Auto-Kindersitz

Die 7 besten Auto-Kindersitze im Test & Vergleich

Produktinformation
Hersteller
Empfohlenes Alter
Empfohlenes Gewicht
Mögliche Sitzrichtung
Flugzeugzulassung
Sitzstellung
Liegestellung
Schutz & Sicherheit
PrĂŒfnorm
Unfallsicherheit (Urteil Stiftung Warentest)
Anschnallsystem
Befestigung mit Fahrzeuggurt
IsoFix-Befestigung
Seitenaufprallschutz
Handhabung
Gewicht
RĂŒckenlehne verstellbar
Gefahr der Fehlbedienung
Leicht verstÀndliche Bedienungsanleitung
Bezug leicht entfernbar
Maschinenwaschbar

Auto-Kindersitz-Ratgeber: So wÀhlen Sie das richtige Produkt

Das Wichtigste in KĂŒrze
  • In Deutschland dĂŒrfen Kinder bis zum Alter von 12 Jahren beziehungsweise bis zu einer GrĂ¶ĂŸe von 1,50 Metern nur in einem geeigneten Kindersitz im Auto mitfahren.
  • Kleinkinder im Alter von bis zu 15 Monaten sind am sichersten in einer rĂŒckwĂ€rtsgerichteten Babyschale untergebracht.
  • Derzeit gelten ganze drei Sicherheitsnormen parallel.
  • Die neuste Norm ist i-Size und wird in einigen Jahren ausschließlich gelten.
  • Kindersitze mit ISOFIX-System lassen sich besonders einfach und sicher im Fahrzeug befestigen.

Im Auto sicher unterwegs

Auf deutschen Straßen kracht es immer hĂ€ufiger. Laut dem Statistischen Bundesamt nahm die Zahl der polizeilich erfassten VerkehrsunfĂ€lle in den letzten zehn Jahren zu: Waren es im Jahr 2008 knapp 2,3 Millionen, wurden 2018 rund 2,6 Millionen UnfĂ€lle verzeichnet. Umso wichtiger sind geeignete Schutzmaßnahmen. FĂŒr Erwachsene gilt in Deutschland seit 1976 die Gurtpflicht. Kinder und besonders Babys sind jedoch zu klein, als dass ein Sicherheitsgurt sie ausreichend schĂŒtzen könnte. Sie benötigen einen passenden Auto-Kindersitz, der sie im Ernstfall bei einem Frontal- oder Seitenaufprall vor SchĂ€den bewahrt. Seit 1993 gilt daher zusĂ€tzlich zur Gurtpflicht die Kindersicherungspflicht, nach der Kinder bis 12 Jahre beziehungsweise einer GrĂ¶ĂŸe von 1,50 Metern nur mit einem geeigneten RĂŒckhaltesystem im Fahrzeug mitfahren dĂŒrfen.

Wie wichtig eine gute QualitÀt des Kindersitzes ist und warum Sie keinesfalls am falschen Ende sparen sollten, zeigt das folgende Video der Stiftung Warentest anhand von Crash-Tests mit billigen Kindersitzen:

Drei Normen, große Verwirrung

Aktuell gelten fĂŒr Auto-Kindersitze drei Sicherheitsnormen parallel. Das ist fĂŒr Verbraucher sehr verwirrend und verunsichernd. Die Ă€lteste der drei Normen, die UN ECE Reg. 44/03, gilt bereits seit 1995. Sie teilt die Kindersitze in fest definierte Gewichtsklassen ein und legt fest, ab welchem Alter ein Kind in Fahrtrichtung sitzen darf. Diese Norm wird seit 2005 durch die UN ECE reg. 44/04 ergĂ€nzt. Die dritte und neuste Norm ist die UN ECE Reg. 129, kurz: i-Size. Sie unterteilt Kindersitze nicht mehr nach dem Gewicht, sondern nach der GrĂ¶ĂŸe Kindes, und schreibt zusĂ€tzlich Seitenaufpralltests vor. i-Size trat schrittweise in drei Phasen in Kraft: im Jahre 2012, 2017 sowie 2019. Jede der drei Phasen betraf eine bestimmte Kindersitz-Gruppe und fasste die alten Kindersitz-Klassen neu zusammen. In Zukunft wird i-Size die beiden alten Normen ablösen und ausschließlich gelten. Da aktuell aber noch alle drei Normen parallel gelten, erlĂ€utern wir im Folgenden deren Inhalt im Detail, um Verbrauchern einen genauen MarktĂŒberblick zu geben.

Einteilung nach Alter, Gewichtsklasse und GrĂ¶ĂŸe

Kaum ein Kindersitz eignet sich optimal fĂŒr Kinder jedes Alters, jedes Gewichts und jeder GrĂ¶ĂŸe. Um das Risiko zu minimieren, dass Eltern einen ungeeigneten Sitz auswĂ€hlen und damit die Sicherheit ihres Kindes gefĂ€hrden, gibt es PrĂŒfnormen, nach denen Hersteller ihre Modelle gruppieren.

Die Ă€lteren Normen ECE R44/03 und R44/04 unterteilen Auto-Kindersitze in die fĂŒnf Alters- und Gewichtsklassen 0, 0+, I, II und III. ZusĂ€tzlich gibt es sogenannte mitwachsende Kindersitze, die sich ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum nutzen lassen, in den GrĂ¶ĂŸen 0+/I, I/II, II/III und I/II/III. GemĂ€ĂŸ der neueren i-Size-Norm werden Kindersitze nach der GrĂ¶ĂŸe des Kindes in drei Phasen unterteilt.

