McAfee Total Protection

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BEWERTUNG
8.8 / 10
AB
39,97 €
Christopher Hanek
Aktualisiert: 05/11/2019
Pro
  • Verfügt über viele wichtige Zusatzfeatures
  • Sehr durchdachte Bedienung
  • Ausgezeichneter Schnellscan
Kontra
  • Sehr langsamer Komplettscan
  • Backup und Online-Banking-Schutz fehlen
  • VPN nur separat erhältlich
FAZIT

Wer eine umfassende Internet-Security-Suite sucht, findet bei McAfee fast alles, was er braucht. Die Ausstattung ist rund und die Benutzeroberfläche wirkt ausgereift. Allein die Scangeschwindigkeit könnte eine Spur besser sein.

McAfee Total Protection logo
Gesamt
Ausstattung
Sicherheit
Performance
Bedienung
Dokumentation und Support

McAfee Total Protection Test

Ausstattung8,0

Hinweis!

Dieser Test bezieht sich auf McAfee Total Protection. Die Premium-Version bietet mit einem Kinderschutz, der File-Lock-Option und einem Cloud-Speicher drei Funktionen mehr als McAfee Internet Security. Die zusätzlichen Features werden im Testbericht erklärt, finden aber keine Berücksichtigung bei der Bewertung, da sich die Testreihe auf die Internet-Security-Programme konzentriert.

McAfee Total Protection ist ein sehr ausgereiftes Internet-Security-Paket, das durch eine gute Benutzerführung und einem sehr großen Funktionsumfang positiv auffällt. Der Virenscanner schwächelt jedoch ein wenig.

Eine Lizenz für zehn verschiedene Endgeräte kostet 44,95 Euro. Ein Kinderschutz ist lediglich in Total Protection und McAfee LiveSafe, welches ebenfalls über einen Online-Banking-Schutz verfügt, enthalten. Nutzer von McAfee Internet Security und AntiVirus müssen sich bei Bedarf mit McAfee Safe Family separat einen Kinderschutz zulegen. Leider ist die Preisstruktur des US-amerikanischen Herstellers sehr unübersichtlich. Der Erwerb von McAfee Internet Security 2020 zum günstigsten offiziellen Preis gestaltet sich äußerst kompliziert. So haben wir bei unseren Recherchen mehrere verschiedene Angebote ein und desselben Produkts gefunden, die allesamt von McAfee vertrieben werden. Dieses verworrene Preisgeflecht ist wenig kundenorientiert. Eine einheitliche Gesamtübersicht und eine entsprechend gegliederte McAfee-Homepage wären wünschenswert.

Großer Umfang mit kleinen Mängeln

Hinsichtlich des Funktionsumfangs überzeugt McAfee Total Protection im Großen und Ganzen. Eine Anti-Tracking-Erweiterung für den Internet-Browser, ein Cloud-Speicher und ein Rettungskit mit einer Backup-Funktion fehlen der Internet Security. Der Virenscanner bietet mit einem vollständigen Scan, einem Schnellscan und einem benutzerdefinierten Scan die gegenwärtigen Standardmodi für ein Antivirusprogramm. Es gibt natürlich auch einen Echtzeit-Scan, der ständig im Hintergrund mitläuft und Dateien sowie Programme überprüft, die aktuell verwendet werden.

Zudem fehlt ein Banking-Modus. Andere Hersteller bieten für das Online-Banking beispielsweise abgesicherte Internet-Browser oder eine virtuelle Tastatur, die vor allem Keylogger das Handwerk erschweren soll. Notwendig ist das nicht unbedingt; es ist vor allem eine Sicherheitsmaßnahme, die dann relevant wird, wenn andere Schutz-Funktionen versagt haben und beispielsweise ein Keylogger auf den Rechner gelangen konnte. Da die Internet-Security-Suite von McAfee sonst sehr gut ausgestattet ist, fällt das Fehlen eines Banking-Modus nicht besonders stark ins Gewicht.

Kinder vor ungeeigneten Inhalten schützen

Die Kindersicherung von McAfee Total Protection muss als Erweiterung des Programms separat installiert werden. Beim ersten Aufruf verlangt die Zusatzfunktion die Vergabe eines Kennworts, um sicherzustellen, dass Kinder nicht selbst die Einstellungen ändern. Der Kinderschutz kann auch für Windows-Benutzerkonten mit Administratorenrechten eingerichtet werden.

In diesem Fall bekommt der Nutzer den Hinweis, dass ein Administrator die Internet-Security-Suite deinstallieren kann. Im Idealfall verfügen Kinder über einen eigenen Windows-(Kinder-)Account. Nutzen Kinder dagegen den (Administratoren-)Account der Eltern, besteht die Gefahr, dass die Software vom Kind deinstalliert werden kann und somit auch der Kinderschutz hinfällig ist. Der Warnhinweis ist ein gutes Beispiel dafür, wie ausgereift die Benutzerführung von McAfee Total Protection ist.

