LOVOO

Laura Voigt
Bereich:
Pro
  • Zahlreiche aktive Nutzer
  • Einfaches Matching via Swipen
  • Flirten von unterwegs mittels Live-Radar
  • Profilverifizierung
  • Nachrichten-Funktion für alle Mitglieder kostenlos
  • Authentische Einsichten durch Live-Streams
Kontra
  • Komplizierte Kostenstruktur
  • Oberflächliche Profile
Fazit LOVOO ist ideal für junge Menschen, die es in erster Linie auf unverbindliche Bekanntschaften abgesehen haben. Mit ihrem Flirt-Radar hat sich die App auf das Vermitteln von Menschen aus der unmittelbaren Nähe spezialisiert.
LOVOO Zum Anbieter

Lovoo Test

Datingpotential

5,00 Pkt

Die 2011 in Dresden gegründete Dating-Plattform LOVOO spricht vorrangig ein jüngeres Publikum im Altersbereich zwischen 18 und 35 Jahren an. Bei LOVOO handelt es sich nicht um eine Partnervermittlung im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr um ein soziales Netzwerk zum Kennenlernen neuer Menschen in der Umgebung. Vermittelt werden die Mitglieder mehr nach dem Zufallsprinzip – vielsagende Profile und Matching-Algorithmen gibt es hier nicht. Die Kommunikation ist spaßig-unverbindlich, daher eignet sich die App ideal zum spontanen Zeitvertreib ohne ernsthafte Absichten. Dank großer Mitgliederbasis und kontaktfreudiger Community finden sich schnell Flirtwillige für einen zwanglosen Chat. Das schließt zwar nicht aus, dass eine langfristige Beziehung zustande kommt, für die Suche nach der großen Liebe sind Alleinstehende jedoch auf Singlebörsen wie Parship oder ElitePartner besser aufgehoben.

Mit über 50 Millionen Downloads allein im Google Play Store und nach eigenen Angaben mehr als 70 Millionen Nutzern weltweit zählt LOVOO neben Parship und LoveScout24 zu den beliebtesten mobilen Dating-Plattformen. Aufgrund des Erfolgs erweiterte der Anbieter die Flirt-App um eine Webversion, sodass Nutzer nicht nur über Android- und iOS-Geräte, sondern auch über den PC oder Laptop auf ihr Profil zugreifen können. Das bietet sich vor allem für Nutzer an, deren schon etwas ältere Smartphones mit der stattlichen Download-Größe von 85,45 Megabyte bei Android-Smartphones und -Tablets beziehungsweise 289,70 Megabyte bei iPhones und iPads überfordert sind.

Unsere Erfahrungen: „Love. Live. Lovoo“

Mit unserem Testprofil, einer 26-jährigen Redakteurin aus Berlin, haben wir an nur einem einzigen Tag mehr als 150 Nachrichten (die zahlreichen Icebreaker, auf die wir an späterer Stelle zu sprechen kommen, sind nicht eingeschlossen) erhalten. Die erste Nachricht traf bereits nach wenigen Minuten ein. Hinzu kamen Hunderte Profilbesucher und Likes. Auf fast alle Nachrichten, die wir beantworteten, erhielten wir direkt eine Rückmeldung. Das Niveau der meisten Anfragen ist erfrischend hoch. Länge und Originalität der Nachrichten reichten von einem einfachen „Hey“ bis zu längeren Begrüßungstexten, Komplimenten oder ausgefallenen Einstiegsfragen wie „Kaffee oder Tee?“ oder auch „Glaubst du an ein Leben auf anderen Planeten?“. Viele unserer Chatpartner hatten sich die Zeit genommen, einen Blick auf unser Profil zu werfen, bevor sie uns kontaktierten. Ordinäres oder gar beleidigendes Verhalten haben wir in nur wenigen Ausnahmefällen erfahren. Bei einem Großteil der Kontakte ist uns allerdings aufgefallen, dass sie sehr ungeduldig sind. Antworteten wir nicht direkt, erhielten wir kurz darauf weitere drängende Anfragen.

