Driver Genius

Andreas Kiener
Pro
  • Erstellung von Treiber-Backups
  • Entfernung unnötiger Treiber
  • Vollständige Löschung entfernter Treiber
  • Hardware-Infos
Kontra
  • Vergleichsweise kleine Treiberdatenbank
  • Automatischer Start mit dem Betriebssystem
  • Schließen minimiert nur in Systray, statt Programm zu beenden
Fazit Driver Genius sucht Treiber-Updates, erstellt Backups der aktuell verwendeten Treiber und löscht unnötige Treiber rückstandfrei aus dem System. Die Treiberdatenbank ist allerdings mit nur 400.000 Einträgen vergleichsweise klein. Dass sich das Programm nicht einfach so beenden lässt, schmälert die Bedienbarkeit beträchtlich.

Driver Genius Test

Driver Genius Zum Anbieter

Funktionen

5,00 Pkt

Driver Genius ist der Driver-Updater des französischen Softwarehauses Avanquest, das auf System-Tools spezialisiert ist. Mit einem Preis von 29,99 Euro für eine unbegrenzt auf bis zu drei PCs nutzbare Lizenz kostet es ziemlich genau gleich viel wie die meisten Konkurrenzprodukte.

Die Hauptfunktion des Treiber-Updaters ist die Aktualisierung von Gerätetreibern. Zusätzlich legt es ein Backup aller auf dem System installierten Treiber an und entfernt nicht benötigte Gerätetreiber. Darüber hinaus verfügt Driver Genius über nützliche Extras wie beispielsweise eine Anzeige der Hardwaredetails.

Die Suche nach Treiberaktualisierungen dauert auf unserem PC im Test nur wenige Sekunden. Elf Treiberdateien in sechs Treiberpaketen, die aktualisiert werden können, findet die Software. Der Anwender hat nun die Möglichkeit, jeweils einzelne Treiberpakete oder alle auf einmal zu aktualisieren.

Backups für Updates ohne Reue

Vor der Aktualisierung empfiehlt sich jedoch ein Backup aller verwendeten Treiber. Sobald sich der Backup-Bereich der Software öffnet, durchsucht es den Computer erneut nach Treibern. Diesmal dauert die Suche spürbar länger, aber immer noch angenehm kurz. Interessanterweise führt jeder Aufruf der Backup-Option zu einem erneuten Scan. Hier erfährt der Anwender auch, wie viele Treiber Driver Genius insgesamt auf dem Computer findet. 105 sind es auf unserem PC im Test.

Nun hat der Anwender die Möglichkeit, die zu sichernden Treiber auszuwählen. Auch das Sicherungsformat lässt sich einstellen. In der Standardeinstellung werden die Treiberdateien einfach unkomprimiert in einem ausgewählten Ordner abgelegt. Darüber hinaus sind auch komprimierte Sicherungsformate möglich, und zwar:

  • ZIP-Archiv,
  • selbstextrahierendes Archiv und
  • Auto-Installer-Archiv.
Driver Genius - Treibersicheurng und Sicherungsart
Genius Driver speichert Backups aller installierten Treiber in verschiedenen Formaten.

Sicherungskopien anzulegen ist nicht nur sinnvoll, um die vorhergehende Version eines Treibers wieder einzuspielen, falls bei einem Update etwas schiefgeht, sondern erleichtert auch das Neuaufsetzen des Systems — mit Driver Genius ist es möglich, auf Knopfdruck alle nötigen Treiber wieder zu installieren.

Driver Genius findet nicht nur neue Treiberversionen, sondern erkennt auch, welche Gerätetreiber zwar installiert sind, aber nicht verwendet werden. Das ist beispielsweise bei Treibern für Drucker oder Bildschirme der Fall, die nicht mehr mit dem Computer verbunden sind. Die Treiber-Bereinigung zeigt solche Treiber an, der Anwender wählt aus, welche davon er entfernen möchte. Das ist eine interessantes Extra, das bei anderen Driver-Updatern so nicht zu finden ist.