Die Einrichtung des Kinderschutzes funktioniert denkbar simpel. Eltern legen das Alter des Kindes fest und auf welchen Geräten der Internetzugriff des Kindes kontrolliert werden soll. Die einzige Voraussetzung ist, dass McAfee Safe Family auf den entsprechenden Geräten installiert ist. Nun können die Eltern bestimmen, auf welche Apps und Online-Inhalte ihr Kind zugreifen darf. Per Tracking-Funktion können Eltern das genutzte Gerät des Kindes lokalisieren und sich einen Überblick über dessen Standort verschaffen. Mit einem Mausklick lässt sich die Bildschirmzeit des Kindes begrenzen, woraufhin ausgewählte Apps und Webseiten blockiert werden.

Ein Bericht informiert Eltern sehr genau über das Online-Verhalten ihrer Kinder. Hier erfahren sie nicht nur, wann sich ein Kind zuletzt am Computer angemeldet hat, sondern auch, welche gesperrten Seiten es aufrufen wollte und wann es innerhalb eines verbotenen Zeitraums versucht hat, den Computer zu nutzen.

Die Kinderschutzfunktion ist lediglich in McAfee Total Protection enthalten. Nutzer von McAfee Internet Security müssen auf dieses Feature verzichten.

Ein sicherer Ort für Passwörter und sensible Daten

McAfee Total Protection richtet den Passwortmanager True Key beim ersten Aufruf der Funktion ein. Der Nutzer meldet sich mit einem Master-Passwort bei True Key an. Das Programm speichert die Anmeldedaten einer Website und ruft sie beim nächsten Mal automatisch auf. Sämtliche gespeicherten Anmeldedaten werden in True Key übersichtlich mit dem Logo des jeweiligen Anbieters dargestellt.

McAfee File Lock ist eine Funktion, die ausschließlich Nutzern von McAfee Total Protection vorbehalten ist. Der Nutzer kann einen digitalen Tresor erstellen, in dem er lokale Daten wegschließt. Dieses Feature bietet sowohl Schutz vor Übergriffen aus dem Internet als auch vor anderen Nutzern des Computers. Hierfür erstellt er ein paar Sicherheitsfragen inklusive eines Kennworts und legt die Bezeichnung des Tresors sowie dessen Größe fest.

Sicherheit10,0

Der Virenschutz schützt vor Malware und die Firewall vor Angriffen aus dem Netzwerk. Die Anwendungsaktualisierung sorgt dafür, dass bekannte Sicherheitslücken in der Internet-Security-Software durch Updates geschlossen werden. Der WebAdvisor warnt Anwender vor betrügerischen Websites sowie vor infizierten Downloads und Tippfehlern in der Browserleiste.

Wichtig zur Beurteilung der Sicherheit von Virenscannern sind die Tests der unabhängigen Firewall-Testlabore. Eines der wichtigsten ist AV Test – die dortigen Antivirus-Experten prüfen in regelmäßigen Abständen verschiedene Virenschutz-Programme. Laut dem aktuellen Bericht von AV Test (August 2019) erkennt McAfee Internet Security im Test unter Echtbedingungen 98,9 Prozent aller Bedrohungen, im Test mit dem deutlich umfangreicheren Referenz-Set sogar 100 Prozent. Mit beiden Werten liegt McAfee exakt im Industriedurchschnitt. Im Test von AV Comparatives (August 2019) erkennt das Programm sogar 99,7 Prozent aller Malware-Bedrohungen. Das britische Testlabor SE Labs (September 2019) bescheinigt McAfee Internet Security zudem eine Erkennungsgenauigkeit von 99 Prozent.

Performance9,5

Mit rund 315 Megabyte fällt die Festplattenbelegung von McAfee Total Protection vergleichsweise niedrig aus. Viele andere Internet-Security-Programme beanspruchen mehr Speicherplatz.

Die CPU-Auslastung während des Virenscans stieg im Test allerdings auf fast 80 Prozent. Das zeitgleiche Arbeiten ist vor allem gegen Ende des Durchlaufs sehr krampfhaft und zwingt den Nutzer dazu, zu warten bis der Scan vollständig ist. Dies ist natürlich nicht Sinn und Zweck einer Internet-Security-Suite. Der Scan soll relativ schnell beendet werden und zudem nicht das Arbeiten am Computer spürbar beeinflussen.

