Panda Antivirus für Mac

Andreas Kiener
Pro
  • Extrem schneller Viren-Scan
  • Jederzeit kündbare Monatsabos verfügbar
  • Günstige Mengenlizenzen
  • Findet auch Malware für Linux und Windows
  • Geringer Speicherplatzbedarf
  • Support gut erreichbar und unbürokratisch
  • Cloud-Scan
  • Unterstützt viele Archivformate
Kontra
  • Magerer Funktionsumfang
  • Benutzeroberfläche wirkt unausgereift
  • Keine deutsche Dokumentation
Fazit Panda Antivirus für Mac ist ein flinkes, kleines Anti-Malware-Tool für Apple-Computer, dessen Funktionen sich auf das nötige Minimum beschränken. Durch seine Lizenzierungsstrategie hebt sich Panda allerdings positiv von anderen Herstellern ab.
Panda Antivirus für Mac Zum Anbieter

Panda Antivirus für Mac Test

Ausstattung

3,00 Pkt

Panda Antivirus für Mac ist ein Virenscanner und nicht viel mehr. Ein Echtzeit-Scanner überwacht Dateizugriffe, und bei Bedarf überprüft der Anwender den gesamten Rechner mit einem vollen System-Scan oder einem Schnell-Scan. Externe Datenträger wie USB-Sticks und externe Festplatten scannt das Virenschutz-Programm gesondert. Im Unterschied zu vielen anderen Antivirenprogrammen verfügt Panda Antivirus für Mac über einen E-Mail-Schutz. Auch ein Browser-Schutz ist standardmäßig aktiviert. Browser-Erweiterungen, die beispielsweise Tracker oder Werbung blockieren, fehlen hingegen. Erweiterte Sicherheitsfunktionen wie etwa ein Kinderschutz, ein Modus für sicheres Online-Banking oder ein Webcam-Blocker sind nicht vorhanden. Im Gegensatz zu den anderen Programmen im Test erhalten Kunden also wirklich nur den üblichen Funktionsumfang eines Virenscanners.

Panda Startbildschirm
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Panda beschränkt sich auf die essentiellen Funktionen eines Virenscanners.

Maximal flexible Lizenzen

Die Software ist mit 26,24 Euro für ein Jahresabonnement das günstigste Programm im Test. Die Preisspanne reicht bis etwa 60 Euro. Teurere Programme bieten aber in der Regel auch mehr Funktionen oder sind auf mehreren Geräten nutzbar. Panda Antivirus für Mac ist eine günstige Security-Software für Kunden, die nur einen Virenscanner benötigen und sonst nichts. Eine Besonderheit ist, dass Panda auch Monatsabonnements anbietet, und zwar zum Preis von 2,99 Euro pro Monat.

Wer gleich mehrere Geräte vor Viren schützen möchte, erhält sowohl im Monatsabo als auch im Jahresabo großzügigen Mengenrabatt. Für 62,24 Euro jährlich gibt es sogar unbegrenzt viele Lizenzen, ähnlich (und zu einem ähnlichen Preis) wie bei McAfee LiveSafe. Besonders interessant wird das Angebot dadurch, dass die Software-Lizenzen nicht an ein bestimmtes Betriebssystem gebunden sind. Ob der Anwender seine Lizenz für die Mac-, Windows- oder Android-Version verwendet, steht ihm völlig frei.

Die deutlich teureren Premium-Lizenzen enthalten zusätzlich ein VPN, 20 Gigabyte Cloud-Speicher und technischen Support rund um die Uhr. Die Kosten dafür beginnen bei 11,99 Euro monatlich für die Nutzung auf drei Geräten. Das obere Ende des Preisspektrums markieren 21,99 Euro monatlich (oder 197,24 Euro jährlich) für unbegrenzt viele Software-Lizenzen.

Sicherheit

3,18 Pkt

Zur Bewertung der Erkennungsgenauigkeit von Virenscannern ziehen wir üblicherweise die Ergebnisse unabhängiger Testlabore zu Rate. Das ist bei Panda Antivirus für Mac nicht möglich, da für diese Virenschutz-Software keine aktuellen Prüfberichte vorliegen. Die Windows-Version des Programms schnitt allerdings im aktuellen Malware Protection Test von AV-Comparatives ausgezeichnet ab. Das Labor attestierte eine nahezu perfekte Malware-Erkennungsrate von 99,99 Prozent.

