Surfshark

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BEWERTUNG
8.5 / 10
AB
1,81 € pro Monat
Andreas Kiener
Aktualisiert: 23/07/2019
Pro
  • Günstigstes VPN im Test
  • Sicherheit durch externes Testinstitut geprüft
  • Anonymes Kundenkonto möglich
  • Hohe Sicherheit durch MultiHop-Technologie
  • Unterstützt Shadowsocks
  • Eingebauter Werbe-Blocker
  • Schutz vor Trackern, Malware und Phishing
Kontra
  • Serverauslastung nicht sichtbar
  • Schnellster Server manchmal im Ausland
FAZIT

Surfshark erfüllt nicht nur alle Erwartungen, sondern übertrifft sie dank sinnvoller Zusatzfunktionen sogar. Das macht das ausgesprochen günstige VPN auch zu einem der besten.

Surfshark logo
Gesamt
Sicherheit
Leistung
Benutzerfreundlichkeit
Hilfe & Support

Surfshark Test

Sicherheit10,0

Bei Surfshark handelt es sich um einen relativ jungen Anbieter. Seit 2017 mischt das Unternehmen auf dem hart umkämpften VPN-Markt mit. Für den Späteinsteiger dürfte es nicht einfach sein, Nutzer zum Wechsel von bekannten und etablierten Marken wie CyberGhost, ExpressVPN oder NordVPN zu bewegen – schließlich funktionieren diese VPN-Services sehr gut, bewegen sich preislich in einem moderaten Rahmen und binden die Nutzer mit hohen Preisnachlässen bei langen Abolaufzeiten an sich.

Offenbar will Surfshark über günstige Preise einen Fuß in die Tür bekommen. Ein Dreijahres-Abonnement kostet insgesamt nicht mehr als 64,99 Euro (im Voraus zu bezahlen), das sind nur 1,81 Euro monatlich. Zum Vergleich: Bei den ebenfalls sehr günstigen Anbietern NordVPN und Cyberghost kostet ein 3-Jahres-Abo 94,54 Euro beziehungsweise 88,00 Euro. Skeptische Kunden befürchten vielleicht, dass ein VPN mit einem so günstigen Preis nicht dieselbe Sicherheit und Leistung bieten kann wie seine Konkurrenten. Im Test stellten wir jedoch fest, dass sich Surfshark bei der Sicherheit absolut keine Blöße gibt. Zudem ist das VPN auch schnell; zwar nicht auffallend schnell, aber auch nicht langsamer als seine etablierten Konkurrenten.

Wo der Hai surfen geht

Unternehmenssitz von Surfshark sind die Britischen Jungferninseln in der Karibik. Das passt zum Namen, Surfen gehört tatsächlich zu den Freizeitbeschäftigungen, denen Einheimische und Touristen dort nachgehen, und auch der eine oder andere Hai lässt sich bestimmt vor den Küsten der Karibikinsel blicken. Viel wichtiger ist jedoch, dass dieses britische Überseegebiet nicht zu den sogenannten 14-Eyes-Staaten zählt (die untereinander freigiebig geheimdienstliche Informationen über ihre Bürger austauschen) und daher unter Überwachungsgegnern als relativ sicher gilt.

Skeptische Stimmen merken zwar an, dass „Offshore“-VPNs den Nachteil haben, dass die Datenschutzbestimmungen in den Ländern der Firmensitze weniger streng sind als beispielsweise in der EU. Die Sicherheit der Kundendaten wird so kaum durch gesetzliche Bestimmungen geschützt, sondern hauptsächlich durch den privatrechtlichen Vertrag zwischen Anbieter und Kunde. Im Falle einer Vertragsverletzung dürfte es sehr schwierig sein, Ansprüche gerichtlich geltend zu machen. Der Vorteil ist jedoch, dass es für die hiesigen staatlichen Behörden schwierig ist, Anbieter aus Kleinstaaten auf der anderen Seite der Erde zur Herausgabe von Nutzerdaten zu zwingen. Ein „Offshore“-Firmensitz ist somit bei einem VPN nur dann ein Vorteil, wenn der Anbieter vertrauenswürdig ist – das ist allerdings gleichzeitig die grundlegende Anforderung an jeden VPN-Betreiber.

