Lebensmittel richtig lagern

Lebensmittel richtig lagern

Damit Lebensmittel möglichst lange halten, müssen sie korrekt gelagert werden. Einige Lebensmittel müssen zum Beispiel kalt aufbewahrt werden, andere verlieren dadurch ihr Aroma und eignen sich besser für die Aufbewahrung im Vorratsschrank.

Die richtige Lagerung erhält die Lebensmittel

Um Lebensmittel nicht ständig wegwerfen zu müssen, ist ihre korrekte Aufbewahrung wichtig. Nur so verderben sie nicht allzu schnell und können nach und nach verzehrt werden. Dabei kommt es nicht nur darauf an, ob die Lebensmittel gekühlt werden müssen, sondern auch, wo im Kühlschrank oder in der Tiefkühltruhe sie lagern und was neben ihn liegt. Trockene Lebensmittel halten sich grundsätzlich länger als beispielsweise Obst und Gemüse.

Lebensmittel im Kühlschrank richtig lagern

Der Kühlschrank ist der ideale Lagerungsort für kühlpflichtige Lebensmittel. In den meisten Kühlschränken herrschen Temperaturen zwischen vier und acht Grad Celsius. Diese Lagerung der Lebensmittel verlangsamt ihren Zellstoffwechsel und verzögert die Entstehung von Mikroorganismen, wodurch sich die Lebensmittel länger halten. Wichtig ist es vor allem zu wissen, welche Lebensmittel in den Kühlschrank gehören und in welchem Bereich sie dort zu lagern sind.

Folgende Lebensmittel müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden:

  • Milchprodukte
  • Butter
  • Eier
  • Fleisch
  • Fisch
  • Salat sowie kühlverträgliche Obst- und Gemüsesorten
  • Angebrochene Produkte, wie zum Beispiel Marmelade oder Säfte
  • Speisereste zum Verzehr am nächsten Tag

Milchprodukte

Milchprodukte sollten in der Mitte des Kühlschranks gelagert werden, die eine Temperatur von etwa fünf Grad Celsius hat. Hartkäse kann auch im oberen Bereich deponiert werden, da er nicht ganz so niedrige Temperaturen benötigt und seine Aromastoffe dort besser erhalten werden. Die verschiedenen Käsesorten verpacken Sie am besten einzeln, damit sich die Gerüche nicht mischen. Edelschimmelkäse greift so auch nicht den Hartkäse an, wodurch dessen Geschmack bewahrt wird. Die meisten Käsestücke halten sich bei einer Lagerung im Kühlschrank bis zu drei Wochen. Um sie vor dem Austrocknen zu beschützen, schlagen Sie die Käsestücke am besten in ein sauberes, mit Salzwasser befeuchtetes Tuch ein. Frische Milch gehört immer in den Kühlschrank, H-Milch muss hingegen erst dann gekühlt werden, wenn sie geöffnet wurde.

Essensreste

Wer Reste von Gerichten übrig hat, kann diese einfach im Kühlschrank lagern und sie in den nächsten Tagen essen. Füllen Sie das Essen am besten in einen unbenutzten Behälter und stellen Sie es innerhalb von ein bis zwei Stunden nach der Zubereitung in den Kühlschrank. Wenn der Behälter fünf Zentimeter hoch oder niedriger ist, wird das Essen gleichmäßiger gekühlt. Stellen Sie die Essensreste in den obersten Teil des Kühlschranks. Dieser hat Temperaturen zwischen acht und zehn Grad Celsius.

Angebrochene Soßen, Getränke und Aufstriche sowie Eier und Butter benötigen keine allzu niedrigen Temperaturen und können daher in der Kühlschranktür aufbewahrt werden. Dort herrschen zwischen acht und zehn Grad Celsius. Ist kein Platz mehr vorhanden, können diese Lebensmittel auch im obersten Bereich des Kühlschranks gelagert werden.

