Avira Internet Security

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BEWERTUNG
8.9 / 10
AB
44,95 €
Christopher Hanek
Aktualisiert: 30/10/2019
Pro
  • Große Auswahl an Avira-Tools und -Features
  • Frei wählbare Tools dank modularen Konzepts
  • Kaum Beeinträchtigung der Systemleistung
  • Große deutschsprachige Community
Kontra
  • Für Anfänger überfordernd
  • Keine echte Firewall enthalten
FAZIT

Die Avira Internet Security Suite eignet sich für erfahrene Anwender, die die volle Kontrolle behalten möchten. Sie können sich aus einzelnen Tools ein maßgeschneidertes Sicherheitspaket zusammenzustellen. Technisch weniger versierte Anwender werden jedoch vor viele knifflige Entscheidungen gestellt.

Avira Internet Security logo
Gesamt
Ausstattung
Sicherheit
Performance
Bedienung
Dokumentation und Support

Avira Internet Security Test

Ausstattung8,4

In seinem Paket Avira Internet Security Suite kombiniert der Hersteller aus Tettnag in der Nähe des Bodensees seinen Virenscanner mit einem Manager für die Windows-Firewall. Im Vergleich zum kostenlosen Avira Free Passwort-Manager verfügt die im Paket enthaltene Version von Avira Antivirus Pro über einige zusätzliche Features wie den Webschutz und den E-Mail-Schutz.

Der Startbildschirm von Avira ermöglicht es dem Anwender, weitere Module, teils kostenpflichtig, nachzurüsten. Dazu gehören:

  • Der Software Updater Pro automatisiert Programm-Updates.
  • Ein Passwort-Manager Pro schafft Sicherheit, in dem er alle Online-Passwörter verschlüsselt speichert.
  • Phantom VPN sorgt für eine sichere und anonyme Internetverbindung per VPN (virtuelles privates Netzwerk).
  • System Speedup gibt Speicherplatz frei und beschleunigt den PC.
  • SafeSearch Plus stellt für Mozilla Firefox und Google Chrome eine kostenlose Suchmaschine zur Verfügung.
  • Safe Shopping zeigt Kaufangebote, Aktionen und Gutscheine vertrauenswürdiger Seiten an.
  • Browser Safety erweitert die Suchmaschine um ein Anzeigenfeld, dass über schädliche Werbung und Tracker informiert.
  • Home Guard scannt das Heimnetzwerk sowie die damit verbundenen Geräte und überprüft es auf Sicherheitslücken.
  • Der Privacy Pal verhindert, dass persönliche Daten gesammelt werden, und löscht sämtliche Online-Spuren.

Eine nützliche, standardmäßig installierte Funktion ist der Identity SafeguardAvira beobachtet dabei bekannt gewordene Sicherheitsvorfälle und benachrichtigt den Anwender, wenn seine E-Mail-Adresse auf einer Liste mit gestohlenen Kundendaten zu finden ist.

Keine eigene Firewall

Der Avira Firewall-Manager als Teil der Internet-Security überzeugt mit einem durch und durch sinnvollen Konzept. Windows bringt von Haus aus eine voll funktionsfähige Firewall mit. Anwender können diese mit Windows-Hausmitteln allerdings nur bedingt konfigurieren. Statt also eine tief ins Betriebssystem integrierte Funktion zu ersetzen oder zu duplizieren, hat sich Avira dafür entschieden, auf die ohnehin vorhandene Windows-Firewall aufzubauen.

Der Firewall-Manager ermöglicht eine detaillierte Konfiguration der Windows-Firewall. Der Nutzer kann Firewall-Regeln sowohl für einzelne Programme und Ports als auch für IP-Adressen und IP-Adressbereiche aufstellen oder auch für eine beliebige Kombination aus diesen Optionen. Dabei wird jeweils zwischen ein- und ausgehendem Traffic unterschieden.

Angenehm am Firewall-Manager ist, dass er je nach Bedarf und Kenntnissen des Nutzers verschiedene Komplexitätsstufen anbietet. Anfänger und Benutzer mit durchschnittlichen Anforderungen können die vorgeschlagen Einstellungen übernehmen. Damit steht eine einfache Rundum-glücklich-Option zur Verfügung, die den meisten Anwendungsfällen gerecht wird. Die Definition von Regeln für Programme, Ports oder IP-Adressen ist schon deutlich komplexer, und für Profis und Spezialfälle gibt es die „Benutzerdefinierten Regeln“, die es möglich machen, dass der User mehrere Filterkriterien kombiniert.

Sicherheit9,8

Im Bereich Sicherheit schneidet Avira sehr gut ab. Die Antivirus-Experten von AV-TEST geben Avira Internet Security Suite in puncto Sicherheit 6 von 6 möglichen Punkten. Im aktuellen Report vom August 2019 bestätigt das international renommierte Institut, dass Avira ganze 100 Prozent der aktuell im Umlauf befindlichen Malware und Viren erkennt. Damit liegt Avira über dem Durchschnitt aller analysierten Programme von 98,9 Prozent. Selbstverständlich sorgt der Echtzeit-Scan der Avira Internet Security Suite rund um die Uhr für den Schutz des Computers. Mit einem konfigurierbaren Scandurchlauf können Anwender im Bedarfsfall die lokalen Dateien auf der Festplatte sowie Netzlaufwerke nach Viren und Malware durchsuchen.

