Stunt-Scooter

Die 7 besten Stunt-Scooter im Vergleich

Allgemeine Merkmale
Material
Maße
Trittbrettbreite
Gewicht
Belastbarkeit maximal
Ausstattung
Griff gummiert
Höhenverstellbar
Klappbar
Sicherheitsreflektoren
Tragegurt
Bremse
Vorteile
Nachteile

Stunt-Scooter-Ratgeber: So wÀhlen Sie das richtige Produkt

Das Wichtigste in KĂŒrze
  • Stunt-Scooter sind fĂŒr Tricks geeignet.
  • Das Material entscheidet ĂŒber die StrapazierfĂ€higkeit sowie das Gewicht des Scooters.
  • Stunt-Scooter können fertig gekauft werden. Wer will kann sich aber auch die einzelnen Teile kaufen und seinen Scooter selbst zusammenbauen.
  • AnfĂ€ngermodelle sind bereits ab 50 Euro erhĂ€ltlich.

Wie unterscheiden sich Stunt-Scooter von City-Rollern?

Auf dem ersten Blick wirken Stunt-Scooter wie ganz normale City-Roller. Genauso wie bei diesen steht der Fahrer mit einem Bein auf der StehflĂ€che, dem Deck, und stĂ¶ĂŸt sich mit dem anderen vom Boden ab. Wenn die gewĂŒnschte Geschwindigkeit erreicht wurde, stellt sich der Fahrer mit beiden FĂŒĂŸen auf das Deck. Damit enden aber auch die Gemeinsamkeiten. „Stunts“ bedeuten auf Deutsch Tricks, die oft akrobatische Komponenten beinhalten und ein gewisses Risiko mit sich bringen. Stunt-Scooter dienen also nicht vorwiegend der Fortbewegung, sondern dem AusfĂŒhren von mehr oder weniger gefĂ€hrlichen Tricks. Daher werden sie auch „Trickroller“ genannt.

Betrachtet man die nÀchsten Verwandten des Stunt-Scooters, das Skateboard und das BMX-Rad, wird sein VerhÀltnis zum City-Roller klar:

VerkehrsmittelFreizeitsport
Trekkingrad BMX-Rad
Longboard Skateboard
City-Roller Stunt-Scooter
Stunt-Scooter und City-Roller im VerhÀltnis zu anderen Hobby-Bereichen.

Wenn die Eigenschaften eines Stunt-Scooters betrachtet werden, wird eindeutig, warum er anders als ein City-Roller hauptsĂ€chlich beim Freizeitsport zum Einsatz kommt. City-Roller sind zum Beispiel nicht fĂŒr Tricks geeignet. Wer schon ein paar Mal damit vom BĂŒrgersteig gehĂŒpft ist, weiß, dass durch solche Aktionen die RĂ€der schnell anfangen zu eiern oder gar der Roller auseinanderbricht. Als Fortbewegungsmittel in der Stadt sind City-Roller hingegen komfortabel und praktisch. Sie sind einfach zu fahren und lassen sich fĂŒr den Transport im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln zusammenklappen. Je nach GrĂ¶ĂŸe des Fahrers kann auch die Höhe des Lenkers eingestellt werden. Der Stunt-Scooter lĂ€sst sich zwar ebenfalls leicht fahren, ist aber nicht einklappbar. Außerdem ist er robuster, um StĂ¶ĂŸe und StĂŒrze auszuhalten. Aus StabilitĂ€tsgrĂŒnden ist er nicht einstellbar – die Höhe des Lenkers ist fix. Es muss also ein Modell gekauft werden, das auf die GrĂ¶ĂŸe des Fahrers abgestimmt ist.

FĂŒr wen sind Stunt-Scooter geeignet?

ZulĂ€ssig sind Stunt-Scooter ab acht Jahren, eine obere Altersgrenze gibt es nicht. Allerdings erfordern Tricks mit Stunt-Scootern ein hohes Maß an Motorik, Körperkoordination und GleichgewichtsgefĂŒhl. Kinder und acht Jahren, die in den Bereichen noch zu unsicher sind, sollten sich langsam herantasten, zum Beispiel indem sie einen Tretroller mit drei RĂ€dern ausprobieren. Senioren ist ebenfalls davon abzuraten, da im Alter oft die Reflexe, die StabilitĂ€t und die Beweglichkeit fehlen, die nötig sind, um sich bei einem Fall abzufangen.