Zu jeder neuen Treiberversion, die Driver Genius findet, zeigt das Programm die genaue Versionsnummer, das Erscheinungsdatum sowie die Treiberquelle an. Auch ein Link ist vorhanden, der zu einer Website mit weiteren Informationen über den Treiber führt. Dabei handelt es sich offenbar um die Release-Notes des Treiberherstellers, die Informationen fallen sehr unterschiedlich aus. Von wenigen kurzen Zeilen bis zu einer detaillierten Auflistung aller Neuerungen ist alles möglich.

Zusatzfunktionen

4,00 Pkt

Der Menüeintrag „Werkzeuge“ führt zu drei Zusatzfunktionen:

  • Hardware-Info,
  • Ungültige Geräte entfernen und
  • System-Übertragungsassistent.

Die Hardware-Info liefert Informationen über alle Hardware-Komponenten des Computers. Sie ist vergleichbar mit dem Geräte-Manager in der Windows-Systemsteuerung, zeigt aber mehr Details wie beispielsweise die aktuelle GPU-Temperatur der Grafikkarte oder die genauen Abmessungen des Bildschirms.

Was den Unterschied zwischen „Treiber bereinigen“ und „Ungültige Geräte entfernen“ ausmacht, erschließt sich nicht sofort. Die Bereinigungsfunktion löscht Treiber für Geräte, die nicht an den Computer angeschlossen sind. „Ungültige Geräte entfernen“ hingegen spürt Überreste von Gerätetreibern auf, die nicht vollständig gelöscht wurden, und entfernt diese.

Driver Genius - Werkzeuge
Die zusätzlichen Funktionen „Hardware-Info“, „Ungültige Geräte entfernen“ und „System-Übertragungsassistent“ werden in einem eigenen Fenster dargestellt.

Der System-Übertragungsassistent  sichert die Treiber und Einstellungen der Netzwerkgeräte. So können User sichergehen, dass sie nach Neuinstallation des Computers Zugriff auf das Internet und das lokale Netzwerk haben.

Diese "Werkzeuge" sind in Driver Genius gut umgesetzt und einigermaßen nützlich. Das Programm hat jedenfalls mehr zu bieten als viele andere Driver-Updater, die nur ein Minimum an unbedingt notweniger Funktionalität integrieren.

Kompatibilität und Performance

4,00 Pkt

Driver Genius versorgt alle aktuellen und auch einige ältere Versionen von Microsoft Windows mit aktuellen Treibern. Die Palette der unterstützten Plattformen reicht vom mittlerweile 17 Jahre alten Windows 2000 bis hin zum aktuellen Windows 10. Sowohl die 32-Bit- als auch die 64-Bit-Versionen der Microsoft-Betriebssysteme sind mit Driver Genius kompatibel. Darüber hinaus funktioniert die Software auch mit den Server-Betriebssystemen aus dem Hause Microsoft, von Windows Server 2003 bis hin zu Windows Server 2012 R2. Im Bereich der Betriebssystemunterstützung lässt Driver Genius also nichts vermissen.

Sehr bescheiden sind die Anforderungen an die Hardware. Laut Herstellerangaben findet die Anwendung mit einer Pentium-CPU, 64 Megabyte Arbeitsspeicher und 10 Megabyte Festplattenspeicher ihr Auslangen. Im Test beanspruchte das Programm jedoch 35,5 Megabyte Festplattenspeicher, was allerdings an den Maßstäben moderner PC-Hardware gemessen immer noch sehr wenig ist.

Nichts Unnötiges, aber nicht besonders viel

Positiv ist, dass Driver Genius keine Bloatware installiert – mit vielen anderen Driver-Updatern landen eventuell unerwünschte Zusatzprogramme auf der Festplatte, sofern der Benutzer bei der Installation die entsprechende Option nicht abwählt.

