Trend Micro Internet Security

Andreas Kiener
Pro
  • Sehr guter Malware-Schutz
  • Umfangreiche Kindersicherung
Kontra
  • Eigene Firewall fehlt
  • Kein Passwort-Manager
  • Kein Smartphone- und Tablet-Schutz
  • Keine deutsche Dokumentation
Fazit Die Internet-Security-Suite von Trend Micro überzeugt mit guter Malware-Erkennung und einem umfassenden Kinderschutz, auch die Datenschutz-Features gefallen.

Trend Micro Internet Security Test

Trend Micro Internet Security Zum Anbieter

Ausstattung

3,55 Pkt

Das auffallendste Ausstattungsmerkmal der Internet-Security-Suite von Trend Micro ist das Fehlen einer Firewall. Stattdessen gibt es in der Trend Micro Internet Security einen Booster, der die Funktionalität der Windows Firewall ergänzt. Die Kindersicherung ist sehr gelungen, sie bietet umfassende Möglichkeiten um die Internet- und Computernutzung von Kindern zu reglementieren und zu überwachen. Gut gefallen hat uns im Test auch das Browsertool Datenschutz-Scanner, das hilft, die oftmals unübersichtlichen Datenschutzeinstellungen von sozialen Netzwerken und Internet-Browsern zu managen. Es wäre allerdings noch besser, wenn es mehr als vier soziale Netzwerke unterstützen würde. Ein Passwort-Manager fehlt der Trend Micro Internet Security leider – er ist nur Bestandteil des teureren Produktpakets Trend Micro Total Security.

Diese Funktionen bilden die Eckpfeiler von Trend Micro Internet Security. Komplett wird das Paket mit ein paar zusätzlichen Erweiterungen, die den Computer und das Surfen im Internet sicherer machen. Mit dem Schutz vor Datendiebstahl können Anwender unterbinden, dass Kinder (oder sie selbst) vertrauliche Daten an Fremde senden oder auf nicht vertrauenswürdigen Webseiten eingeben. Ein Ordnerschutzschild verhindert, dass Daten von Ransomware gesperrt werden und Secure Erase hilft dabei, Dateien sicher zu löschen.

Umfassender Schutz für Eltern

Die Kindersicherung von Trend Micro Internet Security lässt kaum etwas zu wünschen übrig. Sie ist für jedes Benutzerkonto einrichtbar, wobei natürlich für jedes Konto andere Einstellungen möglich sind, so dass Eltern für jedes Kind andere Regeln definieren können.

Der Anwender wird Schritt für Schritt durch die Konfiguration geführt. Zuerst kann er die Website-Filterregeln bestimmen. Hier ist es möglich, einzelne Inhaltskategorien wie beispielsweise „Pornographie“, „Hacken / Proxy-Umgehung“, oder „Glücksspiel“ zu sperren. Diese Kategorien sind übersichtlich in vier Abschnitten angeordnet, es gibt auch Presets für verschiedene Altersgruppen.

Der nächste Punkt ist die Zeitbeschränkung. Hier kann der Anwender die Internetnutzung für seine Kinder an Hand eines Wochenplanes stundenweise zulassen beziehungsweise freigeben. Alternativ oder zusätzlich legt er die maximale Nutzungsdauer pro Tag fest.

Die Einrichtung des Kinderschutzes erfolgt Schritt für Schritt
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Die Einrichtung des Kinderschutzes erfolgt Schritt für Schritt

Im nächsten und letzten Schritt blockieren Eltern den Zugriff auf Programme zu ausgewählten Zeiten. Das funktioniert analog zur Zeitbeschränkung für das Internet. Die Nutzungsdauer einzelner Programme tageweise zu deckeln, ist allerdings nicht möglich.

Der Kindersicherung fehlen keine wirklich relevanten Funktionen. Manche Eltern werden wahrscheinlich die Möglichkeit vermissen, gleich den gesamten Computer zu bestimmten Uhrzeiten zu sperren. Auch eine Pausenfunktion, die den Computer in festgelegten Interwallen deaktiviert, wäre schön gewesen. Das sind aber bei dieser benutzerfreundlichen Kindersicherung mit relativ großem Funktionsumfang nur kleine Kritikpunkte.