Fisch und Fleisch

Fisch und Fleisch sollte idealerweise bei zwei bis drei Grad Celsius im unteren Bereich des Kühlschranks gelagert werden. Einige Geräte haben ein dediziertes Fisch- und Fleisch-Fach. Frischer Fisch hält in einem mit Frischhaltefolie abgedeckten Glas- oder Porzellanbehälter am längsten. Er sollte innerhalb von einem Tag verbraucht werden. Geräucherter Fisch hält sich bei richtiger Lagerung bis zu vier Tage. Die Haltbarkeit von Fleisch unterschiedet sich je nach Sorte. Rindfleisch ist drei bis vier Tage, Schweine- und Kalbsfleisch zwei bis drei Tage und Geflügel ein bis zwei Tage im Kühlschrank haltbar. Hackfleisch muss hingegen am selben Tag verzehrt werden, an dem es gekauft wurde. Wichtig ist, dass das Fleisch beziehungsweise der Fleischsaft nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommt, da diese sonst durch die Bakterien im Fleischsaft kontaminiert werden und die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung steigt.

Gemüse und Obst

Gemüse lässt sich am besten im Gemüsefach lagern, das in allen Kühlschränken vorhanden ist. Dort liegt die Temperatur bei etwa neun Grad Celsius. Wenn Sie Pilze kühlen möchten, holen Sie sie zunächst aus der Plastikverpackung und legen Sie sie in eine Papiertüte oder ein Küchentuch. Dadurch verhindern Sie, dass sich Schwitzwasser bildet und die Pilze schimmlig werden.

Da Obst meist besonders schnell schlecht wird, ist seine richtige Lagerung essenziell. Beeren sind besonders empfindlich und sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden, da es sonst nur etwa einen Tag hält. Auch alle Arten von Melonen sind im Kühlschrank länger haltbar. Angeschnittene Stücke trocknen aus, wenn sie nicht mit Klarsichtfolie abgedeckt sind, und sollten grundsätzlich innerhalb von drei Tagen verzehrt werden. Steinobst kann sowohl im Kühlschrank als auch im Vorratsschrank gelagert werden. Die kalte Aufbewahrung schützt das Obst zwar vor Fruchtfliegen und macht es lange haltbar, wirkt sich allerdings negativ auf sein Aroma aus.

Welche Lebensmittel gehören nicht in den Kühlschrank?

Nicht alle Lebensmittel profitieren von einer Aufbewahrung im Kühlschrank. Brot trocknet dort beispielsweise aus. Zitrusfrüchte wie Zitronen oder Mandarinen verlieren ihr Aroma und wichtige Vitamine, wenn sie im Kühlschrank deponiert werden. Auch Basilikum gehört dort nicht hin, es wird sonst welk. Die meisten Brotaufstriche sind für eine Aufbewahrung im Kühlschrank ideal, besonders wenn sie bereits geöffnet wurden. Eine Ausnahme ist Honig, der kristallisiert, wenn er kaltgestellt wird. Er hält sich ohnehin sehr lange und kann daher ideal im Vorratsschrank gelagert werden.

Ebenfalls nicht kalt aufbewahrt werden sollten Kartoffeln und Süßkartoffeln. Sie werden dadurch mehlig und keimen schneller. Obwohl sich fast alle Flüssigkeiten im Kühlschrank lagern lassen, sollte Olivenöl lieber draußen bleiben. Es wird flockig und hart, wenn es kalt wird, und somit ungenießbar. Zwiebeln werden im Kühlschrank nur feucht und schimmelig, weshalb sie außerhalb deponiert werden sollten.

Das meiste Obst profitiert von einer Lagerung im Kühlschrank, Bananen jedoch nicht. Sie bekommen dort schneller braune Flecken. Wer eine Avocado kauft, die noch reifen muss, sollte diese nicht Kühlschrank aufbewahren. Nur sehr reife Avocados gehören dorthin. Gemüse kommt grundsätzlich in den Kühlschrank, ausgenommen davon sind Tomaten. Ihr Reifungsprozess wird im Kühlschrank unterbrochen, wodurch sie an Geschmack verlieren.