Die Klassen 0 und 0+

Auto-Kindersitze der Klasse 0 eignen sich fĂŒr Neugeborene bis zu einem Gewicht von 10 Kilogramm, als Altersgrenze empfiehlt die ECE-Norm etwa ein Jahr. 0+-Kindersitze lassen sich etwas lĂ€nger verwenden, nĂ€mlich ab Geburt bis zu einem Gewicht von 13 Kilogramm beziehungsweise eineinhalb Jahren. Bei Auto-Kindersitzen beider Klassen handelt es sich um sogenannte Babyschalen. Sie sind so gebaut, dass das Baby darin eine gekrĂŒmmte Liegehaltung einnimmt, anstatt zu sitzen. Das ist wichtig, weil SĂ€uglinge noch nicht selbststĂ€ndig sitzen können; eine erzwungene Sitzhaltung schadet dem sich im Wachstum befindenden RĂŒcken und kann spĂ€ter zu HaltungsschĂ€den fĂŒhren.

Optimal ist die gekrĂŒmmte Haltung in der Babyschale auch nicht fĂŒr den BabyrĂŒcken, aber bislang ist sie der beste Kompromiss aus Sicherheit und Ergonomie. Zu viel Zeit sollte das Baby aber möglichst nicht in der Babyschale verbringen. Als Bettchen- oder Kinderwagen-Ersatz eignet sie sich dementsprechend nicht, und bei lĂ€ngeren, mehrstĂŒndigen Autofahrten empfehlen sich regelmĂ€ĂŸige Pausen, in denen das Baby sich ausstrecken kann.

Bei Babyschale auf dem Beifahrersitz Airbag abschalten!

GrundsĂ€tzlich sind Babys und Kinder auf der RĂŒckbank am besten geschĂŒtzt, vor allem hinten rechts oder in der Mitte. Wer die Babyschale dennoch auf dem Beifahrersitz montiert, sollte unbedingt daran denken, den Airbag abzuschalten. Er stellt im Falle eines Aufpralls ein großes Verletzungsrisiko fĂŒr das mitfahrende Baby dar.

Klasse I

Kindersitze der Klasse 1 richten sich an Kinder ab einem Körpergewicht von 9 bis 18 Kilogramm beziehungsweise ab einem Alter von einem bis vier Jahren, die bereits selbststĂ€ndig sitzen können. Typische Kindersitze bestehen aus einer Sitzerhöhung, einer RĂŒckenlehne, einer höhenverstellbaren KopfstĂŒtze und seitlichen StĂŒtzen.

Bei einigen Klasse-I-Kindersitzen handelt es sich um sogenannte Reboarder. Das sind Kindersitze, die wie die Babyschale entgegen der Fahrtrichtung ins Fahrzeug eingesetzt werden. Daneben gibt es in dieser Gruppe Kindersitze, die bereits in Fahrtrichtung eingespannt werden, sowie Modelle, die in beide Richtungen montierbar sind, wie zum Beispiel der Britax Römer DUALFIX 2 R.

Klasse II

Kindersitze dieser Klasse sind fĂŒr Kinder zwischen drei und sieben Jahren beziehungsweise Kinder mit einem Körpergewicht zwischen 15 und 25 Kilogramm konzipiert. Es handelt sich bei Sitzen der Klasse II typischerweise um eine grĂ¶ĂŸere Variante der Klasse-I-Sitze, die aber meist in Fahrtrichtung eingesetzt werden. Als Reboarder gibt es Sitze dieser Gruppe eher nicht, dafĂŒr hĂ€ufiger als Sitzerhöhung ohne RĂŒckenlehne. Reine Klasse-II-Sitze finden sich auf dem Markt grundsĂ€tzlich eher selten. GĂ€ngiger sind Kombi-Modelle der Sitzgruppen II und III.

Klasse III

Klasse-III-Sitze richten sich an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren beziehungsweise Kinder mit einem Körpergewicht von 25 bis 36 Kilogramm. Kindersitze der Klasse III sind Sitzerhöhungen ohne RĂŒckenlehne und Seitenaufprallschutz. Typischerweise bestehen sie aus Styropor, das ein polsternder Bezug umhĂŒllt. Diese Bauweise macht den Klasse-III-Sitz sehr kompakt, leicht und einfach zu transportieren. Falls gelegentlich ein Kind zwischen 6 und 12 Jahren bei Ihnen mitfĂ€hrt, können Sie also eine passende Sitzerhöhung stets im Kofferraum parat halten, ohne dass diese besonders viel Platz wegnimmt.

Nur mit RĂŒckenlehne rundum sicher

Kaufinteressenten sollten bedenken, dass diese Sitzerhöhungen keinen Seitenaufprallschutz bieten: In Crash-Tests der Stiftung Warentest und des ADAC befanden die PrĂŒfer daher, dass solche Modelle keinen ausreichenden Schutz bieten. Sie raten zu Alternativen wie mitwachsenden Auto-Kindersitzen der Gruppen I/II/III und II/III, die mit einer RĂŒckenlehne den Kopf- und Nackenbereich des Kindes schĂŒtzen.

Mitwachsende Kindersitze

Mindestens vier Kindersitze pro Kind, um fĂŒr jedes Alter den passenden Sitz zu haben? Das ist ganz schön viel und wird auch schnell teuer. Eine gute Alternative dazu sind sogenannte mitwachsende Sitze, die die AnsprĂŒche mehrerer Sitzgruppen abdecken. Es gibt sie in vier Gruppen.

