McAfee LiveSafe

Andreas Kiener
Pro
  • Sehr benutzerfreundlich
  • Auf unbegrenzt vielen Geräten installierbar
  • Firewall
  • Passwort-Manager
Kontra
  • Langsamer System-Scan
  • Kein Schnellscan
  • Benutzerdefinierter Scan funktioniert nicht
  • Teuer, wenn nur für ein Gerät genutzt
Fazit Attraktiv wird McAfee LiveSafe durch die für unbegrenzt viele Geräte gültige Lizenz. Das lohnt sich für Kunden, die gleich alle Computer und Smartphones der Familie ausrüsten wollen, selbst wenn die Mac-Version nur mäßig überzeugt.
McAfee LiveSafe Zum Anbieter

McAfee LiveSafe Test

Ausstattung

4,50 Pkt

McAfee setzt ganz auf Cross-Platform-Produkte, genauso wie Mitbewerber Norton. Die Software-Lizenzen können also betriebssystemunabhängig genutzt werden. Wer die Sicherheits-Suite erworben hat, entscheidet frei, ob er sie für einen Mac oder einen Windows-PC, für ein Smartphone oder ein Tablet nutzt.

Für Privatanwender bietet McAfee zwei Produkte an: Total Protection und LiveSafe. Potentiellen Kunden macht es der Hersteller allerdings nicht leicht, sich über die Unterschiede zu informieren. Die Website gibt sensationell wenige Informationen über den Funktionsumfang preis. Wenigstens erfährt der potentielle Neukunde etwas über die Features der Security-Suite. Sie lässt sich auf unbegrenzt vielen Geräten installieren und enthält unter anderem einen Kennwort-Manager und einen Gigabyte Cloud-Speicher. Worin die Unterschiede zwischen Total Protection und LiveSafe bestehen, wird nicht klar. Eine Tabelle mit einem Vergleich der Funktionen sucht der Anwender vergeblich. Aus knapp gehaltenen Feature-Übersicht ist erkennbar, dass LiveSafe ein Cloud-Backup beinhaltet, während Käufer von Total Protection auch eine Funktion zur Dateiverschlüsselung erhalten.

McAfee nach erfolgreicher Installation
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So präsentiert sich LiveSafe unmittelbar nach erfolgreicher Installation.

Ein weiterer Unterschied ist erkennbar: Während der Kunde Total Protection für 59,95 Euro nur auf einem Computer installieren kann, kostet LiveSafe 89,95 Euro und läuft auf unbegrenzt vielen Geräten. Zum selben Preis kann der Kunde eine Zehnfachlizenz für Total Protection erwerben.

Wer sich zum Kauf von LiveSafe entschließt, erhält Zugang zu einem Kundenkonto auf der McAfee-Website. Dort kann er die erworbene Software herunterladen. Im Falle von LiveSafe sind das drei unterschiedliche Programme:

  • LiveSafe selbst enthält einen Virenscanner, eine Firewall und das Web-Sicherheits-Modul SiteAdvisor. Diese Software kann tatsächlich auf unbegrenzt vielen Geräten installiert werden.
  • Der Passwortmanager True Key, bei dem es sich offenbar um den beworbenen Identitätsschutz handelt. Dieses Programm darf nur auf fünf Geräten gleichzeitig installiert werden.
  • Eine App für die Nutzung des Cloud-Speichers. Diese funktioniert allerdings nicht auf dem Mac, sondern nur mit den Betriebssystemen iOS, Android oder Windows. Zudem ist im Paket dafür nur eine einzige Lizenz enthalten.

Durch Firewall, Passwortmanager und Cloud-Speicher sprengt McAfee LiveSafe den Funktionsumfang eines typischen Antivirenprogramms, die Ausstattung entspricht eher der einer Internet-Security-Suite, was auch den relativ hohen Kosten entspricht. Eine Anti-Tracking-Erweiterung für Browser fehlt leider, Nutzer können aber auf kostenlos verfügbare Erweiterungen von Drittherstellern wie uBlock Origin oder Ghostery zurückgreifen. Auch das Fehlen einer Kindersicherung ist verschmerzbar, schließlich ist dieser Schutz bei macOS bereits Teil des Betriebssystems.