Stunt-Scooter sind fĂŒr SpĂ€teinsteiger in den Tricksport gut geeignet. Im Vergleich zu Ă€hnlichen Sportarten wie dem Skateboarden und BMX-Fahren ist das Freestyle-Scootern relativ einfach und sicher zu lernen. Der Fahrer steht nĂ€mlich aufrecht und hat einen geringen Abstand zum Boden. Das ist beim Skateboard zwar auch der Fall, dort kann er sich bei Gleichgewichtsverlust aber nicht abfangen. Dahingegen ermöglicht es ein Scooter dem Fahrer, sich jederzeit am Lenker festzuhalten. Wer sich also nie getraut hat, zu skaten oder BMX zu fahren, kann sich auf einem Scooter mit einem reduzierten Verletzungsrisiko in den Skatepark und vielleicht sogar in die ruhmreiche Halfpipe trauen.

Zu beachten ist, dass Scooter eine Gewichtsobergrenze haben. Diese betrĂ€gt meist 100 Kilogramm. Es gibt auch Modelle, die 10 bis 20 Kilogramm mehr zulassen. Mit noch mehr Gewicht sind sie aber zu sehr ausgelastet. Außerdem soll sich der Lenker des Scooters ungefĂ€hr auf Höhe der HĂŒfte befinden. Die Gesamthöhe des Scooters betrĂ€gt in der Regle 75 bis 85 Zentimeter, somit ist das fĂŒr die meisten Erwachsenen kein Problem. Sehr große Personen etwa ĂŒber 190 Zentimeter können jedoch auf herkömmlichen Stunt-Scootern wahrscheinlich nicht fahren. Sie sollten sich stattdessen nach Custom-Scootern erkundigen, wo sie geeignete Teile fĂŒr ihre GrĂ¶ĂŸe finden könnten. FĂŒr kleine Personen sollte es keine Schwierigkeiten geben, da es auch Scooter fĂŒr kleine Kinder gibt. Kinder, die sogar fĂŒr den kleinsten Scooter zu klein sind, können sich erstmal an Kinder-Tretroller herantasten.

Welche Stunt-Scooter gibt es?

Zwar kommen Stunt-Scooter in unterschiedlichen Farben und Designs, ihr Aufbau ist aber immer Àhnlich. Die Scooter-Szene unterscheidet allerdings zwischen selbstaufgebauten Customs und Completes, also vorgefertigten Modellen.

Stunt-Scooter Completes

Completes sind fertig aufgebaute Scooter. Ihr Vorteil ist, dass der KĂ€ufer kein Vorwissen benötigt, um sie zu nutzen. Nach dem Kauf kann er also damit direkt aus dem Laden herausrollen. Somit sind sie fĂŒr AnfĂ€nger ideal, da sich diese in der Regel noch nicht gut genug auskennen, um zu wissen, welche Teile sie brauchen, ob diese miteinander kompatibel sind und wie sie zusammengeschraubt werden. Dementsprechend sind sie fĂŒr AnfĂ€nger auch sicherer, da sie von Profis gebaut und geprĂŒft wurden. Nicht zuletzt sind Completes deutlich gĂŒnstiger als Customs. Bereits fĂŒr 50 Euro kann ein Stunt-Scooter gekauft werden, der fĂŒr den Einstieg in den Freizeitsport gut geeignet ist. Die Firma MGP hat zum Beispiel mehrere AnfĂ€nger-Modelle im Angebot, die sich in der Preisklasse von 50 bis 120 Euro befinden.

