Matt oder glänzend: Welche Oberfläche ist die beste für Fotos und Fotobücher?

Matt oder Glaenzend Teaser

Wenn Sie Fotoabzüge oder ein Fotobuch bestellen, müssen Sie sich nicht nur für ein Format entscheiden, sondern auch die Art der Oberfläche, das sogenannte Finish, wählen.

Grundsätzlich ist die Wahl der Oberfläche Geschmackssache. Jedoch hat jedes Finish seine Eigenheiten, die es zu beachten gilt. In diesem Ratgeber fassen wir die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten zusammen und zeigen, für welche Zwecke sich die jeweilige Oberfläche besonders gut eignet.

Das passende Finish für Abzüge

Bei Fotoabzügen stehen meist glänzend und matt zur Wahl. Bei manchen Anbietern wie zum Beispiel Saal Digital gibt es außerdem die Option seidenmatt beziehungsweise Silk.

Glänzende Oberfläche – frische und lebendige Farben

Fotos mit glänzender Oberfläche bieten ein besonders starkes Kontrastverhältnis und sind dadurch gestochen scharf. Zudem wirken sie meist stärker gesättigt als matte Bilder. Die Farben sind frischer und lebendiger, und Details kommen gut zur Geltung.

Ein Nachteil der glänzenden Oberfläche ist, dass sie Licht stark reflektieren, vor allem dunkle Flächen. Solche Spiegelungen stören insbesondere bei großformatigen Bildern, die als Wanddekoration dienen sollen.

glaenzendes oder ein mattes Finish
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Je nach Motiv und Zweck eignet sich ein glänzendes oder ein mattes Finish besser.

Zudem sind Hochglanzfotos anfälliger für Fingerabdrücke. Für Bilder, die häufig herumgezeigt und angefasst werden, ist das natürlich ungünstig.

In der Regel ist das gewählte Motiv entscheidend dafür, welches Finish das passende ist. Motive, die einen gewissen Glanz haben sollen, kommen mit einem Hochglanz-Finish optimal zur Geltung. Gut geeignet sind die Hochglanzoberflächen zum Beispiel für farbenfrohe und detailreiche Urlaubsbilder, Schnappschüsse und Werbefotos. Auch für Bilder, die eingerahmt werden sollen, eignet sich das Hochglanz-Finish. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass das Bild nicht am Glas kleben bleibt.

  • Scharfer Kontrast
  • Hohe Sättigung
  • Frische, lebendige Farben
  • Reflektiert viel Licht
  • Anfällig für Fingerabdrücke
  • Bleibt leicht an Glas kleben

Matte Oberfläche – professioneller Look

Abzüge mit mattem Finish wirken meist professioneller und dezenter als Hochglanzfotos. Der Kontrast und die Sättigung der Farben sind weniger ausgeprägt. Berufsfotografen bevorzugen vor allem für Portraits häufig matte Oberflächen.

Matte Bilder haben den Vorteil, dass sie weniger stark spiegeln als Fotos mit glänzendem Finish. Zudem ist die Oberfläche unempfindlicher gegenüber Fingerabdrücken und Schmutz. Letzteres ist zum Beispiel für Fotos, die Sie in der Brieftasche aufbewahren und häufig herumzeigen, von Vorteil.

Zur Darstellung satter, leuchtender Farben und scharfer Kontraste ist das matte Finish allerdings weniger gut geeignet. Daher bieten manche Online-Fotoservices wie Pixum Abzüge in den kleineren Formaten nur in der Hochglanzvariante an. Ideal ist die matte Oberfläche dagegen für Schwarz-Weiß-Fotos und großformatige Wandbilder. Einen preislichen Unterschied zwischen Fotoabzügen in matter solchen in glänzender Ausführung machen Fotoservices üblicherweise nicht.

  • Professionelle Wirkung
  • Weniger Spiegelung
  • Unempfindlicher gegenüber Fingerabdrücken und Schmutz
  • Schwächerer Kontrast
  • Weniger Sättigung

Seidenmatt – der Mittelweg

Einen Kompromiss zwischen Hochglanz und Matt stellt die seidenmatte Oberfläche dar. Solche Abzüge glänzen dezent und haben eine leicht strukturierte Oberfläche. Im Vergleich zu Hochglanzbildern sind sie weniger anfällig für Fingerabdrücke und Schmutz. Gleichzeitig reflektieren sie Licht weniger stark. Diese Oberfläche ist vor allem für Portraits wie zum Beispiel Hochzeitfotos sehr beliebt. Das seidenmatte Finish stellt Kontraste schärfer dar als das matte, aber weniger stark als das glänzende. So wirken die Bilder etwas weicher, und man sieht nicht jede Hautunreinheit. Die seidenmatte Oberfläche vereint also die Vorteile der glänzenden und der matten Variante. Allerdings bieten nur wenige Online-Fotoservices Abzüge mit diesem Finish an. Von den sieben Anbietern in unserem Test ist diese Option nur bei Saal Digital verfügbar. Gängiger ist die seidenmatte Oberfläche bei Postern. Im Vergleich zur matten und glänzenden Ausführung ist sie in der Regel etwas teurer, je nach Format etwa zwischen wenigen Cent bis zu fünf Euro.