Zwar ist es allgemein positiv zu bewerten, dass sich so viele potenzielle Bekanntschaften ergeben haben, die Nachrichtenflut kann jedoch für die eine oder andere Frau schnell ein bisschen zu viel werden.

Anmeldung, Sicherheit und Zahlung

4,50 Pkt

Das Design von LOVOO ist modern und übersichtlich. Magenta-Akzente bringen einen frischen Anstrich in das ansonsten eher schlichte Weiß. Die Benutzerfreundlichkeit der App zeichnet sich durch eine intuitive Bedienung aus. Alle relevanten Bereiche, darunter das Profil und die Sucheinstellungen sowie die fünf Grundfunktionen „Umgebung“ „Live“, „Match“, „Chats“ und „News“, sind problemlos auffindbar.

Auch die Profilerstellung erfolgt schnell und unkompliziert. Der kurze Steckbrief umfasst Angaben zum Aussehen sowie zu den Hobbys und Interessen. Abgefragt wird unter anderem der Wohnort sowie die Wohnsituation, der Familienstand, das Rauchverhalten, die Ausbildung, der Berufsstand, die Sprachkenntnisse sowie das Suchinteresse. Die Oberflächlichkeit der Informationen entspricht im Großen und Ganzen den Profilen anderer Dating-Apps. Weiterhin können Nutzer einen freien Text über sich schreiben.

LOVOO Steckbrief
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Das Profil umfasst steckbriefartig die wichtigsten Angaben.

Einen aufwendigen Persönlichkeitstest wie bei Parship oder ElitePartner gibt es hier nicht. Wer nicht alle Informationen direkt angeben möchte, kann sie zu einem späteren Zeitpunkt nachliefern. Die angegebenen Infos kann der Profilinhaber jederzeit ändern. Fotos lassen sich entweder direkt mit dem Smartphone aufnehmen oder bequem vom eigenen Facebook- beziehungsweise Instagram-Account hochladen. Es besteht zwar keine Profilbildpflicht, allerdings kann der Nutzer ohne Profilbild keine Kontakte aufnehmen.

Wer wissen möchte, wie gut sein Profil ankommt, wirft einen Blick in den News-Bereich. Dort sehen Nutzer Mitglieder, die ihr Profil besucht oder ein Like hinterlassen haben. Erst mit einem Premium-Account erfahren sie jedoch unverzüglich über eine Benachrichtigung, wer ihr Profil besucht oder gelikt hat. Um ihre vergebenen Likes zu speichern, müssen Mitglieder ebenfalls Premiummitgliedschaft besitzen.

Die Suche: In Echtzeit Singles in der Umgebung finden

In den Community-Einstellungen geben Nutzer ihr allgemeines Suchinteresse, sprich das Geschlecht und die Altersspanne, an. Diese Angaben können sie abspeichern und jederzeit modifizieren; weiter lässt sich die Suche jedoch nicht eingrenzen. Stattdessen setzt LOVOO auf sogenannte Location-Based-Services. Das heißt, die App bezieht die aktuelle Position der Nutzer mit ein, um gezielt nach Singles in der Nähe beziehungsweise im weiteren Umkreis zu suchen. Im Abschnitt „Umgebung“ finden Nutzer alle Mitglieder aus dem unmittelbaren Umfeld auf einen Blick. Dort sehen sie außerdem, wer gerade online ist (erkennbar am grünen Punkt), sodass sie direkt ins Gespräch kommen können.

Schalten Nutzer auf den Radarmodus um, erscheinen alle Mitglieder in dem durch einen Kilometerradius festgelegten Standort als Punkte auf einem GPS-Radarfeld. Der Suchradius lässt sich beliebig verstellen. Anwender sehen nicht nur, in welcher Entfernung, sondern auch in welcher Richtung sich die potenziellen Kontakte befinden. Wenn sie auf einen Punkt tippen, gelangen sie zum jeweiligen Profil. Mit diesem Love-Radar, dem Herzstück der App, setzt sich LOVOO von anderen Dating-Seiten ab. Da das Radar die Gegend in Echtzeit nach neuen Flirts scannt, ist die Funktion ideal für die Nutzung auf dem Smartphone beziehungsweise unterwegs, um spontane Dates zu arrangieren. Online- und Real-Life-Dating lassen sich so geschickt kombinieren. Die Website bietet diese Zusatzfunktion allerdings nicht.