Custom Stunt-Scooter

Custom-Scooter können deutlich hochwertiger sein. Wer sich seinen eigenen Scooter zusammenbaut, kann sich die besten Teile aussuchen und sich somit einen Pro-Scooter zusammenbasteln. Somit ist die QualitĂ€t von Custom Stunt-Scootern in der Regel höher, vorausgesetzt der Scooter-Fahrer kennt sich aus. So kann nĂ€mlich die Verarbeitung jedes einzelnen Teils inspiziert werden. Custom-Scooter bieten auch die Möglichkeit, sich Ă€sthetische Komponenten wie Farbkombinationen und Muster frei auszusuchen. Allerdings sind sie deutlich teurer. Sie können beim Neukauf mehrere hundert Euro kosten. Einige HĂ€ndler bieten den Zusammenbau von Stunt-Scootern an. So kommen auch KĂ€ufer, die sich nicht selbst um den Zusammenbau kĂŒmmern wollen, an einen individuell konfigurierten Stunt-Scooter. Das ist aber die teuerste Variante.

Was sind die wichtigsten Kaufkriterien?

Beim Kauf eines Stunt-Scooters spielen neben der ProduktqualitĂ€t auch individuelle Vorlieben in den Entscheidungsprozess hinein. Ob beim Kauf eines Completes oder der Erstellung eines Customs, jeder Fahrer sollte wissen, welche Eigenschaften ihm wichtig sind. Die Auswahl der Rollen kann zum Beispiel die Wendigkeit und die Geschwindigkeit des Scooters beeinflussen. Auch fĂŒr AnfĂ€nger, die noch nicht wissen, welchen Fahrstil sie prĂ€ferieren, kann es hilfreich sein, sich im Voraus zu informieren. Bei allen Kaufkriterien ist auf die allgemeine VerarbeitungsqualitĂ€t zu achten.

Material

Stunt-Scooter werden fast komplett aus Metall gebaut. HauptsĂ€chlich werden Aluminium und Stahl verwendet. Professionelle Scooter werden ausschließlich aus Aluminium gebaut, da das Metall sehr leicht und robust ist. Bei Profis spielt nĂ€mlich jedes Gramm eine Rolle. Schließlich muss der Scooter fĂŒr die meisten Tricks angehoben und in der Luft geschickt gehandhabt werden. Scooter aus purem Aluminium sind allerdings teuer.

FĂŒr AnfĂ€nger, die nicht so viel Geld investieren möchten, reicht ein Scooter aus Aluminium und Stahl völlig aus. AnfĂ€ngern wĂŒrden kleine Gewichtsunterschiede vermutlich kaum auffallen. Viel wichtiger ist es bei ihnen, sich langsam an die Tricks heranzutasten. Außerdem sind Stahl-Scooter stabiler und langlebiger. Wenn sie irgendwann so weit sind, doppelte Backflips (RĂŒckwĂ€rtssaltos) auszufĂŒhren, können sich die ehemaligen AnfĂ€nger ein hochwertigeres Modell aus Aluminium kaufen, um das Anheben zu erleichtern. FĂŒr den alltĂ€glich Gebrauch ist die StabilitĂ€t, die Stahl bietet, allerdings nicht zu schlagen.

Rollen

Kein anderer Teil des Scooters beeinflusst das FahrgefĂŒhl so stark wie die Rollen. Diese tragen das kombinierte Gewicht des Scooters und des Fahrers. Ein wichtiges Merkmal der Rollen ist ihr Durchmesser. In der Regel betrĂ€gt er 100 Millimeter. Er kann aber von 98 bis hin zu 110 Millimetern reichen. Bei einigen AusnamefĂ€llen, wie dem Chilli Reaper Reloaded, kann der Durchmesser sogar 120 Millimeter betragen.

Wer sich einen Custom-Scooter baut oder seine alten Rollen ersetzten möchte, muss unbedingt auf die KompatibilitĂ€t der Rollen achten. Es kann nĂ€mlich sein, dass der Durchmesser zu groß oder klein ist und somit nicht zum Scooter passt. Ein großer Durchmesser erhöht das Geschwindigkeitspotenzial des Scooters, wĂ€hrend ein kleiner Durchmesser den Scooter wendiger macht.

