modi: „Verwalten“ und „Bearbeiten“. In der Titelleiste des Programmfensters schaltet der Anwender zwischen diesen beiden Modi hin- und her. Allerdings nur, wenn er in der Auswahl am Startbildschirm den Arbeitsbereich „Komplett“ gewählt hat. Beschränkt er sich hingegen auf die „Grundelemente“, steht nur die Bildbearbeitung zur Verfügung, nicht jedoch die Bildverwaltung.

Wirklich nachvollziehbar ist diese Entscheidung der Entwickler nicht, denn die Bildverwaltung ist im Vergleich zur Bildbearbeitung nur mäßig komplex, und auch Einsteigern erleichtert eine strukturierte, verschlagwortete und durchsuchbare Bildersammlung den Fotografenalltag. Die Alternative, das Archivieren von Fotos rein mit Hilfe der Dateienamens- und Verzeichnisstruktur des Betriebssystems, führt bei halbwegs regelmäßigem Fotografieren schnell zu einer unübersichtlichen Sammlung. Die Suche nach einem bestimmten Bild kann dann viel Zeit und Nerven kosten. Es ist das digitale Gegenstück zum berüchtigten Schuhkarton voller Fotos und Negative.

Der Verwaltungs-Modus ist sehr klar strukturiert und bietet alles, was sich ein Fotograf von so einem Tool wünschen kann. Die Größe der Miniaturbilder lässt sich mit einem stufenlosen Zoom von etwa daumennagelgroß bis fensterfüllend einstellen, ein größeres Vorschaubild im linken, unteren Bereich des Programmfensters ermöglicht einen schnellen Blick auf interessante Fotos, mit einem Doppelklick auf ein Miniaturbild öffnet der Anwender eine Vorschau im Vollbildmodus, in der er mit den Cursortasten oder den eingeblendeten Bedienelementen wie bei einer Diaschau zwischen den Fotos hin- und herschalten kann.

Corel PaintShop Pro - Verwalten
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Übersichtlich und mit intelligenten Sammlungen, die komplexe Suchanfragen speichern: Die Fotoverwaltung von PaintShop Pro kann sich sehen lassen.

Eine Schnellsuche durchsucht die Fotosammlung nach bestimmten Begriffen, „Intelligente Sammlungen“ kombinieren mehrere Suchkriterien wie beispielsweise Bildnamen, Dateigröße oder Bearbeitungsdatum und speichern diese Filter. Ein Infobereich zeigt allgemeine Informationen wie die Dateigröße und die Beschriftung, EXIF- und IPTC-Metadaten sowie Aufnahmeort und abgebildete Personen. Personen werden mit einer Gesichtserkennung automatisch zugeordnet. Sollte die verwendete Kamera keine GPS-Daten speichern, kann PaintShop Pro diese auch nachträglich einfügen. Allerdings muss der Nutzer dazu den Längen- und Breitengrad eingeben, er kann nicht einfach nach Ortsnamen oder gar Adressen suchen.

Für die bessere Übersicht werden Fotos mit Tags versehen oder mit maximal fünf Sternen bewertet. Die Zuordnung von Farben oder die Markierung mit Fähnchen für angenommene oder abgelehnte Fotos, die vergleichbare Programme oft anbieten, ist jedoch nicht vorgesehen.

Performance

4,67 Pkt

Sofern die Hardwarevoraussetzungen stimmen, arbeitet PaintShop Pro relativ flott. Ein halbwegs moderner Rechner sollte es allerdings schon sein. Auch das Betriebssystem darf nicht zu alt sein, mindestens Windows 7 mit dem neuesten Service-Pack ist Voraussetzung.

Laut Herstellerangaben von Corel benötigt das Bildbearbeitungsprogramm mindestens einen 1,5 Gigahertz schnellen Prozessor, der den SSE2-Befehlssatz unterstützt, herstellerseitige Empfehlung ist ein Mehrkernprozessor. Als absolutes Minimum beim Arbeitsspeicher gelten zwei Gigabyte, der Performance kämen aber mindestens vier Gigabyte noch deutlich mehr zugute. Beim freien Festplattenplatz gibt Corel ein Gigabyte als Minimum an. In der Praxis bleibt jedoch etwas Luft – auf unserem Testcomputer belegte das Programm gerade einmal 241 Megabyte, also deutlich weniger. Vom empfohlenen Wert von zwei Gigabyte ist der praktische Festplattenbedarf erst recht weit entfernt. Allerdings benötigt nicht nur das Programm selbst Speicherplatz, sondern auch eventuelle Plug-ins und selbstverständlich auch die Fotos. PaintShop Pro auf einem System zu installieren, dessen Festplattenplatz gerade mal so ausreichend ist, dürfte keine besonders gute Idee sein.

Mit mehr als 40 verschiedenen Bildformaten, die PaintShop Pro bearbeitet, kann der Anwender davon ausgehen, dass das Bildbearbeitugnsprogramm so gut wie jede Bilddatei öffnet, die er bearbeiten will. Dazu kommt die Unterstützung von RAW-Dateien der Kameras von mehr als 30 verschiedenen Herstellern, also insgesamt von mehreren hundert verschiedenen Kameramodellen.

Bedienung

4,75 Pkt

Die Bedienung von PaintShop Pro zeichnet sich durch klare Strukturen bei gleichzeitiger hoher Konfigurierbarkeit aus. Das Programmfenster ist sowohl im Verwaltungs- als auch im Bearbeitungsmodus, sowohl in der vereinfachten als auch in der Komplettansicht in unterschiedliche Panels mit klar definierten Funktionen gegliedert. Die Panels des Bildbearbeitugnsprogramms werden entweder freischwebend auf der Arbeitsfläche arrangiert oder an definierten Stellen am Fensterrand angedockt.