  • 0/I: Reboarder mit verstellbarer RĂŒckenlehne fĂŒr Neugeborene bis VierjĂ€hrige.
  • I/II: In Fahrtrichtung einbaubare Kindersitze mit verstellbarer RĂŒckenlehne fĂŒr Ein- bis SiebenjĂ€hrige.
  • II/III: Sitzerhöhungen mit RĂŒckenlehne und KopfstĂŒtze fĂŒr Vier- bis ZwölfjĂ€hrige.
  • I/II/III: Der Allrounder fĂŒr Ein- bis ZwölfjĂ€hrige.

Mindestens zwei Kindersitze benötigen Sie dennoch, wenn Sie Ihr Kind von Geburt an sicher im Fahrzeug transportieren möchten. Denn Allrounder der Klasse I/II/III eignen sich nicht fĂŒr Neugeborene, da das Baby darin eine Sitzhaltung einnimmt und in Fahrtrichtung fĂ€hrt. WĂ€hrend seines ersten Jahres sollten Sie Ihren Nachwuchs in einer passenden Babyschale transportieren.

Alle Kindersitzgruppen im Überblick

Einen Überblick ĂŒber alle Kindersitzgruppen und ihre jeweilige Eignung bietet die folgende Tabelle (Quelle: Stiftung Warentest).

GruppeAlterGewichtGrĂ¶ĂŸeKindersitztypNorm
0 Bis 12 Monate Bis 10 kg Bis 75 cm Babyschale ECE R44/04
0+ Bis 15 Monate Bis 13 kg Bis 90 cm Babyschale ECE R44/04
0+/I Bis 4 Jahre Bis 18 kg Bis 100 cm Reboarder ECE R44/04
Phase 1 Bis 4 Jahre Bis 23 kg 40 bis 105 cm Babyschale/Reboarder i-Size
Phase 3 Bis 4 Jahre Bis 23 kg 40 bis 105 cm Befestigung mit Fahrzeuggurt i-Size
I 1 bis 4 Jahre 9 bis 18 kg 75 bis 100 cm Kindersitz ECE R44/04
I/II 1 bis 7 Jahre 9 bis 25 kg 72 bis 125 cm Mitwachsender Sitz ECE R44/04
I/II/III 1 bis 12 Jahre 9 bis 36 kg 75 bis 150 cm Mitwachsender Sitz ECE R44/04
II 3,5 bis 7 Jahre 15 bis 25 kg 95 bis 125 cm Kindersitz ECE R44/04
II/III 3,5 bis 12 Jahre 15 bis 36 kg 95 bis 150 cm Mitwachsender Sitz ECE R44/04
Phase 2 4 bis 12 Jahre 20 bis 36 kg 100 bis 150 cm Sitzerhöhung i-Size
III 7 bis 12 Jahre 25 bis 36 kg 120 bis 150 cm Sitzerhöhung ECE R44/04
Die Kindersitzgruppen nach Alter, Gewicht und GrĂ¶ĂŸe im Überblick.
Woran erkenne ich, dass die Babyschale zu klein ist?

Die Gewichts- und Altersangaben der ECE-Norm geben Eltern lediglich eine Orientierung dafĂŒr, ab wann es Zeit ist, zu einem grĂ¶ĂŸeren Kindersitz-Modell zu wechseln. Besonders wichtig ist es, dass der Kopf des SĂ€uglings gut geschĂŒtzt in der Babyschale liegt und nicht ĂŒber den Rand hinausragt. Zudem sollte der Gurt der Babyschale auf Schulterhöhe des Kindes im Sitz verschwinden. Die BeinlĂ€nge ist fĂŒr den Kindersitzwechsel ĂŒbrigens nicht ausschlaggebend. Die Beinchen dĂŒrfen ruhig ĂŒber den unteren Rand der Babyschale herausragen, solange der Kopf genĂŒgend Platz hat. Sobald zwischen dem Kopf des Babys und oberem Rand der Babyschale weniger als zwei Zentimeter Platz sind und der Gurt bereits am Halsbereich einschneidet, sollten Sie auf einen grĂ¶ĂŸeren Auto-Kindersitz umsteigen. Die Voraussetzung dafĂŒr ist allerdings, dass Ihr Nachwuchs selbststĂ€ndig sitzen kann.

Wichtige Sicherheitsmerkmale

Welche Vorgaben ein Auto-Kindersitz den aktuell geltenden Normen nach zu erfĂŒllen hat und welche Merkmale ein Modell zu einem sicheren Sitz machen, beleuchten wir im Folgenden.

Geregelte Sicherheit dank PrĂŒfnormen

Alle Kindersitze auf dem Markt mĂŒssen bestimmten Sicherheitsstandards entsprechen, die aktuell durch drei PrĂŒfnormen festgelegt sind. Kindersitze, die noch einer Ă€lteren Norm – etwa ECE R44/01 – entsprechen, dĂŒrfen Sie nicht mehr verwenden.

