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Panda Internet Security

Andreas Kiener
Pro
  • Gute Virenerkennung
  • Moderne Benutzeroberfläche im Kacheldesign
  • Sehr benutzerfreundlich
Kontra
  • Performanceschwächen auf High-End-PCs
  • Benutzerfreundlichkeit geht zu Lasten erweiterter Einstellmöglichkeiten
  • Support und Dokumentation unterdurchschnittlich
Fazit Panda Internet Security ist toll für Anwender, die ihren Computer schützen wollen, ohne sich näher mit den technischen Details zu beschäftigen. Ein sparsamer Ressourcenbedarf macht es zur guten Wahl für ältere Computer, leistungsfähigere PCs bremst es jedoch aus.
Panda Internet Security Zum Download

Panda Internet Security Test

Ausstattung

4,00 Pkt

Die Internet-Security-Suite von Panda präsentiert einen aufgeräumten, freundlichen Startbildschirm in modernem Kacheldesign. Dieser bietet Zugang zur ganzen Palette an Funktionen und Tools, die in die Internet-Security-Suite inkludiert sind.

Wie üblich dürfen ein Virenscanner und eine Firewall nicht fehlen. Neben Malware- und Virenschutz gehören auch ein Kinderschutz und eine Anti-Phishing-Komponente dazu. Diese sperren den Zugang zu unerwünschten Inhalten beziehungsweise warnen den Nutzer vor Phishing-Websites. Dazu kommen ein paar weitere nützliche Tools.

Wirkt klar und aufgeräumt: Der Startbildschirm von Panda Internet Security

Panda Internet Security bietet auch an, zusätzlich – ohne Zusatzkosten – den Cloud Cleaner von Panda zu installieren. Das ist ein Schutz vor Malware, der dank Cloud-Funktion mehr Schadsoftware entfernen kann als der Virenscanner. Eine Funktion für die WiFi-Sicherheit zeigt alle drahtlosen Geräte im Netzwerk an und gibt Tipps zur sicheren Verwendung des WLANs.

Rettungskit und Backup als Vorsorge für Notfälle

Sehr nützlich ist das Rettungskit, mit dem der Anwender ein Bootmedium erstellen kann. Das ist wichtig, weil es auch Schadsoftware gibt, die den Computer soweit zerstört, dass er nicht mehr gestartet werden kann. Oder sie nistet sich tief im Betriebssystem ein und verhindert so ihre eigene Entfernung. Ein sauberes Bootmedium mit Sicherheitstools ist in diesen Fällen oft die einzige Lösung. Damit kann der Anwender den PC in einer nicht infizierten Umgebung starten und die Malware sozusagen von außen bekämpfen.

Das Online-Backup stellt zwei Gigabyte Speicher zur Verfügung. In Zeiten von OneDrive, Dropbox und Google Drive ist ein zusätzlicher Online-Speicher mit so geringer Speicherkapazität eigentlich entbehrlich. Die Funktion ist weniger ein nützliches Feature für den Kunden und mehr Werbung für den Speicherplatzanbieter.

Zwei Tools, die eine Internet-Security-Suite noch sinnvoll ergänzen würden, fehlen allerdings: Zum einen beinhaltet Panda Internet Security keinen Passwortmanager. Den gibt es erst bei Panda Global Protection, dem nächstgrößeren und auch teureren Paket. Zum anderen fehlen Browser-Plug-ins zur Tracking-Kontrolle. Für beides gibt es gute Lösungen (zum Beispiel LastPass und Ghostery), die zumindest in der Basis-Variante (LastPass) oder vollständig (Ghostery) kostenlos sind. Der versierte Anwender weiß sich also zu helfen. Allerdings darf er von einer Internet-Security-Suite auch erwarten, dass sie ihn in punkto (Daten-)Sicherheit voll unterstützt, ohne dass er auf zusätzliche Software angewiesen ist. Diese Erwartung wird von Panda enttäuscht. Um fair zu sein: Nicht nur von Panda. Gerade Passwort-Manager sind auch bei vielen anderen Softwareherstellern nicht Bestandteil der Internet-Security-Suites, sondern nur ihn ihren Premium-Protection-Produkten enthalten.

