MP3, WAV oder AAC - Audioformate im Überblick

Audiowelle

Wer mit dem Computer arbeitet, dem begegnen im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Audioformate. Doch was verbirgt sich hinter den Endungen .wav, .mp3 oder .aac? Warum gibt es so viele verschiedene Audioformate? Die Begründung liegt vor allem in der Kompression: Ohne die verschiedenen Formate und die Möglichkeit durch Kompression die Dateigröße merklich zu verringern, wäre unser heutiger Medienkonsum über Streaming-Dienste wie Spotify oder Amazon Prime Music nicht möglich. 

Grundsätzlich müssen drei Audioformate unterschieden werden:

  • Formate die ohne Kompression auskommen und daher verlustfrei arbeiten
  • Audioformate mit Kompression, die einen Teil der Klanginformationen der Größe opfern
  • Audioformate, welche sich ein verlustfreies Kompressionverfahren nutzen und somit eine Reduzierung der Dateigröße ohne Qualitätsverlust ermöglichen.

Dank moderner Audio Converter ist die Veränderung des Formates und das Umwandeln in unterschiedliche Formate kein Problem mehr. 

Die ursprünglichen Audio-Formate ohne Informationsverlust

Nicht alle digitalisierten Tonaufnahmen müssen komprimiert werden. Wenn es darum geht, die Tonqualität möglichst hoch zu halten, sind unkomprimierte Formate sogar deutlich im Vorteil. Dabei unterscheidet man die Formate WAV und AIF, welche zwar im Grunde die gleichen Spezifikationen aufweisen, jedoch von konkurrierenden Unternehmen stammen. Während das WAV-Format von Microsoft in Zusammenarbeit mit IBM entwickelt wurde, basiert die Formatendung .aif auf der Entwicklungsarbeit von Apple und wird vor allem auf Macs genutzt.

Komprimiert mit Verlusten: MP3 und seine Entwicklung

Das 1982 vom Frauenhofer-Institut entwickelte MP3-Format ist heute nicht mehr wegzudenken. Mit diesem Format nahm die heutige Form des Musikkonsums über das Internet erstmals Gestalt an. Das eigentlich als MPEG-1 Audio Layer 3 bezeichnete Format mit der Endung .mp3 bedient sich einer Technik, die es ermöglicht, die Größe der Audiodateien stark zu verringern, ohne dabei einen deutlich hörbaren Qualitätsverlust in Kauf nehmen zu müssen. Die Technik dahinter ist im Prinzip schnell erklärt: Beim Umwandeln der Dateien in das MP3-Format werden alle Geräuschinformationen entfernt, welche für das menschliche Ohr nicht hörbar sind.

Mobil Musik hören
Das MP3-Format ist nicht mehr weg zu denken.

Durch dieses Vorgehen wird die die Menge an Informationen und somit auch die Größe der Dateien reduziert. Die Datenrate spielt für die Qualität von Musik im MP3-Format eine wichtige Rolle. Ab einer durchschnittlichen Datenrate von 200 Kilobit pro Sekunde ist die Klangqualität von den meisten Hörern nicht mehr von der ursprünglichen Aufnahme zu unterschieden. Die Größe der Datei schrumpft dabei allerdings auf etwa ein Siebtel der ursprünglichen Größe.

Erst die vergleichsweise kleinen Dateien machte die Verbreitung von Musik über das Internet praktikabel. Die neuen technischen Möglichkeiten wurden von Musikhörern lange vor der Musikindustrie erkannt. Illegales Kopieren von Musik über Napster und andere Tauschbörsen erfreute sich größter Beliebtheit. Plötzlich hatten Musikliebhaber all ihre Musik im MP3-Format auf ihren Festplatten.

Mit den MP3-Dateien kamen die MP3-Player und mit den MP3-Playern der iPod von Apple. Die durch den iPod gewonnene Marktmacht nutzte das Unternehmen, um seinen Musik-Download-Service iTunes zum Durchbruch zu verhelfen. Der vorläufig letzter Schritt dieser Entwicklung, die durch das MP3-Format angestoßen wurde, sind Streaming-Dienste wie Spotify, die Musikliebhaber gegen eine geringe monatliche Gebühr Zugriff auf riesige Online-Musikbibliotheken ermöglichen.

Nachfolger des MP3-Formates ist das Format AAC (Advanced Audio Coding), welches sich vor allem durch einen besseren Klang und die Möglichkeit des Digital Rights Managements (DRM) auszeichnete. Allerdings ist MP3 bei Musikhörern immer noch das beliebtere Format.

Verlustfreie Kompression dank FLAC, WMA Lossless und Apple Lossless

​Da die komprimierten Dateien nicht wieder in den Originalzustand zurück versetzt werden konnten, suchten die Entwickler nach einer Möglichkeit, sämtliche Klanginformationen zu erhalten und gleichzeitig die Datengröße zu reduzieren. Mit den Standards FLAC, WMA Lossless und Apple Lossless ist das möglich. Diese Formate reduzieren die Größe der Ursprungsdateien auf knapp die Hälfte zu reduzieren, dennoch bleiben alle Klanginformationen erhalten. So lassen sich die Dateien mittels Audio-Converter-Software ohne Qualitätsverlust in andere Formate umwandeln.

Auch wenn kompatible Wiedergabegeräte noch selten anzutreffen sind, werden sie dennoch immer beliebter. Denn mit diesen Formaten lassen sich die ursprünglichen Dateien problemlos sichern und archivieren ohne Qualitätsverluste in Kauf nehmen zu müssen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn die eigenen Musikdateien für verschiedene Wiedergabegeräte umgewandelt werden sollen.

Musik
Wenn die Musik verlustfrei komprimiert werden soll, muss eine Alternative zu MP3 gewählt werden.