Analoge Fotos digitalisieren

Analoge Fotos digitalisieren

Alte analoge Fotos sind empfindliche Erinnerungsstücke, die mit der Zeit verblassen. Durch Digitalisierung werden die Bilder vor dem physischen Verfall bewahrt. Welche Möglichkeiten gibt es, das Familienalbum digital zu sichern?

Neues Leben für alte Fotos

Gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen, geht am besten mit einem Fotoalbum. Viele Leute haben eine ganze Bibliothek an liebgewonnenen Bildern, die wichtige persönliche Erinnerungsstücke sind. Oft reicht die private Fotosammlung mehrere Jahrzehnte zurück. Je älter die Bilder sind, desto empfindlicher sind sie. Eine Digitalisierung bewahrt die Fotografien davor, verloren zu gehen. Einmal digitalisiert lassen sie sich unkompliziert über das Internet teilen. Da viele ältere Bilder Unikate sind, bietet sich zudem an, Abzüge für Verwandte und Freunde machen zu lassen.

Freihand mit dem Smartphone abfotografieren

Die einfachste Lösung ist, die Fotos mit dem Handy abzufotografieren. Das Ergebnis ist zwar immer von der Qualität Ihrer Handykamera abhängig. Viele aktuelle Smartphones sind aber in der Lage, sehr hochwertige Fotos aufzunehmen. Die Schwierigkeiten bei dieser Methode liegen bei schiefen Perspektiven, Spiegelungen und Schatten.

Versuchen Sie für ein bestmögliches Ergebnis, die Abzüge an einem hellen, bewölkten Tag draußen zu fotografieren. So treten kaum Probleme mit Schattenwurf auf. Eine gute Alternative sind helle Innenräume, zum Beispiel in der Nähe eines Fensters. Sie können auch mehrere Lichtquellen verwenden, um Schatten vorzubeugen. Die Lampen sollten allerdings nicht direkt auf das Foto gerichtet sein. Fotografieren Sie immer ohne Blitz, um lästige Spiegelungen zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass das Foto plan auf einer Oberfläche aufliegt, und halten Sie das Handy parallel zur Bildebene. In den meisten Kamera-Apps wird das Motiv durch Tippen auf das Bild scharfgestellt.

Das gleiche Vorgehen empfiehlt sich für das Abfotografieren mit einer Digitalkamera. Mit einer guten Kamera erzielen Sie mitunter deutlich bessere Ergebnisse als mit einem Smartphone. Zubehör wie ein Reprostativ vereinfacht die Digitalisierung zusätzlich.

Scan-Apps verwenden

Kostenlose Apps erleichtern das Einscannen der Fotos mit dem Smartphone. Ein Beispiel ist die Fotoscanner-App von Google, die für das Abfotografieren von Farbfotos entwickelt wurde. Anhand von eingeblendeten Orientierungspunkten wird das Foto aus mehreren Perspektiven gescannt und die Aufnahmen zu einem einzigen Bild zusammengesetzt. Lästige Reflektionen rechnet die App automatisch aus dem Bild heraus. Auch der Bildausschnitt wird automatisch angepasst. Wie beim einfachen Abfotografieren hängt das Ergebnis auch hier von der Qualität Ihrer Handykamera ab. Wenn Sie eine App installieren, sollte Ihnen zudem bewusst sein, dass diese auf Daten – wie Ihre Bildergalerie – zugreifen kann.

Gute Ergebnisse mit einem Flachbettscanner erzielen

Die Fotos mit einem Flachbettscanner zu digitalisieren, ist vor allem von Vorteil, wenn Sie planen, die Bilder in guter Qualität zu drucken. Ordentliche Flachbettscanner sind ab etwa 100 Euro erhältlich. Die Anschaffung lohnt sich, wenn Sie sehr viele alte Fotos sichern möchten. Den Scanner können Sie auch in Zukunft für Dokumente oder andere Aufgaben verwenden. Informieren Sie sich alternativ, ob in einer nahen Stadt- oder Universitätsbibliothek ein Flachbettscanner zu Verfügung steht.

Beim Einscannen mit einem Flachbettscanner müssen Sie auf die Punktdichte, also die Auflösung beim Druck achten, die als dpi (dots per inch) angegeben wird. Wenn Sie das Foto genauso groß drucken wollen, wie es ist, sind 300 oder 400 dpi ausreichend. Für einen größeren Abzug stellen Sie besser 600 oder 1.200 dpi ein. Das empfiehlt sich generell für Bilder mit feinen Strukturen. Diese Methode hat den Vorteil, dass Sie kleinformatige alte Fotos ohne merklichen Qualitätsverlust größer ausdrucken können. Beachten Sie, dass der Scanvorgang bei hoher Druckauflösung erheblich länger dauert.

Etwas beschwerlicher ist die Arbeit mit einem Flachbettscanner bei der Digitalisierung eines Albums mit festverklebten Bildern. Ist das Fotoalbum zu dick oder zu breit, müssen Sie es hin und her bewegen. Dadurch laufen Sie Gefahr, die Bilder zu beschädigen. Manche Scanner erkennen einzelne Bilder automatisch, bei anderen ist es nötig, die Bilder nachträglich mit einem Bildbearbeitungsprogramm zu trennen.

Fotos professionell digitalisieren lassen

Nicht jeder hat Zeit und Muße, Fotos selbst einzuscannen. Vielleicht ist das private Fotoarchiv auch schlicht zu groß dafür. Wenn Sie die Fotos digitalisieren lassen, sparen Sie sich Arbeit und eine eventuelle Nachbearbeitung der Bilder. Es gibt viele Digitalisierungsanbieter, denen Fotos zugeschickt werden können. Je nach Anbieter kostet die Digitalisierung zwischen 10 und 30 Cent pro Bild. Allerdings gewähren viele Dienstleister ab mehreren hundert Fotos Mengenrabatte. Die Bilder erhalten Sie samt CD oder USB-Stick zurück. Mediafix ist ein großer Digitalisierungsanbieter, der einen guten Ruf genießt.

Mit dieser Methode sparen Sie zwar zwar Arbeit, dafür müssen Sie aber Ihre privaten Fotos aus der Hand geben. Gehen Sie am besten zu einem lokalen Fotografie-Fachgeschäft, wenn Sie Ihre Erinnerungsstücke nicht einfach irgendjemandem anvertrauen möchten. Auf diese Weise entfällt auch der Postweg, sodass Ihre unersetzlichen Bilder nicht beim Versand verloren gehen können.