Die neuste Norm i-Size setzt sich aus drei Phasen zusammen, die nacheinander in Kraft traten. Die i-Size-Norm hat das Ziel, Kindersitze noch sicherer zu machen, und schreibt daher unter anderem im Gegensatz zu den VorgĂ€nger-Normen Sicherheitsstandards im Falle eines Seitenaufpralls vor. Zudem unterstĂŒtzen alle i-Size Sitze der Phasen 1 und 2 das ISOFIX-Befestigungssystem, das die Anbringung im Auto vereinfacht und das Risiko von Bedienungsfehlern verringert. Die wichtigsten Unterschiede zwischen der Ă€lteren ECE-R44/04-Norm und i-Size fasst die folgende Tabelle zusammen:

NormUN ECE Reg. 44/04i-Size
Gruppeneinteilung Nach Körpergewicht Nach KörpergrĂ¶ĂŸe
VorwÀrtsgerichtetes Fahren Ab 9 Kilogramm Körpergewicht Ab 15 Monaten
Befestigung im Auto Mit Gurt oder ISOFIX Mit ISOFIX
Vorgeschriebene Crashtests Frontal Frontal und seitlich
Die wichtigsten Unterschiede der beiden Auto-Kindersitz-Normen
Die PrĂŒfplakette

Welcher PrĂŒfnorm ein Kindersitz entspricht, lesen Sie von der PrĂŒfplakette ab, mit der jeder zugelassene Kindersitz ausgezeichnet ist. Darauf befinden sich folgende Informationen:

  1. Die europĂ€ische Kindersitz-PrĂŒfnorm, der der Sitz entspricht (ECE-R44 oder i-Size)
  2. Körpergewicht beziehungsweise GrĂ¶ĂŸe und Maximalgewicht, fĂŒr die der Sitz zugelassen ist
  3. PrĂŒfnummer mit Kennnummer des Zulassungslandes (E1 steht fĂŒr Deutschland)
  4. PrĂŒfnummer, deren erste zwei beziehungsweise drei Ziffern auf die erfĂŒllte PrĂŒfnorm hinweisen (03, 04 oder 129)
  5. Der Name des Herstellers

Falls Sie einen neuen Kindersitz kaufen, empfiehlt es sich, aufgrund der höheren Sicherheitsstandards ein i-Size-Modell zu wÀhlen. Es sei denn, Sie fahren ein Àlteres Fahrzeug ohne ISOFIX-System, das nicht mit einem i-Size-Sitz kompatibel ist. Auch wer noch einen unfallfreien Kindersitz, der nach ECE R44/03 oder R44/04 genormt ist, kann diesen noch weiterverwenden.

Den Sitz sicher im Fahrzeug befestigen

GrundsÀtzlich lassen sich bei Kindersitzen zwei Befestigungsmöglichkeiten im Fahrzeug unterscheiden:

  • Mit dem Dreipunktfahrzeuggurt
  • Per ISOFIX-System

Die ECE-R44-PrĂŒfnormen erlauben beide Optionen, wĂ€hrend i-Size-Sitze ausschließlich per ISOFIX-System angebracht werden.

Mit Fahrzeuggurt: Universell einsetzbar, aber fehleranfÀllig

Jedes Fahrzeug ist mit Dreipunktgurten ausgestattet, sodass Sie einen passenden Kindersitz damit unabhĂ€ngig vom Fahrzeugtyp einfach auf der RĂŒckbank oder dem Beifahrersitz anschnallen können. Um den Sitz sicher mit dem Fahrzeuggurt zu befestigen, mĂŒssen Sie allerdings genau den Anweisungen des Herstellers folgen, was eine vergleichsweise hohe FehleranfĂ€lligkeit bedeutet. VerlĂ€uft der Gurt nicht optimal, besteht das Risiko, dass er bei einem Aufprall verrutscht und den Sitz nicht sicher hĂ€lt. Zudem sind die Fahrzeuggurte fĂŒr einige Modelle zu kurz.

Vorteile
  • Einbau in jedem Fahrzeug möglich
Nachteile
  • Hohe FehleranfĂ€lligkeit
  • Autogurte fĂŒr einige Modelle zu kurz
  • Keine direkte Verbindung mit der Karosserie
ISOFIX: Besonders sicher, aber nicht fĂŒr jedes Fahrzeug nutzbar

Deutlich sicherer als die Befestigung mit dem Dreipunktgurt ist die Anbringung per ISOFIX-System. Das ist ein international standardisiertes System zur Schnellbefestigung von Kindersitzen im Fahrzeug. Das System besteht aus fest mit der Karosserie verschraubten und genormten Ösen im Fahrzeug und stabilen Haken an der Unterseite des Sitzes. Der Kindersitz ist also nicht nur in den Gurt eingespannt, sondern direkt mit der Karosserie verbunden und damit besonders sicher im Fahrzeug montiert. Zudem sind Kindersitze per ISOFIX-System besonders einfach im Fahrzeug anzubringen. Sie schieben die Haken des Sitzes in die entsprechenden Ösen im Fahrzeug, bis der Sitz einrastet – fertig.

Babyschalen sind mit einer ISOFIX-Basisstation erhĂ€ltlich. Die Station bringen Sie per ISOFIX-System in Ihrem Fahrzeug an, die Babyschale wiederum per Klicksystem auf der Station. So bleibt die Station im Auto, wĂ€hrend Sie die Babyschale nach Bedarf entnehmen und wieder anbringen können – etwa um Ihr Kind damit vom Auto ins Haus zu tragen.

Der einzige Nachteil des ISOFIX-Systems gegenĂŒber dem Fahrzeuggurt: Ältere Fahrzeuge sind nicht damit ausgestattet. Allerdings können Sie das System nachrĂŒsten lassen. Alle seit 2013 gefertigten Pkw sind ISOFIX-kompatibel.