Da die Mac-Version vermutlich dieselben Virensignaturen verwendet, dürfte ihr Schutz gegen Windows-Malware (wichtig, damit der Mac nicht zur Virenschleuder für Windows-PCs mutiert) genauso hoch sein. Lassen sich aus der gut gepflegten Signaturdatenbank für Windows auch Rückschlüsse auf die Aktualität der Mac-Virendatenbank ziehen? Vielleicht, aber das führt ins Reich der Spekulation.

Beim Test mit dem Sicherheits-Feature-Check von AMTSO fällt auf, dass Panda Antivirus für Mac als eines von vier Programmen auch den Cloud-Scanner-Test besteht. Das Programm schützt auch vor PUAs (Potentiell unerwünschte Applikationen) und Drive-by-Downloads. Komprimierte Dateien werden nur gescannt, wenn der Anwender dies in den Einstellungen festgelegt hat. Standardmäßig ignoriert sie Panda Antivirus, was im Normalfall aber kein Problem sein sollte. Gepackte Dateien müssen ja vor dem Ausführen extrahiert werden, und dann überprüft der Echtzeit-Scanner sie ohnehin. Die Anzahl der unterstützen Archivformate ist beachtlich, allerdings fehlen beliebte Vertreter wie RAR und 7-ZIP:

  • ZIP
  • GZip
  • BTip
  • tar/targz
  • Pax/PaxGZ
  • Xar/Pkg
  • Disk-Images
Panda Cloud Scanning
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Panda erkennt im Test die Datei cloudcar.exe. Das bedeutet, dass das Programm Cloud-Scanning-Technologie nutzt.

Als einzige Software blockiert Panda Antivirus für Mac das Öffnen der Phishing-Testseite nicht. Es handelt sich zwar um ein reines Antivirusprogramm und keine Internet-Security-Suite, allerdings ist es mittlerweile üblich, dass auch solche Programme vor Phishing schützen. Mit Panda ist der Anwender leider auf den eher lückenhaften Phishing-Schutz angewiesen, den aktuelle Internet-Browser bereitstellen.

Performance

5,00 Pkt

Ein wahres Leichtgewicht, dieses Panda Antivirus! Es benötigt nur 16 Megabyte Speicherplatz auf unserem Mac. Der eigenständig ausführbare Updater NetUpdate ist dabei mit eingerechnet. Andere Antivirenprogramme benötigen mehrere Hundert Megabyte Speicherplatz, Bitdefender und Kaspersky kommen sogar auf beinahe ein Gigabyte.

Eine nachteilige Wirkung auf die Systemperformance lässt sich trotz Security-Software nicht feststellen. Der Mac reagiert mit aktiviertem Echtzeit-Scan so schnell wie ohne. Beim Download und beim Kopieren sind keine Verzögerungen erkennbar.

Die Scan-Geschwindigkeit passt gut ins Bild eines schlanken, flinken Programms. In nur einer Minute und 26 Sekunden durchsucht Panda Antivirus für Mac die gesamte Festplatte. Das ist schneller als so mancher Schnell-Scan anderer Programme. Und der Schnell-Scan? Nach nur vier Sekunden erklärt Panda Antivirus unseren Mac für malware-frei. Damit ist Panda Antivirus für Mac das schnellste Programm im Test.

Panda Scanner Optionen
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Einige Optionen verlangsamen die Scan-Geschwindigkeit erheblich.

Für den Test der Scan-Geschwindigkeit haben wir die Standardeinstellungen beibehalten. Je nach Konfiguration kann die Virensuche allerdings auch deutlich länger dauern. Wenn auch gepackte Dateien gescannt werden sollen, führt das zu längeren Verzögerungen. Eine weitere Option ermöglicht das Scannen mit niedriger Priorität. Damit hat die Virensuche weniger Einfluss auf die Leistung anderer Programme, dauert aber länger. Auch die Suche nach Hacker-Tools und Keyloggern kostet zusätzlich Zeit. Sind alle diese Option aktiviert, dauert selbst der Schnell-Scan 4:15 Minuten und der volle Systemscan 29:52 Minuten. Damit ist Panda immer noch schneller als beispielsweise Kaspersky oder Avira, aber von einem überragenden Geschwindigkeitsvorsprung kann nicht mehr die Rede sein. Panda bietet deutlich mehr Anpassungsmöglichkeiten als andere Programme. Das kontrastiert ein wenig mit der sonst sehr um Einsteigerfreundlichkeit bemühten Benutzeroberfläche. Erfahrene User dürften aber die individuelle Konfiguration der Scans zu schätzen wissen.