Transparenz schafft Surfshark mit einem Warrant Canary. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Testberichts (13. Juni 2019) lag die das jüngste Update dieses Dokuments nur zwei Tage (11. Juni 2019) zurück. Bis dahin hat Surfshark laut Warrant Canary keine (rechtlich gültigen) Durchsuchungsbefehle erhalten. Auch unsere Recherche in den Nachrichtenmeldungen der vergangenen zwei Jahre förderte keine gegenteiligen Informationen zutage, die Angaben des VPN-Dienstleisters wirken somit glaubwürdig.

No-Logs-Policy und vollständig anonyme Nutzung

Surfshark speichert keine Verbindungs- und Aktivitätsprotokolle. Das versprechen vielen Anbieter, bei einem Blick in die Datenschutzerklärung wird aber oft klar, dass sie gewisse Details des Nutzerverhaltens, beispielsweise die Login-Zeiten und die übertragene Datenmenge, aus verschiedenen Gründen doch speichern. Surfshark hingen bestätigt auch in der Datenschutzerklärung, das Userverhalten nicht zu protokollieren. Der Anbieter schließt unter anderem die Speicherung von Folgendem explizit aus:

  • IP-Adressen
  • Browsing-Verlauf
  • Übertragene Datenmenge
  • Netzwerkverkehr
  • Verbindungszeiten

Gespeichert werden hingegen E-Mail-Adresse, Passwort und Zahlungsdaten. Da eine anonyme E-Mail-Adresse leicht zu bekommen ist und Surfshark auch die Bezahlung mit Kryptowährungen akzeptiert, steht das einer vollständigen Anonymisierung der Nutzer nicht im Weg.

Höchste Sicherheitsstandards

Surfshark setzt auf sichere Standards. Für die Verschlüsselung nutzt es den bislang unknackbaren AES-256-Algorithmus. Als VPN-Protokoll ist standardmäßig IKEv2/IPsec eingestellt, das als sehr sicher gilt. Alternativ kann der Anwender auch OpenVPN wählen, das ebenfalls als hochsicher eingestuft wird.

Während alle VPNs die übers Internet übertragenen Inhalte verschlüsseln, erlauben sie sich einige Schwächen bei den DNS-Anfragen, sogenannte DNS-Leaks. DNS-Anfragen richtet der Browser an DNS-Server, um zu erfahren, auf welche IP-Adresse ein Domain-Name (etwa netzsieger.de) verweist. Sie ermöglichen dem Betreiber des DNS-Servers, den gesamten Website-Verlauf des Nutzers nachzuvollziehen, daher sollte ein VPN nur die Kommunikation mit den eigenen DNS-Servern zulassen und nicht etwa mit denen von Dritten wie etwa Google. Surfshark erwies sich in dieser Hinsicht als absolut wasserdicht: Egal, über welchen VPN-Server wir die Verbindung herstellten, es kam zu keinerlei DNS-Leaks. Auch IPv6-Leaks traten nicht auf.

Zum Nachweis der Sicherheit seines Netzwerks hat Surfshark seine Browser-Erweiterungen von einem unabhängigen Prüfinstitut beurteilen lassen. Die Sicherheitstester von Cure53 sind auf Website- und Anwendungssicherheit spezialisiert. Sie verwenden dieselben Techniken wie kriminelle Hacker, um Sicherheitslücken zu finden. Ihrer Meinung nach sind die Surfshark-Erweiterungen außergewöhnlich sicher und sowohl hinsichtlich des Datenschutzes als auch bei generellen Sicherheitsaspekten völlig unproblematisch. Dass sich Surfshark einer solchen Prüfung unterzieht, ist alles andere als selbstverständlich und zeugt davon, wie wichtig es dem Unternehmen ist, bei seinen Kunden Vertrauen herzustellen.

Die Extraausstattung

Eine Besonderheit ist, dass Surfshark auch Shadowsocks unterstützt. Dabei handelt es sich genaugenommen nicht um ein VPN-Protokoll, sondern um ein Proxy-Protokoll für die Umgehung von Zensur. Ursprünglich wurde es entwickelt, um innerhalb Chinas auf Websites zugreifen zu können, die die staatliche Firewall blockiert. Anders als bei der Nutzung eines VPNs wird der Datenverkehr mit Shadowsocks nicht speziell verschlüsselt. Die Entwickler setzen dagegen auf Heimlichkeit: Das Protokoll wurde so gestaltet, dass der Datenstrom, den es erzeugt, möglichst unauffällig ist – er ist kaum von gewöhnlichem HTTPS-Traffic zu unterscheiden.

Auch mit dem MultiHop-Verfahren kann sich Surfshark von anderen Anbietern absetzen. Dabei leitet das VPN den Traffic nicht nur über einen VPN-Server, sondern über zwei Server in zwei unterschiedlichen Ländern. Das macht es Angreifern noch schwerer, den Ursprung der Datenverbindung herauszufinden. Da die Daten aber einen längeren Weg haben und jeder der beiden VPN-Server einen potenziellen Flaschenhals darstellt, ist diese Variante meistens langsamer als eine gewöhnliche VPN-Verbindung.

Besonders gut gefällt uns, dass Surfshark mit CleanWeb unerwünschte Inhalte blockiert, sofern der Anwender diese Einstellungsoption aktiviert. Die Funktion unterbindet nicht nur Werbung und Tracker, sondern verhindert auch den Zugriff auf gefährliche Inhalte wie Malware-Downloads und Phishing-Websites. Surfshark integriert also einen Ad-Blocker und übernimmt wichtige Funktionen eines Virenscanners.

Leistung7,7

Der Anbieter betreibt etwa 800 Server in rund 50 Ländern. Da ist noch deutlich Spielraum nach oben. In Deutschland steht beispielsweise nur ein einziger Server zur Verfügung. Das hat zur Folge, dass die automatische Verbindungsfunktion regelmäßig den tschechischen Server wählt, da der offenbar weniger ausgelastet ist als der deutsche. Selbstverständlich ist trotzdem eine Deutschland-Verbindung möglich, der Anwender muss sich allerdings explizit dafür entscheiden.

Die Download-Geschwindigkeit bewegt sich mit durchschnittlich 40,4 Megabit pro Sekunde im gleichen Rahmen wie die der meisten anderen VPNs im Test. Auch beim Upload erreicht Surfshark mit durchschnittlich 41,8 Megabit pro Sekunde sehr ordentliche Werte. Die hohen Upload-Raten können allerdings nur Anwender mit einem besonders schnellen Internetzugang ausreizen, da die meisten privaten Internetanschlüsse typischerweise nur eine deutlich unter 10 Megabit pro Sekunde liegende Upload-Geschwindigkeit unterstützen. Das bremsende Element ist in diesen Fällen nicht das VPN, sondern die Leistung des Internetzugangs.

Noch schneller mit OpenVPN/UDP

Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, testen wir bei allen VPNs die Geschwindigkeit mit den Standardeinstellungen. Surfshark wird jedoch durch eine manuelle Änderung des VPN-Protokolls auf OpenVPN/UDP deutlich schneller. Mit dieser Einstellung erreichten wir Down- und Upload-Raten von beinahe 60,0 Mbit/s.

Streaming funktioniert vor allem mit Netflix ausgezeichnet. Egal, über welchen VPN-Server wir uns einloggten, wir konnten im Test immer auf die Website zugreifen. Surfshark erklärt, dass das VPN Netflix unabhängig vom verwendeten VPN-Server immer entsperrt. Eine Erklärung, wie das technisch funktioniert, fehlt leider, aber vermutlich leitet der Server den Traffic an Netflix über einen zweiten VPN-Server, der mit dem Netflix-Angebot des jeweiligen Ziellandes funktioniert. Der Anwender kann laut Surfshark ohne Einschränkungen das Angebot des Video-Streaming-Dienstes aus acht verschiedenen Ländern nutzen:

  • USA
  • Vereinigtes Königreich
  • Frankreich
  • Japan
  • Niederlande
  • Australien
  • Italien
  • Indien

Deutschland ist zwar nicht aufgeführt, aber im Test hatten wir keine Probleme, Filme und Serien aus der hiesigen Netflix-Videothek abzurufen Auch der iPlayer von BBC, das kostenlose Streaming-Angebot des britischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens, funktionierte problemlos. Weniger Erfolg hatten wir hingegen mit Amazon Prime Video, dem Video-Streaming-Dienst des Online-Handel-Platzhirschs. Egal, welchen VPN-Server wir nutzten, Amazon weigerte sich, Filme und Serien abzuspielen, und zeigte eine Aufforderung, doch bitte das VPN zu deaktivieren.

Benutzerfreundlichkeit6,7

Für alle relevanten Betriebssysteme bietet Surfshark Anwendungen an, die die Nutzung des VPN zum Kinderspiel machen. Für folgende Plattformen sind Surfshark-Clients verfügbar:

  • Laptops und Desktops: Windows, MacOS, Linux (nur Kommandozeile)
  • Smartphones und Tablets: Android, iOS
  • Spielkonsolen: Xbox, PlayStation
  • Smart-TVs: FireTV, Apple TV
  • Browser: Chrome, Firefox

Wir haben uns im Test auf die Windows-Version konzentriert. Sie erwies sich als äußerst einfach zu bedienen. Wie eine Verbindung mit dem VPN herzustellen ist, wird sofort klar. Auch die restlichen Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten sind übersichtlich angeordnet und verständlich beschriftet. Kurze eingeblendete Erklärungen machen die Funktionsweise des Programms für alle Nutzer nachvollziehbar, unter jeder Einstellungsoption beschreibt ein Satz, was diese bewirkt. In Summe ergibt das eine hervorragende Benutzerfreundlichkeit des Programms.

Ein wenig ungünstig ist, dass der VPN-Client nicht angezeigt, wie stark die Server ausgelastet sind. So wird es zum Glücksspiel, einen schnellen Server zu finden. Abhilfe schafft hier die automatische Verbindungsfunktion, die den schnellsten verfügbaren Server wählt. Da sie aber keine Rücksicht auf eventuelle Länderpräferenzen nimmt, nutzt sie wenig, wenn der Anwender einen Server in einem bestimmten Land benötigt.

Kunden von Surfshark sind keineswegs darauf angewiesen, den offiziellen Client zu verwenden. Sie können jede VPN-Software nutzen, die mit einem der unterstützten Protokolle kompatibel ist. Der Anbieter veröffentlicht auf den Hilfe-Seiten Anleitungen für die Konfiguration mit OpenVPN und IKEv2/IPsec auf Windows, MacOS, Android, iOS und Linux.

Hilfe & Support8,8

Die Hilfeseiten beschäftigen sich zu einem großen Teil mit der Einrichtung von Surfshark auf verschiedenen Geräten, vom Windows-Rechner über Konsolen bis hin zu Routern. Darüber hinaus geht es in einem weiteren Abschnitt um Account- und Rechnungsfragen. Ein FAQ-Bereich mit allgemeinen und grundlegenden Themen rundet das Ganze ab. Die Hilfeseiten sind nicht besonders umfangreich, enthalten aber alle wichtigen Informationen. Obwohl die restliche Website und auch die Surfshark-App auf Deutsch übersetzt wurden, sind die Hilfeseiten nur auf Englisch verfügbar.

Den Support können Anwender über ein Chat-Fenster auf der Website oder per Kontaktformular erreichen. Im Test haben wir sehr gute Erfahrungen mit dem Support-Chat gemacht. Die lästige Eingabe einer Kundennummer war nicht nötig. Nach einer kurzen Wartezeit von etwa einer halben Minute stand ein Mitarbeiter zur Verfügung, der unsere Fragen sofort, schnell und hilfreich beantwortete. Er stellte die nötigen Rückfragen, ohne aufdringlich zu wirken, und half uns dadurch, unser Problem mit Surfshark zu lösen. Wie auch für die Hilfeseiten gilt allerdings, dass der Kunde des Englischen mächtig sein sollte.

Zusammenfassung8,5

Surfshark wirkt beinahe zu gut, um wahr zu sein, aber trotz sorgfältiger Prüfung konnten wir keinen Haken finden. Das VPN ist einmalig günstig, gibt sich bei der Sicherheit keinerlei Blöße und ist mit einer Palette von sinnvollen Extras ausgestattet. Auch das Videostreaming funktioniert sehr gut, allerdings nicht ganz so makellos wie bei dem in dieser Disziplin führenden NordVPN. Für Surfshark spricht auch, dass der Anbieter seinen Nutzern bei Problemen rasch und unkompliziert hilft. Der Neuling am Markt scheint sich wirklich anzustrengen, um mit den Marktführern mithalten zu können, und das Ergebnis spricht für sich. Wir können Surfshark allen Internetnutzern, die über die Verwendung eines VPNs nachdenken, wärmstens ans Herz legen.