LOVOO Live Radar
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Mit dem Live-Radar sehen Nutzer, wer sich in ihrer unmittelbaren Nähe befindet.
Unbemerkt herumgeistern

Im sogenannten „Ghost-Modus“ verbergen Premium-Nutzer ihre Profilansichten. Das heißt, sie können unentdeckt durch die App surfen. Das eigene Profil wird als offline angezeigt, sodass sie keine Angst haben müssen, mit Nachrichten überrumpelt zu werden. Kontakte, deren Profil sie anschauen, werden zudem nicht über den Besuch informiert.

Ein Bonus der Premium-Mitgliedschaft: Nutzer werden direkt informiert, wenn sich ein neues Mitglied bei LOVOO angemeldet hat. Sie können also gleich ihre Chance nutzen und den Neuzugang anschreiben. Dadurch erhöhen sie ihre die Chancen auf eine Antwort. Das könnte auch erklären, warum unser Testprofil direkt mit derart vielen Nachrichten überhäuft wurde.

Live Video: Sehen und gesehen werden

Wer sich unsicher ist, ob ein Profil echt oder doch nur ein Fake ist, hat mit der Live-Video-Funktion die Gelegenheit, die Echtheit bestimmter Bilder einzuschätzen. Damit erhalten Nutzer nicht nur einen authentischen Einblick in das Leben anderer Mitglieder sowie eine Visualisierung ihrer Ausstrahlung, sondern vermeiden es zudem, Catfishing (Internet-Betrüger, die falsche Identitäten benutzen) zum Opfer zu fallen. Nutzer können Live-Streams, also Videos in Echtzeit von sich, ihrem Alltag und ihren Erlebnissen, erstellen und in einen direkten Kontakt mit ihren Zuschauern treten. Durch die Kommentarfunktion erhalten sie unmittelbar ein Feedback von der Community. Damit möchte LOVOO das ewige Hin und Her eines Nachrichtenaustausches umgehen und die persönliche Interaktion erleichtern. Damit geht der Anbieter nicht nur einen weiteren Schritt in Richtung Authentizität, um sich von anderen Dating-Plattformen abzuheben, sondern auch in Richtung Social Discovery Network mit Elementen wie News-Feeds, Hashtags und Likes, die sehr an Instagram, Facebook und Snapchat erinnern.

Streamer können nicht nur Bekanntschaften schließen, sondern auch Geld verdienen. Das funktioniert folgendermaßen: Zuschauer geben ihnen Geschenke in Form von virtuellen Diamanten, die sich wiederum in Credits oder Geld umwandeln lassen. Je mehr Diamanten, desto erfolgreicher die Videos. Gefällt ein Streamer, können ihn Nutzer in ihre Favoritenliste aufnehmen, um keine Videos von ihm zu verpassen. Die beliebtesten Streamer kommen in die sogenannte „Wall of Fame“. Während sich in der Liste mit den am meisten beschenkten Profilen ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis verzeichnen lässt, fällt in der Liste mit den beliebtesten Streamern auf, dass es sich fast ausschließlich um Frauen handelt. Das könnte auf ein Ungleichgewicht von männlichen und weiblichen Mitgliedern bei LOVOO schließen lassen.

LOVOO Wall of Fame
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In der „Wall of Fame“ sind die beliebtesten Streamer gelistet.

Das Match-Game: Spielerisch zum Date

Partnervorschläge erhalten Nutzer auf spielerische Art, genauer gesagt nach dem altbekannten „Hot-or-Not“-Prinzip. Mit einem Swipe nach rechts drücken sie Gefallen aus, mit einem Swipe nach links Desinteresse. Auf dem PC klicken sie auf das X für „Ney“ und das Herz für „Yay“. Ihre Entscheidung fällen Nutzer nur anhand eines Fotos sowie einiger rudimentärer Angaben wie Name, Alter und Wohnort. Um im Match häufiger angezeigt und damit mehr wahrgenommen zu werden, ist ein Premium-Account nötig.