Sicherheit

3,57 Pkt

AV-Test und AV-Comparatives, die beiden Antivirus-Testlabore, die auch Daten zu Mac-Software veröffentlichen, haben leider aktuell keinen Test mit McAfee LiveSafe durchgeführt. AV-Test hat aber immerhin McAfee Endpoint-Security für Mac unter die Lupe genommen, die Unternehmenslösung von McAfee, die auf dieselben Malware-Signaturen zurückgreifen dürfte wie die Privatkundenlösung. Endpoint Security erreicht eine Erkennungsrate von 99,6 Prozent. McAfee findet also nahezu sämtliche Malware. Im selben Test erreicht allerdings die Mehrheit aller Programme eine Erkennungsrate von 100 Prozent, die eigentlich sehr gute Malware-Erkennung von McAfee glänzt im direkten Vergleich nicht.

Viel Gutes, nichts Konkretes

AV-Comparatives hat LiveSafe zuletzt im Jahr 2016 getestet. Damals erkannte das Programm 100 Prozent der Malware für den Mac und 94 Prozent der Malware für Windows. In den rund zwei Jahren, seitdem das Testlabor McAfee unter die Lupe genommen hat, sind die Werte bestimmt nicht völlig gleichgeblieben, aber es ist auch unwahrscheinlich, dass sie sich heute in ganz anderen Größenordnungen bewegen. Wird die Erkennungsrate der Windows-Version als Indiz herangezogen, die AV-Comparatives regelmäßig überprüft, ist LiveSafe sogar noch besser geworden. 2016 lag sie bei rund 95 Prozent, beim jüngsten Test im April 2018 kam McAfee SafeLive für Windows sogar erstmals auf volle 100 Prozent.

Obwohl wirklich belastbare Zahlen fehlen, deutet alles darauf hin, dass auch die aktuelle Mac-Version so gut wie jede Malware entdeckt und unschädlich macht. Alles andere wäre auch peinlich für das Unternehmen. Immerhin ist McAfee einer der bekanntesten und ältesten Hersteller von Antivirenprogrammen und zur Hälfte im Besitz des renommierten Chip-Herstellers Intel. Ein skeptischer Nutzer könnten jedoch zurecht einwenden, dass ihn nur aktuelle Tests durch anerkannte Prüflabore wirklich von dem Virenscanner überzeugen und er nicht allein auf den guten Namen vertrauen möchte.

Die zweite Brandmauer

Eine Firewall sorgt für Extra-Schutz gegen Hacker. Viele Sicherheitsexperten sind allerdings der Meinung, diese sei für macOS nicht nötig. Zum einen, weil das Betriebssystem nicht wie Windows reichlich Gebrauch von Netzwerkdiensten für lokal installierte Programme macht und somit auch keine Notwendigkeit besteht, diese Netzwerkdienste vor Hackern zu verbergen. Zum anderen, weil das Betriebssystem ohnehin schon eine Firewall beinhaltet. Diese ermöglicht es dem User auf sehr einfache Art, eingehende Verbindungen für einzelne Anwendungen zu verbieten beziehungsweise zu erlauben.

Die Firewall von McAfee ist standardmäßig so konfiguriert, dass sie in öffentlichen Netzwerken alle eingehenden Verbindungen blockiert und alle ausgehenden erlaubt. In privaten Netzwerken erlaubt sie alle Verbindungen außer eingehende, die nicht von innerhalb des Netzwerks kommen, sondern aus dem Internet. Diese durchaus sinnvollen Standardeinstellungen lassen sich nicht ändern, aber mit eigenen Regeln überschreiben. Das setzt allerdings Grundwissen über Netzwerksicherheit voraus, denn wer mit Ports und IP-Adressen nichts anfangen kann, dem wird es nicht gelingen, sinnvolle Regeln zu erstellen. Das Gros der Anwender ist gut damit beraten, die Firewall entweder ein- oder auszuschalten und sie ansonsten nicht anzufassen. Diese Idee hatte offenbar auch Hersteller Avira, der in seinem Antivirusprogramm für Mac eine Firewall eingebaut hat, bei der der Nutzer überhaupt keine eigenen Regeln erstellen kann.