Vorteile
  • Stabile Verbindung mit der Karosserie
  • Einfache Anbringung
  • Geringe FehleranfĂ€lligkeit
Nachteile
  • Nicht mit Ă€lteren Fahrzeugen kompatibel
ZusÀtzliche Absicherungsoptionen

ISOFIX-Kindersitze unterteilen sich in fahrzeugspezifische und universal zugelassene Modelle. Bei fahrzeugspezifischen Modellen mĂŒssen Sie vor dem Kauf prĂŒfen, ob der gewĂ€hlte Sitz in Ihr Fahrzeug passt. Universal zugelassene ISOFIX-Sitze sind mit allen Fahrzeugen mit ISOFIX-System kompatibel, benötigen aber eine zweite Fixierung. Der zusĂ€tzliche Fixierungspunkt verhindert, dass sich der Sitz zur Seite dreht oder kippt. DafĂŒr gibt es drei Möglichkeiten:

  • Top Tether: ein oberer Haltegurt
  • Low Tether: ein unterer Haltegurt fĂŒr Reboarder und Babyschalen
  • StĂŒtzfuß: stĂŒtzt den Kindersitz gegen den Wagenboden ab

Der StĂŒtzfuß, auch Standfuß oder StĂŒtzbein genannt, ist die verbreitetste Variante. Sie eignet sich sowohl fĂŒr in Fahrtrichtung eingebaute Sitze als auch fĂŒr Reboarder und Babyschalen. Allerdings sollten Sie den StĂŒtzfuß nicht in Fahrzeugen mit StaufĂ€chern vor den RĂŒcksitzen verwenden. Die Deckel der FĂ€cher sind nicht fĂŒr solche Lasten ausgelegt. Sie können aber mit im Fachhandel erhĂ€ltlichen Klötzen Abhilfe schaffen und die Staufachdeckel stabilisieren. Alternativ nutzen Sie einen speziellen Haltegurt, den Sie an einem dafĂŒr vorgesehenen Ankerpunkt im Fahrzeug einhaken. Der Top-Tether-Ankerpunkt befindet sich meist an der Hutablage oder im Kofferraum. Sie erkennen Ihn an einem Ankersymbol.

Sicher im Sitz: die Anschnallsysteme

FĂŒr eine sichere Fahrt reicht es nicht, dass der Sitz stabil im Fahrzeug angebracht ist. Auch das Kind muss mit einem passenden RĂŒckhaltesystem im Sitz abgesichert ein. Sitze fĂŒr Kinder bis vier Jahre mĂŒssen ĂŒber ein integriertes Gurtsystem verfĂŒgen, wĂ€hrend Ă€ltere Kinder auch mit dem Fahrzeuggurt angeschnallt werden können.

Kindersitze fĂŒr jĂŒngere Kinder und auch Babyschalen sind typischerweise mit einem HosentrĂ€gergurt ausgestattet. Dabei lassen sich der Dreipunkt- und der FĂŒnfpunkt-HosentrĂ€gergurt unterscheiden. Beide Gurtsysteme entlasten im Falle eines Aufpralls den Halswirbel sehr gut. Babyschalen haben hĂ€ufig einen Dreipunktgurt in Y-Form. Er verlĂ€uft ĂŒber beide Schultern und wird zwischen den Beinen festgeschnallt. Dagegen verlĂ€uft der FĂŒnfpunktgurt zusĂ€tzlich auf beiden Seiten ĂŒber die HĂŒften und wird ĂŒber dem Bauch verschlossen.

Sowohl eine Alternative als auch eine ErgÀnzung zum HosentrÀgergurt ist ein sogenannter Fangkörper oder Fangtisch. Er ist gut gepolstert und befindet sich auf Brusthöhe des Kindes.

Die grĂ¶ĂŸere FlĂ€che eines Fangkörpers verteilt die AufprallkrĂ€fte viel gleichmĂ€ĂŸiger auf den Körper als ein HosentrĂ€gergurt, wo die KrĂ€fte vor allem im empfindlichen Nackenbereich wirken. Zudem haben Kindersitze mit Fangtisch den Vorteil, dass Sie Ihr Kind darin besonders einfach anschnallen. Allerdings bieten Kindersitze mit HosentrĂ€gergurt Ihrem Kind eine bessere Schlafposition. Wer sich nicht entscheiden möchte, wĂ€hlt einfach einen Kindersitz mit FĂŒnfpunktgurt und Fangkörper.

Polsterung und Seitenaufprallschutz

Um das Kind im Falle eines Aufpralls möglichst sanft aufzufangen und gut zu schĂŒtzen, muss der Sitz ausreichend gepolstert sein. Das gilt vor allem fĂŒr den Kopf-, aber auch den RĂŒcken- und HĂŒftbereich. Einige Kindersitze, etwa Modelle von Britax Römer, sind mit zusĂ€tzlichen Schulterpolstern ausgestattet. Ebenfalls wichtig ist ein Seitenaufprallschutz, der nach i-Size-Norm nun auch verpflichtend ist.

Kindersitze mit Alarmsystem

Das Kind im Auto vergessen? Das sollte normalerweise nicht passieren. Bei allem Stress und aller Eile kann das aber durchaus vorkommen. Daher bieten einige Hersteller Kindersitze mit Alarmsystem an, die Sie darauf aufmerksam machen, wenn Sie das Fahrzeug verlassen, Ihr Kind aber im Sitz verbleibt. Cybex beispielsweise nennt sein Alarmsystem Sensorsafe. Das ist ein am FĂŒnfpunktgurt befestigter Clip, dazu gibt es eine App. Der Clip schlĂ€gt via Bluetooth Alarm, wenn Sie Ihr Kind allein im Sitz zurĂŒcklassen, aber auch in anderen kritischen Situationen wie zu hoher oder zu niedriger Temperatur im Fahrzeug.