Schlicht und einfach eine Firewall

Die Firewall ist funktional, aber relativ rudimentär. Eigene Regeln können mit einer übersichtlichen und sehr kompletten Maske erstellt werden. Die Firewall filtert den Traffic je nach Wunsch nach MAC- und IP-Adressen, Ports und Anwendungen und unterscheidet dabei selbstverständlich zwischen ein- und ausgehendem Traffic.

Die meisten Privatanwender sind allerdings gut damit beraten, ihre Firewall nicht selbst zu konfigurieren – das ist eine Aufgabe für IT-Profis. Daher sind die Alternativen zur manuellen Konfiguration interessant. Hier bietet Panda ein Set von empfohlenen Regeln, das wir einfach übernehmen können. Mit dieser Grundkonfiguration dürften die meisten ihr Auslangen finden. Die Zielgruppe der Panda Internet Security sind – wie die im positiven Sinne einfache Aufmachung der Internet-Security vermuten lässt — nicht unbedingt Menschen, die spezielle Software auf ihrem Computer laufen lassen, für die sie Ausnahmen konfigurieren müssen.

Inhalte für Kinder und Mitarbeiter sperren

Wie der Rest der Software von Panda überfordert auch der Kinderschutz den Anwender nicht gerade mit unnötiger Komplexität, die Konfiguration funktioniert ziemlich geradeaus: Für jedes Benutzerkonto auf dem PC ist der Schutz separat konfigurierbar. Dabei werden Inhalte nach vordefinierten Kategorien gesperrt, zusätzlich sind eigene Regeln für einzelne Webseiten erstellbar. Um die Angelegenheit noch weiter zu vereinfachen, schlägt Panda Filterprofile vor. Zur Auswahl stehen nicht nur Filter für Kinder, sondern beispielsweise auch für Teenager und Mitarbeiter. Der Kinderschutz filtert nicht nur, sondern Panda protokolliert auch genau, welche Webseiten aufgerufen werden – Sicherheit und Überwachung kommen sich hier sehr nahe.

Der Mitarbeiterfilter blockiert auch Inhalte aus den Bereichen Kunst und Business.
Der Mitarbeiterfilter blockiert auch Inhalte aus den Bereichen Kunst und Business.

Was im Kinderschutz leider fehlt, ist eine Funktion, mit der Eltern die Computer- und Internetnutzungsdauer ihrer Kinder beschränken können. Ob so eine Funktion nötig und wünschenswert ist, ist gewiss eine Frage des Erziehungsstils. An den technischen Möglichkeiten sollte es jedoch nicht scheitern.

Sicherheit

4,87 Pkt

Der Virenscanner von Panda ist ausgesprochen sicher. Das auf die Anti-Viren-Software spezialisierte Testlabor AV Test stellt eine hundertprozentige Erkennung von 0-Day-Malware-Angriffen fest und bewertet die Schutzwirkung vor Viren und Malware von Panda Security mit den vollen sechs Punkten.

Panda Internet Security enthält zahlreiche Komponenten, die die Sicherheit weiter erhöhen: Der Panda Cloud Cleaner macht erkannte Schadsoftware zuverlässig unschädlich, Firewall und WiFi-Sicherheit beschützen das Netzwerk, mit der Anwendungskontrolle und Datenabschirmung wird Panda Internet Security auch Anwendern gerecht, die beim Thema Computersicherheit höchste Ansprüche haben.

Was allerdings schmerzlich fehlt, ist ein Passwortmanager. Das muss nicht zwangsläufig zu Sicherheitslücken führen, allerdings ist das dann vom Verhalten des Anwenders abhängig, der ohne Passwortmanager einen Hang zu Haftnotizzetteln am Bildschirmrand, unverschlüsselten Passwortdateien und immer denselben, gut merkbaren und daher unsicheren Passwörtern hat.