Der Kern der Rollen besteht entweder aus Aluminium oder Plastik beziehungsweise Nylon. SelbstverstÀndlich sind Rollen aus Aluminium hochwertiger und robuster. Es gibt vier Kernarten:

RollenkernEigenschaften
Massiver Kern Langlebig, robust, verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig schwer, teuer
Speichenkern Leicht, weniger stabil
Hohler Kern Leicht, robust, nicht so robust wie der solide Kern
Plastikkern Leicht, gĂŒnstig, nicht sehr belastbar
Einige Eigenschaften ĂŒberschneiden sich zwar. Dennoch ist jede Art von Rollkern aus unterschiedlichen GrĂŒnden von Vorteil.

Ein weiteres relevantes Merkmal ist der HĂ€rtegrad der Rollen. Dieser wird anhand der „Durometerskala“ gemessen. FĂŒr weichere Materialien wird die A-Skala verwendet. 0A ist der weichste HĂ€rtegrad und 100A der hĂ€rteste. Die Rollen von Stunt-Scootern weisen in der Regel einen HĂ€rtegrad von 85A auf. HĂ€rtere Rollen sind schneller und halten lĂ€nger. Weiche Rollen haben mehr Bodenhaftung und vermindern Vibrationen.

Nicht zuletzt spielt die Breite des Profils eine wichtige Rolle. Mit „Profil“ ist die Seitenansicht der Rolle gemeint, nicht etwa Riffelungen in der OberflĂ€che wie bei Autoreifen oder Schuhen. Ein flaches Profil hat eine grĂ¶ĂŸere KontaktflĂ€che. Das bedeutet, dass der Rollenwiederstand grĂ¶ĂŸer ist und der Scooter somit langsamer. Andererseits sorgt ein flaches Profil fĂŒr gute Bodenhaftung. Ein schmales Profil hat hingegen weniger Rollwiderstand und ist somit schneller. Welches Profil Sie wĂ€hlen wollen, hĂ€ngt vom Fahrstil und dem Einsatzbereich des Scooters ab. Personen, die damit hauptsĂ€chlich in Indoor-Skateparks unterwegs sind, haben andere Anforderungen als Personen, die mit dem Scooter zur Arbeit oder Schule fahren.

Kugellager

Kugellager erleichtern die Rotation der Rollen auf der Achse. Davon gibt es in jeder Rolle zwei StĂŒck, die sich in der Radnabe befinden und durch einen Abstandhalter getrennt werden. Die Kugellager beeinflussen hauptsĂ€chlich die Geschwindigkeit und das FahrgefĂŒhl. Ein wichtiger Hinweis bei der Nutzung von Stunt-Scootern ist es, das Eindringen von Wasser, Sand oder Schmutz zu vermeiden, um eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Abnutzung der Kugellager zu verhindern. Wie gut ein Kugellager vor Fremdkörpern geschĂŒtzt ist, hĂ€ngt von seiner Bauweise ab: Versiegelte Kugellager verhindern durch deren geschlossene Bauart das Eindringen jeglicher Substanzen. Somit sind sie fĂŒr das Outdoor-Fahren optimal. Offene Kugellager sind eher fĂŒr Skatehallen geeignet. Sie sind schneller, mĂŒssen jedoch hĂ€ufiger gereinigt werden. Da sie offen sind und die Skatehalle deutlich weniger Schmutz als das Freie verursacht, lassen sie sich schnell und einfach reinigen. Die beste Leistung weisen HochprĂ€zisions-Kugellager auf. Sie sind zwar am schnellsten, mĂŒssen aber regelmĂ€ĂŸig gereinigt werden, da sich sonst die Hochgenauigkeitslager schnell abnutzen.

Die wichtigsten QualitĂ€tsmerkmale von Kugellagern sind das Material, die FertigungsprĂ€zision und die Schmierung: Die meisten Kugellager bestehen aus Stahl. Hierbei ist zu empfehlen, auf Kugellager mit einer hochwertigen Stahllegierung zu setzen, da gĂŒnstige Varianten, zu schnell abgenutzt werden. Neben Stahl-Kugellagern gibt es auch Kugellager aus Keramik. Keramikkugeln sind sehr hart und rosten nicht. Sie behalten somit lĂ€nger ihre Form.

