CyberGhost

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BEWERTUNG
8,80 / 10
AB
2,45 € pro Monat
Andreas Kiener
Aktualisiert: 22/11/0002
Pro
  • Anonymes Kundenkonto möglich
  • Sehr benutzerfreundliche Software
  • Nutzerprofile für verschiedene Anwendungsbereiche
  • Serverauswahl und -konfiguration möglich
  • Speichert keine Logfiles
  • Support rund um die Uhr erreichbar
Kontra
  • Nur durchschnittliche Download-Geschwindigkeit
FAZIT

CyberGhost zeichnet sich durch einen der besten Clients am Markt aus. Darüber hinaus ist der Anonymisierungsdienst schnell und leistbar. Empfehlenswert!

CyberGhost logo
Gesamt
Sicherheit
Leistung
Benutzerfreundlichkeit
Hilfe & Support

CyberGhost Test

Sicherheit10,0

Mit zweierlei kann sich CyberGhost deutlich von anderen VPN-Anbietern abgrenzen: Zum einen mit einem wirklich gut gemachten und benutzerfreundlichen Client, der sogar Tricks wie das Blockieren von Online-Werbung beherrscht, zum anderen durch den Preis. CyberGhost hat nämlich ein fast konkurrenzlos günstiges Angebot für Kunden, die den Service langfristig nutzen möchten. Für rund 90 Euro, im Voraus bezahlt, sind Anwender ganze drei Jahre lang dabei.

Cyberghost VPN hilft dem User dabei, anonym im World Wide Web zu surfen, schützt seinen Datenverkehr vor ungewollten Mitlesern und gibt ihm die Möglichkeit, das Geoblocking von Video-Streaming-Anbietern zu umgehen.

Keine Logs dank Standort in Bukarest

CyberGhost verspricht, keine Logs über Nutzeraktivitäten anzulegen. Im Werbetext klingt das so: „Strikte No-Logs-Richtlinien. Sobald du dich mit einem unserer Server verbindest, wissen nicht einmal wir, was du online unternimmst.“ So oder so ähnlich klingt das bei fast jedem VPN-Anbieter, aber beim Blick in die Datenschutzerklärung offenbart sich häufig, dass die Anbieter eine recht dehnbare Vorstellung davon haben, was „keine Logs“ bedeutet. CyberGhost schneidet hier allerdings gut ab. Das Unternehmen räumt zwar ein, eine anonyme Verbindungsstatistik zu erstellen, was zur Steuerung der Auslastung und zur Pflege des Server-Netzwerks wahrscheinlich notwendig ist, erklärt aber im selben Takt, dass die statistisch erfassten Daten nicht auf einzelne Kunden zurückzuführen sind. Der Anbieter weiß weder, welche Webseiten ein Benutzer besucht, noch, welcher Benutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt online war.

So viel Anonymität und Privatsphäre für die Nutzer ist möglich, weil die Betreiber als Standort für ihr Unternehmen die rumänische Hauptstadt Bukarest gewählt haben. Die dortige Gesetzeslage verpflichtet den Anbieter nicht dazu, Benutzerdaten zu speichern. Zudem befindet sich das Land weder auf der Liste der „Feinde des Internet“ der Pressefreiheits-NGO Reporter ohne Grenzen, noch wird es zu den „Fourteen Eyes“-Staaten gezählt, die untereinander Abkommen zur Weitergabe von Überwachungsdaten geschlossen haben.

Transparenz und Anonymität

Im Unterschied zu anderen VPN-Diensten veröffentlich CyberGhost kein Dokument, in dem das Unternehmen angibt, bisher noch nicht mit einem behördlichen Durchsuchungsbefehl konfrontiert gewesen zu sein, ein sogenanntes „Warrant Canary“. Aber es hält etwas viel besseres bereit, nämlich einen jährlichen Transparenzbericht, der Daten über die Anzahl der Anfragen zur Offenlegung von Benutzeridentitäten enthält. Diese unterteilen sich in polizeiliche Anfragen, gemeldete Copyrightverstöße und Beschwerden über Cyberkriminalität.