Performance

3,13 Pkt

Bei Internet-Security-Suites überprüfen wir mit ein paar schnellen Tests die Auswirkungen auf die PC-Performance. Meistens sind die Ergebnisse dieser Tests unauffällig und bewegen sich im erwartbaren Rahmen. Nicht so bei Panda Internet Security. Datei-Download und das Kopieren auf einen externen Datenträger verzögerten sich zwar nicht merklich und auch das Booten des Rechners dauerte nicht einmal eine Sekunde länger, aber die testweise Installation von LibreOffice dauerte mit aktiviertem Panda-Virenschutz fast doppelt so lange. Während die Installation des freien Office-Pakets sonst in weniger als 30 Sekunden erledigt war, brauchte die Software nun fast eine ganze Minute dafür. Das ist schade, weil Panda davon abgesehen einen schlanken Eindruck macht. Die Internet-Security-Suite belegt nur etwa 150 Megabyte Speicherplatz und weist auch eine sehr moderate Arbeitsspeicherauslastung auf.

Während die Performance von Panda Internet Security also im Alltagseinsatz meistens gut ist, zeigen sich bei der Installation von Programmen deutliche Leistungsschwächen. Das konnten auch die Virenschutz-Experten von AV Test feststellen: Sie maßen eine Verlangsamung von im Schnitt 48 Prozent bei der Programminstallation, auf High-End-PCs waren es sogar 70 Prozent. Auch beim Kopieren von Dateien auf High-End-PCs macht Panda Internet Security den PC deutlich langsamer, um ganze 105 Prozent nämlich.

AufgabeStandard-PCHigh-End-PC
Verlangsamung der Installation von verbreiteten Programmen48 Prozent70 Prozent
Verlangsamung beim Kopieren von Dateien (lokal und im Netzwerk)19 Prozent105 Prozent
Daten des unabhängigen Testlabors AV-Test.

Obwohl die übrigen Werte im Bereich PC-Performance im Durchschnitt liegen und Panda Internet Security sich sogar durch einen niedrigen Ressourcenbedarf auszeichnet, wirken sich so deutliche Schwächen in einzelnen Bereichen natürlich negativ auf die Gesamtbewertung der Performance aus. Während Panda Internet Security sogar eine gute Wahl für ältere Computer mit knappem Festplattenplatz und Arbeitsspeicher sein kann, verursacht es gerade auf eigentlich sehr schnellen Computern große Leistungseinbußen.

Bedienung

4,23 Pkt

Die Installation der Internet-Security-Suite verlief im Test flott und problemlos, genauso wie die spätere Deinstallation. Unzählige Sprachen stehen zur Auswahl. Als wir im Test die deutsche Sprachvariante wählten, wurden wie allerdings schon bei der Installation mit einem kleinen Rechtschreibfehler begrüßt. So entsteht ein gemischter Eindruck – die vielen Sprachversionen sind begrüßenswert, der Fehler lässt allerdings vermuten, dass hier zu Gunsten der Quantität bei der Qualität gespart wurde. Zusätzlich zur Sprache kann der Nutzer das Installationsverzeichnis festlegen und ein paar Installationsoptionen an- beziehungsweise abwählen.

Die aufgeräumte, modern wirkende Benutzeroberfläche von Panda Internet Security gefällt auf Anhieb. Der Computernutzer hat alles Wichtige der Internet-Security im Blick, Panda beschränkt die Konfigurationsmöglichkeiten auf das Wesentliche. Die Oberfläche mit verschiebbaren Kacheln, die ähnlich wie bei Smartphones horizontal durchgescrollt werden kann, ist ein wenig ungewöhnlich. Dem an Mobilgeräte gewöhnten Nutzer erschließt sie sich aber schnell. Ein paar Details stören jedoch das Bedienkonzept. Beispielsweise hat das Anwendungsfenster eine fixe Größe und macht es so manchmal unmöglich, den gesamten Inhalt auf einmal im Blick zu behalten.

Kleine Rechtschreibfehler wie hier „leben“ kommen gelegentlich vor, mindern jedoch die Bedienbarkeit kaum.

Das ist besonders ärgerlich, wenn sich wie beispielsweise beim Aufruf der Firewall-Konfiguration ein neues Fenster in genau derselben Größe darüberlegt, das aber nicht sofort als neues Fenster erkennbar ist. Hier ist das Bedienkonzept nicht konsequent, was zu Irritationen führt: Im Test haben wir mehrmals nach dem „Zurück“-Button gesucht, nur um zu erkennen, dass es keinen gibt und wir stattdessen das Fenster schließen müssen.