Ein weiteres wichtiges Merkmal der Kugellager ist deren FertigungsprĂ€zision. Diese bezieht sich auf die Passgenauigkeit der einzelnen Komponenten. Je höher die FertigungsprĂ€zision, umso mĂŒheloser das Fahren. Die PrĂ€zision wird nach dem ABEC-Standard klassifiziert – vom Englischen „Annular Bearing Engineering Committee“. Ein hoher ABEC-Wert deutet auf eine hohe FertigungsprĂ€zision hin. Coxwain-Roller haben zum Beispiel oft einen ABEC-Wert von neun, was einen hohen PrĂ€zisionsgrad bedeutet. PrĂ€zision bezieht sich aber nicht auf die Geschwindigkeit oder die Lebensdauer. Das Material und die Schmierung sind in dieser Hinsicht entscheidendere Faktoren. Außerdem wird die PrĂ€zision durch die Nutzung reduziert.

Nicht zuletzt ist bei Kugellagern auf die Schmierung zu achten. Sei es mit Öl oder Fett, alle Kugellager mĂŒssen im Laufe ihrer Nutzung nachgeschmiert werden. Die Abwesenheit von Schmiermittel fĂŒhrt zu Erhitzung und Geschwindigkeitsverlust. Wer auf Leistung setzt, sollte zu Schmieröl greifen. Öl ist dĂŒnnflĂŒssig und gewĂ€hrleistet einen geringen Widerstand. Somit ermöglicht es eine hohe Drehzahl, allerdings muss hĂ€ufiger nachgeschmiert werden. Schmierfett ist in der Hinsicht pflegeleichter. Es wird nicht so schnell abgetragen und schĂŒtzt besser vor Wasser und Schmutz. DafĂŒr sorgt es allerdings fĂŒr mehr Widerstand, das Kugellager dreht sich also etwas schwerer.

Wasser schadet dem Kugellager

UnabhÀngig davon welches Schmiermittel verwendet wird, gilt: Wenn Wasser in das Innere des Kugellagers gerÀt, wird es schnell abgenutzt. Nach Kontakt mit Wasser sollte das Kugellager also unmittelbar und sorgfÀltig gereinigt, getrocknet und nachgeschmiert werden.

Sollte ich einen gebrauchten Stunt-Scooter kaufen?

Der sicherste Weg ist immer der Neukauf. So kann sich der KĂ€ufer darauf verlassen, dass die unterschiedlichen Teile des Scooters nicht verschlissen sind. Außerdem ist es im Neuzustand einfacher, die Verarbeitung unter die Lupe zu nehmen. Wer trotzdem einen gebrauchten Roller kauft, sollte seinen allgemeinen Zustand untersuchen: Ein Stunt-Scooter mit vielen Kratzern und Dellen zeugt von einem unvorsichtigen Umgang. Da Stunt-Scooter fĂŒr Tricks genutzt werden, ist dies allerdings nicht ganz zu vermeiden. Das Kugellager und die Rollen sollten besonders ausfĂŒhrlich nach Verschleißspuren untersucht werden, da sie fĂŒr das FahrgefĂŒhl entscheidend sind und gewisse SchĂ€den auf den ersten Blick eventuell nicht auffallen. Außerdem sollte das Griptape noch rau sein, um guten Halt auf der StehflĂ€che zu gewĂ€hrleisten. Wer sich fĂŒr einen gebrauchten Roller entscheidet, sollte diesen auf jeden Fall Probe fahren. Wenn der VerkĂ€ufer es erlaubt, ist sogar ein Auseinanderschrauben zu empfehlen, um die Rollen und das Kugellager genauer zu inspizieren.

Die unterschiedlichen Teile des Stunt-Scooters

Die Komponenten, aus denen Stunt-Scooter bestehen, sind abgesehen von Preis oder Hersteller gleich. Sie können zwar aus unterschiedlichem Material hergestellt oder anders gefĂ€rbt und bemustert sein, jedoch bestehen alle Stunt-Scooter aus den gleichen Komponenten. Das bedeutet nicht, dass alle zueinander passen. Beim Erstellen eines Custom-Scooters muss auf Maße und KompatibilitĂ€t geachtet werden. In der Regel werden fĂŒr die Benennung der Teile englische Termini benutzt.