Lebensmittel im Vorratsschrank oder Keller lagern

Einige Lebensmittel halten auch lange, ohne gekühlt zu werden, oder müssen sogar trocken und bei Zimmertemperatur gelagert werden. Dafür eignen sich in der Regel Vorratsschränke oder -kammern. Dort herrschen meist Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius, was für Lebensmittel wie Alkohol, Kartoffeln, Mehl, Reis, Nudeln, Schokolade, Chips, nicht angeschnittenes Obst, Knoblauch, Öle und Zwiebeln ideal ist. Das einzige Öl, das im Kühlschrank aufbewahrt werden muss, ist Leinöl. Alle anderen Öle müssen vor allem dunkel gelagert werden, außer sie befinden sich in einer dunklen Flasche, da Sonnenlicht ihren Alterungsprozess beschleunigt und Inhaltsstoffe zerstört. Zum Schutz vor Lebensmittelmotten ist es hilfreich, die im Vorratsschrank gelagerten Lebensmitteln in luftdichten Behältern aus Keramik, Metall oder Plastik aufzubewahren. Der Vorratsraum sollte weder direkt von der Sonne angestrahlt werden noch sich in der Nähe des Herdes befinden, da Hitze die Haltbarkeit der meisten Lebensmittel reduziert.

Lebensmittel in der Tiefkühltruhe lagern

Um Lebensmittel länger haltbar zu machen, bietet sich die Aufbewahrung in einer Tiefkühltruhe oder im Tiefkühlfach des Kühlschranks an. Dort verlangsamen die Minusgrade die Mikroorganismen der Lebensmittel stark. So hält Fleisch zwischen zwei und zehn Monate (je nach Fleischsorte), Butter etwa sechs bis acht Monate, Brot bis zu drei Monate, Obst und Gemüse bis zu zwölf Monate und Käse bis zu fünf Monate. Bevor Sie Obst, und Gemüse einfrieren, waschen, schneiden, schälen und entkernen Sie es. Dadurch bleiben Farbe und Vitamine länger erhalten. Verpacken Sie die Lebensmittel am besten luftdicht und schreiben Sie das Datum darauf. Damit behalten Sie den Überblick. Folgende Lebensmittel sollten nicht eingefroren werden, da sie beim Auftauen schnell matschig werden oder flocken:

  • Eier
  • Blattsalate
  • Rettich
  • Radieschen
  • Rohe Kartoffeln
  • Zwiebeln
  • Tomaten
  • Gurken
  • Obst: Weintrauben, Wassermelonen, rohe Äpfel oder Birnen
  • Milchprodukte: Joghurt, Dickmilch, Buttermilch, Quark, Kefir, Sahne, Crème fraîche

Nicht jedes Obst sollte zusammen gelagert werden

Tropische Früchte wie Bananen, Avocados, Ananas, Mangos und Kiwi werden nicht kühl, sondern bei Zimmertemperatur aufbewahrt. Kernobst wie Äpfel, Birnen und Quitten profitieren von einem dunklen Lagerort, beispielsweise im Keller.

Eine wichtige Unterscheidung für die Lagerung von Obst ist diejenige in Ethylen-empfindliche und Ethylen-abgebende Sorten. Bei Ethylen handelt es sich um ein natürliches Gas, das farb- sowie geruchlos ist und Pflanzen als Wachstumsregulator dient. Das Ethylen beeinflusst ihren Reifeprozess. Nachreifende, noch nicht vollständig reife Früchte wie Bananen, Birnen, Feigen, Kiwis, Aprikosen, Avocados, Mangos, Nektarinen, Papayas, Maracujas, Honigmelonen, Pflaumen und Pfirsiche profitieren davon, neben Ethylen-abgebenden Früchten, wie zum Beispiel Äpfeln, gelagert zu werden. Wollen Sie jedoch verhindern, dass diese Früchte noch reifer werden, platzieren Sie sie getrennt voneinander. Ethylen-empfindliche Obstsorten werden schneller schlecht, wenn sie neben Ethylen-abgebendem Obst gelagert werden. Deshalb sollten reife Bananen, Kiwis, Mangos, Birnen, Wassermelonen und Zitrusfrüchte nicht neben Äpfeln, Aprikosen, Pfirsichen, Birnen oder Pflaumen aufbewahrt werden.