Das Dokument vermittelt einen Eindruck davon, was für ein Balanceakt der Betrieb eines VPNs ist: Einerseits muss der Anbieter loyal gegenüber seinen Kunden sein und ihre Identität schützen, andererseits darf er aber auch nicht den Eindruck erwecken, Ausgangspunkt für zwielichtige Umtriebe in der digitalen Welt zu sein. CyberGhost gibt an, auf Anfragen zur Offenlegung der Identität von Nutzern nicht weiter einzugehen, da das aufgrund der No-Logs-Policy nicht möglich sei. Allerdings hat das Unternehmen Strategien entwickelt, um einem Missbrauch seines Angebots zu unterbinden. Wenn sich System-Administratoren über Hack-Attacken aus dem CyberGhost-Netzwerk beschweren, reagiert der Anbieter beispielsweise mit einer (höchstwahrscheinlich temporären) Sperrung der angegriffenen IP-Adresse, so dass sie für Nutzer des VPNs nicht mehr erreichbar ist.

Da Kunden auch mit der digitalen Währung Bitcoin bezahlen können, ist eine völlig anonyme Nutzung des Service möglich. Zwar ist die Eingabe einer E-Mail-Adresse für die Kontoaktivierung nötig, aber zu einer Identifizierung führt das nicht zwangsläufig, da anonyme E-Mail-Adressen einfach zu bekommen sind.

Wirksamer Schutz vor Hacker-Attacken

Zur Verschlüsselung der Internetverbindung verwendet das VPN-Programm den Standard AES (Advanced Encryption Standard) mit einer Verschlüsselungsstärke von 256-Bit. Als VPN-Protokoll kommt OpenVPN zum Einsatz, alternativ stehen IKEv2 und L2TP zur Verfügung. Sowohl OpenVPN als auch die AES-Verschlüsselung gelten nach aktuellem Stand als höchst zuverlässig und weitgehend abhörsicher. AES-256 wird beispielsweise von der US-Regierung für Dokumente mit höchster Geheimhaltungsstufe verwendet.

Um das Surfen zu anonymisieren, greift der CyberGhost VPN-Client auf mehr als 5.745 Server aus 90 verschiedenen Ländern zu. Jeder Server ist mit einer Firewall ausgestattet, so dass User auch gegen Hacker-Angriffe optimal geschützt sind.

Sicherheitsdaten
Protokolle OpenVPN, IKEv2, L2TP
Verschlüsselung 256-Bit-AES
Server Mehr als 5.745 in 90 Ländern
Extras Kill Switch, Ad-Blocker, Anti-Tracking-Funktion, Auto-HTTPS
Die Sicherheitsdaten von CyberGhost.

Übersichtliches Tarifmodell und Geld-zurück-Garantie

Das Tarifmodell von CyberGhost ist höchst übersichtlich: Es gibt nur einen Tarif, alle Kunden erhalten dieselbe Leistung und denselben Funktionsumfang. Das ist bei VPNs durchaus üblich, manche Anbieter, beispielsweise ProtonVPN, bieten jedoch auch unterschiedliche Leistungsstufen mit verschiedenen Preisen an.

Die Preise unterscheiden sich bei CyberGhost allerdings je nach Laufzeit des Vertrags, wie bei vielen anderen Konkurrenten. Verträge mit längerer Laufzeit haben das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Kunden können zwischen einer Laufzeit von einem Monat (11,99 Euro pro Monat), einem Jahr (5,29 Euro pro Monat), zwei Jahren (3,29 Euro pro Monat) und drei Jahren (2,45 Euro pro Monat) wählen. Die Preise sind zur besseren Vergleichbarkeit als Monatspreise angegeben, Kunden zahlen allerdings nicht monatlich, sondern für die gesamte Zeit im Voraus. Für drei Jahre fallen einmalig 88,00 Euro an. Mit diesem Preis können die Konkurrenten nicht mithalten. Der einzige VPN-Betreiber mit einem ähnlichen Angebot im Test ist NordVPN, dort kostet ein Dreijahresvertrag 107,55 US-Dollar (rund 94 Euro), ist also je nach Dollar-Kurs eine Spur teurer.

Unabhängig von der Laufzeit gibt es eine 45-tägige Geld-zurück-Garantie. Kunden gehen also kein Risiko ein; sollte das Angebot nicht ihren Vorstellungen entsprechen, haben sie mehr als einen Monat lang Zeit, den Vertrag zu stornieren.

