So reduzieren Sie Plastikmüll

So reduzieren Sie Plastikmüll

Seit vielen Jahren wird das Thema Plastikverbrauch in der Gesellschaft und den Medien verstärkt diskutiert. Plastik begegnet uns überall in unserem Alltag, meist in Form von mehr oder weniger sinnvollen Verpackungen, und hat über die Jahrzehnte hinweg die Müllproduktion in astronomische Höhen geschraubt. Dieser Trend muss gestoppt werden.

Das Problem mit Plastik

Plastik ist praktisch, günstig und schnell herzustellen. Deshalb haben wir täglich damit zu tun. Während Material wie Glas oder Papier wiederverwendet werden kann und biologische Stoffe von der Umwelt abgebaut werden, sprechen wir beim Plastik in den meisten Fällen von Einwegverpackungen. Sie landen in großen Mengen auf der Müllhalde und im schlimmsten Fall irgendwo in der Landschaft oder im Meer. Auf recyclebares Plastik zu setzen und den Abfall korrekt zu entsorgen, ist ein kleiner Schritt. Ein größerer ist es jedoch, weitestmöglich auf diesen Kunststoff zu verzichten. Auch die Politik leitet Maßnahmen ein, die uns in puncto Müllreduzierung in die richtige Richtung steuern. Seit dem 3. Juli 2021 greifen EU-weite Verbote zur Herstellung bestimmter Plastikprodukte.

Bei Getränkeverpackungen wurde zuletzt immer weniger auf recyclebares Material geachtet. Die Folge: Pro Stunde verbrauchen wir in Deutschland laut Bundesumweltministerium 320.000 Einweg- und To-go-Becher, die dem Müllkreislauf nicht zurückgeführt werden können. Selbst Becher aus Pappe haben oft einen Deckel und ein Rührstäbchen aus Plastik. Gerade 2020 dürfte der Verbrauch von Plastik- und Styroporverpackungen für Essen zum Mitnehmen enorm angestiegen sein. Restaurants mussten lange Zeit während des Lockdowns schließen und haben ihre Gerichte vermehrt zum Abholen angeboten; vielen Menschen haben mehr Zeit zu Hause verbracht und sich Essen beim Lieferdienst bestellt.

Eigeninitiative ist wichtig

Damit sich der Müllverbrauch nicht weiterhin erhöht, kann der Verbraucher selbst seinen Teil beitragen. Wie oft bringen Sie im Monat einen vollen Müllsack zur gelben Tonne? Überlegen Sie, in welchen Bereichen Sie im Privatleben Plastikmüll reduzieren beziehungsweise vermeiden können. Legen Sie sich Stofftaschen, Jutebeutel oder kleine Rucksäcke zu, anstatt aus dem Supermarkt oder Kaufhaus jedes Mal Plastiktüten mitzunehmen. Die Anschaffungskosten für die nachhaltigen Varianten sind gering, sie sind platzsparend und Sie haben deutlich länger etwas davon. Verzichten Sie beim Kauf von Obst oder Gemüse auf zusätzliche Plastikbeutel. Nicht umsonst besitzen die meisten dieser Nahrungsmittel eine schützende Schale. Und da Sie sie ohnehin vor dem Verzehr waschen, ist eine Plastiktüte nur unnötige Müllproduktion. Wer sein Obst und Gemüse dennoch unbedingt einpacken möchte, kann auf wiederverwendbare Polyesterbeutel setzen.

Labels wie das Umweltzeichen Blauer Engel kennzeichnen nachhaltige Produkte. In vielen Fällen kann man auf vermeintlich praktischere Plastikverpackungen zugunsten von umweltfreundlichen Varianten verzichten. Steigen Sie beispielsweise in der Kosmetik auf feste Produkte um. Ein Stück Seife ist nicht nur langlebig, Sie vermeiden auch Spenderflaschen oder Nachfüllbeutel aus Plastik. Mittlerweile können Sie in zahlreichen Drogerien oder Kosmetikgeschäften auf feste Shampoos, Cremes oder Deodorants ohne Plastikverpackungen zurückgreifen. Auch bei Reinigungsmitteln können Sie in vielen Fällen auf selbstgemachte Alternativen umsteigen.

Qualität und Nachhaltigkeit in allen Bereichen

Auch beim Kleidungskauf sollte ein Auge auf der Nachhaltigkeit liegen. Besonders günstige Massenware und „Fast Fashion“ ist aus einem hohen Anteil an Polyester oder Nylon gefertigt. Landet diese im Restmüll und in der Müllverbrennungsanlage, gelangen dadurch schädliche Stoffe in die Atmosphäre. Viele Altkleider-Annahmestellen werden mittlerweile von Spenden derart überhäuft, dass sie für minderwertige Ware keinen Platz mehr haben und sie wegwerfen müssen. Vermehrt darauf zu setzen, Baumwollprodukte, fair gehandelte Ware oder Second-Hand-Kleidung zu kaufen, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Schnelllebigkeit geht mit Müllproduktion in verschwenderischem Ausmaß einher. Ob Elektrogeräte oder Küchenutensilien – viele Billigproduktionen sind von geringer Haltbarkeit und müssen schnell ausgetauscht werden. Häufig lohnt sich die Investition in ein Modell von höherer Qualität; nicht selten ist dann auch das verarbeitete Material nachhaltiger.