DriverDoc

Andreas Kiener
Pro
  • Riesige Treiberdatenbank
  • Findet viele Aktualisierungen
Kontra
  • Hat nur die notwendigsten Funktionen
  • Keinerlei aktuelle Dokumentation
  • Nur im Bundle mit anderer Software erhältlich
Fazit DriverDoc scheint einfach schlecht gemacht zu sein. Das Programm hat kaum Funktionen, es gibt keine Dokumentation und der Webshop nervt. Die angeblich gigantische Treiberdatenbank könnte das Programm retten, die Zahlen wirken jedoch in diesem Kontext nicht glaubwürdig.

DriverDoc Test

DriverDoc Zum Anbieter

Funktionen

1,00 Pkt

Freundlich formuliert ist DriverDoc ein Driver-Updater, der sich auf das absolut Notwendige konzentriert. Weniger freundlich formuliert: Das Programm kann nicht viel. Es findet veraltete Treiber auf dem PC-System des Anwenders, aktualisiert sie und legt immerhin vor der Aktualisierung der Treiber einen Windows-Wiederherstellungspunkt an. Damit sind die Funktionen von DriverDoc erschöpfend beschrieben.

Ein reduzierter Funktionsumfang ist nichts, was man einem Driver-Updater unbedingt zur Last legen müsste. Im Gegenteil, Driver-Updater sollten einfache Tools sein, die dem Anwender die Computernutzung erleichtern und ihm nicht mit einer Unzahl komplizierter Features und Einstellungsoptionen das Leben erschweren. Allerdings erweckt das Gesamtpaket im Falle von DriverDoc nicht den Eindruck gewollter Reduzierung, die Software wirkt einfach lieblos zusammengebastelt.

Der negative Eindruck beginnt schon bei Kauf und Download. Auf der Website des Herstellers Solvusoft wird ein Preis von 39,95 Dollar für das Programm angegeben. Das wäre für einen Driver-Updater relativ teuer, solche Software kostet im Normalfall nicht mehr als 30,00 Euro. Legt der Kunde das Treiber-Programm in den Warenkorb, liegen dort plötzlich zwei Produkte, DriverDoc und das Systembereinigungstool, WinSweeper, beide zusammen zum Preis von 22,46 Euro. Abwählen lässt sich das unerwünschte, zusätzliche Programm nicht. Nebenbei erscheinen die Preisangaben nun nicht mehr in Dollar, sondern in Euro. Das Layout wirkt bunt und schreiend, es entsteht nicht der Eindruck eines hochwertigen Software-Produkts, sondern der eines Sonderangebots beim Discounter.

Driverdoc - Kaufen
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Dem Anwender wird ein Bundle aufgedrängt, obwohl er nur ein einziges Programm kaufen will. Das ist übrigens das erste Tucows-Logo, das wir in diesem Jahrzehnt zu Gesicht bekamen.

Infos sind Mangelware

Verlässliche Informationen zu DriverDoc sind schwer zu finden. Auf der Website von Solvusoft steht nichts über die Größe der Treiberdatenbank. Zusätzlich zur Firmenwebsite existiert zwar eine deutschsprachige Produktwebsite, auf der solche Informationen angeführt sind, die Seite ist jedoch höchstwahrscheinlich nicht aktuell: Der Copyright-Hinweis stammt aus dem Jahr 2011, die Screenshots stellen offensichtlich eine alte Version der Software vor. Unter den unterstützten Betriebssystemen, die dort angeführt werden, ist das mittlerweile auch schon acht Jahre alte Microsoft Windows 7 das neueste.

Immerhin, die Seite macht eine Angabe zur Größe der Treiberdatenbank: Gigantische 16 Millionen Treiber soll sie beinhalten. Dabei erscheinen schon die vier Millionen Treiber, die andere Hersteller angeben, als unverhältnismäßig viel, manche Driver-Updater verwalten auch nur wenige hunderttausende Treiber in ihrer Datenbank. Hier riesige Zahlen anzuführen, legt zumindest den Verdacht nahe, dass die Treiber einfach großzügig gezählt werden, beispielsweise jede Version als einzelner Treiber. 

Schwerer als die wirre Präsentation im Internet wiegen Mängel im Programm selbst. DriverDoc zeigt nur gefundene Aktualisierungen an, im Gegensatz zu so gut wie allen anderen Driver-Updatern hat der Nutzer keine Möglichkeit, die gesamte Liste der auf seinem PC-System installierten Treiber durchzugehen und gegebenenfalls einzelne Treiber neu zu installieren oder aus dem System zu löschen.

Driverdoc - Startbildschirm
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So präsentiert sich DriverDoc direkt nach Programmstart.

Noch schlimmer ist, dass außer der Versionsnummer und dem Veröffentlichungsdatum keine Informationen über gefundene Updates angezeigt werden. Andere Driver-Updater zeigten zumindest den Treiberhersteller an, manchmal ist es sogar möglich, die vollen Release-Notes abzurufen. Durch diesen Mangel an Informationen ist es für Nutzer nicht nachvollziehbar, was sich überhaupt durch das Update ändert oder ob sie ihrem System eventuell mehr Schaden als Nutzen zufügen, da sie vielleicht eine offizielle Herstellerversion durch einen Treiber von Dritten ersetzen.