Bedienung

3,85 Pkt

Mit Panda Antivirus für Mac zurechtzukommen, fällt leicht. Das liegt hauptsächlich daran, dass der Anwender nicht viel tun oder einstellen kann. Bei genauerem Hinsehen überzeugt die Benutzeroberfläche leider nicht. Beispielsweise fehlt ein zentraler Button zum Starten von Scans. Stattdessen muss der Anwender über ein sehr leicht übersehbares Drop-down-Menü in der Liste der Datenträger (eingebaute Festplatte beziehungsweise SSD und externe Speichermedien) gehen.

Ebenfalls unverständlich ist, warum die Option dafür, wie das Programm auf gefundene Malware reagieren soll, nicht bei den restlichen Einstellungen zu finden ist, sondern in einem eigenen Dialogfeld.

Panda Konfigurationsassistent
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Im Konfigurationsassistenten trifft der Anwender beim Erststart grundlegende Entscheidungen.

Die Virussignaturen können zwar automatisch im täglichem Rhythmus aktualisiert werden, voreingestellt ist aber eine wöchentliche Aktualisierung. Das ist zu lange, da ständig neue Schadprogramme in Umlauf gebracht werden und die gefährlichsten Angriffswellen nicht mit altbekannter Malware durchgeführt werden, sondern mit brandneuen Schädlingen.

Was auch fehlt, und zwar bei Panda als einzigem Programm im Test, ist ein Icon in der Menüzeile von macOS, das anzeigt, ob der Echtzeit-Schutz aktiv ist. Das ist er zwar sofort nach der Installation, aber der Anwender hat keine Möglichkeit, das zu erkennen, ohne das Programmfenster zu öffnen.

Wer Panda Antivirus für Windows kennt und schätzt, wird möglicherweise enttäuscht sein: Die gelungene Benutzeroberfläche der Windows-Version wurde nicht übernommen. Die Mac-Version sieht aus wie ein völlig anderes Programm. Deutlich gelungener und frustfreier gestaltet sich die Bedienung bei Avira Antivirus Pro und Bitdefender Antivirus. Auch McAfee LiveSafe und Norton Security sind einfach zu nutzen, leiden aber unter offenbaren Fehlern und erreichen deswegen keine Top-Wertung.

Dokumentation und Support

4,50 Pkt

Die Hilfe-Funktion im Programm führt zum deutschen Support-Bereich auf der Website des Herstellers. Zumindest zum überwiegend deutschen, denn genau genommen herrscht dort eine wilde Mischung aus Deutsch und Englisch vor. Die gesamte Dokumentation ist in Form einer FAQ-Liste gehalten; Navigationstexte und Abschnittsüberschriften sind auf Deutsch, die Fragen und Antworten auf Englisch.

Wer selbst eine Problemlösung finden will, kann auch im Forum stöbern. Das wird allerdings eher mäßig besucht. Im Unterforum für die Mac-Version ist so gut wie nichts los, es kommt auf insgesamt nur zehn Beiträge. Jedoch kümmern sich offizielle Moderatoren um Nutzerfragen, so dass Anwender gute Chancen haben, bei Problemen mit der Software eine hilfreiche Antwort zu bekommen.

Die Support-Mitarbeiter stehen telefonisch unter 02038 048 091 von montags bis freitags von 9:00 bis 18:00 Uhr zur Verfügung, die Support-Sprache ist Deutsch. Kunden, die die teurere Premium-Version nutzen, steht darüber hinaus eine rund um die Uhr geschaltete Hotline zur Verfügung. Beim Test des Standard-Supports konnten wir nahezu ohne Wartezeit einen Mitarbeiter erreichen, der uns freundlicher Weise ohne die Angabe einer Kundennummer half.

E-Mail-Support fordern Anwender per Web-Formular an. Der Hersteller verspricht, Anfragen in weniger als 24 Stunden zu beantworten. Es gibt auch einen Support-Chat, aber der Link dazu war während des gesamten Testzeitraums inaktiv.

Zusammenfassung

3,91 Pkt

Das Programm selbst begeistert nicht. Es ist brauchbar und erfüllt alle grundlegenden Anforderungen an ein Antivirenprogramm. Toll ist allerdings, dass es kaum Platz auf der Festplatte beansprucht und sehr schnell ist. Das beste Argument für Panda Antivirus ist jedoch die flexible und großzügige Lizenzierung. Wer mehrere Macs, Windows-PCs und Android-Smartphones gleichzeitig schützen möchte, bekommt sehr günstige Konditionen. Auch die Monatsabos dürften für einige Anwender ein echtes Kaufargument sein.