Bis zu dreimal täglich haben Nutzer der Basisversion (Nutzer eines Premium-Accounts sogar unbegrenzt) die Option, ihr letztes Vote wieder zurückzunehmen, sollten sie mit der Entscheidung nicht zufrieden sein oder versehentlich in die falsche Richtung gewischt haben. Bei Gefallen erhält das entsprechende Mitglied eine Nachricht. Entsteht ein Match, können die beiden Mitglieder ein Lächeln, also eine Art digitalen Flirt für Schüchterne, versenden oder sofort loschatten. Anders als bei Tinder ist es jedoch über die sogenannte Icebreaker-Funktion auch ohne Übereinstimmung möglich, die gewünschte Person anzuschreiben. Allerdings steht kostenlosen Mitglieder nur ein Eisbrecher am Tag zur Verfügung.

LOVOO Match-Game
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Durch das Wischen nach links und rechts bekunden Nutzer ihr Interesse beziehungsweise Desinteresse.

In der App ist der Posteingang wie ein Chat aufgebaut. Das heißt, die Gesprächspartner befinden sich untereinander angeordnet. Übersichtlicher gestaltet ist die Nachrichten-Funktion der Webvariante, da diese mit mehreren Reitern arbeitet, sodass der Nutzer nicht jedes Mal zur Überblicksseite zurückkehren muss, wenn er sich einen neuen Chatverlauf anschauen möchte. Außerdem sehen sie dort im Gegensatz zur mobilen Variante am Rand noch einmal das Wichtigste zur Person. Sowohl in der App als auch auf der Website ist es möglich, seiner Nachricht ein Foto oder einen Standort anzuhängen. Bei jeder Nachricht erhalten Nutzer eine Lesebestätigung. Sie sehen also, ob die angeschrieben Person ihre Nachricht bereits gelesen hat oder nicht. Sollte ein Mitglied beleidigend werden, können Nutzer dieses blockieren oder melden.

Stets auf dem neusten Stand

Mittels Push-Benachrichtigungen werden Nutzer umgehend über neue Nachrichten, Matches, Likes oder Ansichten informiert. Sollten sie diese nicht wünschen, ist es problemlos möglich, sie über die Einstellungen zu deaktivieren.

Hilfe und Support

4,25 Pkt

Der Download der App ist ebenso schnell erledigt wie die Registrierung. Nutzer haben die Möglichkeit, sich mit einer E-Mail-Adresse, einem Facebook- oder einem Google-Account anzumelden. Zwar verspricht der Anbieter, nichts ohne die Erlaubnis des Nutzers zu posten, dennoch sollte erwähnt werden, dass erfreulicherweise kein Zwang besteht, sich mit einem Social-Media-Account zu verknüpfen. Anschließend müssen Nutzer lediglich ein Foto hochladen und ihren Nutzernamen, ihr Geburtsdatum sowie ihr Geschlecht angeben. Nach der Eingabe dieser grundlegenden Informationen können Mitglieder bei LOVOO direkt loslegen. Der zügige, unkomplizierte Anmeldeprozess ist insbesondere für Smartphone-Nutzer von Vorteil.

Die Zahlungsoptionen: Eine vielschichtige Angelegenheit

Zwar sind die Registrierung und die Nutzung der Grundfunktionen – darunter die Profilerstellung, die Suchunktion und die Lesebestätigung – bei LOVOO generell kostenlos, mit verschiedenen zahlungspflichtigen Optionen stehen Nutzern jedoch folgende Features zusätzlich zur Verfügung:

  • Vergebene Likes und Favoriten speichern
  • Neue Mitglieder vor allen anderen sehen
  • Profilbesucher und Likes direkt erfahren
  • Profil im Match häufiger anzeigen lassen
  • Votes beliebig häufig zurücknehmen
  • Drei Eisbrecher am Tag versenden
  • Profil im Ghost-Modus verbergen
  • Nutzung ohne Werbeanzeigen