Zusatzfunktionen

Zusatzfunktionen? Genaugenommen gibt es keine. Im Menüpunkt „Übersicht“ zeigt DriverDoc ein paar grundsätzliche Infos über den Computer und das System an, den Netzwerknamen, das Computermodell, das Betriebssystem, die Arbeitsspeichergröße, das Modell des Prozessors und des Motherboards. Mit viel gutem Willen könnte man diesen Bereich „Systeminformation“ nennen, aber die entsprechenden Funktionen anderer Driver-Updater listen weitaus detailliertere Informationen über die verbaute Hardware auf.

Nett ist es, dass einzelne Treiber mit „Ignorieren“ markierbar sind. Sie sind dann von Updates ausgeschlossen. Auch die automatische Erstellung von Windows-Wiederherstellungspunkten fällt positiv ins Gewicht. Beides ist aber als Teil der Kernfunktion „Treiber aktualisieren“ zu werten und kann kaum als Zusatzfunktion gelten.

Kompatibilität und Performance

3,67 Pkt

Wie bereits erwähnt, fehlen verlässliche Angaben zur Anzahl der Treiber in der Datenbank. Dass die 16 Millionen unterstützten Treiber so stimmen, darf getrost angezweifelt werden. Einerseits erscheint eine so hohe Zahl nicht plausibel, andererseits stammt sie von einer offenbar veralteten Website.

Systemvoraussetzungen sind glücklicherweise auf der aktuell wirkenden Firmenwebsite von Solvusoft zu finden. Der Driver-Updater funktioniert mit Microsoft Windows-Versionen von XP bis hin zum aktuellen Microsoft Windows 10, die Hardwareanforderungen sind niedrig: Ein mit 300 Megahertz getakteter Prozessor, 256 Megabyte RAM und 20 Megabyte freier Festplattenspeicher sollten ausreichen. Auf unserem PC im Test belegt das Programm jedoch 21,3 Megabyte Speicherplatz, also geringfügig mehr, als in den Systemvoraussetzungen angegeben.

Im Test findet das Programm 16 Treiberaktualisierungen, damit lässt es die Konkurrenz hinter sich. Interessant allerdings: Einige der alten Treiber-Versionen, die das Programm findet, haben dieselbe Versionsnummer und dasselbe Erscheinungsdatum. Es handelt sich also offenbar um ein und dieselben Dateien. DriverDoc will allerdings für jedes dieser Geräte eine andere Aktualisierung aufspielen. Das wirkt fast, als wolle man die Zahl der Aktualisierungen künstlich in die Höhe treiben, um das Treiber-Programm wirksamer erscheinen zu lassen, als es tatsächlich ist.

Driverdoc - Scan
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16 Treiber-Updates findet das Programm, der Anwender kann alle aktualisieren oder einzelne Treiber auswählen.

Bedienung

4,00 Pkt

Die Bedienung ist so schlicht wie das Programm. Anwender finden sich schnell zurecht, die Programmfunktionen befinden sich an den erwarteten Stellen und reagieren durchweg erwartungsgemäß. Dass Windows-Widerherstellungspunkte integriert wurden und sich einzelne Treiber für Updates sperren lassen sind Details, die einer guten Bedienbarkeit zugutekommen.

Negativ auf die Bedienbarkeit wirkt sich hingegen aus, dass das Programm beim Hochfahren des Computers automatisch startet. Dieses Verhalten lässt sich zwar in den Einstellungen deaktivieren, besser wäre es allerdings, wenn diese Option schon standardmäßig gar nicht erst aktiviert wäre.

Hilfe und Support

2,00 Pkt

Im Programm gibt es zwar jeweils eine Schaltfläche für den Support und für ein FAQ. Beide Schaltflächen führen jedoch zur selben Website.

Hier gibt es ein Community-Forum ohne Einträge und eine große Überschrift, unter der nichts steht. Immerhin funktioniert der Support-Link rechts oben auf der Website, hier können Kunden via Web-Formular eine Anfrage stellen. Ein wenig nützlicher wird es, wenn der Anwender die Website-Sprache auf Englisch umschaltet, dann kommt er zu einem FAQ, in dem sich immerhin drei Einträge mit DriverDoc beschäftigen. Eine Frage beschreibt die Registrierung, eine weitere die Deinstallation und der dritte Eintrag gibt die Lizenzvereinbarung wieder.

Driverdoc - Support
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Eine große, weiße Leere: Laut Link im Programm ist das die FAQ-Seite.

Mehr Infos bekommt nur, wer selbständig im Internet recherchiert. Dann findet sich die Produktwebsite driverdoc.com, die ein richtiges FAQ beinhaltet. Die Fragenliste ist in Englisch gehalten und mit 14 Einträgen nicht besonders ausführlich. Wie bereits im Abschnitt „Funktionen“ erwähnt, scheint die Seite zudem nicht sonderlich aktuell zu sein, was wohl auch der Grund dafür sein dürfte, dass sie nicht direkt im Programm verlinkt ist.

Zusammenfassung

2,28 Pkt

Ja, mit DriverDoc lassen sich Treiber aktualisieren. Wenn man dem Programm Glauben schenken will, sogar mehr als mit andern Driver-Updatern. Viel mehr Positives lässt sich über DriverDoc jedoch nicht sagen. Dokumentation? So gut wie nicht vorhanden. Kaufprozess? Frustrierend. Funktionen? Spärlich. Mindestens sollte ein Driver-Updater genaue Angaben zum Hersteller der Aktualisierungen machen, aber selbst das ist mit DriverDoc nicht möglich. Wem die Schlichtheit von DriverDoc gefällt, dem sei als bessere Alternative Driver Easy empfohlen. Von DriverDoc raten wir klar ab.