  • Professionelle Wirkung
  • Weniger Reflektion
  • Unempfindlicher gegenüber Fingerabdrücken und Schmutz
  • Kleine „Fehler“ sind weniger gut erkennbar
  • Etwas schwächerer Kontrast
  • Geringere Sättigung
  • Eher selten im Sortiment

Die passende Oberfläche für Fotobücher

Auch bei Fotobüchern wählen Sie meist zwischen den genannten Oberflächen. Zudem sind Fotobücher üblicherweise als Digital- oder Fotodruck erhältlich. Die Druckart sollten Sie bei der Wahl der Oberfläche miteinbeziehen, da sie die Wirkung des Finishs beeinflusst. So hat beispielsweise eine matte Oberfläche bei einem digital gedruckten Fotobuch andere Vor- und Nachteile als bei einem Echtfotobuch. Aus diesem Grund behandeln wir die Fotobücher hier gesondert.

Der Digitaldruck

Bei der digitalen Variante werden die Fotos direkt aus der Bilddatei auf das Papier gedruckt. Dazu wird die Vorlage in ihre einzelnen Bildpunkte aufgeteilt. Die Farben kommen dann schichtweise auf das Papier. Vielleicht haben Sie dieses Verfahren schon einmal bei einem Fotodrucker beobachten, wenn das Fotopapier beispielsweise zunächst nur in Gelb, anschließen in Gelb-Rot und erst am Ende mit dem vollständigen Bild aus dem Drucker kommt. Der Nachteil: Bei Druckern mit niedriger Auflösung ist das Punkteraster sichtbar. Zudem lassen sich Farbnuancen mit dem Digitaldruck schlechter darstellen als mit dem Echtfotodruck.

Fotodrucker
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Fotodrucker für Zuhause drucken meist digital.

Die Stärken des Digitaldrucks liegen in der exakten Darstellung von Beschriftungen. Zudem ist der Digitaldruck in der Regel günstiger als der Echtfotodruck. Je nach Cover-Art und Format bewegt sich der Preisunterschied meist in einem Rahmen von zwei bis zehn Euro.

Für eine glänzende Oberfläche müssen Kunden üblicherweise einen Aufpreis bezahlen. Dafür werden die Buchseiten beim Digitaldruck nämlich mit einer glänzenden Folie oder seltener mit einem Lack überzogen. Diese Beschichtung gibt den Buchseiten nicht nur den gewünschten Glanz, sondern schützt sie auch. Digital gedruckte Fotobücher sind demnach in der Regel in glänzend unempfindlicher gegenüber Schmutz und Rissen und langlebiger als in matt. Bei einem digital gedruckten Fotobuch mit detailreichen, farbenfrohen Bildern ist das glänzende Finish die richtige Wahl. Grundsätzlich sind die Seiten eines digital gedruckten Fotobuchs jedoch dünner und damit knick- und rissempfinlicher als die eines Echtfotobuchs.
Die wichtigsten Vor- und Nachteile digital gedruckter Fotobücher fasst die folgende Übersicht zusammen:

  • Exakte Darstellung von Schriften
  • Günstiger Preis
  • Bei glänzender Oberfläche Schutz durch Folie oder Lack
  • In matt sehr anfällig für Schmutz und Risse
  • Schwächere Farbdarstellung
  • Dünnere Buchseiten

Der Echtfotodruck

Bei Echtfotobüchern werden die Bilder im Gegensatz zur Digital-Variante nicht gedruckt, sondern einzeln auf echtem Fotopapier ausbelichtet. Dementsprechend ist kein Druckraster erkennbar und die Farben wirken brillanter. Das verwendete Fotopapier ist beim Echtfotodruck etwas dicker. Außerdem ist es hier nicht möglich, Vorder- und Rückseite zu bedrucken, sodass zwei Buchseiten Rücken an Rücken aneinandergeklebt werden. Damit sind die Seiten eines Echtfotobuchs deutlich dicker und auch stabiler als die eines digital gedruckten Fotobuchs. Aus diesem Grund eignet sich der Echtfotodruck weniger gut für Fotobücher mit einer hohen Seitenanzahl. Ein solches Fotobuch würde schnell sehr dick und unhandlich werden. Einige Anbieter begrenzen daher bei Echtfotobüchern die maximale Seitenzahl auf 100 Seiten. Im Gegensatz dazu sind digital gedruckte Fotobücher mit bis zu 400 Seiten erhältlich. Ein weiterer Nachteil von Echtfotobüchern: Sie sind üblicherweise teurer als digital gedruckte Fotobücher. Dabei kostet die Hochglanz-Variante meist noch etwas mehr als die matte. Beim CEWE-Fotobuch in DIN-A 4 beträgt der Preisunterschied hier beispielsweise drei Euro. Zudem sind Echtfotobücher üblicherweise je nach Format zwei bis zehn Euro teurer als die digital gedruckte Variante.

Wir raten bei einem Echtfotobuch zu einer matten Oberfläche. Das unterstreicht den hochwertigen Eindruck. Zudem müssen Sie sich nicht über störende Fingerabdrücke oder Spiegelungen ärgern, und bei den meisten Online-Fotoservices sparen Sie noch ein paar Euro. Die folgende Übersicht fasst die Vor- und Nachteile eines Echtfotobuchs zusammen:

  • Kein Druckraster erkennbar
  • Brillante Farben
  • Stabile Buchseiten
  • Höherer Preis
  • Teilweise begrenzte Seitenanzahl