Nur ein „Booster“

Anders als andere Internet-Security-Suites beinhaltet Trend Micro Internet Security keine eigenständige Firewall. In den Einstellungen gibt es aber eine Checkbox um den sogenannten Booster zu aktivieren. Der Booster funktioniert zusätzlich zur Windows Firewall oder zu Sicherungsystemen von Drittanbietern. Er ergänzt diese um ein Intrusion-Detection-System (IDS), das selbständig Netzwerkangriffe erkennt, einen Generic-Stream-Scan (GSS) und eine Sicherheitsfunktion gegen Botnets. Damit erhöht der Booster die Sicherheit des Windows-Sicherungssystems. Etwas ärgerlich ist allerdings, dass der User den Booster nur ein- und ausschalten kann, eine detaillierte Konfiguration ist nicht möglich.

Für den Firewall-Booster gilt: Entweder an oder aus. Detaillierte Einstellungen sind nicht vorgesehen.
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Für den Firewall-Booster gilt: Entweder an oder aus. Detaillierte Einstellungen sind nicht vorgesehen.

Sicherheitschecks für Browser und soziale Netzwerke

Ein gelungenes Feature der Trend Micro Internet Security ist der Datenschutz-Scanner. Er überprüft die Einstellungen von Browsern und sozialen Netzwerken auf Sicherheit und gibt dem Nutzer die Möglichkeit, die Konfiguration mit wenigen Klicks zu optimieren. Dabei kann der Anwender bei jeder einzelnen Option entscheiden, ob er die Einstellung beibehalten oder dem Vorschlag des Datenschutz-Scanners folgen will. Der Scanner steht für die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter, Google+, und LinkedIn zur Verfügung. Bei den Browsern unterstützt der Sicherheitscheck nur Microsoft Internet Explorer und Google Chrome, Mozilla Firefox fehlt leider.

Der Datenschutz-Scanner hilft, Sicherheitslücken auf Facebook zu schließen.

Eine Browser-Erweiterung bewertet Websites

Standardmäßig installiert die Internet-Security-Suite auch eine Erweiterung für Google Chrome und Internet Explorer. Diese Erweiterung zeigt dem User die Sicherheit von Websites an, schon bevor er sie besucht. Das funktioniert in der Praxis allerdings nur bei Suchmaschinen wie Google oder Bing – dort verhält sich die Erweiterung mit einer farblichen Hinterlegung des Linktextes und einem kleinen Icon daneben nicht gerade unauffällig. Bei Links auf anderen Websites konnten wir hingegen keinerlei Markierung feststellen. Ein Plug-In für Firefox wurde zwar ebenfalls installiert, in diesem Browser wird aber auch auf Suchmaschinen keine Sicherheitsbewertung von Links eingeblendet.

Nette Draufgaben: Ordnerschutz, sicheres Löschen, Schutz vor Datendiebstahl

Ein paar kleinere Ergänzungen und Tools runden das Internet-Security-Paket ab. Als Schutzfunktion gegen Ransomware dient das Ordnerschutzschild. Es bewacht einen Ordner, den der Anwender definiert hat, und verhindert die Manipulation der darin enthaltenen Daten. Nur vertrauenswürdige Programme dürfen die Daten verändern.

Secure Erase sorgt dafür, dass gelöschte Dateien auch wirklich überschrieben werden, mindestens einmal und mit der Option „Permanent Erase“ sogar sieben Mal. So sind sie selbst mit Datenrettungstools nicht mehr wiederherstellbar.

Es gib auch einen Spamfilter, der allerdings nur für die Microsoft-Produkte Outlook, Outlook Express und Windows Live Mail funktioniert. Nutzer von Webmail-Diensten und anderen E-Mail-Clients gehen leer aus. Das ist durchaus üblich, auch die Spamfilter anderer Internet-Security-Hersteller funktionieren meistens nur im Zusammenspiel mit den E-Mail-Clients von Microsoft. Da allerdings so gut wie alle E-Mail-Provider schon aus Eigeninteresse serverseitig sehr gute Spamfilter anwenden, sind clientseitige Anti-Spam-Maßnahmen meistens ohnehin überflüssig.

Eine Funktion, die ohne vorausschauende Mitarbeit des Benutzers nicht viel bringt ist der Schutz vor Datendiebstahl. Damit kann der Nutzer verhindern, dass sensible Daten weitergegeben werden. Allerdings muss er Trend Micro Internet Security vorher mit diesen Daten füttern. Wenn er vergisst, beispielsweise eine Telefonnummer einzugeben, ist sie nicht geschützt. Die Funktion hilft auch nur gegen die unabsichtliche Weitergabe von Daten. Als Ergänzung zum Kinderschutz ist sie nur teilweise geeignet. Findige Kinder werden schnell Wege finden, um beispielsweise ihre Telefonnummer trotzdem einzugeben. Etwa durch das Ausschreiben der Zahlen oder durch eine kleine Variation.