In der kompletten wie auch in der vereinfachten Bildbearbeitung lässt sich die Werkzeugleiste auf vielfältige Weise anpassen. Der Anwender hat beispielsweise die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Größen für die Werkzeug-Icons und kann genau festlegen, welche Bearbeitungswerkzeuge er zu Gesicht bekommt. Bei Verwendung der kompletten Arbeitsfläche sind die Anpassungsmöglichkeiten aber weitreichender: Hier lässt sich einstellen, welche Symbolleisten überhaupt angezeigt werden, auch die Vergabe von Tastatur-Shortcuts für Menübefehle ist möglich, genauso wie die Zuordnung von Skripts zu Menü-Icons.

Die Trennung in einen vereinfachten Arbeitsbereich mit den Grundelementen und einen kompletten Arbeitsbereich ist zwar ein ungewöhnlicher Weg, aber durchaus gelungen. Auch der einfache Arbeitsbereich ist nicht zu unterschätzen: Er bietet schon eine Menge von Möglichkeiten für die Bildbearbeitung und ist keinesfalls nur für absolute Anfänger geeignet. Der komplette Arbeitsbereich hingegen ist so voller Features und Anpassungsmöglichkeiten, dass er für Einsteiger unweigerlich eine steile Lernkurve schafft.

Corel PaintShop Pro - vereinfachte Benutzeroberfläche
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Auch der vereinfachte Arbeitsbereich bietet reichlich Möglichkeiten.

Durch die beiden alternativen Arbeitsbereiche ist es Corel gelungen, das Bildbearbeitungsprogramm einsteigerfreundlich zu halten, ohne Kompromisse hinsichtlich der Vielfältigkeit und Konfigurierbarkeit einzugehen. Anders als der Konkurrent Adobe, der mit Photoshop Elements ein separates, einsteigerfreundliches Produkt verkauft, hat Corel eine Bildbearbeitungssoftware entwickelt, die sowohl für Einsteiger als auch für Profis geeignet ist. Das ist aus Kundensicht durchaus begrüßenswert.

Hilfe & Support

5,00 Pkt

Corel bemüht sich, dem Anwender den Einstieg ins Bildbearbeitungsprogramm so einfach wie möglich zu machen. Dazu gehört die oben beschriebene, vereinfachte Benutzeroberfläche. Auch die geführten Touren, die den Anwender beim Start des Bildbearbeitungsprogramms sofort mit den wichtigsten Elementen vertraut machen, sind sehr hilfreich.

Eine weitere Erleichterung ist das Lernstudio: Ein eigenes Panel blendet beim Aufruf von Funktionen automatisch kurze Anleitungstexte ein. So wird es möglich, auch ohne Vorwissen sofort mit Bildbearbeitungsprojekten loszulegen. Anwendungswissen vermittelt PaintShop Pro im Laufe des Bearbeitungsprozesses, immer dann, wenn es gerade gebraucht wird. Wenn der Anwender das Lernstudio nicht mehr benötigt, kann er es einfach ausblenden. Sowohl das Benutzerhandbuch als auch die Hilfestellungen im Programm sind durchweg auf Deutsch gehalten.

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Die Geführte Tour (Mitte und links) und das Lernstudio (rechts) helfen bei den ersten Schritten mit PaintShop Pro.

Eine weitere Ressource für das Erlernen des Programms sind die Video-Tutorials auf der Homepage. Diese sind allerdings nicht auf Deutsch übersetzt, sondern ausschließlich auf Englisch verfügbar.

Wer bei technischen Problemen persönliche Unterstützung benötigt, kann entweder via Web-Formular ein Support-Ticket einreichen oder sich per Telefon an die Hotline wenden. Diese ist montags bis donnerstags von 9:00 Uhr bis 22:00 Uhr erreichbar und am Freitag von 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr. Obwohl die Hotline eine kostenlose deutsche Rufnummer hat, sprechen die Support-Mitarbeiter nur englisch, Support auf Deutsch bietet Corel nicht an.

Zusammenfassung

4,73 Pkt

Corel PaintShop Pro ist eine echte Alternative zu Adobe Photoshop und durch die flexible Benutzeroberfläche, die sowohl in einer vereinfachten als auch einer vollständigen Version nutzbar ist, auch zu Photoshop Elements. Profis, die sich vorstellen können, mit einem anderen Programm als dem des Marktführers zu arbeiten, sollten PaintShop Pro zumindest einmal ausprobieren.

Besonders interessant ist das Programm für alle, die zwar ernsthaft an Fotografie interessiert sind und mehr wollen als Instagram-Effekte und aufgehübschte Portraits, aber gerade erst dabei sind, die Feinheiten der digitalen Bildbearbeitung zu erlernen. Sie können im vereinfachten Modus starten und, sobald ihre Fähigkeiten weiter fortgeschritten sind, zum kompletten Arbeitsbereich wechseln.

Dank der Kombination einer guten Bildverwaltung mit einem voll ausgestatteten Bildbearbeitungsprogramm ist PaintShop Pro eine Rundum-glücklich-Lösung für das Arbeiten mit digitalen Bildern. Vom Archivieren über die Nachbearbeitung bis hin zu komplexen Bildbearbeitungsaufgaben deckt PaintShop Pro alle Bereiche des Arbeitens mit digitalen Bildern ab. Darüber hinaus werden dem Anwender reichlich Hilfestellungen beim Erlernen des Programms geboten und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgezeichnet.