Was ist die elektronische Krankmeldung und wann wird sie eingeführt?

Was ist die elektronische Krankmeldung und wann wird sie eingeführt?

Die elektronische Krankmeldung, offiziell elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) genannt, soll in Zukunft das als „gelber Schein“ bekannte Papierdokument ersetzen. Die Vorteile: Die Notwendigkeit des postalischen Versands an Krankenkasse und Arbeitgeber entfällt. Außerdem wird es durch die elektronische Übermittlung einfacher, Meldefristen einzuhalten.

Entlastung im Krankheitsfall

Bisher läuft es für Arbeitnehmer im Krankheitsfall wie folgt ab: Sie informieren zunächst ihren Arbeitgeber. Je nach Arbeitgeber wird dann ab dem ersten oder dritten Tag der Krankheit eine vom Arzt ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Bestätigung der Krankheit fällig. Diese erhalten Versicherte bisher in Papierform und senden sie per Post an die Krankenkasse sowie den Arbeitgeber. Ein drittes Exemplar erhalten sie für ihre Unterlagen.

Bisherige Alternativen

Einige Krankenkassen bieten bereits die Möglichkeit, einen Scan der papierhaften Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per E-Mail zu senden oder als Smartphone-Foto über ihre App hochzuladen. Dadurch können Versicherte bereits jetzt auf den postalischen Versand verzichten. Beim Arbeitgeber reicht bei kurzer Fehlzeit teilweise auch das persönliche Einreichen nach Krankheitsende – beachten Sie die Fristen in Ihrem Arbeitsvertrag.

Was sich in Zukunft ändert

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf gelbem Papier soll bald einem elektronischen Meldeverfahren weichen. Dabei wird die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung digital an die Krankenkasse und den Arbeitgeber übermittelt. Das soll sowohl eine Entlastung für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber darstellen: Ersterer muss sich dann nicht mehr um das fristgerechte Einreichen auf dem Postweg kümmern, Letzterer hat mit der Bearbeitung weniger bürokratischen Aufwand zu bewältigen als bei den Papierdokumenten.

Was sind die Vorteile der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Die elektronische Krankmeldung hat für Versicherte gleich mehrere Vorteile:

  • Zeitersparnis
  • Schnellerer Versand als über den Postweg
  • Einfachere Einhaltung von Fristen
  • Auszahlung von Krankengeld schneller möglich
  • Information des Arbeitgebers über Beginn und Dauer der Krankschreibung
  • Übermittlung von Informationen über die Entgeltfortzahlung
  • Lückenlose Dokumentation von Krankheitstagen

Das folgende YouTube-Video der KV Nordrhein fasst die zentralen Fakten noch einmal anschaulich zusammen:

Keine Kosten: Wann wird die elektronische Krankmeldung eingeführt?

Grundsätzlich ist zwischen dem Starttermin für die elektronische Meldung an die Krankenkasse und die Einführung der Übermittlung an den Arbeitgeber zu unterscheiden.

Start der Übermittlung der eAU an die Krankenkassen

Der Start für die Übermittlung des digitalen Krankenscheins durch die Praxen an die Krankenkassen war ursprünglich zum Jahresbeginn 2021 vorgesehen. Probleme bei der technischen Ausstattung in den Arztpraxen und Krankenkassen machten aber eine Verschiebung erforderlich. Außerdem sollten die Praxen mitten in der Corona-Pandemie nicht durch die Einführung der eAU belastet werden. Als neues Startdatum ist nun der 1. Oktober 2021 vorgesehen. Auf diesen Zeitpunkt haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband geeinigt.

Einige Krankenkassen preschen vor

In Einzelfällen ist die digitale Übermittlung zur Krankenkasse bereits möglich. So bietet beispielsweise die AOK NORDWEST diesen Service schon jetzt an. Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse und beim behandelnden Arzt, ob Sie inzwischen von diesem Übertragungsweg zum Krankenkasse profitieren können.

Start der Übermittlung der eAU an die Arbeitgeber

Für die Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Arbeitgeber war die Einführung zum Jahresbeginn 2022 vorgesehen. Das Startdatum hierfür wurde nun auf den 01. Juli 2022 verschoben.

Der krankgeschriebene Patient muss sich nach dem Start beider Übermittlungsarten voraussichtlich ab Mitte 2022 weder um die Übermittlung an die Krankenkasse noch an den Arbeitgeber kümmern. Das spart nicht nur Zeit, sondern schützt auch vor Komplikationen, die bisher beim Vergessen des Übersendens aufgetreten sind.