Ein verspieltes Detail: Das Fenster für den Scandurchlauf ist mit „Luke Filewalker“ betitelt. Die Internet-Security-Software hat auch eine spezielle Funktion, die den Computer besonders gründlich nach Rootkits durchsucht.

Lokaler Schutz

Für Sicherheit im Internet sorgen der E-Mail- und der Webschutz. Der E-Mail-Schutz funktioniert allerdings nur, wenn der Anwender seine Mails mit einem lokalen Programm über POP oder IMAP abruft. Wer Webmail-Anbieter wie Gmail oder GMX nutzt, hat nichts davon – jedenfalls, wenn er seine Mails über das Web-Interface aufruft.

Sicherheit ist dennoch gegeben, denn zum einen haben große Webmail-Anbieter ohnehin sehr ausgereifte Sicherheitsfunktionen in ihre Dienste integriert, zum anderen greift beim Abruf von E-Mails im Browser auch der Webschutz, und heruntergeladene Dateien werden vom Echtzeit-Scan der Internet-Security durchleuchtet.

Die Hauptfunktion des Browser-Plugins für Google Chrome und Mozilla Firefox ist der Schutz vor Trackern. Tracker sind kleine Tools auf Websites, die das Benutzerverhalten analysieren. Da die Betreiber der meisten Trackingtools große Werbenetzwerke sind, die sie auf einer Unzahl unterschiedlicher Websites einsetzen, können sie sehr umfangreiche Benutzerprofile erstellen. Das Browserschutz-Plugin von Avira unterbindet das. Es zeigt an, ob Avira eine Website generell als sicher bewertet und welche Tracker es blockiert. Zusätzlich platziert das Plug-in auf großen Suchmaschinen wie Google und Bing (selbst DuckDuckGo wird berücksichtigt) kleine Icons neben den Ergebnissen, die dem User zeigen, ob eine Website sicher ist, und zwar schon, bevor er sie aufruft.

Performance9,2

Wir konnten während unseres Tests keine signifikante Beeinträchtigung der Performance durch die Avira Internet Security Suite feststellen. Die Startzeit des Testcomputers verlängerte sich bei installierter Avira Internet Security Suite nur minimal von 20,390 Sekunden auf 22,796 Sekunden.

Auch das Herunterladen, Kopieren und Installieren eines Programms (LibreOffice) funktionierte im Test in etwa gleich schnell. Der Scanlauf bei mittlerer Ressourcen-Einstellung führte zu einer CPU-Auslastung von rund 30 Prozent.

Die vollständige Virenprüfung des mit SSD-Laufwerk und Intel-Core-i5-Prozessor ausgestatteten Testrechners dauerte rund 24 Minuten — eine durchschnittliche Geschwindigkeit. Die Schnellprüfung, bei der auch die Option „Intelligente Dateiauswahl“ aktiviert war, dauerte im Test zwischen 40 und 45 Sekunden.

Avira Internet Security ist also eine schlanke Internet-Security-Suite, die sich kaum negativ auf die Systemleistung auswirkt. Dies bestätigen auch die Sicherheitsexperten von AV-TEST, die dem Programm in der Kategorie Performance 5,5 von 6 möglichen Punkten geben.

Bedienung8,3

Die einzelnen Module sind im Allgemeinen logisch aufgebaut und übersichtlich strukturiert. Unerfahrene Anwender haben mit der Software allerdings zunächst einmal ihre Mühe — User sollten ein Grundverständnis von Dingen wie Ports und E-Mail-Protokollen mitbringen. Der Firewall-Manager ist am einsteigerfreundlichsten konzipiert.

Die Frage ist allerdings, ob jemand, der nur die einfachen Funktionen nutzt, nicht ohnehin mit dem Standard-Interface der Windows-Firewall sein Auslangen findet.

In der Default-Konfiguration der Internet-Security erfordert der Virenscanner bei jeder gefundenen Bedrohung eine Nutzerinteraktion. Auch beim Anschluss von externen Laufwerken erscheint eine Eingabeaufforderung. Das kann schnell lästig werden, verunsichert und birgt zudem die Gefahr, dass wenig erfahrene Nutzer unsichere Optionen wählen.

Installation

Für die Installation der Avira Internet Security Suite war im Test kaum mehr als ein Klick erforderlich. Avira-Nutzer starten die Installationsroutine der Internet-Security, erklären sich mit den Lizenzvereinbarungen einverstanden und lassen das Installationsprogramm sein Ding machen. Wenn alles fertig ist, kann das Internet-Security-Programm starten. Die Installation geht zügig voran, und da keine Optionen angeboten werden, können auch Anfänger die Internet-Security-Suite problemlos in wenigen Minuten installieren. Ein paar mehr Optionen wären allerdings wünschenswert gewesen, denn von der allzu simplen Installation könnten sich erfahrene Anwender bevormundet fühlen. Eigentlich ist es üblich, zumindest das Installationsverzeichnis selbst auszuwählen.

