Unsere Redakteure bewerten die Produkte unabhängig, Netzsieger verdient aber gegebenenfalls Geld, wenn Sie unsere Links anklicken. Erfahren Sie mehr.

Adobe Photoshop Elements

Andreas Kiener
Pro
  • Moderne Bildverwaltungsfeatures
  • Einfache Portraitbearbeitung dank Gesichtserkennungs-Algorithmen
  • Photoshop-Qualität mit einfacher Benutzerführung
Kontra
  • Gradationskurven nur mit Schieberegler justierbar
  • Wenige Support-Optionen
Fazit Photoshop ist der Klassiker in Sachen Bildbearbeitung Photoshop Elements vereint die wichtigsten Funktionen des Bildbearbeitungs-Alleskönners in einer heimanwenderfreundlichen Benutzeroberfläche und erweitert sie mit dem Organizer um eine Bildverwaltung.
Adobe Photoshop Elements Download

Adobe Photoshop Elements Test

Funktionen

4,83 Pkt

Photoshop ist zum Synonym für digitale Bildbearbeitung geworden. Für Profis wie Grafiker und Fotografen ist die Software de facto Standard. Für Privatanwender hat das Programm jedoch einen Haken: Das mächtige Werkzeug ist auch mächtig kompliziert. Ohne lange Einarbeitungszeit erreichen sie damit nicht die gewünschten Ergebnisse.

Das weiß auch Hersteller Adobe. Mit Photoshop Elements bringt das Unternehmen ein Programm auf den Markt, das sich an ambitionierte Hobbyfotografen und semiprofessionelle Anwender richtet. Im Vergleich zum großen Photoshop verfügt es über weniger Funktionen, dafür gelingt mit dem Programm auch weniger erfahrenen Anwendern die Fotonachbearbeitung in bewährter Photoshop-Qualität.

Ordnung in der Bildersammlung

Die Bildarchivierung erfolgt bei Photoshop Elements in einem separaten Arbeitsbereich, dem Organizer. Dieses Tool steht auch in anderen Adobe-Anwendungen zur Verfügung, zum Beispiel Premiere Elements. Neben Bildern kann der User auch Videos und Audio-Dateien importieren und verwalten.

Beim Import ordnet das Programm jedem Bild eine Reihe von Smart Tags zu, zum Beispiel „Stadt“, „Gebäude“, „Reisen“ oder „Wasser“. Über die Suchfunktion kann der User später die Bilder nach diesen Tags filtern. Das Tagging ist nicht immer zuverlässig. Wir empfehlen daher eine manuelle Korrektur dieser Verschlagwortung.

Gesichter erkennt der Organizer ebenfalls automatisch und gruppiert die Fotos, die der Analyse zufolge dieselbe Person abbilden. Der User kann diesen Bildern die jeweiligen Personennamen zuordnen und die Dateien darüber hinaus nach Medientyp, Personen, Orten und Ereignissen filtern.

Ein Algorithmus erkennt bestimmte Motive automatisch und sortiert sie mit sogenannten Smart-Tags.

Das Tool listet außerdem ausführliche Metadaten zum Bild sowie Kameradaten (EXIF), IPTC-Daten (Standard-Format zur Speicherung von Bild-Metadaten), GPS, Angaben von RAW-Formaten sowie Bearbeitungsverläufe auf.

Erste Sofortkorrekturen an den Fotos nimmt der User bereits im Organizer vor, optional sogar für mehrere Bilder zugleich. Die „Intelligente Korrektur“ lieferte im Test jedoch nur mäßige Ergebnisse, da sie das Bild deutlich überbelichtet. Aber immerhin: Wer ein Bild drehen, zuschneiden, rote Augen oder die Belichtung korrigieren möchte, der muss nicht erst den Editor dafür öffnen.

Sofortkorrekuturen im Editor ersparen in vielen Fällen den Aufruf des Organizers.

Bildbearbeitung

Basic-Tools wie die üblichen Auswahl- und Freistellungswerkzeuge, also Lassos, Auswahlpinsel oder -formen, gehören selbstverständlich ebenso zum Funktionsumfang wie Korrektur- und Zeichenwerkzeuge sowie verschiedene Kreativfilter. Grundfunktionen wie Drehen, Spiegeln, Skalieren, Perspektivenkorrektur sowie die Anpassung von Helligkeit, Kontrast und Farbe sind auch vorhanden.

Die nicht-destruktive Bildbearbeitung durch Ebenen ist seit jeher typisch für Photoshop. Dadurch ist Photoshop Elements eine Empfehlung für anspruchsvolle Bildbearbeitungen. Die Filter- und Effektpalette kann sich auch bei der Elements-Version sehen lassen. Die üblichen Weichzeichner-Filter findet der User hier ebenso wie Mal-Stile, Mosaik, Verflüssigungsfilter und mehr.

