Anne Röttgerkamp

DVB-T2 – der Weg in die nächste Generation

Vom Schwarz-Weiß-Bild zu digitalem terrestrischen HD Fernsehen

Fast jeder Deutsche hat ein Fernsehgerät in den eigenen vier Wänden und lässt sich von den bewegten Bildern inspirieren, informieren und unterhalten. Ob Nachrichten, Filme, Serien oder Prime-Time-Highlights – der Mix aus öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern schafft die Programmvielfalt. Um die verschiedenen Sender sehen zu können, greifen die Deutschen auf sehr unterschiedliche Techniken zurück. So empfangen 47,3 Prozent das Fernsehprogramm über Satellit, 46,2 Prozent über Kabel, 15,8 Prozent terrestrisch, und 6,2 Prozent nutzen IPTV. Hinsichtlich der digitalen terrestrischen Übertragung gibt es in diesem Jahr eine einschneidende Neuerung. Bis zum 29. März 2017 werden in den Ballungsräumen grundsätzlich alle Programme von DVB-T auf DVB-T2 HD umgestellt. In ländlichen Regionen soll die Umstellung bis spätestens 2019 vollzogen sein. Somit werden dann alle DVB-T-Receiver obsolet. Welche Müllberge an Technikschrott dadurch entstehen, wie viel Händler und Privatsender möglicherweise daran verdienen und worauf unbedingt bei der Anschaffung der neuen digitalen DVB-T2-Receiver geachtet werden sollte, zeigt die Grafik zum neuen DVB-T2-Standard – der Weg in die nächste Generation des TV-Entertainments.

 

infografik dvbt2

Was brauche ich für den DVB-T2 HD-Empfang?

Nur einige wenige Endgeräte, etwa USB-Sticks, die den DVB-T-Empfang beherrschten, können per Firmware-Update fit für den neuen Übertragungsweg gemacht werden. Es existieren zwei verschiedene Logos, die bei Endgeräten auf die Kompatibilität zum Antennenfernsehen der neuesten Generation hinweisen.

Grünes DVB-T2-HD-Logo

Möglich ist der Empfang für Nutzer mit einem in den Fernseher integrierten DVB-T2-HD-Receiver. Auf der sicheren Seite sind Interessierte beim Kauf, wenn sie auf das Vorhandensein des grünen DVB-T2-HD-Logos achten. Diese Geräte verfügen zusätzlich über einen CI+-Steckplatz und sind damit auch für Dekodierkarten des Anbieters freenet.tv für den Empfang der verschlüsselten Privatsender geeignet. Gleiches gilt bei der Anschaffung eines Receivers.

Grünes freenet.tv-Logo

Unterstützt ein Receiver-Modell die CI+-Karten nicht, kann die Dekodierung statt über die Karten auch über einen Freischaltcode erfolgen.

freenet.tv-USB-Stick

Darüber hinaus haben die Nutzer die Möglichkeit, Computer und Laptop über den freenet.tv-USB-Stick fit für den Fernsehempfang zu machen. Hierfür sind folgende Mindestanforderungen zu beachten:

  • Betriebssystem: Mindestens Windows 7 oder Mac OS X 10.09
  • Prozessor: Intel Core i3 mit 2,4 Gigahertz
  • Arbeitsspeicher: 6 Gigabyte RAM

Receiver ohne eines dieser Logos

Auf dem Markt finden Nutzer auch solche DVB-T2-Receiver, die ohne eines der zwei beschriebenen Logos verkauft werden. Mit solchen Modellen empfangen sie allerdings ausschließlich die öffentlich-rechtlichen und vereinzelt kostenfreie Privatsender (meist Dauerwerbesender). Konsumenten, denen dieses Angebot reicht, können bedenkenlos zugreifen. Allerdings ist die Freischaltung der Privatsender gegen Gebühr mit diesen Geräten nachträglich nicht möglich!

Öffentlich-rechtliche vs. private Sender

Der Verbreitungsweg über die Antenne spricht im Gegensatz zu Kabelfernsehen vor allem preissensitive Nutzerschichten an, denn: Der Empfang der öffentlich-rechtlichen Sender ist weiterhin kostenfrei möglich. Für den Betrieb reicht in den meisten Fällen eine passive Zimmerantenne. Ist der Empfang unbefriedigend oder gestört, kann der Nutzer eine aktive (mit Strom versorgte und das Signal verstärkende) Antenne erwerben. Auch die Anschaffung einer Außen- oder Dachantenne kann für eine gesteigerte Empfangsleistung sorgen.

Sender, die kostenfrei zu empfangen sind

  • Das Erste HD
  • ZDF HD
  • arte HD
  • Phoenix HD
  • 3sat HD
  • KiKa HD
  • One HD
  • tagesschau24 HD
  • ZDFneo HD
  • ZDFinfo HD
  • ARD alpha HD
  • QVC HD (privat aber kostenfrei)
  • HSE24 HD (privat aber kostenfrei)
  • Bibel.TV (privat aber kostenfrei)

Unter den „dritten“ Programmen bestehen derzeit noch Unterschiede bei der Verbreitung der Regionalsender. Abhängig von ihrem Standort haben Nutzer der Technik dann die Möglichkeit, folgende Programme zu empfangen:

  • BR HD
  • HR HD
  • MDR HD
  • NDR HD
  • Radio Bremen HD
  • RBB HD
  • SR HD
  • SWR HD
  • WDR HD

Sender, deren Empfang mit zusätzlichen Kosten verbunden ist

Im Gegensatz zum Vorgänger-Standard ist bei DVB-T2 HD in puncto Empfangsmöglichkeiten noch lange nicht Schluss. Nutzer, die auch Privatfernsehen empfangen möchten, müssen ein Abo des Anbieters freenet.tv abschließen, der in Deutschland die alleinigen Rechte der Dekodierung dieser verschlüsselten Programme besitzt. Dieses ist per Guthabenkarte für zwölf Monate und den Preis von 69 Euro möglich. Alternativ kann auch der Bankeinzug in Höhe von 5,75 Euro im Monat vereinbart werden. Das Abo ist bei letzterer Variante monatlich online kündbar. Dadurch schalten Nutzer für den vereinbarten Zeitraum zusätzlich die folgenden Sender frei:

  • RTL HD
  • SAT.1 HD
  • ProSieben HD
  • VOX HD
  • Kabel Eins HD
  • Disney Channel HD
  • RTL II HD
  • SUPER RTL HD
  • n-tv HD
  • Sixx HD
  • Pro7 Maxx HD
  • SAT.1 Gold HD
  • DMAX HD
  • Nitro HD
  • Eurosport 1 HD
  • Sport 1 HD
  • Nickelodeon HD
  • Tele 5 HD
  • Welt HD

Insgesamt empfangen Nutzer somit – abhängig von Wohn- und Antennenstandort – bis zu 20 öffentlich-rechtliche und 20 Privatsender in Full HD.