Diese Zusatzfunktionen (mit Ausnahme des Ghost-Modus‘) verleihen Mitgliedern bessere Chancen, Kontakte zu knüpfen. Männer haben hier jedoch wie bei einem Großteil der Dating-Apps das Nachsehen: Während weibliche Mitglieder alle Profilbilder sehen können, sind sie für die männlichen Mitglieder verpixelt. Darüber hinaus können sie nicht beliebig viele Frauen anschreiben. Ohne Premium-Account oder den Kauf von Credits kommen sie also nicht weit.

Option 1: Eine Premium-Mitgliedschaft

LOVOO arbeitet wie viele andere Dating-Portale mit verschiedenen Premium-Laufzeiten. Interessierte haben die Wahl zwischen drei verschiedenen Paketen (die Preise beziehen sich jeweils auf Android-Geräte):

  • Ein Monat für 14,99 Euro
  • Drei Monate für 29,99 Euro (Ersparnis von 33 Prozent)
  • Zwölf Monate für 89,99 Euro (Ersparnis von 49 Prozent)

Je länger das Abonnement, desto günstiger der Preis pro Monat. Lobenswert ist die kurze Mindestvertragsdauer von nur einem Monat. Bei anderen Dating-Portalen wie Parship, ElitePartner oder auch eDarling müssen Nutzer nicht selten mindestens sechs Monate buchen. Die Zahlung erfolgt über den jeweiligen App Store oder via PayPal. Die Preise für eine Premium-Mitgliedschaft variieren weichen von der Webversion ab. Für Letztere gelten folgende Preise:

  • Ein Monat für 7,99 Euro
  • Drei Monate für 19,99 Euro (Ersparnis von 17 Prozent)
  • Sechs Monate für 29,99 Euro (Ersparnis von 40 Prozent)
  • Zwölf Monate für 45,00 Euro (Ersparnis 57 Prozent)

Neben der Zahlung über PayPal besteht auf der Website auch die Option, mit Kreditkarte, genauer gesagt Visa oder MasterCard, über SOFORT, die paysafecard oder giropay zu zahlen. Damit stehen alle gängigen Zahlungsmittel zur Verfügung. Alles in allem liegen die Kosten für beide Varianten im günstigen Bereich.

Die Premium-Mitgliedschaft verlängert sich automatisch um die vorher gewählte Laufzeit, wenn Nutzer das automatische Verlängern nicht mindestens 24 Stunden vor dem Ablauf der Mitgliedschaft ausschalten. Diese kurze Kündigungsfrist ist sehr fair – vor allem im Vergleich zu Parship und ElitePartner, bei denen eine Kündigung bereits 12 Wochen im Voraus erforderlich ist. Die Deaktivierung des Abonnements erfolgt über den jeweiligen Zahlungsanbieter, sprich iTunes, Google Play oder PayPal. Im Anschluss können Mitglieder ihr Profil wieder mit den Basis-Funktionen nutzen. Eine Rückerstattung von etwaigen Käufen ist nach der Kündigung nicht mehr möglich. Wer einen kostenlosen Account löschen möchte, muss dafür nur den entsprechenden Button in den Profileinstellungen antippen. Kunden müssen also nicht wie bei vielen anderen Portalen eine Kündigungsmail schreiben.

LOVOO Laufzeit Premium Mitgliedschaft
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Mitglieder stehen verschiedene zahlungspflichtige Laufzeiten zur Verfügung.
Option 2: Der Kauf von Credits

Eine andere Möglichkeit, mehr Funktionen zu nutzen, ist der Kauf von Credits. Bei Android-Geräten stehen Interessierten folgende Pakete zur Auswahl:

  • 500 Credits für 4,99 Euro
  • 1.000 Credits für 9,99 Euro
  • 3.000 Credits für 19,99 Euro (Ersparnis von 33 Prozent und fünf Icebreaker als Geschenk)
  • 17.000 Credits für 99,99 Euro (Ersparnis von 41 Prozent und 25 Icebreaker als Geschenk)
  • 60.000 Credits für 299,99 Euro (Ersparnis von 49 Prozent und 35 Icebreaker als Geschenk)