Bar (Lenker)

Die Bar ist der Teil des Trickrollers, an dem sich der Fahrer festhĂ€lt und den Stunt-Scooter lenkt. Bars aus Stahl sind gĂŒnstig und robust, dafĂŒr aber schwer. Bars aus Aluminium sind leicht und stabil, kosten aber um einiges mehr. Wer sich einen Custom Stunt-Scooter baut, sollte auf den Durchmesser der Bar achten. Diese muss nĂ€mlich auf die Gabel passen. Neben geraden Bars gibt es auch solche mit einer leichten KrĂŒmmung nach innen, dem sogenannten „Back-Sweep“. Außerdem muss die Lenkerhöhe fĂŒr den Nutzer passend sein.

Grips (Griffe)

Grips werden an die Bar-Enden montiert. Dort platziert der Fahrer beim Greifen der Bar seine HĂ€nde. Sie werden in der Regel aus Gummi oder Schaumstoff hergestellt und können hart oder weich sein. Eine optimale Kombination gibt es nicht. Der Fahrer kann sich also entscheiden, was fĂŒr ihn am angenehmsten ist.

Fork (Gabel)

Die Gabel des Stunt-Scooters verbindet die Bar mit den Rollen. Sie muss allerdings auch mit anderen Teilen wie dem Headset und dem Kompressionssystem kompatibel sein. Gerade fĂŒr diesen Teil des Scooters ist beim Custom-Bau viel Wissen erforderlich. Gabeln lassen sich in Gabeln mit und ohne Gewinde unterscheiden („threaded“ und „threadless“). Gabeln aus Aluminium können ein- oder zweiteilig sein. Einteilige sind leicht und gĂŒnstig. Zweiteilige sind leicht und stark. Gabeln, die aus Chrom oder Stahl geschweißt sind, sind zwar robust und gĂŒnstig, dafĂŒr aber um einiges schwerer.

Compression-System (Kompressionssystem)

Das Kompressionssystem Àhnelt im Aussehen einer Schraube. Es dient dem Zweck die Bar, die Gabel und das Deck zu fixieren, so dass das Wackeln des Lenkers minimiert wird. Zu den bekanntesten Systemen gehören das ICS-System, das HIC-System, das ICH-System und das SCS-System. Die Gabel und der Lenker entscheiden welches Kompressionssystem passend ist.

Clamp (Klemme)

Clamps dienen der Verbindung zwischen Bar und Gabel. Je nach Durchmesser der Bar hat die Clamp einen Durchmesser zwischen 32,0 und 34,9 Millimetern. Außerdem unterscheiden sich Clamps anhand der Anzahl von Klemmschrauben. Anaqudas Cobra-Reihe hat zum Beispiel eine Double-Clamp, die teurere Reihe V7 Park weist hingegen vier Klemmschrauben auf. Hier ist aber wieder KompatibilitĂ€t mit der Bar gefragt. Am besten ist es, auf die Angaben des Herstellers zu achten.

Headset

Headsets erlauben die freie Drehung von Gabel und Bar. Es gibt Headsets mit und ohne Gewinde („threaded“ und „threadless“). Bei Headsets mit Gewinde muss die Gabel ebenso ein Gewinde haben. Threadless Headsets benötigen Gabeln ohne Gewinde. Threadless Headsets werden außerdem in „integrated“ und „non-integrated” unterteilt. Um integrated Headsets zu montieren, ist kein Werkzeug nötig. Non-integrated Headsets mĂŒssen hingegen von Hand eingebaut werden.

Wheels (Rollen)

Rollen haben zwei Kugellager sowie einen Abstandhalter, und drehen sich um eine Achse. Sie unterscheiden unter anderem anhand der Kernart, des Materials, der GrĂ¶ĂŸe, der HĂ€rte und des Profils. Rollen sind eines der wichtigsten Teile des Stunt-Scooters und haben einen starken Einfluss auf das FahrgefĂŒhl.

Axle (Achse)

Durch die Achse wird die Rolle an der Gabel befestigt. Achsen bestehen entweder aus robustem Stahl oder leichtem Aluminium. Der Achsendurchmesser betrĂ€gt in der Regel acht Millimeter, kann je nach Hersteller aber auch grĂ¶ĂŸer oder kleiner sein. Die Achse der vorderen Rollen muss zur Gabel passen, wohingegen die Achse der hinteren Rolle kompatibel mit dem Deck sein muss.