Die Oberfläche der Panda Internet Security ist vollständig auf Maus- und Touchscreen-Nutzung ausgelegt, die Tastaturbedienung ist nicht möglich. Dialoge erfordern zwingend die Bestätigung des jeweiligen Buttons, die Verwendung der Eingabetaste ist nicht möglich. Das ärgert nicht nur versierte Computernutzer, die mit der Tastatur schneller sind als mit der Maus, sondern ist auch in Hinblick auf die Barrierefreiheit nicht optimal.

Dokumentation und Support

3,20 Pkt

Panda Internet Security ist eine sehr einfach gehaltene Antivirus-Software, die nicht viele Fragen aufwirft. Entsprechend simpel ist die Dokumentation. Die deutschsprachige Hilfe-Datei ist sehr knapp ausgefallen und erklärt nur das Notwendigste – es wirkt, als würden die Macher davon ausgehen, dass das Programm selbsterklärend ist. Wer auf eine hilfreiche Community hofft und dem Link zum Forum folgt, ist erst einmal enttäuscht: Er landet auf einem verwaisten Board in spanischer Sprache. Eine kleine Internetsuche bringt ihn dann zum tatsächlichen Forum von Panda, das auf Englisch gehalten ist und nur mit einer mäßigen Anzahl an Einträgen aufwarten kann.

Wer jetzt versucht, den Support zu kontaktieren, landet zuerst auf einer Seite mit häufigen Fragen, auf der sich englische Sätze mit deutschen abwechseln. Aber dort findet er auch die Nummer für den technischen Support, der von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr besetzt ist. Andere Anbieter können mit einer 24-Stunden-Hotline aufwarten. Apropos 24 Stunden: Innerhalb dieses Zeitraums verspricht Panda, E-Mail-Anfragen zu beantworten.

Im Bereich Dokumentation und Support können Mitbewerber definitiv mit mehr aufwarten als Panda. Dass Panda hier Lücken aufweist, passt allerdings ins Konzept der anwenderfreundlichen Sicherheitslösung, die im Idealfall selbsterklärend funktioniert.

Zusammenfassung

3,88 Pkt

Panda Internet Security präsentiert sich als schlankes Tool mit freundlicher Benutzeroberfläche und setzt sich damit deutlich von vielen Mitbewerbern ab, bei denen sich der Benutzer in Zeiten zurückversetzt fühlt, in denen Computer nur etwas für Nerds waren. Das ist an sich ein guter Ansatz. Denn die beste Antivirus- oder Sicherheitssoftware nützt wenig, wenn überforderte Anwender aus Unwissen unsichere Einstellungen wählen.

In manchen Bereichen lässt Panda Internet Security allerdings Features und Raffinesse vermissen. So gibt es beispielsweise bei der Firewall nur die Möglichkeiten, entweder einzelne Regeln manuell zu konfigurieren oder der Default-Konfiguration zu vertrauen, ein Modus mit mittlerer Komplexität fehlt. Oder der Kinderschutz, der nicht viel mehr bietet als Sperren von Websites nach Inhaltskategorien. Die Benutzeroberfläche gefällt, wirkt jedoch in Details nicht ganz durchdacht, genauso wie der zumindest in der deutschen Sprachversion lieblos zusammengewürfelte Support-Bereich der Website.

Dass Panda bei manchen Aufgaben trotz niedrigen Ressourcenverbrauchs den Computer stark ausbremst, ist schade und trübt das Bild der freundlichen, flotten und unkomplizierten Internet-Security-Suite. Trotzdem ist die Software aus Spanien eine Empfehlung für zwei Benutzergruppen: Der Panda eignet sich gut für Leute, die mit Technik so wenig wie möglich in Berührung kommen möchten, und für Anwender, die ihren schon etwas älteren PC mit einer kostengünstigen und ressourcenschonenden Internet-Security-Software gegen Viren, Malware und Cyberkriminalität absichern möchten.

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