Was bei Trend Micro völlig fehlt, ist die Unterstützung von mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones. Die Lizenz der Internet-Security gilt standardmäßig auch nur für einen Computer. Gegen einen geringen Aufpreis kann Trend Micro Internet Security auch für die gleichzeitige Installation auf drei Computern erworben werden. Dann ist der Kunde aber preislich nicht mehr weit vom größten Sicherheitspaket Trend Micro Maximum Security entfernt, das bis zu fünf verschiedene Geräte schützt, auch iOS- und Android-Geräte sowie Macs.

Sicherheit

4,74 Pkt

Die Sicherheit von Trend Micro Internet Security wird vom unabhängigen Antivirus-Testinstitut AV Test konstant äußerst hoch bewertet. Bei den jüngsten Antivirus-Tests bestätigten die Experten dem Programm eine Erkennungsrate von 100 Prozent, sowohl beim Test unter Realbedingungen als auch beim Test mit Malware-Samples. Das sind ausgezeichnete Werte für Trend Mirco. Auch das britische Testlabor SE Labs gibt Trend Micro bei der Erkennung von Malware fast die höchste Punkteanzahl.

Trotzdem reicht das in unserer Wertung nicht für die vollen fünf Punkte. Wir beziehen uns nämlich nicht nur auf die Virenscanner-Komponente, sondern bewerten das Gesamtpaket der Trend Micro Internet Security. Kleine Abzüge gibt es für dafür, dass die Funktion Schutz vor Datendiebstahl nicht wirklich effektiv schützt.

Performance

3,71 Pkt

Zunächst fällt auf, dass Trend Micro Internet Security relativ viel Platz auf der Festplatte beansprucht. 724 Megabyte waren es in unserem Test. Das ist in Zeiten von Terabyte-Festplatten natürlich kein No-Go, aber auch nicht unbedingt ein Hinweis auf ein Security-Programm, das sparsam mit den Systemressourcen umgeht.

Auch die Veränderungen bei der Boot-Zeit sind auffällig. Während viele vergleichbare Internet-Security-Produkte sich kaum auf die Startgeschwindigkeit des Computers auswirken, verlangsamte sich unser Test-PC mit der frisch installierten Internet-Security-Suite von Trend Micro um ein Drittel. Statt 21,437 Sekunden benötigte der Rechner in unserem Test nun 33,921 Sekunden, bis er einsatzfähig war.

Es gibt aber Abhilfe: Etwas versteckt in den „Erweiterten Einstellungen“ befindet sich ein Regler für den Systemstart. Standardmäßig steht er auf „Ausgeglichener Schutz“. Nachdem wir ihn auf „Mehr Leistung“ gestellt hatten, verringerte sich die Boot-Zeit sogar auf nur 20,062 Sekunden. Mit der Einstellung „Zusätzliche Sicherheit“ konnten wir hingegen bei der Bootgeschwindigkeit keinen signifikanten Unterschied zum mittleren Wert feststellen.

Die Boot-Geschwindigkeit geht zu Lasten der Sicherheit.
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Die Boot-Geschwindigkeit geht zu Lasten der Sicherheit.

Das Antivirus-Testlabor AV Test – das die Bootgeschwindigkeit nicht berücksichtigt – konnte keine allzu großen Performance-Einbußen feststellen.

Die Verlangsamung war bei den meisten Standard-Aufgaben nur gering, lediglich der Start von Programmen verzögerte sich auf High-End-PCs deutlich, auch bei der Software-Installation auf Standard-PCs wurden im Labortest Geschwindigkeitseinbußen von im Schnitt 16 Prozent gemessen. Das reicht nicht ganz für Höchstwerte bei der Performance, Trend Micro Internet Security erhält in dieser Wertung von AV Test nur 5,5 von 6 möglichen Punkten. Auch im Performance-Test von AV Comparatives sieht es für Trend Micro Internet Security nicht allzu rosig aus. Dort bekommt die Software nur einen von drei möglichen Sternen.

Bedienung

4,20 Pkt

Trend Micro hat sich sichtlich bemüht, der Internet-Security-Software ein modernes Erscheinungsbild und eine aufgeräumte Oberfläche zu verpassen. Das ist im Allgemeinen recht gut gelungen. An manchen Stellen wirkt die Benutzerführung allerdings nicht ganz überzeugend.