McAfee Firewall
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Nur erfahrene Nutzer sollten die Konfiguration der Firewall ändern.

Wohin mit den Passwörtern?

Sehr positiv ist, dass der Passwort-Manager True Key Teil des Schutz-Pakets ist. Die Verwendung eines Passwort-Managers stellt für so gut wie alle Internet-Nutzer einen guten Schritt in Richtung mehr Sicherheit dar. Damit fällt es leicht, sich bei jedem Login mit einem anderen und sicheren Passwort anzumelden. Erfahrungsgemäß verwenden viele Anwender zu einfache Passwörter und oft auch für mehrere Seiten dasselbe, wenn sie ihre Anmeldedaten bei jedem Login von Hand eingeben müssen. Browser wie Firefox, Chrome und Safari bringen zwar ihre eigenen Passwortmanager mit, die für die meisten Anwender ausreichen, aber wer zwischen verschiedenen Browsern oder Rechnern hin- und her wechselt, ist mit einem externen Produkt besser bedient.

Eine True-Key-Erweiterung ist für Firefox und Chrome verfügbar, nicht aber für Safari. Damit ist der Passwort-Manager unbrauchbar für Anwender, die den Apple-eigenen Browser bevorzugen. Diese Nutzergruppe kann jedoch die Schüsselbundverwaltung des Mac nutzen. Diese Lösung hat den Vorteil, dass sämtliche Passwörter, die des Browsers und die der restlichen Programme, zentral an einem Ort gespeichert werden.

Performance

3,75 Pkt

McAfee LiveSafe ist der mit Abstand langsamste Virenscanner im Test. Eine Stunde und 17 Minuten dauert es, bis der Rechner vollständig auf Viren durchsucht ist. Der Vorletzte im Bereich Scan-Geschwindigkeit, Kaspersky, benötigt für diese Aufgabe 56 Minuten. Die Streuung bei den Scan-Geschwindigkeiten ist groß, die schnellsten Programme sind Panda und Bitdefender. Diese suchen nach Viren in schnellen 1 m 26 s beziehungsweise 7 m 23 s. Wenn der Anwender hofft, in McAfee LiveSafe auf einen Schnell-Scan ausweichen zu können, um der Behäbigkeit des Virenscanners zu entgehen, wird er enttäuscht. Ein Viren-Schnell-Scan fehlt bei LiveSafe nämlich, obwohl so eine Funktion gerade bei diesem Programm sinnvoll wäre.

McAfee Scan
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Fast geschafft! Seit Start des Scans ist mehr als eine Stunde vergangen.

Bedienung

3,85 Pkt

Der Echtzeit-Scan, der permanent im Hintergrund ausgeführt wird, verursacht keinerlei Performance-Einbußen. Im Test übertrifft die Kopierzeit sogar den Referenzwert (selber Kopiervorgang ohne installiertes Antivirenprogramm), was allerdings auf Zufallsschwankungen zurückzuführen sein dürfte. Der Download hingegen dauert mit McAfee etwa eine halbe Minute länger als der Referenzwert, ähnlich lange wie mit anderen Antivirenprogrammen auch. Beim Speicherplatzbedarf liegt McAfee LiveSafe mit 483,4 Megabyte im guten Mittelfeld. Der Löwenanteil von 419,1 Megabyte entfällt dabei auf Dateien im Ordner „/usr/local/“, der Rest verteilt sich auf die Programmdatei, das Deinstallationsprogramm und den Ordner/Library/Application Support“.

McAfee LiveSafe zeichnet sich durch eine sehr gelungene Benutzeroberfläche aus. Das Programmfenster wird von nur wenigen Icons bevölkert, die von viel Weißraum umgeben sind. Kleine Texte helfen auch Neulingen dabei, sich auf die Software einen Reim zu machen, dabei gibt es für den Anwender ohnehin kaum etwas zu tun. Er kann einen Scan oder eine Aktualisierung starten, um die Sicherheit des Computers kümmert sich allerdings sowieso der Echtzeitscan, und eine automatische wöchentliche Aktualisierung der Viren-Signaturen ist voreingestellt. Das sollte der sicherheitsbewusste Anwender vielleicht auf „täglich“ ändern.