Seit 2019 in Italien Pflicht

Im November 2019 trat in Italien infolge einer Petition ein neues Gesetz in Kraft: Kinder bis vier Jahre dĂŒrfen nur noch in einem Kindersitz mit Alarmsystem transportiert werden. Wer sich nicht daran hĂ€lt, muss mit einem Bußgeld zwischen 81 und 326 Euro rechnen. Bei wiederholtem Verstoß innerhalb von zwei Jahren wird der FĂŒhrerschein fĂŒr mindestens 15 Tage entzogen. Als Urlauber in Italien mĂŒssen Sie sich deswegen aber keine Sorgen machen. Das Gesetz gilt ausschließlich fĂŒr in Italien zugelassene Fahrzeuge.

Sicher unterwegs mit dem Kindersitz

Der Kindersitz kann noch so gut sein – ist er nicht richtig eingebaut oder falsch eingestellt, bietet er bei einem Aufprall nicht ausreichend Sicherheit. Was Sie beim Sitz-Einbau beachten mĂŒssen, hĂ€ngt vom jeweiligen Befestigungssystem ab. GrundsĂ€tzlich ist ein ISOFIX-Sitz wegen des einfachen, sicheren Einbaus immer zu bevorzugen.

Achten Sie auf eine möglichst aufrechte Körperhaltung des Kindes im Kindersitz. Fassen Sie vor dem Anschnallen unter das GesĂ€ĂŸ Ihres Kindes und rutschen Sie es so zurecht, dass mittig darauf sitzt. Falls der Kindersitz ĂŒber eine verstellbare KopfstĂŒtze verfĂŒgt, stellen Sie diese so ein, dass zwischen KopfstĂŒtze und Schulter nur wenige Zentimeter Platz sind. Andernfalls sitzt sie zu hoch und kann den Kopf nicht richtig stĂŒtzen. Schnallen Sie Ihr Kind zuerst lose an und ziehen Sie den Gurt dann zurecht.

Wie sitzt der Gurt des Kindersitzes richtig?

PrĂŒfen Sie vor dem Festziehen, dass der Gurt an keiner Stelle verdreht ist und nicht zu nah am Hals verlĂ€uft. Der Gurt soll das Kind sicher im Sitz halten, aber nicht einschnĂŒren. Wenn Sie Ihre flache Hand zwischen den HosentrĂ€gergurt und Oberkörper Ihres Kindes schieben können, sitzt er optimal. Dicke Jacken sollten Sie Ihrem Kind im Auto ausziehen und es stattdessen besser ĂŒber dem Gurt mit der Jacke oder einer Decke zudecken. Gleiches gilt fĂŒr Kindersitze mit Fangtisch. Bei Sitzen ohne Gurt entfĂ€llt das Anschnallen. Sie setzen Ihr Kind aufrecht in den Sitz und schieben den Fangkörper in die richtige Position, so dass eine flache Hand zwischen den Oberkörper des Kindes und den Fangtisch passt.

Anschnallen mit dem Dreipunktgurt

Ist Ihr Kind bereits Àlter und fÀhrt in einem Sitz ohne integriertes Gurtsystem mit, schnallt es sich mit dem Dreipunktgurt an. Dabei ist es wichtig, dass der Gurt nicht unterhalb, sondern oberhalb der Schulter verlÀuft. Zudem sollte er straff sitzen und an keiner Stelle verdreht sein.

Bis zu welchem Alter muss ein Kind im Auto rĂŒckwĂ€rts mitfahren?

Laut der Ă€lteren ECE-Norm mĂŒssen Babys bis zu einem Körpergewicht von 13 Kilogramm entgegen der Fahrtrichtung transportiert werden. Dementsprechend mĂŒssen Sitze der Gruppen 0 und 0+ entgegen der Fahrtrichtung im Fahrzeug einbaubar sein. Die neuere i-Size-Norm legt fest, dass Kinder bis zu einem Alter von 15 Monaten ausschließlich in einem rĂŒckwĂ€rtsgerichteten Sitz im Fahrzeug mitfahren dĂŒrfen. Sitzt ein Kind in Fahrtrichtung im Kindersitz, wird sein Kopf im Falle eines Frontalaufpralls ungebremst nach vorne geschleudert – ein sehr hohes Verletzungsrisiko fĂŒr die empfindliche HalswirbelsĂ€ule. Sitzt es dagegen in einem Reboarder entgegen der Fahrtrichtung, verteilen sich die auf den Körper einwirkenden KrĂ€fte gleichmĂ€ĂŸig ĂŒber den RĂŒcken, was die Belastung fĂŒr das Genick deutlich verringert. Unter anderem der ADAC empfiehlt, Kinder bis zu einem Alter von vier Jahren in einem Reboarder zu befördern.

Wann kann das Kind ohne Sitz mitfahren?