Schon der Startbildschirm ist verwirrend: Der Nutzer fragt sich, was der Unterschied zwischen den direkt nebeneinanderliegenden Schaltflächen „Daten“ und „Datenschutz“ ist. Oder die Schaltfläche zum Starten der Virenprüfung: Sie wirkt wie ein Schieberegler, ist aber keiner. Auch manche Komfortfunktionen fehlen: Mit einer benutzerdefinierten Suche kann der Nutzer zwar bestimmen, welche Daten der Virenscanner prüfen soll, allerdings lassen sich keine Profile anlegen. Selbst die einmal getroffene Auswahl wird abgespeichert. Dafür kann der Anwender den Startbildschirm mit einem eigenen Hintergrundbild hinterlegen. Das ist zwar ein nettes Gimmick, jedoch aber sehr unwesentlich.

Obwohl Trend Micro Internet Security sich also durchaus gefällig präsentiert und den Nutzer nicht mit unzähligen Details überfordert, kann die Gestaltung der Benutzerführung und der Oberfläche nicht als durch und durch gelungen bewertet werden.

Dokumentation und Support

2,60 Pkt

Trend Micro ist ein japanisches Softwarehaus mit Wurzeln in Kalifornien. Der Pazifik ist weit entfernt von Mitteleuropa, offenbar hat der deutsche Markt keine Priorität – das würde jedenfalls erklären, dass zwar das Programm in einer deutschen Sprachversion erhältlich ist, die Hilfefunktion aber durchwegs zur englischen Online-Dokumentation führt. Auch dem Support-Forum fehlt ein deutschsprachiges Unterforum.

Wir konnten nur nach einiger Mühe und nur auf der amerikanischen Website eine Kontaktmöglichkeit zum technischen Support von Trend Micro finden. Mitarbeiter können entweder per E-Mail (24 bis 48 Stunden Bearbeitungszeit) oder per Live-Chat kontaktiert werden. Eine Möglichkeit zur telefonischen Kontaktaufnahme scheint es nicht zu geben. Positiv sind hingegen die ins Programm eingearbeiteten Erklärungen, die Trend Micro Internet Security beim Aufruf bestimmter Funktionen einblendet. Diese hilfreichen Hinweise kann der Nutzer mit einer Checkbox deaktivieren.

Ohne Englischkenntnisse wird es mit Hilfe und Support schwierig.

Zusammenfassung

3,78 Pkt

Die Virenscanner-Komponente von Trend Micro Internet Security hat eine herausragende Erkennungsrate, wie die Antivirus-Testlabore AV Test und SE Labs bestätigen. Besser geht eigentlich nicht! Damit haben die Japaner bei der zentralen Komponente einer jeden Internet-Security-Suite die Nase vorne. Auch beim Kinderschutz haben die Entwickler nicht geschlampt, er ist einer der besten am Markt.

Der Rest des Softwarepakets kann leider nicht ganz überzeugen. Ein wenig wirkt es, als wären da ein paar schnell gebaute Features zusammengeworfen worden, um den Anforderungen der Marketingabteilung Genüge zu tun.

Die Bedienung ist zufriedenstellend, allerdings nicht bis ins Kleinste durchdacht. Die Performance der Internet-Security ist nicht schlecht, viele Mitbewerber zeigen jedoch, dass es auch deutlich besser funktionieren kann. Wenig geboten bekommen die Kunden im Bereich Dokumentation und Support. Während die Erklärungen und Tipps im Programm recht gelungen sind, zeigen sich schon beim Klick auf den „Hilfe“-Button deutliche Schwächen: Die Hilfe ist nicht auf Deutsch verfügbar. Eine Möglichkeit, den Support zu kontaktieren, war nur auf der englischen Website zu finden, und selbst da beschränken sich die Optionen auf E-Mail und Live-Chat, Telefonsupport scheint nicht vorgesehen zu sein.

Empfehlen können wir Trend Micro Internet Security für Leute, die Wert auf kompromisslose Erkennung von Viren- und Malware legen und Verwendung für den Kinderschutz haben. Auch der Datenschutz-Scanner ist sehr nützlich. Er vereinfacht die Datenschutz-Einstellungen von Browsern und sozialen Netzwerken deutlich, das alleine ist aber kein ausreichendes Kaufargument für die ganze Internet-Security-Suite.