McAfee Einstellungen
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Die Benutzeroberfläche ist sehr einfach gehalten, alles Komplizierte wurde in die Einstellungen ausgelagert.

Alles, was über das Allereinfachste hinaus geht, versammelt McAfee LiveSafe in den Einstellungen. Nutzer werden also nicht mit unnötig Kompliziertem belastet, wer wirklich will, kann aber das Programm bis hin zur detaillierten Festlegung von Firewall-Regeln konfigurieren. Alles wirkt sehr durchdacht und sehr sauber. Schade ist allerdings, dass der Scan zwar langsam ist, aber trotzdem kein Schnell-Scan zur Verfügung steht.

Dokumentation und Support

4,00 Pkt

Ja, eine Hilfe-Datei ist vorhanden, und nein, sie ist kein digitales Benutzerhandbuch, sondern besteht aus fünf Abschnitten mit einer Länge von jeweils nur wenigen Sätzen. Wer beispielsweise herausfinden will, wie er die Firewall konfigurieren kann oder was genau der Unterschied zwischen „Gefährlichen Websites“ und „Verdächtigen Websites“ im Web-Sicherheitsmodul SiteAdvisor ist, wird enttäuscht. Mehr Inhalt bietet der Support-Bereich auf der Website von McAfee. Hier werden großenteils konkrete Probleme in Form von Fragen und Antworten behandelt, ähnlich einem FAQ.

Als Anlaufstelle für Probleme fungiert auch das Community-Forum. Das Mac-Unterforum ist, wie nicht anders zu erwarten, deutlich schlechter besucht als die Windows-Unterforen, aber immerhin gibt es mehrmals pro Woche neue Beiträge und Moderatoren kümmern sich um die Anliegen der Nutzer. Die Forumssprache ist Englisch.

Wer Hilfe durch die McAfee-Mitarbeiter benötigt, kann den Support kontaktieren. Dazu gibt es im deutschen Sprachraum eine deutsche, eine schweizerische und eine österreichische Telefonnummer. Die Support-Zeiten sind in jedem dieser drei Länder immer von Montag bis Freitag zwischen 9:00 und 18:00 Uhr. Für Arbeitnehmer, die erst nach Feierabend anrufen können, sind diese Zeiten leider nicht besonders günstig. Zudem können Kunden den Support über einen Web-Chat erreichen. Eine E-Mail-Adresse des Supports wird nicht veröffentlicht.

Bei einem Testanruf wurden wir ohne Wartezeit zu einer freundlichen Mitarbeiterin durchgestellt, die sich unsere Problembeschreibung geduldig anhörte. McAfee LiveSafe meldete auf unserem Gerät am Startbildschirm ein Problem, zeigte aber keine Details dazu. Beim Klick auf den entsprechenden Button öffnet sich nur der leere Quarantäne-Ordner. Wirklichen Rat wusste die Support-Mitarbeiterin leider auch nicht. Sie musste zugeben, dass es sich wahrscheinlich um einen Programmfehler handelt, der eventuell mit der Neuinstallation oder nach einer zukünftigen Aktualisierung verschwindet.

Zusammenfassung

3,93 Pkt

Dass sich auf der Herstellerseite kaum konkrete Infos über den Funktionsumfang der Produkte finden lassen, sorgt schon vor dem Kauf der Software für Frust. Ohne gewisse Makel wäre das Programm eigentlich sehr gelungen: Der Virenscanner ist außergewöhnlich langsam und offenbar macht ein Bug den benutzerdefinierten Scan unbrauchbar.

Positiv ist, dass Kunden ein zwar nicht ganz billiges, aber gut ausgestattetes Cross-Plattform-Schutz-Programm für eine unbegrenzte Anzahl von Geräten erhalten. Die Benutzeroberfläche überzeugt trotz der Bugs und der Echtzeit-Scan belastet das System so gut wie gar nicht, was wichtiger ist als die Geschwindigkeit des System-Scans, der sowieso nur selten durchgeführt wird. Wer also eine größere Anzahl von Geräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen schützen will, kann getrost zugreifen. Für ein oder zwei Macs alleine gibt es allerdings bessere Alternativen. 49,99 Euro kostet es beispielsweise, das sehr gelungene Bitdefender Antivirus auf bis zu drei Macs zu installieren.