Avira folgt einem modularen Prinzip, bei dem eine große Anzahl von Tools zur Verfügung stehen, die ohne Aufpreis genutzt werden können. Alles Nötige wird installiert, optionale Komponenten können später über den Startbildschirm nachgerüstet werden. Browser-Plug-ins werden in einer verlinkten Übersicht auf Nachfrage seitens Avira installiert. Selbst Updates einzelner PC-Programme lädt die Internet-Security-Suite nicht ohne die Erlaubnis des Nutzers herunter. Es ist löblich, dass Avira nicht ungefragt jede Menge Tools, Erweiterungen und Updates auf die Festplatte lädt, die der Anwender gegebenenfalls gar nicht braucht.

Die Kombination einer Installationsroutine völlig ohne Nutzerentscheidungen mit einer nachgeschalteten Installation einzelner Komponenten hinterlässt in der Praxis allerdings keinen rein positiven Eindruck.

Erfahrene Anwender haben nicht genug Einfluss auf den Installationsprozess, unerfahrene wiederum sind besser damit bedient, wenn ein Programm nach der Installation keine Nacharbeiten mehr benötigt.

Deinstallation

Es gibt kein zentrales Deinstallationstool. Die Kernkomponente, die sich einfach Avira nennt, der Firewall Manager und Antivirus Pro: Jeder Programmbestandteil verfügt über eine eigene Deinstallationsroutine. Das Chrome-Plug-in müssen User gesondert im Browser löschen — gut möglich, dass unerfahrene Anwender damit überfordert sind und nicht wissen, wie sie Produkteinblendungen und den Plug-in-Button wieder loswerden.

Dokumentation und Support8,8

m Virenscanner der Internet-Security führt die Hilfe-Funktion zu einer etwas altmodisch anmutenden Hilfe-Datei, welche die Programmfunktionen im Detail erklärt. Dort werden allerdings auch Funktionen aufgeführt, die in unserer Programmversion gar nicht enthalten sind (Kinderschutz, soziale Netzwerke), mehrere Links führten im Test sogar ganz ins Leere. Diese kleinen Fehler und das nicht mehr zeitgemäße Design schmälern den guten Eindruck der Hilfedatei, die das Programm eigentlich sehr gut erklärt und auch im Kapitel „So wird es gemacht“ praktische Anleitungen zu häufigen Problemen und Fragen bietet.

Zusätzlich zur dieser Hilfefunktion zeigt Antivirus Pro am Startbildschirm einen Link zum deutschsprachigen Community-Forum. Avira-Kunden haben darüber hinaus die Möglichkeit, das hauseigene Virenlabor zu nutzen und sich in diesem über rund 8.000 verschiedene Cyberbedrohungen zu informieren. Auffällige Dateien und URLs können darüber hinaus per Drag-and-drop-Funktion zur Analyse an Avira geschickt werden.

Die Dokumentation im Firewall-Modul fällt recht spartanisch aus. Beim Klick auf das Fragezeichen-Icon startet eine kleine interaktive Tour, die dem Nutzer die wichtigsten Programmfunktionen erklärt.

Wer keine Lust hat, sich durch Foren und Hilfeseiten zu wühlen, erhält auf der Support-Seite einen Überblick über die häufigsten Fragen. Dort können Hilfesuchende auch über ein Webformular den Support per Telefon oder E-Mail anfordern.

Zusammenfassung8,9

Die Internet-Security-Suite von Avira eignet sich gut für Anwender, die ein wenig Antivirus-Erfahrung haben und vor technischen Begriffen nicht zurückschrecken. Sie erhalten eine Sicherheitssoftware, die sparsam mit den Ressourcen des Rechners umgeht, und profitieren von den umfassenden Einstellmöglichkeiten der Internet-Security.

Ein Kinderschutz fehlt leider. Diese Komponente wären im Sinne einer umfassenden Absicherung durch eine Internet-Security wünschenswert.

Löblich zu erwähnen ist hingegen, dass Avira eine Unzahl nützlicher Tools für Desktop-PCs und Mobilgeräte kostenlos zur Verfügung stellt. Nutzer der Avira Internet Security Suite können sie mit wenigen Klicks zusätzlich installieren. Wer genau weiß, was er will und braucht, kann sich so ein maßgeschneidertes Sicherheitspaket zusammenstellen.

Als deutscher Hersteller hat Avira hierzulande eine große Community. Anwender profitieren demgemäß vom reichhaltigen Informationsangebot im Forum. Wer dennoch nicht weiterweiß, kann sich an den Support wenden, und wer seine Sicherheitsprobleme delegieren will, kann einen von Avira vermittelten Experten beauftragen. Somit erhalten User in jedem denkbaren Szenario die nötige Unterstützung, um ihre Probleme zu lösen.