Als wir mit unserer Entscheidung zögerten, erhielten wir sogar ein Spezialangebot: 800 Credits für 2,99 Euro. Das Warten kann sich also lohnen. Auch bei den Credits sind die Pakete und die Preise anders als in der App-Version:

  • 1.000 Credits für 9,99 Euro
  • 3.500 Credits 19,99 Euro (Ersparnis von 42 Prozent und fünf Icebreaker als Geschenk)
  • 9.500 Credits für 49,99 Euro (Ersparnis von 47 Prozent und 15 Icebreaker als Geschenk)
  • 20.000 Credits für 99,99 Euro (Ersparnis von 49 Prozent und 25 Icebreaker als Geschenk)
  • 65.000 Credits für 299,99 Euro (Ersparnis von 53 Prozent und 35 Icebreaker als Geschenk)

Wie viele Credits Nutzer für bestimmte Funktionen ausgeben müssen, ist nicht auf LOVOO angegeben. Kostenlose Credits erhalten Mitglieder durch bestimmte Aktivitäten, zum Beispiel wenn sie sich diverse Werbevideos anschauen, andere Apps testen oder sich an Gewinnspielen beteiligen. LOVOO arbeitet nämlich mit verschiedenen Werbeanbietern zusammen. Darüber hinaus erhalten sie Credits, wenn sie ihre E-Mail-Adresse bestätigen, ihr Profil verifizieren, ihr Konto mit Facebook verbinden oder Freunde auf Facebook einladen.

Neben Credits können sich Nutzer auch eine andere virtuelle Währung, nämlich Diamanten, dazuverdienen. Diese erhalten sie von anderen Mitgliedern als Geschenke für ihre Streams. Von den Diamanten können sich Nutzer anschließend Credits kaufen. 90 Credits kosten beispielsweise 200 Diamanten. Außerdem ist es möglich, sich die Diamanten als Geld auszahlen zu lassen. Für 100.000 Diamanten erhalten sie zum Beispiel 200 Euro via PayPal. Sie müssen aber fleißig sammeln, damit es sich lohnt. Das jeweilige Guthaben von den Credits und Diamanten ist im Profil sichtbar.

Die Sicherheit bei LOVOO: Profilverifizierung, Verschlüsselungsstandard und Datenschutz

LOVOO stand in den letzten Jahren immer wieder in der Kritik, Fake-Accounts zu nutzen, um Nutzer dazu zu bringen, Credits zu kaufen oder ein Abonnement abzuschließen. Weiterhin wurde das Portal beschuldigt, persönliche Daten unverschlüsselt an Drittanbieter weiterzugeben. Diese Sicherheitslücken wurden inzwischen geschlossen. Alle Kundendaten und Zahlungsvorgänge werden über eine SSL-Verbindung gesichert übertragen. Fake-Accounts, die nicht vom Anbieter stammen, sind bei kostenlosen Portalen jedoch nie ganz zu verhindern. Um einen seriösen Eindruck bei anderen Mitglieder zu hinterlassen, ist es beispielsweise möglich, das eigene Profil verifizieren zu lassen. Dafür schicken Nutzer ein Bild mit einem Code in der Hand an den Anbieter. Dieser überprüft anschließend, ob das zugeschickte Bild mit dem Profilbild übereinstimmt. Innerhalb von 24 Stunden erhalten verifizierte Mitglieder das entsprechende Zeichen in ihrem Profil.

LOVOO Profilzertifizierung
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Mit der Profilverifizierung bestätigen Nutzer die Echtheit ihres Profils.