Deck (Trittbrett)

Als Deck wird das Trittbrett des Stunt-Scooters bezeichnet. In der Regel bestehen Decks aus Aluminium. Ihr wichtigstes Merkmal ist das Gewicht. Schwere Decks sind robuster, leichte Decks sind fĂŒr Tricks besser geeignet. Die TrittflĂ€che muss das ganze Gewicht des Nutzers tragen. Das ist gerade bei SprĂŒngen eine große Belastung, da Scooter keinen Federmechanismus haben. Da Stahl elastischer ist und grĂ¶ĂŸere Belastung aushĂ€lt, ist eine TrittflĂ€che aus Stahl fĂŒr schwere Nutzer eventuell besser geeignet.

Griptape

Das Griptape wird auf das Deck geklebt. Es hat eine raue OberflĂ€che, die fĂŒr optimalen Halt sorgt. Wenn es abgenutzt ist, muss das Griptape ersetzt werden. Wasser und Schmutz beschleunigen den Verschleiß.

Brake (Bremse)

Stunt-Scooter-Bremsen bestehen aus Metall und sind am Deck fixiert. Sie werden mit dem Fuß betĂ€tigt und dienen der Geschwindigkeitsregulierung, aber nicht der vollstĂ€ndigen Abbremsung. Bremsen unterscheiden sich in Federbremsen und Flexfender-Bremsen. Federbremsen werden durch einen Bolzen horizontal am Deck befestigt. Nach der BetĂ€tigung kehrt die Bremse Dank der Feder in die Ausgangsposition zurĂŒck. Flexfender-Bremsen werden mir einer Schraube vertikal auf dem Deck montiert. Beim Bremsen wird die Metallplatte auf die Rolle gepresst. Wegen der ElastizitĂ€t des Stahls kehrt die Bremse automatisch in die Ausgangposition zurĂŒck. Diese Variante ist preiswerter und beliebter. Ein Beispiel fĂŒr Flexfender-Bremsen ist HUDORAs Stunt-Scooter-XQ-Reihe.

Peg

Unter Pegs sind VerlĂ€ngerungen der Achse zu verstehen. Diese mĂŒssen zusĂ€tzlichgekauft und an eine Seite der Rollen montiert werden. Pegs werden aus Stahl oder Aluminium gefertigt. Erstere sind robuster, letztere leichter. Pegs werden fĂŒr die AusfĂŒhrung bestimmter Tricks benötigt, wie zum Beispiel des Grindens, wo der Fahrer mit den Pegs auf eine lange Kante oder ein Rohr springt und darauf entlanggleitet.

Um besser zu verstehen, wie ein Scooter zusammengebaut wird, können Sie sich folgendes Video von stuntscooteronline ansehen:

Was ist bei der Wartung von Stunt-Scootern zu beachten?

Im Vergleich zu anderen SportgerĂ€ten sind Stunt-Scooter relativ pflegeleicht. Auf ein paar Punkte ist jedoch zu achten: Sie mĂŒssen die Griffe und das Griptape zum Beispiel nach einiger Zeit tauschen, da sie mit der Zeit verschleißen. Außerdem sollten die Kugellager ab und zu mit Öl oder Fett nachgeschmiert werden. Um den Verschleiß des Kugellagers zu vermeiden, raten wir Ihnen, Wasser, Sand und Feuchtigkeit zu vermeiden. Nicht zuletzt mĂŒssen Sie die Schrauben und Verbindungen regelmĂ€ĂŸig prĂŒfen. Schließlich wird der Stunt-Scooter beim AusfĂŒhren von Tricks großem Druck ausgesetzt. Der Fahrer sollte also sicherstellen, dass alle Schrauben fest sind und die Verbindungen keine BrĂŒche vorweisen.