Praktisch sind die Retuschewerkzeuge wie das inhaltssensitive Füllen. Das Programm analysiert Farben und Strukturen des gesamten Bildes und füllt die markierte Stelle selbstständig mit Bildinhalt aus. Der User muss damit nicht mehr den Kopierstempel bemühen, um beispielsweise einen Laternenpfahl aus dem Bild verschwinden zu lassen.

Parallel dazu funktioniert das inhaltssensitive Verschieben. Dieses Werkzeug löscht allerdings das ausgewählte Bildobjekt nicht, sondern fügt es an anderer Stelle wieder ein.

Die Highlights aus den vorangegangenen Versionen sind natürlich wieder mit dabei. Dazu gehört unter anderem die Photomerge-Technik, die Adobe seit Jahren stetig erweitert. Mit ihrer Hilfe stellt der User zum Beispiel Gruppenbilder zusammen, auf denen alle Personen gut aussehen. Voraussetzung dafür ist eine Serienaufnahme. Geschlossene Augen oder unvorteilhaftes Stirnrunzeln lassen sich durch die Montage der besten Gesichtsausdrücke sowie Körperhaltungen aus allen Fotos schnell kaschieren.

Funktionen wie Dunstentfernung und Verwacklungsreduzierung gehören ebenfalls wieder mit zur Programmausstattung.

Was ist neu in Photoshop Elements 15?

Smartphones und diverse Apps zur Selfie-Optimierung bilden für Bildbearbeitungsprogramme eine neue Konkurrenz. Adobe hat die neue Elements-Version daher um ein Tool zur Anpassung der Gesichtszüge erweitert. Wenn die fotografierte Person doch zu ernst schaut, zaubert der User ihr nun schnell ein Lächeln auf die Lippen. Auch die leichte Formung von Stirn, Augen, Nase und Lippen ist möglich. Auch hier setzen die Entwickler die Gesichtserkennung ein.

Erweitert hat Adobe außerdem die Kreativen Bearbeitungsoptionen im Assistenten-Modus. Mithilfe dieser kurzen Tutorials und einer vereinfachten Bedienoberfläche fügt der User unter anderem mehr Bewegungsunschärfe in Fotos ein, um Action-Fotos mit Geschwindigkeit aufzuladen. Weitere neue Gestaltungsoptionen sind Rahmen, neue Gemäldeeffekte, Effekt-Kombinationen und eine Anleitung, um Texte aus Bildern zu erstellen. Komplizierte Gestaltungsprozesse mit Masken und Ebenen sind nicht mehr nötig.

Ebenfalls neu ist die Unterstützung von Touchscreens, vor allem im Organizer und im Schnell-Editor. Wer einen Touchscreen besitzt, kann einfach über Gestensteuerung Fotos suchen und bearbeiten.

Performance

4,67 Pkt

Getestet haben wir Photoshop Elements auf einem PC mit Windows 10, 2,5-Gigahertz-Prozessor und SSD-Festplatte. Das Programm lief insgesamt sehr stabil. Einige Effektfilter beanspruchen viel Rechenleistung, so dass der Anwender ein paar Sekunden warten muss. Ältere Rechner könnten aber mit diesen Ressourcenansprüchen der neuen Funktionen zu kämpfen haben. Wir empfehlen daher, das neue Photoshop Elements auf einer aktuellen Hardware zu betreiben. Laut Herstellerangaben wird mindestens ein Rechner mit 1,6-Gigahertz-Prozessor, 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und 5 Gigabyte freiem Speicherplatz vorausgesetzt.

Bedienung

3,90 Pkt

Photoshop Elements richtet sich vor allem an Amateure in Sachen Bildbearbeitung. Durch die drei Arbeitsmodi Schnell, Assistent und Experte gelingt es sowohl Anfänger ohne Vorkenntnisse als auch Fortgeschrittenen, schnell in die Fotobearbeitung einzusteigen. Dabei hat der User die freie Wahl zwischen den Modi. Der Schnell-Modus umfasst die Grundfunktionen und ist daher ideal für die zügige Bildoptimierung.

Hilfreich für den Start ist der Assistenten-Modus mit seinen kurzen Tutorials. Sie erklären anschaulich, wie der User verschiedene Eigenschaften des Bildes mit Photoshop Elements bearbeitet: von der Skalierung über die Farbanpassung bis hin zur Panoramabild-Erstellung. Der Nutzer wird mit den Funktionen vertraut und arbeitet dabei gleich mit seinem eigenen Foto als Vorlage.

Im Experten-Modus erhält der User den Zugriff auf alle Funktionen. An der übersichtlichen Benutzeroberfläche haben die Entwickler in der neuen Programmversion nichts verändert.