Leistung8,4

Der VPN-Client läuft auch auf einem mittelklassigen PC oder Mac reibungslos ohne Einschränkungen. Apps von CyberGhost gibt es für die Desktop-Betriebssysteme Windows und macOS, für ihre mobilen Pendants Android und iOS sowie für den Amazon Fire Stick.

BetriebssystemAnforderungen
Windows 1 GHz PC 32 Bit (x86) oder 64 Bit (x64) Prozessor, 2 GB RAM, 310 MB freier Festplattenspeicher, Windows Vista mit SP2 oder neuer
Mac Macintosh-Computer mit Intel x86-Prozessor, 512 MB RAM, macOS 10.12 oder neuer
iOS iOS 9 oder neuer, iPhone, iWatch, iPad, iPad Pro oder iPod Touch
Android Smartphone oder Tablet mit Android 4.1 (Jelly Bean) oder neuer
Amazon Fire Stick Amazon Fire TV oder Amazon Fire Stick
Die Systemanforderungen des CyberGhost-Clients.

Darüber hinaus können unzählige weitere Betriebssysteme und Geräteklassen für die Nutzung der CyberGhost-Server konfiguriert werden. Diese verwenden allerdings nicht die Client-Software, sondern ihre nativen Netzwerkfunktionen. Zu den unterstützten Geräten gehören beispielsweise Rechner mit Linux-Betriebssystemen, Chromebooks, der Raspberry Pi sowie diverse Router. Anwender können entsprechende Verbindungsdaten und Konfigurationsdateien ganz einfach über die Funktion „Gerät hinzufügen“ im Web-Backend herunterladen. Für viele Geräte wird die Konfiguration detailliert auf der Website des Anbieters erklärt.

Je schneller, desto besser

Bei CyberGhost ist weder das Datenvolumen noch die Bandbreite für einzelne User beschränkt. So weit, so gut. Aber ist das VPN auch schnell? Nun, schnell genug. Im Test erreichte der Anbieter eine durchschnittliche Download-Geschwindigkeit von 43,2 Megabit pro Sekunde und eine durchschnittliche Upload-Geschwindigkeit von 41,1 Megabit pro Sekunde. Diese Werte variierten während der Testphase nur minimal und lagen bei allen Versuchen knapp über 40 Megabit pro Sekunde. CyberGhost ist damit weder besonders schnell, noch auffallend langsam.

Wer mit einer üblichen 16-Megabit-Leitung an das Internet angeschlossen ist, hat nicht mit Einschränkungen zu rechnen und auch mit einer schnelleren 50-Megabit-Leitung verursacht das VPN nur eine kaum merkliche Verzögerung beim Download. Ein verlangsamter Upload durch die Nutzung von CyberGhost sollten bei den deutlich niedrigeren Upload-Geschwindigkeiten üblicher Kabel- und DSL-Anschlüsse ohnehin nicht zu spüren sein.

Erfreulich ist die niedrige Ping-Zeit von durchschnittlich nur 13 Millisekunden. Damit ist CyberGhost reaktionsfreudiger als die anderen Anbieter im Test, die meistens Werte von um die 20 Sekunden erreichten. Anwendungen, bei denen es auf eine geringe Latenz ankommt, actionreichen Online-Games zum Beispiel, steht mit diesem VPN also nichts im Weg.

Benutzerfreundlichkeit9,4

Der Download und die Installation des VPN-Clients auf einem Windows-Rechner nehmen nur wenige Minuten in Anspruch und das Programm ist in wenigen Augenblicken einsatzbereit. Es punktet mit seiner modern gestalteten Oberfläche und seiner intuitiven Bedienbarkeit.

Nach der Installation reicht es, auf „Verbinden“ zu klicken, und schon surft der Anwender über den vom Programm ausgewählten optimalen VPN-Server des CyberGhost-Netzwerks. Es besteht auch die Möglichkeit, den Server selbst zu wählen. Besonders nutzerfreundlich wird die Software dadurch, dass sie jede Einstellungsoption mit einem kurzen Satz direkt unter dem entsprechenden Schalter erklärt. So wissen auch Unerfahrene, worauf sie sich einlassen, wenn sie die entsprechende Option aktivieren oder deaktivieren.