Sicherheitshinweise

Es gibt keinen Weg, die Sicherheit von Stunt-Scooter-Fahrern zu garantieren. Das AusfĂŒhren von Tricks bringt immer ein gewisses Risiko mit sich. Allerdings gibt es Zubehör, das der Vorbeugung schwerer Verletzungen dienen kann. Ein Helm kann zum Beispiel den Kopf vor StĂ¶ĂŸen schĂŒtzen. Knie- und Ellenbogenschoner sorgen fĂŒr einen weicheren Fall. Handschuhe bieten einen besseren Griff, was die Gefahr des Abrutschens vom Scooter vermindert.

Worauf ist beim Fahren mit einem Stunt-Scooter zu achten?

Der Scooter wird wie ein City-Roller benutzt: Der Fahrer steht mit einem Bein auf der TrittflĂ€che und stĂ¶ĂŸt sich mit dem anderen vom Boden ab. Wenn die gewĂŒnschte Geschwindigkeit erreicht wurde, stellt er sich auch mit dem zweiten Bein auf das Deck. Zu beachten ist dabei, dass die Bremse nur zum Entschleunigen dient. Eine Vollbremsung ist damit meistens nicht möglich. Wer abrupt bremsen muss, sollte einen Fuß am Boden entlang schleifen lassen oder ganz abspringen. Die Straßenverkehrsordnung behandelt Stunt-Scooter wie Skateboards oder FußgĂ€nger. Sie dĂŒrfen also weder auf der Straße noch auf dem Fahrradweg gefahren werden, sondern nur auf dem BĂŒrgersteig. Konzipiert sind Stunt-Scooter aber an erster Stelle fĂŒr den Skatepark, wo deren volles Potenzial ausgenutzt werden kann. Wichtig ist es, mit Stunt-Scootern nur glatte OberflĂ€chen zu befahren. FĂŒr Kopfsteinpflaster sind sie zum Beispiel nicht geeignet.

Tricks fĂŒr den Stunt-Scooter

Mit Skateboards, BMX-FahrrĂ€dern und Stunt-Scootern sind jeweils andere Tricks möglich. Zwischen BMX und Stunt-Rollern gibt es aber viele Überschneidungen. So zĂ€hlen Tricks wie Bunny-Hops, Grinds, Tailwhips und Backflips zu den populĂ€rsten Tricks fĂŒr unterschiedliche Niveaus. Die Stunt-Scooter-Varianten sind in der Regel etwas einfacher. Am deutlichsten ist dies bei SprĂŒngen, die mit Scootern wesentlich einfacher ist als mit BMX-RĂ€dern. Dennoch sollten AnfĂ€nger ein bisschen Erfahrung sammeln, bevor sie sich in die Halfpipe trauen. ZDFtivi bringt Ihnen in einem YouTube-Video Schritt fĂŒr Schritt ein Tailwhip bei.

WeiterfĂŒhrende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Stunt-Scooter nicht selbst getestet.

Weder Stiftung Warentest noch ÖKO-TEST fĂŒhrten bisher einen Stunt-Scooter-Test durch. Allerdings könnten gerade Einsteiger von einem solchen Test profitieren. Einige Eigenschaften von Stunt-Scootern sind auf dem Papier nĂ€mlich schwer zu vergleichen. Das Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis der SportgerĂ€te von verschiedenen Marken wird durch einen Test ebenfalls ersichtlich. Oft sind es weder die beliebtesten noch die teuersten Marken, die im Test ĂŒberzeugen.

Zum Beispiel ist zwar bekannt, dass Stahl etwas belastbarer ist als Aluminium. Unklar ist aber, wie groß der Unterschied wirklich ist. Lohnt es sich also, einen Stahl-Scooter zu kaufen, wenn auch Aluminium fast jeden Sprung und Stoß aushĂ€lt? Wie spĂŒrbar ist der Gewichtsunterschied wirklich? Ein weiterer Aspekt, der im Test verdeutlicht werden könnte, ist das Fahrerhalten der Rollen. Besonders die Unterschiede zwischen den Kernen und dem HĂ€rtegrad sind dabei entscheidend. Nicht zuletzt könnte die Federbremse einem Test unterzogen werden. Schließlich tendieren selbst Profis zu den gĂŒnstigeren Flexfender-Bremsen. Dementsprechend ist klĂ€rungsbedĂŒrftig, warum sich jemand fĂŒr eine Federbremse entscheiden sollte.