Der Assistenten-Modus führt den Anwender durch die Bildbearbeitung.

Photoshop Elements im Praxistest

In unserem Test überprüften wir anhand von mehreren Beispielbildern die Funktionalität und den Bedienkomfort von Photoshop Elements: von den Basics wie Horizontausrichtung und Tonwertkorrektur bis hin zu erweiterten Funktionen wie Retusche und Bildmanipulation. Insgesamt erwies sich der „kleine Photoshop“ im Test als sehr intuitiv und einsteigerfreundlich.

Schiefe Horizontlinien richtet der User leicht mit dem Begradigungswerkzeug per Mausklick waagerecht aus. Die Ränder passt die Software dabei sogar automatisch an. Möchte der Nutzer ein Bild zuschneiden, schlägt Photoshop Elements vier verschiedene Bildzuschnitte vor, optional nach festen Formatvorgaben (10 x 15 oder 13 x 18) oder frei. Dazu analysiert die Software das Bild, erkennt Bildelemente wie Gesichter und verarbeitet diese Informationen für die Vorschläge. Der Nutzer kann dann einen Vorschlag übernehmen und im Anschluss nach eigenen Wünschen weiterbearbeiten.

Bildmanipulation leichtgemacht

Mit dem Tool „Inhaltsbasierte Verschiebung“ verschiebt der Nutzer Objekte auf dem Bild an eine andere Stelle. Dies ist hilfreich für die Optimierung von Gruppenbildern.

So ein Feature lädt auch zum Spielen ein. Wahrscheinlich fällt es noch nicht einmal jedem Berliner auf, dass der Fernsehturm in dem Bildbeispiel zu weit rechts steht. Mit Photoshop Elements braucht der Nutzer für solche Montagen nur wenige Mausklicks.

Berlin, Blick über den Tiergarten zum Alexanderplatz. Da stimmt etwas nicht! Der Fernsehturm müsste links vom Brandenburger Tor stehen. Mit dem „inhaltssensiblen Verschieben“ platzierten wir ihn unauffällig um.

Bei der Portrait-Bearbeitung bewährt sich Photoshop Elements in unserem Test ebenfalls sehr gut. Das neue Tool zur Anpassung der Gesichtszüge erleichtert die Arbeit deutlich. Übertreiben sollte es der User natürlich nicht, weil das Ergebnis sonst sehr unnatürlich aussieht. Außerdem sollte man keine Wunder erwarten: Hochgezogene Mundwinkel allein machen noch kein strahlendes Lachen bei einem Menschen aus. Für eine einwandfreie Haut greift der User auf Werkzeuge wie Kopierstempel, Abwedler und Weichzeichner zurück. Diese Bildbearbeitung verlangt Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Einsteiger lernen alle nötigen Arbeitsschritte durch die integrierten Tutorials.

Hilfe & Support

5,00 Pkt

Der Assistenten-Modus bietet die beste Einstiegshilfe, direkt innerhalb der Anwendung. Wer alle 45 Tutorials durchgespielt hat und weitere Anleitungen sucht, wird auf der Webseite des Herstellers fündig. Aus dem Hilfe-Bereich des Programms heraus wird der User zielgenau zu dem Online-Handbuch geleitet.

Der Nutzer hat auch Zugriff auf FAQs und Community-Foren, wo er mit anderen Nutzern diskutiert oder eigene Beiträge veröffentlicht. Sollte er hier keine Antworten finden, nimmt er den online per Web-Formular oder direkt per E-Mail Kontakt mit dem Support-Team auf. Dort gibt es auch eine Abteilung, in der Kunden ihre Funktionswünsche für zukünftige Updates äußern. Einen Telefonsupport haben wir nicht gefunden. Der Chatsupport steht nur in englischer Sprache zur Verfügung.

Zusammenfassung

4,60 Pkt

Obwohl Photoshop Elements „nur“ der kleine Bruder des großen Photoshop ist, ist das Programm mit mehr Funktionen bestückt, als der typische Anwender je nutzen wird. Durch die drei Funktionsmodi passt sich Photoshop Elements jedem Fähigkeitsniveau an, so das Anwender garantiert Ergebnisse erzielen, die sie zufrieden machen. Tools mit klugen Algorithmen wie das „Inhaltssensitive Verschieben“ oder die Werkzeuge zur Gesichtsbearbeitung ermöglichen es, auf schnelle und einfache Art verblüffende Bildbearbeitungen zu realisieren.

Das Funktionsspektrum von Photoshop Elements wird ganz unterschiedlichen Zielgruppen gerecht. Ob jemand einfach seine Instagram-Bilder aufhübschen möchte oder eine ernstzunehmende Liebe zur Fotografie als Kunstform hegt: Dieses Programm ist wahrscheinlich das richtige Werkzeug dafür.

Adobe Photoshop Elements Download