Mit 18 Sekunden ist der Schnellscan sehr schnell und zudem der schnellste Scanner dieser Art im Test. Dem gegenüber steht der vollständige Scan: Rund eine Stunde dauerte der Vorgang, der den PC stark ausgebremst hat. Der sehr langsame und leistungsfordernde Voll-Scan ist womöglich die größte Schwäche von McAfee Total Protection.

Der Nutzer hat auch die Option, McAfee WebBoost zu installieren. Dieses Feature stoppt Videos, die auf Internetseiten automatisch abgespielt werden. So gewährleistet das Programm schnelleres Surfen. Zudem senkt der Videostopp den Datenverbrauch auf mobilen Endgeräten und schont den Akku. Da die Software von McAfee auch für Smartphones und Tablets konzipiert wurde, ist dies eine sehr sinnige Funktion.

Die Antivirus-Experten von AV Test konnten mit Ausnahme des Virenscanners keine starken Auswirkungen auf die Performance feststellen und gaben McAfee in ihrem neuesten Bericht von August 2019 in diesem Bereich 6 von 6 Punkten.

Bedienung9,4

Das Programm ist verständlich und sinnvoll aufgebaut. Die Funktionen sind so angeordnet, dass kein langes Suchen nach ihnen notwendig ist. Die Software ist in fünf Abschnitte (Startseite, PC-Sicherheit, PC-Leistung, Meine Privatsphäre und Meine Infos) unterteilt, zwischen denen der Nutzer in einer Leiste am oberen Rand wechselt.

In jedem dieser Abschnitte kann der User mit dem Klick auf ein Glühbirnen-Icon eine kleine Tour starten, die ihm das Programm in einfachen Worten erklärt.

Das Glocken-Icon neben der Glühbirne führt zu einer Benachrichtigungsliste, in der McAfee Total Protection aktuelle Meldungen über das Programm sammelt. In jedem der fünf Abschnitte gibt es eine Seitenleiste; dort können Anwender Funktionen wie die Firewall, geplante Virenscans oder den Kinderschutz schnell deaktivieren.

Das Oberflächendesign der Internet-Security-Suite ist simpel und leicht verständlich. Die Buttons und Icons sind monochrom, groß und flach; Slider mit freundlichen Illustrationen kommen zum Einsatz, um Informationen wohl dosiert zu präsentieren. Die Benutzeroberfläche von McAfee Total Protection macht also einen ausgesprochen guten Eindruck, sie ist im besten Sinne schnörkellos und funktional.

Dokumentation und Support7,0

Zur Vereinfachung von Supportanfragen wird optional zu McAfee Total Protection der McAfee Virtual Technician installiert. Dieses Programm untersucht die Internet-Security-Suite und kann kleinere Probleme selbst reparieren. Bei größeren Problemen liefert es wichtige Daten, die dem Support-Team die Arbeit erleichtern.

Innerhalb des Programms wird dem Nutzer mit Ausnahme des Glühbirnen-Icons wenig Hilfestellung gegeben. Viele Buttons enthalten einen Link, der den User auf eine McAfee-Internetseite schickt. So sind einige helfende Erklärungen nur online einsehbar.

Der telefonische Support ist von Montag bis Freitag zwischen 9:00 und 18:00 Uhr. Zu den gleichen Zeiten besteht die Möglichkeit, mit einem Mitarbeiter per Chat in Kontakt zu treten. Der Support ist in mehreren Dutzend Sprachen verfügbar. Ein E-Mail- oder Webformular-Support steht dem Nutzer leider nicht zur Verfügung. Allerdings gibt es ein kostenpflichtiges Angebot, bei dem sich Mitarbeiter per Remoteverbindung um die Entfernung von Viren oder sonstiger Schadsoftware kümmern. Es gibt einen FAQ-Bereich sowie ein Forum, in dem die Produkte, ihre Funktionen und eventuelle Probleme damit besprochen werden.

Zusammenfassung8,8

McAfee Total Protection ist in puncto Bedienung und Ausstattung absolut empfehlenswert. Die Oberfläche der Internet-Security wirkt klar und aufgeräumt.

Einzig ein Rettungskit und ein Online-Banking-Schutz fehlen. Wer sich für die McAfee Internet Security entscheidet, muss zudem auf einen Kinderschutz, einen Datentresor und einen Cloud-Speicher verzichten. Größtes Manko der Security-Suite von McAfee ist aber der sehr langsame Komplettscan. Die Dauer von einer Stunde und extreme Leistungseinbußen während des Testdurchlaufs machen den vollständigen Virenscanner von McAfee nutzerunfreundlich.

McAfee Total Protection ist dennoch eine runde Sicherheitslösung für Privatanwender, die in puncto Funktionsumfang und Bedienbarkeit zu den besseren Internet-Security-Programmen gehört.