Der Hersteller gibt an, dass die Treiberdatenbank von Driver Genius insgesamt mehr als 400.000 Treiber umfasst. Damit liegt die Treiberdatenbank im unteren Mittelfeld. Mitbewerber kennen teilweise mehrere Million Treiber. Dennoch erkennt Driver Genius auf unserem Test-PC 105 verschiedene Treiber und findet für sechs davon Updates.

Bedienung

4,00 Pkt

Beim Test empfanden wir Driver Genius als einfach und selbsterklärend. Die Software bietet einen überschaubaren Funktionsumfang, daher finden sich Neulinge schnell in dem Programm zurecht. Die Benutzeroberfläche wirkt sehr sachlich, sie ist funktional und übersichtlich.

Die Installation funktioniert mit wenigen Klicks. Der Nutzer muss nur entscheiden, in welchem Verzeichnis er das Programm installieren will und ob eine Desktopverknüpfung erstellt werden soll. In beiden Fällen kann er getrost die Default-Einstellungen übernehmen. Glücklicherweise gibt es keine nervigen Aufforderungen, zusätzliche Software zu installieren.

Driver Genius - Treibersicherung Treiber auswaehlen
Schlicht und sachlich: Der Verzicht auf Schnörkel und moderne Designs macht Driver Genius zu einem der übersichtlichsten Driver-Updater.

Sehr wohl stört jedoch, dass das Programm sich mit dem Windows-Start automatisch in die Systray lädt. Auch der Schließen-Knopf beendet Driver Genius nicht, sondern blendet es nur aus. Nur mit der Option „Beenden“ im Kontextmenü kann der Nutzer das Programm wirklich schließen.

Dieses Verhalten ist ärgerlich, es gibt keinen Grund, warum ein Driver-Updater ständig im Hintergrund aktiv sein müsste. Zum Glück jedoch lässt sich das in den Einstellungen deaktivieren, so dass Driver Genius mit dem Schließen-Knopf ganz normal beendet wird.

Hilfe und Support

3,00 Pkt

Direkt im Programm gibt es eine „Hilfe“-Funktion, um ein deutschsprachiges Handbuch aufzurufen. Dieses ist zwar recht knappgehalten, aber für dieses Programm durchaus ausreichend.

Über einen Support-Link kommt der Anwender zum Support-Bereich der Avanquest-Website. Hier kann er per Web-Formular ein Support-Ticket eröffnen oder in den deutschsprachigen FAQ zu den verschiedenen Produkten des Herstellers suchen. Zu Driver Genius gibt es jedoch nur zwei Fragen, die sich offenbar auch nicht auf die aktuelle Version 17 beziehen. Sowohl der Website-Link im Programm als auch der im Startmenü führen zur französischsprachigen Produktwebsite — eine deutschsprachige gibt es offenbar nicht.

Driver Genius - FAQ
Gut: Es gibt deutschsprachige FAQ. Schlecht: Die FAQ bestehen aus nur zwei Fragen.

Ein Link ganz unten auf der Seite führt zum deutschsprachigen Support-Forum, das mit aktuell 69 Beiträgen recht schwach frequentiert ist. Support-Mitarbeiter besuchen allerdings das Forum und sorgen dafür, dass keine Frage unbeantwortet bleibt.

Zusammenfassung

3,33 Pkt

Driver Genius ist ein Programm, das tut, was es tun soll: Es aktualisiert und entfernt Gerätetreiber und erstellt Treiber-Backups. Zusätzlich erhält der User für sein Geld sinnvolle Extras wie die Hardware-Info und den System-Übertragungsassistenten. Damit ist Driver Genius ein relativ gut ausgestatteter Driver-Updater. Allerdings findet die Software auch nicht besonders viele Treiber-Aktualisierungen – jedenfalls nicht für unseren PC im Test. Gefallen hat uns die Benutzeroberfläche, die angenehm zurückhaltend und übersichtlich wirkt. Alles in allem hinterlässt Driver Genius einen durchaus positiven Eindruck.