Der Client von CyberGhost umgeht das Geoblocking von Video-Streaming-Diensten, indem er sich über einen seiner weltweit verteilten Server einloggt. Das machen andere VPNs auch, aber alle haben damit zu kämpfen, dass die Streaming-Dienste ihre Server nach und nach entdecken und blockieren. Anwender müssen daher oft zeitraubend unterschiedliche Server durchprobieren. Bei CyberGhost hingegen sind Server, die sich für bestimmte Streaming-Dienste eignen, speziell markiert, so dass sie der Nutzer gezielt auswählen kann. Wenn der Anwender beispielsweise Netflix-Serien sehen will, findet er einen speziell dafür vorgesehenen US-Server, wer Lust auf das Streaming-Angebot von BBC One oder SkyGO hat, kann die jeweils passenden Server in Großbritannien wählen und wer im Ausland die ZDFmediathek nutzen möchte, findet passende Server in Deutschland. Auch viele andere Video-Streamer funktionieren mit CyberGhost problemlos, unter anderem YouTube Premium, ORF, Comedy Central und Player.pl.

Im Bereich „Verbindungsfunktionen“ können Anwender einige Optionen aktivieren, die für mehr Sicherheit und Komfort sorgen. Standardmäßig sind sie deaktiviert. Diese Optionen stehen zur Verfügung:

  • „Werbung blockieren“ filtert Werbung, bevor sie überhaupt das Endgerät erreicht.
  • „Bösartige Websites blockieren“ sperrt Websites mit Schadsoftware, bevor sie überhaupt den Rechner des Anwenders erreichen.
  • „Online-Tracking blockieren“ sperrt die weit verbreiteten Tracker, mit denen vor allem Werbetreibende detaillierte Benutzerprofile erstellen.
  • „Automatische HTTPS-Weiterleitung“ wählt selbständig eine verschlüsselte SSL-Verbindung zum jeweiligen Server, falls eine solche verfügbar ist.
  • „Datenkompression“ spart Datenvolumen und sorgt dafür, dass Websites schneller laden, reduziert aber die Bildqualität.

Hilfe & Support8,4

Der CyberGhost-Client ist weitgehend selbsterklärend, auf ein Handbuch wird daher verzichtet. Dafür gibt es aber eine umfangreiche Online-Dokumentation auf der Homepage des Herstellers. Ausführliche Anleitungen zeigen, wie das Programm eingerichtet und genutzt wird, auf typische Probleme bei der Verwendung wird eingegangen, und ein FAQ-Bereich liefert Antworten auf häufige Fragen wie „Warum sollte ich CyberGhost VPN vertrauen?“. Interessant ist auch der Bereich „Neuigkeiten“, in dem der Nutzer Infos zu aktuell Relevantem wie Bugs und der Nichtverfügbarkeit von Servern findet.

Wer trotz der umfangreichen Dokumentation nicht weiterkommt, wendet sich an den Kundenservice. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Der Kunde reicht direkt über das Programm ein Support-Ticket ein oder er nutzt – wenn es schneller gehen soll – die Chat-Funktion auf der CyberGhost-Website. Beim Start einer Chat-Verbindung wählen die Kunden zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch. Besonders kundenfreundlich: Der Support ist rund um die Uhr erreichbar. Die Mitarbeiter beantworten Kundenanfragen üblicherweise sehr rasch und erwiesen sich bei einem Test-Chat als ausgesprochen freundlich und hilfsbereit.

Zusammenfassung8,8

CyberGhost-VPN ist ein zuverlässiger VPN-Anbieter, der den Datenverkehr verschlüsselt und IP-Adressen verbirgt. Sowohl auf Windows und Android als auch auf Mac und iOS-Systemen funktioniert der Anonymisierungsdienst mit dem eigenen Client des Anbieters. Er ist aber auch mit weiteren Geräten wie einem Linux-Rechner oder Router kompatibel.

Im Vergleich mit den Mitbewerbern hat CyberGhost in einigen Bereichen die Nase weit vorne: Der Dienst hat mehr Server in mehr unterschiedlichen Ländern als viele Mitbewerber und setzt mit der durchdachten VPN-Software und den speziellen Servern für das Streaming neue Standards bei der Benutzerfreundlichkeit. Zudem ist CyberGhost auch einer der preiswertesten Anbieter im Test.