Ist Ihr Kind bereits zwölf Jahre alt oder grĂ¶ĂŸer als 1,50 Meter darf es laut Gesetz innerhalb Deutschlands ohne Kindersitz im Fahrzeug mitfahren. Ist das Kind allerdings bereits 12 Jahre alt, aber noch kleiner als 1,50 Meter, empfiehlt es sich aus SicherheitsgrĂŒnden, noch nicht auf den Kindersitz zu verzichten, zumindest dann, wenn der Fahrzeuggurt ohne Kindersitz noch nicht richtig sitzt. Er sollte entlang der HĂŒfte verlaufen und sich keinesfalls ĂŒber dem Bauchraum befinden. Der Schultergurt verlĂ€uft idealerweise zwischen Hals und Schulterblatt und liegt auf dem SchlĂŒsselbein auf. Keinesfalls darf er sich direkt am Hals befinden. DarĂŒber hinaus sollten die Knie Ihres Kindes mit dem Autositz abschließen. Sind die Oberschenkel hierfĂŒr noch zu kurz, sollten Sie noch nicht auf den Kindersitz verzichten.

Die Kindersitzpflicht in Österreich und der Schweiz

Die Kindersitzpflicht in der Schweiz gleicht den Regelungen in Deutschland. In Österreich gilt die Kindersitzpflicht ebenfalls fĂŒr Kinder bis zu einer GrĂ¶ĂŸe von 1,50 Metern. Allerdings ist die Altersgrenze mit 14 höher angesetzt.

NĂŒtzliches Zubehör

Die meisten Hersteller bieten zu ihren Kindersitzen diverses Zubehör an. Teilweise ist es bereits im Lieferumfang enthalten. Praktisch ist zum Beispiel ein Sonnenschutz, damit Ihr Nachwuchs wĂ€hrend der Fahrt nicht geblendet wird. FĂŒr heiße Sommertage gibt es außerdem atmungsaktive BezĂŒge aus Baumwolle, die vor allem im RĂŒckenbereich fĂŒr eine bessere BelĂŒftung sorgen. An kalten Tagen können Sie Ihr Kind mit einem Fußsack oder einer Wickeldecke wĂ€rmen. FĂŒr die Babyschale bieten einige Hersteller MĂŒckenschutznetze an, das ĂŒber die Schale gespannt wird.

Vor allem fĂŒr lĂ€ngere Fahrten ist eine Halterung fĂŒr Snacks und GetrĂ€nke praktisch. So kann sich Ihr Nachwuchs selbststĂ€ndig wĂ€hrend der Fahrt bedienen, wĂ€hrend Sie sich auf den Straßenverkehr konzentrieren. Um Ihre Autositze vor KrĂŒmeln und verschĂŒtteten GetrĂ€nken zu schĂŒtzen, können Sie eine abnehmbare Schutzunterlage unter den Kindersitz legen.

Damit der Kindersitz nicht nur sicher, sondern auch bequem ist, können Sie mit einem Nackenkissen oder einer Nackenrolle nachrĂŒsten. Die integrierten Gurtsysteme sind ĂŒblicherweise gepolstert, sodass sie nicht unangenehm drĂŒcken oder einschneiden. Schnallen Sie Ihr Kind bereits mit dem Fahrzeuggurt an, können Sie Schutzpolster nachkaufen.

WeiterfĂŒhrende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Auto-Kindersitze nicht selbst getestet.

Wer nach Testberichten zu Auto-Kindersitzen sucht, wird unter anderem beim ADAC und bei der Stiftung Warentest fĂŒndig.

Die Auto-Kindersitz-Tests des ADAC

Der ADAC fĂŒhrt regelmĂ€ĂŸig Tests von Auto-Kindersitzen durch. Allein 2019 hat er insgesamt 71 Modelle fĂŒr unterschiedliche Altersgruppen geprĂŒft und bewertet. Zu den Testkriterien zĂ€hlen unter anderem die Sicherheit, die Ergonomie und die Verarbeitung. Die Tester ĂŒberprĂŒfen zudem, ob die ausgewĂ€hlten Kindersitze Schadstoffe enthalten und wie einfach sie zu reinigen sind.

Derzeitiger Testsieger aller seit 2015 getesteten Kindersitze fĂŒr Kinder bis zu einem Jahr ist die Babywanne MAXI-COSI Jade in Verbindung mit der Basisstation MAXI-COSI 3wayFix. Bei den Sitzen fĂŒr Jungen und MĂ€dchen bis circa anderthalb Jahre fĂŒhrt der KIDDY Evo-Luna i-Size die Tabelle an; unter den Testkandidaten fĂŒr Kinder bis circa vier Jahre belegt der BESAFE iZi Kid X2 i-Size den ersten Platz im Ranking. Bei den Modellen, die sich fĂŒr Kinder bis circa zwölf Jahre eignen, hĂ€lt sich aktuell der BAIER Adebar an der Spitze. In der Kategorie Kindersitze fĂŒr Kinder bis circa sieben Jahre haben die Tester bisher nur wenige Produkte unter die Lupe genommen – und diejenigen, die getestet wurden, erhielten mĂ€ĂŸige bis schlechte Bewertungen.

Aktueller Test aus 2019

Der jĂŒngste Kindersitz-Test des ADAC ist aus dem November 2019. Dabei wurden 18 neue Auto-Kindersitze ĂŒberprĂŒft, die sich in folgende Altersstufen unterteilen:

  • bis ca. 1,5 Jahre: 10 Modelle
  • bis ca. 4 Jahre: 2 Modelle
  • bis ca. 12 Jahre: 1 Modell
  • 1 bis 4 Jahre: 1 Modell
  • 1 bis 12 Jahre: 2 Modelle
  • 4 bis 12 Jahre: 2 Modelle

Erfreulich: Alle 18 Modelle konnten im Frontalaufpralltest sowie bei den Seitenaufprallversuchen ĂŒberzeugen. Besonders positiv fiel das Modell Besafe iZi Kid X3 i-Size auf, das sich fĂŒr Kinder im Alter von einem Jahr bis vier Jahren eignet. Sowohl beim Frontal- als auch beim Seitenaufprall bewerteten die Tester die Sicherheit des Modells mit der Note „sehr gut“ bewertet – die beste Sicherheitsbewertung aller seit dem Jahr 2015 vom ADAC getesteten Sitze.