Zwar besitzt LOVOO als einziger Anbieter in unserem Test kein TÜV-Siegel, die schnell auffindbaren Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Datenschutzerklärung und der inländische Firmensitz vermitteln jedoch zumindest ein Gefühl von Sicherheit. Positiv zu bewerten ist zudem die Möglichkeit, die Standortermittlung beziehungsweise das Radar sowie die personalisierte und ortsbasierte Werbung auszuschalten. Dadurch fühlen sich Nutzer weniger in ihrer Privatsphäre gestört. Negativ sind uns dagegen die zahlreichen App-Berechtigungen aufgefallen, denen wir für den Download zustimmen mussten, darunter:

  • Kamera: Bilder und Videos aufnehmen
  • Standort: Auf den gemeinsamen sowie netzwerkbasierten Standort zugreifen (GPS- und netzwerkbasiert)
  • Mikrofon: Audio aufnehmen
  • Speicher: SD-Karteninhalte bearbeiten oder löschen sowie SD-Karteninhalte lesen

Darüber hinaus verlangt die App das Recht, über anderen Apps zu erscheinen, den Google Play-Rechnungsdienst zu benutzen, beim Start ausgeführt zu werden, WLAN-Verbindungen herzustellen und zu trennen, auf alle Netzwerke zuzugreifen, Netzwerkverbindungen abzurufen, den Ruhezustand zu deaktivieren, die Play Install Referrer API zu nutzen, WLAN-Verbindungen abzurufen, Audio-Einstellungen zu ändern, Internetdaten zu erhalten und die Google-Servicekonfiguration zu lesen.

Zusammenfassung

4,56 Pkt

Im Großen und Ganzen handelt es sich bei LOVOO um eine ausgereifte App, die für ein flirtwilliges Publikum ohne ernste Beziehungsabsichten kaum Wünsche offenlässt. Vor allem junge Menschen wissen die grundsätzlich kostenlose Nutzung sehr zu schätzen. Zwar müssen Männer eher als Frauen in eine Premium-Mitgliedschaft investieren, um Kontakte zu knüpfen, die Kosten dafür sind jedoch vergleichsweise gering. Für die Seriosität des Portals spricht unter anderem die Möglichkeit einer Profilverifizierung und die Tatsache, dass das Profil nicht mit Facebook verknüpft werden muss. Wünschenswert wäre allerdings ein TÜV-Zertifikat.

Mit ihrem modernen Design ist die App ansprechend gestaltet und intuitiv zu bedienen. Sie weist alle für Dating-Portale üblichen Features auf, um schnell und unkompliziert neue Bekanntschaften zu schließen oder sich lediglich ein wenig die Zeit zu vertreiben. Spielerische Elemente stehen hier im Vordergrund. Wer seinen Traumpartner finden möchte, ist bei LOVOO also eher an der falschen Adresse. Die Suche erfolgt nach dem bekannten „Hot-or-Not“-Prinzip, bei dem Nutzer ihre Entscheidung für oder gegen ein Mitglied einzig anhand eines Fotos sowie einiger weniger persönlicher Angaben fällen. Fehlt ihnen die Geduld, auf ein Match zu warten, können sie ein Profil – anders als bei Tinder – mit der Icebreaker-Funktion in begrenztem Umfang auch vorher anschreiben. Insgesamt fallen die Profilinformationen im Vergleich zu anderen Portalen eher dürftig aus. Gleichwohl hat unser Testprofil innerhalb eines Tags zahlreiche Nachrichten von interessierten Mitgliedern erhalten. Die Angaben im Profil scheinen also keinen großen Einfluss auf das Datingpotential zu haben.

Mit ihrem Community-Charakter hebt sich LOVOO stark von gängigen Singlebörsen und Partnervermittlungen ab. Elemente wie die Live-Videos und der Like-Button erinnern eher an soziale Netzwerke. Die spielerischen Komponenten samt „Game-Währung“ ähneln dagegen eher dem Free-to-play-Konzept so mancher Computerspiele, bei denen die Grundfunktionen zwar kostenfrei nutzbar sind, die Anbieter jedoch ständig mit kostenpflichtigen Zusatzangeboten werben. Der Flirt-Radar ist für smartphoneaffine Nutzer zudem eine interessante Funktion, um sich unterwegs spontan nach Dates umzuschauen. Damit hat sich LOVOO zu einer nicht zu unterschätzenden Alternative zu Tinder und Co. entwickelt.