In der Gesamtwertung erhielten zwölf der getesteten Modelle die Note „gut“ und vier ein „befriedigend“. Die beste Gesamtwertung erhielt die Babyschale Swandoo Albert in Kombination mit der zugehörigen ISOFIX-Base (Note 1,6). Sie eignet sich fĂŒr 40 bis 85 Zentimeter große Kinder und ĂŒberzeugte in allen Testkategorien. Als einzigen Negativpunkt gaben die Tester ein vergleichsweise hohes Gewicht an. Der Joie Verso, das einzige Modell im Test, das sich fĂŒr alle Altersgruppen eignet, erhielt die Gesamtwertung 3,1. Er ĂŒberzeugte zwar unter anderem mit einer sehr guten Verarbeitung, einem stabilen Stand im Fahrzeug und einem guten Gurtverlauf. Allerdings schĂ€tzten die Tester die Gefahr der Fehlbedienung als leicht erhöht ein. Zudem sind der Sitzeinbau, das Anschnallen des Kindes und das Entfernen des Bezuges etwas aufwĂ€ndiger.

Zwei Modelle im Test fielen allerdings mit zu hohen Schadstoffgehalten negativ auf und erhielten die Gesamtnote „mangelhaft“: die Babyschale Hauck iPro Baby, einmal mit und einmal ohne Basisstation iPro Base.

Wie der ADAC Kindersitze testet, veranschaulicht das folgende Video, das die Ergebnisse des jĂŒngsten Kindersitz-Tests zusammenfasst:

Auto-Kindersitz-Tests der Stiftung Warentest

Auch die Stiftung Warentest testet regelmĂ€ĂŸig Kindersitze. Die vier Testkriterien sind dabei:

  • Unfallsicherheit (50 Prozent der Gesamtwertung)
  • Handhabung (40 Prozent der Gesamtwertung)
  • Ergonomie (10 Prozent der Gesamtwertung)
  • Schadstoffe (AbzĂŒge von der Gesamtnote ab der Note „ausreichend“ in diesem Testkriterium)

In der Datenbank der Modelle, die seit 2015 getestet wurden, befinden sich derzeit 491 Kindersitze fĂŒr verschiedene Gewichtsklassen und KörpergrĂ¶ĂŸen. Aktueller TabellenfĂŒhrer aller seit 2015 getesteten Sitze ist der Aton 5 von Cybex, der die Note „gut“ (1,6) erhielt. Er eignet sich fĂŒr ein Körpergewicht bis 13 Kilogramm und ĂŒberzeugte im Test vor allem in den Kategorien „Unfallsicherheit“ und „Schadstoffe“. Den zweiten Platz belegt ebenfalls der Aton 5 (Note: 1,7), allerdings figuriert er hier in Verbindung mit der Basisstation Aton Base 2. Die Basisstation erhöht zwar die Sicherheit ein wenig, erschwert jedoch zugleich die Handhabung in spĂŒrbarem Maße, daher landet die teurere Kombination auf dem zweiten Platz. Die Bronzemedaille trĂ€gt der GB von Idan (Note: 1,8), der sich ebenfalls von Geburt an bis zu einem Gewicht von 13 Kilogramm eignet. Er ĂŒberzeugte in den Crash-Tests mit einem geringen Verletzungsrisiko. AbzĂŒge gab es fĂŒr eine leicht erhöhte potenzielle Fehlbedienung sowie die sich etwas aufwĂ€ndig gestaltende Abnahme des Bezugs.

Aktueller Test aus 2019

Den jĂŒngsten Auto-Kindersitz-Test veröffentlichte die Stiftung Warentest im Juni 2019. Getestet wurden insgesamt 31 Kindersitze – fĂŒr Neugeborene sowie fĂŒr Kinder bis 36 Kilogramm beziehungsweise 150 Zentimeter. Die beste Gesamtwertung erzielte der MAXI-COSI Jade in Verbindung mit der Basisstation MAXI-COSI 3wayFix (Note 1,5), der sich fĂŒr bis zu 105 Zentimeter große Babys eignet. Damit ist er der einzige Kindersitz im Test mit der Note „sehr gut“. 23 Modelle erzielten ein „gut“, unter anderem der Nania Beone SP (ab Geburt bis 36 Kilogramm, Note 2,3), der Britax Römer Advansafix IV R (ab 9 bis 36 Kilogramm, Note 2,3) und der Britax Römer Kidfix III M (15 bis 36 Kilogramm, Note 1,7). Drei Modelle erhielten die Note „befriedigend“, zwei ein „ausreichend“ und zwei weitere fielen mit einem „mangelhaft“ durch. Zu Letzteren zĂ€hlt der Maxi-Cosi Tobifix, der sich seine ansonsten guten Testnoten dadurch verdarb, dass er den Schadstoff TCPP enthielt. Ebenfalls mit der Note „mangelhaft“ straften die Tester den Chicco Oasis ab, da sie ein akutes Sicherheitsrisiko feststellten: beim Crash-Test wurde das Gurtschloss aus dem Sitz gerissen.